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1 Seelische Gesundheit Auch eine Frage von Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.v. Alkohol, Drogen, Medikamenten und Tabak

2 Psychische Probleme oder Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen stehen in engem Zusammenhang mit einer Suchtentwicklung. Eine frühe Behandlung ist daher wichtig, um einer Sucht vorzubeugen.

3 Alkohol, Drogen, Medikamenten und Tabak

4 Alkohol Alkoholkonsum kann abhängig machen das weiß jeder. Was kaum jemand weiß: Alkoholkonsum kann Depressionen hervorrufen. Alkohol ist kein gewöhnliches Konsumgut. Er ist eine hochwirksame Substanz mit einem hohen Gefährdungspotenzial zur Abhängigkeit und für unsere Gesundheit. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt nicht nur die Organe, Gefäße oder Haut, er hat auch Einfluss auf unser seelisches Wohlbefinden. Bei dauerhaft regelmäßigem Konsum kann sich neben einer körperlichen Schädigung auch eine Gewöhnung einstellen. Der gesamte Organismus passt sich der Alkoholwirkung an und produziert nur noch wenig oder gar keine körpereigenen Wohlfühl-Hormone mehr. Schlafstörungen, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können die Folge sein. Depressionen gehören zu den häufigsten Symptomen, die zusammen mit einer Abhängigkeit auftreten. Ob zuerst die Depression vorliegt oder die Depression aus der Sucht entsteht, ist nicht immer eindeutig festzustellen beides ist möglich. Deshalb gilt: Alkohol wird auch immer wieder wegen seiner entspannenden Wirkung getrunken. Die Kehrseite davon ist, dass die Stressanfälligkeit deutlich erhöht wird. Alkohol dient weder der Gesundheitsförderung noch hat er eine heilsame Wirkung, deshalb gilt: Weniger ist besser! Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt: Männer sollten nicht mehr als 25 g reinen Alkohol pro Tag trinken. Das entspricht 0,6 l Bier, 0,3 l Wein/Sekt oder etwa 8 cl Spirituosen. Frauen sollten nicht mehr als 13 g reinen Alkohol pro Tag trinken. Das entspricht 0,3 l Bier, 0,2 l Wein/Sekt oder etwa 4 cl Spirituosen. Bei anhaltend depressiven Stimmungen kein Alkohol! (Information und Selbsttest) (Beratungsangebote Baden-Württemberg)

5 Tabak Rauchen ist extrem gesundheitsschädlich das weiß jeder. Was kaum jemand weiß: Rauchen macht schnell abhängig und geht oft mit psychischen Erkrankungen wie z.b. Depressionen oder Ängsten einher. In angespannten Situationen wird für Raucher und Raucherinnen der Griff zur Zigarette zur Entspannungsübung. Das Rauchen führt aber nur ganz kurzfristig zur gewünschten Entspannung. Langfristig wird dadurch der Stress erhöht. Dies kann bis zu starken psychischen Belastungen führen, ganz besonders auch im höheren Lebensalter. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichte 2006 Rauchen macht depressiv. Forscher fanden heraus, dass starkes Rauchen das Risiko zur Depres sion deutlich erhöht. Aber auch umgekehrt kann man feststellen, dass Menschen mit Depressionen häufiger rauchen und dies zu körperlichen Begleiterkrankungen führen kann. Deshalb gilt: Bei depressiven Stimmungen keine Zigaretten! Nikotin macht sehr schnell abhängig. Zwei von drei Menschen, die jemals geraucht haben, sind abhängig geworden. Rauchen gehört zu dem größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko. Deshalb erst gar nicht anfangen und wer bereits raucht, für den gilt: Jeder Tag zählt zum Aufhören ist es nie zu spät. Beratung der BZgA: Telefon / (kostenpflichtig, i.d.r. 14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichender Mobilfunktarif möglich) Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Telefon / (Information zu Nikotin) (Unterstützung zum Nichtrauchen) (bundesweite Datenbank) (Info Raucherentwöhnung Baden-Württemberg)

