mdv aktuell Informationstechnologie aus München Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA

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1 mdv aktuell Informationstechnologie aus München Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA Herausforderungen und Lösung bei der Einführung des KVV Companions 45. DIVA User Group in Geroldswil Einsatz von Cloud Computing zur Berechnung der GIS Karten Verkehrsbetriebe Luzern - Einführung von EFA Mobile und EFA Companion mdv Konzern mit mehr als 100 Beschäftigten mdv aktuell I/2010

2 Vorwort Inhalt Lieber Leser Das Titelbild der ersten Ausgabe der mdv-aktuell 2010 zeigt einen Bus des Counties (Grafschaft) Suffolk an der englischen Ostküste in der Stadt Ipswich. Das County Council von Suffolk ist unserer jüngster Kunde im Vereinigten König reich und wir freuen uns einen Aufgabenträger des dortigen Öffentlichen Verkehrs für DIVA gewonnen zu haben. Suffolk ist eine ländliche Gegend die besondere Herausforderungen für den ÖV mit sich bringt. Im Laufe des Projekts waren wir schon mehrfach in dieser heimeligen und typisch englischen Stadt und die Zusammenarbeit mit dem Kunden macht uns viel Freude. Die Aufgabenstellung ist eine Herausforderung für das DIVA-System und wird zu einer Reihe von Erweiterungen führen. Der erste Artikel beschreibt das. Vielen Dank nochmal an Ian Gray, der uns geholfen hat, die politischen Hintergründe des britischen ÖVs für mdv-aktuell zu erklären. Vielen Dank auch für das Bildmaterial. Seite 2 Vorwort Seite 3 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA Seite 9 Herausforderungen und Lösung bei der Einführung des KVV Companions Seite DIVA User Group in Geroldswil Seite 14 Einsatz von Cloud Computing zur Berechnung der GIS Karten Seite Seite 16 Verkehrsbetriebe Luzern - Einführung von EFA Mobile und EFA Companion 19 mdv Konzern mit mehr als 100 Beschäftigten Seite 20 Kurzmeldungen/Veranstaltungen/Impressum Ein Thema, das sehr vielschichtig ist, wird uns in den nächsten Jahren noch weiter beschäftigen. Es ist die Verkehrsinformation auf mobilen Endgeräten. Wir berichten über zwei neue Installationen, die beide kurz vor Weihnachten stattfanden. Beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) ersetzte der EFA Companion ein existierendes System und der Kanton Luzern in der Schweiz führte die Handy-Auskunft als erste Kundenoberfläche vor einem Auftritt auf der Homepage ein. Wir berichten über eine neue Technik zur Berechnung der interaktiven Karten mit Hilfe von Cloud-Computing. Wie immer erinnern wir uns auch an die letzte User Group die in Geroldswil in der Schweiz stattfand. Gastgeber war die BDWM Transport AG, Bremgarten. Viel Spaß beim Lesen Dr. Hans-Joachim Mentz 2 mdv aktuell I/2010

3 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA 2009 wurde vom Suffolk County Council die Beschaffung eines neuen Planungssystems beschlossen und international ausgeschrieben. mdv hat sich mit DIVA 4 an dieser Ausschreibung beteiligt und den Auftrag im Oktober 2009 gewonnen. Abb. 1: die englischen Counties Abb. 2: Die Districts von Suffolk County Councils. Ein County (Grafschaft) ist im Vereinigten Königreich (UK) eine Verwaltungseinheit innerhalb des Landes England. England besteht aus 89 Verwaltungseinheiten der höchsten Ebene (main top level administrative areas) ohne Greater London. Davon sind 6 sogenannte Metropolitain Counties, 56 Unitary Authorities und 27 sogenannte Shire Counties. Ein solches ist Suffolk. Suffolk gliedert sich in 7 Districts: 1. Ipswich 2. Suffolk Coastal 3. Waveney 4. Mid Suffolk 5. Babergh 6. St. Edmundsbury 7. Forest Heath Ipswich ist Sitz der Verwaltung, des Suffolk hat ca Einwohner. Suffolk gehört zusammen mit den Counties Norfolk und Cambridgeshire zur Traveline Region East-Anglia. Eine Traveline Region ist ein Zusammenschluss von Regionen zum Betrieb eines Auskunftssystems. Die Traveline Region East-Anglia benutzt das EFA System von mdv (siehe mdv-aktuell , EFA in 4 Traveline Regionen). In UK ist der öffentliche Verkehr dereguliert. Das bedeutet, dass es eine Mischung aus eigenwirtschaftlichen und gemeinwirtschaftlichen Verkehren gibt. Für letztere ist das County Council der Aufgabenträger, der die entsprechenden Leis tungen plant und ausschreibt, mit Ausnahme von Bahnverkehren. Das County Council ist für die Infrastruktur verantwortlich, speziell für die Haltestellen. Das Council ist zuständig für Fahrgastinformation, also für die Printprodukte wie Folder, mdv aktuell I/2010 3

4 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA Aushänge, Netz- und Haltestellenumgebungspläne, als auch für die Information mittels elektronischer Medien. Dazu gehört auch die Echtzeitinformation. Das Council betreibt auch Bedarfs - verkehre, die zunehmend in East Anglia Linienverkehre mit festen Fahrplänen ablösen. Diese Bedarfsverkehre, die der Fahrgast vor der Nutzung buchen muss, müssen als solche auch in der EFA erscheinen. Außerdem arrangiert das County Council Passenger Transport Team auch Fahrten im Auftrag der Abteilungen für Ältere und Behinderte (ACS, Adult and Community Services) sowie für Kinder und Jugendliche (CYP, Children and Young People). Im Folgenden wird beschrieben, wie DIVA 4 zur Realisierung dieser Aufgaben genutzt wird und welche Erweiterungen von DIVA 4 im Rahmen dieses Projekts geplant sind. Abb. 3 NaPTAN Ipswich Verwalten von Haltestellen und Linienwege mit DIVA 4 Das County Council ist für die Halte - stellen verantwortlich. In UK gibt es ein nationales Haltestellenkataster, in welchem alle Haltepunkte nach der NaPTAN Norm (National Public Transport Access Nodes) erfasst werden. Das County hat die Verantwortung für seine Haltestellen und muss diese pflegen und in regelmäßigen Abständen an das nationale Kataster liefern. Alle Unternehmer, die Fahrpläne erstellen müssen die NaPTAN Codes benutzen, wenn sie einen Fahrplan zur Genehmigung einreichen. DIVA 4 ist das Werkzeug, um diese Pflege übersichtlich und effizient durchzuführen (siehe Abbildung 3). Eine wichtige Funktionalität von DIVA 4 ist die Planung der Linienwege auf der Karte. Die Haltestellen sind vorgegeben. Nun besteht die Aufgabe darin, Halte - Abb. 4: Zusammenklicken stellen durch Linienwege zu verbinden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man an einem Haltepunkt beginnen und dann nacheinander weitere Punkte hinzufügen, oder man wählt den ersten und letzen Punkt des Weges und lässt DIVA alle Haltepunkte dazwischen über ein Routing-Verfahren aufsammeln. Beides wird unterstützt. Natürlich kann man auch existierende Wege ändern und Halte - 4 mdv aktuell I/2010

5 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA punkte einfügen oder herausnehmen. Plausibilitätskontrollen stellen sicher, dass man z.b. den Haltepunkt auf der richtigen Straßenseite erwischt hat. DIVA kann auch Linksverkehr. Abbildung 4 zeigt das Zusammenklicken. Hat man den Weg durch Luftlinienverbindungen erzeugt, dann muss man nur noch die Funktion zum referenzieren auswählen und DIVA legt den Weg auf die Straßen und berechnet die richtigen Längen der Teilstrecken.Die Abbildung 5 zeigt einen Weg vor und nach der Refe - renzierung. Danach geht es mit dem Erstellen der Fahrpläne weiter. Dies wurde in der letzten mdv-aktuell beschrieben (mdv aktuell , DIVA 4 die nächste Generation). Abb. 5: Referenzierung Elektronische Registrierung von Fahrplänen (EBSR Electronic Bus Service Registration) In UK ist der öffentliche Verkehr dereguliert. Jeder Unter - nehmer der die fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt, darf einen Linienverkehr betreiben, nachdem er eine Unternehmerlizenz von dem Traffic Commissioner erhalten hat, der für sein Gebiet zuständig ist. Dazu muss er einen Fahrplan erstellen und diesen zusammen mit einem Linienverlaufsplan und einer Linienbeschreibung 56 Tage vor Betriebsbeginn bei der VOSA (Vehicle & Operator Service Agency) registrieren lassen. Dieses Registrieren erfolgt in zwischen elektronisch und heißt EBSR (Electronic Bus Service Registration). Wenn das Council oder eine Stadt bestimmte Verkehre wünscht, die nicht ohnehin gefahren werden, dann kann es die Leistung ausschreiben. Die Unternehmer reichen ihre Fahrplan - angebote ebenfalls elektronisch beim Council ein und lassen diese im Falle des Auftrags registrieren. Zum Erstellen des Fahrplans müssen, wie oben beschrieben, die Haltestellen kodes der nationalen Haltestellendatenbank benutzt werden, die sog. NaPTAN-Codes (National Public Transport Access Nodes). Um den Fahrplan registrieren zu lassen muss er im TransXChange Format ausgegeben werden. Dieses Format wurde in den letzten Jahren vom DfT (Department for Transport (das britische Verkehrsministerium)) in Zusammenarbeit mit den Systemhäusern entwickelt. Auch mdv mdv aktuell I/2010 5

