Monitoring Informationswirtschaft

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1 Monitoring Informationswirtschaft 6. Trendbericht und Trendbarometer 2006 im Auftrag des Geschäftsklima-Barometer Die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft bis 2010 Ergebnisse einer Expertenumfrage Band I Management Summary Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Zusammmenfassung Trendbericht - Methodologie Hattingen, April 2006

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3 Verzeichnisse 3 nhalt Verzeichnisse Inhalt: Band I 1. Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Zusammenfassung der Ergebnisse aus Fakten- und Trendbericht Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Informationswirtschaft Anbieterbranche Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) Anbieterbranche E-Commerce einschließlich Online Content Einschätzungen der aktuellen Lage der deutschen Informationswirtschaft aus Expertensicht Arbeitsmarkt und Beschäftigungsklima Status Quo: Arbeitsmarkt und Beschäftigung Beschäftigungsklima: Einschätzung der Arbeitsmarktlage durch die Experten Auswirkungen von Outsourcing und Offshoring auf dem Arbeitsmarkt Qualifizierung Infrastrukturelle Voraussetzungen Die Verbreitung des Internets Die Verbreitung der Übertragungsnetze Breitband VoIP Mobilkommunikation Triple Play und Konvergenz Anwendungen Das Internet auf dem Weg zum Massenmedium E-Business in Unternehmen B2C E-Commerce E-Government RFID IT-Sicherheit Viel versprechende Geschäftsbereiche und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft Bewertungen viel versprechender Geschäftsbereiche Bewertung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Politischer Handlungsbedarf Die Stärken und Schwächen der deutschen Informationswirtschaft Besondere Chancen und Risiken Die Stärken der deutschen Informationswirtschaft Die Chancen der deutschen Informationswirtschaft Die Schwächen der deutschen Informationswirtschaft Die Risiken der deutschen Informationswirtschaft 74

4 Verzeichnisse Ableitung des Handlungsbedarfs Ein Zehn-Punkte-Programm Zusammenfassung des Trendberichts Methodologie 85 2,2 Allgemeines Geschäftsklima Beschäftigungsklima Beschäftigungsstrategien Unternehmensstrategien Besondere Geschäftschancen für die kommenden Jahre Markttreiber Marktbarrieren Politische Handlungsbedarfe und Priorisierungen im Rahmen eines Sechs-Jahres-Vergleiches Methodologie Gemeinsamer Methodologiebericht von TNS Infratest und IIE Ziele und Aufgaben des Monitoring Wie läuft das Monitoring ab? Was mit dem Projekt erreicht wurde Bilanz nach fünf Projektjahren Die bisher errschienenen Fakten- und Trendberichte nach thematischen Schwerpunkten und Bezugsmöglichkeiten Spezifika des 6. Trendberichts 207

5 Verzeichnisse 5 Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen: Band I I Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: IKT 14 II Durchschnittliche Expertenbewertung der Informationstechnik insgesamt und nach Teilmärkten 2005 (nach Schulnoten) 16 III Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Commerce 16 IV Durchschnittliche Expertenbewertung von Online Content insgesamt und nach Teilmärkten 2005 (nach Schulnoten) 19 V Beschleunigung positiver Entwicklungen, allerdings noch viel Konstanz Das Geschäftsklima: Erfahrungen VI Geschäftsklima-Indikatoren VII VIII IX X Vor dem eindeutig besten Jahr seit 2001/1002 Das Geschäftsklima: Erwartungen Erfahrungs- und Erwartungswerte 2005/2006: Das beste Jahr für die Informationswirtschaft 22 Nach wie vor Unsicherheiten Stabilisierung des Mitarbeiterbestandes oberstes beschäftigungspolitisches Gebot Beschäftigungsklima: Erfahrungen Abgeschlossene Beschäftigungsentwicklung nach Expertengruppen und Teilbranchen in Prozent 25 XI Beschäftigungsklima-Indikatoren XII Wachstum in übersichtlichen Größenordnungen Neue Themen Outsourcing und Flexibilisierung der Arbeit Beschäftigungsklima: Erwartungen XIII Beschäftigungspolitische Erwartungen nach Teilmärkten und Expertengruppen 27 XIV Beschäftigungspolitische Erwartungen für 2005/2006 im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen in 2004/ XV Beurteilung des Qualifikationssystems (Effizienzindikatoren) 31 XVI Die Verbreitung der Internet-Zugangswege 32 XVII Die Verbreitung der Übertragungsnetze XVIII Die Verbreitung von Mobilfunk, UMTS und W-LAN Hotspots XIX Erfolgsgeschichte VoIP Triple Play kommt mittelfristig 42 XX Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: Internet-Zugang 43 XXI Deutschland ist bei der Internet-Penetration in der Bevölkerung im Mittelfeld 45

6 Verzeichnisse 6 XXII Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Business 47 XXIII Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: B2C 50 XXIV Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Government 53 XXV E-Government ist besser geworden, aber Erwartungen und Ansprüche sind noch rascher gestiegen. 54 XXVI Expertenbewertung der Informationstechnik insgesamt und nach Teilmärkten (nach Schulnoten) 56 XXVII Die Top-Geschäftsbereiche nach Schulnoten XXVIII Die weiteren Geschäftsbereiche nach Schulnoten XXIX Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen (1) 60 XXX Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen (2) 61 XXXI In sechs Jahren ein Siegeszug ohnegleichen für das außerjapanische Ostasien Großer Verlierer Europa Internationale Wettbewerbsfähigkeit 62 XXXII Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen (1) 63 XXXIII Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen (2) 63 XXXIV Die deutsche Informationswirtschaft (SWOT) 65 XXXV Die Performance der deutschen Informationswirtschaft Vorzugsweise im Methodologiebericht behandelte Fragen 87 2 Themenschwerpunke des Fragebogens zum Trendbericht 2006 ( inhaltliche Struktur ) 89 3 Die Zukunft der Informationswirtschaft bis Teilnahme der Experten nach Funktion in der eigenen Einrichtung 91 5 Teilnahme der Experten nach Beschäftigungsgröße der eigenen Einrichtung 92 6 Teilnahme der Experten nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten 93 7 Abgeschlossene Geschäfts- und Budgetentwicklung 2004/ Das Geschäftsklima: Erfahrungen Geschäftsklima-Indikatoren

7 Verzeichnisse 7 10 Tatsächliche und erwartete Entwicklungen 2004/ Voraussichtliche Geschäfts- und Budgetentwicklung 2005/ Das Geschäftsklima: Erwartungen Erfahrungen aus 2004/2005 und Erwartungen für 2005/2006: Indikatorenwerte aus den Ergebnissen für den 6. Trendbericht Zusammenhänge zwischen Umsatz- und Ertragsentwicklung Vergleichende Klassifizierung zusätzlicher Begründungen zum bestehenden und erwarteten Geschäftsklima Das Geschäftsklima: Determinanten Entwicklung der Werte der Geschäftsklima-Indikatoren: 2001/ / Geschäftsklima: Entwicklungen Abgeschlossene Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2004/ Beschäftigungsklima: Erfahrungen Beschäftigungsklima-Indikatoren Tatsächliche und erwartete Beschäftigungsentwicklungen für 2004/ Voraussichtliche Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2005/ Beschäftigungsklima: Erwartungen Beschäftigungspolitische Erwartungen für 2005/2006 im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen 2004/ Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bestehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zur Vorperiode Beschäftigungsklima: Determinanten Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bevorstehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zum Allgemeinen Geschäftsklima Beurteilungen der Maßnahmen zum Qualifikationserwerb 2005/ Entwicklung der Effizienzindikatoren Qualifikationspolitisches Klima Langfristige Entwicklung des Qualifikationsklimas 123

8 Verzeichnisse 8 33 Rückgriff auf freie Mitarbeit, Werkverträge, Outsourcing? Flexibilisierung der Arbeit? Aktueller Handlungsbedarf bei Outsourcing, Nearshoring und Offshoring Outsourcing, Nearshoring, Offshoring Aktueller Handlungsbedarf bei Merger & Acquisitions, Beteiligungen Merger & Acquisitions, Beteiligungen: Aktueller Handlungsbedarf Vorteile Merger & Acquisitions, Beteiligungen Nachteile Merger & Acquisitions, Beteiligungen M & A, Beteiligungen: Vorteile, Herausforderungen Weiterentwicklungsbedarf interner Informationstechnik in den nächsten drei Jahren Weiterentwicklung interner IT Synergien zwischen Technologien, Produkten, Anwendungen und Geschäftsbereichen durch Konvergenzprozesse Konvergenz Geschäftschancen neuer Produkte, Dienste und Anwendungen in den kommenden Jahren Einschätzungen der Experten in den Jahren Die Top-Geschäftsbereiche nach Schulnoten Die weiteren Geschäftsbereiche nach Schulnoten Bewertungen der Geschäftschancen von Geschäftsbereichsgruppen Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft Internationale Wettbewerbsfähigkeit (1) Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen Internationale Wettbewerbsfähigkeit (2) Stärkste Wettbewerber in elf informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichsgruppen Internationale Wettbewerbsfähigkeit (3) 158

9 Verzeichnisse 9 57 Internationale Wettbewerbsfähigkeit (4) Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte Aussichtsreiche Geschäftsbereiche auf informationswirtschaftlichen Teilmärkten? Bevorstehende Durchbrüche in FuE Informationswirtschaftliche Forschung und Entwicklung Chancen aus FuE Bereits bestehender Einsatz von Open Source-Software/Linux Open Source-Software/Linux: Einsatz Open Source/Linux: Vor- und Nachteile Vorteils- und Nachteilsbereiche von Open Source-Software/Linux Bewertung von E-Government-Aktivitätsbereichen nach Schulnoten 2005/2006 und 2002/ E-Government Institutionenkritischer Indikator für Finanzierungsprobleme des selbstständigen Mittelstandes Finanzierung von KMUs und Existenzgründungen Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer und KMUs (1): Banken und weitere private Geldgeber Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer und KMUs (2): Politik und Förderung des Staates Dringender politischer Handlungsbedarf Politischer Handlungsbedarf Dringlichkeit des politischen Handlungsbedarfes für diverse informationswirtschaftliche und informationswirtschaftlich relevante Bereiche Vergleich der Dringlichkeitsbewertungen der Experten mit ihren Begründungen zum politischen Handlungsbedarf Wie läuft das aktuelle Monitoring ab? Die bisherigen Fakten- und Trendberichte mit ihren Themenschwerpunkten Kooperierende Verbände und weitere Einrichtungen 208

10 Verzeichnisse Themenschwerpunkte des Fragebogens zum Trendbericht 2006 ( inhaltliche Struktur ) Teilnahme von Experten aus verschiedenen Pools an Online-Umfragen zum Trendbericht 2004/2005 und 2005/ Teilnahme der Experten nach Funktion in der eigenen Einrichtung Aufschlüsselung der Angaben unter Weitere Funktion Teilnahme an Umfrage nach ausgeübter Funktion (unter Einbeziehung der Aufschlüsselungen zu Weiterer Funktion ) Teilnahme der Experten nach Beschäftigungsgröße der eigenen Einrichtung Teilnahme der Experten nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten Teilnahme der Experten nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten Wachstumsraten in % Struktur der Auswertungen der Fragen im 6. Trendbericht 222

11 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 11 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 1. Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 1.1 Zusammenfassung der Ergebnisse aus Fakten- und Trendbericht Mit jährlichen Faktenberichten, ergänzt durch Trendberichte, analysieren TNS Infratest und das Institute for Information Economics den Entwicklungsstand der Informationswirtschaft und seiner Teilbranchen in Deutschland im weltweiten Vergleich (Benchmark-Ansatz). Dafür werden verlässliche und aktuelle Daten zur Marktentwicklung ermittelt und sind diese über mehrere Jahre - von 2000 bis 2006 fortgeschrieben worden. Der Trendbericht ergänzt die Sekundärforschung durch eine Befragung von zuletzt 297 Experten aus der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene, um ein differenziertes und umfassendes Meinungs- und Stimmungsbild der Informationswirtschaft zu den für sie zentralen Fragen zu erhalten, die vorliegenden Thesen zur Marktentwicklung auf ihre Zukunftsfähigkeit aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft zu prüfen und auf neue Trends, die sich in den Ergebnissen anderer Studien noch nicht niedergeschlagen haben, aufmerksam zu machen. Wichtigste Neuerungen sind in diesem Jahr: Der Faktenbericht enthält erstmals für die wichtigsten im Methodenbericht definierten Kernindikatoren die Berechnung von Indexwerten, die es erlauben, Deutschland im globalen Benchmark zu positionieren. Bei der Indexwertbildung erhält das jeweils beste Land oder die beste Region innerhalb der Vergleichsgruppe den Wert 100. Da die USA für die deutsche Informationswirtschaft ein wichtiger Benchmark sind, wird Deutschland für die relevantesten Kernindikatoren stets im Vergleich zu den Vereinigten Staaten von Amerika positioniert. Ferner ist die Stellung der deutschen Informationswirtschaft innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums (EU-15 bzw. EU-25) zu bestimmen. Darüber hinaus wurde Deutschland für die wichtigsten Kernindikatoren stets auch im Vergleich zu dem jeweils klassenbesten Land positioniert. Die Auswahl der Bezugsregionen für die deutsche Informationswirtschaft wird durch die Expertenbefragung gestützt, in der nach 2000/2001 und 2001/2002 wiederum nach den Hauptwettbewerbsländern für die deutsche Informationswirtschaft gefragt wurde. Als wichtigste Konkurrenten wurden 2005/2006 die USA (47 Prozent), das außerjapanische Ostasien (17,0 %), Japan (12,3 %), die skandinavischen Länder (9,3 %) und Großbritannien (5,6 Prozent) eingestuft. Zusätzlich zu den auf die Periode 2004/2005 (Erfahrungen) und die Periode 2005/2006 (Erwartungen) bezogenen Ergebnissen zieht der 6. Trendbericht mehr als in den vergangenen Jahren Ergebnisse aus früheren Trendumfragen heran und kommt im Rahmen von Sechs-Jahres-Vergleichen zu längerfristig stabilen Einschätzungen der Informationswirtschaft sowie kontinuierlich anhaltenden Trends. Nachdem mit den Trendumfragen eine zuverlässige Methode zur Ermittlung des Allgemeinen Geschäftsklimas und Beschäftigungsklimas mit prognostischem Wert geschaffen worden ist, werden im 6. Trendbericht Möglichkeiten erörtert, die Zuverlässigkeit längerfristiger Einschätzungen der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene weiter zu verbessern.

12 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 12 stellt mit dem 9. Faktenbericht und dem 6. Trendbericht den Ist-Zustand der deutschen Informationswirtschaft dar, positioniert Deutschland im internationalen Vergleich, macht aktuelle Trends sichtbar und zeigt Chancen auf, die genutzt werden sollten, um die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft zu fördern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Im Folgenden werden diejenigen Ergebnisse aus Fakten- und Trendbericht dargestellt, die eine Positionierung der deutschen Informationswirtschaft im weltweiten Benchmark ermöglichen. Auf die Wiedergabe weiterer Ergebnisse, beispielsweise solcher, die die Argumentationsbreite der Informationswirtschaft zu neuen Themenbereichen wiedergeben und einen ersten Bezugsrahmen für weitere Erörterungen zu etablieren suchen (Beispiele: Merger & Acquisitions, Weiterentwicklung interner IT, Open Source-Software und Finanzierungsmöglichkeiten von Existenzgründungen und kleineren Unternehmen in der deutschen Informationswirtschaft), wird hier verzichtet. Der an diesen Themen interessierte Leser sei auf die Hauptteile des Trendberichts verwiesen (bei M & A Kapitel 12 und 13, Interne IT Kapitel 14, Open Source-Software Kapitel 20 und 21, Finanzierungsmöglichkeiten Kapitel 24, jeweils Trendbericht, Band II).

13 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Informationswirtschaft Definition des Untersuchungsgegenstandes So wie im letzten Jahrhundert die Automobilindustrie die Mobilität vieler Menschen gesteigert und ihr weiteres Leben verändert hat, so wird die Informationswirtschaft in Zukunft das berufliche und private Leben aller Menschen verändern, soweit sie solches nicht bereits getan hat. Unter Informationswirtschaft werden im Rahmen des die folgenden Bereiche verstanden: auf der Anbieterseite: die traditionellen Kernbereiche Informationstechnik und Telekommunikation; die Internet-Wirtschaft mit dem Bereich E-Commerce (B2B und B2C) sowie Online Content mit den Bereichen Online Video, Online Audio, Online Publishing und Online Gaming; auf der Anwenderseite: Anwendungsbereiche von Informationstechnik und Telekommunikation sowie Internet-Wirtschaft und Online-Content wie zum Beispiel E-Government, E-Business, E-Health, RFID und insbesondere die Verbreitung des Internets und seiner Zugangstechnologien in Unternehmen, in der Bevölkerung und in privaten Haushalten sowie in öffentlichen Verwaltungen. Die Informationswirtschaft stellt insoweit eine Querschnittstechnologie dar, als ihre Anwendungen die gesamte Volkswirtschaft querbeet durch alle Branchen durchdringen. Es kommt hinzu, dass die Grenzen zwischen den Anbieterbranchen aufgrund der bestehenden rapiden Konvergenzprozesse kontinuierlich revidiert werden müssten. Die weit gefasste Definition von Informationswirtschaft trägt diesen Zusammenhängen Rechnung. Auch ist keine amtliche Statistik verfügbar, die alle konvergenten Bereiche der Informationswirtschaft verlässlich fasst und Daten dazu verfügbar macht. Insofern muss sich auf Darstellungen einzelner Anwendungsbereiche beschränken. E-Readiness Die von The Economist Intelligence Unit gemeinsam mit IBM im Jahr 2005 erstellte Studie The 2005 e-readiness rankings erlaubt auf der Basis von hundert quantitativen und qualitativen Indikatoren für alle oben genannten Bereiche der Informationswirtschaft eine Positionierung Deutschlands im Vergleich zu 65 Ländern. Innerhalb dieses weltweiten Länderrankings erreicht Deutschland im Jahr 2005 einen Score von 8,03 (Vorjahr: 7,83) von zehn möglichen Punkten und rückt damit im Vergleich zum Vorjahr weltweit im E-Readiness-Ranking um einen Rang auf Platz 12 vor. Es liegt somit mit Kanada gleichauf. Demnach verfügt Deutschland über das Potenzial, zu einem der weltweit führenden Standorte der Informationswirtschaft aufzusteigen.

14 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 14 Die Studie zeigt, dass Deutschland im Prinzip unter die weltweiten Spitzenreiter aufrücken kann. Wie kann das erreicht werden? Eine kumulierte Indikatorenberechnung, wie sie diese Studie vorlegt, reicht zur Bestimmung von zukünftigen Handlungsfeldern, derer sich die Politik annehmen sollte, nicht aus. Es bedarf einer detaillierten international vergleichenden Analyse mit Blick auf die folgenden Fragestellungen: Wo hat sich die deutsche Informationswirtschaft Spitzenplätze erarbeitet? Wo zeigen sich deutliche Wachstumspotenziale und ergeben sich Chancen? Wo sind ungenutzte Potenziale vorhanden bzw. besteht Nachholbedarf? Welche Risiken existieren? Anbieterbranche Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) Status Quo In der wichtigsten Anbieterbranche der deutschen Informationswirtschaft, der Informations- und Kommunikationstechnik, hält Deutschland mehrere Spitzenpositionen. Im weltweiten Benchmark zeigen sich jedoch neben bedeutenden Wachstumspotenzialen auch Schwächen: Abbildung I Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: IKT Deutschland USA Europa Beste Nation (= 100) Anteil der IKT-Ausgaben am BIP in Prozent 2005 Pro-Kopf-Ausgaben für IKT in Euro 2005 Wachstum IKT-Umsatz in % 2004/2005 Westeuropa Westeuropa Schweden Schweiz Spanien Deutschland: 6,2% Anteil IKT-Ausgaben am BIP, damit unter westeuropäischem Durchschnitt von 6,4%. Pro-Kopf-Ausgaben Euro, führend Schweiz: Euro. 2,6% Marktwachstum, weltweit 4,5%. TNS Infratest, April 2006 Mit einem Umsatz von 134 Milliarden Euro im Jahre 2005 (EITO) und einem Anteil von 6,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ist die Informations- und Kommunikationstechnik zur bedeutendsten deutschen Industriebranche aufgestiegen und rangiert IKT mittlerweile deutlich vor dem Maschinenbau und der Automobilindustrie.

15 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 15 Deutschland ist 2005 nach wie vor der drittgrößte Ländermarkt nach den USA (28 Prozent) und Japan (14,7 Prozent) in der weltweiten IKT- Branche mit einem Weltmarktanteil von 6,8 Prozent und weist im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 2,6 Prozent auf. Weltweit wuchs der IKT-Markt allerdings um 4,5 Prozent auf Milliarden Euro. Dies ist vor allem auf das weit überproportionale Wachstum der asiatisch-pazifischen Region und in geringerem Maße in Mittelosteuropa und Osteuropa zurückzuführen. Die Beschäftigung in Deutschland nahm netto um Stellen auf insgesamt zu (BITKOM). Mittlerweile gehört fast jeder zehnte Arbeitsplatz in Deutschland nach Boston Consulting zur Informationsund Kommunikationstechnik in Anbieter- und Anwenderbranchen. Dieser Zuwachs resultiert aus den prosperierenden Bereichen IT- Dienstleistungs- und Softwareunternehmen. 35 Prozent des Produktivitätsfortschritts der deutschen Volkswirtschaft werden durch die Informations- und Kommunikationstechnik bewirkt (Boston Consulting). Demnach ist die deutsche IKT-Industrie der potenziell stärkste Motor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Deutschland. Im Rahmen einer weltweiten Benchmark-Betrachtung zeigen sich jedoch Defizite und ungenutzte Potenziale, die derzeit verhindern, dass Deutschland im internationalen Vergleich Spitzenpositionen einnimmt: Mit einem Anteil der Informations- und Kommunikationstechnik am Bruttoinlandsprodukt von 6,2 Prozent liegt Deutschland immer noch unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 6,4 Prozent und positioniert sich mit deutlichem Abstand zu den führenden Nationen Schweden (8,6 Prozent) und Ungarn (8,2 Prozent). Im Jahr 2005 gaben die deutschen Verbraucher durchschnittlich Euro für Produkte der Informations- und Kommunikationstechnik aus. Sie liegen damit knapp über dem westeuropäischen Durchschnitt von Euro, aber weit abgeschlagen hinter der führenden Schweiz (2.724 Euro). Insbesondere im öffentlichen Bereich liegen die Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik bis zu 50 Prozent unter den klassenbesten Ländern. Berechnungen von Boston Consulting ergaben, dass die IKT- Technologien die deutsche Bruttowertschöpfung bei verstärktem Einsatz und entsprechenden Investitionen bis 2008 um gut 75 Milliarden Euro erhöhen können. Dabei würde der öffentliche Bereich über eine konsequentere Nutzung von IKT bis zu 27 Milliarden Euro zusätzliche Ersparnisse erzielen. Êxpertensicht In der Trendumfrage wurden die wirtschaftlichen Aussichten der deutschen Informationstechnik von den Experten mit der Schulnote 2,55 bewertet (zum Vergleich: Telekommunikation 2,88, Online Content 2,33, infrastrukturelle Voraussetzungen 2,33). Damit werden bedeutende Wachstumspotenziale sichtbar, insbesondere wenn sich der bereits rapide Strukturwandel innerhalb der Informationstechnik zu Lasten von Hardware und Software und zu Gunsten von IT-Sicherheit und IT-Services/Beratung beschleunigt.

16 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 16 Abbildung II Durchschnittliche Expertenbewertung der Informationstechnik insgesamt und nach Teilmärkten 2005 (nach Schulnoten) 3,83 2,68 2,01 1,76 2,55 Hardware Vergleich: Aussichtsreiche Geschäftsbereiche 1) 3,35 Vergleich Umfrage 2004/2005 2) 3,47 Software 2,63 2,82 IT-Sicherheit 2,02 1,77 Hardware Software IT-Services/ Beratung IT-Sicherheit Informationstechnik gesamt 1) Die Klassifizierung Aussichtsreicher Geschäftsbereiche ergibt sich aus den Bewertungen der befragten Experten in sechs Jahren. 2) Bezieht sich gleichfalls auf Bewertungen der Experten von Aussichtsreichen Geschäftsbereichen. Institute for Information Economics, Anbieterbranche E-Commerce einschließlich Online Content Status Quo Abbildung III Zum Gesamtmarkt Informationswirtschaft gehören bei weit gefasster Definition die über E-Commerce erzielten Umsätze. Unter E-Commerce wird hier ein Kaufakt verstanden, den ein Käufer über das Internet tätigt. Ob die Rechnungsstellung online oder konventionell erfolgt und wie das Produkt zugestellt wird, ist für diese Definition unerheblich. Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Commerce Deutschland USA Europa E-Commerce-Umsatz in Mrd. Euro 2005 Wachstum E-Commerce- Umsatz 2004/05 in % E-Commerce-Umsatz je Einwohner in Euro Westeuropa Westeuropa Westeuropa Beste Nation (= 100) USA Mexiko Australien Deutschland ist nach Umsatz führende E-Commerce-Nation Europas. Deutschlands E-Commerce boomt, liegt im Wachstum vorn. 90% der deutschen Umsätze entfallen auf B2B. In Deutschland werden pro Einwohner jährlich durchschnittlich Euro ausgegeben. TNS Infratest, April 2006 E-Commerce- Benchmark Zum E-Commerce-Markt ergibt sich das folgende Gesamtbild: Spitzenreiter sind nach Global Industry Analysts die USA mit Milliarden Euro. Diese erzielen einen Anteil am weltweiten E-Commerce-Umsatz (9,8 Billionen Euro) von 38,8 Prozent.

17 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 17 Im Jahr 2005 kam Deutschland Global Industry Analysts zufolge auf einen E-Commerce-Umsatz von 580 Milliarden Euro. Damit positioniert sich Deutschland innerhalb Europas an erster Stelle vor Großbritannien (413 Milliarden Euro) und Frankreich (333 Milliarden Euro). Allerdings kommt BITKOM auf einen deutschen Umsatz für 2005 von lediglich 321 Milliarden Euro Umsatz, bestätigt aber die Spitzenposition Deutschlands innerhalb Europas. Der Verband gibt eine Wachstumsrate von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Ausgehend von Global Industry Analysts hat Deutschland einen Anteil am weltweiten E-Commerce Markt von knapp sechs Prozent. Der Handel zwischen den Unternehmen (B2B) repräsentiert in Deutschland den Löwenanteil des gesamten E-Commerce-Umsatzes. Verschiedenen Marktforschern zufolge beträgt der entsprechende Anteil 90 Prozent. E-Commerce- Markt Online Content Neben dem Umsatzvolumen ist der Umsatz pro Einwohner geeignet, den Entwicklungsstand eines Landes im E-Commerce-Bereich zu beurteilen: Spitzenreiter ist Australien vor den führenden Technologie- und Breitbandnationen Taiwan, Japan und den USA (Global Industry Analyst) mit Euro Umsatz je Einwohner. Im europäischen Umfeld behauptet Deutschland Global Industry Analyst zufolge auch nach dem Umsatz pro Einwohner einen Spitzenplatz. Mit einem durchschnittlichen E-Commerce-Umsatz von Euro (B2B und B2C) liegt Deutschland im Jahr 2005 zwar hinter den Niederlanden (8.164 Euro), aber vor Großbritannien (6.916 Euro), Frankreich (5.505 Euro) und Italien (4.005 Euro). Der weltweite Durchschnitt liegt bei etwas über Euro. Im Branchenvergleich hat sich Deutschland insbesondere in den Wirtschaftsbereichen Finanzen, Kommunikation, Informationstechnik und Einzelhandel etabliert. Weiteren Branchen in Deutschland stehen ähnliche Entwicklungen bevor, wie zum Beispiel dem Handel, der Logistik (RFID) und dem Gesundheitsbereich (E-Health). Die schneller und immer komfortabler werdenden Internet-Anschlüsse, beispielsweise über DSL, werden das Wachstum im E-Commerce beschleunigen: Weltweit rechnen Analysten fast mit einer Verdoppelung der Umsätze (plus 93 Prozent pro Jahr für die Periode ). BITKOM erwartet bis 2009 eine Steigerung des Umsatzes auf 694 Milliarden Euro für Deutschland. Global Industry Analysts gehen bei weiter gefasster Definition sogar von jährlichen durchschnittlichen Wachstumsraten von 84 Prozent aus.

18 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 18 Expertensicht Die befragten Experten bewerteten die wirtschaftlichen Aussichten von E-Commerce im B2B-Bereich unter 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen mit der Schulnote 2,40 und damit deutlich überdurchschnittlich (durchschnittliche Bewertung aller Geschäftsbereiche: 2,66). Ebenfalls überdurchschnittlich wurde E-Commerce im B2C-Bereich und zwar mit der Note 2,53 eingeschätzt. Damit erscheint die Enttäuschung aus den Jahren der Krise der New Economy überwunden, als die Werte für den großen Hoffnungsträger E-Commerce wie bei keinem anderen Geschäftsbereich einbrachen und die von den Experten angegebenen Einschätzungen offensichtlich hinter den tatsächlich bestehenden Potenzialen zurückbleiben. Die veränderten Bewertungen wurden auch auf die zunehmende Penetration der Breitbandtechnologien, die weitere Verbreitung der Internet-Nutzung und das Erreichen höherer Sicherheitsstandards im Internet zurückgeführt. Von 2004/2005 zu 2005/2006 verbesserten sich die Bewertungen noch einmal und zwar von E-Commerce B2B von 2,49 auf 2,40 und E-Commerce B2C von 2,61 auf 2,53. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit von E-Commerce B2B wurde um fast eine halbe Note schlechter bewertet als die wirtschaftlichen Aussichten dieses Geschäftsbereiches. Ähnliche Ergebnisse ergeben sich für die anderen Transaktionsdienste mit Ausnahme von E-Banking und E-Brokerage. Dies weist darauf hin, dass das besondere Wachstum von E-Commerce in Deutschland vorwiegend inlandgetrieben, also vorwiegend von der Größe des Marktes abhängig und nicht einer besonderen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen E-Commerce-Anbieter geschuldet ist. Allerdings sollte die Größe des deutschen Marktes auch eine besondere Chance darstellen, sich auf die europäischen Märkte zu begeben. Die Vergleichszahlen von E-Banking und E-Brokerage sind ein Indikator für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Finanzdienstleister mit Hilfe von IKT-Anwendungen. Online Content Das Endprodukt in der informationswirtschaftlichen Wertschöpfung ist fast immer ein irgendwie gearteter Content. Insoweit ist Online Content eine wichtigere informationswirtschaftliche Teilbranche als die bislang erzielten Umsatzzahlen vermuten lassen. Online Content wurde erstmals von Strategy Analytics in enger Zusammenarbeit mit der EITO Task Force 2005 definiert. Die Teilbranche umfasst die vier Produktbereiche Musik, Spiele, Video und Online Publishing. Diese werden über die Kanäle Fernsehen, Internet und Mobilfunk übertragen. Nach diesem Konzept wurden 2005 erstmalig Daten erhoben: Der westeuropäische Markt für Online Content betrug laut EI- TO/Strategy Analytics im Jahr 2005 rund 12,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 28 Prozent. Der deutsche Markt für Online Content hat mit einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro einen Anteil am gesamten westeuropäischen Markt von 20 Prozent. Auf Online Publishing entfallen 84 Prozent des Gesamtmarkts. Bis zum Jahr 2008 soll ein Volumen von 6,9 Milliarden Euro erreicht werden. Expertensicht Die befragten Experten bewerteten die wirtschaftlichen Aussichten von Online Content mit 2,33 besser als die wirtschaftlichen Aussichten von Informationstechnik (2,55) und Telekommunikation (2,88). Dabei wurden

19 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 19 die Aussichten von Musik (2,23), Spielen (2,25) und Informationsdiensten (2,28) fast identisch bewertet, während die Experten die Chancen von Video im Multimedia-Mix mit 2,49 zurückhaltender einschätzten. Diese Beurteilungen mit einem wesentlichen Bezug zu den Konsumentenmärkten liegen im Schnitt erheblich höher als die Beurteilungen professioneller Informationsdienste (2,62), die schon vor Jahrzehnten ihren Take-off hatten und sich mittlerweile teilweise in einer Konsolidierungsphase befinden. Siehe Abbildung IV. Abbildung IV Durchschnittliche Expertenbewertung (nach Schulnoten) von Online Content insgesamt und nach Teilmärkten ,49 2,25 2,23 2,28 2,33 Online Content gesamt Spiele Video Musik Informationsdienste Informationsdienste Vergleich: Vergleich Aussichtsreiche Umfrage Geschäftsbereiche 1) 2004/2005 2) 2,62 2,49 1) Die Klassifizierung Aussichtsreicher Geschäftsbereiche ergibt sich aus den Bewertungen der befragten Experten in sechs Jahren. 2) Bezieht sich gleichfalls auf Bewertungen der Experten von Aussichtsreichen Geschäftsbereichen. Institute for Information Economics, 2006 Diese Ergebnisse zeigen zwar an, dass die Business-to-Business-Märkte weiterhin die Treiber der informationswirtschaftlichen Entwicklung sind. Aber die Konsumentenmärkte werden relativ stärker dies unter anderem durch Konvergenzprozesse in Richtung von Triple Play und der Ausbreitung mobiler B2C-Dienste. Auch BITKOM bestätigt, dass bis zum Jahr 2009 nur noch rund 84 Prozent des E-Commerce-Umsatzes auf den Teilmarktbereich B2B entfallen und der Anteil des B2C-Marktes auf 16 Prozent steigen wird. Demnach stehen alle Zeichen in den Marktprognosen derzeit auf Wachstum. Die Bedeutung der Informationswirtschaft in der deutschen Volkswirtschaft nimmt weiter zu. Wie schätzen die befragten informationswirtschaftlichen Experten die Lage der deutschen Informationsindustrie ein und wie beurteilen sie die künftige Entwicklung?

