Innovationen im Retail Banking

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1 ibi research Seite 1 Innovationen im Retail Banking Ausgewählte Ergebnisse einer Expertenbefragung ibi research an der Universität Regensburg GmbH Competence Center Retail Banking Juni 2015

2 ibi research Seite 2 Inhalt Zielsetzung und Aufbau der Befragung Management Summary Ausgewählte Ergebnisse der Expertenbefragung

3 ibi research Seite 3 Zielsetzung Durch die zunehmende Digitalisierung des Bankgeschäfts unterliegt das Retail Banking einem stetigen Wandel. Technologische Innovationen beeinflussen die Kundenschnittstelle und können zu Veränderungen in den Wertschöpfungsnetzwerken von Banken und Sparkassen führen. Diese Dynamik birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Finanzdienstleister müssen rechtzeitig entscheiden, welche Innovationen sie umsetzen, um sich Wettbewerbsvorteile sichern und sich gegen neue Konkurrenten wappnen zu können. Innovationen im Retail Banking Im Rahmen der Befragung wird die Einschätzung von Experten zu Bedeutung und Umsetzungsgrad ausgewählter Innovationen erhoben. Dabei wird zwischen der allgemeinen Einschätzung zu einer Innovation und der Einschätzung der Kosten- sowie Umsetzungssituation im jeweiligen Unternehmenskontext unterschieden. Zielsetzung der Befragung Identifizierung der Relevanz ausgewählter Innovationen für den Bankenmarkt Abbildung des Status quo in der Bedeutung und Umsetzung bei den Finanzdienstleistern

4 ibi research Seite 4 Teilnehmer An der Befragung haben 51 Experten teilgenommen, darunter 22 Experten aus Finanzdienstleistungsunternehmen. Fintech- Unternehmen 0% Direktbank 4% Sonstige 13% Großbank 18% Nicht-FDL 57% FDL 43% Privates Kreditinstitut 9% Genossenschaftsbank 25% Sparkasse 32% n = 51 n = 22

5 ibi research Seite 5 Innovationen Die Auswahl der bedeutendsten Innovationen im Retail Banking erfolgt in einem stufenweisen Vorgehen. Durch eine intensive Recherche in aktuellen Studien und Blogs wurden innovative Themenfelder identifiziert. Alle aufgeführten Innovationen mit mehr als einer Nennung wurden anschließend drei ausgewählten Experten zur Priorisierung vorgelegt. Von insgesamt 21 aktuellen Innovationen sind die folgenden aufgrund ihrer hohen Priorität in die Befragung eingeflossen: Mobile Payment Mobile Banking Personal Finance Management Online-Plattformen zum innovativen und leicht verständlichen Anlegen Videoberatung Peer-to-Peer-Kredite Crowd-Funding-Plattformen Peer-to-Peer-Transaktionen In der durchgeführten Befragung gaben 51 Experten eine Einschätzung zu diesen acht Innovationen ab. Im Folgenden werden Ergebnisse zu ausgewählten Innovationen aufgezeigt.

6 ibi research Seite 6 Fragebogenaufbau Die Experten erhielten zu jeder Innovation den gleichen Aussagen- und Fragenblock zur Bewertung. In einer allgemeinen Einschätzung machten die Experten Angaben zu Innovationsgrad, Vorteilhaftigkeit, Marktsituation und Risiko bei Nichteinführung. Zudem schätzten die Experten initiale Kosten zur Einführung und laufende Kosten nach Einführung ein. Bezüglich der Umsetzung bewerteten die Experten die Komplexität der Einführung, die Möglichkeit einer schrittweisen Umsetzung der Einführung und die Notwendigkeit der Einrichtung neuer Abteilungen und Prozesse und der Kooperation mit externen Unternehmen. Zuletzt gaben die Experten an, inwieweit die Umsetzung bereits vorangeschritten oder bereits geplant ist.

