Herausforderungen der medizinischen Daseinsvorsorge in der Region Schleswig-Flensburg und Nordfriesland

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1 Herausforderungen der medizinischen Daseinsvorsorge in der Region Schleswig-Flensburg und Nordfriesland Dr.med. Carsten Petersen, KVSH Kreisstelle Schleswig-Flensburg

2 Die demographische Entwicklung verändert die Gesellschaft und die Versorgungslandschaft Wir werden weniger: Bevölkerung in Deutschland 82,0 Mio. (2008) 79,0 Mio. (2030) Wir werden älter statische Lebenserwartung Mädchen 83 Jahren Jungen 78 Jahre Wir wanden: Trends vom Land zur Stadt und go West Arbeitskräfte, Fachkräfte fehlen https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/ Altersquotient - Anteil Einwohner älter als 65 20% (2013) 33% (2060) 2

3 Prognose Bevölkerungsentwicklung SH Die Landkreise SL und NF werden bis 2030 um ca. 1,5 bis 4 % schrumpfen Flensburgs Bevölkerung wird wachsen Ort Schleswig - 1,3 % Husum -3,2 % Flensburg + 1,7% Bevölkerung

4 Sondersituation der Nordfriesische Inseln Prognose Bevölkerungsentwicklung Pellworm: 1000 Einwohner - St. Kilda hatte vor der Evakuierung 1930 noch 36 Einwohner

5 Silver Tsunami: Alter Morbidität und Pflegebedürftigkeit Lebenserwartung ab 65 (2013): Frauen 20.8 Jahre, Männer 17.6 Jahre 65plus: 77% fühlen sich gesund 65 69: 83% 75plus: 71% 60plus: 71% Männer und 58% Frauen haben einen BMI über 25 Deutschland 2009: 18.2 Millionen Krankenhausfälle, 43% 65plus Gesundheitskosten [2008]: 65plus EUR 123 Milliarden (48,4%) Pflegebedürftigkeit: 80-84: 19,9% / 85-89: 38,0% / >90: 59,1% Quelle: Statistisches Bundesamt, Ältere Menschen in Deutschland und der EU, 2011

6 Fehlender Nachwuchs Ärztemangel droht Arztzahlprognose Schleswig-Holstein Stand 2009! Hausärzte, Gynäkologen, Augenärzte - Annahme: ohne Nachbesetzung, Ruhestand mit Hausärzte Gynäkologen Augenärzte Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Quelle: KVSH, Januar 2009

7 Zu wenige Allgemeinmediziner bringen Deekelsen in Not.

8 KVSH: Versorgung in Zahlen 2014 Stand

9 Versorgung wandelt sich Stand

10 Ärzte werden immer älter : Kompensation des Mangels durch verlängerte Lebensarbeitszeit

11 KVSH: Versorgungsbericht 2014

12 Altersstruktur der zugelassenen und angestellten Ärzte Stand Hausärzte Arztgruppe gesamt (Ø Alter) unter bis unter bis unter bis unter und älter NF 123 (55,3) ,2% 25 20,3% 16 13,0% 24 19,5% SL-FL 138 (55,6) ,7% 21 15,2% 30 21,7% 24 17,4% Stadt FL 68 (55,7) ,5% 9 13,2% 16 23,5% 8 11,8% Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Quelle: KVSH, Januar 2009

13 Altersstruktur der zugelassenen und angestellten Ärzte Stand Augenärzte Arztgruppe gesamt (Ø Alter) unter bis unter bis unter bis unter und älter NF 10 (55,7) % 1 10 % 1 10 % 2 20 % SL-FL 7 (49,7) ,7% 1 14,3% Stadt FL 11 (54,5) ,6% 1 9,1% 3 27,3% Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Quelle: KVSH, Januar 2009

14 Altersstruktur der zugelassenen und angestellten Ärzte Stand Gynäkologen Arztgruppe gesamt (Ø Alter) unter bis unter bis unter bis unter und älter NF 16 (54,2) ,8 % 6 37,5 % 2 12,5 % 1 6,3 % SL-FL 21 (56,0) % 6 28,6% 4 19% 4 19 % Stadt FL 25 (55,4) % 1 4 % 1 4 % 8 32 % Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Quelle: KVSH, Januar 2009

15 Ärztedichte MW Deutschland 63,9 Mittelbereich Sylt 106 Niebüll 80,3 Husum 48,6 Tönning 79,2 Stadt FL 63,2 Schleswig 76,1 Kappeln 72,3 Ärzte je Einwohner 2013 Quellen: BBSR Versorgungsatlas.de