20 Management Summary Einschätzungen der aktuellen Lage der deutschen Informationswirtschaft aus Expertensicht Status Quo Die Ergebnisse zur abgeschlossenen Geschäftsentwicklung (1. November Oktober 2005) sind in Abbildung V wiedergegeben. Abbildung V Beschleunigung positiver Entwicklungen allerdings noch viel Konstanz Das Geschäftsklima: Erfahrungen % 11% 31,5% Eigene Einrichtung 57% Eigene Branche 46% 43% Aufschwung Konstanz im Vergleich zum Vorjahr Abschwung Institute for Information Economics, /2005 war demnach aus der Sicht der befragten Experten, bezogen auf die eigene Einrichtung, ein positiv zu beurteilendes, bezogen auf die eigene Branche, ein positiv bis ambivalent zu beurteilendes Jahr: Für mehr als jeden zweiten Experten (57 Prozent), das sind absolut 166 Befragte, ging es in der eigenen Einrichtung aufwärts. Dem standen lediglich 32 Prozent gegenüber, die in etwa die gleiche Entwicklung wie im Vorjahr meldeten, sowie elf Prozent, die einen wirtschaftlichen Abschwung hatten hinnehmen müssen. Hingegen waren die Anteile der Experten, die mit Blick auf ihre Branche einen Aufschwung bzw. eine konstante Entwicklung feststellten, mit 46 Prozent und 43 Prozent in etwa gleich. Einen Abschwung sahen hier gleichfalls nur elf Prozent der Experten. Geht man wie in den bisherigen Trendberichten davon aus, dass branchenwirtschaftliche Einschätzungen einen größeren Realitätsgehalt als einzelwirtschaftliche Einschätzungen haben, so war 2004/2005 für die deutsche Informationswirtschaft keineswegs ein negativ zu beurteilendes Jahr. Aber in den positiven Beurteilungen mischten sich unüberhörbar ambivalent urteilende Stimmen. Bisherige Entwicklung des Geschäftsklimas War 2004/2005 für die deutsche Informationswirtschaft im Vergleich zu den Vorjahren ein gutes oder weniger gutes Jahr? Dazu werden Indikatoren zu den vorliegenden Ergebnissen nach der logischen Struktur Anzahl der Stimmen mit eindeutig positiven Bewertungen dividiert durch Anzahl der Stimmen mit eindeutig negativen Bewertungen gebildet und die Indikatorenwerte aus den Vorjahren herangezogen.

21 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 21 Abbildung VI Geschäftsklima-Indikatoren ,06 3,50 2,93 4,28 3,54 2,80 0,41 0,14 0,67 Geschäftsklima für die eigene Einrichtung Geschäftsklima für die eigene Branche Geschäftsklima-Gesamtindikator 2001/ / / /2005 Institute for Information Economics, 2006 Danach kamen 2004/2005 auf einen Experten mit negativen Erfahrungen, statistisch gesehen, 3½ Experten mit positiven Erfahrungen. In der Periode 2002/2003 waren auf einen Experten mit positiven Erfahrungen 2½ Experten mit negativen Erfahrungen gekommen. Die Experten schätzten die voraussichtliche Geschäfts-/Budgetentwicklung für den Zeitraum 1. November Oktober 2006 wie folgt ein: Abbildung VII Vor dem eindeutig besten Jahr seit 2001/2002 Das Geschäftsklima: Erwartungen % 8% 28,5% Eigene Einrichtung 63% 42% Eigene Branche 50% Aufschwung Konstanz im Vergleich zum Vorjahr Abschwung Institute for Information Economics, 2006 Nach diesen Ergebnissen verspricht 2005/2006 für die deutsche Informationswirtschaft ein gutes und besseres Jahr als 2004/2005 zu werden:

22 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 22 Im Rahmen einrichtungsbezogener Aussagen waren 181 von 288 Experten zuversichtlich gestimmt, das heißt, dass es nach ihrer Einschätzung im Vergleich zu 2004/2005 aufwärts gehen werde. Das entspricht einem Anteil von knapp zwei Drittel an allen Experten beziehungsweise 63 Prozent. Dem stehen lediglich 82 Aussagen (28,5 Prozent) gegenüber, nach denen in etwa die gleiche Entwicklung wie 2004/2005 zu erwarten ist, sowie 25 Experten (9 Prozent), die im Vergleich zu 2004/ einen Abschwung erwarteten. Teilt man die Anzahl der optimistischen durch die der pessimistischen Einschätzungen, so ergibt sich ein Indikatorwert von 7,24. Auf branchenbezogener Ebene beträgt der entsprechende Erwartungswert 6,0. Allerdings ist hier der Anteil ambivalenter Erwartungen mit 42 Prozent hoch. Zukünftige Entwicklung des Geschäftsklimas Abbildung VIII In Abbildung 8 sind die Erfahrungswerte aus 2004/2005 den Erwartungswerten für 2005/2006 gegenübergestellt. Demnach verspricht 2006 das beste Jahr für die deutsche Informationswirtschaft seit 2001 zu werden (knapp fünf Optimisten auf einen Pessimisten). Erfahrungs- und Erwartungswerte 2005/2006: Das beste Jahr für die deutsche Informationswirtschaft Erfahrungswerte 2004/2005 Erwartungswerte 2005/2006 4,28 5,59 (4,66) 2,80 3,98 (2,63) 3,54 4,79 (3,65) Geschäftsklima für die eigene Einrichtung Geschäftsklima für die eigene Branche Gesamtindikator In Klammern: Erfahrungswerte für 2004/2005 aus der vorangegangenen Umfrage Institute for Information Economics, 2006 Zusammenfassend ergeben sich für das aktuelle Allgemeine Geschäftsklima an Schlussfolgerungen: Die positiven Entwicklungen des Jahres 2003/2004 haben sich im Jahr 2004/2005 nach den Einschätzungen von knapp 300 führenden informationswirtschaftlichen Experten fortgesetzt. Teilweise kam es sogar zu einer Beschleunigung positiver Entwicklungen. Andererseits war der Anteil derer, die eine konstante Entwicklung wie im Vorjahr diagnostizierten, nach wie vor hoch. Für 2006 ist ein gutes und darüber hinaus das beste Jahr für die Informationswirtschaft seit den Boomjahren bis zur Periode 2000/2001 zu erwarten.

23 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 23 Das Vertrauen in eine positive informationswirtschaftliche Entwicklung wird von einer Bombenstimmung getragen, da auf einen Pessimisten unter den Befragten zwölf Optimisten kamen. Im Vorjahr waren auf einen Pessimisten statistisch gesehen 2,4 Optimisten gekommen. Erstmalig seit den Boomjahren wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von den Experten positiv gewertet (Indikatorwert: 1,38). Auch vom Arbeitsmarkt wurden positive Impulse erwartet (1,29), nicht dagegen vom politischen Bereich (0,47). Der informationswirtschaftliche Aufschwung des Jahres 2006 wird vor allem von drei Größen getragen: der Markt- und Branchenentwicklung (hier kamen knapp 5 ½ Optimisten auf einen Skeptiker), der Nachfrage und den Investitionen der Anwender (drei Optimisten pro Skeptiker) und dem eigenen unternehmerischen Handeln und den damit verbundenen Strategien (1,8 Optimisten pro Skeptiker). Zu Sorgen geben die erstmalig negativen Stimmungswerte für Neue Produkte und Geschäftsbereiche im Kontrast zu Rationalisierung, Konsolidierung, Restrukturierung und Reorganisation sowie Handeln im intensiven Wettbewerb, Preisverfall Anlass. Hier kamen nach den Werten für 2005/2006 auf vier Optimisten fünf Pessimisten. Allen Anzeichen nach sind einige etablierte informationswirtschaftliche Teilmärkte vom Innovations- zum Preiswettbewerb unter Bedingungen der Marktkonsolidierung statt des Marktwachstums übergegangen Arbeitsmarkt und Beschäftigungsklima Analyse auf IKT-Branche begrenzt Die Analyse der gegenwärtigen Lage auf dem Arbeitsmarkt der deutschen Informationswirtschaft ist im Rahmen der Sekundärforschung auf die Teilbranche IKT zu begrenzen, da für die Teilbranchen E-Commerce einschließlich Online-Content keine verlässlichen Daten aus amtlichen Statistiken vorliegen. Die deutsche IKT-Branche gehört neben dem Maschinenund Fahrzeugbau nach wie vor zu den Branchen mit den meisten Beschäftigten Status Quo: Arbeitsmarkt und Beschäftigung Keine Trendwende, aber Stabilisierung Die für das Jahr 2005 erwartete Trendwende am IT-Arbeitsmarkt in Nordamerika und Europa ist nicht eingetreten. Allerdings hat sich der Arbeitsmarkt weiter stabilisiert und wurde in einigen europäischen Ländern, so auch in Deutschland, die seit 2000 andauernde Talfahrt beendet nahm die Zahl der Beschäftigten in der IKT-Wirtschaft BITKOM zufolge um Arbeitsplätze zu. Somit hat sich die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Informations- und Telekommunikationswirtschaft auf Mitarbeiter erhöht. Im Vorjahr waren noch Stellen netto verloren gegangen. Der Zuwachs kommt aus den prosperierenden Bereichen IT-Dienstleistungs- und Softwareunternehmen. Angesichts von Restrukturierungsmaßnahmen bei einigen großen in Deutschland ansässigen Unternehmen geht BITKOM davon aus, dass in diesem Jahr keine zusätzlichen Arbeitsplätze entstehen. Hingegen erwartet die Gesellschaft für Informatik eine Zunahme der Beschäftigung um etwa bis Stellen.

24 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 24 Eine Stabilisierung des IT-Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr ergibt sich auch aus den positiven Entwicklungen der IT-Stellenanzeigen laut Adecco (+ 26 Prozent, Vorjahr: + 22 Prozent). Auf dem deutschen Markt für IT-Fachkräfte kam es zu einem wenngleich bescheidenen Anstieg der Gehälter. Diese lagen nach Angaben verschiedener Quellen auf den einzelnen Beschäftigungsteilmärkten wie im Vorjahr zwischen zwei und drei Prozent Beschäftigungsklima: Einschätzung der Arbeitsmarktlage durch die Experten Abgeschlossene Mitarbeiter- / Beschäftigungsentwicklung Abbildung IX Im Jahr 2004/2005 machten die befragten Experten zur Mitarbeiter- und Beschäftigungsentwicklung die folgenden Erfahrungen: Nach wie vor Unsicherheiten Stabilisierung des Mitarbeiterbestandes oberstes beschäftigungspolitisches Gebot Beschäftigungsklima: Erfahrungen % 37% 30% 21,5% Eigene Einrichtung Eigene Branche 40% 49% Nettozuwachs Konstanz Nettorückgang Erfahrungen bis 2001: der größte Engpass 2002: größter Einschätzungs- und Stimmungswandel in der Informationswirtschaft seit 1999 zum Schlechteren Institute for Information Economics, 2006 Status Quo: Eigene Einrichtung Nach diesen Ergebnissen hat sich die Beschäftigungssituation in der deutschen Informationswirtschaft aus der Sicht der befragten Experten im Jahr 2004/2005 erneut verbessert. Aus einer einrichtungsbezogenen Sicht übertraf die Zahl der Experten, die einen Nettozuwachs an Beschäftigung meldeten, erstmalig seit 2002 die Zahl der Experten, die in der eigenen Einrichtung einen Nettorückgang hinnehmen mussten. Hier standen 108 Experten mit positiven Erfahrungen 66 Experten mit negativen Erfahrungen gegenüber. Das entspricht den prozentualen Anteilen von 37 Prozent versus 23 Prozent. Allerdings ist der Anteil der Experten, nach deren Erfahrungen die Zahl der Beschäftigten... in etwa gleich geblieben war, nach wie vor hoch. Dieser Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Insgesamt 116 Experten, das sind 40 Prozent, kreuzten diese Kategorie an.

25 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 25 Demnach stand die Politik einer Stabilisierung der Beschäftigung im Berichtszeitraum im Mittelpunkt einer relativen Mehrheit der informationswirtschaftlichen Einrichtungen. Status Quo: Branchenbezogene Sicht Status Quo: Beschäftigungsklima nach Branchen Wie zu erwarten, sind die Einschätzungen der Experten aus einer branchenbezogenen Sicht negativer, obgleich sich auch hier die Situation gegenüber dem Vorjahr deutlich aufgehellt hat. Allerdings gab es immer noch mehr Experten mit negativen (30 Prozent) als positiven Erfahrungen (21,5 Prozent). Hat sich das Beschäftigungsklima nach informationswirtschaftlichen Teilbranchen unterschiedlich aufgehellt? Aufschlüsse dazu ergeben sich in Abbildung X. Abbildung X Private Anbieter Tele- und Mobilkommunikation Informations- und Kommunikationstechnik (Hardware, Software, IT- Services und Beratung) Elektronische Informations-, Kommunikations-, Bildungsund Unterhaltungsdienste E-Commerce, Online-Werbung Private Anwender Industrie Private Dienstleistungen Weitere Branchen Weitere Expertengruppen Verbände/IHKs Lehre, Forschung, Ausbildung Weiterer öffentlicher Bereich Abgeschlossene Beschäftigungsentwicklung nach Expertengruppen und Teilbranchen in Prozent Einricht.: Up 39,6 37,4 29,1 34,0 41,9 40,4 30,6 25,0 26,9 17,9 Einricht.: Konstanz 33,3 36,4 50,9 50,0 40,4 40,4 49,0 53,6 50,0 53,6 Einricht.: Down 27,1 26,2 20,0 16,0 19,1 19,1 20,4 21,4 23,1 28,6 Institute for Information Economics, 2006 Branche: Up 26,7 22,1 22,0 31,0 15,2 25,6 13,3 8,3 12,5 9,5 Branche: Konstanz 48,9 46,3 50,0 50,0 48,5 51,2 55,6 50,0 62,5 42,9 Branche: Down 24,4 31,6 28,0 19,0 36,4 23,3 31,1 41,7 25,0 47,6 Nach diesen Ergebnissen verliefen die Beschäftigungsentwicklungen im IKT-Bereich nicht durchweg besser oder schlechter als bei E-Commerce und Online Content. Vielmehr kann nach den Einschätzungen der Experten von einer ähnlichen Beschäftigungsentwicklung in den informationswirtschaftlichen Anbieterbranchen (wie auch für informationswirtschaftliche Arbeitsplätze in den Anbieter- und Anwenderunternehmen) gesprochen werden. Hingegen ergeben sich gravierende Unterschiede in der Beschäftigungsentwicklung zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich zu Lasten des Public Sectors. Die Entwicklung des Beschäftigungsklimas nach Erfahrungswerten für die Periode ist in Abbildung 11 wiedergeben. Danach kamen 2005 auf einen Experten mit negativen Beschäftigungserfahrungen 1,12 Experten mit positiven Erfahrungen. 2002/2003 waren auf einen Experten mit positiven Beschäftigungserfahrungen noch fünf Experten mit negativen Beschäftigungserfahrungen gekommen.

26 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 26 Abbildung XI Beschäftigungsklima-Indikatoren Beschäftigungsklima für die eigene Einrichtung Beschäftigungsklima für die eigene Branche Beschäftigungsklima-Gesamtindikator 1,64 1,12 0,72 0,46 0,23 0,48 0,60 nahe null 0, / / /2005 Institute for Information Economics, 2006 Zukünftige Beschäftigungsentwicklung Abbildung XII Zur voraussichtlichen Beschäftigungsentwicklung machten die Experten die folgenden Angaben: Wachstum in übersichtlichen Größenordnungen Neue Themen Outsourcing und Flexibilisierung der Arbeit Beschäftigungsklima: Erwartungen % 24% 32% Eigene Einrichtung 43% Eigene Branche 43% 43% Nettozuwachs Konstanz Nettorückgang Institute for Information Economics, 2006 Nach den Erwartungen der befragten Experten wird es 2005/2006 in der deutschen Informationswirtschaft zu einem Wachstum des Mitarbeiterbestandes kommen. Dieses Wachstum dürfte in übersichtlichen Größenordnungen verlaufen. Ein hoher Anteil ambivalenter Bewertungen weist auf nach wie vor bestehende bedeutende Unsicherheiten hin wie dies auch die unterschiedlichen Einschätzungen in den Sekundärstudien widerspiegeln. Zukünftige Entwicklung in eigener Einrichtung In den einrichtungsbezogenen Aussagen erklärten 123 Experten: Es wird einen Nettozuwachs geben. Das entspricht einem Anteil von 43 Prozent. Dem standen lediglich 40 oder 14 Prozent der Experten gegenüber, die meinten: Es wird zu einem Nettorückgang (an Beschäftigung) kommen.

27 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Experten oder 43 Prozent sahen voraus, dass die Zahl der Beschäftigten... in etwa gleich bleiben werde. Zukünftige Entwicklung aus branchenbezogener Sicht Zukünftige Entwicklung nach Teilbranchen Abbildung XIII Auch nach den branchenbezogenen Aussagen war die Gruppe der Optimisten größer als die der Pessimisten, obgleich der Vorsprung weniger groß als bei den einrichtungsbezogenen Bewertungen war. So standen 83 optimistische Experten 63 pessimistischen Experten gegenüber. Das entspricht den prozentualen Anteilen 32 Prozent versus 24 Prozent. Dazu bildeten die ambivalent urteilenden Experten die größte Gruppe. Diese machte 112 Experten oder einen Anteil von 43 Prozent an allen Experten aus. Während 2004/2005 nach Teilbranchen ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wurden, sind die beschäftigungspolitischen Erwartungen in der Informations- und Kommunikationstechnik deutlich besser (nicht ganz so eindeutig bei E-Commerce, Online-Werbung ). Soweit sich damit Unterschiede zu den Einschätzungen zu BITKOM ergeben, hängt dies damit zusammen, dass viele Experten aus kleinen und mittleren Unternehmen befragt wurden und jede Stimme gleich gewichtet wurde. Besonders schlechte Aussichten ergeben sich für den öffentlichen Bereich außerhalb von Bildung und Forschung. Beschäftigungspolitische Erwartungen nach Teilmärkten und Expertengruppen Private Anbieter Tele- und Mobilkommunikation Informations- und Kommunikationstechnik (Hardware, Software, IT-Services und Beratung) Elektronische Informations-, Kommunikations-, Bildungs- und Unterhaltungsdienste E-Commerce, Online-Werbung Private Anwender Industrie Einricht.: Up 37,5 56,7 44,4 46,9 45,2 Einricht.: Konstanz 37,5 33,0 38,9 46,9 42,9 Einricht.: Down 25,0 10,4 16,7 6,1 11,9 Branche: Konstanz 27,3 37,2 30,6 40,9 35,3 Branche:./. 40,9 45,7 42,9 43,2 32,4 Branche: Down 31,8 17,0 26,5 15,9 32,4 Private Dienstleistungen Weitere Branchen Weitere Expertengruppen Verbände/IHKs Lehre, Forschung, Ausbildung Weiterer öffentlicher Bereich 51,1 40,4 37,0 32,7 21,4 34,0 53,2 48,1 53,8 50,0 14,9 6,4 14,8 13,5 28,6 47,6 29,5 29,2 29,2 27,4 26,2 50,0 33,3 50,0 39,1 26,2 20,5 37,5 20,8 43,5 Institute for Information Economics, 2006 In Abbildung XIV werden die beschäftigungspolitischen Erwartungen für 2005/2006 den beschäftigungspolitischen Erfahrungen aus der Vorperiode gegenüber gestellt. Danach wird sich die beschäftigungspolitische Lage im Jahre 2006 nach allen Indikatoren im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen im Jahre 2004/2005 beachtlich verbessern.

28 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 28 Abbildung XIV Beschäftigungspolitische Erwartungen für 2005/2006 im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen in 2004/2005 Erfahrungen 2004/2005 Erwartungswerte 2005/2006 2,98 1,64 0,59 1,15 1,12 2,07 Beschäftigungsklima für die eigene Einrichtung Beschäftigungsklima für die eigene Branche Gesamtindikator Institute for Information Economics, 2006 Zusammenfassung Zusammenfassend ist festzustellen: Auch in Beschäftigungszusammenhängen schaut die Informationswirtschaft zuversichtlich in die Zukunft. So dürfte es insgesamt zu einem Wachstum des Mitarbeiterbestandes kommen und 2006 auch beschäftigungspolitisch das beste Jahr seit den Boomjahren bis 2001 werden. Allerdings wird das Beschäftigungswachstum in übersichtlichen Größenordnungen verlaufen. In vielen informationswirtschaftlichen Einrichtungen bleibt die Konsolidierung und Stabilisierung des Mitarbeiterbestandes das vorrangige beschäftigungspolitische Gebot. Die weiterhin bestehenden Unsicherheiten werden an den hohen Anteilen ambivalenter Beurteilungen deutlich. Anders als bei den Begründungen und Beschreibungen zum Allgemeinen Geschäftsklima tendieren die Experten dazu, die Bedeutung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu betonen Auswirkungen von Outsourcing und Offshoring auf dem Arbeitsmarkt Status Quo Immer mehr Unternehmen lagern nicht zu ihrer Kernkompetenz gehörende Betriebsprozesse wie die Betreuung der IT-Infrastruktur oder den IT- Support an darauf spezialisierte Unternehmen aus. Erfolgt ein Fremdbezug von Dienstleistungen, spricht man von Outsourcing. Erfolgt dieser aus dem Ausland, spricht man von Offshoring. Erfolgt dieser aus dem nahe gelegenen Ausland, ist von Nearshoring die Rede. Für die nachstehenden Erörterungen gilt die Einschränkung, dass im Rahmen der Sekundärmarktforschung nur das Outsourcing im IT-Bereich ausreichend erörtert werden kann:

29 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 29 Für 2006 erwartet Gartner weltweit Umsätze im Markt für IT- Outsourcing in Höhe von 223 Milliarden Euro. Aktuellen Untersuchungen zufolge beziffert TPI den weltweiten Markt für Deals ab einem Umsatzvolumen von über 50 Millionen US-Dollar mit 53,8 Milliarden Euro in Auf Business Process Outsourcing (BPO), also der Auslagerung kompletter Geschäftsprozesse, entfallen knapp 25 Prozent aller Transaktionen mit steigender Tendenz. International sind die USA und Japan mit 5,32 Millionen ins Ausland transferierten Arbeitsplätzen die größten Exporteure. In Europa ist laut aktueller Studie von Frost & Sullivan aus dem Jahr 2004 Deutschland der größte Job-Exporteur mit verlagerten Stellen, gefolgt von Großbritannien und Frankreich mit je Stellenexporten. BITKOM und DB Research schätzen, dass der deutsche Markt für Offshoring 2005 bei rund 600 Millionen Euro lag. Für die kommenden fünf Jahre ist eine Steigerung bis zu 20 Prozent zu erwarten, da die Gesamtnachfrage nach Offshoring-Dienstleistungen auch aus der Sicht der befragten Experten zunimmt. Nach einer Studie der Technischen Universität München (TUM) und der Computerwoche aus dem Jahr 2005 bevorzugen die deutschen Unternehmen beim Auslagern von IT-Funktionen zu gut 88 Prozent den deutschsprachigen Raum, betreiben also Outsourcing. Die darüber generierten Umsätze und Arbeitsplätze verbleiben demnach im heimischen Wirtschaftsraum. Erst in 6,4 Prozent der Fälle wird Nearshoring innerhalb Westeuropas betrieben, gefolgt von Osteuropa mit 4,2 Prozent. Damit unterscheidet sich die deutsche Entwicklung entscheidend vom angelsächsischen Raum, der primär ins Ausland verlagert (Großbritannien vorzugsweise nach Indien und andere ehemalige Kolonien). Die deutsche IT- Wirtschaft bleibt hingegen im Inland oder zieht das Nearshoring nach Mittel- und Osteuropa vor. Solches wird vorzugsweise mit Qualitätsproblemen begründet. Pro und Kontra Outsourcing Unter den Gründen für Outsourcing/Offshoring bzw. Nearshoring haben nach den Studien und mehreren Trendumfragen die angestrebte Ersparnis von Kosten prioritäre Bedeutung: So wollten nach Deloitte Consulting Prozent der deutschen Befragten vor allem Kosten über Outsourcing einsparen. 38 Prozent sahen sich allerdings mit unerwarteten Mehrkosten konfrontiert. Die Anbieter von Offshoring-Dienstleistungen schätzen das Einsparpotenzial größer als ihre Kunden ein. Ein Viertel von ihnen erwartete laut Offshoring-Report Kostensenkungen von mindestens zehn Prozent. Der Anteil der Outsourcing- und Offshoring-Projekte, die nicht zufriedenstellend verlaufen, bleibt beachtlich. So erwarteten 57 Prozent der befragten outsourcenden Unternehmen Qualitätsverbesserungen. Aber 31 Prozent der Unternehmen wurden in ihren Erwartungen enttäuscht. Als Grund, auf Outsourcing-Projekte zu verzichten, wurden von den Experten Schwierigkeiten der Umsetzung, Verlust der eigenen Kernkompetenz, persönliche Kommunikationserfordernisse im Zusammenhang mit Projekten sowie der Wunsch der Kunden nach langfristig persönlichen Beziehungen genannt.

30 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 30 Outsourcing versus Arbeitsplatzsicherung Expertensicht Kontrovers wird das Thema Outsourcing im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsicherung erörtert. Offshoring verlagert Arbeitsplätze, bietet aber nach Befragungsergebnissen auch die Chance, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, die in Teilen qualitativ hochwertiger sind. Laut Offshoring-Report 2005 wird in Zukunft zwar ein moderater Abbau von Arbeitsplätzen im Inland in der Zukunft erwartet. Saldiert werden aber keine größeren Verwerfungen befürchtet. Gut ein Drittel der befragten Kunden erwartet sogar Personalaufstockungen von fünf Prozent oder mehr. Die Gefahr von Beschäftigungsverlusten durch Nearshoring- und Offshoring-Projekte wurde von den Experten in zwei Umfragen höher als in verbandspolitischen Zusammenhängen bewertet. Allerdings dienen entsprechende Projekte auch aus ihrer Sicht der Beschäftigungssicherung an den heimischen Standorten. Outsourcing, Nearshoring und Offshoring stellen den Experten zufolge ein Instrument zur Flexibilisierung der Arbeit dar. Sie haben aus der Sicht der Informationswirtschaft eine derzeit geringere Bedeutung als die Möglichkeiten zur freien Mitarbeit oder der Abschluss von Zeitverträgen (Bewertungen von Outsourcing, Nearshoring und Offshoring durch die befragten Experten im Kontext mit freier Mitarbeit 3,71, 4,97 und 5,13 Bewertungen außerhalb dieses Kontextes: 3,24, 3,90 und 4,05 die Bedeutung von freier Mitarbeit und Zeitverträgen wurde mit den Schulnoten 2,83 und 3,08 bewertet). Obgleich dies im Vergleich zu anderen Zusammenhängen keine besonders hohen Bewertungen sind, stiegen Flexibilisierung der Arbeit und Outsourcing seit 2004 zu Determinanten des Allgemeinen Geschäftsklimas und Beschäftigungsklimas auf. Eine weitere für die Informationswirtschaft wichtige Möglichkeit der Flexibilisierung der Arbeit sind in diesem Zusammenhang unternehmensübergreifende Kooperationen in Netzwerken Qualifizierung Status Quo Im Bereich der Qualifizierung können im Rahmen der Sekundärforschung nur zur Teilbranche Informations- und Kommunikationstechnik verlässliche Aussagen gemacht werden, nicht aber zur Informationswirtschaft als Ganzes, da zuverlässige Angaben und Statistiken zu E-Commerce und Online Content fehlen. Mittelfristig benötigen die IKT-Unternehmen und die IT-Abteilungen anderer Unternehmen pro Jahr zwischen und Arbeitsplätze. Allerdings ist die Zahl der Erstsemester in den Informatik-Studiengängen nach BITKOM von im Jahr 2000 auf im Jahr 2005 zurückgegangen. Da rund 50 Prozent der Anfänger ihr Studium abbrechen, eröffnet sich eine Angebotslücke. Diese könnte sich langfristig durch den demographischen Wandel vergrößern. Expertensicht Direkt miteinander vergleichbare Einschätzungen der Qualität des informationswirtschaftlichen Qualifikationssystems aus der Sicht der befragten Experten liegen seit dem Jahr 2002 vor (siehe Abbildung XV - Effizienzindikator: Anzahl der Stimmen, die eine Verbesserung im Befragungszeitraum sahen, geteilt durch die Anzahl der Stimmen, die eine Verschlechterung sahen).