6 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA Verwalten der Haltestellenausrüstung (Asset-Management) hat in den Jahren 2004 und 2005 das Format im Auftrag des DfT intensiv getestet und mit Berichten zur Entwicklung beigetragen. Inzwischen hat das Format, das im Übrigen XML-basiert ist, die Reife eines nationalen Standards und ersetzt Schritt für Schritt ältere Formate. Gegenstand des Austauschs über TransXChange sind: - Linienverlauf (Koordinatenfolge) - Fahrplan mit allen Haltestellen, timing points und exakten Verkehrstagen - Optional: Betriebliche Daten wie Umlaufplan, Fahrzeugziele - Formale Informationen: Einreichendes Unternehmen, Ansprechpartner, Lizenzinformation, Liste der Councils, die benachrichtigt werden müssen Das Verfahren der Bus Service Registration auf Papier ist seit Jahrzenten im Einsatz, TransXChange löst die Papierschnittstelle ab. Alle oben beschriebenen Vorgänge können mit DIVA 4 erledigt werden. Mit DIVA werden die Haltestellen gepflegt, in die nationale Datenbank exportiert und die Haltestellen der Nachbar-Counties, die von eigenen Linien bedient werden, werden importiert. DIVA 4 ist mandantenfähig. Das County stellt kleineren Unternehmern, die kein eigenes Fahrplansystem haben, das DIVA System zur Verwaltung ihrer Linien zur Verfügung. DIVA kann TransX- Change-Format (TxC) erzeugen und die Registrierung bei der VOSA kann direkt über secure FTP aus dem DIVA System heraus erfolgen. Die Daten, die die Unternehmer liefern, stehen dem County dann aber auch zur Erstellung der Haltestellenaushänge und zur Versorgung des Auskunftssystems zur Verfügung. Fahrplanbroschüre mit Liniengruppen Printprodukte mit DIVA 4 Wie oben erwähnt, kann jeder Unter - nehmer nach einer Ankündigung 56 Tage im Voraus seinen Fahrplan wechseln. Es gibt keine Fahrplanperioden und deshalb ist das ganze Jahr über Fahrplan wechsel. Suffolk County Council veröffentlicht Broschüren mit einzelnen Liniengruppen (Leaflets). Viele Haltestellen haben Aushänge, die die dort verkehrenden Linien gemeinsam darstellen. Wir werden über die Produkte noch berichten. Die vielen Fahrplanwechsel lassen sich natürlich hervorragend auf den DIVA 4 Linienversionen abbilden und die auto - matisierten DIVA Verfahren zur Erstellung von Foldern und Aushängen lassen eine große Arbeitsersparnis erwarten. (siehe auch (mdv aktuell , DIVA 4 die nächste Generation). Das Council ist für die meisten Halte - stellen verantwortlich. Verantwortlich bedeutet, dass es den Zustand der Ausstattung überwachen muss und eventuelle Schäden beseitigen muss. Es ist auch dafür zuständig, dass stets die korrekte Fahrplaninformation aushängt. Die DIVA Haltestellenstruktur mit Haltestellen, Bereichen und Steigen ist der Bezug für weitere Haltestellenobjekte wie - Wartehäuschen - Bänke - Fahrradabstellbereiche - Taxistände und weitere Ausstattungen wie - Fahrscheinautomaten - Telefone - Notrufsäulen etc. die entweder den existierenden Objekten zugeordnet werden, oder die eigene Objekte im Rahmen der Haltestelle bilden. Die DIVA Datenbank wird entsprechend erweitert, ebenso die Verfahren zur Erfassung der Daten. Die Ausstattung wird regelmäßig kontrolliert. Das Ergebnis der Kontrollen und die Zustände sind zu erfassen und anzu - zeigen. Auch ein Meldesystem für Schäden, die von den Fahrgästen gemeldet werden, wird mit dem Verfahren verbunden. Ein wichtiger Punkt ist die Ausstattung der Haltestellen mit - Fahrplänen - Haltestellenumgebungsplänen - Werbung Hier soll es ein automatisches Verfahren geben, welches bei Fahrplanänderungen - die betroffenen Haltestellen ermittelt, - die Aushänge produziert, - die optimalen Wege für die Verteilung der Aushänge ermittelt und - den erfolgten Aushang erfasst. 6 mdv aktuell I/2010

7 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA Bedarfsverkehr Suffolk Links Zusammenarbeit bei den Bedarfsverkehren Das Council betreibt eine Bedarfs - verkehrflotte. Diese Bedarfsverkehre sind zunächst für Personenkreise mit speziellen Bedürf nissen gedacht, also für Behinderte, ältere Menschen oder Schüler. Sie können aber auch für Fahrten in Gegenden eingesetzt werden, wo es sonst kein ÖV-Angebot gibt. mdv beauskunftet diese Verkehre mit der Technik der Flächen-AST- Verkehre (AST steht für Anrufsammeltaxi), wie sie in den Jahren 2002 bis 2004 für den Verkehrsverbund Groß raum Nürnberg entwickelt wurde. Ausblick Das Projekt Suffolk ist zum einen eine großartige Nutzung des existierenden DIVA Systems, zum anderen werden aber im Rahmen dieses Projekts eine Reihe neuer Funktionen entwickelt, die das Leistungsspektrum nicht nur für UK- Kunden wesentlich erweitern. Ihr Ansprechpartner: Liliane Abdul-Reda Tel.: +49 (0) Herr Ian Gray, Leiter der Verkehrs - in for mation von Suffolk County Council, ist Projekt - leiter für die Ein - führung von DIVA 4 und EFA in Suffolk. Er war so freundlich einige Fra gen zu dem Projekt zu beantworten. Ian, warum hat sich Suffolk County Council für DIVA 4 entscheiden? Auf der Suche nach einer geeigneten Software haben wir praktisch bei Null angefangen, wir suchten nicht nur eine Lösung für heute, sie sollte auch noch in 5 Jahren unseren Erfordernissen gerecht werden. Diese Grundgedanken und die geforderten Leistungen wurden in einer 70seitigen Ausschreibung dokumentiert. Es war ganz bewusst nicht beabsichtigt eine detaillierte Spezifikation herauszugeben, weil ich sehen wollte, welche Lösungen potentielle Auftragnehmer vorschlugen, und da dies eine längerfristige Beziehung werden sollte, war ich interessiert daran, dass das County Council in Partnerschaft mit dem Auftragnehmer Lösungen für den Öffentlichen Verkehr entwickeln konnte. Nach der Vorauswahlphase und Erstellung der Shortlist sollten die Anbieter ihre Softwarelösungen vorführen und an echten Szenarien demonstrieren. mdv wurde als bevorzugter Auftragnehmer ausgewählt und nach detaillierten Vertragsverhandlungen wurde der Auftrag erteilt. Während der Angebotsphase zeigte sich, dass mdv die gleichen Vorstellungen wie das County Council hatte in Bezug auf die Wichtigkeit der Lieferung von vollständiger, unparteiischer, genauer und aktueller Information für den Öffent lichen Verkehr. Diese gemeinsame Vision und die erwiesene Fähigkeit partnerschaftlich zusammen zu arbeiten war der auslösende Grund DIVA 4 zu wählen und mit mdv als Lieferant für dieses anspruchs volle Projekt zu arbeiten. Welche Eigenschaften von DIVA 4 haben Sie überzeugt? Mein Hauptinteresse galt den Funktionen einer integrierten Datenbank, sowie dem Verfahren wie Fahrgastinformation sowohl für elektronische als auch für Printmedien geliefert werden konnte. Derzeit muss das County Council Daten von einem System in das andere System übertragen, um die notwendigen Informa - tionen für elektronische Information und für Printmedien zu erhalten Dies macht umfangreiches manuelles Editieren erforder lich und schafft so natürlich Fehler - quellen. Es ist mir besonders wichtig, dass eine zentrale Datenhaltung existiert. Diese Datenbank liefert den einzigen wahren Datenbestand des County Council, aus dem die Printprodukte, die Aushang - fahrpläne, und die elektronischen Medien wie Web, SMS und Echtzeitsysteme versorgt werden. Gibt es Arbeiten, von denen Sie er warten, dass sie sich mit DIVA 4 leichter erledigen lassen als bisher? Ich hoffe mit dem DIVA Publisher System Fahrpläne und Karten drucken zu können. Derzeit erfordert das Drucken der Folder eine Menge manuelles Editieren mit QuarkXpress um die einzelnen Seiten zu layouten. Dies ist eine zeitraubende Arbeit und da in England der Öffentliche Verkehr dereguliert ist, haben wir oft viele Fahrplanwechsel zur gleichen Zeit, was einen großen Druck auf die Mitarbeiter bzw. deren Arbeitszeitplanung ausübt. Wie ich beim VVS in Stuttgart gesehen habe, wird dieser Prozess weitgehend automatisiert, so dass die Mitarbeiter mehr Zeit haben das Angebot für den Fahrgast zu opti mieren, anstatt mit Abgabeterminen manuell editierter Daten zu kämpfen, wie es im Moment der Fall ist. Ich glaube, dass die Karten, die wir drucken können, auch sehr wichtig für die Fahrgäste sind. Sie waren immer sehr populär und die Automatisierung wird es uns ermöglichen eine größere Menge und Vielfalt von Kartenprodukte zu erstellen, wie Stadtpläne, Netz- und Umgebungs - mdv aktuell I/2010 7

