Initialtherapie I Mundhygiene und Herstellung hygienefähiger Verhältnisse

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1 Initiatherapie I Mundhygiene und Hersteung hygienefähiger Verhätnisse 23 Initiatherapie I Mundhygiene und Hersteung hygienefähiger Verhätnisse Ziee, Behandungsinhate und Organisation der Initiatherapie I Früheren Auffassungen zufoge sah man das Zie der Parodontitistherapie in einer mögichst radikaen Entfernung parodontaer Taschen. Man begründete dieses Vorgehen damit, dass durch Normaisierung des parodontaen Zustandes (infoge Tascheneiminierung und Wiederhersteung einer physioogischen Gingivamorphoogie) der Patient in der Lage sei, die Paqueakkumuation zu beherrschen. Früher radikae Entfernung parodontaer Taschen Diese Annahme hat sich jedoch nicht bestätigt!! Hierfür bieten insbesondere die Langzeitstudien von Axesson und Lindhe aus den Jahren 1978 und 1981 überzeugende Nachweise. Der Vergeich einer Testgruppe aus 375 Patienten, die ae drei Monate erneute Mundhygieneinstruktionen und professionee Zahnreinigungen erhieten, mit einer Kontrogruppe aus 180 Patienten, bei denen diese Maßnahmen nur ae 12 Monate durchgeführt wurden, zeigten kare Unterschiede: Nach sechs Jahren entwicketen die Patienten der Testgruppe deutich weniger Entzündungen, geringere Sondierungstiefen, einen geringeren kinischen Attachmentverust und weniger kariöse Zähne as die Patienten in der Kontrogruppe. Darüber hinaus konnten von den 375 Patienten der Testgruppe 257 über einen Gesamtzeitraum von 30 Jahren beobachtet werden (Axesson und Lindhe 2004). Nur wenige Zähne gingen in diesem Zeitraum veroren (0,4 1,8 je nach Atersgruppe [Tab. 1.1]), wobei der Hauptgrund für den Zahnverust Wurzefrakturen waren und nur wenige Zähne aufgrund von progressiver Parodontitis oder Karies veroren gingen.

2 24 Kausae Therapie Initiatherapie I Die Ergebnisse dieser Studien waren für den Steenwert der regemäßigen (ebensangen) präventiven Betreuung durch Mundhygiene(re) instruktion und professionee Zahnreinigung für den Erfog einer systematischen Parodontabehandung richtungsweisend. Eine Viezah anderer Studien mit ähnichen Ergebnissen bestätigen dies (Hirschfed und Wasserman 1978, McFa 1982, Ramfjord 1993, Checchi et a. 2002). Neue Auffassung Daraus ergab sich eine neue Auffassung über die systematische Betreuung von Parodontitispatienten: Werden Taschen konservativ oder chirurgisch behandet und wird der Patient anschießend nicht in ein konsequentes Nachsorgesystem eingepasst, agert sich wieder Paque an, kommt die Entzündung der Gingiva wieder auf, entstehen neue Taschen und geht Attachment veroren. Wird in regemäßigen Abständen die Paque professione entfernt und ist außerdem eine sorgfätige persöniche Paqueentfernung garantiert, beibt das Parodont entzündungsfrei. Diese Überegungen wurden ein wichtiger Grundpfeier der Initiatherapie I. Kritisch ist aus heutiger Sicht jedoch hinzuzufügen, dass wahrscheinich die Bedeutung der regemäßigen professioneen Zahnreinigung, die sich durchaus auch in den subgingivaen Raum erstreckt, einen höheren parodontaprophyaktischen Steenwert hat as die Mundhygiene bzw. Mitarbeit des Patienten (Hugosson et a. 2000). Gruppe Ater (1972) Unterschied 0,4 0,7 1,8 Jähricher Zahnverust 0,01 0,02 0, ,7 25,8 20,1 26,3 25,1 18,3 Tab. 1.1 Mittere Anzah vorhandener Zähne und berechnete jähriche Rate an Zahnverust bei 257 Patienten mit regemäßiger professioneer Paquekontroe über 30 Jahre (nach Axesson und Lindhe 2004) Dennoch ist die Schaffung hygienefähiger Verhätnisse nach wie vor ein wichtiger Bestandtei der Initiatherapie I. Häufig ist es dem Patienten nur bedingt mögich, seine Hygienemaßnahmen effizient umzusetzen, da die Hygienefähigkeit, beispiesweise durch supragingivaen

