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1 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW Aktuelles aus der Schweiz und aus Europa zu Ambrosia Christian Bohren Agroscope Changins-Wädenswil, ACW Route de Duillier CH Nyon 1 Allergiekraut Ragweed, Fachtagung Illmitz am 27. Januar 2010

2 Agroscope ACW Forschungsanstalten des Bundes Agroscope ACW, ART, ALP Gruppe für Unkrautforschung in Changins bei Nyon, VD Projekte: Invasive Pflanzen Herbizidresistenz Bewilligung von Herbiziden Allelopathie Nicolas Delabays 2 Vollzeitstellen, 2 Teilzeitstellen Judith Wirth Christian Bohren Georges Mermillod Jean-Pierre De Joffrey 2

3 Agroscope ACW Übersicht Ambrosia Bekämpfung Strategie Erfahrungen aus der Ostschweiz Massnahmen des Bundes andere invasive Pflanzen in der Landwirtschaft Blick nach Europa 3

4 Zahlen und Definitionen Neophyten sind Pflanzen, die nach 1500 durch menschliches Zutun aus fremden Gebieten eingewandert sind und sich hier etabliert haben invasive Neophyten breiten sich sehr schnell aus und richten Schäden an: Mehrkosten der Unkrautbekämpfung gesundheitliche Schäden verdrängen einheimische Pflanzen 4

5 Zahlen und Definitionen etwa3000 Pflanzenarten in der Schweiz davon sind 305 Arten exotisch = Neophyten neo = NEU; phyten = PFLANZEN von diesen sind 45 invasiv alle verursachen für Landwirte höchste Alarmstufe, wenn sie irgendwo auf dem Hof vorkommen 5

6 Ambrosia artemisiifolia einjährig breitblättrig 6

7 Wirkung von Herbiziden auf Ambrosia 7

8 8

9 Ambrosia artemisiifolia Bekämpfungsstrategie für die Öffentlichkeit 1 bis ~ 20 Pflanzen gefunden : mehr als 20 Pflanzen gefunden : von Hand ausreissen Samenproduktion verhindern Beizug von Fachleuten Aufmerksamkeit Kontrolle im nächsten Jahr 9

10 Ambrosia artemisiifolia Bekämpfungsstrategie für Landwirte 1 bis ~ 20 Pflanzen gefunden : mehr als 20 Pflanzen gefunden : 100 pro Person von Hand ausreissen Samenproduktion verhindern Wirkung von Herbiziden Beizug von Fachleuten Aufmerksamkeit Kontrolle im nächsten Jahr Bekämpfungspflicht 10

11 Ambrosia artemisiifolia Bekämpfungsstrategie für Strassendienste 1 bis ~ 20 Pflanzen gefunden : mehr als 20 Pflanzen gefunden : 100 pro Person von Hand ausreissen Samenproduktion verhindern mehrere Schnittzeitpunkte (Kombination Schnitt / Herbizid!) Aufmerksamkeit Kontrolle im nächsten Jahr 11

12 12

13 13

14 14

15 15

16 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow Das Ambrosia-Problem scheint gelöst Erfahrungen aus der Ost- Schweiz 16

17 Rückblick Ca Ambrosia-Allergien festgestellt in Genf 2005: Normen für Vogelfutter ( frei von Ambrosia-Samen ) 2005: Grosse Bestände auch in der Deutschschweiz 2006: Obligatorische Bekämpfung nach Pflanzenschutzrecht (Quarantäne-Organismus) 17 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

18 Obligatorische Bekämpfung Melde- und Bekämpfungspflicht für Grundeigentümer und Bewirtschafter Zuständig sind Kantone (Pflanzenschutz-dienste) Die meisten Kantone delegierten Vollzug an Gemeinden Gemeinde bestimmt eine verantwortliche Person 18 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