31 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 31 Abbildung XV Beurteilung des Qualifikationssystems (Effizienzindikatoren) 2005/ / / /2003 Unternehmensintern gesamt 1,92 1,32 2,71 2,74 Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl 2,60 1,55 5,56 2,56 Eigene Aus- und Weiterbildung 2,23 1,71 2,94 4,69 Einbeziehung von E-Learning 1,73 1,35 1,89 1,65 Bestandspflege der Mitarbeiter 1,39 0,94 1,39 2,00 Weitere Maßnahmen 1,20 0,14 4,00 1,50 Schulen, Berufsschulen, Hochschulen gesamt 1,60 1,33 1,33 1,76 Strukturelle Reformen 0,74 0,55 0,65 0,56 Neue Ausbildungsordnungen und -berufe 1,88 1,47 2,71 4,50 Neue Curricula/Studiengänge 2,08 2, ,30 Kooperation Bildungseinrichtungen/Wirtschaft 2,27 1,59 1,30 0,68 Weitere Maßnahmen 1,50 0,43 6,00 0,14 Private Bildungsanbieter (priv. Hochschulen, Seminarangebote) 2,86 3,20 2,85 - Politik Politische Rahmenbedingungen 0,26 1,20 0,71 0,27 Reform Bundesanstalt für Arbeit 0,31 0,79 0,43 - Förderung Selbstständigkeit, Arbeitsaufnahme - 1,38 1,22 - Hartz IV, Agenda 2010 usw, 0,25 1,61 0,83 0,32 Wachstumspolitik (2005/2006) 0, ,15 Weitere politische Maßnahmen 0,50 0,80 2,00 0,31 Durchschnittliche Bewertung aller Maßnahmenbereiche 1,22 1,40 1,58 1,59 Institute for Information Economics, 2006 Zusammenfassend ergeben sich die folgenden Schlussfolgerungen: Das einst hoch geschätzte deutsche System des Qualifikationserwerbs ist einem schleichenden, aber kontinuierlichen Prozess des Akzeptanzverlustes ausgesetzt. Derzeit wird dieses System gerade noch positiv bewertet. An allen Trägern, die für den Qualifikationserwerb erforderlich sind, wird eine Langfristigkeit der Orientierungen und Maßnahmen vermisst. Das ist bei der unternehmensinternen Qualifizierung an der mangelnden Bestandspflege für die Mitarbeiter, bei den Bildungseinrichtungen an den mangelnden strukturellen Reformen und am politischen Bereich generell auszumachen. Unabhängig von den allgemeinen Trends gibt es zu den für den Qualifikationserwerb verantwortlichen Trägern starke Schwankungen in der Akzeptanz. In den Boomjahren wurden die Bildungseinrichtungen für den Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich gemacht. Als sich die Informationswirtschaft nach der Krise der New Economy erholte, übten viele Unternehmen Selbstkritik, weil sie ihre Bildungsinvestitionen nicht auf den Stand in den Boomjahren aufgestockt hatten. Zweimal führten Bundestagswahlen zu einem drastischen Einbruch der Akzeptanzwerte des politischen Bereiches. In den Zwischenjahren wurden die Kommunikations- und Kooperationsdefizite zwischen Informationswirtschaft und politischem Bereich offensichtlich nicht ausreichend behoben. Während Rekrutierungsprobleme und Maßnahmen der eigenen Ausund Weiterbildung bei den Unternehmen mit hoher Priorität behandelt werden, ist die Einbindung von E-Learning-Möglichkeiten in Maßnahmen der innerbetrieblichen Qualifizierung von nachgeordneter Bedeutung. Während die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen zu Beginn der Erhebungen negativ bewertet wurde, hat sich diese seitdem von Jahr zu Jahr verbessert.

32 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 32 Bei aller weiterhin bestehenden Kritik im Detail und an den Ergebnissen zu Lehre und Ausbildung wurden Neue Curricula/Ausbildungsordnungen sowie Neue Ausbildungsordnungen/- berufe über die sechs Jahre der Trendumfragen positiv bewertet. 1.3 Infrastrukturelle Voraussetzungen Die Verbreitung des Internets Sowohl der Chip als auch das Internet haben sich als Basistechnologien erwiesen, die ein langfristiges Wachstum der Informationswirtschaft ermöglicht haben und weiter ermöglichen können. Die relative Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hängt mit davon ab, inwieweit nicht nur die informationswirtschaftlichen Anbieter, sondern auch die Anwenderunternehmen sowie die private, geschäftliche und öffentliche Nachfrage an den auf das Internet aufbauenden Innovationen und der Internet-Infrastruktur partizipieren. Als verlässliche Indikatoren für die Verbreitung des Internets zählen die Penetrationsraten des PCs, der Internet-Hosts und der SSL-Server. Abbildung XVI Die Verbreitung der Internet-Zugangswege Anzahl PCs pro 100 Einwohner 2005 PC-Dichte in Unternehmen (mind. 10 Mitarbeiter) 2005 Internet-Hosts je Einwohner 2005 SSL-Server pro Einwohner 2005 Deutschland USA Europa Westeuropa EU 15 EU 15 Beste Nation (= 100) USA Finnland USA Island Erst 43 PCs je 100 Einwohner. Nur 8 PCs auf 100 Schüler. PC-Dichte abhängig von Unternehmensgrößenklasse. Nachholbedarf bei SSL- Server-Dichte wegen führender E-Commerce- Rolle. TNS Infratest, April 2006 PC-Dichte Der PC ist nach wie vor das am häufigsten eingesetzte Zugangsgerät. Im privaten Bereich und in der Schule ergeben sich die folgenden Penetrationsraten: Die USA liegen mit einer Penetrationsrate von 84 PCs auf 100 Einwohner weltweit vorn (BITKOM). Deutschland liegt mit einer Quote von 43 PCs je 100 Einwohner auf Rang 10 in Europa und damit deutlich hinter den europaweit führenden Nationen Dänemark (64 PCs), Norwegen (64), Schweden (63) und der Schweiz (58). Weltweit rangiert Deutschland im Mittelfeld. Für 2006 rechnet BITKOM mit einer moderaten Steigerung auf 45 PCs waren 70 Prozent der deutschen Privathaushalte in den EU-15- Ländern (Vorjahr 63 Prozent) mit PCs ausgestattet. Damit liegt

33 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 33 Deutschland zwar über dem europäischen EU15-Durchschnitt von 63 Prozent, aber deutlich hinter den führenden westeuropäischen Nationen Island (89 Prozent), Luxemburg (87) und Dänemark (84). Besonderer Nachholbedarf besteht in den Schulen. Hier kommen gerade einmal acht Computer auf 100 Schüler. In den führenden USA sind das hingegen 30, in Korea 27, in Großbritannien 23 sowie in Japan 19. In den größten Industrienationen sind durchschnittlich doppelt so viele Computer an Schulen im Einsatz wie in Deutschland. Im Unternehmensbereich ist der Penetrationsgrad von der Unternehmensgröße abhängig: 84 Prozent aller deutschen Unternehmen setzen PCs ein. Dies bedeutet eine Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. 78 Prozent der Unternehmen verfügen über einen Internet-Zugang. Deutsche Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten setzen zu 97 Prozent Computer ein. Am höchsten ist der Computerzugang innerhalb Europas in finnischen Unternehmen (99 Prozent). Demnach liegt die PC-Penetration nur in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern nahe der Sättigungsgrenze. In den Kleinstunternehmen besteht Nachholbedarf. Internet-Host- Computer- Dichte Einer der aussagekräftigsten Indikatoren zur Verbreitung des Internets ist die Anzahl der Host-Computer. Anfang 2006 gab es laut Network Wizards weltweit 395 Millionen Internet-Hosts. Es wurden die folgenden Penetrationsraten (Stand Juni 2005) ermittelt: In den führenden USA kamen 756,7 Hosts auf Einwohner (Juni 2005). Das in Europa führende Land war Island mit einer Penetrationsrate von 700,6. Deutschland konnte seine Penetrationsrate zwar auf 92,8 Hosts pro Einwohner steigern, rangiert aber abgeschlagen auf Rang neun hinter den weiteren führenden europäischen Ländern Niederlande (418) und Finnland (410). SSL-Server- Dichte Ein zuverlässiger Indikator für den Ausbaustand der E-Commerce- Infrastruktur ist die Zahl der Server, die mit dem Secure Socket Layer (SSL) arbeiten. Insgesamt wurden weltweit SSL-Server im Jahr 2004 gezählt. An Penetrationsraten ergeben sich: Weltweit führend ist Island mit einer SSL-Server Dichte von 85,7 je Einwohner, gefolgt von den USA mit 67,9 und Kanada mit 47,9. Als westeuropäischer EU15-Durchschnitt wurden 14,6 SSL-Server ermittelt. Deutschland liegt mit einem Wert von 16 zwar leicht über diesem Durchschnitt und verzeichnete 2005 im Vergleich zum Vorjahr eine Wachstumsrate von 65 Prozent. Das wird aber der besonderen Bedeutung Deutschlands im E-Commerce und schon gar nicht seinen E- Commerce-Potenzialen gerecht.

34 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Die Verbreitung der Übertragungsnetze Drei Plattformen für Triple Play Im Rahmen von Konvergenzprozessen verschmelzen zurzeit Internet, Fernsehen und Telekommunikation in Richtung eines integrierten umfassenden Angebotes, dem Triple Play. Für Triple Play stehen in Deutschland drei Plattformen zur Verfügung: die breitbandigen Telefonnetze (DSL), deren traditionelles Telefonieangebot durch einen Internet-Zugang über Breitband und Internet- Fernsehen (IPTV) erweitert wird; die Kabelfernsehnetze, die sich im Falle der Rückkanalfähigkeit auf breitbandiges Internet und Sprachtelefonie erweitern; mobilfunkbasierte Netze, die, sofern sie mit dem UMTS-Standard ausgestattet sind, breitbandiges Internet sowie Bewegtbildkommunikation und Unterhaltungsangebote mit Video und Fernsehen ermöglichen. Hohe Penetrationsraten für alle drei Netze stellen eine gute infrastrukturelle Voraussetzung für eine rasche Weiterentwicklung der deutschen Informationswirtschaft sowie der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit dar Breitband Die über das Internet transportierten Datenmengen werden sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich größer. Um volumenintensive multimediale Anwendungen komfortabel und ohne zeitliche Verzögerungen nutzen zu können, müssen höhere Geschwindigkeiten in der Datenübertragung erreicht werden. Abbildung XVII Die Verbreitung der Übertragungsnetze 2005 Deutschland USA Europa Beste Nation (= 100) Breitbandanschlüsse in % der Bevölkerung 2005 Breitbandanschlüsse in % der Unternehmen 2005 DSL-Anschlüsse in % der Bevölkerung 2005 Westeuropa EU 25 Westeuropa Kabelmodemanschlüsse in % der Bevölkerung 2005 Westeuropa Südkorea Schweden Norwegen USA Deutschland zeigt geringes Breitband- Wachstum. Erst 11% Penetration in der Bevölkerung. Erst 62% der deutschen Unternehmen >10 Mitarbeiter nutzen Breitband. DSL zu dominant. Kabelmodem-Penetration verstärken. TNS Infratest, April 2006 Zahl der Breitbandanschlüsse Zur Zahl verfügbarer Breitbandanschlüsse ist festzustellen:

35 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 35 Weltweit gab es Ende 2005 Point Topic zufolge gut 205 Millionen Breitbandanschlüsse. 41 Prozent aller Anschlüsse liegen in der asiatisch-pazifischen Region, weitere 28 Prozent in Amerika, die restlichen 31 Prozent in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Die USA sind nach wie vor mit 40,9 Millionen das mit Breitbandanschlüssen am besten ausgestattete Land. Auf den weiteren Plätzen folgen China (35) sowie Japan (20) und Südkorea (12). Deutschland weist 10,7 Millionen Breitbandanschlüsse auf (Stand: Dezember 2005). In Großbritannien und Frankreich lag die Zahl der Anschlüsse bei 8,9 Millionen (September 2005). Breitband- Penetration in der Bevölkerung Breitband- Penetration in privaten Haushalten Breitband- Penetration in Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern Zur Penetration von Breitbandanschlüssen in der Bevölkerung ermittelten Point Topic und BITKOM: Weltweit führend ist Südkorea mit einer Penetrationsrate von 25 Prozent. In Europa führen die Niederlande mit einer Penetrationsrate von knapp 24 Prozent. Das bedeutet im weltweiten Vergleich den zweiten Platz. In Deutschland liegt die Penetrationsrate laut aktuellsten verfügbaren Daten von BITKOM bei rund elf Prozent. Deutschland weist allerdings geringere Wachstumsraten (vier Prozent) als seine wichtigsten Wettbewerber Großbritannien (7,2 Prozent) und Frankreich (8,5 Prozent) auf. Zur Penetration von Breitbandanschlüssen in privaten Haushalten gilt: Rund 36 Prozent der US-amerikanischen Haushalte waren 2005 e- Marketer zufolge mit Breitbandanschlüssen ausgestattet. Bis 2008 soll eine Penetrationsrate von gut 56 Prozent erreicht sein. BITKOM zufolge hatten 32 von 100 Haushalten in Westeuropa einen Breitbandanschluss. Führende Nation sind die Niederlande mit einer Penetrationsrate von knapp 60. In Deutschland sind erst 27 von 100 Haushalten mit Breitbandanschlüssen ausgestattet. Damit belegt Deutschland innerhalb Westeuropas den letzten Platz. Allerdings könnte eine Penetrationsrate von 50 Prozent bereits 2008 nach BITKOM überschritten werden. Zur Breitbandpenetration in Unternehmen ist festzustellen: In Europa verfügen laut Eurostat 83 Prozent der schwedischen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern über einen Breitbandanschluss. Auch die anderen skandinavischen Länder sind führend. Die entsprechenden Daten betragen für Dänemark 82, Finnland 81 und Norwegen Prozent der deutschen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern verfügen Eurostat zufolge über einen Breitbandschluss. Damit liegt die Penetrationsrate noch einen Prozentpunkt unter dem EU25- Länderdurchschnitt. Die deutschen Unternehmen verzeichneten lediglich einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von acht Prozent. Dagegen wurden in vielen anderen EU-Ländern zweistellige Wachstumsraten erzielt, beispielsweise in Norwegen 18 Prozent.

36 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 36 Das relativ geringe Wachstum in einem zentralen informationswirtschaftlichen Infrastrukturbereich ist auch eine Folge der seit Jahren unterdurchschnittlichen Nachfrage in Deutschland. Diese ist unter anderem auf die ursprünglich hohe ISDN-Verbreitung zurückzuführen. Breitband: DSL- Penetration Breitband: Kabelnetz- Penetration Zur DSL-Penetration ist festzustellen: Von den weltweit insgesamt verfügbaren 205 Millionen Breitbandanschlüssen waren Point Topic zufolge 125,5 Millionen DSL-basiert (September 2005). Weltweit ist Südkorea mit 36,7 DSL-Anschlüssen je 100 Haushalte 2005 führend. In Europa haben 161 von Einwohnern in Norwegen, jeweils 143 in Finnland und Dänemark sowie 141 in den Niederlanden einen DSL- Anschluss. In Deutschland sind dies 99 von Einwohnern. Die zentralen Daten zur Verbreitung von Kabelnetzen sind: BITKOM zufolge waren 2005 in Südkorea 33 von 100 Haushalten mit Kabelmodem oder anderen zu DSL alternativen Breitbandtechnologien ausgestattet. Das bedeutet die Spitzenposition im weltweiten Vergleich. In den USA überwogen die Kabelmodemanschlüsse: 25,5 Anschlüsse je 100 Haushalte waren dort gegenüber lediglich 16 DSL-Anschlüssen vorhanden. Nach BITKOM setzten 5,8 von 100 Haushalten in Westeuropa Kabelmodem oder alternative Breitbandtechnologien ein. In Deutschland waren dies lediglich 0,8 von 100 Haushalten. Der Bundesnetzagentur zufolge beläuft sich die Zahl der Internetzugänge über Kabelmodem in Deutschland derzeit auf Prinzipiell könnten bereits sechs Millionen Haushalte mit breitbandigen Internetanschlüssen über TV-Kabel versorgt werden. Demnach liegt Deutschland bei der Nutzung des Breitband-Internet im internationalen Vergleich nur im unteren Mittelfeld. Das riesige Potenzial des Kabels wird zu wenig genutzt. Die im europäischen Vergleich niedrige Breitbanddurchdringung in Deutschland ließe sich durch einen intensiveren Technologiewettbewerb sowie durch die vielfach geforderte Entbündelung steigern. Expertensicht Ausblick In den Kommentaren der Experten wurden also mit gutem Grund Breitbandanschluss und DSL häufig synonym verwandt. Hingegen haben sich die Kabelnetze vor allem in Deutschland bislang kaum durchgesetzt. Das könnte sich jedoch auf mittlere Sicht durch eine wachsende Marktfähigkeit von Triple Play ändern. Entsprechend wurden die wirtschaftlichen Aussichten von den befragten Experten bei DSL mit 1,73 sehr hoch, die wirtschaftlichen Aussichten von Satellit mit 2,74 und die von Kabelmodem mit 3,23 hingegen niedriger eingeschätzt. Wachstumsimpulse zugunsten einer weitergehenden Verbreitung von Breitbandanschlüssen sind von technischen Innovationen und neuen Geschäftsfeldern zu erwarten:

37 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 37 Die Technologie VDSL würde es der Deutschen Telekom ermöglichen, Ostdeutschland mit Breitband zu versorgen. Diese Gebiete wurden nach der Wende mit Glasfaserleitungen ausgestattet, sind aber nicht ohne zusätzliche Investitionen für DSL nutzbar. Als weitere Alternative zu der nicht überall verfügbaren DSL- Technologie bietet sich Wimax an. Wenn das Internet-Fernsehen (IPTV) und weitere Triple Play- Angebote attraktive und exklusive Inhalte bieten, wird die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen stärker steigen. Voice over IP dürfte schon jetzt ein Markttreiber sein. Im günstigsten Fall, wenn sich also diese und weitere mögliche Entwicklungen realisieren, trägt die Breitbandtechnologie nach den Schätzungen der OECD bis 2011 mit einem Drittel zum Produktivitätswachstum der westlichen Industrieländer bei VoIP Die IP-Telefonie wird nach den Einschätzungen der meisten Analysten maßgeblichen Einfluss auf die weiteren Entwicklungen des Festnetz- und Breitbandmarktes weltweit nehmen. Gesprächsaufkommen Penetration von VoIP VoIP-Markt Zu den Gesprächsvolumina ist festzustellen: Im vergangenen Jahr wurden weltweit laut TeleGeography rund 42 Milliarden Gesprächsminuten über das Internet mittels VoIP durchgeführt. Das sind 27 Prozent mehr als im Jahr Der weltweite Anteil der Internet-Telefonie am gesamten internationalen Gesprächsaufkommen stieg im selben Zeitraum von knapp 15 auf über 16 Prozent. Auch zur Penetration können erste Aussagen gemacht werden: Rund ein Prozent der amerikanischen Bevölkerung telefonierte 2005 über das Internet (Yankee Group). Ein Prozent der europäischen Privathaushalte nutzt die Internet- Telefonie. Bis 2006 sollen dies laut Forrester fünf Prozent der Privathaushalte und zehn Prozent der Unternehmen sein. Ende 2005 gab es laut Bundesnetzagentur rund regelmäßige VoIP-Nutzer in Deutschland. Bis 2007 steigt diese Zahl IDC zufolge auf 15 Millionen. 13 Prozent der deutschen Internetnutzer telefonieren laut Steria Mummert Consulting 2005 über das Web. Zu den Umsatzvolumina im Geschäftskundensegment von VoIP hat TechConsult erste Ergebnisse vorgelegt: 2006 werden die deutschen Unternehmen VoIP-Hardware und Programme im Wert von 350 Millionen Euro kaufen. Hinzu kommen Verbindungsentgelte in Höhe von voraussichtlich 120 Millionen Euro.

38 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 38 In Großbritannien wird die Höhe der VoIP-Entgelte 2006 bei 100 Millionen Euro, in Frankreich bei 60 Millionen Euro liegen. Expertensicht 2004/2005 war Voice over IP nach den Einschätzungen der Experten mit einer Bewertung von 2,11 gegenüber 3,03 im Vorjahr der Gewinner des Jahres. In der Erhebung für 2005/2006 legte VoIP mit einer Bewertung von 2,06 noch einmal zu und wurde damit nur von den Geschäftsbereichen der IT- und Internet-Sicherheit übertroffen. Allerdings wurde von den Experten die Frage gestellt, inwieweit der Boom von VoIP dem Substitutionswettbewerb zum Festnetz oder einem Wachstum des gesamten Telefoniemarktes geschuldet ist. Von einer unmittelbar bevorstehenden Umwälzung des Telekommunikationsmarktes und einem Verschwinden des klassischen Festnetzes kann derzeit laut Sekundärmarktforschung nicht die Rede sein, zumal es bei VoIP nach wie vor offene Fragen gibt. So existieren neben einer Reihe von Vorteilen (Kosteneinsparung, Reduktion der Infrastruktur-Komplexität, Mitnahme der eigenen Rufnummer weltweit) auch gravierende Nachteile (Datenschutz, Sprachqualität, Implementierungskosten und Sicherheitsprobleme). VoIP dürfte aber bereits Einfluss auf die weitere Marktentwicklung von UMTS über den Einsatz von WLAN-Hotspots nehmen, da WLAN-Handys die Internet-Telefonie auch mobil zu einem Bruchteil der Kosten eines normalen Mobilfunk-Telefonats nutzen können Mobilkommunikation Das Internet ist mobil über die Mobilfunknetze nutzbar. Abbildung XVIII Die Verbreitung von Mobilfunk, UMTS und W-LAN Hotspots 2005 Deutschland USA Europa Mobilfunkanschlüsse in % der Bevölkerung 2005 Anzahl der UMTS-Nutzer in % der Bevölkerung 2005 W-LAN Hotspots je Einwohner Westeuropa * ø bei 11 Ländern Beste Nation (= 100) Italien Anzahl und Penetrationsrate bei Mobilfunkteilnehmern Großbritannien Japan Deutsche Mobilfunkdichte nähert sich Sättigungsgrad. UMTS/HSDPA und WIMAX werden die noch geringe Penetration des mobilen Internetzugangs fördern. W-LAN Hotspots - Verbreitung nimmt sprunghaft zu. * Großbritannien, Schweiz, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden, Finnland, Frankreich, Italien, Spanien TNS Infratest, April 2006 Zur Anzahl der Mobilfunkteilnehmer ist festzustellen:

39 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 39 Weltweit telefonierten Ende 2005 knapp 2,2 Milliarden Menschen mobil. Mithin ist jeder dritte Mensch weltweit mobil erreichbar. Die wachstumsstarken Nationen werden in den kommenden Jahren vor allem China, Russland, Indien und Indonesien sein. Bis Ende 2010 steigt die weltweite Zahl der Mobilfunknutzer auf 3 bis 3,5 Milliarden. In den USA gab es im letzten Jahr laut emarketer knapp 200 Millionen Mobilfunkteilnehmer. In Europa sind drei von vier Bürgern Mobilfunknutzer. In Deutschland gab es im Jahr 2005 gut 76 Millionen Mobilfunkteilnehmer. Damit telefonierten statistisch gesehen rund 92 Prozent aller Deutschen mobil. Penetration von Mobilfunkanschlüssen Zur Penetration von Mobilfunkanschlüssen liegen die folgenden Daten vor: In den USA kamen 2005 lediglich 71 Mobiltelefone auf 100 Einwohner. Damit rangieren die USA in der Anschlussdichte im untersten Bereich. In Westeuropa nähert sich die Mobilfunkpenetration der Marke 100 Prozent. BITKOM zufolge verfügen 95 von 100 Bürgern Westeuropas über einen Mobilfunkanschluss. Bei den Spitzenreitern liegen die Anschlussdichten bereits über 100 Prozent. In Italien betragen sie 118, in Norwegen 107, in Finnland 102 und in Schweden und Großbritannien jeweils 100. In Osteuropa liegt die Tschechische Republik mit gut 106 Anschlüssen vor Litauen mit 99 und Estland mit 96 Anschlüssen. Deutschland erreicht mit einer Penetration von 95 Mobilfunkanschlüssen je 100 Einwohner genau den europäischen Mittelwert. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von acht Prozentpunkten soll in Deutschland die Mobilfunkdichte die Einwohnerzahl übersteigen. Eine maßgebliche Bedingung für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg der Mobiltelefonie ist die Verfügbarkeit preisgünstiger Angebote für Mobilfunkgeräte sowie niedrige Kommunikationskosten. Gartner und andere gehen davon aus, dass es im Zeitraum bis 2008 einen erheblichen Preisverfall für Sprache im Mobilfunk geben wird. Im Falle dieser zu erwartenden Entwicklung tragen sich immer mehr Nutzer mit dem Gedanken, ihren Festnetzanschluss zu kündigen. Bereits 19 Prozent der Haushalte in Westeuropa wollen 2006 Strategy Analytics zufolge auf einen Festnetzanschluss verzichten. Weitere 18 Prozent planen dies. UMTS Ein weiterer Wachstumsschub dürfte durch UMTS, den Mobilfunk- Standard der dritten Generation, ausgelöst werden. Dieser erlaubt deutlich höhere Datenübertragungsraten, ermöglicht multimediale Anwendungen für Notebooks und Handys und ist auch für die Nutzung von Triple Play- Angeboten interessant. Die aktuelle Situation bei UMTS lässt sich wie folgt zusammenfassen: Rund 48 Prozent der weltweit 47,5 Millionen UMTS-Teilnehmer kommen aus Japan. 38,5 Prozent der UMTS-Nutzer sind in Europa beheimatet tele-

40 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 40 fonierten gut neun Millionen Italiener auf der Basis von UMTS. In Deutschland lag die Zahl der UMTS-Nutzer zuletzt laut BITKOM bei 2,3 Millionen. Das entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent an allen UMTS-Nutzern weltweit. Damit hat sich die deutsche Nutzerzahl gegenüber dem Vorjahr fast verzehnfacht. BITKOM erwartet für Ende 2006 neun Millionen Nutzer. HSDPA Unter der Bezeichnung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) entwickeln die Mobilfunkunternehmen derzeit eine Technologie, die in die UMTS-Netze eingebunden werden kann und einen hohen Datentransfer ermöglicht. Der Mobilfunkkunde benötigt dazu ein neues Handy oder eine HSDPA-fähige Notebook-Karte, von denen die ersten in Deutschland verfügbar sind. HSDPA wird die Verbreitung von UMTS beschleunigen. Neben der privaten Nutzung der WLAN-Technologie wird WLAN insbesondere in Form von Public Wireless LAN (PWLAN) eingesetzt. Darunter werden auf der kabellosen WLAN-Technologie basierende öffentlich zugängliche breitbandige Zugangspunkte zum Internet verstanden. Diese Hotspots sind in der Regel an stark frequentierten Orten wie Flughäfen und Hotels zu finden. Penetration WLAN- Hotspots Wimax Mobile Commerce Zur Penetration der Hotspots ist festzustellen: Weltweit und europaweit führend im WLAN-Hotspot-Angebot ist jiwire zufolge Großbritannien. Hier kommen Hotspots auf Einwohner. An zweiter Stelle folgt Südkorea mit 20 WLAN-Hotspots. Die USA weisen zwölf WLAN-Hotspots je Einwohner auf. Das summiert sich angesichts der Größe des Landes auf mehr als Hotspots. Mit jeweils zehn WLAN-Hotspots je Einwohner rangieren die Niederlande und Deutschland an sechster Stelle im globalen Ranking. BITKOM zufolge existieren in Deutschland zurzeit Hotspots. Einen weiteren Impuls kann der Mobilfunkbereich durch die Wimax- Technologie (Wireless Metropolitan Area Network) erfahren. Diese ist als Alternative zur letzten Meile vor allem dort interessant, wo die Telekom bzw. die Wettbewerber dem Kunden keine DSL-, Kabel- oder UMTSbasierte Breitbandverbindung zur Verfügung stellen. Ein erster Pilotversuch wurde in Berlin-Pankow gestartet. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Der weltweite Markt für Mobile Commerce erreicht Juniper Research zufolge bis 2010 einen Umsatz von rund 50 Milliarden Euro. Der Markt für mobile Spiele setzt nach Informa Telecoms & Media derzeit 2,1 Milliarden Euro um und erreicht bis 2010 voraussichtlich rund neun Milliarden Euro. In zunehmendem Maße nutzen Mobilfunkkunden ihr Handy für Mobile Entertainment (Klingeltöne, Spiele), Kauf von Tickets und POS (mobiles Zahlen im stationären Einzelhandel). 15 Prozent der Mobilfunkteilnehmer in Westeuropa nehmen diese Dienste in Anspruch. Die Durchsetzungsfähigkeit des mobilen Fernsehens wird unter anderem von den Gebühren abhängen. So hat die GEZ darauf hingewiesen, dass sie für TV-taugliche Handys Rundfunkgebühren erheben wird.

41 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 41 Expertensicht Während die Mobilkommunikation von den Experten mit der eindeutig überdurchschnittlichen Benotung von 2,50 bedacht wurde, kamen Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen nur auf eine durchschnittliche Bewertung von 3,07. Schlechter wurde lediglich die Hardware bewertet (3,35) Triple Play und Konvergenz Definition Status Quo Für die Informationswirtschaft wird ein bedeutender Wachstumsschub von Triple Play, der Integration von Fernsehen, Internet und Telekommunikation, erwartet. Einer Einschätzung von Steria Mummert Consulting zufolge werden in Deutschland bis 2010 rund drei Millionen Haushalte Triple-Play-Angebote nutzen und damit Umsätze von rund einer Milliarde Euro generieren. Ende 2005 gab es in Deutschland über zwanzig Triple Play-Anbieter, teilweise aber nur mit lokal verfügbaren Angeboten: Triple Play existiert in Deutschland derzeit nur auf der Plattform der rückkanalfähigen Kabelfernsehnetze. So haben in Deutschland zwar 53,5 Prozent aller Haushalte Zugang zum Kabelnetz. Mit Rückkanal sind aber erst 18 Prozent der Haushalte ausgestattet. Ende 2005 lag die geschätzte Zahl der Konsumenten für Triple Play laut Bundesnetzagentur daher erst bei Das sind immerhin 2,5 mal so viel wie Bis Ende 2007 soll dieser Anteil auf etwa 45 Prozent steigen. Triple Play auf der Plattform des Telefonnetzes DSL ist noch nicht realisiert, da hierfür hohe Übertragungsgeschwindigkeiten erforderlich sind wie sie beispielsweise erst mit VDSL oder VDSL2 möglich werden. Noch 2006 soll aber das internetbasierte Fernsehen (IPTV) in Deutschland an den Start geben. Triple Play auf der Basis von Mobilfunk- in Kombination mit Rundfunknetzen setzt technische Rundfunkstandards voraus. Fernsehprogramme können bereits heute über UMTS-fähige Handys empfangen werden. Booz Allen Hamilton zufolge beträgt das Umsatzpotenzial bis Ende 2007 zwischen 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr. Ausblick und Trend Um die Wachstumspotenziale von Triple Play voll auszuschöpfen, sind nicht nur die Unternehmen und ihre Mitarbeiter in den Teilbranchen Informationstechnik, Telekommunikation, Medien oder Unterhaltungselektronik, sondern auch die Interessenverbände der Wirtschaft, die Normierungsbehörden, die staatlichen und überstaatlichen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, der Gesetzgeber und nicht zuletzt die Endkunden gefordert. Einer der größten Herausforderungen im Bereich der Konvergenz ist die Harmonisierung technischer Standards. Mehr als bisher sollten der Endkunde und seine Bedürfnisse sowie Erwartungen an das neue Produkt im Mittelpunkt der Entwicklungen stehen. Expertensicht Konvergenz wurde von den Experten in den sechs Umfragejahren wesentlich weiter als Triple Play verstanden und umfasst insbesondere weitere Konvergenzprozesse auf den B2B-Märkten. Wie vom Dialogkreis Konvergenz definiert, verstehen die Experten unter Konvergenz das Zu-

42 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 42 sammenwachsen von Industrien, die Verzahnung entlang von Wertschöpfungsketten und die Bündelung von Diensten auf der Anwenderseite. Die relative Bedeutung diverser Konvergenzprozesse wurde von den Experten wie folgt bewertet: Abbildung XIX Erfolgsgeschichte VoIP Triple Play kommt mittelfristig Bewertung nach Schulnoten Kommunikation (z.b. VoIP) 1,98 Transaktion (z.b. Online-Zahlungen) Triple Play (Vernetzung von Internet, Telefonie und Fernsehen) Information (z.b. Digitale Archive für alle Medien) Alle Bereiche 2,22 2,34 2,37 2,40 Hardware (z.b. Anreicherung von Mobiltelefonen) Unterhaltung (z.b. Digitales Heim) 2,68 2,83 Institute for Information Economics, 2006 An zentralen Resultaten ergeben sich: Triple Play wurde von den Experten lediglich mit der leicht überdurchschnittlichen Note von 2,34 und damit niedriger als eine Reihe von B2B-Anwendungen bedacht. Insoweit wird der derzeitige Hype um Triple Play in der öffentlichen Diskussion durch diese Umfrage nicht bestätigt. Die längerfristig bestehenden Entwicklungspotenziale sind jedoch als hoch anzusehen. Dem Funktionsbereich Kommunikation wurde mit 1,98 oder Zwei plus die Bestbewertung zuerkannt. Dies geschah vor allem wegen der flächendeckend werdenden Verbreitung von Voice over IP in der Geschäftswelt und der zunehmenden Penetration der Breitbandanschlüsse. Die Erwartungen an Transaktionsdienste (Bewertung 2,22), beispielsweise an Online-Bezahlsysteme, haben sich seit dem Jahr 2000 weitgehend erfüllt. Es bestehen aber nach wie vor umfangreiche Verbesserungsmöglichkeiten. Hingegen haben sich die Erwartungen an Informationsdienste im Konvergenzbereich aus dem Jahr 2000 eher nicht erfüllt. Die Aussichten in diesem Bereich wurden mit 2,37 gerade noch überdurchschnittlich bewertet. Auch gab es mehrere kritische Kommentare. Hardware und Entertainment kamen mit 2,68 und 2,83 zu unterdurchschnittlichen Benotungen, weil die entscheidenden Impulse von der Software gesetzt werden und der Consumer Bereich nach wie vor dem B2B-Bereich folgt. Allerdings entstehen für den privaten und öffentlichen Sektor Nachholbedarfe.