8 Suffolk County Council plant mit DIVA 4 und EFA pläne und Pläne für die Hauptan ziehungspunkte des öffentlichen Verkehrs z.b. für Krankenhäuser. Schließlich bin ich froh die EFA auch auf die Website von Suffolkonboard (www.suffolkonboard.com) einbinden zu können, welche vollständige und objektive Information für die ÖV-Benutzer im County und darüber hinaus gibt. In diesem Projekt wird es Echtzeitinformation geben, die in die Planung von Auskünften integriert ist. Die Echtzeitdaten kommen von unserem RBL System. Sie werden die Fahrgäste bei geplanten und ungeplanten Störungen, die ihre Fahrt beeinflussen, alarmieren. Das ICS wird solche Informationen erfassen (ICS Incident Capturing System, siehe mdv-aktuell II- 2005). Schließlich werden die Fahrgäste in der Lage sein die Information, die sie erhalten ihren persönlichen Wünschen anzupassen, in dem sie sich registrieren und ihre persönlichen Fahrten und Fahrtoptionen eingeben. Laufen die bisherigen Arbeiten der Detailkonzeption nach Ihren Erwartungen? Die erste Stufe hat sehr gut begonnen. Wie schon gesagt habe ich in der Aus - schreibung keine genaue Beschreibung der Ausführung veröffentlicht. Statt dessen haben wir mit der Projektleiterin und den Softwareentwicklern von mdv im Rahmen einer Serie von Arbeits kreisen die detaillierten Anforderungen erarbeitet und die Arbeitspakete vereinbart, die das Suffolkprojekt enthalten soll. Ich empfand dies als eine sehr flexible Art der Arbeit. Diverse Punkte wurden ausdiskutiert, Funktionsweisen und Lösungen abgegrenzt, Alternativen wurden besprochen und schließlich entstand ein Spezifikationsdokument für einen Arbeits ablauf der von beiden Seiten akzeptiert wurde und für die ganze Laufzeit für dieses Teils des Projektes gilt. Zweifellos, für Suffolk County Council, denke ich, war dieser Ansatz sehr gut und ermöglichte es mir als Kunden alternative Sichtweisen zu sehen und verschiedene von mdv vorgeschlagene Lösungen zu beurteilen. Ich finde das vermeidet die althergebrachte Vor gehens weise, dass der Kunde beides zu definieren versucht, das Problem und die Lösung. Ich würde diesen Ansatz jedem vorschlagen, der ein solches Projekt vorhat. Wie stehen Ihre Mitarbeiter dem neuen System gegenüber? Wenn ein neues System eingeführt wird, gibt es immer verschiedene Sichtweisen von verschiedenen Leuten. Einige sehen es als Bedrohung an, während andere es als aufregende Herausforderung ansehen. Ich bin froh sagen zu können, dass die meisten der Mitarbeiter in Suffolk County Council, welche davon betroffen sind, es als Herausforderung und Möglichkeit ansehen andere Dinge als in der Vergangenheit zu machen. Um den Mitarbeitern beim Übergang zwischen den Systemen helfen zu können habe ich selbst deren Meinung eingeholt, um mit ihnen die Vorteile des neuen Systems zu ermitteln.wichtige Mitarbeiter wurden in die Konzeptbesprechungen einbezogen, die wir mit mdv abhielten. Ich glaube dass diese Vorgehensweise das neue System unterstützt und hoffe, dass ein weicher Übergang später im Jahr 2010 erfolgt. Die ersten Teile der Softwareinstallation finden gerade statt und ich weiß, dass die Zeit bis zum live-gehen der Mannschaft die Möglichkeit gibt das System besser kennenzulernen und Vorschläge für Verbesserungs mög lichkeiten der Benutzbarkeit zu machen. Dies wird sicherstellen, dass die Vorteile des Systems vom Going-live an genutzt werden können. Welche Auswirkungen hat Ihre Entscheidung für DIVA 4 auf Ihre benachbarten Councils? Unsere nächsten Nachbarn Cambridge - shire und Norfolk County Councils kennen mdv bereits, wir bilden mit ihnen zusammen die Traveline East Anglia Region und benutzen schon seit einem Jahr die EFA von mdv. Während dieser Zeit haben sie wie auch Suffolk die Vorteile gesehen, die der Einsatz dieser Firma für Datenqualität bietet. Dies hat uns ermöglich die Qualität unserer NaPTAN- und Liniendaten erheblich zu verbessern. Soviel ich weiß, beobachten meine Kollegen aus Norfolk und Cambridge mit größtem Interesse wie unsere Arbeit vorangeht. Als große ländliche Counties haben sie die gleichen Probleme wie Suffolk ÖV-Informationen ihren Bewohnern anzubieten. Vielleicht noch wichtiger ist die Tatsache, dass sie die gleiche wirtschaftliche Prognose haben, eine abnehmende Finanzierung durch die Zentralregierung und damit die Notwendigkeit sich nach neuen Lösungen für die zukünftigen Serviceleistungen umzusehen, die die lokalen Verwaltungen anbieten. Das Projekt wird sich in den kommenden Monaten entwickeln und ich freue mich darauf meinen Kollegen der benachbarten Counties zu zeigen, was wir mit mdv Software erreichen. Ich hoffe das er mutigt die anderen über eine weitere Verbesserung für die Fahrgäste nachzu - denken. Ian, vielen Dank für das Gespräch. 8 mdv aktuell I/2010

9 Herausforderungen und Lösung bei der Einführung des KVV Companions Europaplatz Karlsruhe (Foto: KVV) Mit der Einführung des Companions beim Karlsruher Ver kehrs - verbund musste eine der schwierigsten Situ ationen bei Produkt einführungen angegangen werden, die man sich vorstellen kann: Es gab bereits ein Vorgängerprodukt, dass von Tausenden Fahrgästen des KVV genutzt wurde. Darüber hinaus sollte der Companion beim KVV noch einige Neuerungen enthalten, die in der bisherigen Standard-Version noch nicht enthalten waren. Dieser Artikel soll die wichtigsten Entwicklungen, die Herausforderungen beim Going-Live und die daraus entstandenen Lösungen kurz vorstellen, die dazu beigetragen haben, dass der Companion beim KVV nach nicht einmal 2 Monaten bereits über Mal installiert wurde. Die auffälligste Neuerung des KVV Handyfahrplans, wie der Companion in Karlsruhe genannt wird, im Vergleich zur Standard-Version ist das komplett umgestaltete Branding. Statt des dunkelblauen Hintergrunds mit hauptsächlich heller Schrift wurde vom KVV ein helles Design gewählt, dass einen weißen Hintergrund bietet und die typischen KVV- Farben rot und grau verwendet. Das Ergebnis ist ein komplett umgestaltetes Aussehen, das sich gut an das KVV-Logo anpasst. Einfache Datengenerierung Eine der großen Stärken des Companions ist es, dass er offline rechnen kann und die Daten dafür einfach mit bereits vorhandenen mdv-produkten erzeugt werden können. Damit hat der KVV es komplett selbst in der Hand, wann er die Daten updaten will und welche Linien darin offline zur Verfügung stehen. Dazu wurde in DIVA das Flag Offline EFA eingebaut, das gesetzt werden kann, um die Linie in die Offline- Daten für den Companion aufzunehmen. Die Erzeugung selbst erfolgt mit der EFAÜbernahme, die einfach mit einem zusätz lichen Parameter gestartet werden kann. Nachdem die Daten erzeugt sind, muss dann noch eine neue Version der Anwendung für den Download erzeugt werden. Damit dies unabhängig von der Verfügbarkeit eines mdv-mitarbeiters erfolgen kann, wurde ein Prozess eingerichtet, der es dem KVV erlaubt, die erzeugten Daten per Abgleich an mdv zu schicken. Nach einer kurzen Zeit zum Erzeugen der Anwendung (normalerweise Minuten), stehen diese dann auch schon per Abgleich bereit. Somit kann der KVV jederzeit neue Daten erzeugen und den Companion damit bestücken. Außerdem gibt es eine automatische Benachrichtigung per , falls mdv etwas Neues freigegeben hat. Um die Fahrtergebnisse identisch mit der großen EFA zu haben, war für den KVV auch wichtig, dass Anschlussbindungen und zugeordnete Haltestellen auch am Handy verfügbar sind. Diese wurden ebenso wie die Fahrtanfrage mit Ankufts zeit in das Modul zur Fahrtberechnung für Handys hinzugefügt. Auch kleinere gewünschte Einstellmöglichkeiten des KVVs wurden natürlich eingebaut. Einige Verbesse - rungen wurden auch gleichzeitig bei den Verkehrsbetrieben Luzern eingeführt (mehr Informationen dazu im ent - sprechenden Artikel ab Seite 16). Dabei konnte das Baustein-Prinzip des Companions glänzen, mit dem recht flexibel Seiten umgestaltet und Funktionen hinzugefügt werden konnten. SMS Installation Eine der größten Neuerungen im Ver - gleich zur Vorgängerversion ist die Möglichkeit, den Companion per SMS anzufordern und zu installieren. Dies Das neue Branding des KVV Die am häufig genutzten Punkte sind für Vielfahrer einfach erreichbar ermöglicht es auch Benutzern, die kein Datenkabel daheim haben oder sich mit Bluetooth nicht auskennen, die Anwendung einfach auf ihr Handy zu bekommen. Außerdem kann so eine speziell für das Handy des Benutzers erstellte Version gebaut werden, die alle Eigenheiten des Handys berücksichtigt. Die Erkennung des Handy-Typs, sowie die Bereitstellung der Version für die Installation wird von der mcap Plattform von M-Way Solutions GmbH übernommen. mdv aktuell I/2010 9

