Niedrige Zinsen, geringe Wachstumsdynamik

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1 MARKTKOMMENTAR Niedrige Zinsen, geringe Wachstumsdynamik Wirtschaft im Euroraum wird im nächsten Jahr wieder wachsen Wirksamkeit der EZB-Geldpolitik ist begrenzt Bundesanleihen im Sog von US-Treasuries Weiterhin positive Grundströmung an den Aktienmärkten Risiken einer Konsolidierung nehmen zu Köln, 4. Dezember 213 Die volkswirtschaftlichen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Eurozone hat im Sommer dieses Jahres die Rezession hinter sich gelassen. Nach einem voraussichtlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts 213 dürfte die Wirtschaft des Euroraums 214 wieder auf einen Wachstumspfad einschwenken. Im Durchschnitt wird für den Euroraum allerdings nur mit einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität um,9 Prozent gerechnet. Legt man die Schätzung der OECD für das Potentialwachstum zugrunde, wonach die Eurozone bei fortwährender Vollauslastung seiner Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren mit 1,4 Prozent wachsen könnte, dürfte der Aufschwung damit aber auch im kommenden Jahr unterdurchschnittlich ausfallen, meint Dr. Frank Augsten, Chefvolkswirt der Gothaer Asset Management AG (GoAM). Es gelingt der Eurozone nach wie vor nicht, eine größere wirtschaftliche Dynamik zu entwickeln. Vor allem die lahmende private Nachfrage dürfte wegen der hohen Arbeitslosigkeit in der Eurozone weiterhin auf dem Wirtschaftswachstum lasten. Hinzu kommt, dass auch die öffentliche Hand vor dem Hintergrund der anhaltenden fiskalischen Herausforderungen auch im kommenden Jahr keine spürbaren Impulse entfachen kann. Die Wirksamkeit der Geldpolitik ist begrenzt Insofern ruhen die Hoffungen weiterhin auf der Europäischen Zentralbank. Doch es bleibt fraglich, ob die Geldpolitik der EZB im kommenden Jahr die Wirtschaft der Eurozone mit ihren niedrigen Zinssätzen stimulieren kann. Zwar hat die EZB die geldpolitischen Zügel seit Ausbruch der Krise stark gelockert. Da die

2 Geschäftsbanken die Liquidität jedoch nicht zur Vergabe von Krediten nutzen, verpufft die Geldpolitik weitgehend wirkungslos. Sichtbares Zeichen hierfür ist die Geldmenge, die trotz einer massiven Ausweitung der Geldbasis weitgehend stagniert (Abb. 1). Hieran wird auch die jüngste Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes durch die EZB Anfang November um 25 Basispunkte auf,25 Prozent wenig ändern. Die im Nachgang der Krise erhöhten Eigenkapitalanforderungen für Geschäftsbanken veranlassen die Banken der Eurozone, ihre Bilanzen zu verkürzen. Dieser Prozess könnte darüber hinaus mit dem von der EZB initiierten Asset Quality Review einen erneuten Schub bekommen, sollten sich weitere Kapitallücken bei den Geschäftsbanken der Eurozone ergeben. Bundesanleihen bleiben im Sog der US-Treasuries Ungeachtet der Leitzinssenkungen in diesem Jahr und der nach wie vor expansiven geldpolitischen Ausrichtung der EZB hat sich das Zinsniveau für Bundesanleihen und damit der wichtigsten Benchmarkanleihen in der Eurozone seit Beginn des Jahres erhöht. Die Ursache für diesen Zinsanstieg ist jedoch nicht in einem verbesserten konjunkturellen Umfeld in der Eurozone oder der gegenwärtig weniger angespannten Lage im Zusammenhang mit der Euroschuldenkrise zu sehen, erklärt Dr. Augsten. Vielmehr gelten als Auslöser für diesen Renditeanstieg die positiven Konjunkturdaten aus den USA. Diese haben die Erwartungen verstärkt, die US-Notenbank könnte ihre Käufe von Staatsanleihen möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte einschränken. In der Folge sind die Renditen für US- Treasuries mit einer Restlaufzeit von 1 Jahren von etwa 1,6 auf 3 Prozent im Jahresverlauf gestiegen und haben auch für einen Renditeanstieg bei ihren europäischen Pendants von etwa 1,2 auf mehr als 2 Prozent gesorgt. Aufgrund der jüngsten Aussagen der designierten Nachfolgerin für den Vorsitz der US- Notenbank, Janet Yellen, rechnen die Marktteilnehmer inzwischen jedoch nicht mehr mit reduzierten Anleihekäufen in diesem Jahr. Folglich haben die Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks wieder leicht nachgegeben. Für 214 ist bei einer fortgesetzten konjunkturellen Erholung jedoch mit einer Reduzierung der Anleihenkäufe zu rechnen, wodurch die Renditen wieder anziehen dürften.