43 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Anwendungen An Anwendungen werden im Folgenden die Nutzung des Internets sowie die zukunftsträchtigsten der auf dem Internet aufbauenden Anwendungen B2C E-Commerce, B2B E-Commerce, E-Business, RFID und E- Government analysiert Das Internet auf dem Weg zum Massenmedium Abbildung XX Keine andere Zahl wird als Indikator für die informationswirtschaftliche Marktentwicklung so häufig wie die Internet-Penetrationsrate verwendet. In Abhängigkeit von den unterschiedlichen Definitionen der Internet- Nutzung liegen allerdings unterschiedliche Zahlen und Penetrationsraten vor. Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: Internet-Zugang Deutschland USA Europa Internet-Penetration in % der Bevölkerung 2005 Internet-Penetration in % der Haushalte 2005 Internet-Zugang in % der Unternehmen (mind. 10 Mitarbeiter) Westeuropa Westeuropa EU25 Beste Nation (= 100) Dänemark Island Schweden 58% der Deutschen sind Internet-Nutzer, erst 49,3% in der EU15. 62% der deutschen Haushalte sind online, EU15-weit nur 53%. 94% der Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern im Internet, 92% in der EU15. 78% aller deutschen Unternehmen haben Internet-Zugang. TNS Infratest, April 2006 Penetration des Internets Zur Verbreitung des Internets in den Weltregionen ist für 2005 festzustellen: 16 Prozent der Weltbevölkerung nutzen derzeit das Internet, das heißt, 2005 wurde erstmals die Milliardengrenze überschritten. Im asiatisch-pazifischen Raum ist Hongkong mit 70 Prozent Penetrationsrate vor Südkorea mit 63 Prozent führend. Der größte zu erwartende Internet-Wachstumsschub wird aus dieser Region kommen. Die USA erreichen Penetrationsraten im Jahr 2005 je nach definierter Grundgesamtheit von 63 Prozent (ab zwei Jahren) bis 74 Prozent (ab 18 Jahren). Angesichts einer sich abzeichnenden Sättigung nimmt die Zahl der Internet-Nutzer nur mehr langsam zu (im Vergleich zum Vorjahr: plus ein Prozent).

44 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 44 Bei der Internet-Nutzung in Europa sind die skandinavischen Länder führend. Dabei führt EITO zufolge (Internet-Nutzung im letzten Jahr) Schweden mit einer Penetrationsrate von 85 Prozent vor Dänemark mit 83 Prozent und den Niederlanden mit 81 Prozent. Diese Positionen werden nach Eurostat von Island übertroffen, dessen Penetrationsrate (Internet-Nutzung Jahre im letzten Jahr) bei 87 Prozent liegt. In den EU15-Staaten liegt die Internet-Penetrationsrate Internet World Stats zufolge bei 49 Prozent. In Ost- und Zentraleuropa beträgt die durchschnittliche Internet-Penetrationsrate 13 Prozent. Der entsprechende Wert für die Nicht-EU-Staaten beträgt gerade einmal 17 Prozent. EITO erwartet für die EU15-Region plus Norwegen und Schweiz eine durchschnittliche Penetrationsrate von knapp 80 Prozent bis Das soll auch der deutsche Penetrationswert im Jahr 2009 sein. 58 Prozent der Deutschen (ab 14 Jahren, Nutzung innerhalb der letzten 12 Monate) nutzen nach neuesten Untersuchungen von TNS Infratest (2006) das Internet. Deutschland platziert sich damit allerdings EU-weit nur im Mittelfeld. Sieben Prozent planen noch in diesem Jahr Nutzer zu werden, 35 Prozent sind Offliner. Neu ist der Studie ARD/ZDF-Online zufolge, dass Anfang 2006 kaum noch Unterschiede im Penetrationsgrad zwischen den alten und neuen Bundesländern bestehen. Penetration des Internets in Haushalten Zur Verbreitung des Internets in Haushalten ist für 2005 festzustellen: Gut 62 Prozent der US-Haushalte waren 2005 laut Angaben unterschiedlicher Marktforscher mit dem Internet verbunden. Eurostat zufolge konnten 53 Prozent (Vorjahr 46 Prozent) der EU15- Haushalte das Internet nutzen. EU-25 weit liegt die Penetrationsrate bei durchschnittlich 48 Prozent. 62 Prozent (Vorjahr: 60 Prozent) der deutschen Haushalte haben Zugang zum Internet. Damit positioniert sich Deutschland Eurostat zufolge auf Rang sechs innerhalb der EU. Im europaweiten Vergleich liegt demnach der Anteil der deutschen Haushalte mit Internet-Zugang sowie der Anteil regelmäßig nutzender Personen (54 Prozent) über dem Durchschnitt. Europäische Spitzen-positionen sind dies aber nicht. Penetration des Internets in Unternehmen Zur Verbreitung des Internets in Unternehmen liegen aus 2005 an zentralen Ergebnissen vor: 92 Prozent (Vorjahr 90 Prozent) der Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern in den EU15-Ländern haben nach Eurostat Zugang zum Internet. Die europaweit führende Nation ist Eurostat zufolge Finnland mit einer Penetrationsrate von 98 Prozent vor Dänemark (97) und Schweden (96). 94 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern haben Zugang zum Internet. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

45 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Prozent aller deutschen Unternehmen setzen Eurostat zufolge Computer ein. 78 Prozent dieser Unternehmen verfügen über einen Internetzugang. Abbildung XXI Deutschland ist bei der Internet-Penetration in der Bevölkerung im Mittelfeld Deutschland Großbritannien Schweden USA EU15 Indikator Jahre (USA: 18-24) Jahre Jahre Jahre Jahre 65+ Jahre Hohe Bildung Niedrige Bildung Männer Frauen in % 1) Rang innerhalb EU in % 1) ) Eurostat, Jahre, ) TNS, ) Pew Internet American Life Project, 2005 Rang innerhalb EU in % 1) Rang innerhalb EU TNS Infratest, April 2006 Klassenbester in % in % 1) in % 1) Land 85 2) Island 82 2) Island 81 2) Island 75 2) Island 66 2) Schweden 38 2) Island 84 3) Island 55 3) Island 75 3) Island 69 3) Island Internet-Nutzung in den letzten drei Monaten Penetration nach Geschlecht Penetration nach Altersgruppen Penetration nach Bildung Hinsichtlich des Geschlechts ergibt sich: Nach wie vor sind mehr Männer als Frauen online. Die Unterschiede sind nach Ländern ganz unterschiedlich, aber im Allgemeinen holen die Frauen auf. Neuesten Erhebungen von TNS Infratest zufolge war im März 2006 erstmals genau die Hälfte der Frauen (Internet-Nutzer ab 14 Jahren innerhalb der letzten zwölf Monate) in Deutschland online. Hinsichtlich des Alters ergibt sich: Die Internet-Nutzung hängt entscheidend vom Alter ab. In den weit entwickelten Internet-Nationen sind meist über 90 Prozent der 16- bis 24- jährigen online. Auch in Deutschland sind das Eurostat zufolge 93 Prozent, während der EU15-Durchschnitt bei 82 Prozent liegt. Immerhin haben 46 Prozent der deutschen 55- bis 64-jährigen in den letzten drei Monaten das Internet genutzt, während das im EU15-Durchschnitt nur 36 Prozent taten. Besonders die Gruppe der über 50-jährigen hatte in den vergangenen Jahren hohe Zuwachsraten zu verzeichnen. Hinsichtlich des Bildungsgrads ergibt sich: Neben dem Alter ist der Bildungsgrad die wichtigste Bestimmungsgröße der Internet-Nutzung. Eurostat zufolge haben im EU15-Durschnitt 82 Prozent der Bevölkerung mit hoher formaler Bildung in den letzten drei Monaten das Internet genutzt, aber nur 30 Prozent der Personen mit niedrigem Bildungsgrad. 77 Prozent der höher Gebildeten und 56 Prozent der weniger Gebildeten in Deutschland nutzen das Internet. Die neueste Erhebung von TNS Infratest vom März 2006 differenziert die Internet-Nutzung in den letzten zwölf Monaten weiter nach Ausbildungsabschluss: Während 80 Prozent der Bevölkerung mit hoher Bildung (Abitur, Studium) das Internet nutzen, tun dies nur 20 Prozent der Personen mit niedrigem Bildungsgrad (Volksschule ohne Lehre).

46 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 46 Nutzungshäufigkeit Hinsichtlich der Nutzungshäufigkeit liegen folgende Daten vor: Das Internet wird im EU-Durchschnitt an 5,2 Tagen in der Woche genutzt. Das ist das Ergebnis der Media Consumption Study 2005, die von der European Interactive Advertising Association (EIAA) herausgegeben wird. Am häufigsten gehen die Franzosen ins Web (an 5,7 Tagen pro Woche). Die Deutschen nutzen das Internet an 4,8 Tagen, was unter dem EU- Durchschnitt liegt. Der ARD/ZDF-Online Studie 2005 zufolge, ist die Internet-Nutzungsfrequenz im Vergleich zum Vorjahr von 4,2 Tagen auf 4,5 Tage pro Woche gestiegen. Nach einer Umfrage von TNS vom Juli 2005 in sechs europäischen Ländern (Internet-Nutzer ab 18 Jahren) gehen die Niederländer am häufigsten ins Netz. 66 Prozent der Internet-Nutzer tun dies täglich und weitere 21 Prozent mindestens einmal die Woche. In Deutschland gehen 39 Prozent der Internet-Nutzer täglich online. Das ist der schlechteste Wert in diesem Sechs-Länder-Vergleich. Dafür nutzen 30 Prozent der deutschen Onliner das Internet mindestes einmal wöchentlich, was der beste Wert im europäischen Vergleich ist. Nutzungsdauer Nutzung der Internet- Dienste Hinsichtlich der Nutzungsdauer ergibt sich: Die durchschnittliche Internet-Nutzungsdauer in der EU liegt der Media Consumption Study (Internet-Nutzer ab 16 Jahren) zufolge bei 10,3 Stunden pro Woche. Die Franzosen sind mit 12,8 Stunden pro Woche am längsten im Netz unterwegs. Die Deutschen liegen hingegen mit neun Stunden Nutzungsdauer unter dem EU-Durchschnitt. Die weltweit mit Abstand beliebteste Internet-Anwendung ist , dicht gefolgt vom Recherchieren in Suchmaschinen. Damit dient das Internet vor allem als Kommunikations- und Informationsmedium. Einkaufs- und Unterhaltungsangebote folgen, holen aber auf. Der ARD/ZDF-Online- Studie 2005 zufolge verschicken oder empfangen 78 Prozent der deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren mindestens einmal wöchentlich E- Mails, 53 Prozent suchen zielgerichtet nach Angeboten und 50 Prozent surfen einfach so im WWW. Damit ist die Penetration in den meisten Bevölkerungsgruppen noch steigerungsfähig (Ausnahme: die Jungen). In deutschen Unternehmen nähert sich die Internet-Penetration hingegen der Sättigungsgrenze. Eine Ausnahme bilden hier die Kleinunternehmen. Weitere Defizite in der Internet- Nutzung bestehen bei den Frauen, den weniger Gebildeten und den einkommensschwachen Schichten E-Business in Unternehmen Während E-Commerce den Austausch von Waren und Dienstleistungen, also den Handel über das Internet, bezeichnet, umfasst E-Business alle Aktivitäten eines Unternehmens, die mit der Anpassung der Abläufe und Wertschöpfungsketten an die Internettechnologie zum Zwecke der internen Effizienzsteigerung und Erzielung besserer Geschäfte dienen. Die deutsche Informationswirtschaft hat sich in diesem zunehmend wichtiger

47 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 47 werdenden Teilmarktsegment der Informationswirtschaft im internationalen Vergleich gute Positionen erarbeitet: Abbildung XXII Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Business Deutschland USA Europa Beste Nation (= 100) Nutzung von E-Procurement in Unternehmen in % 2004 Online-Verkauf in Unternehmen in % 2004 Unternehmen mit Website in % 2004 E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz der Unternehmen in % 2005 EU25 EU25 EU25 Schweden Schweden Großbritannien Irland 59% der deutschen Unternehmen kaufen online ein, europaweit Rang 1, weltweit Rang 2. 39% verkaufen online, europaweit führend, weltweit Rang 3. 72% besitzen Website, Schweden mit 85% führend. 3,1% bereits online getätigter Umsatz, in Europa Rang 6. TNS Infratest, April 2006 E-Procurement Die aktuellsten vergleichbaren Daten zur Penetration von E-Procurement, dem Online-Einkaufen, stammen aus dem Jahr 2004: Weltweit führendes Land im E-Business auf der Anwenderseite war e- Business Watch zufolge Schweden. Dort nutzten 72 Prozent der Unternehmen das Internet zum Einkauf von Waren und Dienstleistungen. In den USA waren dies hingegen erst 52 Prozent. Im EU25-Länderdurchschnitt kauften 51 Prozent der europäischen Unternehmen online ein. Deutschlands Unternehmen, die gleichauf mit Großbritannien zu 59 Prozent einkauften, rangierten weltweit an zweiter, europaweit gemeinsam mit Großbritannien an erster Position. Online- Verkauf Zur Penetration des Online-Verkaufs ( Can your customers order online? ), also zur Möglichkeit für Kunden, Waren und Dienstleistungen, online zu bestellen, liegen an Daten aus 2004 vor: Weltweit führende Nation mit Online-Bestellmöglichkeit war e- Business Watch zufolge Schweden. Dort boten 54 Prozent aller Unternehmen die Online-Verkaufsmöglichkeit an. An zweiter Stelle folgte Südkorea mit 52 Prozent. Deutschland rangierte weltweit an dritter Stelle mit 39 Prozent, wenn auch mit deutlichem Abstand zu Südkorea. Es hatte damit die europäische Führungsposition inne. Angebot von Websites Die Penetration von Websites bei Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern gilt weltweit als Indikator für den im E-Business erreichten Stand. Hier ergaben sich an Resultaten für das Jahr 2005: Im EU-25-weiten Durchschnitt waren die schwedischen Unternehmen mit 85 Prozent führend. Die jährliche Wachstumsrate betrug zuletzt drei Prozent.

48 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 48 Der EU-25-Länderdurchschnitt lag bei 61 Prozent. Das Wachstum betrug hier gleichfalls drei Prozent. 72 Prozent der deutschen Unternehmen besaßen eine Website. Diese Quote hatte sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Anteil E-Commerce- Umsatz am Gesamtumsatz der Unternehmen Pro und Kontra E-Business Auch zum Anteil von E-Commerce am Gesamtumsatz in Unternehmen ab zehn Mitarbeitern liegen für 2005 Daten vor: Für die USA betrug der Anteil des E-Commerce an den gesamten Einzelhandelsumsätzen im vierten Quartal ,6 Prozent. Der E-Commerce-Anteil am gesamten Umsatz der Unternehmen in der EU25 belief sich auf 1,3 Prozent. Unangefochtener europäischer Spitzenreiter war Irland mit 10,1 Prozent. Es folgten mit einigem Abstand Dänemark mit 4,4 Prozent (Daten von 2004) und Großbritannien mit 4,1 Prozent. In Deutschland entfielen 3,1 Prozent des Umsatzes auf den online getätigten E-Commerce. Damit rangierte Deutschland in der erweiterten EU auf dem sechsten Platz. Je mehr Beschäftigte die Unternehmen haben, desto höher ist die Penetration von E-Business. Ungenutzte Potenziale bestehen in Deutschland vor allem im Mittelstand und in Branchen, die wenig Internet-affin sind. Ein wichtiges Projekt zur Förderung von E-Business ist PROZEUS Förderung der ebusines Kompetenz von KMU zur Teilnahme an globalen Beschaffungs- und Absatzmärkten durch Integrierte PROZEsses Und Standards, das 2005 unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wurde. Laut TechConsult steht nicht die Kostenverringerung, sondern die verbesserte Nutzung von Wettbewerbschancen an erster Stelle der Gründe für die Einführung von E-Business. Als Gründe gegen die Einführung von E-Business wurde von jedem zweiten der von TechConsult befragten Unternehmen der zu hohe zu erwartende Kostenaufwand genannt. Als zweitwichtigster Einwand wurde angegeben, dass der Erfolg der Einführung von E-Business nicht messbar sei. Viele Unternehmen mit Erfahrungen erklärten allerdings, dass sich die Erträge von E-Business erst längerfristig realisieren ließen. Expertensicht E-Business wurde von den Experten in der Periode 2004/2005 mit der Benotung 2,41 und für die Periode 2005/2006 mit der Benotung 2,59 bedacht. Das sind in beiden Fällen überdurchschnittliche Bewertungen. In der Erhebung für den 5. Trendbericht ergaben sich vor allem die folgenden Ergebnisse: Sowohl der Optimierung interner Abläufe als auch der Verbesserung externer Prozesse sollten auf mittlere Sicht eine gleichwertige Bedeutung zukommen. Ein Unternehmen sollte zwecks optimaler Gestaltung seiner E-Business-Anwendungen mehrere aufeinander aufbauende Phasen durchlaufen. Damit verbunden wurde die Relevanz des Phasenschemas E-Readiness (technische Voraussetzungen wie Internet- Zugang, interne technische Anwendungen wie , Qualifizierung, Motivierung), E-Acitivity (E-Procurement, Online-Verkauf, EDI) und

49 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 49 E-Impact (Verbesserung interner Arbeitsprozesse, bessere Geschäfte) bestätigt. Die informationswirtschaftlichen Einrichtungen in Deutschland haben sich auf die höheren Stufen von E-Business lediglich partiell vorbereitet, indem viele von ihnen zwar die technischen, aber nicht die weiteren Voraussetzungen in Sachen Awareness, Motivation und Qualifizierung erfüllten. Dies führt bei der Implementierung von E-Business- Anwendungen zu Widerständen. Die bedeutendste Barriere, die einer erfolgreichen Betreibung von E- Business-Anwendungen entgegensteht, ist ihre Insularität bzw. mangelnde Integration in die Wertschöpfungskette. Weitere teilweise damit zusammenhängende Barrieren stellen konzeptionelle, Kooperations-, Finanzierungs- und Sicherheitsprobleme dar. Aktuell besteht der größte Handlungsbedarf in den E-Business- Bereichen Verbesserung der internen Arbeitsprozesse und bessere Geschäfte. Maßnahmen Maßnahmen im E-Business-Bereich sollten sich konzentrieren auf: die Förderung innovativer elektronischer Geschäftsprozesse und Einsatz bzw. Entwicklung höherer Ausbaustufen des E-Business; Beratung und Schulung, insbesondere für KMUs; weitere Entwicklung der Inhouse-Sicherheitsinfrastruktur, insbesondere für den Mittelstand; Rechts- und IT-Sicherheit beim Einsatz des Internets, insbesondere Datenschutz B2C E-Commerce Unter dem Begriff B2C (Business to Consumer) werden alle Transaktionen des E-Commerce zwischen Verkäufern (Unternehmen) und Konsumenten (Endverbrauchern) zusammengefasst. Zu unterscheiden ist zusätzlich zwischen den Teilmärkten der Internet-basierten Vermittlung von Reisedienstleistungen und des weiteren Online-Einzelhandels. Im Folgenden werden, soweit nicht anders gesagt, beide Bereiche einbezogen.

50 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 50 Abbildung XXIII Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: B2C Wachstum B2C- E-Commerce-Umsatz 2004/05 in % E-Commerce-Nutzer in % der Bevölkerung 2005 E-Commerce-Nutzer in % der Internetnutzer 2005 E-Commerce-Umsatz je Einwohner in Euro 2005* Deutschland USA Europa Westeuropa EU25 EU25 Westeuropa Beste Nation (= 100) Frankreich Großbritannien Großbritannien Australien Deutschland ist Spitzenreiter in Europa. Bis 2008 Wachstum von 32 auf 90 Mrd. Euro. 32% der Deutschen nutzen E-Commerce. 50% der deutschen Internet-Nutzer kaufen online ein. Deutsche kaufen für 549 Euro 10 Artikel ein. * B2B + B2C TNS Infratest, April 2006 B2C-Umsatz Zu den Marktvolumina lauten die zentralen Ergebnisse: Die USA setzten comscore zufolge im B2C Segment rund 115 Milliarden Euro 2005 um. Das entspricht einem Wachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 69,9 Milliarden Euro davon entfallen auf den Online-Einzelhandelsabsatz, 46,6 Milliarden Euro auf die Reiseindustrie. Der Online-Einzelhandelsumsatz wird bis 2008 nach emarketer jährlich um durchschnittlich 22 Prozent zulegen. In Westeuropa erreichen die B2C-E-Commerce-Umsätze im Jahr 2005 gut 125 Milliarden Euro. Die jährliche Wachstumsrate für die kommenden Jahre beträgt 41 Prozent. EITO erwartet für den gesamteuropäischen Raum bis 2009 ein Umsatzvolumen von 450 Milliarden Euro. Innerhalb Westeuropas werden jährliche Wachstumsraten von 40 Prozent pro Jahr erwartet. Deutschland ist mit knapp 32 Milliarden Euro der größte Online-Retail- Markt innerhalb Europas. Bis zum Jahr 2008 sollen die Umsätze nach EITO 90 Milliarden Euro betragen. Laut Web-Tourismus wurden rund 6,9 Milliarden Euro 2004 in Deutschland mit Online-Reisen umgesetzt. Penetration von B2C-E- Commerce Zur Penetration des B2C-Bereiches in der Bevölkerung stellt Eurostat, bezogen auf die Bevölkerungsgruppe zwischen 16 und 74 Jahre, für 2005 fest: 36 Prozent der Schweden und der Briten nutzen E-Commerce. 32 Prozent der Deutschen nutzen E-Commerce. Damit positioniert sich Deutschland an dritter Stelle in der erweiterten EU und liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 17 Prozent. Zur Penetration des E-Commerce bei Internet-Nutzern legt Eurostat für 2005 an Ergebnissen vor: 54 Prozent der britischen Onliner kaufen online ein. 50 Prozent der deutschen Internet-Nutzer kaufen im Internet. Damit kommt Deutschland innerhalb der erweiterten EU auf Rang zwei, gefolgt von Schweden (45 Prozent) und Luxemburg (45 Prozent). Der EU-25-Durchschnitt beträgt 34 Prozent.

51 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 51 Erwartungsgemäß kaufen mehr Männer (37 Prozent) als Frauen (27 Prozent) in Deutschland online ein. Pro-Kopf- Umsatz Zum jährlichen Pro-Kopf-Umsatz im B2C-Markt für 2005 sind nach EIIA die zentralen Resultate: Die britischen Käufer kaufen jährlich durchschnittlich zwölf Artikel in einem Gesamtwert von Euro online ein und liegen damit europaweit vorn. In Deutschland liegt der entsprechende Wert bei zehn Artikeln und 549 Euro. Nachgefragte Produkte Welche Produkte werden vor allem im Internet nachgefragt? Sowohl in den USA als auch in Europa werden am häufigsten Bücher nachgefragt. Nach ACNielsen (für Welt und USA) und EIAA (für Europa und Deutschland) ergaben sich 2005 die folgenden Rangordnungen für die Top 5 Produkte in Prozent: Welt: Bücher (34), Videos, DVDs, Spiele (22), Flugtickets (21), Bekleidung (20), Musik (18); USA: Bücher (68), Musik/DVDs (68), Reisen (67), Bekleidung (63), Eintrittskarten (54); Europa: Flug-, Bahn-, Hoteltickets (39), Bücher (28), Urlaubsreisen (27), Tickets (24); Elektroartikel (21); Deutschland: Bücher (33), Tickets (28), Flug- und Bahnreisen (24,5), Reisen (23), Musik-CDs (21), Computer-Hardware und Zubehör (20), Urlaubsreisen (20), Mode/Schuhe (19), Filme, DVDs, Video (16,4), Computer-Software (16). Zum Verständnis der obigen Zahlen (Beispiel): 34 Prozent der weltweiten Käufer im Internet haben bereits einmal Bücher online gekauft. Demnach werden vor allem Bücher, Reisen und Musik auf DVDs nachgefragt. Wachstumsbereiche in Deutschland sind nach Enigma GfK Medikamente (derzeit 1,7 Millionen Internet-Nutzer), Pauschalreisen (2,6 Millionen), Mietwagen (0,8 Millionen) sowie Unterhaltungselektronik (3,6 Millionen). Online- Banking Zahlungsformen 37 Prozent der Deutschen nutzten im Jahr 2005 nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Banken Online-Banking. Bezogen auf die Internet-Nutzer waren dies 57 Prozent. In den USA beteiligten sich 34 Prozent aller Haushalte und 43 Prozent aller Internet-Haushalte an E-Banking. Zu den Zahlungsformen ergeben sich laut ACNielsen (Welt, 2005), Forrester Research (USA 2005) und BVDW (für Deutschland, 2004) die folgenden Ergebnisse in Prozent: Welt: Kreditkarte (59), Überweisung (23); Nachnahme (13), PayPal (12), EC-Karte (11), Geldanweisung (8), Postanweisung (5), Barzahlung (3); USA: Kreditkarte (79), PayPal (43), Debitkarten (39), Rechnung (10), Geschenkgutscheine (8) und Scheck (7);

52 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 52 Deutschland: Rechnung (48), Vorkasse (23), Überweisung/Lastschrift (12), Nachnahme (7), Kreditkarte (5), Firstgate (1,4). Zum Verständnis der obigen Zahlen (Beispiel): 48 Prozent der deutschen Einkäufe im Internet werden über konventionelle Rechnungen beglichen. Demnach ist der Einsatz der Kreditkarte in Deutschland weit weniger als in den USA und in anderen Ländern verbreitet. Die Deutschen präferieren nach wie vor konventionelle Bezahlformen und bringen nicht genügend Vertrauen für das Internet auf. Das ist einer der wichtigsten Barrieren, die dem E-Commerce entgegenstehen. Expertensicht Pro und Kontra B2C-Bereich In der Expertenumfrage wurden allerdings auch Schwächen der weiteren Transaktionsdienste sichtbar. So wurden unter den 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen - M-Commerce mit 2,93, E-Banking mit 2,94, T-Commerce mit 3,01, Virtuelle Marktplätze mit 3,02 und E- Brokerage mit 3,23 - unterdurchschnittlich bewertet. Damit kamen alle Transaktionsdienste zusammengenommen auf eine durchschnittliche Bewertung von lediglich 2,63. Eine weitere Barriere besteht nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes darin, dass kein Bedarf zum E-Commerce vorliege (66 Prozent aller Befragten). Von 48 Prozent wurde der Wunsch nach persönlicher Beratung geäußert. Die zunehmenden Betrugsfälle haben zu Verunsicherungen geführt. Auch kann der Konsument die gewünschte Ware im Netz nicht wie im Ladengeschäft physisch prüfen. Dem steht ein wachsender Bedarf der Konsumenten nach komfortablen und zeitsparenden Einkaufsmöglichkeiten sowie niedrigeren Kosten gegenüber. Letztere betragen weniger als die Hälfte des klassischen Versandhandels. Die Anbieter sind optimistisch, weil die Kaufkraft der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, der Kerngruppe der Internet-Nutzer, zunimmt. Der Trend zum Multi-Channel-Shopping setzt sich fort. 74 Prozent der US-Bürger beteiligen sich. Demnach ist die Bedeutung des Internets als Absatzkanal für den Einzelhandel weiter gestiegen. Der B2C-Bereich wächst rasch E-Government E-Government ist wahrscheinlich das wichtigste Instrument der Verwaltungsmodernisierung und des Abbaus von Bürokratie. Bürger, Unternehmen und Behörden ersparen sich Zeit, Kosten und weitere Unbequemlichkeiten, wenn Verwaltungsdienste online vollzogen werden. Auch 2005 hat der Grad der Durchdringung öffentlicher Verwaltungen mit Informationstechnologie zugenommen. Unterschiedliche Ergebnisse sind auf die verschiedenen Konzeptionen, Berechnungsgrundlagen und Zielsetzungen der diversen Studien zu E-Government zurückzuführen.