10 Herausforderungen und Lösung bei der Einführung des KVV Companions Statt Icons gibt es beim KVV mehr lesbaren Text Auch am Handy werden Anschluss bindungen ausgewertet Vor dem Going-Live wurde gut vier Wochen lang eine Testphase durchgeführt, in der Kunden eine Vorabversion des Companions auf der Webseite des KVV zur Verfügung gestellt wurde. Das Feedback der Kunden gab wertvolle Hinweise darauf, wo es noch Probleme gab und worauf noch geachtet werden musste. Während der Testphase wurden natürlich ständig neue Versionen erstellt, um erkannte Probleme zu beheben oder Verbesserungen einzubauen. Going-Live Am Sonntag, den , war es dann soweit, der neue KVV Handyfahrplan ging live. Der Ansturm der Kunden am Tag des Fahrplanwechsels war sehr groß, und das Download-System wurde vor eine schwere Aufgabe gestellt. Obwohl M-Way sehr viel Erfahrung mit der Erkennung von Handys hatte, zeigte die große Breite der anfragenden Handys, dass einige davon nicht korrekt erkannt wurden. Dies führte leider auch dazu, dass manchen Kunden vom System mitgeteilt wurde, dass ihr Handy nicht unterstützt würde. Deshalb wurde in den Tagen nach dem Startschuss intensiv daran gearbeitet, die Erkennung der Handys zu verbessern und Regeln zur besseren Erkennung zu definieren. Diese verbesserten Regeln führten dazu, dass (trotz gleichbleibend hoher Anfragezahlen) die Probleme mit der Handy-Erkennung immer deutlicher abnahmen - inzwischen werden fast alle Handys korrekt erkannt. Natürlich muss das System immer weiter gepflegt werden, um neue Handys und neue Firmwareversionen korrekt einzuordnen. Dazu wurde ein Prozess eingerichtet, der solche nicht erkannten Handys automatisch in einem Bericht zusammenfasst, so dass sie möglichst schnell aktualisiert werden können. Auf Grund der verbesserten Daten speiche - rung ist es beim KVV Companion im Gegensatz zur Vorgängerversion nun auch möglich, beinahe das gesamte KVV-Netz in den Daten zur Offline- Berechnung zusammenzufassen. Trotz dieser sehr platzsparenden Speicherung kam es bei manchen Handys zu Problemen, weil der verfügbare Telefon spei cher begrenzt war. Um besser auf diese Probleme eingehen zu können, wurde ein alternativer Weg entwickelt, die Daten am Handy abzuspeichern und darauf zuzugreifen. Der große Vorteil der neuen Methode ist der deutlich geringere Bedarf an Telefonspeicher und die bessere Startup-Zeit (Zeit vom Starten bis zur ersten Eingabe). Ein kleiner Nach teil ist allerdings, dass das Paket zum Herunterladen etwas größer wird im installierten Zustand aber sogar kleiner. Downloads Die bisherige Version des KVV Handyfahrplans wurde bereits auf der Homepage zum Download angeboten, daher waren viele Kunden es gewohnt, sich den Handyfahrplan von dort zu holen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass von Anfang an viele Downloads von der Webseite zu verzeichnen waren. Um auf die unterschiedlichsten Handys besser reagieren zu können wurden in den ersten Tagen nach dem Going-Live nach und nach zusätzliche Versionen bereitgestellt. So konnten nun zum Beispiel auch einige Motorola-Handys bedient werden, deren Tastaturen sich nicht dem Standard konform verhielten. Für ältere Handys wurde außerdem eine Version eingeführt, bei der die Datenmenge reduziert ist. Fazit Beim Start des neuen KVV Handyfahrplans mussten einige Herausforderungen überwunden werden. Die große Menge an Anfragen in den ersten Tagen und damit die große Breite von Handys, die es zu unterstützen galt, brachten ihre Schwierigkeiten mit. Durch die hier gelernten Lektionen und die dadurch entstandenen Prozesse und Optimierungen haben wir aber eine Basis geschaffen, auf die zukünftige Entwicklungen aufbauen können. Sie wird als Ausgangspunkt für die kommenden Erweiterungen im mobilen Be reich dienen, von denen es mit Sicherheit einige geben wird. Ihr Ansprechpartner: Günther Gruber Tel.: +49 (0) mdv aktuell I/2010

11 Herausforderungen und Lösung bei der Einführung des KVV Companions Herr Hans Kühn ist beim KVV Sys - tem verantwortlicher für EFA und Verantwortlicher des Datenma nagement seitens DIVA. Er hat auch die Einführung des neuen Handy fahrplans beim KVV organisiert und beantwortete mdv ein paar Fragen dazu. Seit dem letztem Fahrplanwechsel ersetzt der EFA Companion den bereits bisher verfügbaren Handyfahrplan. Was sehen Sie als die größten Vorteile des Companion? Den größten Vorteil sehe ich darin, dass der Anbieter den Inhalt des Companion selbst steuern kann und jederzeit die Daten kurzfristig austauschen kann. Eine Datenintegration ist in ca. 10 Minuten abgeschlossen. Ebenso ist die Benutzerführung durch das Programm einfach gehalten und ist selbsterklärend aufgebaut. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Auslieferung des Produktes. Bisher gab es eine Programmversion, die auf allen Handys funktionieren sollte. Nun wird nach einer Anforderung per SMS on the fly eine Version speziell für das angeforderte Handy gebaut und ausgeliefert. Die Handyerkennung finde ich eine tolle Sache. Welche Neuerungen gab es beim neuen Handyfahrplan? Bisher mussten wir unsere Linien in 5 Pakte aufteilen die jedoch nicht untereinander Fahrten beauskunften konnten. Nun sind über 200 Linien in einem einzigen Paket vereint und die Dateigröße für die Handys ist dennoch recht klein geworden. Eine weitere Neuerung sind die Favoriten. Zuletzt gewählte Ziele werden bei Programmstart sofort angezeigt. Sortiert werden diese nach der Häufigkeit Ihrer Auswahl. Interessant finde ich den Prozess wie wir selbst die Daten in den Companion integrieren. Der KVV bietet inzwischen unter auch eine mobile Webseite an. Wie ordnen Sie diese beiden Angebote ein, bzw. wie unterscheiden sie sich? Hierbei handelt es sich lediglich um ein Layout für mobile Browser. Der Kunde braucht sich keine Anwendung herunterladen oder irgendwelche Software installieren. Wenn das Handy ins Internet kann, ist es jederzeit möglich unter dem oben genannten Link eine Fahrtauskunft zu erhalten. Vorteil bei dieser Auskunft ist der Umfang der Daten: Hier sind nicht nur Verbunddaten enthalten, sondern bundesweite und länderübergreifende Fahrplandaten sprich man kann von Berlin nach Paris eine Auskunft bequem mit seinem Handy errechnen. Beide Programme ergänzen sich wunderbar vor allem sind die Benutzer oberfläche und die Handhabung fast identisch. Was sind die Pläne für die Erweiterung und Verbesserung des Handyfahrplans? Das Produkt wird stetig weiter entwickelt. So werden die Algorithmen verbessert um noch schneller an seine Auskunft zu kommen, wir werden sicherlich noch grafische Elemente zur Fahrtauskunft in naher Zukunft einbauen. Der Companion ist in vielen Bereichen erweiterbar und dient nicht nur als reine Fahrplanauskunft. Herr Kühn wir bedanken uns für das Gespräch. mdv aktuell I/

