Vertrieb in turbulenten Zeiten

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1 Vertrieb in turbulenten Zeiten Gesetzes- / Brancheninitiativen und deren Auswirkungen Nordbayerischer Versicherungstag Nürnberg, 22. November 2012 Dr. Josef Beutelmann Barmenia Versicherungen Barmenia-Allee Wuppertal 22. November Vertrieb in turbulenten Zeiten Der Vertrieb ist das Herz und der Motor eines Unternehmens. Vielfach warfen Verfehlungen Einzelner in der Vergangenheit ein schlechtes Bild auf das Berufsbild des Versicherungsvermittlers. Zahlreiche Gesetzes- und Brancheninitiativen sollen nun die Transparenz und Glaubwürdigkeit dieses Berufsbildes in der Öffentlichkeit erhöhen und manifestieren. 22. November

2 Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

3 Gesetzesinitiativen in der EU Relevante Richtlinien für den Vertrieb PRIPs Anlageprodukt für Kleinanleger 5 MiFID 2 Wertpapier- dienstleistungs- Richtlinie (Beschluss evtl. im 1. Quartal 2013) IMD 2 Versicherungs- vermittlungs- Richtlinie (Umsetzung voraussichtlich Mitte 2015) AIFM Anforderungen an Manager alternativer Investmentfonds (Umsetzungsfrist der Richtlinie: ) 22. November Gesetzesinitiativen in der EU Ziele der EU: - Anlegerschutz verbessern - Transparenz erhöhen - Interessenkonflikte vermeiden - Rechtssysteme vereinheitlichen November

4 Gesetzesinitiativen in der EU Auswirkungen: Eingriffe in die Vergütungssysteme von Versicherungsvermittlern Veränderung der Vergütungstransparenz Beratungs- und Dokumentationspflichten Regelmäßige Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung der Versicherungsvermittler Strengere Aufsicht Erhöhter Servicebedarf und Kosten für die Unternehmen Einschränkungen in der Gestaltungsfreiheit von Produkten November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

5 Gesetzesinitiativen in Deutschland Der Hintergrund für die Gesetzesinitiativen in Deutschland ist, dass auch hinsichtlich des bis dato nur rudimentär geregelten so genannten Grauen Kapitalmarktes bezüglich der Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten ein dem Wertpapierhandelsgesetz vergleichbares Anlegerschutzniveau hergestellt werden soll 22. November Gesetzesinitiativen in Deutschland FinAnlVerm- und VermAnlG Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts Ende 2011 verabschiedet FinAnlVermG: Übergangsfrist bis 01. Januar 2013 VermAnlG: seit 01. Juni 2012 in Kraft FinVermV Finanzanlagenvermittlerverordnung Ende März 2011 verabschiedet Tritt zum 01. Januar 2013 in Kraft November

6 Der Zeithorizont Ab 01. November 2012 Sachkundeprüfung 01. Januar 2013 In-Kraft-Treten 30. Juni 2013 Ende der Umtauschfrist Für 34c GewO af ( 34c Erlaubnis erlischt ggf.) 31. Dezember 2014 Ende Sachkundenachweis für 34c GewO Inhaber ( 34c Erlaubnis erlischt endgültig) Nachweis Sachkunde Umtauschzeit 34c Quelle: Verband Deutscher Versicherungsmakler e.v. Gesetzesinitiativen der EU November Ziele der neuen Regelungen / Rechtslage Ziele Anlegerschutz verbessern Interessenkonflikte vermeiden Transparenz erhöhen Vertriebswege vereinheitlichen (Banken, unabhängige Vermittler) Rechtslage 34f Abs. 1 GewO ersetzt 34c Abs. 1 S.1 Nr. 2 u. 3 GewO Erlaubniserteilung für Anlageberatung oder Finanzanlagenvermittlung November

7 Gesetzesinitiativen in Deutschland Auswirkungen: Eingriffe in die Vergütungssysteme von Versicherungsvermittlern Veränderung der Vergütungstransparenz Beratungs- und Dokumentationspflichten Regelmäßige Verpflichtung zur Aus- und Weiterbildung der Versicherungsvermittler Strengere Aufsicht Erhöhter Servicebedarf und Kosten für die Unternehmen November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

