ZERSTÄUBEN VON FLÜSSIGKEITEN

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1 Diss. ETH Nr CHARAKTERISIERUNG VON DÜSEN ZUM ZERSTÄUBEN VON FLÜSSIGKEITEN ABHANDLUNG zur Erlangung des Titels DOKTOR DER TECHNISCHEN WISSENSCHAFTEN der EIDGENÖSSISCHEN TECHNISCHEN HOCHSCHULE ZÜRICH vorgelegt von THOMAS RAETZO Dipl. Masch.-Ing. ETH geboren am 11. September 1965 von St. Antoni und Fribourg (CH) Angenommen auf Antrag von Prof. Dr. L. Reh, Referent Prof. Dr. F. Widmer, Korreferent Zürich 1995

2 bei wesentlich IV Zusammenfassung Das Zerstäuben von Flüssigkeiten zur Erzeugung feiner Tropfen ( u.m) bei industriellen Durchsätzen bis zu 1 t/h ist von grosser Bedeutung in stoffund energieumwandelnden Prozessen. Die Charakterisierung verschiedener Düsentypen ermöglicht dem Ingenieur eine gezielte Auswahl der für den jewei ligen Prozess geeigneten Düse. Ein verbessertes Verständnis der Strömungs vorgänge innerhalb und um einen Sprühkegel erlaubt die Optimierung, sogar die Entwicklung neuer Prozesse zur Nutzung des bei der Zerstäubung entste henden grossen Potentials einer enormen, massenspezifischen Oberfläche. Die vorliegende Arbeit vergleicht die Sprühkegeleigenschaften dreier Düsen verschiedenen Typs: Aussenmischende Zweistoffdüse; schaumbildende, innenmischende Zweistoffdüse; Dralldruckdüse. Dazu wurde Wasser und für einige Versuche Fest-Flüssig-Suspensionen mit feinem Feststoff (xrj,99< 8 u.m) in einem bestehenden Düsenprüfstand zu vertikal abwärtsgerichteten Sprühkegeln zerstäubt. Die Flüssigkeitsdurchsätze betrugen - bis 1 t/h mehr als in vielen bisher veröffentlichten Untersuchungen ( kg/h). Der Flüssig keitsdruck am Eingang der Dralldruckdüse wurde bis 70 bar eingestellt. Zur Sprühkegelcharakterisierung eingesetzt wurden ein Phasen-Doppler- Partikel-Anemometer (PDPA) für die Detektion von Tropfengrössen und -geschwindigkeiten, eine Pitot-Sonde und ein Flügelradanemometer für die Messung von Richtung und Geschwindigkeit des in den Sprühkegel gesaugten Umgebungsgases, ein spezieller Tropfenkollektor für die Flüssigkeitsmassenflussbestimmung (Patternator) und eine am Institut neu entwickelte Impuls messsonde. Die verschiedenen Messgeräte ermöglichten z.t. rasche Querver gleiche und somit eine zusätzliche Kontrolle der Messwerte. Beim optisch und berührungsfrei arbeitenden PDPA ist eine umfangreiche Kenntnis des Funktionsprinzips zur richtigen Anwendung unerlässlich. Die anderen Mess systeme erlauben, Sprühkegeldaten einfacher, kostengünstiger und viel rascher als mit dem PDPA zu messen. Untersuchungen zeigen, wie die schaumbildende Zweistoffdüse gegenüber der aussenmischenden bei gleichen Durchsätzen Tropfen Sauterdurchmessern - mit feineren mittleren jedoch entsprechend höherem Energieaufwand - erzeugt. Die Dralldruckdüse bildet Tropfen mit den grössten mittleren Sauter durchmessern, dafür bei geringerem spezifischem Energieaufwand. Ihre radia len Sauterdurchmesserprofile steigen von einem vergleichbar tiefen Niveau in der Sprühkegelmitte gegen den Rand hin stark an. Die Zweistoffdüsen hingegen

