Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 1 von 8)

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1 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 1 von 8) Abgangszeugnis Ein Abgangszeugnis ist eine staatliche Urkunde. Schüler erhalten ein Abgangszeugnis, wenn sie die Oberschule, das Gymnasium oder die allgemeinbildende Förderschule ohne Abschluss verlassen. Für die meisten Ausbildungen wird ein Schulabschluss benötigt. Wenn du keinen Schulabschluss hast, lass dich in der Berufsberatung oder Beratungsstellen beraten. Abitur/Allgemeine Hochschulreife Wenn du das allgemeinbildende Gymnasium oder das Berufliche Gymnasium erfolgreich bis zum Abschluss besucht hast, erhältst du das Abitur bzw. die Allgemeine Hochschulreife. Mit dem Abitur darfst du ein Studium beginnen (Zugangsberechtigung). Abschluss Je nachdem, an welche Schule du gehst, kannst du einen bestimmten Schulabschluss erwerben. Dafür musst du die Abschlussprüfungen erfolgreich bestehen. siehe Oberschule siehe Abitur/Allgemeine Hochschulreife Agentur für Arbeit (auch Bundesagentur für Arbeit oder Arbeitsamt) Die Agentur für Arbeit bzw. Bundesagentur für Arbeit ist eine Behörde in Deutschland, die sich um Ausbildungssuchende und Arbeitssuchende kümmert. Neben vielen weiteren Aufgaben beraten die Mitarbeiter zum Thema Ausbildung und Arbeitsmarkt. Sie vermitteln an Firmen und berechnen das Arbeitslosengeld. Allgemeinbildende Schulen Allgemeinbildende Schulen sind: - die Grundschule, - die allgemeinbildende Förderschule, - die Mittelschule*, - das Gymnasium. *Seit dem werden Schulen der Schulart Mittelschule als Oberschulen bezeichnet. Anschreiben siehe Bewerbung

2 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 2 von 8) Arbeitsamt siehe Agentur für Arbeit Ausbildungsfähigkeit/Ausbildungsreife "Ausbildungsfähigkeit" bzw. auch "Ausbildungsreife" bezeichnet all die Fähigkeiten, die für alle Ausbildungsberufe wichtig sind. Doch was muss man mitbringen, um eine Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können? Dazu gehört z.b. die Bereitschaft zu lernen, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Beherrschen der Grundrechenarten, Lesen, Schreiben, Sorgfalt, Höflichkeit, Toleranz, die Fähigkeit zur Selbstkritik und auch die Bereitschaft, sich in die betrieblichen Abläufe einzuordnen. Ausbildungsplatz (auch Ausbildungsstelle oder Lehrstelle) Ein Arbeitgeber/ Unternehmer bietet einen Ausbildungsplatz bzw. eine Lehrstelle für eine Ausbildung an. Die Ausbildung findet zur Hälfte im Unternehmen (auch Betrieb oder Firma genannt) und zur anderen Hälfte in einer Berufsschule statt. (siehe duale Ausbildung). Du musst dich deswegen bei einem Arbeitgeber/ Unternehmer deiner Wahl für eine solche Ausbildungsstelle bewerben. Ausbildungsstelle siehe Ausbildungsplatz Ausbildungsvergütung siehe Vergütung Betreuungslehrer Dies sind Fachlehrer für Deutsch als Zweitsprache. Sie sind verantwortlich für die Betreuung schulischer und außerschulischer Integrationsprozesse. Berufsbild Unter einem Berufsbild versteht man die Zusammenfassung von Merkmalen, die den Beruf von anderen Berufen unterscheidet. Hierzu zählen zum Beispiel verschiedene Tätigkeiten, Aufgaben und Ausbildungsmöglichkeiten