8 Verhaltenskodex im Vertrieb Der Verhaltenskodex wurde in der GDV- Vertriebsausschusssitzung am 13. November 2012 verabschiedet Ziel des Kodex ist, den Versicherungsunternehmen Verhaltensmaßstäbe für die Vermittlung von Versicherungsprodukten an die Hand zu geben und einen für alle Vertriebswege geltenden Rahmen von Werten und Normen zu setzen, für die die Versicherungswirtschaft steht, und die sie im täglichen Geschäft zum Maßstab nimmt. GDV Mitgliederversammlung, 14. November November Verhaltenskodex im Vertrieb Kernelemente des Kodex: Kundeninteresse im Mittelpunkt Weiterbildung Compliance Evaluierung Die Mitgliedsunternehmen sind gebeten worden dem Kodex beizutreten und so für sich verbindlich zu machen November

9 Verhaltenskodex im Vertrieb Beispiele: Unter anderem verpflichten sich die Versicherungsunternehmen, die den Kodex unterzeichnen, nur mit qualifizierten und gut beleumundeten Vermittlern zu arbeiten. (8. Hoher Stellenwert der Vermittlerqualifikation) Die Versicherungsunternehmen, die den Kodex als für sich verbindlich anerkennen, lassen sich alle zwei Jahre von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder einem Wirtschaftsprüfer prüfen.(..) (11. Verbindlichkeit des Kodex und Evaluierung) November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

10 Provisionsabgabeverbot Konsultationsverfahren der BaFin derzeit in der Auswertung Verband, VU und Vermittlerverbände BVK, VGA, VDVM (mit Einschränkung), VOTUM für Beibehaltung Verbraucherschutz (vzbv) für Abschaffung BaFin überlegt eine weitere Konsultation Verband forciert eine gesetzliche Regelung im VAG Aussichten für eine Regelung im VAG derzeit noch differenziert zu sehen 22. November Provisionsabgabeverbot Warum? Wahrung der Gleichbehandlung Schutz des Verbraucher vor übereilten Vertragsabschlüssen Beibehaltung hoher Beratungsqualität der Versicherungsvermittler Transparenz Provisionsabgaben verlagern den Wettbewerb vom Produkt auf die Versicherungsvermittler 22. November

11 Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November Ziel des Gesetzgebers überhöhte Provisionszahlungen an einzelne Vermittler unterbinden Abschlusskosten der PKV sollen insgesamt gesenkt werden (Deckel: 9 MB) Umdeckungen, die durch den Vermittler einzig aus Provisionsinteressen veranlasst werden, sollen verhindert werden Stornohaftungszeit: 60 Monate 22. November

12 Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November Keine Vermittlung von Versicherungen auf Provisionsbasis Die Vergütung des Vermittlers erfolgt durch den Kunden Die Idee der funktioniert nicht Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute, Frankfurter Allgemeine Zeitung, November

13 Diskussion über eine gesetzliche Regulierung der wurde bestimmt durch Bundesregierung Vorschläge des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Forderungen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen Forderungen der VerbraucherSchutzMinisterKonferenz (VSMK) 22. November Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Im Eckpunktepapier zur Regulierung des Berufsbildes des Honorarberaters sprach sich das Bundesministerium unter anderem für die Einführung der Vermittlungsbefugnis auch für den Versicherungsberater sowie eine Verpflichtung auch des Versicherungsberaters, im Falle der Vermittlung eines Bruttotarifs Provisionen an den Kunden weiterzuleiten (partielle Aufhebung des Provisionsabgabeverbots) aus 22. November

14 SPD-Antrag im Bundestag Qualifikation Vermittlungsbefugnis Vergütung durch den Kunden Verpflichtung der Produktanbieter zur flächendeckenden Einführung von Nettotarifen Umsatzsteuerliche Gleichbehandlung von Versicherungsvermittlern Guter Leumund 22. November Grüne Eckpunkte zum Versicherungsvertrieb Inhaltsgleiche Forderungen wie die SPD Honorar- bzw. Gebührenordnung als erforderlicher Rahmen VerbraucherSchutzMinisterKonferenz (VSMK) Stärkung der Versicherungsberatung auf Basis der Vorschläge des BMELV Maßnahme: verpflichtende Einführung von Nettotarifen und deren Ausweisung in Produktinformationsblättern (analog SPD und Bündnis 90/Die Grünen) 22. November

15 22. November Honoraranlageberatungsgesetz Aus dem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Finanzen: (..)Durch eine gesetzliche Ausgestaltung der honorargestützten Anlageberatung soll Transparenz geschaffen werden, so dass sich ein Kunde künftig bewusst für die (provisionsgestützte) Anlageberatung oder für die Honorar-Anlageberatung entscheiden kann. Regelung der in Geldangelegenheiten Regelung zur Beratung über Versicherungen gegen Honorar (Versicherungsberater gem. 34e GewO) soll unverändert bleiben 22. November