3 V erzeugen für ein Luft-Wasser-Massenstromverhältnis grösser als ca. 0.5 ein flaches Profil. Die Darstellung der Tropfenspektren mittels zweiparametriger Verteilungs funktionen zu Berechnungs- und Simulationszwecken erfolgt am besten mit einer upper-limit-funktion. Die Rosin-Rammler-Funktion weist im Feinbereich beträchtliche Abweichungen von den Tropfengrössenhistogrammen auf. Ein Flüssigkeitsdrallkörper in der aussenmischenden Zweistoffdüse bewirkt in deren Sprühkegeln eine gleichmässige Verteilung des Flüssigkeitsmassenflusses. Letzteren konzentriert die schaumbildende Zweistoffdüse in der Sprühkegel mitte. Die Dralldruckdüse bildet wegen den nach Düsenaustritt an der Flüssig keit angreifenden Zentrifugalkräften einen Hohlkegel. Dieser wandelt sich bei hohen Düsenvordrücken bis 70 bar und Düsenabständen über 0.3 m in einen Vollkegel um. Die Sprühkegelquerschnitte dieser Düse weisen als einzige eine rotations-asymmetrische Verteilung des Flüssigkeitsmassenflusses auf. Die Sprühkegel der Zweistoffdüsen saugen beträchtliche Mengen Umgebungs gas an (Entrainment). Bis zu einem Abstand von der Düse von 1 m können diese bis etwa das 30fache des Zerstäubergasstromes betragen. Das Entrainment hängt vor allem vom Gas- und kaum vom Flüssigkeitsmassenstrom im Sprühkegel ab. Ein Grund hierfür liegt in der Dominanz des bis 12mal grösseren Gas- im Vergleich zum Flüssigkeitsimpulsstrom in den Sprühkegeln. Ein Unterbinden des Entrainments mit konstruktiven Umhüllungen im Nahbereich der aussenmischenden Zweistoffdüse verbreitert den Sprühkegel bei praktisch unveränderten, mittleren Tropfengrössen. Beim Zerstäuben von Suspensionen mit Zweistoffdüsen entstehen vor allem bei der aussenmischenden Düse Tropfen mit deutlich grösseren Sauterdurchmessern als bei der Wasserzerstäubung. Die radialen Verteilungen der Flüssigkeits massenflüsse zeigen gegenüber Wassersprühkegeln keine signifikanten Verän derungen. Auf die Suspension wirkende Zentrifugalkräfte in der aussen mischenden Zweistoffdüse, Interaktionen während der Gas-Flüssigkeitsvermi schung in der schaumbildenden Düse, sowie die Wasserverdunstung im Sprüh kegel bewirken eine Veränderung der Feststoffkonzentration und der mittleren Feststoff-Partikelgrösse in den Tropfen über einen Sprühkegelquerschnitt. Durch fluiddynamisch optimal konstruierte Düsen, sowie mit einer Strömungs führung, die eine effizientere Interaktion von Zerstäubergas und Flüssigkeit ermöglicht, sind weitere Verbesserungen der Zerstäubung anzustreben.

4 VI Summary Liquid atomization is a very often used key Operation in many process applications. Atomization nozzles with different atomization mechanisms are used, which differ considerably in regard to momentum transfer between liquids to be atomized and the atomizing and surrounding gas. Especially drop size and liquid mass flux distributions in the spray are very important in regard to nozzle type selection for different applications. Twin-fluid nozzles of external-mixing and internal-mixing, effervescent type therefore have been investigated in comparison to a pressure swirl nozzle. An existing industrial size test rig allowed to atomize water and solid-liquid suspensions as well to vertical sprays. All nozzles produced fine droplets with 1 to 200 (im Sauter Mean Diameter at liquid mass flow rates up to 1 t/h. The pressure swirl nozzle has been operated with liquid pressures up to 70 bar. The mass flow rates exceeded the analogous values of most other investigations published by now. In order to get spray data and to increase the reliability of results, the physical quantities were measured by different devices, such as a Phase-Doppler- Particle-Analyzer (PDPA) to detect droplet size and velocity, a Pitot tube and a blade anemometer to measure stream line direction and velocity of the surrounding gas sucked into the spray, a special droplet collector (patternator) to obtain radial liquid mass flux distributions and a newly at the institute developed momentum probe to measure local total momentum flux. An extensive knowledge of the function principles of the PDPA is crucial for the correct application of this optical and non-intrusive device. The other measuring Systems allow to gain spray data easier, cheaper and much faster than by PDPA-measurements and computations. At equal flow rates, the effervescent nozzle generates droplets with smaller Sauter Mean Diameters than the external-mixing twin-fluid nozzle, but requires for this a corresponding higher energy input. In comparison the pressure swirl nozzle produces droplets with the largest Sauter Mean Diameters at the lowest liquid mass specific energy consumption. The radial Sauter Mean Diameter profiles of this nozzle sprays increase considerably from comparable small values in the spray centre to a high level at the outer region of the spray. The twin-fluid nozzle sprays in turn can be characterized by a flat profile above an air to liquid mass flow ratio of ca. 0.5.

