Alternative Abflugverfahren am Flughafen Berlin-Brandenburg International. Verantwortlich:

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1 Dr. Fuld Alternative Abflugverfahren am Flughafen Berlin-Brandenburg International Verantwortlich: Dr.-Ing. Berthold Fuld Im Auftrag des Bezirks Treptow-Köpenick Berlin-Treptow

2 Gliederung - Ausgangslage - Alternativansatz - Nächste Schritte

3 Blankenfelde-Mahlow: Großer Teil liegt in den Lärmschutzzonen Lärmschutzzonen Quelle: FBS

4 Bohnsdorf, Eichenwalde, Waltersdorf, Schulzendorf: Großer Teil liegt in den Lärmschutzzonen Lärmschutzzonen Reduzierung der Lärmbelastung durch andere Abflugrouten möglich? Quelle: FBS

5 Bei jeder Änderung von Abflugrouten gibt es Begünstigte und Benachteiligte Grundüberlegungen - Die Hauptsiedlungsgebiete von Blankenfelde-Mahlow, BerlinBohnsdorf, Waltersdorf und Eichwalde werden nach dem Routenkonzept des Planfeststellungsverfahren bei An- und Abflug direkt in geringer Höhe überflogen - Geänderte Abflugrouten führen zu einer Entlastung vieler, aber zu einer Neu- oder Zusatzbelastung für einige andere - Kompensation für Neu- und Zusatzbelastungen ist geboten Quelle: Fraport; CAA; Planfeststellungsbeschluss

6 Unabhängiger Bahnbetrieb bei Starts erforderlich? Beispiele ohne unabhängige parallele Starts Frankfurt - Abwicklung von Fbw p.a. über abhängige Parallelbahnen - Bei starkem Nordwind ausschließliche Nutzung der Parallelbahnen; Abwicklung von Bewegungen je Stunde London-Heathrow - Nutzung je einer Bahn als Start- oder Landebahn : Bewegungen Berlin Flugbewegungen p.a.; 83/h als Planungsziel Quelle: Fraport; CAA; Planfeststellungsbeschluss

7 Der minimale Abstand zwischen zwei Starts bei abhängigem Betrieb beträgt 60 s Abstandsregeln - Wirbelschleppenabstand zwischen zwei Jets der Kategorie Medium : 3 nm = 5,5 km - Typische Geschwindigkeit (von Strahlflugzeugen) kurz nach Start: 180 kn => zeitlicher Abstand 60 s => 60 Starts /h - Größere Abstände bei Heavies (4 nm / 80 s Heavy zu Heavy; 5 nm / 100 s Medium hinter Heavy) => 45 Starts /h bei ausschließlichem Einsatz von Heavies Wieviel Starts welcher Kategorie sind in der ersten Morgenstunde vorgesehen? Quelle: Fraport; CAA; Planfeststellungsbeschluss

8 Bei abhängigem Betrieb von Landebahnen weniger Lärmbetroffenheit Vorteile gegenüber unabhängigen Landebetrieb - Bei unabhängigen Landebahnen muss das Eindrehen mit einer Höhendifferenz von 1000 ft erfolgen - Bei nur einer Landebahn Instrumentenanflüge mit Eindrehen in geringerer Entfernung zum Flughafen möglich - Auch denkbar: Nutzung einer Bahn als Landebahn und der anderen als Startbahn; dabei wechseln Phasen mit sehr starker Belastung mit (relativer) Ruhe - Einbahnbetrieb (Starts und Landungen von einer Bahn) in der Nacht oder zumindest der Kernnacht möglich und sinnvoll? Quelle: ICAO

9 Ab einer Mindesthöhe über Grund von 120m sind enge Kurven möglich Eckpunkte für Routenentwurf - Keine Entlastung der Gemeinden an den Bahnköpfen zum Nachteil einer größeren Anzahl Bewohner anderer Orte - Unabhängiger Startbahnbetrieb ist nicht notwendig - Mindesthöhe von 120m; Abdrehen vor Ende der Landebahn möglich - Abschätzung der Strecke bis Abdrehhöhe aus AzB-Steigprofilen - Querneigungswinkel max. 25 ; ergibt einen Minimalradius von ca. 2 km - Kein direkter Überflug von Selchow und Waltersdorf - Abstand von 5 nm zu benachbarten Flugrouten in gleicher Höhe - Anflugrouten werden beim Abflug überquert; A340-Profil liegt an Kreuzungspunkten über ft - Ausflug- /Einflugpunkte orientiert an bisheriger Situation - Hindernisfreiheit wird angenommen Quelle: Fuld

10 Neben grafischen Entwurf umfasste Auftrag Erstellung des Datenerfassungssystems Aufgabenstellung - Entwurf von Abflugrouten und kompatibler Anflugrouten für BR07 und Verknüpfungspunkten zum unteren Luftraum - Beschreibung der Flugrouten und des Flugverkehrs im Datenerfassungssystem für Lärmberechnung; Lärmberechnung anschließend durch Büro Maschke Quelle: Fuld

11 In Frankfurt und Bremen : z.t. enge Kurven unmittelbar nach Start Flugspuren Frankfurt ; Bremen und es drehen Flugzeuge vor Startbahnende ab Quelle: DFLD; DFS