7 ibi research Seite 7 Inhalt Zielsetzung und Aufbau der Befragung Management Summary Ausgewählte Ergebnisse der Expertenbefragung

8 ibi research Seite 8 Management Summary (I) Aus den Einschätzungen der Befragten wurde der Status quo abgeleitet. Mobile Payment wurde bereits in kleineren Teilen umgesetzt, in vielen anderen Unternehmen ist die Umsetzung geplant. Mobile Banking ist die am weitesten fortgeschrittene Innovation dieser Befragung einhergehend mit dem höchsten Umsetzungsgrad. Die Innovationen Personal Finance Management, Online-Plattformen zum intuitiven und leicht verständlichen Anlegen sowie Videoberatungen sind durchaus von Bedeutung für den Markt. Die Umsetzung erfolgte allerdings erst in kleineren Teilen. Hier ist zukünftig mit einer starken Entwicklung zu rechnen. Die Innovationen Peer-to-Peer-Kredite, Crowd-Funding-Plattformen sowie Peerto-Peer-Transaktionen sind weniger bedeutend für den deutschen Bankenmarkt. Die Umsetzung ist durchschnittlich noch nicht einmal in kleineren Teilen vorangeschritten. Die weitere Umsetzung ist zweifelhaft.

9 ibi research Seite 9 Management Summary (II) Mobile Payment, Personal Finance Management, Peer-to- Peer-Kredite, Crowd-Funding- Plattformen und Peer-to-Peer- Transaktionen werden von den befragten Experten als bedeutendste Innovationen bewertet. Mobile Banking wird von den Befragten eher nicht (mehr) als Innovation gesehen. Aufgrund des hohen Umsetzungsgrads hat sich Mobile Banking bereits zum Branchenstandard entwickelt. Handelt es sich bei den folgenden Feldern aus Ihrer Sicht um eine Innovation? (Zustimmungswerte) Mobile Payment Mobile Banking Personal Finance Management Online-Plattformen zum Anlegen Videoberatungen Peer-to-Peer-Kredite Crowd-Funding-Plattformen Peer-to-Peer-Transaktionen 43% 59% 69% 73% 75% 73% 76% 76% 0% 20% 40% 60% 80% 100% n = 51

10 ibi research Seite 10 Management Summary (III) Es konnten weitere innovationsübergreifende Erkenntnisse hinsichtlich der Nutzenvorteile, Risiken bei Nichteinführung sowie der Umsetzungssituation im Unternehmen gewonnen werden. Als Hauptgründe für die Umsetzung der Innovationen werden eine erhöhte Kundenbindung, Imageverbesserungen sowie die Erschließung neuer Kunden(-gruppen) angeführt. Die starke Dominanz von Fintech-Unternehmen und Nichtbanken wird als größtes Risiko wahrgenommen. Die Finanzdienstleister erwarten zudem Kundenabwanderungen, wenn die Innovationen nicht eingeführt werden. Die Einführung der Innovationen wird grundsätzlich als eher komplex eingestuft und erfordert hohe Einführungskosten.

11 ibi research Seite 11 Inhalt Zielsetzung und Aufbau der Befragung Management Summary Ausgewählte Ergebnisse der Expertenbefragung

12 ibi research Seite 12 Mobile Payment (I) 76 % der Befragten betrachten Mobile Payment als Innovation. 84 % bzw. 64 % der Experten schätzen Mobile Banking als vorteilhaft für den Kunden bzw. für Finanzdienstleiter ein. Mit 74 % sieht der Großteil der Experten ein Risiko, wenn keine Umsetzung im Unternehmen erfolgt. Die initialen Kosten werden von 65 % der befragten Experten als eher hoch eingestuft. Den laufenden Kosten kommt eine eher untergeordnete Bedeutung zu. Die Komplexität der Einführung wird von 67 % der Experten als hoch eingestuft. Für die Einführung ist aus Sicht der Befragten die Einführung einer neuen Abteilung (86 %) bzw. neuer Prozesse (92 %) nötig. 71 % der Experten geben an, dass eine schrittweise Umsetzung der Einführung möglich ist. Mobile Payment ist am Bankenmarkt bereits zu kleineren Teilen umgesetzt (27 %). 57% der Experten geben an, dass Mobile Payment noch nicht umgesetzt wurde, bei 43 % ist die Umsetzung jedoch bereits in Planung.