5 VII Compared to the Rosin-Rammler (RR) and the log-normal distribution function the upper-limit function turned out to be the most adapted to Substi tute the obtained droplet size spectra for calculation or Simulation purposes. The RR function shows a considerable deviation in the fine particle ränge. A swirl body in the external-mixing twin-fluid nozzle causes a relatively equal liquid mass flux distribution over the spray cross sections. The effervescent nozzle concentrates the liquid mass flux in the spray centre. The pressure swirl nozzle finally produces hollow cone liquid mass flux profiles over a spray cross section because of centrifugal forces acting on the fluid after the nozzle outlet. For liquid pressures at the nozzle inlet of about 70 bar and distances from the nozzle above 0.3 m füll spray cones can be observed, too. Only the pressure swirl nozzle shows an asymmetrical circumferential liquid mass flux distribution over the spray cross sections. The considerable amount of surrounding air entrained from the twin-fluid nozzle sprays can be of great importance for practical applications. Within a distance of 1 m from the nozzle, the total entrainment rate may reach 30 times the set mass flow rate of atomization air. The entrainment rate is mainly due to the gas and less to the liquid flow rate in a spray. One reason can be seen in the predominance of the gas compared to the liquid momentum flow, the ratio of both values may be up to 12. Avoiding entrainment by shielding the zone close to the external-mixing nozzle outlet leads to wider sprays at scarcely changed droplet mean diameters. Atomizing suspensions with twin-fluid nozzles generates, especially in the case of the external-mixing nozzle, droplets with larger Sauter Mean Diameters could be noticed than for water atomization. The radial liquid mass flux profiles showed no significant changes to the results obtained with water. Centrifugal forces acting on the Suspension in the external-mixing nozzle, liquid-gas mixing effects within the effervescent nozzle, as well as evaporation effects in the spray cause changes in solid concentrations and mean solid particle sizes in droplets over a spray cross section. Optimized nozzle constructions regarding fluid dynamics and a more efficient interaction between the liquid and the atomizing gas should be realized for an improved atomization.

