ERFOLG DURCH CHANCENGLEICHHEIT. Zentrale Ergebnisse einer Umfrage unter Personalverantwortlichen

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1 ERFOLG DURCH CHANCENGLEICHHEIT Zentrale Ergebnisse einer Umfrage unter Personalverantwortlichen 1

2 Fachkräftemangel und Gender: Neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt Chancengleichheit im Fokus Aufgrund drohender Fachkräfteengpässe wird es in vielen Branchen für Unternehmen immer wichtiger, sich im Wettbewerb um qualifizierte und motivierte Beschäftigte als attraktive Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu positionieren. Die Koordinierungsstelle Logib-D ( Lohngleichheit im Betrieb Deutschland ) und der BPM (Bundesverband der Personalmanager) haben einzelne Ansatzpunkte der betrieblichen Personalpolitik beleuchtet, die bei der Rekrutierung und Bindung von Fachkräften eine Rolle spielen können. Mit Blick auf das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) initiierte Projekt Logib-D wurde insbesondere die Bedeutung verschiedener Aspekte der Chancengleichheit von Frauen und Männern näher untersucht. Viele Personalverantwortliche setzen sich laut der aktuellen Studie mit Themen wie Fachkräftesicherung, Demografie, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und insbesondere auch der Chancengleichheit von Frauen und Männern auseinander. Dabei kommt auch eine branchenübergreifende Tendenz zum Ausdruck: Je größer ein Unternehmen ist, desto höher fällt der Anteil der Betriebe aus, der die Themen der aktuellen Befragung auf der Agenda haben. Die weiteren Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen neben Weiterbildungsangeboten und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen und Karrierechancen als wichtige personalpolitische Ansatzpunkte zur Steigerung der Motivation und Leistungsfähigkeit ansehen. Mit Blick auf die am Arbeitsmarkt noch ungenutzten Potenziale hochqualifizierter Frauen verwundert es nicht, dass viele Unternehmen bei der zukünftigen Besetzung von Fach- und Führungspositionen eine stärkere Berücksichtigung von Frauen planen. Die Studie basiert auf einer Befragung von Personalverantwortlichen und wurde in Zusammenarbeit mit der Institut der deutschen Wirtschaft Consult GmbH umgesetzt. Die Ergebnisse spiegeln 396 Antworten der Befragten zu ihren Unternehmen wider. 2

3 Was die Personalchefs umtreibt Frage: Wie intensiv befasst sich Ihr Unternehmen mit folgenden personalpolitischen Themen? (Auswahl) Sehr intensiv/ intensiv Fachkräftemangel/ -sicherung 80,0% Vereinbarkeit von Familie und Beruf 62,9% Frauen in Führungspositionen 41,5% Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern 37,6% Genau 8 von 10 der befragten Unternehmen beschäftigen sich intensiv bzw. sehr intensiv mit dem Fachkräftemangel bzw. der Fachkräftesicherung. Damit unterstreicht der Befund die aus anderen Untersuchungen bekannten Ergebnisse, die auf bestehende oder drohende Engpässe an qualifiziertem Personal hinweisen. Zudem widmen sich knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zeigen, dass dieses Thema für sie eine hohe Relevanz hat. Aber auch Frauen rücken stärker in den Fokus. Immerhin rund 40 Prozent der befragten Betriebe befassen sich aktuell mit Frauen in Führungspositionen bzw. Entgeltgleichheit. Perspektivisch scheint dies jedoch nur der Anfang zu sein. Die aktuelle Studie zeigt, dass diesen Gender- Themen eine noch deutlich höhere Bedeutung für die Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zukommt. 3

4 Geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen und geschlechtsunabhängige Karrierechancen motivieren Gut 8 von 10 Unternehmen benennen geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen und knapp 9 von 10 Unternehmen sehen geschlechtsunabhängige Karrierechancen als geeignete Ansatzpunkte zur Steigerung der Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter/innen. Die Umfrage zeigt, dass 8 von 10 Unternehmen geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen und 9 von 10 Befragten geschlechtsunabhängige Karrierechancen als geeignete Ansatzpunkte zur Steigerung der Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen. Insbesondere meinen gut drei von fünf der befragten Betriebe mit einem Frauenanteil von bis zu 20 Prozent, zukünftig Frauen stärker bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen berücksichtigen zu wollen. Die Daten zeigen also, dass die Unternehmen in den beiden Gender-Themen wichtige Ansatzpunkte zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sehen, die letztlich auch den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund kann auch das Programm Logib-D einen wertvollen Beitrag leisten. Logib-D bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Lohn- und Gehaltsdaten kostenlos hinsichtlich der Ursachen von ggf. bestehenden Lohnunterschieden von Frauen und Männern analysieren zu lassen und sensibilisiert für dieses Thema. Für Unternehmen kann sich daher insbesondere das Employer-Label Logib-D geprüft als wertvolle Ergänzung in der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften erweisen. 4

