Der No Blame Approach

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1 Der No Blame Approach Mobbing beenden ohne Schuldzuweisung Jörg Breitweg, Referent für Gewaltprävention, Mediator Ablauf Mobbing verstehen und erkennen Definition Cyber-Mobbing Mobbing-Handlungen und Signale Wer wird Opfer? Das Mobbing System Der No Blame Approach Gespräch mit der betroffenen Person Gespräch mit der Unterstützungsgruppe Nachgespräche Rahmen und Wirkweise 2/29 1

2 Mobbing Definition Mobbing ist der Missbrauch von sozialer Macht auf Basis wiederholter Attacken gegen Schwächere 3/29 Eckdaten zu Mobbing Mobbing findet statt & Mobbing ist bedrohlich Häufungen in 6. und 7. Klassenstufe (12-14 Jahre) Keine Unterschiede hinsichtlich Ort der Schule, Schultyp, Größe oder Ausländeranteil Mobbing nimmt nicht zu und ist kein neues Phänomen Mobbing führt zu Isolation und lässt sich auch daran erkennen Mobbing ist ein Problem der ganzen Gruppe, nicht nur der direkt Betroffenen Mobbing macht krank 4/29 2

3 Cyber-Mobbing Cyber-Mobbing ist Mobbing Cyber-Mobbing ist soziale Gewalt Cyber-Mobbing hat Tragweite 1/3 der befragten Schüler ist betroffen Cyber-Mobbing nimmt mit der Klassenstufe zu Klare Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern nicht immer möglich Cyber-Mobbing wird häufig für Racheaktionen eingesetzt 5/29 Phasen von Mobbing 1. Phase: Austesten 2. Phase: Beginn von systematischen Attacken 3. Phase: Isolation Gruppe ist überzeugt, dass Täter im Recht sind Opfer hat Rolle adaptiert 6/29 3

4 Mobbing erkennen Mobbing-Handlungen Mobbing-Signalen (Wirkungen) Informationsquellen 5 Minuten Austausch 7/29 Mobbing Handlungen Körperliche Attacken Psychische Attacken Angriffe auf das Ansehen Angriffe auf die sozialen Beziehungen Angriffe auf das Eigentum Cyber-Attacken Verletzung von Bildrechten Verleumdung/ üble Nachrede Drohung, Erpressung, Nötigung Stalking 8/29 4

5 Signale, die auf Mobbing verweisen Verhaltensänderungen Leistungsabfall Isolation/Ausgrenzung "Sündenbock" Vermeidungsverhalten Sicherheit/Schutz suchen Anpassungsversuche Körperliche und psychische Reaktionen Fehlzeiten, Schulverweigerung 9/29 Informationsquellen Betroffene selbst Mitschüler/-innen Eltern, Familienangehörige Kolleginnen und Kollegen Schulsozialarbeiter/-innen Hausmeister/-in, etc. Eigene Beobachtungen Fragebogen-Aktionen 10/29 5

6 Wie können Sie Mobbing besser erkennen? Mobbing-Brille Handlungen Signale Informationsquellen 11/29 Wer wird Opfer von Mobbing? Mobbing kann jeden treffen Opferrolle ist kontextgebunden Bei Mobbing geht es um ein unerwünschtes Verhalten und nicht um Personen! Nicht Persönlichkeit lässt Kind zu Opfer werden, sondern Position in Klassengefüge 12/29 6

7 Gründe für das Schweigen der Betroffenen Fehlendes Vertrauen Angst vor Verschlimmerung Rache der Täter Wollen nicht überempfindlich sein/ als Opfer dastehen Scham, Schuldgefühle Angst vor den Reaktionen der Eltern Sorgen, Vorwürfe, Handy- oder Internetverbot 13/29 Abgrenzung zum Konflikt Konflikt Offene Aktionen Begrenzter Machtgebrauch Lösungen werden angestrebt Verhärtete Fronten Mobbing Verdeckte Aktionen Permanenter Machtmissbrauch Lösungen werden nicht gesucht Isolation 14/29 7

8 Kennzeichen von Mobbing Absichtliches Schädigen einer anderen Person Wiederholte Attacken über einen längeren Zeitraum Entwicklung eines Gruppenphänomens Zwangskontext, dem sich Betroffene nicht einfach entziehen können Ausprägung eines extremen Machtungleichgewichts Sichtbar am Opfer (weniger an den Taten) 15/29 Das Mobbing System Hauptakteur Zuschauer Assistent Mobbing Betroffene Erdulder Verstärker Stabilisatoren Verteidiger Hilflosigkeit Verharmlosung Schuldzuweisung Angst/ Drohung 16/29 8