13 ibi research Seite 13 Mobile Payment (II) Mobile Payment wird als Innovation betrachtet. Der Großteil der Experten sieht ein Risiko, wenn keine Umsetzung im Unternehmen erfolgt. Bei Mobile Payment handelt es sich um eine Innovation. 39% 37% 22% Mobile Payment ist für den Kunden vorteilhaft. 31% 53% 12% Die Einführung von Mobile Payment ist vorteilhaft für Finanzdienstleister. 29% 35% 22% 12% Die Marktsituation bezüglich der Einführung von Mobile Payment ist positiv. 8% 37% 33% 16% 6% Es besteht für Finanzdienstleister ein Risiko, wenn Mobile Payment nicht eingeführt wird. 35% 39% 10% 12% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

14 ibi research Seite 14 Mobile Payment (III) Die Einführung wird als eher komplex eingestuft. Ein Großteil der Experten ist der Meinung, dass die Einführung einer neuen Abteilung nötig ist. Die Einführung ist komplex. 67% 22% 12% Zur Einführung ist die Konstituierung einer neuen Abteilung nötig. Zur Einführung ist die Konstituierung neuer Prozesse nötig. 86% 92% 10% 8% Zur Einführung sind Kooperationen mit externen Unternehmen nötig. 25% 73% Eine schrittweise Umsetzung der Einführung ist möglich. 71% 29% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Ja Nein Weiß nicht n = 51

15 ibi research Seite 15 Mobile Banking (I) Mobile Banking wird von den meisten Befragten eher nicht (mehr) als Innovation gesehen. Nur 43 % der Experten sehen einen innovativen Charakter im Mobile Banking. Aufgrund des hohen Umsetzungsgrads kann man bereits von einer Entwicklung zum Branchenstandard sprechen. Die Vorteilhaftigkeit für Kunden und Finanzdienstleister wird von 86 % bzw. 76 % der Experten bestätigt. Die Marktsituation bezüglich der Einführung von Mobile Banking wird zudem von 80 % der Experten als positiv eingestuft. 82 % der Experten sehen ein Risiko für Finanzdienstleister, wenn Mobile Banking nicht eingeführt wird. Über die Komplexität der Einführung gehen die Meinungen auseinander. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass zur Umsetzung Kooperationen mit externen Unternehmen nötig seien. 78 % der Experten geben an, dass eine schrittweise Umsetzung der Einführung möglich ist. Die Umsetzung von Mobile Banking ist bereits weit fortgeschritten. Bei 47 % ist dies bereits in größeren Teilen bzw. vollständig geschehen.

16 ibi research Seite 16 Mobile Banking (II) Mobile Banking wird von einem Großteil der Befragten nicht mehr als Innovation gesehen. Die Vorteilhaftigkeit für Kunden wird größtenteils bestätigt. Bei Mobile Banking handelt es sich um eine Innovation. 16% 27% 29% 24% Mobile Banking ist für den Kunden vorteilhaft. 51% 35% 14% Die Marktsituation bezüglich der Einführung von Mobile Banking ist positiv. 33% 47% 16% Es besteht für Finanzdienstleister ein Risiko, wenn Mobile Banking nicht eingeführt wird. 49% 33% 16% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

17 ibi research Seite 17 Mobile Banking (II) Die Umsetzung von Mobile Banking ist bereits weit fortgeschritten. Nicht umgesetzt, jedoch geplant 6% Nicht umgesetzt und nicht geplant 0% Weiß nicht 4% In kleineren Teilen umgesetzt 22% Komplett umgesetzt 10% Zur Hälfte umgesetzt 22% In größeren Teilen umgesetzt 37% n = 51

18 ibi research Seite 18 Personal Finance Management (I) 73 % der befragten Experten stufen Personal Finance Management als Innovation ein. Mit 88 % Zustimmung sind sich die Experten besonders bei der großen Vorteilhaftigkeit für den Kunden einig. 74 % der Experten sehen Personal Finance Management als vorteilhaft für Finanzdienstleister an. Auch die Marktsituation zur Einführung von Personal Finance Management wird von den Befragten durchaus positiv eingeschätzt. Bei Personal Finance Management liegt mit 76 % der Experten die höchste Zustimmung hinsichtlich hoher initialer Kosten vor. Bei der Höhe der laufenden Kosten gehen die Meinungen auseinander, 43 % sehen hier eher hohe Kosten. Über die Hälfte der Befragten gibt an, dass bereits mit der Umsetzung der Innovation gestartet wurde, bei weiteren 22 % sei dies in Planung.