5 Fachkräftesicherung: Ein zentrales Thema für Personalverantwortliche Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben In vielen Branchen ist der Fachkräftemangel bereits heute Realität. Denn qualifizierte Beschäftigte bilden die Grundlage für eine hohe Produktivität und stellen eine langfristige Bedingung für Unternehmen dar, um erfolgreich zu sein. Gut ausgebildete, leistungsfähige Arbeitskräfte sind ein echter Wettbewerbsfaktor. Daher verwundert es nicht, dass immerhin 8 von 10 der Befragten angeben, sich mit dem Thema Fachkräftemangel bzw. - sicherung zu befassen. Gerade große Unternehmen scheinen hier in noch größerem Umfang einen Bedarf zu sehen knapp 90 Prozent der Befragten in Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten befassen sich aktuell mit dem Thema intensiv bzw. sehr intensiv. Frage: Wie intensiv befasst sich Ihr Unternehmen mit dem Thema Fachkräftemangel/-sicherung? (in Prozent) 17,2 2,8 32,9 Sehr intensiv Eher intensiv Weniger intensiv Gar nicht 47,1 5

6 Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blick Work-Life-Balance als Lösung Unternehmen haben erkannt, dass es wichtig ist, die Balance zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu ermöglichen; daher haben rund 6 von 10 der befragten Unternehmen das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktuell auf der Agenda. Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ist es in diesem Zusammenhang eine große Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität zu vereinen. Möglichkeiten hierfür sind beispielsweise flexible Arbeitszeiten und Telearbeit. Wie die Ergebnisse zeigen, gehen 95 % der befragten Unternehmen davon aus, dass Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr geeignet oder eher geeignet sind, die Motivation und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Frage: Wie intensiv befasst sich Ihr Unternehmen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? (in Prozent) 5,8 18,7 Frage: Für wie geeignet halten Sie folgende Ansatzpunkte, um die Leistungsfähigkeit bzw. die Motivation der Mitarbeiter/-innen in Ihrem Unternehmen zu fördern? Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie (in Prozent) 5,1 0,5 31,3 Sehr intensiv Eher intensiv Weniger intensiv Gar nicht 33,3 Sehr geeignet Eher geeignet Weniger geeignet Ungeeignet 44,2 61,1 6

7 Frauen in Führungspositionen: Relevanz und Perspektiven Das Potenzial wird zunehmend erkannt Aktuell beschäftigen sich 4 von 10 der befragten Unternehmen mit dem Thema Frauen in Führungspositionen. Doch auch hier scheint der Trend nach oben zu zeigen. Einerseits gibt immerhin ein Anteil von knapp 90 Prozent an, dass dieses Thema ein Ansatzpunkt zur Steigerung der Motivation und Leistungsfähigkeit sein kann. Zum anderen geben gut die Hälfte der befragten Unternehmen an, Frauen zukünftig stärker bei der Besetzung von Führungspositionen berücksichtigen zu wollen. Da Frauen heute genauso gut bzw. teilweise besser ausgebildet sind als Männer, ihre Erwerbsquote aber noch deutlich unter der von Männern liegt, bieten qualifizierte Frauen vielfältige Potenziale. Frage: Wie intensiv befasst sich Ihr Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen? (in Prozent) 17,2 13,1 Inwieweit trifft die folgende Aussage zur Personalrekrutierung und -entwicklung von weiblichen Mitarbeitern in Ihrem Unternehmen zu: Wir beabsichtigen, zukünftig Frauen stärker bei der Besetzung von Fachund Führungspositionen zu berücksichtigen. (in Prozent) Sehr intensiv 13,6 19,7 Eher intensiv 41,3 28,5 Weniger intensiv Gar nicht Trifft zu Trifft eher zu Trifft eher nicht zu 31,7 Trifft nicht zu 34,9 7