53 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 53 Abbildung XXIV Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich: E-Government Deutschland USA Europa Beste Nation (= 100) E-Government Readiness Index Online-Verfügbarkeit von E-Government-Diensten in % 2004 Nutzung von E-Government- Diensten bei Unternehmen in % 2005 Nutzung von E-Government- Diensten bei Privatpersonen in % 2005 EU15 EU15 EU15 USA Schweden Finnland Schweden Deutschland: Platz 11 in der UN-Rangliste, Platz 10 im Accenture- Vergleich. 47% der deutschen Dienste online, EU15- weit 49%. 44% der deutschen Unternehmen, 33% der Privatpersonen nutzen E- Government. TNS Infratest, April 2006 E-Govern- ment- Readiness An wichtigen Ergebnissen zur E-Government-Readiness liegen vor: Laut Global E-Government Readiness Report (UNPAN) verbesserte sich Deutschland 2005 im Ranking der 191 UN-Mitgliedsstaaten von Rang zwölf auf den elften Platz (Indexwert 0,81). Weltweit führend sind die USA (Score 0,91). Accenture analysiert die E-Government-Aktivitäten in 22 Ländern. Kanada bleibt auch 2005 Spitzenreiter. Deutschland liegt mit einem E-Government-Reifegrad von 48 Prozent gleichauf mit Großbritannien auf dem zehnten Rang. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt aller 22 bewerteten Länder. Der Reifegrad des Kundenservice ist Accenture zufolge in Deutschland verbesserungsfähig. Hierzu sollte sowohl die Qualität der Dienstleistungen als auch die tatsächliche Nutzung und Akzeptanz gesteigert werden. Nach der Untersuchung von Regierungs-Webseiten aus 198 Nationen im Jahr 2005 durch die Brown University liegt Deutschland auf einem guten siebenten Rang. Das bedeutet eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze. Weltweit führende Nation ist Taiwan. Nach Eurostat steigerte Deutschland 2004 den Anteil seiner online verfügbaren E-Government-Dienste innerhalb von zwei Jahren auf 47 Prozent. Es liegt damit knapp unter dem EU15-Durchschnitt von 49 Prozent. Europäischer Spitzenreiter ist Schweden (74 Prozent). Soweit sich Schwächen Deutschlands im weltweiten Vergleich zeigen, ist dies teilweise auf die föderale Struktur der Bundesrepublik Deutschland zurückzuführen. E-Govern- ment- Initiativen Zu den wichtigsten deutschen E-Government-Initiativen zählen: Deutschland-Online, die gemeinsame E-Government-Strategie von Bund, Ländern und Kommunen, Fortschreibung bis Sommer 2006; BundOnline 2005, die E-Government-Initiative zur Bereitstellung aller internetfähigen Dienstleistungen auf Bundesebene, 2005 mit der Online-Stellung von 440 Diensten erfolgreich beendet;

54 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 54 die Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zur Förderung von E-Government durch Best-Practice-Konzepte, Standardisierung und Harmonisierung von E-Government-Lösungen sowie der Förderung internationaler Kooperationen. egovrtd2020, eine Initiative zur Förderung von E-Government, an der europäische, amerikanische und australische Organisationen beteiligt sind. Ziel ist die Erarbeitung von Szenarien zum Aufbau innovativer Verwaltungen. Nutzung von E-Government noch zu gering Barrieren Aufwendungen Expertensicht Abbildung XXV Zur Nutzungshäufigkeit gibt Eurostat an, dass 44 Prozent der deutschen Unternehmen (2005) und 33 Prozent der deutschen Privatpersonen (2004) E-Government-Angebote nutzen. Führende Nation ist Finnland mit einer Inanspruchnahme von E-Government-Diensten durch 91 Prozent der Unternehmen und 47 Prozent der Bürger. Im Abschlußbericht der Initiative BundOnline 2005 werden die wichtigsten Gründe für die Nicht-Nutzung der Angebote genannt. Dies sind mangelnder Bekanntheitsgrad, eine geringe Akzeptanz der Online-Dienste sowie des Internets als Kommunikationsweg zur öffentlichen Verwaltung sowie die geringe Nutzerfreundlichkeit der Dienste. An Aufwendungen wurden getätigt: Die westeuropäischen Regierungen gaben im Jahr Milliarden Euro für Informationstechnik (ohne Telekommunikationskosten) aus. Laut IDC wird dieses Budget bis 2009 auf 40 Milliarden Euro wachsen. In Deutschland wurden 2004 rund 795 Millionen Euro für IT- Investitionen für E-Government ausgegeben. Dieser Betrag soll bis 2008 um 40 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigen. Aus Expertensicht gehört E-Government zu den dringlichsten Handlungsbereichen: E-Government ist besser geworden, aber Erwartungen und Ansprüche sind noch rascher gestiegen. Bewertung nach Schulnoten Bürgerfreundlichere Verwaltungsdienste 1,61 Bessere verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit 1,62 Verwaltungsinterne Reformen 1,64 Wirtschaftsfreundlichere Verwaltungsdienste (z.b. E-Procurement, Ausschreibungen, Bewilligungen) 1,73 Alle E-Government-Aktivitätsbereiche 1,66 Institute for Information Economics, 2006

55 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 55 Handlungsbedarf Wie die Ergebnisse in Abbildung 25 zeigen, hat die Dringlichkeit von E-Government-Aktivitäten Werte erreicht, die nach den Erfahrungen aus den bisherigen Trendumfragen bisher kaum vorstellbar waren. Diese hohen Dringlichkeitswerte zeigen eine bestehende Erwartungslücke an. Einerseits haben sich E-Government-Dienste durch die Initiativen schnell verbreitet. Andererseits sind die Erwartungen der Unternehmen und Bürger an E-Government noch rascher gestiegen. Das Ergebnis ist eine weit verbreitete und zum Teil tief empfundene Unzufriedenheit, die noch dadurch geschürt wird, dass zwar flächendeckende Erwartungen an E- Government-Dienste entstanden sind, aber gerade dort, wo diese Dienste als besonders wichtig angesehen werden, keine flächendeckenden Zugriffsmöglichkeiten bestehen bzw. man sich darüber nicht bewusst ist. Einerseits sollten Bürger, Wirtschaft und Informationswirtschaft so informiert werden, dass keine unrealistischen Erwartungen an E-Government entstehen. Andererseits sollte innerhalb des öffentlichen Bereiches um Durchbrüche in der verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit geworben werden, damit E-Government-Dienste insbesondere auf örtlicher E- bene flächendeckend verbreitet und zu einer selbstverständlichen Standardleistung der Verwaltung werden können. An Handlungsbedarf ergibt sich: Erstellung möglichst flächendeckender, lebenslagengerechter Transaktionsdienste; Verringerung von Sicherheitsbedenken durch Schaffen von Vertrauen und technisch sauberen Lösungen erreichen; Durchsetzung von Standardisierungen beim Datenaustausch im G2B- Bereich; zielgerichtete PR- und Öffentlichkeitsarbeit, um für die E-Government- Angebote und die Vorteile der Online-Nutzung zu werben; Überwindung föderaler Grenzen, Förderung der Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften sowie der amts- und verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit; kontinuierliche Messung der Inanspruchnahme und Akzeptanz von E- Government-Diensten RFID Status Quo Das Akronym RFID steht für Radio Frequency Identification und bezeichnet ein elektronisches Identifizierungssystem zur automatisierten Erkennung von Waren oder Personen. Zentrale Ergebnisse zu diesem Geschäftsbereich lauten: Für das Jahr 2005 kam Gartner auf einen weltweiten Umsatz von 405 Millionen Euro, Datamonitor hingegen auf 1,76 Milliarden Euro. Ähnlich hohe Diskrepanzen kommen vor allem bei jungen Geschäftsbereichen vor, wie RFID einer ist. Im EU15-Wirtschaftsraum erzielte RFID einen RFID-Umsatz im Handel von einer knappen Milliarde Euro. Dieser soll sich bis 2008 auf 2,5 Milliarden Euro steigern. Innerhalb der EU15 erreichte Deutschland den größten Marktanteil mit 229 Millionen Euro RFID-Umsatz im Handel und einem Marktanteil von 24 Prozent. Großbritannien folgt mit einem Marktanteil von 19 Prozent.

56 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 56 Expertensicht Abbildung XXVI Alle Experten sind sich darin einig, dass RFID in den nächsten Jahren überdurchschnittlich wachsen wird. Die in der Trenderhebung befragten Experten ordneten RFID Spitzenbenotungen von 2,35 und 2,45 zu. Die unterschiedlichen Bewertungen ergaben sich, weil die Experten die Aussichten von RFID mit unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Teilmärkten verglichen. Allerdings kann RFID derzeit noch nicht mit der sehr hohen Bewertung von DSL mithalten (1,73). Siehe Abbildung XXVI. Expertenbewertung der Informationstechnik insgesamt und nach Teilmärkten (nach Schulnoten) 3,23 1,73 2,45 2,74 2,55 RFID DSL Satellit Vergleich: Aussichtsreiche Geschäftsbereiche 1) 2,35 Vergleich Umfrage 2004/2005 2) - 1,98 3,23 DSL RFID Satellit Kabelmodem Infrastrukturelle Voraussetzungen gesamt 1) Die Klassifizierung Aussichtsreicher Geschäftsbereiche ergibt sich aus den Bewertungen der befragten Experten in sechs Jahren. 2) Bezieht sich gleichfalls auf Bewertungen der Experten von Aussichtsreichen Geschäftsbereichen. Institute for Information Economics, 2006 Zukünftiger Trend Einer flächendeckenden Nutzung der RFID-Technologie stehen derzeit die relativ hohen Stückkosten der Transponder und ihre noch geringen Leseraten und Reichweiten gegenüber. Auf längere Sicht wird RFID die Produktsicherheit revolutionieren und neue Formen des Verbraucherschutzes ermöglichen, weil jedes Produkt auf den unterschiedlichen Stufen seiner Wertschöpfungskette verfolgt werden kann. Deutsche Technologieanbieter verfügen weltweit über eine Spitzenposition und können diese noch ausbauen IT-Sicherheit Die Sicherung der IT-Infrastrukturen in Unternehmen und Privathaushalten gegen Angriffe, Missbrauch und Ähnliches ist von höchster Bedeutung. Rund vier von fünf US-Unternehmen registrierten im vergangenen Jahr einen Viren- oder Spyware-Angriff. In Europa hatten sich mehr als ein Drittel aller Unternehmen mindestens einmal im Jahr mit Viren oder Trojanern auseinander zu setzen. Wirtschaftliche Schäden Wie dringlich IT-Sicherheitsprodukte benötigt werden, wird an folgenden Ergebnissen deutlich: Für US-Unternehmen kommt das FBI in einer konservativen Schätzung auf ein jährliches kumuliertes Schadensvolumen in Höhe von 54 Milliarden Euro. Die Schadenshöhe der US-Privathaushalte lag zuletzt bei 747 Millionen Euro.

57 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 57 In der erweiterten EU wurden 29 Prozent der Unternehmen Eurostat zufolge Opfer von Virenangriffen. In Deutschland berichteten laut Eurostat 21 Prozent der Firmen über Virenangriffe. Ein Prozent klagte über einen unberechtigten Zugang zum Firmennetz. Privatpersonen sind etwas häufiger (erfolgreiches) Ziel von Angriffen, nicht zuletzt, weil ihnen die bestehenden Gefahren weniger bewusst sind. Nach den Ergebnissen von Eurostat erlitten Prozent der EU-Bürger durch Viren einen Daten- oder zeitlichen Verlust. Vier Prozent beklagten Datenschutzmissbrauch. Die Deutschen liegen mit 33 Prozent im EU25-Durchschnitt (34,5 Prozent). Prävention ist demnach dringend erforderlich: In Deutschland investieren die Unternehmen in Sicherheit wesentlich mehr als in früheren Jahren. Laut einer Studie von Forrester setzten im November Prozent der deutschen Internet-Nutzer Antivirensoftware ein. Um auf Bedrohungen rechtzeitig aufmerksam zu machen, unterstützen beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder Bürger-CERT Unternehmen und Verbraucher. Expertensicht Marktsicht Seit 2002 führen IT-Sicherheit unternehmensintern und IT-Sicherheit im Internet die Liste der aussichtsreichen Bewertungen in den Trendberichten an. Für die Periode 2005/2006 kommen die beiden Bereiche auf eine Benotung von jeweils 2,02. Im 4. Trendbericht wurde ihnen insgesamt eine mittlere internationale Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Aktuell stellt sich der Markt für IT-Sicherheit wie folgt dar: 2005 wurden weltweit nach IDC 31 Milliarden Euro mit IT-Sicherheit umgesetzt. Derzeit beschleunigt sich das Wachstum soll ein Gesamtumsatz von 42 Milliarden Euro erreicht werden. Westeuropa kommt nach IDC auf einen Gesamtumsatz von zwei Milliarden Euro. Es werden jährliche durchschnittliche Wachstumsraten von 15 Prozent erwartet beträgt der Gesamtumsatz vier Milliarden Euro. Der Markt für IT-Sicherheitsprodukte und Dienstleistungen wird in Deutschland laut aktuellster verfügbarer Studie von Experton Group auf 3,7 Milliarden Euro für 2005 geschätzt. Die IT-Sicherheit gehört demnach zu einer der wachstumsstärksten Teilbranchen der Informationswirtschaft, wenn sie nicht sogar die wachstumsstärkste ist. Der Experton Group zufolge wird sie bis Ende 2007 um 24 Prozent zulegen und damit stärker als der IKT-Markt wachsen. Handlungsbedarf Das Thema IT-Sicherheit wird mittlerweile ausreichend in der Öffentlichkeit diskutiert. Viele private Computernutzer, aber auch einige Unternehmen bewegen sich jedoch nach wie vor zu vertrauensselig im Netz. Hier sind verstärkte Anstrengungen gefordert, um den Computernutzern die Risiken der IT- und Internetnutzung verständlich zu machen und sie mit Möglichkeiten der Gefahrenabwehr so vertraut zu machen, dass sie sich als Käufer im Internet in einem für sie weitgehend sicheren Umfeld als Käufer engagieren.

58 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Viel versprechende Geschäftsbereiche und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft Bewertungen viel versprechender Geschäftsbereiche Die Geschäftschancen neuer Produkte, Dienste und Anwendungen in den kommenden Jahren, wie sie sich in den Jahren aus der Sicht der befragten Experten darstellen, sind in den Abbildungen XXVII und XXVIII wiedergegeben. Abbildung XXVII Die Top-Geschäftsbereiche nach Schulnoten (1) IT-Sicherheit im Internet IT-Sicherheit unternehmensintern VoIP Medienkonvergenz RFID E-Commerce (B2B) Mobilkommunikation E-Commerce (B2C) E-Government E-Business Informationsdienste Software 2,02 2,02 2,06 2,34 2,35 2,40 2,50 2,53 2,57 2,59 2,62 2,63 Institute for Information Economics, 2006 Top Geschäftsbereiche Auf die überdurchschnittlichen Geschäftsaussichten von Sicherheit, Voice over IP, Mobilkommunikation, Medienkonvergenz, RFID und E-Business wurde an anderen Stellen hingewiesen. Die Aussichten professioneller Informationsdienste wurden geringer als die Informationsdienste auf den Konsumentenmärkten im Kontext von Multimedia, in jedem Fall aber mindestens leicht überdurchschnittlich bewertet.

59 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 59 Abbildung XXVIII Die weiteren Geschäftsbereiche nach Schulnoten (2) Die weiteren Geschäftsbereiche nach Schulnoten E-Health Digitales Fernsehen M-Commerce E-Banking T-Commerce Virtuelle Marktplätze E-Brokerage Digitaler Rundfunk Hardware 2,69 2,79 2,93 2,94 3,01 3,02 3,23 3,35 3,35 Institute for Information Economics, 2006 Gerade noch überdurchschnittlich werden der öffentliche und semiöffentliche Bereich mit seinen Anwendungen E-Government (2,57) und E-Health (2,63) bewertet. Wenn aber nach der Notwendigkeit von E-Government gefragt wird, ergeben sich ansonsten in sechs Jahren unerreichte Benotungen von 1,66 insgesamt sowie auf der Ebene einzelner Behördendienstleistungen von 1,61 (bürgerfreundliche Verwaltungsdienste), 1,62 (bessere verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit), 1,64 (verwaltungsinterne Reformen) und 1,73 (wirtschaftsfreundliche Verwaltungsdienste). Das ist ein weiteres Indiz, dass nirgendwo eine derart große Umsetzungslücke zwischen Potenzialen und tatsächlichen Anwendungen wie bei E-Government und E-Health klafft. Weitere Geschäftsbereiche An weiteren aussichtsreichen Geschäftsbereichen ergeben sich auf der Basis der Trendumfragen: Internet-Geschäftsbereiche: Für die Aussichten von breitbandigen Internet-Zugängen vergaben die Experten in der 5. Trenderhebung die Traumnote 1,89. Aber auch für weitere Internet-Geschäftsbereiche wurden gute Noten vergeben, zum Beispiel: Kommunikation zwischen Unternehmen 2,18 Einsatz von Internet in Unternehmen 2,30 Internet-Zugang allgemein 2,47 Elektronisches Bezahlen 2,47. Access-Geschäftsbereiche: Für Access-Geschäftsbereiche wurde in der 5. Trenderhebung zwar nur die Durchschnittsbewertung 3,38 vergeben. Das hatte zur Ursache, dass sich neue Access-Technologien im Rahmen einer Substitutionskonkurrenz durchsetzen und die Verlierer zwangsläufig zu niedrigen Werten kommen (z.b. ISDN 3,69 Stromnetz/Powerline 3,76 WAP 4,26 Analogmodem 5,59). Demgegenüber konnten vor allem DSL (1,98) und WLAN (2,05) fast Traumbenotungen verbuchen (zum Vergleich Wimax 2,56 UMTS 2,98 Satellit 3,23). Mobile Datendienste: Mobile Datendienste wurden in der 5. Trenderhebung mit der Durchschnittsbewertung 2,56 für den B2B-Bereich und 2,64 für den B2C-Bereich bedacht. Dabei gab es eine Reihe von Anwendungen mit überdurchschnittlichen Aussichten (zum Beispiel für

60 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 60 den B2B-Bereich: Warenverfolgung 2,15 Flottenmanagement 2,48 Customer Relationship Management 2,53; für den B2C-Bereich: Buchung von Hotels, Fahrkarten, Eintrittskarten 2,24 Musik 2,34 Mobile Payment 2,35 Auskünfte und Informationen 2,43 2,46 Spiele 2,60). Anwenderbranchen Im 6. Trendbericht wurden als die wichtigsten Anwenderbranchen identifiziert: 1. E-Government 2. E-Health 3. Automobilindustrie und Verkehrsinfrastruktur 4. Finanzdienstleister, insbesondere Banken und Versicherungen. Diese Ergebnisse werden durch die Resultate in anderen Trendumfragen bestätigt. Als wichtige Anwendungsbranchen auf der Basis vorwiegend früherer Trendumfragen sind der Maschinen- und Anlagenbau, die Chemische und Pharmazeutische Industrie sowie die Logistikbranche zu nennen. Als neue wichtige Anwenderbranche dürfte in den kommenden Jahren der Handel hinzukommen dies angesichts der rasch wachsenden Bedeutung von RFID. Internationale Wettbewerbsfähigkeit nach Geschäftsbereichen Abbildung XXIX Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft nach 22 Geschäftsbereichen wurde von den Experten im Durchschnitt um 0,40 Noten schlechter bewertet als deren wirtschaftliche Aussichten. Siehe Abbildungen XXIX und XXX. Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen (1) Rang Vorjahr Rang 2005 Benotung Wettbewerbsfähigkeit Benotung wirtschaftliche Aussichten 6 1 Weitere Bereiche 2, IT-Sicherheit unternehmensintern 2,68 2, Mobilkommunikation 2, IT-Sicherheit im Internet 2,71 2, E-Banking 2,77 2, Digitales Fernsehen 2,83 2, VoIP 2,92 2, Medienkonvergenz 2,93 2, RFID 2,96 2, E-Commerce B2B 3,00 2,53 Institute for Information Economics, 2006

61 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 61 Abbildung XXX Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen (2) Rang Vorjahr Rang Digitaler Rundfunk E-Business E-Brokerage Software Informationsdienste E-Commerce B2C E-Government E-Health Virtuelle Marktplätze M-Commerce T-Commerce Hardware Alle Geschäftsbereiche (1-22) Benotung Wettbewerbsfähigkeit 3,02 3,05 3,05 3,07 3,09 3,15 3,24 3,30 3,34 3,42 3,51 3,71 3,06 Benotung wirtschaftliche Aussichten 3,35 2,59 3,23 2,63 2,62 2,53 2,57 2,69 3,02 2,93 3,01 3,35 2,66 Institute for Information Economics, 2006 Auch das Ranking der Geschäftsbereiche hat sich in Teilen erheblich verändert. Dabei wird jedoch die sich an anderen Stellen ergebende überdurchschnittliche internationale Wettbewerbsfähigkeit für den Bereich der Finanzdienstleistungen (E-Banking, E-Brokerage), E-Business, RFID und Medienkonvergenz (einschließlich Triple Play) bestätigt Bewertung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit nach Weltregionen 2000, 2001 und 2005 wurde nach den wichtigsten Wettbewerbern der deutschen Informationswirtschaft in diversen informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen gefragt. Der Vergleich der Ergebnisse auf der Ebene aller Geschäftsbereiche für die Jahre 2000 und 2006 ist in Abbildung XXXI wiedergegeben.

62 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 62 Abbildung XXXI In sechs Jahren ein Siegeszug ohnegleichen für das außerjapanische Ostasien - Großer Verlierer Europa Internationale Wettbewerbsfähigkeit 52,0 47, ,5 0,9 17,0 15,6 12,0 10,0 10,2 9,3 14,0 5,6 3,3 0,7 USA Außerjapanisches Ostasien Europa Japan Skandinavische Länder Großbritannien Frankreich Institute for Information Economics, 2006 Internationale Wettbewerbsf ähigkeit nach Regionen für alle Geschäftsbereiche An zentralen Ergebnissen auf der Ebene aller Geschäftsbereiche ergeben sich: Die Vereinigten Staaten konnten ihre weltweite Dominanz auf den informationswirtschaftlichen Märkten in den letzten sechs Jahren in etwa aufrechterhalten und gegenüber Europa sogar ausbauen. Im gleichen Zeitraum fand eine strukturelle Revolution statt, da das außerjapanische Ostasien zu einem Siegeszug ohnegleichen ansetzte und seinen Anteil von 0,9 Prozent an allen Nennungen auf 17 Prozent verbesserte. Mit einer weiteren wesentlichen Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit dieser Weltregion ist in den nächsten Jahren zu rechnen. Japan verbesserte sich gegenüber allen Ländern außer gegenüber dem weiteren Ostasien und rückte in der Rangordnung der international wichtigsten Länder vom vierten auf den zweiten Platz vor. Der große relative Verlierer der letzten sechs Jahre ist Europa. 2000/2001 verfügte Europa nach Anzahl der Nennungen über einen komfortablen Vorsprung vor Ostasien. Heute verfügt Ostasien über einen komfortablen und sich ausweitenden Vorsprung vor Europa. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt. Dieser Bedeutungsschwund verlief allerdings nach europäischen Ländern unterschiedlich. So kamen 2006 die skandinavischen Länder auf 91,2 Prozent, Großbritannien auf 40 Prozent und Frankreich auf 21,2 Prozent ihrer jeweiligen Ausgangswerte von 2000/2001. Auch nach den in den vorangegangenen Punkten dargestellten Ländervergleichen hat Deutschland in den letzten Jahren nicht an Wettbewerbsfähigkeit innerhalb Europas beispielsweise gegenüber den skandinavischen Ländern gewonnen. Es hat demnach an den Verlusten der europäischen Informationswirtschaft gegenüber anderen Ländern und Weltregionen partizipiert. Das Land, das an internationaler Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren stark gewinnen dürfte, ist Indien.

63 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 63 Abbildung XXXII Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen (1) Rang Bereich E-Commerce B2B IT-Sicherheit unternehmensintern IT-Sicherheit im Internet E-Commerce B2C USA 69,1 68,6 68,2 68,1 Japan 4,9 5,9 4,0 5,0 Weiteres Ostasien 11,1 8,3 6,8 9,4 Großbritannien Skandinavische Länder 4,3 5,3 6,8 7,5 Frankreich 4,9 4,1 3,4 3,8 0,6 0,6 0,6 - Weitere Länder und Weltregionen 4,9 7,1 10,2 6, Informationsdienste E-Business Virtuelle Marktplätze 63,5 63,2 61,0 7,8 5,2 6,5 9,6 11,6 13,0 5,4 5,8 2,6 7,8 7,7 6,5-0,6-6,0 5,8 10, RFID Voice over IP E-Brokerage 58,5 56,5 55,3 12,9 13,1 6,4 10,9 14,7 7,8 6,8 9,4 8,5 2,7 2,1 11,3 0,7-1,4 7,5 4,2 9,2 Schattiert: Die jeweiligen Weltmarktführer nach Anzahl der Nennungen in Prozent. Institute for Information Economics, 2006 Abbildung XXXIII Rang Alle 22 Geschäftsbereiche Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen (2) Bereich E-Health Software T-Commerce E-Banking E-Government Medienkonvergenz M-Commerce Digitales Fernsehen Digitaler Rundfunk Hardware Mobilkommunikation Weitere Bereiche USA 49,6 45,7 44,6 43,6 34,0 32,8 32,4 26,7 26,1 18,4 6,4-47,0 Japan Schattiert: Die jeweiligen Weltmarktführer nach Anzahl der Nennungen in Prozent. Institute for Information Economics, ,3 4,8 18,5 10,5 5,4 29,2 27,6 26,7 22,5 10,0 26,6 40,0 12,3 Weiteres Ostasien 5,7 36,0 12,3 5,3 8,8 26,6 9,7 13,7 15,9 62,6 36,2-17,0 Großbritannien Skandinavische Länder 26,2 1,6 9,2 11,3 29,9 4,2 17,2 3,4 5,1 2,6 26,1 20,0 9,3 Frankreich 3,5 1,1 6,9 15,8 8,2 2,6 4,4 15,1 13,8-1,1 20,0 5,6 20, ,8 1,5 3,4 0,5-2,1 2, ,7 Weitere Länder und Weltregionen 10,6 10,8 7,7 12,0 10,2 4,2 9,0 12,3 13,8 6,3 3,7-8,0 An zentralen Ergebnissen auf der Ebene einzelner Geschäftsbereiche ergeben sich: Die USA vereinigten in 17 von 21 Geschäftsbereichen (ohne weitere Bereiche) die relative Mehrheit der Stimmen auf sich. In einem weiteren Geschäftsbereich (Digitales Fernsehen) teilten sich die USA die Spitzenposition mit Japan. Die Vereinigten Staaten zeigten sich auch und gerade bei rasch anziehenden und jungen Märkten stark. Schwächen zeigten sie lediglich bei der Hardware und der Mobilkommunikation. Das außerjapanische Ostasien dominierte die Weltmärkte bei der Hardware und vereinigte bei der Mobilkommunikation die relative Mehrheit der Stimmen auf sich. In der Medienkonvergenz ist die Region ein starker Wettbewerber der USA und Japans. Vergleicht man diese Weltregion ausschließlich mit den europäischen Ländern, so

64 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 64 verfügt sie kaum mehr über Schwächen. Ausnahme ist der öffentliche und semi-öffentliche Bereich (E-Government, E-Health). Hier wurde in ganz Ostasien (einschließlich Japan) nicht ausreichend politisch zur Kenntnis genommen, dass ein effizienter Public Sector ein Wachstumsfaktor für den privaten Bereich ist. Japan ist besonders auf den Consumer- und Mobility-Märkten stark, also beispielsweise bei Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen, Medienkonvergenz und Mobilkommunikation. Die skandinavischen Länder werden ihrem Image als Online-Pioniere mit Erfolgsgeschichten in E-Government, E-Health, Mobilkommunikation und E-Banking gerecht. Die Briten zeigen unter anderem wegen ihrer Bedeutung als Weltfinanzzentrum (neben der Wall Street und Japan) eine überdurchschnittliche Performance in den Geschäftsbereichen E-Banking, Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen, E-Brokerage und E-Government.

65 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Politischer Handlungsbedarf Die Stärken und Schwächen der deutschen Informationswirtschaft Besondere Chancen und Risiken ist politisch relevant. Die primäre Aufgabe des Monitoring -Projektes besteht jedoch nicht darin, politische Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Vielmehr geht es vorzugsweise darum, eine solche Markttransparenz zu schaffen, die ein fundiertes politisches Entscheiden auf der Basis gesicherter und teilweise zukunftsorientierter empirischer Daten auf Basis von Sekundär- und Primärforschung ermöglicht. Dazu zählen auch die Ergebnisse der Expertenbefragungen, die die Einschätzungen und Stimmungen der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene, wie sie sich aus Interviews mit zuletzt 297 Entscheidern und Meinungsführern ergeben. Mittlerweile liegen über den Zeitraum von sechs Jahren mit sechs Trendumfragen Ergebnisse vor, die zum Teil immer wieder zum Beispiel im Bereich der politischen Prioritätensetzungen bestätigt worden sind. Die folgende Analyse basiert auch auf der Basis von stabilen Ergebnissen im Rahmen eines Sechs-Jahres-Vergleichs. Worin bestehen die Stärken und Schwächen, die besonderen Chancen, aber auch die Risiken der deutschen Informationswirtschaft, so wie sie sich aus den bisher dargestellten Ergebnissen zum Fakten- und Trendbericht ergeben? Abbildung XXXIV Die deutsche Informationswirtschaft - SWOT Stärken Größter deutscher Wirtschaftssektor Bedeutung als Querschnittstechnologie Bedeutung der Marktgröße (IKT, E-Commerce mit Online Content) in Europa Mobilfunkinfrastruktur Positives Branchen- und Geschäftsklima Chancen Penetration breitbandiger Technologien (DSL, Kabel) und mobiler Internet-Zugangswege Verstärkter IKT-Einsatz, Triple Play, VoIP u.a. Outsourcing als neues Geschäftsfeld IT- und Internet-Sicherheit (Markt + Schutz) E-Business in hohen Ausbaustufen Internet-Penetration (Bevölkerung, KMU) Senkung der Breitbandkosten Kooperation Wirtschaft/Bildungseinrichtungen E-Government Schwächen Abhängigkeit von hoch regulierten Branchen Qualifikation/Medienkompetenz Kooperation Anbieter/Anwender Kooperation Wirtschaft/Politik/ Öffentlicher Bereich Wettbewerb zwischen Breitbandtechnologien SSL-Server Penetration UMTS-Penetration Risiken Konjunkturelle Lage Innovationsrückstand und Investitionsstau Rückgang internationaler Wettbewerbsfähigkeit Rechtspolitischer Modernisierungs- und Anpassungsbedarf

66 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Die Stärken der deutschen Informationswirtschaft Sechs allgemeine Stärkebereiche Wenn es heute in Deutschland eine Innovations- und Wachstumsbranche von volkswirtschaftlicher Bedeutung per se gibt, die zudem das Wachstum in anderen Branchen durch innovative Produkte und Dienste beschleunigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern kann, so ist dies nach wie vor die Informationswirtschaft. An besonderen Stärken der deutschen Informationswirtschaft ergeben sich: die Größe des deutschen Marktes und die Bedeutung der IKT- Industrie als größter Industriesektor und Querschnittstechnologie auf dem Binnenmarkt; die erreichte Bedeutung der deutschen E-Commerce-Industrie sowie des Teilmarktsegments Online-Content innerhalb Europas; die besondere Marktgröße der Weltregion Europa bzw. der Europäischen Mitgliedsländer mit besonderen Absatzchancen für die deutsche Informationswirtschaft; die Systemführerschaft im Mobilfunkbereich und die sehr gute Mobilfunkinfrastruktur; derzeit zuversichtliche Erwartungen und eine Bombenstimmung für das laufende Geschäftsjahr. Branchenübergreifende und branchenspezifische Anwendungen Zu Beginn der Fakten- und Trendberichte im Jahre 2000 war die Informationswirtschaft die Branche, an der sich viele Hoffnungen im Hinblick auf Innovationsfähigkeit, Wirtschaftwachstum und Beschäftigungswachstum knüpften. Seitdem hat die Bedeutung der Informationswirtschaft relativ zu anderen Branchen weiter zugenommen und ist sie der mittlerweile größte deutsche Industriezweig geworden, der seinen Vorsprung zu anderen Branchen weiter ausbauen wird (siehe Kapitel 1.1). Dabei beziehen sich die besonderen Stärken der deutschen Informationswirtschaft insbesondere auf ihre Einsatzmöglichkeiten als Querschnittstechnologie in branchenübergreifenden sowie branchenspezifischen Anwendungen, zum Beispiel: in Embedded Systems (etwa in der Automobilindustrie) und in weiteren informationswirtschaftlichen Anreicherungen der Produkte informationswirtschaftlicher Anwender; zur Effizienzsteigerung und Weiterentwicklung bestehender Produktionsprozesse (z.b. Mikroelektronik, Prozessautomation); zur Reorganisation von Arbeitsabläufen (z.b. im E-Business -Einsatz auf allen Stufen der E-Business-Wertschöpfungskette, Enterprise Resource Planning und Supply Chain Management); für unternehmensindividuelle Anwendungen und Lösungen ( Customizing ), zum Beispiel RFID-Einsatz im Transportbereich, die Nutzung von Voice over IP und der Einsatz innovativer Produkte im E-Health Bereich.

67 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 67 In den Berichtszeiträumen von mittlerweile neun Fakten- und sechs Trendberichten ist die deutsche Informationswirtschaft zunächst in eine schwere Krise geraten, mittlerweile jedoch zu einem sich beschleunigenden Wachstum zurückgekehrt verspricht das beste Jahr nach den Erwartungen von 297 informationswirtschaftlichen Entscheidern seit 2001 für die deutsche Informationswirtschaft zu werden. Diese gute Stimmung gilt nicht nur für das Allgemeine Geschäftsklima, sondern auch für das Beschäftigungsklima. Allerdings dürfte das Wachstum der Mitarbeiterbestände bescheiden ausfallen und bleibt in vielen Unternehmen die Stabilisierung der Mitarbeiterbestände das oberste beschäftigungspolitische Gebot Die Chancen der deutschen Informationswirtschaft Zehn Chancenbereiche Hinzu kommen Bereiche, in denen von einer besonderen Stärke der deutschen Informationswirtschaft im Vergleich zu seinen internationalen Wettbewerbern zwar weniger gesprochen werden kann, wo aber angesichts bereits erzielter Erfolge gute Chancen bestehen, die erreichte Position zu verteidigen und gegebenenfalls weiter auszubauen. Zu den ausbaufähigen zukunftsträchtigen Chancenbereichen zählen: die Versorgung mit neuen breitbandigen Technologien (DSL, Kabel), besonders in der Bevölkerung; der Ausbau mobiler Zugangswege zum Internet (beispielsweise Wimax); der verstärkte IKT-Einsatz, getrieben durch Konvergenz, Triple Play, Voice over IP und weitere Anwenderbranchen (z.b. E-Health, E- Government); die an Bedeutung zunehmende IT-Outsourcing-Branche; die weitere Entwicklung des Internets sowie Fortführung der Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens in die Internet- bzw. IT- Sicherheit; E-Business vor allem auf höheren Ausbaustufen; die verbesserte Internet-Penetration in der Bevölkerung und privaten Haushalten sowie in kleinen und mittleren Unternehmen; die Senkung der Breitbandkosten; die gute und kontinuierlich besser werdende Zusammenarbeit zwischen Informationswirtschaft und Bildungseinrichtungen; E-Government. Breitband- Nutzung Flächendeckender Einsatz breitbandiger Technologien. Deutschland liegt bei der Nutzung von Breitband-Internet im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld. Voraussetzung für eine größere Verbreitung sind attraktive Dienste und ein intensiverer Wettbewerb. Noch spielt die DSL- Technologie in Deutschland eine dominante Rolle. Es sollte jedoch ein breites Angebot der verschiedenen Zugangs- und Nutzungsformen erreicht werden.