9 Grundsätze für eine Intervention Mobbing muss gestoppt werden Gute Beziehung zwischen Erwachsenem und Opfer Mobbingopfer brauchen Entlastung (evtl. Stärkung) Intervention sollte ganze Klasse beteiligen Grenzen gegen Gewalt setzen, zugleich Entwicklungschancen für Mobbingakteure schaffen Blick nach vorne bevorzugen gegenüber Aufarbeitung des Geschehenen Die Lösung des Problems liegt im Verantwortungsbereich der Schule 17/29 Der No Blame Approach Interventionsansatz für akute Situationen Handlungsorientierung für pädagogisch Verantwortliche Arbeitet lösungsorientiert Ist konsequent auf die Zukunft gerichtet Greift Veränderungswille auf Wirkt ohne Schuldzuweisung und Bestrafung Baut auf die Ressourcen und Fähigkeiten der Peergroup Wirkt aufgrund der Veränderung des Systems 18/29 9

10 Die 3 Schritte des No Blame Approach 1. Gespräch mit betroffener Person 2. Bildung einer Unterstützungsgruppe (ohne Opfer) Mobbing-Akteure + Rest der Schüler Ideen/Maßnahmen entwickeln zur Verbesserung der Situation Umsetzung der Ideen 3. Nachgespräche Mit betroffener Person Mit allen Beteiligten der Unterstützungsgruppe einzeln Unterstützung für Fachkraft 19/29 Gespräch mit der betroffenen Person (1) Einstieg gestalten Beobachtungen mitteilen Keine Analysen, keine Bewertungen Persönliche Betroffenheit ausdrücken Befindlichkeit erfragen Veränderungswunsch erfragen Vorgehen schildern 20/29 10

11 Gespräch mit der betroffenen Person (2) Mitglieder der Unterstützungsgruppe erfragen Wer macht Schwierigkeiten? Wer kann hilfreich sein? Vertraulichkeit zusichern Termin für Nachgespräch vereinbaren 21/29 Gespräch mit der Unterstützungsgruppe (1) Ausgangssituation in der Klasse Mobbing-Betroffene/r Anführer/-in Mitläufer/-innen Andere Schüler/-innen Unterstützungsgruppe 22/29 11

12 Gespräch mit der Unterstützungsgruppe (2) Rahmen gestalten Begrüßung Gesprächseinstieg Anlass schildern X geht es nicht gut. Ich will ihm helfen. Ansprache als Helfer-Experten Ich brauche Eure Hilfe. 23/29 Gespräch mit der Unterstützungsgruppe (3) Umgang mit Vorwürfen und Beschuldigungen Stärken hervorheben Vorschläge/ Ideen sammeln und visualisieren Nachgespräch vereinbaren Wertschätzung geben 24/29 12

13 Nachgespräche Mit Mobbing-Betroffenen Klärung, ob und wie sich die Situation verbessert hat Herausfinden, ob Folgemaßnahmen nötig sind Mit Unterstützern Vielfältige Perspektive auf Situation Nehmen Akteure in Verantwortung Keine Kontrolle, ob Maßnahmen umgesetzt wurden 25/29 Wie geht es weiter? Weitere Treffen mit Unterstützungsgruppe Ergänzende Unterstützung der betroffenen Person Ergänzende Arbeit mit einzelnen Akteuren Konflikt-Mediation Weitere Arbeit in der Klasse... 26/29 13

14 Rahmen für den No Blame Approach Klare Botschaft gegen Mobbing Ansatz auf mehreren Ebenen Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler, Eltern Information über Mobbing Projekttage, Theaterstück Fragebogenaktion Trainings Sozialkompetenzen Streitschlichtung Handeln in akuten Mobbing-Fällen 27/29 Wirkungen des No Blame Approach Offenlegung der Befindlichkeit statt Anklage Wertschätzung statt Urteile Partizipation statt Strafe Handeln statt Appelle Auflösung der Rollen im Mobbing-System Veränderung des Schulklimas 28/29 14

15 Inhalte des Zwei-Tages-Seminars Ziel: Sicherheit in der Anwendung des No Blame Approach Mobbing erkennen, Wahrnehmung von Gewalt Üben der 3 Schritte des NBA Umgang mit Eltern Prävention von Mobbing 29/29 Weitere Infos: Jörg Breitweg, Referent für Gewaltprävention, Mediator 15

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