3 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 3 von 8) Berufsfachschule (schulische Ausbildung) An einer Berufsfachschule kannst du eine schulische Berufsausbildung absolvieren. Eine schulische Ausbildung wird in bestimmten Berufsrichtungen wie z.b. in Gesundheitsoder sozialen Berufen oder auch in einigen Berufen rund um Gestaltung und Design angeboten. Du bekommst keine Ausbildungsvergütung, kannst jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Schüler-BAföG beantragen. Die Ausbildung erfolgt in der Schule, du gehst aber auch zum Praktikum in eine Einrichtung (Klinik, Labor...). Achtung: Einige Schulen kosten Geld. In vielen Schulen ist es aber möglich, einen Antrag zu stellen, damit dieses Schulgeld verringert oder erlassen werden kann. Berufsfelder Zu einem Berufsfeld gehören mehrere Berufe mit ähnlichen Tätigkeiten und Aufgaben. Berufsorientierung Berufsorientierung beschreibt einen Prozess, der mehrere Jahre dauert und bereits in der Schule beginnt. Während dieser Zeit lernst du, selbstständig deine Berufswahl und Arbeitssuche zu gestalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass du eigene Stärken und Interesses einschätzen kannst, Berufe und Ausbildungen kennen lernst und eine Bewerbung (mit Bewerbungsschreiben und Lebenslauf) schreibst. Berufsschule Wenn du eine duale Ausbildung machst, lernst du im Betrieb und in einer Schule. Diese Schule heißt Berufsschule. In der Berufsschule lernst du die fachliche Theorie zu deiner Ausbildung. Der Unterricht kann an einigen Tagen der Arbeitswoche oder als Blockunterricht an mehreren Tagen oder Wochen hintereinander stattfinden. An den anderen Tagen oder Wochen bist du für die praktische Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb. Berufswahlpass Der Berufswahlpass ist ein Ordner. In dem Berufswahlpass sammelst du deine Materialien (zum Beispiel Arbeitsergebnisse, Dokumente und Informationen), die für deine Zukunft wichtig sind. Diese Materialien helfen dir bei deiner weiteren beruflichen Planung. Den Berufswahlpass gibt es in 13 Bundesländern. In Sachsen ist der LSJ Sachsen e.v. (Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe) als Servicestelle verantwortlich.

4 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 4 von 8) Bewerbung In Deutschland ist es üblich, dass man sich für Ausbildungs-/Arbeitsplätze, für Studienplätze oder für Praktika schriftlich bewerben muss. Eine schriftliche Bewerbung besteht aus folgenden Teilen: - Anschreiben, - Lebenslauf, - Lichtbild und - Zeugnisse sowie - soweit möglich - Referenzen/ Beurteilungen. Hilfreiche Tipps und Informationen zur Gestaltung einer schriftlichen Bewerbung findest du im Berufswahlpass unter Punkt 2.7. Berufsinformationszentrum (BIZ) Im BIZ kannst du dich kostenlos über Ausbildungsberufe, Studienwahl, Weiterbildungsmöglichkeiten und Existenzgründung informieren. Das BIZ findest du in der Agentur für Arbeit in deiner Nähe. Besondere Bildungsberatung Die besondere Bildungsberatung ist eine spezialisierte institutionelle Beratung durch Schulreferenten, Schulleiter und Betreuungslehrer und wird vor der Schulaufnahme im Freistaat Sachsen durchgeführt. Sie dient der individuellen Beratung zu Bildungsmöglichkeiten und der persönlichen Unterstützung bei Entscheidungen über Bildungswege. BGJ BGJ heißt Berufsgrundbildungsjahr. Ein BGJ kannst du besuchen, wenn du: - einen Hauptschul- oder Realschulabschluss hast, - unter 18 Jahre bist und - keinen Ausbildungsplatz gefunden hast. Das Jahr kann dir auf deine nachfolgende Berufsausbildung angerechnet werden. Du lernst berufsübergreifende Inhalte (z. B. Umgang mit dem Computer, Englisch) und berufsbezogenes Wissen (z. B. in Metalltechnik). Bundesagentur für Arbeit siehe Agentur für Arbeit