8 Stichwort Motivation: Weiterbildung, Familie und Chancengleichheit ganz weit vorne Auch wenn man intuitiv annehmen könnte, dass große IT-Projekte vorwiegend von großen IT- So werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert Dienstleistern abgewickelt werden, zeigen die Umfrageergebnisse deutlich, dass dies nicht so Weiterbildungsangebote sind die Sieger unter den Motivationsmaßnahmen aus Sicht der Personalverantwortlichen: Knapp 98 Prozent der Befragten sehen in Weiterbildungsangeboten ist. So lässt sich an den Ergebnissen erkennen, dass auch IT-Dienstleister mit bis zu neun Mitarbeitern große Unternehmen als Hauptkunden haben. Insgesamt unterscheiden sich die befragten IT-Dienstleister, betrachtet nach Größenklassen, kaum in ihrer Kundenstruktur. Zwar einen geeigneten Hebel, dicht gefolgt von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass z. B. flexible Arbeitszeiten oder Telearbeit haben weniger große IT-Dienstleister als kleine IT-Dienstleister Kleinstunternehmen als Hauptkunden, jedoch geben nicht nennenswert weniger kleine IT-Dienstleister als große Anbieter an, die Motivation steigern können. Und rund 8 bzw. 9 von 10 Unternehmen sehen geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen bzw. geschlechtsunabhängige Karrierechancen als geeignete auch große Unternehmen als Hauptkunden zu haben (siehe Tabelle 1). Im Umkehrschluss zeigen die Ergebnisse zudem auch, dass IT-Anwendungen und Dienstleistungen sowohl von klei- Ansatzpunkte zur Motivation ihrer Beschäftigten. Dies dürfte u.a. auch viele Unternehmen veranlasst haben, sich für die Logib-D Vergütungsberatung zu bewerben: So äußerte eine Vielzahl nen, als auch von großen Unternehmen gleichermaßen nachgefragt werden. von Unternehmen die Absicht, durch das Label Logib-D geprüft Imagegewinne erreichen zu Während wollen. Dies die Nachfrage könnte gerade nachauch IT-Angeboten für die Mitarbeiterschaft somit nicht nennenswert positive Impulse von der fürgröße ihre Motivation der haben, da damit Werte wie Chancengleichheit und Fairness kommuniziert werden. Frage: Für wie geeignet halten Sie folgende Ansatzpunkte, um die Leistungsfähigkeit bzw. Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen zu fördern? (Auswahl) Weiterbildungsangebote 97,4 Vereinbarkeit von Familie und Beruf 94,4 Geschlechtsunabhängige Karrierechancen 86,7 Sehr geeignet / Eher geeignet Geschlechtsneutrale Entlohnungsstrukturen 81,3 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 8

9 Die Befragung Personalverantwortliche sagen, was wirklich wichtig ist Die vorliegende Umfrage zur betrieblichen Personalpolitik der Logib-D Koordinierungsstelle und des BPM wurde von der IW Consult GmbH einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln als Teil der Logib-D Koordinierungsstelle durchgeführt. In der Zeit vom 13. Juli bis zum 4. September 2012 haben insgesamt 396 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen an der Online-Befragung teilgenommen. Etwas mehr als jeder zweite Befragte gab an, in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern tätig zu sein. Die Einladung zu der Befragung wurde per an die Mitglieder des BPM verschickt. Zudem war der Online-Fragebogen über die Homepage des BPM frei verlinkt. Bei der Auswertung ist jede Antwort mit dem gleichen Gewicht berücksichtigt worden (ungewichtete Ergebnisse). Die Ergebnisse spiegeln die Einschätzungen der Mitglieder des BPM und der teilnehmenden Interessenten wider. 9

10 Die Herausgeber der Studie Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) ist die führende berufsständische Vereinigung für Personalmanager und Personalverantwortliche aus Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen. Sein Ziel ist die Definition und Wahrnehmung der Interessen der Verbandsmitglieder. Die Mitglieder des Bundesverbands der Personalmanager sind in den verschiedensten Branchen, in allen Personalfunktionen und Führungsebenen tätig, unabhängig von der Größe der Organisation. Die Mitgliedschaft im BPM ist personengebunden. Der BPM entwickelt mit seinen Mitgliedern ein Leitbild des Berufsstandes und leistet einen Beitrag zu dessen Professionalisierung, Qualifizierung und Internationalisierung. Das Projekt Logib-D (Lohngleichheit im Betrieb Deutschland) wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziell gefördert und von namhaften Partnern aus der deutschen Wirtschaft unterstützt. Ziel von Logib-D ist es, deutsche Unternehmen für das Thema Entgeltgleichheit und faire Bezahlung von Frauen und Männern zu sensibilisieren. Das gesamte Logib-D Angebot richtet sich an Unternehmen. Diese können dabei ihre kompletten Entgelt- und Personalstrukturen durch eine professionelle Unternehmensberatung ausführlich und kostenlos analysieren lassen. Aufbauend auf der Gehaltsstruktur-Analyse bietet Logib-D Ihnen einen Workshop im Unternehmen an. Die IW Consult ist als Beratungsunternehmen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln Teil eines leistungsfähigen Verbundes mit rund vierzig Mitarbeitern an den Standorten Köln und Berlin. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis entwickelt es maßgeschneiderte Gesamtlösungen für relevante wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fragestellungen. Für seine Kunden aus Verbänden, Ministerien, Stiftungen und Unternehmen schafft die IW Consult innovative Lösungen. Die IW Consult kann auf fundiertes Wissen über die Vorgänge in Unternehmen zurückgreifen. Das seit 2010 aufgebaute IW- Personalpanel befragt dreimal pro Jahr zwischen bis Personalverantwortliche in Unternehmen. Diese Daten helfen, das Unternehmerbild in der Öffentlichkeit im positiven Sinne zu stärken. Bildquelle für alle Bilder: Shutterstock.com 10

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