68 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 68 Wachstumsimpulse zugunsten einer weitergehenden Verbreitung von Breitbandanschlüssen sind von technischen Innovationen und neuen Geschäftsfeldern sowohl drahtlos als auch netzgebunden zu erwarten: Die Technologie VDSL würde es der Deutschen Telekom ermöglichen, Ostdeutschland mit Breitband zu versorgen. Diese Gebiete wurden nach der Wende mit Glasfaserleitungen ausgestattet, die aber nicht für breitbandfähige Internetdienste nutzbar sind. Als weitere Alternative zu der nicht überall verfügbaren DSL- Technologie bietet sich Wimax an. Mobilfunk Mobilfunkbereich erfährt Wachstumsschub. Der Mobilfunkbereich kann durch die Wimax-Technologie (Wireless Metropolitan Area Network) einen Wachstumsschub erfahren. Diese Technologie ist als Alternative zur letzten Meile vor allem dort interessant, wo die Telekom bzw. die Wettbewerber dem Kunden keine DSL-, Kabel- oder UMTS-basierte Breitbandverbindung zur Verfügung stellen können. In Zukunft wird ein wachsender Teil der Informationsverarbeitung, etwa Kommunikationsanwendungen und Netzintelligenz, in die Endgeräte wie Handys verlagert. Somit nimmt die Bedeutung der Netzbetreiber ab, während die der Integratoren und Softwareentwickler zunimmt. Besitz und Kontrolle der Netze sind demnach nicht mehr allein der Garant für längerfristiges Wachstum. Die Telekommunikationskonzerne sind gezwungen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Triple Play Triple Play wird Markttreiber. Triple Play gewinnt an wirtschaftlicher Bedeutung. Gefordert sind hier nicht nur die Unternehmen und ihre Mitarbeiter, die bislang Produkte und Services aus den Bereichen IT, Telekommunikation, Medien oder Unterhaltungselektronik angeboten haben und ihr Produktportfolio den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen haben, sondern auch die Interessenverbände der Wirtschaft, die Normierungsbehörden, die staatlichen und überstaatlichen Regulierungsund Aufsichtsbehörden, der Gesetzgeber (z.b. mit einer entsprechenden Anpassung des Medienrechtes) und nicht zuletzt die Endkunden. Als eine der größten Herausforderungen im Bereich der Konvergenz ist die Harmonisierung technischer Standards zu sehen. Der Endkunde und seine Bedürfnisse und Erwartungen an das neue Produkt sollten aber stärker als bisher im Mittelpunkt der Entwicklungen stehen. Die Förderung geeigneter Investitionen in die informationswirtschaftliche Infrastruktur stellt eine wichtige Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung der Informationswirtschaft dar. Insgesamt verfügt der Telekommunikationssektor über gute Wettbewerbspotenziale. Staatliche Subventionen für die Breitband-Infrastruktur sind nicht erforderlich, wohl aber das Wecken der Awareness bei den Kunden für die Vorteile des Breitband-Internets, um eine flächendeckende Verbreitung zu erreichen, oder allgemeiner, die Sicherstellung einer größeren Offenheit für neue Technologien. IP-Telefonie IP-Telefonie wird bedeutend. Nachdem Digitalisierung und Internet die Musikindustrie radikal verändert haben, erreichen diese Trends den Telekommunikationsbereich, insbesondere die Sprachkommunikation. Am

69 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 69 bedeutendsten wird Voice over IP sein, die in den ehemaligen Monopolbereichen Sprachtelefonie und Übertragungswege Marktanteile erobert. Die IP-Telefonie nimmt maßgeblichen Einfluss auf die weiteren Entwicklungen des Festnetz- und Breitbandmarktes weltweit. Von einer unmittelbar bevorstehenden Umwälzung des Telekommunikationsmarktes und einem Verschwinden des klassischen Festnetzes kann allerdings nicht die Rede sein, zumal VoIP noch nicht ausgereift ist. Voice over IP dürfte aber bereits Einfluss auf die weitere Marktentwicklung von UMTS über den Einsatz von WLAN-Hotspots nehmen, da WLAN-Handys die Internet- Telefonie zu einem Bruchteil der Kosten eines normalen Mobilfunk- Telefonats nutzen können. Outsourcing- Branche Die deutsche Outsourcing-Branche expandiert. Die deutsche Outsourcing-Branche hat sich gut entwickelt und leistet erhebliche Beiträge zur Modernisierung der deutschen Informationswirtschaft in den Anbieter- und Anwenderbranchen, der Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherung von Arbeitsplätzen an heimischen Standorten. Soweit sie Teile ihrer Aufträge aus wirtschaftlichen Gründen an das Ausland weitergibt, muss ihr das unbenommen bleiben. Zwar liegen mittlerweile viele Erfahrungen vor, um Outsourcing-Projekte Erfolg versprechend umzusetzen. Aber nach wie vor ist das Risiko eines Scheiterns angesichts komplexer Projekte erheblich. Erfahrungen zu einem Erfolg versprechenden Outsourcing zu sammeln und zu erproben, die angepassten Erfolgsrezepte auf neue Unternehmensbereiche und kleinere Unternehmensgrößen zu übertragen sowie eine möglichst flächendeckende Verbreitung von Best Practice, das sind Aufgaben, deren sich die öffentliche Hand annehmen sollte. Dazu sollte die öffentliche Diskussion über Outsourcing und Offshoring versachlicht werden und eine Public Private Partnership-Kampagne zugunsten des Attraktiven Wirtschaftsstandortes Deutschlands in Erwägung gezogen werden. Sicherheit IT-Sicherheit ist wachstumsstark. Die IT-Sicherheit gehört zu einer der wachstumsstärksten Teilbranchen der Informationswirtschaft, wenn sie nicht sogar die wachstumsstärkste wird. IT-Sicherheit ist als Querschnittsaufgabe überall dort einzusetzen, wo IKT-Technologien eingesetzt werden. Das bedeutet notwendigerweise eine umfassende Nutzung in den Unternehmungen, in privaten Haushalten sowie im Öffentlichen Sektor. Mittlerweile wird der Sicherheit gebührender Raum in der öffentlichen Diskussion eingeräumt. Aber insbesondere private Computernutzer und dazu viele Unternehmen wissen weiter zu wenig über die bestehenden Gefahren und bewegen sich zu vertrauensselig im Netz. Hier sind verstärkte Anstrengungen vonnöten, den Computernutzern die Risiken der IT- und Internetnutzung verständlich zu machen und sie im Umgang mit Sicherungs- und Abwehrmechanismen zu qualifizieren. Die Förderung von Vertrauen, aber auch die Anhebung der tatsächlichen Sicherheit im Internet beispielsweise über eine flächendeckende Verbreitung digitaler Signaturen, bleiben somit vordringliche Aufgaben.

70 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 70 E-Business Internet- Penetration Sinkende Breitbandkosten Kooperation mit Bildungseinrichtungen Förderung von E-Business. Die deutsche Informationswirtschaft hat sich eine gute Position im E-Business erarbeitet. Dennoch bedarf es einer weitergehenden Anwendung von E-Business in allen Geschäftsprozessen mit einer Integration in umfassende Wertschöpfungsketten. Dies gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Um im E-Business die erarbeiteten Positionen im internationalen Vergleich zu halten und auszubauen, sind die bestehenden Kompatibilitätsprobleme zu lösen und die Mitarbeiter ausreichend auf die erforderlichen Umstellungen vorzubereiten. Internet-Penetration und Anwendung. Die Nutzung des Internets einschließlich der Offenheit gegenüber neuen Anwendungen und der Bereitschaft für E-Commerce in privaten Haushalten ist zu stärken. Vor allem ältere und teilweise sehr kaufkräftige Bürger sind sowohl generell als auch im internationalen Benchmark unterrepräsentiert. Kleine und mittlere Unternehmen weisen einen Rückstand an Internet-Anwendungen insbesondere beim E-Business und beim E-Procurement auf. Der öffentliche Sektor sollte stärker als bisher auf der Internet-Technologie basierende Bürger- und Wirtschaftsdienste verfügbar machen. Senkung der Breitbandkosten. Solches ist notwendig, um den Internet- Zugang zu verbilligen und den Breitbandzugang zu fördern. Kooperation mit Bildungseinrichtungen. Als weitere Chancen sind die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Informationswirtschaft sowie die Förderung der Kooperationspotenziale auf Seiten der Informationswirtschaft in den Bereichen Aus-, Fort- und Weiterbildung zu sehen. Hier stimmt zuversichtlich, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und der Informationswirtschaft von Monitoring -Bericht zu Monitoring -Bericht kontinuierlich verbessert hat. Die damit bestehenden Kooperationspotenziale sind auf Seiten der Informationswirtschaft als bedeutend anzusehen und sollten mehr als bisher genutzt werden, zum Beispiel für die Entwicklung praxisnaher Studiengänge und Ausbildungsordnungen und geeigneter Curricula; darüber hinaus für gemeinsame Ausbildungsoffensiven (für die Wahl des richtigen Studienganges); für Initiativen, Medienkompetenz einschließlich des Umgang mit dem Internet für alle Altersgruppen zur vierten Kulturtechnik (nach Lesen, Schreiben und Rechnen) auszubauen, sowie für die Festlegung und Finanzierung gemeinsamer Forschungsfragestellungen. E-Government Priorität für ein flächendeckendes lebenslagengerechtes E-Government. Hier ergeben sich insbesondere die folgenden Handlungsbedarfe: Statt Informationsdienstleistungen sollten überwiegend Transaktionsdienstleistungen verfügbar gemacht werden. Diese sollten sich an den Lebenslagen der Bürger und den tatsächlichen Bedarfen der Wirtschaft orientieren. Sicherheitsbedenken sollten durch Schaffen von Vertrauen und technisch sichere Lösungen abgebaut werden. Im G2B-Bereich sind die erforderlichen Standardisierungen für den Datenaustausch vorzunehmen.

71 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 71 Die Kundenfreundlichkeit der Angebote ist zu steigern (z.b. Sicherstellung eines Mehrwertes durch vertikale Vernetzung, leichte Navigation, Support immer ansprechbar). Es bedarf einer auf Zielgruppen (Bürger, Wirtschaft) spezialisierten Öffentlichkeitsarbeit, um für die E-Government-Angebote zu werben. Die Verfügbarmachung umfassender lebenslagengerechter E- Government-Dienste möglichst aus einer Hand darf nicht an Verwaltungsgrenzen scheitern. Der bestehende Verbesserungsbedarf sollte kontinuierlich durch die Erhebung von Nutzungsdaten und Messungen der Akzeptanz von Diensten ermittelt werden Die Schwächen der deutschen Informationswirtschaft Sieben Schwächebereiche Es gibt auch Schwächen und Spezifika der Informationswirtschaft speziell in Deutschland, die die zügige Marktentwicklung hemmen. Zu diesen Schwächen zählen insbesondere: die Abhängigkeit der Informationswirtschaft von hoch regulierten Branchen und solchen, die weitgehend von öffentlichen Investitionen abhängig sind, so dass die rasche Durchdringung dieser Branchen mit informationswirtschaftlichen Anwendungen verzögert wird; der Mismatch zwischen nachgefragten und angebotenen Qualifikationen und darüber hinaus bestehender genereller Nachholbedarf im Bereich der Medienkompetenz; Defizite in der Kooperation zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern, insbesondere zwischen den informationswirtschaftlichen Anbietern und dem Public Sector; Defizite in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und öffentlichem Bereich; der zu geringe Wettbewerb zwischen alternativen Breitbandtechnologien, insbesondere die Inanspruchnahme von Kabelmodemanschlüssen für den Internetzugang; die zu geringe Ausstattung mit übertragungssicheren SSL-Servern, die zu Sicherheitsbedenken führen und eine Barriere für E-Commerce bilden; die geringe UMTS-Penetration. Abhängigkeit von hochregulierten Branchen Markterfolg hängt von hoch regulierten Branchen ab. In den sechs Berichtsjahren gaben die informationswirtschaftlichen Entscheider vor allem die folgenden Kundenbranchen mit ihren Nachfragepotenzialen als besonders wichtig an: 1. den Public Sector mit seinen E-Government-Potenzialen; 2. den Gesundheitsbereich mit seinen E-Health-Potenzialen; 3. die Banken und weiteren Finanzdienstleister; 4. die Automobilindustrie und die Verkehrsinfrastruktur; 5. den Umweltbereich; 6. den industriellen Sektor mit seinen Produktionsprozessen sowie 7. die chemische und pharmazeutische Industrie.

72 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 72 Hier fällt auf, dass fünf der sieben wichtigsten informationswirtschaftlichen Kundenbranchen dem öffentlichen Bereich angehören oder hoch reguliert und/oder weitgehend von öffentlichen Investitionen abhängig sind. Ausnahmen sind die Banken und weiteren Finanzdienstleister sowie der industrielle Sektor mit seinen Produktionsprozessen beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau. Für öffentliche, semi-öffentliche und hoch regulierte Branchen gilt, dass sie einer konjunkturellen Schwächung des privaten relativ unregulierten Sektors vielleicht mit einer zeitlichen Verzögerung folgen, dann jedoch die konjunkturelle Schwäche tiefer ausfallen und länger anhalten kann. Zudem kann eine hohe Regulierungsdichte Aufträge verzögern oder sogar eine Vergabe von Aufträgen vereiteln, so dass auch auf diese Weise die Auftragslage der deutschen Informationswirtschaft beeinträchtigt werden kann. Die Relevanz dieses Zusammenhanges wurde immer wieder daran deutlich, dass die höchsten Nachfragepotenziale für E-Government und E-Health diagnostiziert wurden. Vorübergehend galt den Experten E- Government sogar als aussichtsreichster Geschäftsbereich. Gleichzeitig wurde jedoch festgestellt, dass ausgerechnet diese Nachfragepotenziale am wenigsten ausgeschöpft werden. Somit wird verständlich, wenn die Experten in sechs Berichtsjahren im eigenen Interesse immer wieder an vorderster Stelle die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung einschließlich einer mittelfristigen finanziellen Verpflichtungsfähigkeit verlangten, um auf diese Weise zu einem handlungs- und kurzfristig handlungsfähigen Partner auf der Nachfrageseite zu kommen; eine weitgehende Deregulierung nicht nur in der Telekommunikation, sondern in allen wichtigen Nachfragebranchen forderten, um auf diese Weise eine verstetigte und größere Nachfrage sicherzustellen. Mismatch nachgefragter und angebotener Qualifikationen Strukturelles Ungleichgewicht zwischen nachgefragten und angebotenen Qualifikationen. Mangelnde Medienkompetenz. Das einst weltweit anerkannte deutsche Aus- und Weiterbildungssystem erleidet seit sechs Jahren bei der deutschen Informationswirtschaft einen kontinuierlichen Akzeptanzverlust. Derzeit wird das System des Qualifikationserwerbs von der Informationswirtschaft gerade noch positiv bewertet. Um das Jahr 2000 schien es einen einzigen Engpass zu geben, der dem ungebremsten Wachstum der Informationswirtschaft entgegenstand. Die benötigten Qualifikationen waren nicht verfügbar. Das hatte aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene vor allem damit zu tun, dass die Bildungseinrichtungen die benötigten Qualifikationen nicht oder in einem nicht ausreichenden Maße zur Verfügung stellten. Dies änderte sich in der Krise der New Economy und den Folgejahren, da Beschäftigung abgebaut und nicht aufgestockt wurde. Gegenwärtig werden seitens der Informationswirtschaft keine gravierenden Rekrutierungsprobleme gemeldet. Gleichwohl liegt eine Vielzahl von Indizien aus einem Befragungszeitraum von sechs Jahren vor, nach denen das strukturelle Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen nach wie vor besteht. In den kommenden Jahren werden sich die bestehenden strukturellen Defizi-

73 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 73 Medienkompetenz Kooperation Anbieter und Anwender Kooperation Wirtschaft und Politik te angesichts der demographischen Entwicklung und der Entscheidungen vieler Studierenden für andere als informationswirtschaftliche Disziplinen verschärfen. Allerdings darf das Ausbildungssystem an Hochschulen und Berufsschulen nicht von den weiteren Bildungseinrichtungen (insbesondere den Schulen) im Stich gelassen werden. Mittlerweile setzt die Mehrheit der Arbeitsplätze Medien- und IKT-Kompetenz voraus. Dafür müssen die notwendigen Grundlagen in den Schulen gelegt werden. Wie die Sekundärmarktforschung gezeigt hat, sind insbesondere die skandinavischen Länder in der Vermittlung der Medienkompetenz in Schulen führend. Zu den dringlichsten Aufgaben gehören hierzulande die Integration der IKT- Kompetenz in die schulische und berufliche Ausbildung sowie die fortlaufenden Aktualisierung dieser Kompetenzen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Dies gilt umso mehr, als Medien- und IKT-Kompetenz auch außerhalb beruflicher Aktivitäten immer wichtiger werden. Kooperation von Anbietern und Anwendern vonnöten. In mehreren Monitoring -Umfragen wurde die Existenz universaler und gravierender Kooperationsprobleme zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern praktisch ohne jede Gegenstimme bestätigt. Dies galt auch für mehrere Workshops, die im Rahmen des Monitoring -Projektes durchgeführt wurden und auf denen die informationswirtschaftlichen Anbieter und Anwender eine besondere Bereitschaft bekundeten, sich an Initiativen zu beteiligen, die geeignet sind, die bestehenden Kommunikations- und Kooperationsprobleme zu verringern Diese Schwäche trifft die deutsche Informationswirtschaft insoweit besonders, als sie in branchenübergreifenden, -spezifischen und unternehmensindividuellen Anwendungen zumindest prinzipiell über Vorteile im internationalen Wettbewerb verfügt. Die Gründe für die Schwächen der Kooperation zwischen den informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern sind nach den vorliegenden Ergebnissen sowohl auf der Anbieter- als auch auf der Anwenderseite sowie im Kooperationsprozess zu suchen. Eine Förderung des Kooperationsbereiches ist auch deshalb geboten, weil die Informationswirtschaft besonders durch gemeinsame Innovationsinitiativen unter Einbeziehung von Forschung, Verbänden und politischer Förderung vorangebracht werden kann. Deren Erfolgschancen steigen, wenn sie auf eine funktionsfähige Kooperationsinfrastruktur auf Teilbranchen- und einzelwirtschaftlicher Ebene zurückgreifen kann. Kooperation zwischen Wirtschaft, Politik und öffentlichem Bereich optimieren. Die Informationswirtschaft ist in vielfältiger Hinsicht von Politik, Verwaltung und dem gesamten öffentlichen Bereich abhängig. Die Zusammenarbeit in diesen Bereichen wird von der Informationswirtschaft nach allen vorliegenden Befragungsergebnissen als unzureichend empfunden. Dies führt dazu, dass die Informationswirtschaft die bestehende Kooperation mit Politik und öffentlichem Bereich zwar nicht unbedingt negativ, aber im zeitlichen Verlauf instabil bewertet. Ähnlich wie beim Handlungsfeld der Zusammenarbeit zwischen Anbietern und Anwendern versprechen auch hier Tätigkeiten hohe Returns on Investment in der Form beachtlicher Output- und Effizienzgewinne sowie Kostenverringerungen, ohne dass notwendigerweise ein hoher finanzieller

74 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 74 Aufwand entsteht. Beispiele für mögliche Aktivitäten sind die Einrichtung von Gesprächskreisen und weitere vertrauensbildende Maßnahmen, gemeinsame Aktivitäten in der Öffentlichkeitsarbeit sowie der gemeinsame Aufbau von Public Private Partnerships. Rückkanal Kabelnetz SSL-Server UMTS Das Kabelnetz rückkanalfähig gestalten. Das Wettbewerbspotenzial ist im Kabel zu finden. Dies zeigen die Beispiele Frankreich, Großbritannien, Österreich und Estland zeigen, die durch eine Kombination konkurrierender Infrastrukturen eine relativ hohe Breitbandversorgung erreichten. Auch die Entbündelung von Festnetz- und DSL-Anschluss brächte eine nachhaltige Verbesserung der Penetration auch wenn durch letzteres die Preise für DSL steigen können. Voraussetzung für eine verbesserte Breitbandpenetration ist neben DSL der konsequente Ausbau der Rückkanalfähigkeit der bestehenden TV-Kabelanschlüsse in Verbindung mit einer attraktiven Tarifgestaltung. Das riesige Potenzial des Kabels wird zu wenig genutzt. SSL-Server Penetration. Um die Kaufzurückhaltung beim E-Commerce aus Gründen von Sicherheitsbedenken zu verbessern, muss die Penetrationsrate übertragungssicherer SSL-Server erhöht werden. Ein weiterer Wachstumsschub lässt sich durch UMTS, den Mobilfunk- Standard der dritten Generation, auslösen. Noch sind die Übertragungsquoten und Penetrationsraten zu gering. Dieser erlaubt deutlich höhere Datenübertragungsraten, ermöglicht multimediale Anwendungen für Notebooks und Handys und ist für Triple Play-Angebote interessant Die Risiken der deutschen Informationswirtschaft Vier Risikobereiche Es gibt auch Risiken, die nicht durch die Informationswirtschaft auf der einzelwirtschaftlichen Ebene unmittelbar zu beeinflussen sind. Dazu zählen insbesondere: die konjunkturelle und wirtschaftsstrukturelle Lage und Entwicklungen; die Innovations- und Investitionstätigkeit in den wichtigen Anwenderbranchen, die nicht nur durch konjunkturelle und wirtschaftsstrukturelle Faktoren bestimmt werden; die Wettbewerbsfähigkeit der Informationswirtschaft auf den internationalen Märkten sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Konjunkturelle Abhängigkeit Abhängigkeit von der konjunkturellen Lage. Gerade die besonderen Erfolge der Informationswirtschaft haben zu einer besonderen Abhängigkeit von der wirtschaftlichen und konjunkturellen Lage in den Kundenbranchen und in der Tendenz zu besonderen Anfälligkeiten geführt. Darüber sollte auch die gegenwärtige Stimmung der informationswirtschaftliche Entscheidungsebene nicht hinwegtäuschen, die zu einem guten Teil auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und auf ein Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen ist.

75 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 75 Die befragten Experten trugen diesen Zusammenhängen Rechnung, indem sie in allen Umfragen seit dem Jahr 2000 Auftragslage und Nachfrage zu einem der wichtigsten Determinanten des Allgemeinen Geschäftsklimas und Beschäftigungsklimas erhoben und die unter ihnen mehrheitsfähige Ansicht vertraten, dass die beste Förderung der Informationswirtschaft eine gute allgemeine Wirtschaftspolitik ist. Investitionsrückstand... Innovationsrückstand und Investitionsstau. Weitere Anfälligkeiten und Nachfrageschwächen werden sichtbar, wenn sich die Innovationspotenziale in einer Reihe informationswirtschaftlicher Teilmärkten erschöpfen und nicht genügend junge informationswirtschaftliche Teilmärkte vor dem Take-off stehen. Seit Jahren leidet die deutsche Gesamtwirtschaft an einer binnenwirtschaftlichen Nachfrageschwäche, die unter anderem konjunkturell bedingt ist. Von dieser Nachfrageschwäche ist die Informationswirtschaft als Anwenderbranche nicht verschont geblieben. In diesem Zusammenhang sprachen die befragten Experten auch von einem Investitionsstau und von einer Investitionssperre. Nach allen Ergebnissen und Kennzahlen in sechs Trendumfragen ist die Informationswirtschaft nach wie vor eine hochinnovative Branche. Allerdings gibt es Anzeichen, dass das langfristige Innovationspotenzial der Informationswirtschaft in Teilen rückläufig ist:... und Investitionsstau Trotz gutem und nach den bestehenden Erwartungen blendendem Allgemeinen Geschäftsklima und Beschäftigungsklima gingen die Experten 2005 häufiger auf Restrukturierungs- und Konsolidierungsprozesse sowie auf Phänomene des Preiswettbewerbs statt auf neue Geschäftsbereiche sowie neue Produkte und Dienste ein. Das ist ein Zeichen dafür, dass eine Reihe informationswirtschaftlicher Teilmärkte von dem Innovations- in den Preiswettbewerb übergegangen ist. Im dritten Jahr nacheinander haben sich die Durchschnittsbenotungen für aussichtsreiche Geschäftsbereiche insgesamt gesehen verschlechtert. Wenn die informationswirtschaftliche Infrastruktur in Deutschland in den letzten Jahren teilweise gegenüber ihren stärksten internationalen Wettbewerbern zurückgefallen ist, so hat dies auch damit zu tun, dass sich diese Infrastruktur angesichts eines relativ niedrigen Investitionsniveaus in den privaten und mehr noch in den semi-öffentlichen und öffentlichen Branchen nur mit einer zeitlichen Verzögerung und langsamer als in den wichtigsten Wettbewerbsländern erneuert. Investitionen hängen nicht zuletzt von den möglichen Innovationen ab. Auch die befragten informationswirtschaftlichen Entscheider haben in mehreren Umfragen die Bedeutung einer staatlich geförderten Forschung und damit auch die Grundlagenforschung sehr hoch eingeschätzt. Ein Sonderforschungsprogramm für die IKT-Branche oder allgemeiner für die Informationswirtschaft unter Einbeziehung der Grundlagenforschung und unter besonderer Berücksichtung von Schnittmengen zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung würde die Investitionsneigung der informationswirtschaftlichen Anbieter- und Anwenderbranchen auf mittlere und längere Sicht bedeutend erhöhen.

76 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 76 Rückgang internationaler Wetbewerbsfähigkeit Rückgang internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Zu Beginn der Berichtszeiträume verfügte die deutsche Informationswirtschaft auf den internationalen Märkten über eine mittlere Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings musste sie sich auf einer Vielzahl von Teilmärkten nicht nur mit einer zum Teil drückend überlegenen USA, sondern auch mit den Informationswirtschaften anderer Länder häufig insbesondere Großbritannien, Japan und den skandinavischen Ländern, in einer Reihe von Teilmärkten aber auch mit weiteren Ländern, wie in der Sekundärforschung dargestellt messen. Gleichwohl vermochte die deutsche Informationswirtschaft auf einer ganzen Reihe informationswirtschaftlicher Teilmärkte mitzuhalten und verfügte sie beispielsweise bei branchenübergreifenden und branchenspezifischen Anwendungen über besondere Stärken. Von sind aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene geradezu dramatische Veränderungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit nach Weltregionen eingetreten: Die USA konnte ihre erdrückende Dominanz in nahezu allen informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen aufrechterhalten und gegenüber Europa noch ausbauen. Dies zeigt auch die Benchmark-Analyse zum jeweils Klassenbesten weltweit. Das außerjapanische Ostasien setzte zu einem Siegeszug ohnegleichen an und hat in sechs Jahren die Plätze mit dem seinerzeit nach dem USA führenden Europa praktisch getauscht. Es ist anzunehmen, dass das außerjapanische Ostasien seinen Vorsprung gegenüber den europäischen Ländern in einer Vielzahl informationswirtschaftlicher Geschäftsbereiche ausbauen wird. Japan hat seine internationale Wettbewerbsfähigkeit gegenüber allen Ländern und Weltregionen mit Ausnahme des außerjapanischen Ostasiens vergrößert. Es zeichnet sich ein bedeutender Aufstieg Indiens ab. Der große Verlierer der letzten sechs Jahre ist Europa. Davon sind noch am ehesten die skandinavischen Länder (z.b. in den Bereichen E-Government und E-Health und bei der Internet-Nutzung) auszunehmen. Deutschland hat gleichfalls Rückgänge in seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit hinnehmen müssen. So wurden in der Umfrage für den 6. Trendbericht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen im Durchschnitt fast eine halbe Note schlechter bewertet als die wirtschaftlichen Aussichten dieser Geschäftsbereiche. Selbst wenn Deutschland im europäischen Vergleich Stärken zeigt, so muss dieses Ergebnis doch häufig in einem internationalen Vergleich relativiert werden. Es kommt erschwerend hinzu, dass der für die deutsche Informationswirtschaft so wichtige Absatzmarkt Europa weltweit an Bedeutung verloren hat. Angesichts dieser Entwicklungen stellt die politische Absicht, in den nächsten Jahren zu den führenden europäischen Nationen zu zählen, in der Informationswirtschaft wieder ein ehrgeiziges Ziel dar und muss sich Deutschland auch an den USA und Japan orientieren, wenn es nicht ge-

77 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 77 meinsam mit dem weiteren Europa absteigen will. Auch dürfte Deutschland eine Menge von den skandinavischen Ländern lernen können. Rechtspolitik Rechtspolitischer Modernisierungs- und Anpassungsbedarf. Wichtige Aufgaben des Gesetzgebers in naher Zukunft sind: die Neufassung der Medienordnung (bei fortschreitender Digitalisierung der Rundfunkübertragung); die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung des Urheberrechts; die weitergehende Klärung von Fragen des Datenschutzes (zum Beispiel für RFID-Anwendungen); Regelungen für das Digital Rights Management sowie der Schutz der Unternehmen und Verbraucher vor Computerkriminalität und Missbrauch des Internets. Bei der Internetkriminalität sollten alle Erfolg versprechenden Ansätze, die internationale Zusammenarbeit zu fördern, unterstützt werden Ableitung des Handlungsbedarfs Expertensicht Aus Sicht der Expertenbefragungen im Rahmen des Trendberichts ergeben sich für die infrage kommenden Politikbereiche unterschiedliche Dringlichkeitsgrade für das politische Handeln. Die oberen Prioritätensetzungen sind in sechs Trendumfragen nahezu unverändert geblieben. Top Bereiche: 1. Modernisierung der Verwaltung; 2. Schaffung optimaler informationswirtschaftliche Rahmenbedingungen; 3. Förderung von Medienkompetenz - Qualifizierungspolitik, 4. Förderung informationswirtschaftlicher Forschung und Entwicklung unter Einbeziehung der Grundlagenforschung; 5. IT-Sicherheit (Unternehmen, Internet). Nachgeordnete Bereiche: 6. Förderung der Marktentwicklung und hier vor allem Existenzgründungsförderung; 7. E-Business in höheren Ausbaustufen insbesondere in KMUs; 8. Mobilfunk- und Internetzugangskosten senken; 9. Förderung mobiler Internetzugänge; 10. Digital Divides abbauen. Sonstige Aufgabenbereiche: 11. Verbesserung der Kommunikation und Kooperation zwischen Informationswirtschaft und Politik; 12. Deregulierung von Anwenderbranchen; 13. Verbesserung der Kooperation zwischen Anbietern und Anwendern.