12 45. DIVA User Group in Geroldswil Die 45. DIVA User Group fand 2009 vom Oktober in Geroldswil in der Schweiz statt. Gastgeber war die BDWM Transport AG Bremgarten, die einen großartigen Rahmen für die rund 90 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und dem Gastgeberland Schweiz zur Verfügung stellte. Die BDWM Transport AG, Bremgarten, erbringt Leistungen im öffentlichen Regionalverkehr der Kantone Aargau und Zürich per Bahn und Bus. Zum Unternehmen gehören die Bremgarten-Dietikon-Bahn (Linie S17 im Zürcher S-Bahn-Netz) und die Limmat Bus AG. Diese betreibt im Auftrag der VBZ diverse Buslinien im Limmattal sowie die Buslinie Wohlen-Meisterschwanden. Weiter gehört der Busbetrieb SBB-Bus Zofingen/Reiden (SZR) zur BDWM Transport AG (zusammen mit den SBB). Herr Herbert Huber, Präsident des Verwaltungsrates der BDWM hieß die Teilnehmer der Usergroup willkommen und stellte die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der BDWM eindrucksvoll vor. Die BDWM Transport AG hat sich mit bedarfsgerechten Fahrplänen, zuvorkommender Betreuung der Fahrgäste und innovativen Services rund ums komfortable Reisen profiliert. Mit hoher Eigenwirtschaftlichkeit und kompromisslosem Qualitätsstreben will sie für die Öffentlichkeit Leistungen erbringen, die auch in Zukunft attraktiv und finanziell tragbar bleiben. Schwerpunkt der diesjährigen UG war die neueste DIVA Generation DIVA 4. Zahlreiche Vorführungen und Livedemons - trationen präsentierten den DIVA Anwendern die Möglich keiten des neuen Systems. Hauptaugenmerk lag auf den zahlreichen Datenmodellerweiterungen, die die Planungs möglichkeiten für die DIVA 4 Nutzer vergrößern und insbesondere der Datenintegration beliebig großer Netze ermöglichen. Die Erweiterungen des Datenmodells, hier speziell die Versionierung wurde detailliert vorgestellt. So können mit DIVA 4 neben der bereits gewohnten Modellierung über die Verkehrs - tage und die Linienerweiterungen, verschiedene Versionen einer Linie gespeichert werden, die unterschiedliche Planungsund Durchführungsstände darstellen. Ohne eine komplizierte Verkehrstagemimik werden saisonal abweichende Verkehre sowie Sonderverkehre zu Spezialanlässen sehr komfortabel verwaltet. Auch bieten die Linienversionen, ebenso wie die neu eingeführten Netzversionen planerisch neue Möglichkeiten, bei gleichzeitg einer sehr reduzierten Datenhaltung. Die Anwenderbedürfnisse im Bereich der Datenintegration fanden ebenfalls Eingang in die DIVA 4 Entwicklung. Das in DIVA 4 integrierte Qualitätsmanagement System erlaubt die stetige Überprüfung der Qualität der eingehenden Daten und sorgt so für eine qualitativ hochwertige Fahrplanauskunft. DIVA Web und die neue Fahrplanbearbeitungssoftware DIVA Schedule wurden live demonstriert. Insbesondere die Erweiterungen in der Anschlussmodellierungen fanden großen Anklang. Der DIVA Publisher, das zentrale webbasierte Modul zur Erstellung und Verwaltung von Publikationsprodukten aus DIVA wurde erläutert und demonstriert. 12 mdv aktuell I/2010

13 45. DIVA User Group in Geroldswil Ein ausführlicher Bericht rund um die Einführung von DIVA 4 beim Pilotkunden VVT und ein Ausblick auf die Erweiterungen in der betrieblichen Planung rundeten den Themenkomplex DIVA 4 ab. Neben einigen Datenmodellerweiterungen wird es für die betrieblichen Anwender in DIVA 4 eine webbasierte Fahrwegs- und Fahrzeitenverwaltung geben. Weiterhin berichtete mdv von zahlreichen neuen Projekten, insbesondere das Großprojekt DEFAS FGI BAYERN wurde detailliert vorgestellt. Neben der Erstellung der Software ist mdv hier auch mit dem Betrieb des Systems beauftragt. In diesem Projekt werden sämtliche Fahrplandaten Bayerns integriert und zu einer umfassenden, übergreifenden und ebenfalls echtzeitbasierten Fahrplanauskunft zusammengebaut. Die Vorträge zum Thema Dienstplanoptimierung und Disposition fanden ebenfalls großen Anklang. mdv präsentierte neue Ansätze der Dienstplanoptimierung, die im Bereich der halbregionalen Planung angesiedelt sind und Aspekte der Umlauf- und Dienstplanung miteinander verknüpfen. Im Bereich der Disposition lag der Schwerpunkt auf Aspekten der Dispositionsstatistik, sowie der detaillierten Vorstellung des Moduls Urlaubsplanung, in dem Mitarbeiterwünsche sowohl aktuell als auch hinsichtlich der Erfüllung der Wünsche in der Vergangenheit berücksichtigt werden. In den Pausen wurden zahlreiche vertiefende Gespräche geführt, neue Teilnehmer der User Group wurden begrüßt und vor allem zum Thema Dienstplanung und Fahrgastinformation wurde intensiv diskutiert. Das Abendprogramm begann mit einer Stadtführung durch das wunderschöne Bremgarten. Es folgte ein Galadinner mit Livemusik der Matt's Music Band und dem Comedy Duo Mark'n'Simon. Mick Jagger, Sonny und Cher und Joe Cocker haben die Bühne betreten und den Saal gerockt. Nicht zuletzt der Gastauftritt von Peter Blinne vom VRR bescherte allen Teilnehmern einen unvergesslichen Abend. Wir danken der BDWM für die hervorragend organisierte Tagung. mdv aktuell I/

14 Einsatz von Cloud Computing zur Berechnung der GIS Karten Die Berechnung der Karten aus GIS Daten hat sich in den letzten Projekten immer mehr als eine rechenintensive Herausforderung dargestellt. Die zu berechnenden Datenmengen sind so groß, dass mit dem üblicherweise verfügbaren einzelnen Server zur Berechnung der Bitmap Kacheln aus den GIS Daten mehrere Wochen bis Monate an Rechenzeit an fallen. Wenn sich die GIS Daten verändern steht in der Regel eine Neuberechung der Kacheln an. Diese kann aber aufgrund der hohen Rechenzeiten oft nicht erfolgen. Im Rahmen des Projektes DEFAS FGI BAYERN ist die Situation wie folgt: Es sind 23 Zoomstufen zu berechnen (Maßstab 1: : ). Je Zoomstufe verdoppelt sich die Anzahl der Kacheln. Insgesamt sind 25,5 Millionen Kacheln je Darstellung zu berechnen. Jede Kachel ist 256 x 256 Pixel groß und wird als stark optimiertes PNG (Portable Network Graphics, ein Graphikformat für Rastergraphiken mit verlustfreier Bildkompression) gespeichert. Die Kacheln müssen sowohl für die Karten, als auch für die Overlay-Darstellung der Orthobilder berechnet werden. installiert sind. Die virtuelle Maschine kann, sobald sie fertig konfiguriert ist, mehrfach gestartet werden. Jede Instanz der virtuellen Maschine berechnet einen Teil der Kacheln. Jede virtuelle Maschine ist ein sogenannter Task Tracker. Die Instanzen werden von einer zentralen virtuellen Maschine dem sogenannten Job Tracker gesteuert. Er verteilt die einzelnen Rechenjobs an die Task Tracker und sorgt dafür, dass kein Job ausgelassen wird. Selbst wenn ein Task Tracker nicht mehr arbeitet, weil sich z.b. die virtuelle Maschine aufgehängt hat, verteilt der Job Tracker die restlichen Jobs nur noch an die übrigen Task Tracker. Dadurch wird eine gewisse Redundanz und Ausfallsicherheit gewährleistet. Amazon bietet jedem Anwender die Möglichkeit, mit 20 virtuellen Maschinen zu arbeiten. Weitere Task Tracker werden auf Anfrage bereitgestellt. Die Kacheln von Bayern aus dem Beispiel oben wurden mit bis zu 50 virtuellen Maschinen berechnet. Erste Rechentests haben eine Gesamtrechenzeit auf einem Server von knapp Stunden (ca. 5 Monate) ergeben. Da diese Rechenzeiten in der Praxis dazu führen, dass maximal zweimal pro Jahr neue Kacheln gerechnet werden können, musste dringend eine Optimierung des Prozesses zur Berechnung der Kacheln implementiert werden. In DEFAS FGI BAYERN wurden die berechneten Kacheln auf Basis der GIS Daten bei Amazon EC2 parallel berechnet. Dabei arbeiteten bis zu 50 virtuelle Rechner gleichzeitig. Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung (www.geodaten.bayern.de) Schon länger existiert bei mdv die Idee, die Kacheln parallel auf mehreren Rechnern zu berechnen. Es war aber in bis herigen Projekten nie ein Cluster an Servern zur Berechnung der Kacheln verfügbar. Hier kommt Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2, ins Spiel: Amazon EC2 bietet die Möglichkeit, Rechenkapazität und Festplattenspeicher auf bereitgestellten Servern zu mieten. Der Anwender erstellt eine virtuelle Maschine in der Umgebung von Amazon EC2, auf der die benötigten Programme Auch die Berechnung der transparenten Overlaykacheln, die zur Beschriftung der Orthobilder aus den GIS Daten berechnet werden wird bei DEFAS FGI BAYERN mit Hilfe von Amazon EC2 durchgeführt. In der Abbildung erkennt man den Bahnhof in Lindau. 14 mdv aktuell I/2010