16 Honorar-Anlageberater Hinreichender Marktüberblick, der der Empfehlung zu Grunde liegt Keine Beschränkung auf Finanzinstrumente oder Finanzprodukte, die durch nahestehende Anbieter oder Emittenten angeboten werden Es besteht jedoch die Gefahr, dass neben den Honorar- Anlageberatern auch den Versicherungsberatern die Versicherungsvermittlung erlaubt werden könnte 22. November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

17 Beschäftigungsstruktur in der Versicherungsbranche Beschäftigungsstruktur Versicherungswirtschaft gesamt 52,6% Männer 47,4% Frauen Gesamtzahl Arbeitnehmer (Innen-, Außendienst und Auszubildende 2011: Männer: Frauen: November Gliederung nach Art der Beschäftigung 6,2% 19,4% Innendienstangestellte davon 54,4% Frauen / 22,2% Teilzeit Außendienstangestellte davon 20,9% Frauen / 2,6% Teilzeit 74,4% Auszubildende davon 46,5% Frauen Quelle: Sozialstatistische Daten AGV, September November

18 Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November Bildungsarchitektur Bildungsarchitektur der Versicherungswirtschaft Quelle: Regelmäßige Verpflichtung zur Ausund Weiterbildung der Versicherungsvermittler IMD November

19 BWV Entwicklung im Bereich Außendienst-Ausbildung Teilnahmezahlen an der Prüfung Versicherungsfachmann gehen deutlich zurück 2008: Prüflinge 2011: Prüflinge Bis Oktober 2012: Teilnehmer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen als Königsweg in den Vertrieb 22. November Agenda Regulatorisches Umfeld Gesetzesinitiativen in der EU Gesetzesinitiativen in Deutschland Verhaltenskodex für den Versicherungsvertrieb Provisionsabgabeverbot Provisionsdeckelung Krankenversicherung Versicherungswirtschaft insgesamt Aus- und Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft Herausforderungen für den Vertrieb 22. November

20 22. November Image Versicherungsvermittler Große Skepsis Geringes Ansehen Lieber Müllmann als Versicherungsvermittler? (..)Ansehen genießt der Versicherungsvertreter nach der DBB-Umfrage lediglich bei elf Prozent der Befragten(..) Versicherungsjournal, Klinkenputzen Image Versicherungs -vermittler Schreckbild aufgeschwätzt Übers Ohr hauen 22. November

21 Bundestagswahl Mediales Umfeld Leben/Kranken Onlinevertrieb Direktvertrieb Betriebliche Krankenversicherung Onlineportale / Vergleichsportale Aus- und Weiterbildung Image Versicherungsvermittler Frauen im Vertrieb Produkte Pflege-Bahr Prozessoptimierung Bürgerversicherung Solvency II Handlungsfelder / Herausforderungen für den Vertrieb 2013 Demographie Service Gesetzesinitiativen in Deutschland Herausforderungen durch den Markt Globalisierung Altersvorsorge Unisex Niedrigzinsphase Gesetzesinitiativen in der EU 22. November Herausforderung in der Krankenversicherung Erstes Jahr Unisex Einheitsbeitrag für Frauen und Männer Höheres Beitragsniveau für Männer Geringerer Beitragsvorteil zur GKV Bundestagswahl 2013 PKV (k)ein Wahlkampfthema (?) hoher Mediendruck Unsicherheit bei potenziellen GKV-Wechslern Pflege-Bahr 22. November

22 Herausforderung in der Lebensversicherung Erstes Jahr Unisex sehr geringes Zinsniveau führt zu Verunsicherung Wiederanlage und Einmalbeitragsgeschäft marktweit rückläufig weiterhin hohes Absatzpotential bei biometrischen Risiken 22. November Herausforderung in der Sachversicherung Attraktive und konkurrenzfähige Produktpalette Erstes Jahr Unisex (Unfall, Kraftfahrt) Absatzpotenziale 22. November

23 Herausforderung in der Versicherungswirtschaft digitale Positionierung (vs.?) persönliche Beratung Bedienung aller Vertriebskanäle Internet als Multiinformations- und Serviceplattform Auftritt des VU im Internet Nutzung sozialer Netzwerke Marke 22. November Fazit Der Vertrieb steht vor vielfältigen Herausforderungen durch: Kunden Verbraucherschützer Politik Medien Verfehlungen Einzelner Rahmendaten (Zins, Euro) Die Branchen- und Gesetzesinitiativen unterstützen die Umsetzung für mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit des Berufsbildes Versicherungsvermittler in der Öffentlichkeit 22. November

24 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 22. November

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