19 Bekämpfungs-Hypothesen Kleine Bestände in Hausgärten sind Quelle für grosse Verseuchungen in Äckern und auf Ödland Grosse Pollenmengen entstehen nur auf Äckern und Ödland Verhindern der Samenbildung führt zur langsamen Ausdünnung und der Bestände 19 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

20 Massnahmen Instruktion von Unterhaltsdiensten und anderen Personen mit Aussendienst Kurzkurse Merkblatt Musterpflanzen für Gemeinden Grosses Interesse der Medien, viele Berichte in Zeitungen und Fernsehen. 20 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

21 Massnahmen Landwirtschaft Auf verseuchten Parzellen Verbot von Kulturen in denen Ambrosia Samen bilden können (zb Sonnenblumen, Lagergemüse) Erlaubt sind Getreide, Raps, Klee-Gras-Mischungen, Konserven-Erbsen. Mais nur mit bestimmten Herbiziden 21 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

22 Erfahrungen Massnahmen bei Vogelfutter haben neue Standorte in Hausgärten sehr stark vermindert Kleine und mittlere Bestände in Gärten, Parkanlagen und an Strassenrändern liessen sich schnell tilgen 22 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

23 Fundorte im Kanton Zürich Haus- und Familiengärten 397 Öffentliches Grün z.t. Strassen 63 Strassenrand / Böschung 52 Wiesen 22 Acker 8 Baustellen, Gruben, Erdhaufen 18 Kies- und Parkplätze, Industrieareale 4 Übrige: Wald, Ufer, keine Angabe 30 Total Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

24 Verlauf der Ambrosia Erfassung nach webgis im Kanton Zürich eliminierte Standorte bestehende Standorte 24

25 Erfahrungen mittel-grosse Bestände Strassenunterhalt verzichtete aus politischen Gründen auf Herbizide. Mit ausreissen erstaunlich erfolgreich. Bestand mit ca Pflanzen in wenigen Stunden getilgt, im Folgejahr nur noch Einzelpflanzen Erdhaufen, Baustellen, Kiesgruben: Spritzungen Ende August (Glyphosate oder Florasulam) verhinderten Bildung keimfähiger Samen. Im Folgejahr wenige Pflanzen. Keine Probleme nach Einbau von Erde (Oberboden). 25 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

26 Erfahrungen Landwirtschaft Äcker: Massive Abnahme des Bestandes (ca. 95%) nach 3 Jahren ohne neue Samen. Mittlere Lebensdauer der Samen liegt weit unter den oft zitierten bis 40 Jahren Mehrjähriger Anbau von Klee-Gras lässt sich noch nicht beurteilen (erst möglich wenn wieder gepflügt wird) Ein Fall Westschweiz: Beweidung einer extensiven Wiese mit Schafen (jeweils Juli-August) führte zum verschwinden von Ambrosia 26 Ambrosia-Workshop2009 Braunschweig D, Bericht G.Popow: Das Ambrosia-Problem scheint gelöst

27 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW Ambrosia artemisiifolia (L.) : Ist das Problem gelöst? Christian Bohren Agroscope ACW, Nyon, Switzerland JKI Braunschweig, Ambrosia Workshop 23./24. November 2009

28 Ausgangslage Die Situation

29 Massnahmen des Bundes Information der Kunden von Apotheken mehrsprachig im ganzen Land Information der Gemeindebehörden 3000 Gemeindebehörden in 26 Kantonen Versuchstätigkeit: Bekämpfungsstrategie: Fachinformation Information der Bevölkerung Direkter Kontakt mit (Privat-)Personen Information der Futtermittelhersteller Einführung einer Toleranzgrenze für Ambrosiasamen Gesetzliche Regelung 29

30 Kantons- und Gemeindebehörden Ausstellungen Messen Haushalte verteilt: Sponsoren: Verkauf: 2005: : : : : Total Sprachen: Deutsch Englisch Esperanto Französisch Italienisch Polnisch Portugiesisch Rätoromanisch Serbokroatisch Ukrainisch 30