16 Herausforderungen in der ambulanten Versorgung Steigendem Behandlungsbedarf steht ein drohender Ärztemangel gegenüber Ein Drittel Hausärzte in Schleswig-Holstein sind 60 Jahre und älter. Nachwuchs in gleicher Größenordnung ist nicht in Sicht Die junge Ärztegeneration setzt neue Prioritäten (Work-Life-Balance: Wachsende Bedeutung weicher Standortfaktoren, weniger Bereitschaft zur Selbständigkeit etc.) 43 % aller Ärzte und zwei Drittel aller Medizinstudenten sind weiblich. Ärztinnen vielfach mit geringeren Arbeitszeiten (Vereinbarkeit Beruf und Familie) und Präferenz für Anstellung als Berufseinstieg. Junge Ärzte arbeiten zunehmend außerhalb der Patientenversorgung Wirtschaft, Wissenschaft oder im Ausland ( deutsche Ärzte).

17 Wie der Herausforderung begegnen? Bisherige Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel

18 Bedarfsplanung durch Landesausschuss Ziel ist es, die Bedarfsplanung flexibler zu gestalten und besser auf regionale Bedürfnisse auszurichten. Planung im Bereich der hausärztlichen Versorgung ist deutlich kleinräumiger, in sogenannten Mittelbereichen (Inseln, Niebüll, Husum, Tönning, Schleswig, Flensburg, Kappeln) Planungsbezirke bei den meisten Fachärzten orientieren sich meist an den Grenzen der Kreise und kreisfreien Städte, oder auf Raumordnungsregionen (SH-Nord, Mitte, Süd-West, Süd und Ost)

19 Versorgung gestalten: Was wird schon getan? Neustrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, gemeinsam mit den Krankenkassen. Zusätzliche KVSH-Mittel für die Förderung angehender Haus- und Fachärzte. Verbundweiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, Koordinierungsstelle für Weiterbildungsassistenten, (Kooperationsverträge KVSH/Krankenhäuser) Engagement für die für Allgemeinmedizin an den Unis Umfangreiche Beratungsangebote für Ärzte Unterstützung neuer Formen der Berufsausübung (Zweigpraxen, Teilzeitmodelle) Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

20 Nachwuchsförderung Finanzielle Unterstützung für Medizinstudierende Praktisches Jahr: PJ-Wahlfach Allgemeinmedizin KVSH-Förderung während 16-wöchiger Dauer des Ausbildungsabschnitts mit 100 Euro pro Woche Blockpraktikum Allgemeinmedizin: KVSH- Fahrtkostenzuschuss für Praktikum in einer Lehrpraxis außerhalb von Kiel und Lübeck Famulatur: KVSH und AEKSH unterstützten Famulanten finanziell

21 Kampagne Mehr.Arzt.Leben! Perspektive Niederlassung

22 Praxisbörse und Kommune sucht Ärztin/Arzt SH Ärzteblatt 7/8 2015

23 AEKSH+KVSH: Informationen für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung

24 Integration migrierter und geflüchteter Ärztinnen und Ärzte SH Ärzteblatt 7/8 2015

25 Herausforderung begegnen: Rahmenbedingungen verbessern to do Image des Landlebens verbessern. Think rural! -> Selbstbewusstsein und Lebensqualität erhalten -> Umweltschutz fördern Luft, -Wasser, -Vielfalt -> Zersiedelung bremsen Finanzierung: Soli 3.0 ab 2020 für strukturschwache Regionen keine schlechte Idee Hausärztliche Medizin fördern Arbeit erleichtern u.a. sanftes Formularwesen statt Bürokratiemonster Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

26 Herausforderung begegnen: Was kann in den Kommunen getan werden? Beispiele Gespräche mit den Ärzten vor Ort (auch, um rechtzeitig zu wissen, wann es einen Nachbesetzungsbedarf gibt) Unterstützung der Ansiedlung von neuen Ärzten (Koordinator des Kreises für die ambulante ärztliche Versorgung Kümmerer ) Erreichbarkeit der Praxen: Anpassung des ÖPNV, Einrichtung von Fahrdiensten, Bürgerbus Engere Kooperation mit KV-Kreisstellen und Praxisnetzen Neue Ideen aus den Städten, Kreisen, Ämtern und Gemeinden z B Ambulatorium im MarktTreff Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

27 Arbeitsgruppen auf Kreisebene

28 Vielen Dank!

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