19 ibi research Seite 19 Personal Finance Management (II) Die Marktsituation zur Einführung von Personal Finance Management wird durchaus positiv eingeschätzt. Bei Personal Finance Management handelt es sich um eine Innovation. 22% 51% 20% Personal Finance Management ist für den Kunden vorteilhaft. 47% 41% Die Einführung von Personal Finance Management ist vorteilhaft für Finanzdienstleister. 39% 35% 12% 10% Die Marktsituation bezüglich der Einführung von Personal Finance Management ist positiv. 24% 49% 18% 8% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

20 ibi research Seite 20 Personal Finance Management (III) Bei Personal Finance Management liegt die höchste Zustimmung hinsichtlich hoher initialer Kosten vor. Die initialen Kosten zur Einführung sind hoch. 29% 47% 14% Die laufenden Kosten nach Einführung sind hoch. 12% 31% 31% 18% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

21 ibi research Seite 21 Videoberatung (I) Auch die Videoberatung wird von 68 % der Befragten als Innovation eingestuft. Die Vorteilhaftigkeit der Innovation wird sowohl für Kunden durch 74 % als auch für Finanzdienstleister durch 78 % der Befragten durchaus bestätigt. Risiken im Falle einer Nicht-Umsetzung sehen allerdings lediglich 36 % der Experten. Die initialen Kosten werden von 68 % der Experten als eher hoch eingeschätzt. Auch die laufenden Kosten nach der Einführung werden von rund der Hälfte der Experten als eher hoch eingeschätzt. Die Einführung von Videoberatung stufen rund zwei Drittel der Experten (63 %) als komplex ein. 67 % sind der Ansicht, dass eine schrittweise Umsetzung der Einführung möglich ist. Die Videoberatung wurde in 47 % der Fälle bereits in kleineren Teilen umgesetzt, bei 29 % ist die Umsetzung geplant. Allerdings gaben auch 10 % der Befragten an, dass diese nicht geplant sei.

22 ibi research Seite 22 Videoberatung (II) Videoberatungen werden als vorteilhaft für Kunden und Finanzdienstleister eingeschätzt. Risiken bei einer Nichteinführung sehen allerdings lediglich 36% der Befragten. Bei Videoberatungen handelt es sich um eine Innovation. 29% 39% 22% Videoberatungen sind für den Kunden vorteilhaft. 27% 47% 18% Die Einführung von Videoberatungen ist vorteilhaft für Finanzdienstleister. 27% 51% 16% Es besteht für Finanzdienstleister ein Risiko, wenn Videoberatungen nicht eingeführt wird. 14% 22% 35% 25% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

23 ibi research Seite 23 Videoberatung (III) Die initialen Kosten werden als eher hoch eingeschätzt. Die laufenden Kosten nach der Einführung werden ebenfalls als eher hoch eingeschätzt. Die initialen Kosten zur Einführung sind hoch. 31% 37% 18% 12% Die laufenden Kosten nach Einführung sind hoch. 12% 35% 31% 16% 6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft voll und ganz zu Trifft eher zu Neutral Trifft eher nicht zu Trifft überhaupt nicht zu Weiß nicht n = 51

24 ibi research Seite 24 Peer-to-Peer-Kredite 74 % der Befragten sind sich einig, dass es sich bei Peer-to-Peer-Krediten um eine Innovation handelt. 59 % schätzen Peer-to-Peer-Kredite als vorteilhaft für den Kunden ein, aber nur jeder fünfte Befragte sieht diese Vorteilhaftigkeit auch für den Finanzdienstleister. Dennoch schätzen 41% der Experten es als Risiko ein, wenn die Innovation nicht eingeführt wird. Die initialen sowie laufenden Kosten werden als eher hoch eingeschätzt. Vorteilhaftigkeit für Finanzdienstleister Trifft überhaupt nicht zu 25% Trifft voll und ganz zu Weiß nicht 4% 4% Trifft eher nicht zu 29% Trifft eher zu 18% 63 % der Befragten gaben an, dass keine Umsetzung stattgefunden hat und diese auch nicht geplant sei. Bei lediglich 14 % ist die Umsetzung in Planung. n = 51 Neutral 20%

25 ibi research Seite 25 Kontakt: ibi research an der Universität Regensburg GmbH Galgenbergstraße Regensburg +49 (0) 941/ Dr. Anja Peters Christiane Jonietz

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