6 Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel und Fit -Macher Medikamente sind eine segensreiche Hilfe bei Krankheiten, Schmerzen und psychischen Krisen das weiß jeder. Was kaum jemand weiß: Medikamente können abhängig machen und die Symptome verschlimmern. Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen, Ängste bis hin zu Panikattacken können ein Zeichen für seelisches Ungleichgewicht sein. Medikamente können in solchen Krisen helfen. Sie bewirken eine Linderung der Symptome und eine Unterstützung für die Bewältigung des Alltags. Rezeptpflichtige Schlaf- und Beruhigungsmittel sind hauptsächlich sogenannte Benzodiazepine 1. Dies sind im Prinzip bewährte Medikamente in Krisenzeiten. Eine längere Einnahme sollte jedoch kritisch hinterfragt und die Notwendigkeit immer wieder überprüft werden. Dies gilt ebenso für Schmerzmittel und sogenannte Fit -Macher. Ein langfristiger Konsum kann zu Medikamentenabhängigkeit oder psychischen Gewöhnungseffekten führen. Deshalb gilt: Bei psychischen Problemen und Erkrankungen erst denken, dann schlucken! Schlaf- und Beruhigungsmittel bekämpfen zwar die Symptome, aber sie behandeln nicht die Ursachen. Diese sind oft ein Zusammenspiel aus körperlichen Veränderungen (bis hin zu Erkrankungen), seelischen Belastungen und Umweltbedingungen. Deshalb ist es wichtig, die Einnahme solcher Medikamente möglichst mit einer Beratung zu weiteren Möglichkeiten einer Verbesserung zu begleiten. Dies kann von der Anwendung bewährter Entspannungstechniken bis hin zu einer längerfristigen Psychotherapie gehen. Deshalb gilt: Bei Schlaf, Beruhigungs- und Schmerzmitteln ganzheitliche Beratung und Behandlung! Medikamentenmissbrauch fängt dann an, wenn eine höhere Dosierung als verordnet oder die Medikamente über längere Zeit als notwendig eingenommen werden. Der missbräuchliche Konsum kann in eine Abhängigkeit führen. 1 Achtung: Benzodiazepine nur unter ärztlicher Begleitung einnehmen und absetzen!

7 Cannabis Der Besitz und Erwerb aller Formen von Cannabis (z.b. Haschisch, Marihuana) ist in Deutschland verboten das weiß jeder. Was kaum jemand weiß: Anhaltender Cannabiskonsum kann zu starken Konzen trationsund Gedächtnisproblemen führen und erhöht das Risiko für psychiatrische Erkrankungen. Im Cannabiskonsum wird meistens die entspannende Wirkung gesucht sowie intensives Gemeinschaftserleben, flirrende Gedankenspiele oder euphorische Gefühlszustände. Anhaltender Konsum führt jedoch zu Gleichgültigkeit, Teilnahmslo sigkeit und abnehmende Konzentrations- und Gedächtnisleistung. Es besteht darüber hinaus das Risiko, dass nicht die gewünschten angenehmen Rauschwirkungen einsetzen, sondern unerwünschte Zustände wie Angst, Beklemmung, Verwirrtheit, Verfolgungsideen oder Isolation und Sprachlosigkeit entstehen. Solche Erscheinungen können ein Psychose- Risiko ankündigen und sollten ernst genommen werden. Unter Cannabiskonsumenten sind besonders häufig Menschen anzutreffen, die ein stark erhöhtes Risiko haben, psychotische Symptome bis hin zu einer Psychose auszubilden. (Ausstiegsprogramm) (videos/cannabis-und-psychose) (Beratungsstellen Baden-Württemberg) Ob Menschen mit dieser Anlage besonders häufig zu Cannabis greifen oder der Konsum solch eine Entwicklung auslöst, ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht, dass es eine gegenseitige Wechselwirkung gibt. Deshalb gilt: Bei der Anlage zu psychischer Instabilität Finger weg von Cannabis! Wer aus einer Familie kommt, wo psychotische Symptome oder Sucht vorkommen, der hat ein besonders hohes Risiko, selber solche Krankheiten zu entwickeln. Deshalb gilt: Bei familiärer Sucht-Vorbelastung Finger weg von Cannabis! Ein ausgesprochen hohes Risiko besteht, wenn der Konsum von Cannabis bereits im jugendlichen Alter beginnt. Der Cannabiskonsum beeinflusst entscheidende Gehirnfunktionen, die im Jugend alter noch nicht ausgereift sind. Diese können nachhaltig Schaden nehmen. Das Risiko erhöht sich, später an einer Psychose zu erkranken oder abhängig zu werden. Deshalb gilt: Null Toleranz für Cannabiskonsum im Jugendalter!

8 Anlaufstellen zur Beratung Anlaufstellen zur Beratung erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt, in der Tageszeitung und dem örtlichen Telefonbuch unter Psychologische Beratungsstelle oder Beratungsstelle für Ehe, Familie und Lebensfragen. Anlaufstellen sind auch zu finden unter: Verzeichnis Beratungsstellen, Onlineberatung Caritas vor Ort Angebote, Gesundheit, Beratungsstellen Gesundheit, Gesundheitsreport 2013 Diese Information wird Ihnen überreicht durch: Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.v. Stauffenbergstraße Stuttgart Telefon Diese Information wird gefördert durch: Design:

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