5 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 5 von 8) Bundesfreiwilligendienst (BFD) Einen BFD können alle Bürgerinnen und Bürger machen, die ihre Pflichtschulzeit absolviert haben. Dieser Dienst dauert normal 12 Monate. Man kann den Dienst aber auch auf 6 Monate verkürzen oder auf 18 bzw. 24 Monate verlängern. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Soziales (Kinder- und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenhilfe), Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Zivil- und Katastrophenschutz. Du bekommst folgende Leistungen: - Anleitung und Betreuung in der Einsatzstelle durch Fachkräfte, - ein Taschengeld (maximal 336,00 EUR pro Monat) und Versicherungsbeiträge für Renten- und Krankenversicherung - nach Abschluss des BFD ein qualifiziertes Zeugnis (Einschätzung deiner Arbeit). Weitere Informationen gibt es unter BVJ Das BVJ ist das Berufsvorbereitungsjahr. Ein BVJ kannst machen, wenn du keinen Schulabschluss hast und unter 18 Jahre alt bist. Aufgabe des BVJ ist es, Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen und auf die Ausbildung vorzubereiten. Schüler sollen im BVJ einen Hauptschulabschluss erwerben. Eine spezielle Form des BVJ sind die Vorbereitungsklassen mit berufspraktischen Aspekten. (siehe Vorbereitungsklassen mit berufspraktischen Aspekten). Duale Ausbildung Bei einer dualen Ausbildung lernst du in einem Betrieb und einer Berufsschule im Wechsel. Du hast einen Vertrag mit dem Betrieb und du bekommst eine Ausbildungsvergütung (siehe auch Vergütung). Am Ende der Ausbildung machst du eine Prüfung und erhältst einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. Material zur Vorbereitung findest du unter: Einstellungstest Viele Firmen laden ihre Bewerber zu einem Test (Auswahlverfahren) ein. Meistens gibt es einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Dabei sollen dein Wissen, deine fachlichen Kompetenzen und deine persönlichen Stärken überprüft werden. Dieser Test soll der Firma helfen, dich kennenzulernen und zu entscheiden: Wen sollen wir einstellen?

6 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 6 von 8) Freiwilliges Jahr ( Sozial, Ökologisch, Kultur, Politik, Schule) Im Freiwilligen Jahr in den einzelnen Bereichen kannst du erste praktische Erfahrungen sammeln. Du bist kranken und rentenversichert und deine Eltern erhalten weiter Kindergeld, wenn du unter 26 Jahre alt bist. Das Freiwillige Jahr ist keine Ausbildung. Während des Freiwilligen Jahres kannst du aber ein bestimmtes Berufsfeld gut kennen lernen. Das Freiwillige Jahr kann als Praktikum anerkannt werden. Handwerkskammer (HWK) Die Handwerkskammer ist eine Vereinigung, die die wirtschaftlichen Interessen von ungefähr Handwerksunternehmen in Sachsen vertritt und diese unterstützt. Sie regelt zum Beispiel die Berufsausbildung im Handwerk. Außerdem gibt es bei der Handwerkskammer auch Beratungsangebote für dich, z.b. die Passgenaue Vermittlung (wenn du noch nach einer Ausbildung suchst) oder die Ausbildungsberater (wenn du in einer Ausbildung bist, aber dort vielleicht Probleme hast). Herkunftssprache Das ist die Erstsprache bzw. Familiensprache von zwei- und mehrsprachig aufwachsenden Schülern. Industrie- und Handelskammer (IHK) Die Industrie- und Handelskammer ist eine Vereinigung, die die wirtschaftlichen Interessen der ca Industrieunternehmen in Sachsen vertritt und unterstützt. Sie regelt zum Beispiel die Berufsausbildung in der Industrie und im Handel. Außerdem gibt es bei der IHK auch Beratungsangebote für dich, z.b. die Passgenaue Vermittlung (wenn du noch nach einer Ausbildung suchst) oder die Ausbildungsberater (wenn du in einer Ausbildung bist, aber dort vielleicht Probleme hast). Lebenslauf Im Lebenslauf, auch Curriculum Vitae (CV) oder Vitae Cursus genannt, stehen die wichtigsten persönlichen Daten: Geburtstag, Geburtsort, aktuelle Anschrift, schulischer Bildungsweg, praktische Erfahrungen sowie Fähigkeiten, Sprachen oder Hobbys. Er ist ein wichtiger Teil in der Bewerbungsmappe. Lehrstelle siehe Ausbildungsplatz