3 Initiatherapie I Mundhygiene und Hersteung hygienefähiger Verhätnisse 25 Zahnstein, insuffiziente Restaurationsränder und hygienisch ungünstig gestatete Brückenzwischengieder, nicht gegeben ist (Abb. 1.4). Aus diesem Grund verfogt die Initiatherapie zwei wesentiche Ziee: Ziee der Initiatherapie Die Hersteung einer optimaen Mundhygiene durch den Patienten Die Hersteung hygienefähiger Verhätnisse durch den Behander (Zahnarzt, ZMF oder Dentahygieniker/in) Durch diese Maßnahmen wird es mögich, die Paquemenge auf der Zahnoberfäche zu verringern, die entzündichen gingivaen Veränderungen zu reduzieren und ae Umstände, die eine erneute Paqueakkumuation fördern, zu eiminieren. Im Einzenen ergeben sich daraus fogende Richtinien für den Inhat der Initiatherapie I:! 1. Behandungsmaßnahmen zur Hersteung einer optimaen Hygiene durch den Patienten: Eräuterung der Ätioogie der Erkrankung (Gingivitis, Parodontitis) und des Steenwertes der eigenen Mundhygiene für den Behandungserfog Demonstration gingivaer Butungen während der Untersuchung und Eräuterung derer Bedeutung Demonstration der Mundhygienedefizite: - Sichtbarmachung der vorhandenen Beäge durch Anfärben mit Paquereveatoren - Eräuterung der Probemsteen Überprüfung/Monitoring der Mundhygiene mittes Mundhygieneindizes (z.b. API, SBI) Mundhygieneinstruktion entsprechend der aufgenommenen Befunde und der bisherigen Mundhygiene: - Eräuterung der individueen Zahnputztechnik und -systematik - Eräuterung der Interdentaraumhygiene

4 26 Kausae Therapie Initiatherapie I 2. - ggf. zusätzich chemische Paquekontroe - ständige Remotivation Behandungsmaßnahmen zur Hersteung der Hygienefähigkeit durch das Praxisteam: Professionee supragingivae Zahnreinigung Entfernung iatrogener Reize: - Entfernung überstehender Kronen- und Füungsränder - Korrektur von Brückenzwischengiedern - Poitur unpoierter Füungen (z.b. Amagamfüungen) - Entfernung natüricher Paqueretentionssteen (z.b. Rien, Furchen, Einziehungen) 3. Zusätziche zahnärztiche Maßnahmen während der Initiatherapie: Extraktion von Zähnen mit hoffnungsoser Prognose und ggf. Anfertigung einer Interimsversorgung Versorgung kariöser Läsionen und insuffizienter Restaurationen (provisorische Versorgung zunächst ausreichend) endodontische Behandungen (z.b. Endo-Paro-Läsion) ggf. grobe Einscheiftherapie ggf. adhäsive Schienung von Zähnen mit erhöhtem Lockerungsgrad

5 Initiatherapie I Mundhygiene und Hersteung hygienefähiger Verhätnisse 27 a b c d Abb. 1.4a d Fotostatus eines Patienten mit schwerer chronischer Parodontitis, bei der eine eingeschränkte Hygienefähigkeit die ohnehin mangehafte persöniche Mundhygiene zusätzich einschränkt: überstehende Kronenränder (Regio 16, 35, 45), unhygienisch gestatetes Brückenzwischengied (Regio 46), supragingivaer Zahnstein (Regio 33 43), zervikae Karies (Regio 44), insuffiziente Zahnhasfüung (23) Die Anzah der Sitzungen für die Initiatherapie I richtet sich nach dem Behandungsbedarf und dem Erfog der durchgeführten Maßnahmen. Durchschnittich geten drei Termine as angemessen, das Minimum sind zwei. As angestrebtes Zie sote eine Verringerung auf einen Paque- und Gingivaindex angesehen werden, der einer optimaen Mundhygiene entspricht (z.b. API < 30 %, SBI < 30 %). Notwendige zahnärztiche Maßnahmen (Punkt 3, siehe oben) soten parae, aerdings getrennt von den Reinigungsmaßnahmen, durchgeführt werden. Zwischen der etzten Sitzung der Initiatherapie und der Reevauation soten zwei bis drei Wochen Abstand bestehen. Anzah der Sitzungen

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