31 Futtermittelhersteller Interventionswert für Ambrosiasamen in Ausgangsprodukten für Futtermittel Heute 0.005% entspricht ~10 Samen pro kg (Verordnung des EVD vom 10. Juni 1999 über die Produktion und das Inverkehrbringen von Futtermitteln, Zusatzstoffen für die Tierernährung, Silierungszusätzen und Diätfuttermitteln (Futtermittelbuch-Verordnung, FMBV) 31

32 Vielfältige Fachinformation 32

33 Gesetzliche Regelung 33

34 Die Situation 2009 grössere Bestände nach 2005 Ein paar Fundstellen auf Feldern sind dazugekommen Neue Meldungen von Einzelpflanzen gleich Null 34

35 Wirkung der Massnahmen in der Schweiz bezüglich Invasionsdruck sehr gut weil: hervorragende Organisation in Kantonen und Gemeinden hoher Informationsstand in der Bevölkerung Das Problem ist nicht gelöst, aber im Griff! 35

36 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW Neue Unkräuter neue Bedrohungen im Ackerbau? Christian Bohren Agroscope Changins-Wädenswil, ACW Route de Duillier 1260 Nyon 1 fenaco Pflanzenbau 2010 in Eiken und Lupfig, AG am 11. und 12. Januar 2010

37 selten Vorkommen weit verbreitet Verbreitung der wichtigsten Neophyten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Schweiz SOMMERFLIEDER AMBROSIA SAMTPAPPEL STOLONENBILDENDES FETTKRAUT RIESENKERBEL ERDMANDELGRAS SÜDAFRIKANISCHES KREUZKRAUT JAPANKNÖTERICH GOLDRUTE frühes Eingreifen verpasst massive Mehrkosten garantiert! Bekämpfungspflicht 0 Jahre wenige Jahre oder Jahrzehnte 37

38 Neue Unkräuter frühzeitig eingreifen! Zusammenfassung im frühen Verbreitungsstadium ist Handarbeit notwendig Kenntnis des Lebenszyklus andauernde Beobachtung frühes Eingreifen verpasst massive Mehrkosten garantiert! 38

39 Situation Ambrosia in Europa Tagungen in Aix-les-Bains 2008 Ambroisie08 Santé Gouv. Dijon 2009 INRA Unkrauttagung Braunschweig 2009 Ambrosia Aktion JKI Delémont 2009 CABI biol./integr. Kaposvàr 2010 EWRS Thema Projekte EUPHRESCO Projekt Pläne in Slowenien Projektpläne CABI - EWRS 39

40 Ambrosia Pollenflug 2009 nach S. Jäger 40

41 International Ragweed Society I.R.S. Gegründet Anfangs Oktober 2009 Einschreibgebühr 10 pro Person 100 für Gesellschaften Anmeldungen bei Christian Bohren Zweck und Ziel Wissensaustausch- und Aktionsplattform für alle, die sich in irgendeiner Weise mit Ambrosia befassen oder von ihren Auswirkungen betroffen sind Board: Praesident Secretary Vice president Treasurer T. Komives, Academy of Sciences Budapest M. Thibaudon, RNSA France B. Clot, MeteoSuisse C. Bohren, Agroscope ACW U. Starfinger, JKI Braunschweig J.L. Da Passano, Dept. Rhône P. Comtois, Montreal University M. Bonini, ASL Milano 1. Generalversammlung am in Nyon 41

42 International Ragweed Society I.R.S. Gegründet Anfangs Oktober 2009 Arbeitsgruppen: Einschreibgebühr 10 pro Person 100 für Gesellschaften Anmeldungen bei Christian Bohren Biologische Bekämpfung Integrated management Biologie Pollen und Allergie Finanzielle Belange Kommunikation und Information Internationale Zusammenarbeit Konferenzen Kartierung 42

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