Qualität der Ausbildung junger Menschen mit Beeinträchtigungen/Behinderungen im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein

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1 Qualität der Ausbildung junger Menschen mit Beeinträchtigungen/Behinderungen im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbildende (ReZA)

2 Ausgangssituation Die berufliche Vorbereitung und Ausbildung* junger Rehabilitanden stellt besondere Qualifikationsanforderungen an das Personal der Betriebe und Bildungsträger. Im Mittelpunkt steht das Recht der jungen Menschen auf Inklusion. Der Förderung der Inklusion im Bereich der beruflichen Rehabilitation dienen ressourcenorientierte, individuell gestaltete Förderkonzepte, die anschlussorientierte Ausrichtung der beruflichen Rehabilitation, der Einsatz von fachlich versiertem Personal insbesondere in Bezug auf die Arbeit mit heterogenen Gruppen, die rechtskreisübergreifende rehabilitationsspezifische Netzwerkarbeit. *Ausbildungen nach 66 Berufsbildungsgesetz/ 42 Handwerksordnung

3 Expertise des Jugendaufbauwerks Schleswig-Holstein in Bezug auf die berufliche Rehabilitation Die Einrichtungen des Jugendaufbauwerks Schleswig-Holstein (JAW SH) haben seit Jahren auf diesem Gebiet eine anerkannte, lokal bedeutsame Expertise erworben: Das Fachpersonal verfügt in der Reha-Berufsvorbereitung und Reha-Ausbildung über breite Erfahrungen. Der Aufbau von regionalen Netzwerken, die Betriebe und Unterstützungsstrukturen für die Reha-Ausbildung und Reha- Berufsvorbereitung zusammenführen, ist fortgeschritten. Eine systematische Fortbildungsplanung sorgt für den Erhalt und Ausbau der erforderlichen Fachkompetenz. Das JAW SH gestaltet seit 1989 ein eigenes Fortbildungsangebot für sein Personal. Folgende Weiterbildungen wiesen dabei einen engen Bezug zu Rehabilitanden auf: Förderpädagogisches Curriculum Lernberatung im Umfang von 84 Stunden Handlungsorientiertes Lernen im Umfang 96 Stunden Fachberatung Lernentwicklung orientiert am Teilleistungskonzept zur Entwicklungsförderung von neuropsychologischen Leistungen im Umfang von 96 Stunden

4 Verpflichtung zum Nachweis einer Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation Für Bildungsträger - wie das Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein - ist der Nachweis einer Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation in folgenden Fällen verpflichtend: Nachweis gegenüber den Kammern für Ausbilderinnen/Ausbilder und bei Ausbildungen in kooperativer Form für Sozialpädagoginnen/-pädagogen Die Kammern fordern im Rahmen der Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß 66 BBiG/ 42 HwO* von den Betrieben und Bildungsträgern den Nachweis einer Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation für die Ausbilderinnen und Ausbilder (ReZA) im Umfang von 320 Stunden. Bei Betrieben kann vom Nachweis der ReZA abgesehen werden, wenn sie mit einem Bildungsträger kooperieren, der über Personal verfügt, das die ReZA nachweisen kann. Nachweis gegenüber der Agentur für Arbeit für Ausbilderinnen/Ausbilder und Sozialpädagoginnen/-pädagogen Die Bundesagentur für Arbeit fordert im Rahmen von Ausschreibungsbedingungen für Reha-Berufsvorbereitung, Reha-Ausbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen und begleitete betriebliche Ausbildung gemäß Sozialgesetzbuch III eine Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation von Ausbilderinnen/Ausbildern und Sozialpädagoginnen/-pädagogen. *Diese Forderung ergibt sich aufgrund des 6 der "Rahmenregelung für Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen gemäß 66 BBiG/ 42 HwO", die am als Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung erlassen worden ist.

5 Erwerb der Rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein Das Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein bietet seit 2012 die Möglichkeit, im Rahmen der JAW-Personalqualifizierung die Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation (ReZA*-Zertifikat) zu erwerben. Die Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom für ein Rahmencurriculum mit Lernzielen wird dabei praxisgerecht umgesetzt. Die Gestaltung des JAW-Curriculums zum Erwerb des ReZA-Zertifikats erfolgt auf der Basis von Qualitätsstandards, die das Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein festgelegt hat. Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung im Umfang von 320 Stunden wird durch ein Zertifikat bestätigt. Die Organisation und Durchführung der ReZA obliegt dem JAW-Fachdienst. Der JAW Fachdienst ist eine zentrale Einrichtung des JAW SH. Zu seinen Aufgaben gehört die fachliche Unterstützung der Einrichtungen des JAW SH in Organisations-, Personal- und Qualitätsentwicklungsfragen. *Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbildende = ReZA

