Sinn und Unsinn in der staatlichen Steuerung privater Bildung. Wirtschaftsforum Kalaidos Fachhochschule, 7. Juni 2011

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1 Sinn und Unsinn in der staatlichen Steuerung privater Bildung Wirtschaftsforum Kalaidos Fachhochschule, 7. Juni 2011

2 Bildungsmarkt Schweiz im Überblick (I) Wer sind die Akteure? Bildungsnachfragende (Individuum, Organisation) Bund und Kantone in der Rolle als Gesetzgeber Bund und Kantone in der Rolle als Planungs-, Steuerungs- und Kontrollbehörde Bund und Kantone in der Rolle als Bildungsanbieter Organisationen der Arbeitswelt (=Branchen- und Interessensorganisationen) als Planungs-, Steuerungs- und Kontrollbehörden Organisationen der Arbeitswelt als Bildungsanbieter Bildungsanbieter mit privatrechtlicher Trägerschaft Slide 2

3 Bildungsmarkt Schweiz im Überblick (II) Wie gross ist der Bildungsmarkt? CH-Bildungsausgaben der öffentlichen Hand (Bundesamt für Statistik, 2008): 27 Mia. plus reale Infrastruktur- und Overhead- Kosten (Schätzung 25%) = Total CHF 36 Mia. Ausgaben Private (Individuen, Organisationen): ca. CHF 6 Mia. Slide 3

4 Bildungsmarkt Schweiz im Überblick (III) Stellung der Privaten Bildung in der Schweiz? Bildung in der Schweiz ist sehr ideologisch geprägt: wichtigster Rohstoff, Allmacht des Staats ist unbestritten, Bildungsausgaben werden unkritisch laufend erhöht, Effizienz- und Effektivitätsdiskussion finden kaum statt, rigider Arbeitsmarkt für Lehrpersonen Private Bildung, soweit sie die Aufgabe des Staates betrifft, ist knapp geduldet und eigentlich unnötig Es ist unanständig, mit Bildung Geld zu verdienen Slide 4

5 Bildungsmarkt Schweiz im Überblick (IV) Hohe Wettbewerbsintensität für private Bildung, da teilweise hohe Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer bestehen bezüglich Produktdifferenzierung, Kapitalbedarf, economies of scale, Umstellungskosten für den Bildungsnachfragenden, Zugang zu den Vertriebskanälen, grössenunabhängige Kostenvorteile der staatlichen Institutionen grosse Rivalität unter den Wettbewerbern herrscht Preiswettbewerb findet fast nur bei den Privaten statt; der Staat kümmert sich entweder nicht darum oder nähert sich dem Marktpreis an, Gewinnmöglichkeiten begrenzt, Branchenwachstum in gewissen Segmenten wie FH gut, andere ganz langsam, was zu einem Verdrängungswettbewerb führt, Austrittsbarrieren sind hoch Slide 5

6 Bildungsmarkt Schweiz im Überblick (V) Hohe Wettbewerbsintensität für private Bildung, da die Verhandlungsmacht der Abnehmer teilweise sehr gross ist Beispiele: - Unternehmen, die als Einkaufsorganisation auftreten - Bildungsprodukte sind austauschbar - Für die Nachfragenden bestehen als Alternative sehr oft Gratisangebote des Staates Slide 6

7 Steuerung der Bildung eine Bestandesaufnahme (I) Was wird gesteuert? Bildungsstufen mit gesetzlichen Grundlagen, z.b. Volksschulgesetze, Berufsbildungsgesetz oder das Fachhochschulgesetz Wie steuert der Staat die Bildung? Vor allem über Finanzen und daraus abgeleitete Indikatoren, die oft wenig mit Bildung zu tun haben Bildungsverordnungen und Erlasse und daraus resultierende Aufsichtspflichten Wenig anhand von Outcome-Indikatoren wie z.b. Arbeitsmarktfähigkeit Welche Bildung steuert der Staat nicht? Jegliche Bildung, die von den Bildungsgesetzen nicht erfasst wird Slide 7

8 Steuerung der Bildung eine Bestandesaufnahme (II) Positive Auswirkungen dieser Steuerung Durchschnittliche bis gute Qualität im Bildungswesen Bildung ist der Schweiz wichtig, die lässt man sich etwas kosten Negative Auswirkungen dieser Steuerung Planwirtschaftlicher Ansatz führt zu geringer Qualitätsorientierung und hoher Bürokratie Ausgesprochen geringes Verständnis für Wettbewerb sowohl in der Gesellschaft, in der Politik als auch in der Verwaltung Rollenkonflikt des Staates: er entscheidet was zu tun ist, wer es zu tun hat, wie es zu tun ist und kontrolliert es auch gleich noch und das alles mit denselben Leuten! Slide 8

9 Steuerung und Kontrolle durch den Staat ja, aber. mit folgender Bildungsstrategie Stärkung der Kaufkraft der Bildungsnachfragenden, damit diese den für sie besten Bildungsweg gehen können Gesetzlich verankerte Qualitätsstandards für die Bildung (insbesondere für deren Anbieter) Klare Gewaltentrennung beim Staat zwischen Beauftragung und Aufsicht und Durchführung Leitplanken für den Wettbewerb auf dem Bildungsmarkt Förderung des Wettbewerbs auf dem Bildungsmarkt Zurückhaltung des Staates mit Subventionen: nur dort, wo wirklich nötig! Slide 9

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