15 Einsatz von Cloud Computing zur Berechnung der GIS Karten Die Abrechnung der benutzten Rechenleistung erfolgt ausschließlich auf Basis der tatsächlich benutzen Rechenzeit. Es macht also keinen Unterschied, ob eine virtuelle Maschine 100 Stunden läuft, oder 100 virtuelle Maschinen eine Stunde laufen. Der Preis ist der gleiche. Hierin liegt der Clou an der Nutzung von Amazon EC2: Wenn die Software gut parallelisierbar ist also insbesondere der Overhead, der durch die Parallelisierung entsteht, gering ist - kann die Gesamtrechenzeit um Faktoren gedrückt werden. Die 25,5 Millionen Kacheln für das Projekt DEFAS FGI BAYERN wurden in weniger als sechs Tagen berechnet. Ein paar technische Details Amazon bietet verschiedene Leistungsklassen für die virtuellen Maschinen an. Diese unterscheiden sich in erster Linie an der Anzahl der virtuellen CPU s und der verfügbaren virtuellen Hauptspeicher. In unserem Fall hat sich herausgestellt, dass wir das optimale Preis/Leistungsverhältnis erhalten, wenn wir auf einer virtuellen Maschine zwei Prozesse zur Berechnung der Kacheln laufen lassen. Jede virtuelle Maschine entspricht also zwei Task Tracker. Die pro Job berechneten Kacheln werden in einer RAR Datei (RAR ist ein Verfahren zur Datenkompression) zusammengefasst und auf dem Amazon Simple Storage Service (S3) abgelegt. Von dort wurden die RAR Dateien per BitTorrent und RSS Feeds direkt auf den Server im Rechenzentrum, auf dem die Kacheln verwendet werden sollen übertragen. Die Übertragung der RAR Dateien erfolgt parallel zur Berechnung der Kacheln. Sobald eine RAR Datei erstellt war, wurde sie ins Rechenzentrum übertragen und dort in die richtige Verzeichnisstruktur entpackt. Für die Parallelisierung wird das Hadoop Framework (http://hadoop.apache.org/) verwendet. Hadoop zeichnet sich insbesondere durch seine Fehlertoleranz aus, die für den produktiven Einsatz eines solchen Frameworks notwendig ist. Hadoop wird u.a. von Facebook, Yahoo!, Amazon und IBM verwendet. Das Apache Hadoop Projekt stellt eine open-source Plattform für die skalierbare verteilte Berechnung zur Verfügung. Aufteilung in einzelne Rechenjobs Die erste Idee zur Aufteilung der Berechnung in einzelne Rechenjobs ist jedes Zoomlevel als eigenen Rechenjob zu definieren. Dies führt aber nicht zum Erfolg. Das letzte Zoomlevel (in DEFAS FGI BAYERN: Zoomlevel 22) enthält genau so viele Kacheln wie alle anderen Zoomlevel zusammen. Allgemein gilt, dass ZoomlevelN so viele Kacheln enthält, wie Zoomlevel0 Zoomlevel(N-1) zusammen. Die Aufteilung in einzelne Rechenjobs muss deswegen innerhalb jedes Zoom levels erfolgen. Es kommt noch eine weitere praktische Anforderung dazu. Es ist in der Ablaufsteuerung von Vorteil, wenn die einzelnen Rechenjobs möglichst klein sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Rechenjob möglichst innerhalb von 10 Minuten berechnet sein sollte. Die Lösung liegt in der Aufteilung jedes Zoomlevels mittels eines Quadtree in zahlreiche einzelne Rechtecke. Jedes Rechteck ist bzgl. der Anzahl der zu berechnenden Kacheln über alle Zoomstufen hinweg gleich groß, so dass eine konstante durchschnittliche Rechenzeit gewährleistet ist. Voraussetzungen, Vorgehen Um die Berechnung der Kacheln bei Amazon EC2 durchzuführen, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein: Die GIS Daten müssen für die Berechnung vollständig vorliegen. Sie werden auf die erste virtuelle Maschine kopiert, die erzeugt wird. Wenn sich an den GIS Daten während der Berechnung etwas ändert, müssen die neuen Daten auf alle virtuelle Maschinen verteilt werden. Die Konfiguration der Karten bzgl. Layout, welche Elemente dargestellt werden sollen etc. muss definiert sein. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist diese Konfiguration nicht bei Amazon EC2 durchzuführen, sondern vorab auf einem eigenen Rechner. Bevor die Berechnung bei Amazon EC2 startet ist es immer sinnvoll, einen kleinen Ausschnitt vorab auf einem eigenen Rechner zu berechnen und das Ergebnis zu beurteilen. Wenn die Berechnung bei Amazon EC2 gestartet wird, sollte kein Feintuning der Konfiguration mehr durchgeführt werden. Dies hat folgenden Hintergrund: Man zahlt bei Amazon EC2 jede Minute, die die virtuelle Maschine läuft unabhängig davon ob sie rechnet oder nicht. Bevor die Berechnung über mehrere virtuelle Maschinen startet ist es sinnvoll, mit einer bzw. wenigen Maschinen die Berechnung zu starten und den Rechenprozess zu beobachten. Dadurch wird sichergestellt, dass alle benötigten Hilfsprogramme korrekt installiert sind und fehlerfrei arbeiten. Zusammenfassung Durch den Einsatz von Amazon EC2 ist es nun möglich die vielen Millionen Kacheln kurzfristig vollständig neu zu berechnen. Die Berechnung erfolgt parallel auf vielen virtuellen Maschinen. Der Benutzer zahlt bei Amazon EC2 nur die tatsächlich benutze Rechenzeit. Hardwareinvestition und Rechenzeit werden umgelegt auf die Betriebskosten. Die in DEFAS FGI BAYERN eingesetzten Techniken zur Berechnung der Kacheln können auch in allen anderen Projekten verwendet werden. Ihr Ansprechpartner: Dr. Markus Alefed Tel.: +49 (0) mdv aktuell I/