78 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 78 Nach diesen Ergebnissen kommt es aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene vor allem auf eine Förderung der Nachfrageseite an. Das entspricht nicht unbedingt den gängigen Forderungen der informationswirtschaftlichen Interessenvertretungen noch der gängigen ausdrücklich auf die Informationswirtschaft bezogenen wirtschaftspolitischen Praxis. Die Informationswirtschaft verfügt durchaus über entschieden auftretende Interessenvertretungen. Soweit es um die direkte Förderung der Angebotsseite geht, bestehen zwischen den Forderungen der informationswirtschaftlichen Interessenverbände und den aus den Monitoring - Projekt zu ziehenden Handlungsfeldern bei allen unterschiedlichen Akzentsetzungen weitgehende gemeinsame Schnittmengen. Eine stärkere Integration der Probleme der Nachfrageseite in die informationswirtschaftliche Interessenvertretung wäre aber aus der Sicht der Experten von Vorteil für die Branche. Bewertung aus Sekundärforschung Der Faktenbericht enthält erstmals für die im Methodenbericht definierten Kernindikatoren eine Berechnung von Indexwerten, die es erlauben, Deutschland im globalen Benchmark zu positionieren. Die Daten repräsentieren unterschiedliche Größen, unter anderem Bestandsdaten, Penetrationsdaten, Umsätze, Ausgaben und Preise. Bei der Indexwertbildung erhält das jeweils beste Land oder die beste Weltregion innerhalb der Vergleichsgruppe den Wert 100. Die 28 wichtigsten Indikatoren geben einen ersten Eindruck über die Positionierung Deutschlands im globalen Benchmark. Stärken sind (Indexwert >75): Größe und Bedeutung der IKT- und Online-Content-Industrie; E-Commerce (B2B und B2C), Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr; Nutzung von E-Procurement in Unternehmen (2004) verbunden mit einer Internet-Zugangsdichte in Unternehmen ab zehn Beschäftigten, die bereits die Sättigungsgrenze erreicht; hohe Nutzerpenetration im E-Commerce in der Bevölkerung; eine sehr gute Mobilfunk-Infrastruktur. Chancenreich für die Informationswirtschaft sind (Indexwert 50-74): steigende Pro-Kopf Ausgaben für IKT sowie weiterhin zunehmender Anteil der IKT-Ausgaben am BIP - Auflösung des Investitionsstaus; Verbesserung der Breitband- bzw. DSL-Penetration in Unternehmen aller Größenklassen; Förderung der Internet-Penetration in der Bevölkerung und in Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten; Vergrößerung des Online-Angebots von E-Government-Diensten; Steigerung der E-Business Aktivitäten von Unternehmen auf höchsten Ausbaustufen; Senkung der Zugangskosten zum Internet (z.b. DSL).

79 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 79 Nachholbedarf besteht bei (Indexwert 26-49): Steigerung des E-Commerce Anteils am Gesamtumsatz der Unternehmen durch Ausbau höherer E-Business Stufen; steigender E-Commerce Umsatz je Einwohner, gestützt durch IT- Sicherheit und das Angebot hochwertigen Contents; stärkere Inanspruchnahme von E-Government-Diensten; Breitbandpenetration in der Bevölkerung; PC-Penetration in der Bevölkerung; W-LAN Hotspot-Penetration. Schwächen bestehen bei (Indexwert 25 und darunter): Kabelmodempenetration in der Bevölkerung; SSL-Server-Penetration; UMTS-Penetration in der Bevölkerung;

80 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 80 Abbildung XXXV Die Performance der deutschen Informationswirtschaft 2005 Informationswirtschaft: Markt Wachstum IKT-Umsatz 2004/ E-Commerce-Umsatz je Einwohner in Euro Pro-Kopf-Ausgaben für IKT in Euro Anteil der IKT-Ausgaben am BIP Online Content-Umsatz je Einwohner Wachstum B2C-E-Commerce-Umsatz 2004/05 Wachstum B2B-E-Commerce-Umsatz 2004/05 Infrastruktur Kabelmodemanschlüsse in % der Bevölkerung UM TS-Nutzer in % der Bevölkerung SSL-Server pro Einwohner Breitbandanschlüsse in % der Bevölkerung W-LAN Hotspots je Einwohner Anzahl PCs pro 100 Einwohner DSL-Anschlüsse in % der Bevölkerung Kosten für DSL-Zugang in Euro 2004 Breitbandanschlüsse in % der Unternehmen M obilfunkanschlüsse in % der Bevölkerung Internet-Penetration Internet-Penetration in % der Haushalte Internet-Penetration in % der Bevölkerung Internet-Zugang in % der Unternehmen (mind. 10 M itarbeiter) Anwendungen E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz der Unternehmen in % Online-Verkauf in Unternehmen 2004 in % Nutzung von E-Procurement in Unternehmen in % 2004 Unternehmen mit Website in % E-Commerce-Nutzer in % der Bevölkerung E-Government Nutzung von E-Government-Diensten in Unternehmen in % Online-Verfügbarkeit von E-Government-Diensten in % 2004 Nutzung von E-Government-Diensten von Privatpersonen in % Alle Daten, sofern nicht anders angegeben, beziehen sich auf das Jahr Index: Bester = 100

81 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark Ein Zehn-Punkte-Programm Aus den Ergebnissen aus Fakten- und Trendberichten ergibt sich das folgende mögliche Zehn-Punkte-Programm für das politische Handeln. Die einzelnen Bereiche sind nicht nach Dringlichkeit geordnet, auch wenn sich die eine oder andere Priorisierung aufdrängen mag. Eine Weiterentwicklung der Vorschläge in Richtung Priorisierung, Konsistenz und weitergehender Konkretisierung sollte im Zusammenhang mit Expertenworkshops erfolgen. Modernsierung des öffentlichen Bereiches 1. Modernisierung des Öffentlichen Sektors unter besonderer Berücksichtigung seiner Rolle als Kunde und Partner der Informationswirtschaft bestehende E-Government Initiativen zügig und ohne Abstriche auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene umsetzen; Überwindung föderaler Grenzen und Förderung der verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften Ausschöpfung von Rationalisierungspotenzialen; Sicherstellung flächendeckender, lebenslagengerechter bürgerfreundlicher Dienste auf allen Ebenen; Angebot von Transaktionsdienstleistungen, nicht von reinen Informationsdienstleistungen; Förderung der Serviceorientierung und Medienkompetenz der Mitarbeiter des Öffentlichen Sektors; Erarbeitung von Standardisierungen zum Datenaustausch bei G2B- Interaktionen; Erarbeitung eines Masterplans zur Modernisierung des Gesundheitswesens unter anderem über informationswirtschaftliche Anwendungen; Förderung von Public Private Partnerships zum Beispiel in den Bereichen E-Government, E-Health und Verkehrsinfrastruktur; zielgerichtete PR und Öffentlichkeitsarbeit, um für die E-Government und zum Beispiel präventiven E-Health-Angebote zu werben - Anreize zur weitergehenden Nutzung bieten; kontinuierliche Messungen der Akzeptanz und Nutzung öffentlicher Dienstleistungen, um diese gemäß der bestehenden Bedarfe weiterzuentwickeln; Sicherheitsbedenken durch Schaffen von Vertrauen und technisch saubere Lösungen abbauen. Optimale Rahmenbedingungen für die Informationswirtschaft 2. Sicherstellung fördernder Rahmenbedingungen des Marktes unter besonderer Berücksichtigung informationswirtschaftlicher Interessen Allgemeine Wirtschaftspolitik, z.b. Effektuierung des Steuersystems, Verringerung der Steuerbelastung, Entbürokratisierung von Vergabeund Bewilligungsprozessen; Deregulierung des Telekommunikationsmarktes nach den Zielen intensiver und auch für Newcomer fairer Wettbewerb; Sicherstellung optimaler Rahmenbedingungen für hohe Investitionsund Innovationstätigkeit; Deregulierung wichtiger informationswirtschaftlicher Anwenderbranchen;

82 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 82 Deregulierung des Arbeitsmarktes; International wettbewerbsfähige Preise bei Internetzugangs- und Mobilfunkkosten; Förderung der Versachlichung der Diskussion um Outsourcing, Nearshoring und Offshoring; Konzentration der Forschungs- und Technologieförderung auf Konvergenzprozesse F&E für Produkte und Verfahren der ubiquitären Nutzung fördern; Rechtspolitik: Modernisierung der Medienordnung, Fragen des Digital Rights Management aufnehmen, technische Standards (z.b. Rundfunkstandards) bei Triple Play festlegen, Modernisierung der Vorschriften für die audiovisuellen Mediendienste, Aktualisierung des Rechtsrahmens für elektronische Kommunikation. Integration der Nachfrage 3. Stärkere Berücksichtigung und Integration der Nachfrageseite in die informationswirtschaftliche Förderung Förderung und Stabilisierung einer hohen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, insbesondere in den wichtigen informationswirtschaftlichen Anwenderbranchen; Sicherstellung einer hohen und stabilen informationswirtschaftlichen Nachfrage im öffentlichen und semi-öffentlichen Bereich; Schließung der Investitions- und Technologielücke im öffentlichen und semi-öffentlichen Bereich. Modernisierung der informationswirtschaftlichen Infrastruktur Förderung der Nachfrage nach breitbandigen Internet-Anschlüssen mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten besonders in der Bevölkerung, um eine flächendeckende Versorgung in Wirtschaft und privaten Haushalten sicherzustellen; Wettbewerb zwischen DSL und Kabelnetzen fördern und so eine hohe Versorgungsdichte erreichen; Entwicklung und Förderung mobiler Internet-Zugangstechnologien (Wimax, UMTS); Entwicklung und Erprobung von Triple Play-Angeboten; Förderung der Digitalisierung audiovisueller Medien ( Digitaler Rundfunk, digitales Fernsehen ) und darauf aufbauender Dienste; Penetration von PCs in Schulen, privaten Haushalten und kleinen Unternehmen fördern; Förderung der Internet-Penetration in der Bevölkerung und in Kleinstunternehmen. Qualifikationsbedarf nachkommen 4. Modernisierung der informationswirtschaftlichen Infrastruktur in strategisch wichtigen Bereichen 5. Aufhebung des strukturellen Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen in engem Zusammenwirken zwischen Bildungseinrichtungen und Informationswirtschaft Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl an Absolventen in informationswirtschaftlich relevanten Berufen und Studiengängen; Sicherstellung einer ausreichenden und angemessenen Praxisnähe in Schulen und Hochschulen; Flexibilisierung von Ausbildungsordnungen und Studiengängen in Abhängigkeit von den sich rapide wandelnden Anforderungen in der Informationswirtschaft;

83 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 83 Transfer erprobter Kooperationsmodelle mit der Informationswirtschaft von den privaten Bildungsanbietern zu den öffentlichen Bildungseinrichtungen. Medienkompetenz 6. Offensive zur allgemeinen Anhebung der Medienkompetenz in enger Kooperation zwischen Politik, Bildungseinrichtungen und Informationswirtschaft flächendeckende Vermittlung von Medienkompetenz in den Schulen (unter anderem technische Voraussetzungen, Teaching the teachers, Verankerung der vierten Kulturtechnik in den Medien, Verbreitung von Best Practice, Erfahrungsaustausch über Netzwerke); flächendeckende Vermittlung und Verbesserung von Medienkompetenz an Hochschulen und Berufsschulen; Einbeziehung der vierten Kulturtechnik Internet in neue Ausbildungsund Berufsordnungen; begleitende Maßnahmen: Public-Private-PR-Initiative zugunsten von neuen Technologien, neuen Anwendungen und Medienkompetenz; Internet-Zugang für alle: Chancengleichheit und gleiche Teilhabe für Männer und Frauen und andere benachteiligte Gruppen nach Alter, Bildung und Einkommen. Finanzierungsmöglichkeiten für KMUs 7. Sicherstellung ausreichender Finanzierungsmöglichkeiten unter besonderer Berücksichtigung der Mittelstands- und E- xistenzgründungsförderung einschließlich weiterer Möglichkeiten der KMU- und Gründungsförderung Sicherstellung ausreichenden Risikokapitals; Förderung von Gründungszentren und Innovationsschwerpunkten im High Tech-Bereich u.u. in Verbindung mit Spin offs an Hochschulen; Ausbau der Finanzierungsmöglichkeiten von kleinen und mittleren Unternehmen außerhalb des konventionellen Bankensystems; Qualifizierungsoffensive für Existenzgründer sowie mittelständische Unternehmer; Förderung von Lösungen zur Optimierung interner Effizienz in KMUs; Förderung einer Verbesserung außenhandelspolitischer Beratung und Hilfen bei Expansion kleiner und mittlerer Unternehmen auf die europäischen und internationalen Märkte. Förderung von KMUs 8. Förderpolitik: Branchenübergreifende, bereichsbezogene und branchenspezifische Anwendungen Förderung von Produktivitäts- und Innovationsbündnissen zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern; geeignetes Investitionsklima schaffen, um Forschung und Entwicklung für Informations- und Kommunikationstechnik zu erhöhen; Förderung von Konvergenzprozessen; Förderung des Erreichens höherer E-Business-Ausbaustufen (bis zur Transaktion); bessere internationale Positionierung deutschen Online Contents durch Förderung automatischer Übersetzungssysteme und Beteiligung an internationalen Digitalisierungsprojekten; Förderung von RFID im Handel sowie im Zusammenhang mit der Op-

84 Die deutsche Informationswirtschaft im internationalen Benchmark 84 timierung von Wertschöpfungsketten; Förderung der Optimierung insbesondere nicht-standardisierbarer Outsourcing-Lösungen. Sicherheit 9. Förderung von IT- und Internet-Sicherheit Vertrauen und Sicherheit in die verfügbaren Netze und Angebote des Internet fördern; Verstärkung des Sicherheitsbewusstsein im Mittelstand und bei den privaten Haushalten fördern Qualifizierungen im Umgang mit Sicherheits- und Abwehrmechanismen; SSL-Server-Penetration erhöhen; Effektuierung der Strafverfolgung von Produktpiraterie und Internet- Kriminalität insbesondere durch internationale Zusammenarbeit Kooperation Anbieter/ Anwender 10. Kommunikations- und Kooperationsprobleme zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern eliminieren Verbände, Marktführer und Multiplikatoren für ausgewählte informationswirtschaftliche Teilmärkte zusammenbringen und Organisation von Workshops, um die Teilnehmer ihren eigenen Kooperationsweg finden zu lassen; Sammlung, Erprobung und Verbreitung von Best Practice innerhalb informationswirtschaftlicher Teilbranchen; besonderes Augenmerk auf den öffentlichen und semi-öffentlichen Bereich, da hier die Kommunikations- und Kooperationsprobleme besonders gravierend sind. Zusammenfassend lässt sich das Jahr 2005 mit Bruno Lamborghini wie folgt beschreiben: The year 2005 has represented the Year One of a new technological cycle - with the name of digital convergence, a scenario forecast a long time ago but now becoming a reality.

85 Zusammenfassung des Trendberichts 85 Zusammenfassung des Trendberichts 2. Zusammenfassung des Trendberichtes 2.1 Methodologie Bilanzierungen des Monitoring- Projektes nach drei und fünf Projektjahren Zusammenfassende Bewertung von Piller/Tasch Was wurde erreicht? Bilanzierungen des Monitoring -Projektes nach drei und fünf Projektjahren. Zur Methodologie des Forschungsprojektes liegen zwei Veröffentlichungen vor: Frank Piller/Andreas Tasch, Gutachten zum Forschungsprojekt Monitoring Informationswirtschaft, München 2003; TNS Infratest/Institute for Information Economics, Methodologiebericht Methodologische Grundlagen und Erfahrungen im Projekt , München/Hattingen, September Im Rahmen einer unabhängigen wissenschaftlichen Evaluierung nahmen Piller/Tasch (TU München) im Jahre 2003 in ihrer Zusammenfassung die folgende Bewertung vor: 2003 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das sich auf dem Weg befindet, zu einem stets aktuellen empirischen Grundlagenbericht für die Informationswirtschaft und die universitäre Lehre im deutschsprachigen Raum zu werden. Die Verbindung aus der Sekundäranalyse vorhandener Studien und der jährlichen Expertenbefragung liefert ein umfassendes wie detailliertes Bild der internationalen Stellung der deutschen Informationswirtschaft sowie der aktuellen Chancen und Barrieren in diesem Bereich. Das ist umso bedeutsamer, als die amtliche Statistik für die Informationswirtschaft noch immer keine adäquate Lösung gefunden hat. Hier kann das Vorreiterfunktionen übernehmen und wenigstens teilweise eine bedeutende Lücke schließen (Seite 26). Methodologie- Bericht 2005 Zusammenfassung aus der Sicht des Trendberichtes In dem 2005 erschienenen Methodologie-Bericht stellte das Projektteam systematische Bezüge zwischen dem Projekt und dem Stand der methodologischen Grundlagenforschung her, erörterte die herangezogenen und weiterentwickelten Instrumente in den Bereichen Konzeptualisierung, Datenerhebung, Interpretation, Präsentation und Verbreitung und zog im Kapitel Zusammenfassung nach fünf Projektjahren eine Bilanz, was aus eigener Sicht erreicht wurde. Diese Bilanz ist in der gemeinsamen Methodological Summary von Fakten- und Trendbericht im Kapitel 3.1 weitgehend wiedergegeben. Aus einer weniger systematischen Sicht lässt sich das, was in mehr als fünf Projektjahren erreicht wurde, wie folgt aus der Perspektive des Trendberichtes zusammenfassen: umfassendes Stimmungs- und Meinungsbild der deutschen Informationswirtschaft zu allen sie interessierenden Fragen im zeitlichen Wandel; Entwicklung und kontinuierliche Fortschreibung einfacher, aber bewährter methodologischer Instrumente und Lösungen (beispielsweise

86 Zusammenfassung des Trendberichts 86 für die Auswertung offener Fragen); zuverlässiger Barometer für das Geschäftsklima und Beschäftigungsklima mit prognostischem Wert; langfristige Vergleichsmöglichkeiten der Entwicklungen beispielsweise in den Bereichen Allgemeines Geschäftsklima, Qualifikationsklima, aussichtsreiche Geschäftsbereiche, internationale Wettbewerbsfähigkeit, voraussichtliche Durchbrüche in Forschung und Entwicklung sowie prioritäre politische Aufgabenbereiche und politischer Handlungsbedarf ; Entdeckung neuer Fragestellungen und Zusammenhänge sowie Erstellung erster Bezugsrahmen für neue Themen; Ableitung pragmatischer Schlussfolgerungen für die Strategien der Unternehmen, das politische Handeln und die weitere Entwicklung der Bildungseinrichtungen; Bestätigung und Vertiefung der Ergebnisse durch Workshops; nahezu flächendeckendes Erreichen der Informationswirtschaft und der weiteren interessierten Öffentlichkeit mit den Monitoiring - Ergebnissen über Internet-Download-Möglichkeiten, Medienarbeit und eigene Veröffentlichungen. Inhalte des Methodologie- Berichtes 2006: Methodologie-Workshop und Endfassung des Methodologie- Berichtes Entwicklung des Fragebogens Die im Methodologie-Bericht im Einzelnen behandelten Fragen sind in Tabelle 1 wiedergegeben. Der speziell an diesen Fragen Interessierte sei auf den Methodologie-Bericht und an die Mitglieder des Projektteams verwiesen. Spezifika des 6. Trendberichts. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Verbänden und weiteren informationswirtschaftlichen Einrichtungen wurde bei der Erarbeitung des 6. Trendberichtes fortgesetzt. Die Zusammenarbeit wurde vor allem mit der Initiative D21 und dem Linux-Anbieterverband intensiviert. Mit der Initiative D21 soll in diesem Jahr eine gemeinsame Veranstaltung durchgeführt werden. Allen Kooperationspartnern soll Gelegenheit gegeben werden, an dem für dieses Jahr (2006) vorgesehenen Methodologie-Workshop auf der Basis des Methodologie-Berichtes voraussichtlich in Berlin mitzuwirken. Zusätzlich werden alle Experten zu gewinnen versucht, die in den letzten Jahren in der methodologischen informationswirtschaftlichen Diskussion hervorgetreten sind. Die Ergebnisse des Workshops werden zu einer Fortschreibung des Methodologie-Berichtes genutzt. Dieser wird wie die bisherigen Fakten- und Trendberichte im Internet veröffentlicht. Bei der Entwicklung des Fragebogens konnten praktisch alle Anregungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, BITKOM, Bundesverband für Digitale Wirtschaft, Linux-Anbieterverband und Deutscher Industrie- und Handelskammertag konstruktiv aufgegriffen werden. Für den 6. Trendbericht wurde stärker als in früheren Erhebungen Wert darauf gelegt, Problemgrößen einzubeziehen, nach denen in den voraufgegangenen Erhebungen gefragt worden war. Dies geschah, um nach sechs Jahren Monitoring -Projektlaufzeit mehr Vergleiche über einen längeren Zeitraum (teilweise über sechs Jahre) ziehen zu können und zu einer ansatzweisen Bestandsaufnahme der bisherigen Ergebnisse zu kommen. Die Themenschwerpunkte des Fragebogens zum 6. Trendbericht (inhaltliche Struktur) sind in Tabelle 2 wiedergegeben.

87 Zusammenfassung des Trendberichts 87 Tabelle 1 Vorzugsweise im Methodologiebericht behandelte Fragen Nr. Hauptthemen und -fragen Unterthemen und -fragen 1 Was mit dem Projekt Monitoring Informationswirtschaft erreicht wurde Zusammenfassung 2 Fragestellungen was erreicht werden soll 3 : Notwendigkeit Ziele Funktionen Zur Notwendigkeit Ziele von Zielerreichung durch vorrangige Erfüllung von acht Aufgaben Definition von Monitoring Informationswirtschaft 4 Methodologische Grundlagen Stand der methodologischen Grundlagenforschung Rückgriff auf methodologische Grundfragen 5 Definition und Abgrenzung der Informationswirtschaft Übersicht über den Definitionsansatz Definition Informationswirtschaft Differenzierung der Informationswirtschaft nach Teilbranchen Randbereiche (Audiovisuelle Medien Informationswirtschaft und Informationsgesellschaft) 6 Die Kernberichterstattung Umfassende Sekundärforschung im Faktenbericht Die Untersuchungsbereiche Indikatorenbildung (Zu welchen Kernindikatoren gibt es Daten? Nach welchen Kriterien wurden die Kernindikatoren ausgewählt?) Die Kernindikatoren (Die Minimalliste Die regionale Differenzierung Die zeitliche Differenzierung) Die Anwendung der Minimalliste in der Praxis Die Verfügbarkeit der Daten in der Praxis Die Probleme bei der Abarbeitung der Minimalliste in der Praxis (Datenmängel Widersprüchliche Daten Unterschiedliche bzw. fehlende Definitionen) Die Wunschliste

88 Zusammenfassung des Trendberichts 88 Nr. Hauptthemen und -fragen Unterthemen und -fragen Hintergrundberichterstattung (Ad hoc- Indikatoren der deutschen Berichterstattung Ad hoc-indikatoren im Rahmen der Sonderberichterstattung) Ausblick 7 Die Trendberichterstattung Die Festlegung der Themenschwerpunkte und der Befragungsinhalte Definition der Grundgesamtheit Auswahl der Befragten Die Erhebungsverfahren (Schriftliche Befragung Die Online-Befragung) Der Expertenpool (Mobilisierung von Experten Die Kooperation mit Kammern, Verbänden und weiteren Einrichtungen Die persönliche Ansprache der Experten) Prüfung gewonnener Thesen auf verschiedenen Auswertungsebenen (Die Form der Fragestellungen Auswertung der Antworten auf offene Fragen Indikatorenbildung) 8 Workshops Warum welche Workshops? Der Ablauf von Workshops (Checkliste Besondere Erfahrungen mit der Organisation von Workshops) Erfolge bereits durchgeführter Workshops 9 Die Zusammenführung der Ergebnisse aus Kern- und Trendberichterstattung sowie der Workshops 10 Datenaufbereitung und -präsentation der Monitoring-Ergebnisse - Anforderungen Spezifika Faktenbericht Spezifika Trendbericht 11 Verbreitung der Ergebnisse Vertrieb der Monitoring -Berichte über das World Wide Web Entwicklung der Download-Zahlen Die Knowledge Library für das BMWi Veröffentlichungen, Referate, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit

89 Zusammenfassung des Trendberichts 89 Tabelle 2 Themenschwerpunkte des Fragebogens zum Trendbericht 2006 ( inhaltliche Struktur ) Informationswirtschaftliche Problembereiche Direkt mit den Fragen angesprochene Problemgrößen I. Branchenbarometer Abgeschlossene Geschäfts-/ Budgetentwicklung 2004/2005 Voraussichtliche Geschäfts-/ Budgetentwicklung 2005/2006 II. Beschäftigungsbarometer III. Qualifikationsstrategien Konforme Entwicklungen von Umsatz und Ertrag? Abgeschlossene Mitarbeiter-/ Beschäftigungsentwicklung 2004/2005 Voraussichtliche Mitarbeiter-/ Beschäftigungsentwicklung 2005/2006 Qualifikationserwerb Freie Mitarbeit, Zeitverträge, Outsourcing Outsourcing, Nearshoring, Offshoring IV. Unternehmensstrategien Mergers & Akquisitions, Beteiligungen Handlungsbedarf Vor- und Nachteile Strategische Weiterentwicklung der IT V. FuE Geschäftschancen Wachstumsbereiche Konvergenz Besondere Geschäftschancen für die kommenden Jahre Internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutsche Informationswirtschaft Die wichtigsten Konkurrenten Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte Längerfristige Geschäftschancen aus Forschung und Entwicklung VI. Markttreiber und Marktbarrieren Open Source Software / Linux Einsatz Vor- und Nachteile E-Government VII. Politischer und weiterer Handlungsbedarf Finanzierung von Existenzgründungen Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs) Politischer Handlungsbedarf Priorisierungen Gründe für Handlungsbedarf

90 Zusammenfassung des Trendberichts 90 Die Zukunft der Informationswirtschaft bis 2010 Abbildung 3: Die inhaltliche Struktur der Trendumfragen nach Allgemeinem Geschäfts- und Beschäftigungsklima, Unternehmens- und Beschäftigungsstrategien, neue Geschäftsbereiche, Markttreiber und Marktbarrieren sowie politische Handlungsbedarfe hat sich auch in der Erhebung für den Zeitraum 2005/2006 bewährt. Zweite Online- Umfrage Für den 6. Trendbericht wurde zum zweiten Mal eine Online-Umfrage durchgeführt (zu den Möglichkeiten und Begrenzungen von Online- Umfragen ausführlich Kapitel 3.2, 5. Trendbericht und Methodologie- Bericht ). Es gingen 297 ausgefüllte Fragebögen ein. Das sind 43 % mehr als in der ersten Online-Umfrage im Vorjahr. In den Jahren davor waren zwischen 100 und 129 Experten unter anderem über umfangreiche Telefonaktionen zur Teilnahme an einer Expertenumfrage bewogen worden. Die Verteilung der Experten nach ihrer Funktion in der eigenen Einrichtung ist in Tabelle 4 wiedergegeben.

91 Zusammenfassung des Trendberichts 91 Tabelle 4 Teilnahme der Experten nach Funktion in der eigenen Einrichtung 2005/2006: Absolut In % 2004/2005: Absolut in % Wachstumsrate in % Top Management, Selbstständige , ,7 65,8 Top Management/Leitungs- bzw , ,2 77,9 Geschäftsführungsebene Selbstständige, Berater 10 3,4 11 5,6-9,1 Weitere Führungsebene , ,7 27,2 Bereichsleiter-/Abteilungsleiterebene ,2 - Weitere Führungsebene ,6 - Stabs-, wissenschaftliche, Researchaufgaben Mitarbeiter unterhalb Führungsebene Studenten außerhalb betrieblicher Zusammenhänge 21 7,1 18 9,5 16,7 24 8,1 8 4,0 300,0 2 0,7 2 1,0 0 Keine eindeutige Zuordnung 2 0, N Interpretation der Ergebnisse Verteilung der Experten nach Unternehmensgröße Nach diesen Ergebnissen gehörten 84 % der befragten Experten der Führungsebene einer Einrichtung an, davon allein 44 % der Top Management- bzw. der Leitungs- und Geschäftsführungsebene. Ordnet man die Mitarbeiter, die mit Stabs-, wissenschaftlichen und Research-Aufgaben betreut werden, parallel zur Führungsebene, so waren weniger als 10 % der Befragten unterhalb der Führungsebene einzuordnen (8 %) oder gehörten diese außerbetrieblichen Zusammenhängen an (1 %). Demnach kann auch 2005 von einer angemessenen informationswirtschaftlichen Kompetenz der Befragten ausgegangen werden und lassen sich die eingegangenen Fragebögen insgesamt ohne Vorbehalte in die Auswertung einbeziehen. Erstmalig wurde in einer Trendumfrage eine Frage nach der Größe der Einrichtung, in dem der befragte Experte beschäftigt war, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten, gestellt. Die Verteilung der Antworten ist in Tabelle 5 wiedergegeben.

92 Zusammenfassung des Trendberichts 92 Tabelle 5 Teilnahme der Experten nach Beschäftigungsgröße der eigenen Einrichtung Frage: In meinem Unternehmen (meiner Einrichtung) sind beschäftigt: Absolut In % bis 10 Mitarbeiter 91 30, Mitarbeiter 59 19, Mitarbeiter 44 14, Mitarbeiter 43 14,5 über Mitarbeiter 60 20,2 N Interpretation der Ergebnisse zur Beschäftigungsgröße Nach diesen Ergebnissen vereinigten Experten aus Kleinstbetrieben (bis zu zehn Mitarbeitern) mit 31 % aller Befragten den höchsten Anteil auf sich und kamen die Experten in der nächsthöheren Beschäftigtenklasse (11 bis 50 Mitarbeiter) zu einem Anteil von immer noch 20 %. Hingegen beträgt der Anteil der Experten aus Großbetrieben (ab Mitarbeiter) auch nur 20 %. Gleichwohl sind alle Beschäftigtengrößenklassen mit einer ausreichenden Anzahl an Befragten besetzt. So kam die am niedrigsten besetzte Beschäftigtengrößenklasse von 251 bis Mitarbeitern auf eine Anzahl von 43 befragten Experten. Die Verteilung der befragten Experten nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten ist in Tabelle 6 dargestellt (zum weiteren Verständnis der Ergebnisse siehe dort Fußnote 1). Interpretation der Ergebnisse zu Teilmärkten Nach diesen Ergebnissen ist die gewollte Dominanz der privaten Anbieter unter den befragten Experten erhalten geblieben. Zudem kommt es für die Auswertungsqualität nicht auf die relative Bedeutung informationswirtschaftlicher Teilbranchen innerhalb der Gesamtheit der Experten, sondern auf eine ausreichende absolute Besetzung aller informationswirtschaftlichen Teilbranchen an, sofern abweichende Ergebnisse nach Teilbranchen angemessen interpretiert werden. Diese ausreichende Anzahl ist für alle informationswirtschaftlichen Teilmärkte gegeben und im sechsten Jahr der Laufzeit des Projektes Monitoring Informationswirtschaft für alle Teilmärkte größer denn je.

93 Zusammenfassung des Trendberichts 93 Tabelle 6 Teilnahme der Experten nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten 1) 2005/2006: Absolut In % Umrechnung: 297 = 100 % 2004/2005: Absolut Umrechnung: 208 = 100 % I. Private Anbieter , ,0 Tele- und Mobilkommunikation 48 16,2 9,4 34 9,6 Informations- und Kommunikationstechnik ,0 20, ,0 (Hardware, Software, IT-Services und Beratung) Elektronische Informations-, 56 18,9 11, ,1 Kommunikations-, Bildungsund Unterhaltungsdienste E-Commerce, Online-Werbung 52 17,5 10, ,4 II. Private Anwender , ,1 Industrie 43 14,5 8,4 18 5,1 Private Dienstleistungen 47 15,8 9,2 34 9,6 Weitere Branchen 49 16,5 9,6 19 5,3 III. Weitere Expertengruppen , ,0 Verbände/IHKs 28 9,4 5,5 13 3,7 Lehre, Forschung, Ausbildung 53 17,8 10, ,3 Weiterer öffentlicher Bereich 29 9,8 5,7 18 5,1 N ) Beispielsweise die dritte Zeile liest sich so: 16,2 % aller befragten Experten nahmen für sich eine spezielle Kompetenz für die Teilbranche Teleund Mobilkommunikation in Anspruch. Da viele der 297 Experten mehr als eine spezielle Kompetenz für sich in Anspruch nahmen, kam es zu insgesamt 512 Ankreuzungen. Setzt man diese gleich 100 %, so ergibt sich ein Anteil von 9,4 % des Kompetenzbereiches Tele- und Mobilkommunikation an allen Nennungen.