7 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 7 von 8) MINT MINT ist eine Abkürzung und steht für die Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Oberschule Seit dem werden Schulen der Schulart Mittelschule als Oberschulen bezeichnet. Diese Schule gehört zu den allgemeinbildenden Schulen in Sachsen und geht bis zur 9. oder 10. Klasse. An der Oberschule können folgende Abschlüsse erworben werden: - Hauptschulabschluss: Teilnahme an einer besonderen Leistungsfeststellung und erfolgreicher Abschluss der Klassenstufe 9, - Qualifizierender Hauptschulabschluss: Erreichen guter Noten im Rahmen des Hauptschulabschlusses und der besonderen Leistungsfeststellung, - Realschulabschluss: Erfolgreicher Abschluss der Klassenstufe 10 und bestandene Prüfung. Solltest du die Abschlussprüfungen nicht bestehen, erhältst du ein Abgangszeugnis. Praktikum Bei einem Praktikum arbeitest du für eine gewisse Zeit (zwei Wochen bis sechs Monate) in einem Betrieb oder Unternehmen, um dir eine Arbeit genau anzuschauen. Danach entscheidest du dich für einen Beruf. Meistens wird in einem Praktikum wenig oder gar nichts bezahlt. Ein Praktikum hilft dir später bei deiner Bewerbung. Arbeitgeber setzen häufig ein Praktikum voraus, damit sie dich und deine Leistungen kennen lernen und entscheiden können, ob die Firma und du zusammen passen. Probezeit In der Probezeit prüfen die Firmen die Eignung ihrer Auszubildenden. Die Auszubildenden müssen prüfen, ob sie die richtige Berufswahl getroffen haben. Die Probezeit ist vorgeschrieben und steht im Ausbildungsvertrag. Sie beträgt mindestens einen und höchstens vier Monate. Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis ohne Einhalten einer Kündigungsfrist und ohne Angaben von Gründen von beiden Seiten gekündigt werden. Eine Probezeit gibt es auch, wenn jemand einen Arbeitsvertrag neu abschließt. SBA SBA ist eine Abkürzung und steht für Sächsische Bildungsagentur.

8 Glossar Erklärung von wichtigen Wörtern (Blatt 8 von 8) SOMIA SOMIA ist eine Abkürzung und steht für Schulordnung Mittelschulen und Abendmittelschulen. Vergütung Das ist die Bezahlung, die du während deiner Ausbildungszeit erhältst. Vertrag/Ausbildungsvertrag Vor jeder Ausbildung muss zwischen dem Betrieb und dem Auszubildenden ein schriftlicher Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden. In diesem sind zum Beispiel Beginn und Ende der Ausbildungszeit, Arbeitszeit, Dauer der Probezeit, Vergütung, Urlaub usw. geregelt. Vorbereitungsklasse Vorbereitungsklassen bereiten neu zugewanderte Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf den Besuch der Regelklasse vor. Bei Bedarf besuchen auch Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die schon längere Zeit in der Bundesrepublik Deutschland leben oder hier geboren sind, die Vorbereitungsklasse. In den Vorbereitungsklassen wird das Fach Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. Vorbereitungsklassen gibt es an ausgewählten Grund- und Oberschulen. An welchen Oberschulen in Sachsen Vorbereitungsklassen eingerichtet sind, kann man in der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) erfahren. (siehe Besondere Bildungsberatung) Vorbereitungsklasse mit berufspraktischen Aspekten Eine spezielle Form des BVJ ist die Vorbereitungsklasse mit berufspraktischen Aspekten. Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund werden für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder den Erwerb eines höheren Bildungsabschlusses (z. B. am Beruflichen Gymnasium oder an der Fachoberschule) sprachlich vorbereitet. An welchen Beruflichen Schulzentren in Sachsen Vorbereitungsklassen eingerichtet sind, kann man in der Sächsischen Bildungsagentur erfahren. (siehe Besondere Bildungsberatung) Weiterbildung Um dein Wissen zu vertiefen und zu spezialisieren, kannst du dich nach deiner Ausbildung in deinem Beruf oder zu anderen Themen weiterbilden. Das geschieht in Form von Vorträgen, Kursen, Lehrgängen oder Workshops freiwillig auf eigene Kosten oder dein Unternehmen organisiert die Weiterbildung. Quelle: Das Glossar wurde auf Basis des Glossars aus dem Projekt aumil erarbeitet. (www.aumil.de)

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