3 Die EZB bleibt bei ihrer bisherigen Strategie Presse und Unternehmenskommunikation Die geringen Zinssätze am Geldmarkt einerseits und die im Jahresverlauf gestiegenen Zinssätze für länger laufende Anleihen anderseits haben dazu geführt, dass die Zinsstrukturkurve insbesondere vor dem Hintergrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus sehr steil geworden ist (Abb. 2). Insofern dürften einem weiteren Zinsanstieg nach oben Grenzen gesetzt sein, solange am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve die Zinssätze auf ihrem niedrigen Niveau verharren werden. Im gegenwärtigen Umfeld eines verhaltenen konjunkturellen Aufschwungs und eines nur geringen Inflationsdrucks dürfte die EZB ihre geldpolitische Ausrichtung vorerst beibehalten. Mit einer Leitzinserhöhung ist auch auf längere Zeit nicht zu rechnen. Darüber hinaus wird sich die EZB einem Anstieg der Geldmarktsätze zur Zeit wahrscheinlich entgegenstellen. Sollte sich der konjunkturelle Aufschwung im Laufe des Jahres 214 verfestigen und auch der Teuerungsdruck tendenziell etwas zulegen, könnte die Toleranz der EZB gegenüber steigenden Geldmarktsätzen zunehmen. Eine Rendite für Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von 1 Jahren in Höhe von 2,5 Prozent liegt so gesehen im Bereich des Möglichen. Weiterhin positive Grundströmung an den Aktienmärkten Risiken einer Konsolidierung nehmen zu Obwohl die Aktienmärkte nach den starken Kursanstiegen der letzten Wochen kurzfristig überkauft scheinen, hält die positive Grundströmung weiterhin an. Allerdings haben sich durch die jüngsten Entwicklungen die Risiken einer Konsolidierung an den Aktienmärkten erhöht, betont Timo Carstensen, Senior Portfolio Manager. Eine Reduktion der Anleihekäufe könnte die Aktienmärkte kurzfristig erneut belasten, wie dies bereits Mitte des Jahres zu beobachten war. Darüber hinaus lassen die Bewertungen inzwischen nur noch wenig Raum für Kurssteigerungsphantasien - zumal fraglich ist, ob das Gewinnwachstum der Unternehmen 214 neue Bewertungsspielräume eröffnet.

4 Abb. 1: Entwicklung der Geldbasis und der Geldmenge (Eurozone, 25 = 1) 3 25 Geldbasis Geldmenge M Jan 5 Jan 6 Jan 7 Jan 8 Jan 9 Jan 1 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Quelle: Bloomberg. Abb. 2: Entwicklung der Zinsdifferenz bei Bundesanleihen Jan Jan 2 Jan 4 Jan 6 Jan 8 Jan 1 Jan Spread 1-2 (in Bp., r. S.) Bunds RLZ 2 Jahre (in %) Bunds RLZ 1 Jahre (in %) Quelle: Bloomberg. Über Gothaer Asset Management AG Die Gothaer Asset Management AG ist die Asset Management Gesellschaft des Gothaer Konzerns und eine 1prozentige Tochter der Gothaer Finanzholding. Sie ist ein auf Versicherungsunternehmen, Versorgungswerke und Pensionskassen spezialisiertes Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Köln, das Dienstleistungen über die gesamte Wertschöpfungskette der Kapitalanlage der Versicherungen hinweg anbietet. Beginnend mit dem Asset Liability Management und der Portfolioverwaltung erstrecken sich die Dienstleistungen bis zu Planung und Controlling im HGB-/IFRS-Kontext. Hinzu kommen eine ganze Reihe eigener Publikumsfonds. Derzeit wird ein Kapitalanlagevolumen von 26,6 Milliarden EUR in fast allen Assetklassen verwaltet. 28 erhielt die Gothaer vom Fachmagazin portfolio institutionell den Award Beste Versicherung für den Versicherer mit der besten Kapitalanlage.

5 Ihr Ansprechpartner: Martina Faßbender Presse und Unternehmenskommunikation Telefon: 221/ , Telefax: 221/ Gothaer Konzern Gothaer Allee 1, 5969 Köln Internet:

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