12 Berlin kann umflogen werden Vorschlag großräumig BR25 Quelle: Fuld

13 Berlin kann umflogen werden Vorschlag großräumig BR07 Quelle: Fuld

14 In Flughafennähe kein Überflug dichter Besiedlung Vorschlag im Raum Blankenfelde xb: Mittelschwere Flugz. 25L; xf: Schwere Flugz. 25L; xg: Alle 25R Quelle: Fuld

15 In Flughafennähe kein Überflug dichter Besiedlung Vorschlag xk: Mittelschwere Flugz. 07R; xl: Schwere Flugz. 07R; xq: Alle 07L Quelle: Fuld

16 Schulzendorf und Waltersdorf würden ausschließlich von Langstreckenmaschinen überflogen werden Problematik für Gemeinden östlich des Flughafens - Mittelschwere Maschinen (B737; A320; B757; B767) können westlich abdrehen - Schwere Maschinen erreichen hierfür zu weit östlich die Mindesthöhe => Der Einsatz schwerer Langstreckenmaschinen sollte nicht gefördert werden Ansatzpunkte: - Lärmzuschläge der Entgeltordnung, abhängig von Lärmmessungen in Glasow und Waltersdorf - Keine Begünstigung von Umsteigeverkehr Quelle: Fuld

17 Vorschlag muss noch hinsichtlich der Betroffenheit optimiert werden Aufgaben der DFS - Prüfung der Notwendigkeit des unabhängigen Startbetriebs - Optimierung der Flugverfahren unter Berücksichtigung der Betroffenenzahlen (NIROS) - Optimierung der Anflugverfahren - Prüfung, ob Nutzung von 25R/07L als Lande- und 25L/07R als Startbahn im Kontext mit unterschiedlichen Anflugverfahren hinsichtlich Betroffenheit sinnvoll ist - ggf. unterschiedliche Festsetzung von Tagund Nachtrouten Hinweis: Es gibt eine öffentliche Datenbank mit einer Verknüpfung von Adressen (Einwohnermeldeamt) und geografischen Koordinaten (Ergebnissen der Lärmberechnung) Quelle: Fuld

18 Unterschiedliche Betroffenheiten müssen fair berücksichtigt und ausgeglichen werden Zu prüfen: - Sollen neu oder stärker als bisher Betroffene höher gewichtet werden? - Sollen überraschend neu Betroffene höher als vom Planszenario Betroffene gewichtet werden? - Ist (vorhandener oder beantragbarer) passiver Schallschutz zu berücksichtigen? - Ansatz: Bildung eines Lärmindex nach dem Grundansatz LI = f Li i

19 Einige Ansätze für Lärmindices sind in der Literatur diskutiert Beispiele Bewertung nach - Energieäquivalentem Dauerschallpegel - Belästigung nach EU-Formel - Belästigung nach RDF-Studie - Sone-Bewertung des Dauerschallpegels; wendet DFS fallweise an Für nächtliche Lärmbelastung - EEG-Aufweckreaktionen nach DLR-Studie Sinnvoll: Berechnen von Lärmindexwerten für Flugroutenalternativen mit einer fest vorgegeben Flugbewegungsanzahl nach Flugzeugklasse => Bewegungsunabhängigen Gütewert einer Flugroute Quelle: Fuld/Rahn; RDF/FFR; DLR: DFS

20 Mit einem Lärmindex werden Betroffenheiten gewichtet Beispiele für Lärmindices (normiert: f(ldn=60 db(a) =100%)) %f (Ldn=60 db(a)) %edn60 %ha EU %ha RDF %ha ALP %sdn Ldn [db(a)] Quelle: Fuld/Rahn

21 Vorschlag für Vorgehensweise: Berliner Lärmindex definieren - Vorschlag durch Fluglärmkommission an die DFS - Durch Umfrage unter FLK-Mitgliedern gewünschte Grundansätze und Wichtungen ermitteln - Wichtungsfaktoren durch Mittelung der in Umfrage genannten Werte errechnen und in mathematische Funktion überführen - Für alternative Flugroutenverläufe und -belegungen Indices berechnen Entscheidungen sollten auf fundierter Basis erfolgen Quelle: Fuld

22 Kompensation ist erforderlich - Neu oberhalb der Grenzwerte Belastete müssen vor Inbetriebnahme des Flughafens passiven Schallschutz erhalten => Entscheidung über Flugrouten ist dringlich - Ist nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes Schadenersatz für überraschend Betroffene zu leisten, die im Vertrauen auf die im Planfeststellungsverfahren (einschließlich dem ergänzten Verfahren) vorgelegten Lärmberechnungen investiert haben? Quelle: Fuld

23 Fazit: Südabflug ist möglich und sinnvoll - Bei Verzicht auf unabhängigen Startbetrieb ist der Abflug aller Flugzeuge nach Süden möglich - Es entsteht dabei deutlich weniger gewichtete Lärmbetroffenheit sowohl gegenüber Planszenario als auch gegenüber DFSVorschlag - Optimierung des Grundansatzes ist erforderlich - Schutz und besondere Kompensation für überraschend Betroffene ist geboten - Langstreckenflugzeuge sollten ferngehalten werden; BBI darf nicht Interkontinentalhub werden - Ausbau von Sperenberg als Langstrecken- und Umsteigeflughafen wahrscheinlich sinnvoll

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