16 Verkehrsbetriebe Luzern - Einführung von EFA Mobile und EFA Companion Die Verkehrsbetriebe Luzern AG bieten öffentliche Transportleistung und Marktverantwortung aus eigener Hand. Über 400 motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich, um die Agglomeration Luzern mit öffentlichen Verkehrsmitteln optimal zu vernetzen und zu bedienen. Die Zahl der Passagiere übertraf im Berichtsjahr 2008 erneut die 40-Millionen- Grenze. Sie lag mit 43,5 Mio. Fahrgästen fast 5 % höher als im Vorjahr (41,5 Mio.). Die auf vbl-linien absolvierten Personen kilometer überstiegen erstmals die 100-Millionen-Grenze und er reichten ,7 Mio. Personen kilometer. Der Stadt Luzern mit Einwohnern, sowie der Agglomeration mit den bedienten Gemeinden mit Einwohnern stehen die Verkehrsbetriebe mit 6 Trolley-, 20 Autobussen und 5 Nachtbussen gegenüber. Die vbl betreibt die betriebliche Fahrplanung mit DIVA seit 2002 und setzt mit der Einführung von EFA Mobile und EFA Companion auf Fahrplanwechsel 2009 eine weitere Attraktivität für die Fahrgäste. Die Produkte, EFA Mobile und EFA Companion sind in der angesehen Zeit von rund 2 Monaten bei vbl eingeführt worden. Zum Projektumfang gehörte eine EFA Installation, Einführung in die EFA Übernahme, Georeferenzierung des gesamten vbl-liniennetzes und den Nachtstern Buslinien, sowie Aufbereitung der EFA Präsentationslinien. Der Mehraufwand gegenüber dem bekannt an stehenden Aufwand bei Fahrplanwechsel konnte minimiert werden durch effizientes Projektmanagement auf beiden Seiten. Das Augenmerk wurde stets auf die Aufbereitung der Fahrplandaten und deren Qualität gerichtet. Beim Layout für EFA Mobile und EFA Companion beschränkte man sich auf das Wesent liche, wie Firmenlogo und die Farbgestaltung. Auf zusätzliche Funktionalitätswünsche wurde bewusst verzichtet, um so den Go-Live Termin zum Fahrplanwechsel nicht zu gefährden. Seit dem 13. Dezember 2009 wird auf EFA Mobile angeboten. Der EFA Companion kann über direkt auf dem Handy installiert werden. Mit der Bestellung am 1. Oktober 2009 wurde das Projekt 2009 gestartet. In einer zweitägigen EFA Einführungsschulung wurde das Grundwissen vermittelt, wie die EFA Fahrplandaten aufbereitet werden müssen und ins Auskunftssystem gelangen. Die DIVA Fahrplaner haben den zusätzlichen Anforderungen an die Datenversorgung skeptisch gegen übergestanden, zumal der eigentliche betriebliche Fahrplanwechsel im Vordergrund stand. Dank der sehr gut vorliegenden Datenqualität der bestehenden betrieblichen Fahrplandaten, konnten die neuanzulegenden EFA Präsentationslinien innerhalb weniger Tage erstellt werden. Zusätzlich mussten noch einige Fusswege definiert, Haltestellen zugeordnet und spezielle EFA Haltestellen - namen eingefügt werden. Bei EFA-Mobile setzt die vbl ebenfalls unsere bewährte Kartentechnik ein. iphone Benutzer können im Gegensatz zu Standardhandys von rollenden Karten profitieren. Zum bisherigen Handyfahrplan war dies ein Novum für die Kunden. Als grosser Vorteil zeigt sich bereits jetzt die Unterstützung der Adresseingabe für Start- und Zieleingaben und die einfache intuitive Bedienung (siehe Abbildung 1 bis 3). Abb:. 1: Vorschläge während des Tippens am iphone 16 mdv aktuell I/2010

17 Verkehrsbetriebe Luzern - Einführung von EFA Mobile und EFA Companion Das Georeferenzieren aller Linien wurde in Zusammenarbeit mit einem Orts- und Netzkundigen vbl-bearbeiter und einem mdv-mitarbeiter vor Ort durchgeführt. Nach bereits zwei Tagen wurden auch die letzen Teilstrecken referenziert. Bei den Nachtbuslinien waren Teilstrecken von 20 Kilometer Länge keine Ausnahme und ohne Ortskenntnisse nur schwer referenzier bar. Weitere komplizierte Fahrwegverläufe von Teilstrecken ergaben sich bei Gelegenheiten, wo die zentrale Brücke bei Luzern infolge besonderer Anlässen gesperrt ist und eine Umfahrung von mehreren Kilometer durch die Stadt vorgenommen werden musste. Abb.: 2: EFA Mobile für das iphone bietet große Flächen für Touch-Bedienung Abb:. 3: Die vollständig interaktive Karte in EFA Mobile für das iphone Parallel zu den Datenerfassungsaufgaben wurden eine EFA-Testinstallation und der Live Server aufgesetzt. Die erste EFA-Übernahme zeigte bereits sehr gute Ergebnisse in der Auskunft. In Bezug auf EFA-Mobile waren nun noch Kleinigkeiten, die vom Zeitaufwand nicht unterschätzt werden sollten, wie Icon für die Haltestellen in der Karte, Einpflegen von nicht vorhanden Strassen in den NavTEQ Karten, Layoutanpassungen, Testanfragen analysieren und erneute Anpassungen in den Grunddaten und andere Tätigkeiten vorzunehmen. Der EFA Companion wurde bewusst als reine Offline Lösung angestrebt und somit auf die Anbindung an Karten verzichtet. Die Datenaufbereitung für den EFA Companion läuft Hand in Hand mit der Datenaufbereitung für EFA Mobile, und ermöglicht somit die stetige Aktualisierung der Fahrplandaten bei Spezialanlässen, wie der Luzerner Fasnacht. Dem Kunden vom EFA Companion stehen seit dem Fahrplanwechsel 2009 die folgenden neuen Funktionalitäten zur Verfügung. Verbesserung der Haltestellensuche Abb: 4: Beispiel der Startseite mit direkter Eingabe der Starthaltestelle Eine zentrale Komponente beim EFA Companion ist, dass es kein Hauptmenü gibt, sondern der Benutzer direkt die Starthaltestelle auswählen kann, siehe Abbildung 4. Um die Tastatureingaben bei Eingabe von Start- oder Zielhaltestellen zu minimieren wird die Odv-Suggest Funktion unterstützt also die Anzeige von möglichen Treffern bei der Eingabe und das bereits während der Benutzer eintippt. Da der Companion durchaus auch Offline funktionieren soll, muss Odv-Suggest realisiert werden, ohne dass eine Verbindung zur EFA und damit eine Anfrage zum Location Server notwendig ist. Bisher wurde dies mit einer am Handy gehaltenen Liste von Haltestellen gelöst, die in einer Datei gespeichert waren. Es stellte sich heraus, dass dieses Verfahren zwei grosse Nachteile mit sich bringt: - Es ist langsam. Bei jeder Änderung müssen alle möglichen Haltestellen mit Textvergleichen überprüft werden. - Es ist unflexibel. Erstens muss der Benutzer mit dem richtigen Anfangsbuchstaben beginnen. Zweitens musste man bei der Datenaufbereitung definieren, ob die Haltestellen als Ort, Haltestellenname oder als Haltestellenname, Ort in der Liste gespeichert werden soll. Dies führte dazu, dass die Kunden je nach Einstellungen in der Stadt wohl die Haltestelle gefunden haben, nicht jedoch in der Region, da dort üblich der Ort bekannt ist, nicht aber der Haltestellenname. Aus diesem Grund suchten wir eine optimale Lösung für den Companion, die schnell und Speicher schonend ist. mdv aktuell I/

18 Verkehrsbetriebe Luzern - Einführung von EFA Mobile und EFA Companion Die Lösung sieht nun folgendermaßen aus: Es wird ein Wörterbuch aufgebaut, allerdings werden alle Einträge verworfen, die nicht genug Information bieten. Wenn ein Wortteil in zu vielen Haltestellen- oder Ortsnamen vorkommt, wird es also nicht gespeichert. Dies führt allerdings zum Problem, dass häufige Wörter wie Bahnhof dann überhaupt nicht mehr gefunden werden können. Um dies zu umgehen werden alle Wortanfänge auf jeden Fall gespeichert. So lange der Benutzer also zumindest die ersten beiden Buchstaben korrekt eingibt, wird seine Eingabe auch gefunden. Kommen im Haltestellennamen noch weitere Teile vor, die beim weiteren Ausdünnen der mög lichen Treffer helfen, dann werden diese ebenfalls benutzt. Dieses Verfahren erlaubt zwar nicht mehr eine so ge nau Bewertung der Benutzereingaben, aber sie findet auf jeden Fall den korrekten Treffer. Da es sich um eine Mischung auf der Trigram- Suche des LocationServers und klassischer Prefix-Suche handelt, wurde diese Technik kurz Trifix -Suche genannt. Das Ergebnis ist gut und schnell. Auch auf langsameren Handys ist die Suche deutlich schneller als bisher, da keine Textvergleiche mehr durchgeführt werden müssen, siehe Abbildung 5. Ändern der Startzeit/Startdatum Eine der Philosophien vom Companion ist, dass der Benutzer mit wenigen Eingaben übers Handy, eine Auskunft ab der gewünschten Starthaltestelle zur aktuellen Uhrzeit bekommt. Aus diesem Grund wird ohne ausdrücklichen Wunsch des Anwenders immer mit der aktuellen Uhrzeit nach möglichen Abfahrten/Verbindungen gesucht. Über Optionen Zeit ändern kann der Benutzer aus allen Ansichten die Zeit und das Datum nach seinen Bedürfnissen setzen, siehe Ab bildung 6. Abb: 6: Bei Bedarf können Abfahrtszeit und Datum frei definiert werden Meine Fahrten als Favoriten speichern Für oft verwendete Verbindungen können Favoriten erstellt werden, welche bei Wiederbedarf schnell aufgerufen werden können. Sobald ein Fahrtergebnis vorliegt, kann diese über Fahrt merken zu Meinen Fahrten hinzugefügt werden, siehe Abbildung 7. Wird dieselbe Anfrage zu einem späteren Zeitpunkt wieder gewünscht, muss auf der Startseite Meine Fahrten ausgewählt und die entsprechende Fahrt selektiert werden und bereits beginnt die Suche mit der aktuellen Zeit, siehe Abbildung 8. Abb: 8: Auswahl von vordefinierten Verbindungen Unterstützung interaktiver Favoriten Die letzten Eingaben für Start- und Zielhaltestellen werden bei einer neuen Anfrage direkt als Schnellauswahl zur Verfügung gestellt. Damit kann ohne Benutzung der Tastatur schnell eine Auswahl für Start bzw. Zielhaltestelle getroffen werden. Mit der Zeit füllt sich die Auswahl der Favoriten, welche der Anwender gezielt wieder löschen kann, siehe Abbildung 9. Abb: 9: Gezieltes Löschen von bestehenden Haltestellen-Favoriten Abb: 5: Auswahl der Haltestellen mit Trifix -Suche Abb: 7: Verbindungen als Favoriten speichern Ihr Ansprechpartner: Michael Stahl Tel.: +41 (0) mdv aktuell I/2010