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7 Ziele und Konzeption der ReZA-Weiterbildung im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein Mit unserem ReZA-Angebot setzen wir das Ziel einer Professionalisierung der Förder-/Ausbildungspraxis im Sinne einer zielgruppengerechten und individualisierten Ausbildung und Ausbildungsvorbereitung junger Menschen mit Behinderung um. Das Weiterbildungsangebot orientiert sich an der zeitlich-inhaltlichen Gliederung und den Lernzielen des BiBB-Rahmencurriculums. Bei der inhaltlichen Umsetzung des ReZA-Curriculums im JAW SH bauen wir auf den Erkenntnissen der aktuellen neurobiologischen Forschung und Sonderpädagogik anwendungsorientiert auf. Wir bieten unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, vorhandene Qualifikationen zu ergänzen und zu vertiefen, sowie neues Wissen, neue Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu erwerben. Die Anknüpfung an das Vorverständnis ermöglicht die Integration des neuen Wissens und der neuen Erfahrungen in ein Gesamtkonzept. Lebendiger Austausch sowie ein Lernen voneinander hat einen hohen Stellenwert in der konsequent kompetenzorientierten Lern- und Lehrkultur des Fortbildungsangebotes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in ihrer Entwicklung unterstützt durch einen transparenten, zielbezogenen Feedback-Prozess auf gleicher Augenhöhe. Die handelnde Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand und der Praxistransfer sind ein wesentlicher Teil der Konzeption des Curriculums. 120 Stunden von 320 sind als einrichtungsinterner d.h. betriebsnaher Anteil konzipiert: Die von ausgebildeten Multiplikatoren angeleitete Fallarbeit zur Reflexion der eigenen Rolle/Haltung im Team und zur gezielten Förderung einzelner Auszubildender oder einer Ausbildungsgruppe. Die praxisnahe Umsetzung arbeitswissenschaftlicher oder arbeitspädagogischer Aspekte. Die Planung, Durchführung und anhand von vorgegebenen Leitfragen dokumentierte Reflexion eines interdisziplinären Ausbildungsprojekts. Entscheidend für den Erfolg unserer Bildungsmaßnahmen sind nach unserer Erfahrung: die Kombination von Wissenserwerb, Erfahrungsaustausch und handelnder Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand, die gleichrangige Berücksichtigung von organisationalen und persönlichen Entwicklungszielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sorgfältige Auswahl der Referentinnen und Referenten. Referentinnen und Referenten verfügen über die notwendigen Feldkenntnisse und Felderfahrungen sowie über Lehrerfahrung in der Fort- und Weiterbildung von Ausbildenden Der modulare Aufbau ermöglicht eine flexible und individuelle Nutzung des Angebots und die Einbeziehung von bereits erworbenen inhaltlich gleichwertigen Qualifikationen und Teilqualifikationen.

8 Bausteine des ReZA-Curriculums des Jugendaufbauwerks Schleswig-Holstein Modulare förderpädagogische Fortbildungsreihe 120 Stunden Pädagogische und didaktische Aspekte Medizinische und diagnostische Aspekte Psychologische Aspekte System der beruflichen Rehabilitation/Recht Inhaltlich gleichwertige Veranstaltungen eigener Wahl 80 Stunden Reflexion betrieblicher Ausbildungspraxis Pädagogische und didaktische Aspekte Medizinische und diagnostische Aspekte Psychologische Aspekte System der beruflichen Rehabilitation/Recht Einrichtungsinterne inhaltlich gleichwertige Veranstaltungen 120 Stunden Reflexion betrieblicher Ausbildungspraxis Arbeitswissenschaftliche und arbeitspädagogische Aspekte Interdisziplinäre Projektarbeit/Praxistransfer Ausstellung des ReZA-Zertifikats durch den Fachdienst

9 Qualitätsstandards der ReZA-Weiterbildung im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein Die ReZA-Weiterbildung wird durch eine landesweite Arbeitsgruppe (AG) bestehend aus Fachkräften des JAW SH begleitet. Die AG hat ein gemeinsames Verständnis der fachlichen Ausgestaltung der ReZA- Weiterbildung entwickelt. Auf dieser Grundlage legte die AG die Qualitätsstandards für Inhalte und Form von Leistungsnachweisen für die Zertifizierung fest: 1. Nachweis von Fallarbeit und 2. Dokumentation der Auswertung/ Reflexion eines handlungsorientierten Ausbildungsprojektes anhand von Leitfragen Im JAW SH werden einheitliche Formulare für den Nachweis von Qualifizierungen und von Leistungen genutzt, die gemeinsam entwickelt und erprobt wurden. Die Seminare werden vom JAW-Fachdienst in Bezug auf die persönliche Zufriedenheit und subjektive Transferüberzeugungen der Teilnehmenden evaluiert und die Inhalte der Seminare bei Bedarf kontinuierlich weiter entwickelt.

10 Wissenserwerb Flächendeckende Weiterbildung der Ausbildenden im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein Erfahrungsaustausch Qualität der Ausbildung junger Menschen mit Beeinträchtigungen/Behinderungen Handelnde Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand

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