6 VIII Resume L'atomisation de liquides pour l'obtention de fines gouttelettes (1 ä 200 Xm diametre Sauter) ä des debits jusqu'ä 1 t/h revet d'une grande importance pour de nombreux procede"s industriels. La caracterisation de differents types de buses permet ä l'ingenieur une selection ciblee de la buse adaptee au procede qu'il considere. Une meilleure comprehension des conditions d'ecoulement dans et autour du cone d'atomisation permet 1'optimisation, ainsi que le developpement de nouveaux procedes, qui exploitent un enorme potentiel mis ä disposition par l'atomisation, c-ä-d. une tres grande surface specifique. Le present travail compare les proprietes d'atomisation de trois buses de differents types : buse ä deux composants ä melange externe, buse ä deux composants effervescente ä melange interne, buse ä giration. De l'eau et pour certains essais une Suspension de fines particules (xo,99<8umti) dans l'eau ont ete atomisees sous la forme d'un cone vertical dirige vers le bas. Les debits des liquides montaient jusqu'ä 1 t/h, une quantite notablement plus importante que dans beaucoup de recherches publiees (0.1 ä 70 kg/h). La pression de liquide ä l'entree de la buse ä giration etait mise jusqu'ä 70 bar. Afin de caracteriser le cone d'atomisation, plusieurs techniques ont ete utilisees: un anemometre ä effet Doppler de phase (PDPA) pour la detection des vitesses et des diametres des gouttelettes, une sonde Pitot et un anemometre ä helice pour mesurer la direction et la vitesse du gaz environnant empörte par le cone, un collecteur special de gouttelettes pour determiner le flux massique du liquide (patternateur), et une sonde nouvellement developpee ä 1' Institut pour mesurer la quantite de mouvement dans le cone d'atomisation. Ces techniques permettent en partie de comparaisons rapides ainsi qu' un contröle supplementaire des valeurs mesurees. Le PDPA, methode optique et non-invasive, requiert une connaissance approfondie de son principe de fonctionnement. Par contre, les autres techniques permettent de mesurer les donnees caracteristiques au cone d'atomisation de maniere plus simple, moins onereuse, et plus rapide. Pour des debits identiques, des etudes montrent que la buse effervescente, par rapport ä la buse ä melange externe, produit des gouttelettes de diametre de Sauter moyen plus petits, quoi que s'accompagnant d'une depense energetique plus grande. La buse ä giration forme des gouttelettes avec les diametres de Sauter moyens les plus grands, et ceci pour une depense energetique specifique moindre. Son profil radial du diametre de Sauter croit rapidement d'un niveau comparativement faible au centre du cone ä un niveau plus important au bord. Les buses ä deux composants par contre forment un profil radial plat pour un rapport de masse air/eau superieur ä env. 0.5.

7 IX Dans une perspective de Simulation ou de calcul, la meilleure representation du spectre des gouttelettes au moyen de fonctions de distribution ä deux parametres est obtenue ä l'aide d'une distribution upper-limit. Dans le domaine des fines particules, la representation Rosin-Rammler montre des ecarts considerables par rapport aux mesures. Le mecanisme girotationnel dans la buse ä melange externe induit une distribution relativement uniforme des flux massiques du liquide dans le cone d'atomisation. Cette derniere est concentree au centre du cone dans le cas de la buse effervescente. En raison des forces centrifuges agissant sur le liquide dans la buse ä giration, celle-ci forme un cone d'atomisation creux. Celui-ci se transforme en un cone plein pour des grandes pressions jusqu'ä 70 bar et pour des distances sous la buse superieures ä 0.3 m. Pour ce type de buse uniquement, la distribution des flux massiques du liquide dans une section transversale n'est pas symetrique autour de Taxe vertical. Le cone d'atomisation des buses ä deux composants aspire des quantites considerables de gaz environnant (entrainment). Jusqu'ä une distance de 1 m sous la buse, celles-ci peuvent se monter ä une quantite d'air egale ä 30 fois celle utilisee pour l'atomisation dans la buse. L'entrainment depend avant tout du debit massique de gaz dans le cöne d'atomisation et ä peine de celui du liquide. Une raison reside dans la dominance de la quantite de mouvement du gaz dans les cönes d'atomisation par rapport ä celle du liquide, qui est jusqu'ä 12 fois plus importante. La reduction de l'entrainment par la construction d'une enveloppe autour de la zone proche de la buse ä melange externe provoque l'elargissement du cone d'atomisation tout en laissant les diametres moyens des gouttelettes inchanges. En atomisant des suspensions avec les buses ä deux composants, des gouttelettes de diametre de Sauter plus grand ont ete observees, et ceci particulierement pour la buse ä melange externe. Les distributions radiales des flux massiques de liquide ne montrent pas de changements significatifs par rapport au cas de l'eau. Un changement de la concentration des solides et du diametre moyen des particules solides dans les gouttelettes ä travers une section transversale a 6te observee. Les raisons expliquant ces phenomenes sont, les forces centrifuges agissant sur la Suspension dans la buse ä melange externe, les effets resultant des melanges gaz-liquide dans la buse effervescente, de meme que l'evaporation de l'eau dans le cone d'atomisation. Avec de buses construites de maniere optimale du point de vue dynamique de fluides, et accompagnees d'un guide d'ecoulement pour permettre une interaction optimale entre le gaz d'atomisation et le liquide, une ameliorations notables dans les procedes d'atomisation est ä obtenir.

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