19 Verkehrsbetriebe Luzern -... mdv Konzern mit mehr als 100 Beschäftigten Herr Franz Theiler, Leiter Informatik und Herr Richard Walker, Systembetreuer zur Einführung der EFA Mobile in Luzern waren so freundliche mdv einige Fragen zum Thema zu beantworten Wo sehen sie die Vorteile von EFA- Mobile und EFA Companion gegenüber dem früheren Handyfahrplan? Neue Fahrplandaten können selbständig durch vbl-mitarbeitende aufbereitet werden und in EFA Mobile eingespeist werden, sowohl den Offline Companion als neue Version bereitzustellen. Dadurch erhöht sich die Qualität der Fahrplanauskunft und wir erhoffen uns somit eine höhere Akzeptanz der eingesetzten Produkte. Wie sind die Erfahrungen von Kunden in Bezug auf die Vielfältigkeit der Handys und der EFA Companion Kompatibilität? Die von mdv erstellten 4 Programmversionen für die vier Handygruppen: - Normaler Offline Handyfahrplan mit 9er Tastatur (T9) - Offline Handyfahrplan mit voller Tastatur (QWERTY) - Offline Handyfahrplan mit TOUCH Screen Tastatur - Offline Handyfahrplan nur für Nokia E90 erfüllen bisher voll ihren Zweck. Die Kunden laden selbständig die notwendige Offline Version herunter. Findet der Offline Companion auch Anklang bei anderen Interessens gruppen, Fahrgäste ausgenommen? Wir verwenden den Companion auch im Betrieb. Viele Chauffeure laden sich den Handyfahrplan auf ihr mobiles Gerät. Einerseits um die exakte Uhrzeit bei Dienstantritten zu erfahren, anderseits um schneller, fragende Fahrgästen mit der gewünschte Information zu beliefern. Ferner wird der Companion beim Kontrolldienst geschätzt. Die einfache Bedienung und dass die Applikation direkt auf dem eigenen Handy läuft, macht diesen Companion interessant. Was ist ihre Strategie für die Zukunft in Bezug auf die mobilen Auskunftssysteme? Vorerst möchten wir noch einige Erfahrung sammeln und diese dann bewerten. Wir sehen grosses Potential von mobilen Auskünften in Kombination mit Integration der Echtzeitfahrplandaten. Ausserdem können wir uns vorstellen, den Umfang der Fahrplandaten auf S-Bahn und Agglomerationsverkehr vom Kanton Luzern auszuweiten. Auch Abfahrtsmonitore in Shoppingcentern, auf Messen, Kinos und anderen von Personen umgebenen Örtlichkeiten sind immer wieder im Gespräch bei uns. Wir stehen offen gegenüber Erweiterungen und Ausbau der EFA in Luzern und freuen uns weiterhin auf eine gute, kooperative Zusammen arbeit mit mdv. u Am 01. März 2010 konnten wir Frau Patricia Mayer als 100. Mitarbeiterin begrüßen. mdv ist seit der Gründung im Jahre 1972 als Ingenieurbüro für technische und wissenschaftliche Datenverarbeitung langsam aber kontinuierlich gewachsen. Neben der Mitarbeiterzahl wuchs auch der Umsatz im Jahr 2009 auf über 11 Millionen wurde das Ingenieurbüro in eine GmbH umgewandelt. In Deutschland wurden die Standorte Stuttgart, Münster und Berlin gegründet, in Zürich, Wien und Melbourne entstanden Tochterfirmen. Ziel dieser räumlichen Erweiterung war eine optimale Kundenbetreuung zu erreichen. Im Jahr 2009 übertrug der Alleineigentümer Dr. Hans-J. Mentz seine Anteile an die neu gegründete Dr. Hans-J. Mentz Familienholding. Die Anteile der Familienholding werden jetzt auch mit von den Söhnen Christoph und Daniel gehalten. Beide arbeiten inzwischen bei mdv mit und sichern damit langfristig die weitere kontinuierliche Entwicklung von mdv. Außerdem wurde eine Gesellschaft in den USA gegründet, deren Aktienmehrheit ebenfalls von der Familien holding gehalten wird. Dr. Hans-Joachim & Rosemarie Mentz mdv Konzernstruktur mdv Transit & Traffic Solutions Inc. Christoph & Constanze Mentz Dr. Hans-Joachim Mentz Familienholding GmbH mdv Austria GmbH Daniel Mentz Mentz Datenverarbeitung GmbH mdv Schweiz GmbH mdv Australia Pty.Ltd. Ihr Ansprechpartner: Christoph Mentz Tel.: +49 (0) Wir danken den beiden Herren für das Gespräch. mdv aktuell I/

20 Kurznachrichten Veranstaltungen Impressum TfL Sprachauskunft geht live Bei Transport for London wurde im Dezember 2009 die neue Sprachauskunft live geschalten. Das System, das zusammen mit Eckoh entwickelt wurde, setzt auf die mdv Komponente EFA Middleware die über eine standardisierte SOAP Schnittstelle verfügt und das EFA- System bei TfL anfrägt. Das System ist von außerhalb UK folgendermaßen erreichbar (Option 1 ) und gibt in der ersten Ausbauphase Auskünfte für London Underground und London Rail. In einer nächsten Phase sollen alle Verkehrsmittel beauskunftet werden. Neben EFA Informationen nutzt die Sprachauskunft den mdv RSS Feed (http://journeyplanner.tfl.gov.uk/user/xslt_sel_stt_ REQUEST?language=en&itdLPxx_r ss=1) aus dem Incident Capturing System (ICS) für Störungs meldungen. Münchner ÖV ist ADAC-Testsieger In 23 europäischen Großstädten wurde der ÖV vom ADAC auf seine Attraktivität getestet und zwar in den Punkten Reisezeit, Umsteigen, Information und Ticketpreise. Mit der Durchführung des Tests beauftragte der ADAC den Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik der Universität Stuttgart unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich. München einzige Stadt mit dem ADAC- Urteil sehr gut ging als klare Siegerin hervor. Im Mittelpunkt des Tests stand die Sichtweise des Fahrgastes. Hier wurde die gute Informationsqualität und das Tempo von München besonders erwähnt. Auch der Internetauftritt mit seiner detailierten und echtzeitabhängigen Fahrplanauskunft bekam ein besonderes Lob von den Testern. Zusatzinformationen z.b. für Behinderte und Personen mit Kinderwagen fanden außerdem Erwähnung. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Software einen Beitrag zu diesem Sieg leisten konnten. Auch London und Wien beide ausgestattet mit mdv-software haben in der Rubrik Information gute Bewertungen erhalten. 08./09. April User Group(Schwerpunkt Verbund - themen) (international) in Wien Juli 2010 agit2010 Symposium und Fachmesse angewandte Geoinformatik September 2010 InnoTrans 2010 Berlin Internationale Fachmesse für Verkehrstechnik - Innovative Komponenten - Fahrzeuge - Systeme Oktober User Group (Schwerpunkt Betriebe) Ort und Datum steht noch nicht fest. Bitte Aktuelles Veranstaltungen beachten. Herausgeber: Mentz Datenverarbeitung GmbH Grillparzerstraße 18 D München Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Internet: Redaktion: Rosemarie Mentz Design: Rosemarie Mentz / Agentur Schrittmacher Unsere Zweigbüros: Mentz Datenverarbeitung GmbH Westfalenstraße 224 D Münster Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Mentz Datenverarbeitung GmbH Rotebühlstraße 121 D Stuttgart Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Mentz Datenverarbeitung GmbH Georgenstraße Berlin Tel. +49 (0) Fax +49 (0) Unsere Tochterfirmen: Mentz Datenverarbeitung Austria GmbH Mariahilfer Strasse Wien, Österreich Tel.: +49 (0) Fax: +49 (0) Mentz Datenverarbeitung Schweiz GmbH Badenerstrasse Zürich, Schweiz Tel. +41 (0) mdv Australia Pty. Ltd. ABN PO Box 682, Templestowe, 3106 Australia Tel.: +61 (0) Unsere Partnerfirma: mdv Transit & Traffic Solutions Inc Clay Street, Suite 600 Oakland, CA USA Tel.: Fax: mdv aktuell I/2010

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