94 Zusammenfassung des Trendberichts Allgemeines Geschäftsklima Abgechlossene Geschäftsentwicklung Abgeschlossene Geschäfts- und Budgetentwicklung ( ). Die Ergebnisse zu der abgeschlossenen Budget- und Geschäftsentwicklung (1. November Oktober 2005) sind in Tabelle 7 wiedergegeben. Tabelle 7 Abgeschlossene Geschäfts- und Budgetentwicklung 2004/2005 Ihr Unternehmen / Ihre Einrichtung: Absolut In % Ihre Branche: Absolut In % Es ging (im Vergleich zum Vorjahr) aufwärts. In etwa die gleiche Entwicklung wie im Vorjahr Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einem Abschwung , , , , , ,1 N Eigene Einrichtung: Ein vorzugsweise positives Jahr Eigene Branche: Ein positives bis ambivalent zu beurteilendes Jahr 2004/2005 war aus der Sicht der befragten Experten, bezogen auf die eigene Einrichtung, ein positiv zu beurteilendes, bezogen auf die eigene Branche, ein positiv bis ambivalent zu beurteilendes Jahr: Für mehr als jeden zweiten Experten (57 %), das sind absolut 166 Befragte, ging es in der eigenen Einrichtung aufwärts. Dem standen lediglich 32 % gegenüber, die in etwa die gleiche Entwicklung wie im Vorjahr meldeten, sowie 11 %, die einen wirtschaftlichen Abschwung hatten hinnehmen müssen. Hingegen waren die Anteile der Experten, die mit Blick auf ihre Branche einen Aufschwung bzw. eine konstante Entwicklung feststellten, mit 46 % und 43 % in etwa gleich. Einen Abschwung sahen hier allerdings gleichfalls nur 11 % der Experten.

95 Zusammenfassung des Trendberichts 95 Das Geschäftsklima: Erfahrungen 2005 Abbildung 8: In den positiven Erfahrungsberichten für die Periode 2004/2005 mischten sich unüberhörbar ambivalent urteilende Stimmen. Geht man wie in den bisherigen Trendberichten davon aus, dass branchenwirtschaftliche Einschätzungen einen größeren Realitätsgehalt als einzelwirtschaftliche Einschätzungen haben, so war 2004/2005 für die deutsche Informationswirtschaft keineswegs ein negativ zu beurteilendes Jahr. Aber in den positiven Beurteilungen mischten sich unüberhörbar ambivalent urteilende Stimmen. Diese Ergebnisse werden durch die zusätzlichen Beschreibungen und Begründungen der Experten weitgehend bestätigt. Vergleich zu den Vorjahren War 2004/2005 für die deutsche Informationswirtschaft im Vergleich zu den Vorjahren ein gutes oder weniger gutes Jahr? Dazu werden Indikatoren zu den vorliegenden Ergebnissen nach der logischen Struktur Anzahl der Stimmen mit eindeutig positiven Stimmen dividiert durch Anzahl der Stimmen mit eindeutig negativen Bewertungen gebildet und die Indikatorenwerte aus den Vorjahren herangezogen. Siehe Tabelle 9.

96 Zusammenfassung des Trendberichts 96 Tabelle 9 Geschäftsklima-Indikatoren I. Geschäftsklima für die eigene Einrichtung 2004/ / /2003 Ankreuzverfahren 5,19 6,23 0,76 Zusätzliche Begründungen 3,37 1,89 0,57 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 4,28 4,06 0,67 II. Geschäftsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 4,13 4,91 0,17 Zusätzliche Begründungen 1,46 0,94 0,10 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 2,80 2,93 0,14 III. Geschäftsklima-Gesamtindikator (arithmetische Mitte aus I und II) 3,54 3,50 0,41 Nachhaltige Erholung der Informationswritschaft im Vergleich zu 2002/2003 Auflösung von Unwägbarkeiten Vergleich Erfahrungs- mit Erwartungswerten Im Vergleich zur Periode 2002/2003 sind die Ergebnisse eindeutig. Auch wenn die Boomjahre nicht wiederkehren, so hat sich die deutsche Informationswirtschaft doch nachhaltig von der Krise der New Economy erholt. Allerdings ging im Vergleich der Perioden 2003/2004 und 2004/2005 der Wert des Indikators für das Geschäftsklima für die eigene Branche zurück, während der Wert des Indikators für das Geschäftsklima für die eigene Einrichtung anstieg. Die Ambivalenz der Ergebnisse für 2004/2005 im Vergleich zum Vorjahr bezieht sich zum Teil auf die Frage, ob sich die im Grundsatz positiven Entwicklungen in der Informationswirtschaft des Jahres 2003/2004 im Jahre 2004/2005 beschleunigt haben. Dass die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft im Geschäftsjahr 2004/2005 posiitv war, wird von keinem der Indikatoren in Tabelle 9 infragegestellt. Auch haben sich die Anteile der ambivalenten Bewertungen zwischen 2003/2004 und 2004/2005 deutlich verringert. Das dürfte bedeuten, dass sich im Laufe des Geschäftsjahres 2004/2005 bestehende Unwägbarkeiten auch dies eine positive Entwicklung auflösten. Wurden die positiven Entwicklungen des Jahres 2004/2005 mit den Erwartungswerten aus dem 5. Trendbericht richtig vorausgesehen? Siehe Tabelle 10.

97 Zusammenfassung des Trendberichts 97 Tabelle 10 Tatsächliche und erwartete Entwicklungen 2004/2005 Erfahrungswerte Erwartungswerte I. Geschäftsklima für die eigene Einrichtung Ankreuzverfahren 5,19 4,61 Zusätzliche Begründungen 3,37 4,71 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 4,28 4,66 II. Geschäftsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 4,13 3,52 Zusätzliche Begründungen 1,46 1,74 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 2,80 2,63 III. Geschäftsklima-Gesamtindikator 3,54 3,65 Trend wieder richtig vorausgesagt Nach diesen Ergebnissen sagten die Experten die Entwicklungen des Jahres 2004/2005 ein Jahr früher im Trend richtig voraus und kamen sie mit ihren Einschätzungen beim Gesamtindikator zum Allgemeinen Geschäftsklima den ein Jahr später gemachten tatsächlichen Erfahrungen erstaunlich nahe. Voraussichtliche Geschäfts- und Budgetentwicklung Voraussichtliche Geschäfts- und Budgetentwicklung 2005/2006. Die Experten schätzten die voraussichtliche Geschäfts-/Budgetentwicklung für den Zeitraum 1. November Oktober 2006 wie folgt ein: Tabelle 11 Voraussichtliche Geschäfts- und Budgetentwicklung 2005/2006 Ihr Unternehmen / Ihre Einrichtung: Absolut In % Ihre Branche: Absolut In % Es wird im Vergleich zu 2004/2005 aufwärts gehen. In etwa die gleiche Entwicklung wie 2004/2005 Im Vergleich zu 2004/2005 erwarte ich einen Abschwung , , , ,1 25 8,7 23 8,3 N /2006 wird ein besseres Jahr als 2004/2005. Nach diesen Ergebnissen verspricht 2005/2006 für die deutsche Informationswirtschaft ein gutes und dazu besseres Jahr als 2004/2005 zu werden. Diese Entwicklungen sahen die knapp 300 befragten Experten für das kommende Jahr voraus:

98 Zusammenfassung des Trendberichts 98 Ankreuzverfahren Einrichtungsbezogen: 63 % Optimisten Indikatorwert: 7,24 Einrichtungsbezogene Aussagen Im Rahmen einrichtungsbezogener Aussagen waren 181 von 288 Experten zuversichtlich gestimmt, das heißt, dass es nach ihrer Einschätzung im Vergleich zu 2004/2005 aufwärts gehen werde. Das entspricht einem Anteil von knapp zwei Drittel an allen Experten beziehungsweise 63 %. Dem stehen lediglich 82 Aussagen (28,5 %) gegenüber, nach denen in etwa die gleiche Entwicklung wie 2004/2005 zu erwarten ist, sowie 25 Experten (9 %), die im Vergleich zu 20004/ einen Abschwung erwarteten. Teilt man die Anzahl der optimistischen durch die der pessimistischen Einschätzungen, so ergibt sich ein Indikatorwert von 7,24. Das sind Anzeichen, die auf einen Boom hindeuten, sofern die branchenbezogenen Ergebnisse ähnlich sind. Branchenbezogen: 50 % Optimisten Indikatorwert: 6,00 Das Geschäftsklima: Erwartungen 2006 Branchenbezogene Aussagen Im Rahmen branchenbezogener Aussagen waren 138 Experten optimistisch gestimmt, das ist nahezu jeder zweite (49,6 %). Auch gab es auf branchenwirtschaftlicher Ebene noch weniger Experten als auf einzelwirtschaftlicher Ebene, die einen Abschwung erwarteten (23 Experten, das sind 8 %). Dem standen hier allerdings 117 Experten gegenüber, die in etwa die gleiche Entwicklung wie 2004/2005 erwarteten. Das entspricht einem Anteil an allen Experten von 42 %. Teilt man die Anzahl der optimistischen Einschätzungen auf branchenbezogener Ebene durch die der pessimistischen Einschätzungen, so gelangt man zu einem Erwartungswert von 6,00. Das sind immer noch ausgezeichnete Ergebnisse, die allerdings durch den hohen Anteil ambivalenter Erwartungen relativiert werden. Abbildung 12: Für 2006 gibt es Anzeichen für einen Boom, die allerdings durch einen hohen Anteil ambivalenter Beurteilungen relativiert werden.

99 Zusammenfassung des Trendberichts 99 Zusätzliche Begründungen und Beschreibungen Vergleich Erfahrungen 2005 mit Ewartungen 2006 Diese positiven Ergebnisse nach dem Ankreuzverfahren werden durch die zusätzlichen Kommentare der Exeprten im Wesentlichen bestätigt. In Tabelle 13 werden die Werte für den Erfahrungsindikator (2004/2005) und den Erwartungsindikator (2005/2006), beide aus der Umfrage für den 6. Trendbericht, einander gegenübergestellt. Tabelle 13 Erfahrungen aus 2004/2005 und Erwartungen für 2005/2006: Indikatorenwerte aus den Ergebnissen für den 6. Trendbericht Erfahrungswerte 2004/2005 Erwartungswerte 2005/2006 1) I. Geschäftsklima für die eigene Einrichtung Ankreuzverfahren 5,19 7,24 (4,61) Zusätzliche Begründungen 3,37 3,93 (4,71) Einrichtungsbezogener Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 4,28 5,59 (4,66) II. Geschäftsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 4,13 6,00 (3,52) Zusätzliche Begründungen 1,46 1,95 (1,74) Branchenbezogener Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 2,80 3,98 (2,63) III. Gesamtindikator (arithmetische Mitte aus I und II) 3,54 4,79 (3,65) 1) In Klammern die Erwartungswerte für 2004/2005 aus der vorangegangenen Umfrage. Fast fünf Optimisten auf einen Pessimisten Bedeutungsund Stimmungsindikatoren Nach diesen Ergebnissen haben sich die Erwartungswerte für die kommende Geschäftsperiode deutlich verbessert. So kommen für die Geschäftsaussichten des Jahres 2005/2006 auf einen skeptischen Experten statistisch gesehen 4 ¾ optimistische Experten. Für 2004/2005 waren dies nach Erfahrungs- und Erwartungswerten lediglich etwas mehr als 3 ½ Experten. In Tabelle 15 werden für die einzelnen Problemgrößen zur abgeschlossenen und voraussichtlichen Geschäftsentwicklung so genannte Bedeutungsindikatoren (= Anteil der Kommentare zu einer ausgewählten Problemgröße an allen Begründungen) und Stimmungsindikatoren (= Anzahl der Stimmen mit positiver Tendenz geteilt durch Anzahl der Stimmen mit negativer Tendenz) gebildet.

100 Zusammenfassung des Trendberichts 100 Zusätzliche Frage zu Zusammenhängen zwischen Umsatz- und Ertragsentwicklung In der Erhebung für den 6. Trendbericht wurde auch eine Frage zu den Zusammenhängen zwischen Umsatz- und Ertragsentwicklung gestellt. Die Ergebnisse nach dem Ankreuzverfahren lauten: Tabelle 14 Zusammenhänge zwischen Umsatz- und Ertragsentwicklung Eigenes Unternehmen: Absolut in % Eigene Branche: Absolut In % Umsatz- und Ertragsentwicklung gehen in meinem (in den) Unternehmen konform. Die Ertragsentwicklung verläuft besser als die Umsatzentwicklung. Die Ertragsentwicklung verläuft schlechter als die Umsatzentwicklung , , , , , ,7 N Nimmt man die zusätzlichen Begründungen und Beschreibungen hinzu, so ist zusammenfassend festzustellen: Nach sechs Trendberichten liegt ein ausgereiftes Instrumentarium zum Allgemeinen Geschäftsklima vor, das in seinen Ergebnissen den aktuellen Entwicklungsstand der deutschen Informationswirtschaft aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene korrekt beschreibt und in seinen Ausblicken auf das kommende Geschäftsjahr für realwirtschaftliche Entwicklungen prognosefähig ist. Daher lag es nahe, zusätzlich eine Frage explorativen Charakters zu stellen (und damit einer Anregung von BITKOM nachzukommen), um auf der Ebene zentraler Problemgrößen nicht nur kurzfristig, sondern auch auf längere Sicht zu ähnlich gültigen Ergebnissen zu kommen. Ebenso lag nahe, wenigstens teilweise nach der schwierigsten, aber auch relevantesten Problemgröße, der Ertragsentwicklung, zu fragen. Nach den vorliegenden Ergebnissen kann in einer ersten Arbeitshypothese davon ausgegangen werden, dass die Hilfsgröße Umsatzentwicklung die Ertragsentwicklung auf Branchenebene einigermaßen korrekt wiedergibt. Allgemeine Fragen zum Geschäftsklima führen nach den vorliegenden Ergebnissen zum Bild eines innovativen und strategisch handelnden Unternehmens, das die Herausforderungen der Umwelt benennt und besteht. Konkretere Fragen nach der Umsatz- und Ertragsentwicklung führen hingegen zum Bild eines kostenbewussten Unternehmens, dass sich der Ausgabenseite mindestens ebensosehr wie der Einnahmenseite widmet. Eine besondere Bedeutung kommt der Lohn- und Personalpolitik zu. Diese steht gegenwärtig nicht selten unter dem Primat der Kostenreduzierung. Um auf der Ebene zentraler Determinanten und Problemgrößen zu ähnlich gültigen Ergebnissen wie zum Allgemeinen Geschäftsklima zu kommen, sollten die bisherigen Fragen zum Geschäftsklima künftig um konkretere Fragen, beispielsweise nach der Umsatz- und Ertragsentwicklung, ergänzt werden.

101 Zusammenfassung des Trendberichts 101 Tabelle 15 Vergleichende Klassifizierung zusätzlicher Begründungen zum bestehenden und erwarteten Geschäftsklima Insgesamt Anteil an Nennungen in % Indikator zum Geschäftsklima Erfahrungen Anteil an Nennungen in % Indikator zum Geschäftsklima Erwartungen Anteil an Nennungen in % Indikator zum Geschäftsklima Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Markt- und Branchenentwicklung Nachfrage, Investitionen der Anwender Aktionsparameter des Unternehmens Strategie, unternehmerisches Handeln Neue Produkte, neue Geschäftsbereiche, Diversifizierung, Marktposition 1) Marketing und Vertrieb 27,3 3,32 23,0 2,69 32,8 4,00 7,9 1,38 5,8 0,67 10,7 2,29 19,4 5,40 17,3 5,29 22,1 5,50 26,4 2,97 32,2 4,00 18,9 1, ,84 34,8 1,50 35,2 2,33 11,1 4,18 11,2 2,75 11,1 8,00 18,1 0,81 19,2 0,95 16,8 0,67 5,7 5,40 4,5 1,80 7,4 Indikatorwert gegen unendlich Psychologische Größen ( Optimismus, Pessimismus ) 2,3 12,00 1,3 Indikatorwert gegen unendl. 3,7 8,00 Arbeitsmarkt 3,1 1,29 3,8 1,20 2,0 1,50 Politik 5,9 0,47 4,8 0,57 7,4 0,42 Insgesamt 557 2, , ,27 1) Im Konstrast zu Handeln im intensiven Wettbewerb, Preisverfall sowie Rationalisierung und Restrukturierung. Bedeutungsindikator Geringe Werte für politische und psychologische Größen Nach den Werten des Bedeutungsindikators ergeben sich die folgenden Resultate: a. Für das Geschäftsklima sind nach den Erfahrungen und Erwartungen der befragten Experten nahezu ausschließlich wirtschaftliche (und nicht etwa politische oder psychologische) Größen bestimmend.

102 Zusammenfassung des Trendberichts 102 Ebenso für Beschäftigung Aktionsparameter 35 % Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 27 % Nachfrage, Investitionen der Anwender 26 % Homogene Branchenentwicklung wird durch zunehmende Heterogenität abgelöst. Das Geschäftsklima: b. 89 % der Begründungen beziehen sich auf gütermarktwirtschaftliche, 3 % auf arbeitsmarktpolitische Größen. Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt sind demnach für den informationswirtschaftlichen Entscheider im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Geschäftsklima ebenso wie in den vergangenen Jahren eine eindeutig nachgeordnete Größe. c. Innerhalb der gütermarktbezogenen Größen kamen die Aktionsparameter des Unternehmens auf einen Anteil an den Begründungen von 35 %; die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf einen Anteil von 27 % und Nachfrage, Investitionen der Anwender auf einen Anteil von 26 %. Damit sahen die befragten Experten die informationswirtschaftlichen Unternehmen weder in einer eindeutig aktiven noch eindeutig sich anpassenden Rolle und dürfte situationsbezogenes und einseitig tagespolitisches Handeln in den Entscheidungsprozessen informationswirtschaftlicher Unternehmen eine bedeutende Rolle spielen. Keine gütermarktwirtschaftliche Größe hat gegenüber der Vorperiode so sehr an Bedeutung gewonnen wie die Markt- und Branchenentwicklung (Anstieg von 8,8 % auf 19,4 %). Nachdem die Informationswirtschaft um 2000 weit über die New Economy hinaus von einem Boom geprägt war und nach 2002 weit über die Krise der New Economy hinaus in einen Abschwung geriet, ist die gegenwärtige Situation zwar von Chancen, aber auch von Gefährdungen auf den einzelnen Teilmärkten gekennzeichnet. Manche etablierten Teilmärkte haben die Jahre hoher Wachstumsraten hinter sich gelassen und sind vom Innovationswettbewerb in den Preiswettbewerb übergegangen, so dass sich die Anbieter auf diesen Teilmärkten in einem intensiven wenn nicht Verdrängungswettbewerb befinden. Umso aufmerksamer werden die Entwicklungen auf den Teilmärkten von den informationswirtschaftlichen Entscheidungsträgern verfolgt. Determinanten Abbildung 16: Bei fast allen Determinanten des Allgemeinen Geschäftsklimas sind die Stimmungswerte positiv. Das gilt seit 2002 erstmalig auch für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

103 Zusammenfassung des Trendberichts 103 Ergebnisse nach dem Stimmungsindikator Geschäftsklima ist bei fast allen Größen gut. Aber Erfolg versprechendes unternehmerisches Handeln... An zentralen Resultaten im Zusammenhang mit dem Stimmungsindikator ergeben sich: a. Das Geschäftsklima ist nach fast allen aufgeführten Problemgrößen gut. Der Gesamtindikator nach den Größen in Tabelle 13 beträgt Das heißt, dass auf einen skeptischen Experten, statistisch gesehen, 2 ¼ optimistische Experten kamen. Von zwei Ausnahmen abgesehen dominierte bei allen in die Erhebung aufgenommenen Größen der Optimismus. b. Allerdings hat sich der Stimmungsindikator insgesamt gegenüber der Vorperiode kaum verändert (Werte 2,28 in der Periode beziehungsweise 2,26 für die Periode ). Das hat vor allem damit zu tun, dass sich zwar die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Auftragslage wesentlich verbesserten, gleichzeitig jedoch die Stimmungswerte für das unternehmerische Handeln insgesamt sowie bei zwei von drei Problemgrößen dort verschlechterten.... ist anspruchsvoller geworden. Verbesserungen bei Stimmung, Nachfrage sowie gesamtund branchenwirtschaftlicher Entwicklung Verschlechterungen bei Aktionsparametern des Unternehmens... Demnach ist Erfolg versprechendes unternehmerisches Handeln ungeachtet aller Verbesserungen der wirtschaftlichen Chancen schwieriger und anspruchsvoller geworden. Verbesserungen des Allgemeinen Geschäftsklimas ergaben sich im Einzelnen: bei den psychologischen Größen: Hier stieg der Wert in der Vorperiode von 3,80 auf den Bombenstimmungs -Wert von 12,0; bei Nachfrage, Investitionen der Anwender : Hier nahm der Stimmungswert von 1,90 auf 2,97 in der Berichterstattungsperiode zu; bei der Größe Gesamtwirtschaftliche Entwicklung : Hier hatte es in der Vorperiode mit 0,97 einen negativen Stimmungswert gegeben. Aber in der Berichtsperiode schlug die Stimmung ins Positive um und beträgt der Wert jetzt 1,38; bei der Größe Markt- und Branchenentwicklung : Hier stieg der Stimmungswert von 1,47 in der Vorperiode auf 5,40 in der Berichtsperiode und von 5,29 nach Erfahrungen auf 5,50 nach Erwartungen. Hingegen gab es Stimmungsverschlechterungen bei den Aktionsparametern des Unternehmens sowie bei politischen Größen : Zwar nahm der Stimmungswert für Strategie, unternehmerisches Handeln von 2,36 in der Vorperiode auf 4,18 in der Berichtsperiode zu. Aber gleichzeitig sanken die Werte für Neue Produkte, neue Geschäftsbereiche, Diversifizierung, Marktposition in Konfrontation mit Rationalisierung, Konsolidierung, Restruktuierung, Reorganisation beziehungsweise Handeln im intensiven Wettbewerb, Preisverfall von 1,68 auf 0,81 und für Marketing, Vertrieb von 21,0 auf 5,40. Damit nahm der Gesamtstimmungswert für die Aktionsparameter des

104 Zusammenfassung des Trendberichts und politischen Größen Strukturelle Gefährdungen des Wachstums? mit nahm der Gesamtstimmungswert für die Aktionsparameter des Unternehmens von 5,86 auf 1,84 ab. Die politischen Rahmenbedingungen kamen zu dem eindeutig negativen Stimmungswert von 0,47. Das heißt, dass auf einen optimistischen Experten mehr als zwei Politikskeptiker kamen. Auch nahm der Stimmungswert entgegen dem allgemeinen Trend von 0,57 (2004/2005) nach Erfahrungen noch einmal auf 0,42 nach Erwartungen (2005/2006) ab. Wenn es zu Fragen des Innovationswettbewerbs zu einem bedeutenden Verfall der Stimmungswerte kommt und die Zahl der Skeptiker sogar größer als die Zahl der Optimisten geworden ist, dann sollte gerade bei der einstigen (und immer noch) Innovationsbranche per se besondere Aufmerksamkeit geboten sein. Die damit bestehenden Gefährdungen können sichtbarer werden, wenn sie nicht mehr durch die derzeit positiven branchenkonjunkturellen Entwicklungen überlagert werden. Die Informationswirtschaft mit nur geringen Erwartungen an die neue Bundesregierung Längerfristige Entwicklung des Geschäftsklimas Bei den politischen Akzeptanzwerten gab es schon einmal eine größere Veränderung zum Schlechteren, nämlich nach der vorletzten Bundestagswahl. In den folgenden Jahren sollten sich die politischen Akzeptanzwerte erholen. Mit ihren schlechten Bewertungen des politischen Bereiches können die informationswirtschaftlichen Experten kaum die Performance der neuen Bundesregierung gemeint haben, da diese ihre Aufgabe während des Befragungszeitraumes kaum aufgenommen hatte. Gemeint worden dürften vielmehr die vorausgegangenen Turbulenzen unter anderem rund um die vorgezogene Bundestagswahl gewesen sein. Damit verbunden lässt sich vermuten, dass seitens der Informationswirtschaft nicht allzu hohe Erwartungen an die neue Bundesregierung gerichtet werden und die neue Bundesregierung soweit es um die Erwartungen der Informationswirtschaft geht vor lösbare Aufgaben im Jahr 2006 gestellt wird. In Tabelle 17 ist die längerfristige Entwicklung der Werte der Geschäftsklima-Indikatoren und zwar von der Periode 2000/2001 bis 2005/2006 nach Erfahrungen und Erwartungen dargestellt.

105 Zusammenfassung des Trendberichts 105 Tabelle 17 Entwicklung der Werte der Geschäftsklima-Indikatoren 2001/ /2006 Perioden Insgesamt Eigene Einrichtung Eigene Branche I. Erfahrungen 2000/2001 Fast nur positive Stimmen Fast nur positive Stimmen Fast nur positive Stimmen 2001/2002 0,32 0,55 0, /2003 0,41 0,67 0, /2004 3,50 4,06 2, /2005 3,54 4,28 2,80 Durchschnittliche Indikatorenwerte ,94 2,39 1,49 II. Erwartungen 2001/2002 Nur positive Stimmen Nur positive Stimmen Nur positive Stimmen 2002/2003 0,95 1,57 0, /2004 2,96 3,33 2, /2005 3,65 4,66 2, /2006 4,79 5,59 3,98 Durchschnittliche Indikatorenwerte ,09 3,79 2,38 Die bislang besten Ergebnisse seit den Boomjahren Das gilt vor allem für die Erwartungen. Im Berichtszeitraum wurden die bislang besten Geschäftsklimawerte seit den Boomjahren um 2000 erzielt. Allerdings ist nach Erfahrungs- und Erwartungswerten zu differenzieren: Bei den Erfahrungswerten lässt sich 2005/2006 im Vergleich zur Vorperiode auch von konstant positiven Stimmungswerten sprechen, da der Stimmungswert lediglich von 3,50 auf 3,54 anstieg und es bei den branchenbezogenen Aussagen sogar zu einem Rückgang des Indikatorwertes von 2,93 auf 2,80 kam. Hingegen ist die Entwicklung bei den Erwartungswerten eindeutig: Hier stiegen die Erwartungswerte von 3,65 in der Vorperiode auf 4,79 im Berichtszeitraum, auf einrichtungsbezogener Ebene von 4,66 auf 5,59 und auf branchenbezogener Ebene von 2,63 auf 3,98.

106 Zusammenfassung des Trendberichts 106 Geschäftsklima: Entwicklungen Vor dem besten Jahr seit 2001 Abbildung 18: Seit 2002 verbessern sich die Stimmungswerte kontinuierlich. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen Positive Entwicklungen setzten sich 2004/2005 fort wird das beste Jahr seit den Boomjahren. Pognostische Bedeutung der Erwartungswerte Bombenstimmung Demnach verspricht 2006 das beste informationswirtschaftliche Jahr seit 2000/2001 zu werden. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen Die positiven Entwicklungen des Jahres 2003/2004 haben sich im Jahr 2004/2005 nach den Einschätzungen von knapp 300 führenden informationswirtschaftlichen Experten fortgesetzt. Teilweise kam es sogar zu einer Beschleunigung positiver Entwicklungen. Andererseits war der Anteil derer, die eine konstante Entwicklung wie im Vorjahr disgnostizierten, nach wie vor hoch. Für 2006 ist ein gutes und darüber hinaus das beste Jahr für die Informationswirtschaft seit den Boomjahren bis zur Periode 2000/2001 zu erwarten. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass auf einen Pessimisten unter den Befragten nahezu fünf Optimisten kamen. In den vergangenen Jahren hatten die Einschätzungen der Experten einen prognostischen Wert. Das sollte auch für die Erwartungswerte für 2006 gelten, zumal bestehende Unwägbarkeiten im Laufe des Jahres 2004/2005 weiter abgenommen haben. Das Vertrauen in eine positive informationswirtschaftliche Entwicklung wird von einer Bombenstimmung getragen, da auf einen Pessimisten unter den Befragten zwölf Optimisten kamen. Im Vorjahr waren auf einen Pessimisten, statistisch gesehen, 2,4 Optimisten gekommen. Allerdings üben psychologische Größen aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Experten keinen bedeutenden Einfluss auf die Branchenentwicklung aus.

107 Zusammenfassung des Trendberichts 107 Erstmalig gesamtwirtschaftliche Entwicklung positiv bewertet Sogar Arbeitsmarkt positiv beurteilt Hohe Aufmerksamkeit und schlechte Bewertung des politischen Bereiches Die entscheidenden Größen für den Aufschwung 2006 Allerdings auch zunehmend heterogene Entwicklungen Müssen wir uns um die Innovationsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft Sorgen machen? Erstmalig seit den Boomjahren wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung von den informationswirtschaftlichen Experten positiv bewertet. Dies stimmt mit weiteren Stimmungsbarometern sowie den Einschätzungen von Wirtschaftsforschungsinstituten überein, nach denen für 2006 eine Belebung gesamtwirtschaftlicher Aktivitäten zu erwarten ist. Die befragten Experten gingen vorzugsweise positiv auf die zu erwartenden Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten ein. Allerdings ist der Arbeitsmarkt für die Bildung des Allgemeinen Geschäftsklimas eine nachgeordnete Größe. Dem politischen Bereich wurde im Vergleich zu den Vorjahren eine höhere Bedeutung zugesprochen. Dieser wurde zudem eindeutig negativ bewertet. Hier kamen auf einen wohlwollenden in etwa zwei skeptisch gestimmte Experten. Damit kann die Performance der neuen Bundesrgierung allerdings nicht gemeint gewesen sein, da diese während des Befragungszeitraums ihre Arbeit gerade aufgenommen hatte. Damit sind die schlechten Werte ein Anzeichen dafür, dass die Informationswirtschaft eher bescheidene Anforderungen an die derzeitige Bundesregierung richtet und diese für 2006 vor lösbare Aufgaben stellt. Der informationswirtschaftliche Aufschwung des Jahres 2006 wird aus der Sicht der Experten vor allem von drei Größen getragen: - der Markt- und Branchenentwicklung (hier kamen 5 ½ Optimisten auf einen Skeptiker); - der Nachfrage und den Investitionen der Anwender (drei Optimisten pro Skeptiker) und - dem eigenen unternehmerischen Handeln und einer damit verbundenen Strategie (1,8 Optimisten auf einen Skeptiker). Allerdings hat sich die Lage der Informationswirtschaft nach vergleichsweise homogenen Entwicklungen im Boom und im Branchenabschwung aus der Sicht der Experten zunehmend nach Märkten und Teilmärkten heterogenisiert. Um so wichtiger ist strategisches unternehmerisches Handeln und die genaue Beobachtung relevanter Markt- und Branchentrends geworden. Zu Sorgen geben die erstmalig negativen Stimmungswerte für Neue Produkte und neue Geschäftsbereiche im Kontrast zu Rationalisierung, Konsolidierung, Restrukturierung und Reorganisation sowie Handeln im intensiven Wettbewerb, Preisverfall Anlass. Hier kamen nach den Erwartungswerten für das Jahr 2006 auf vier Optimisten fünf Pessimisten. Allen Anzeichen nach sind einige etablierte informationswirtschaftliche Teilmärkte vom Innovations- zum Preiswettbewerb unter Bedingungen der Marktkonsolidierung statt des Marktwachstums übergegangen.

108 Zusammenfassung des Trendberichts Beschäftigungsklima Mitarbeiterentwicklung 2004/2005 Tabelle 19 Abgeschlossene Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2004/2005. Im Jahr 2004/2005 machten die befragten Experten zur Mitarbeiter- und Beschäftigungsentwicklung die folgenden Erfahrungen: Abgeschlossene Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2004/2005 Ihr Unterneh- In % Ihre Branche: In % men / Ihre Einrichtung: Absolut Absolut Es gab einen Nettozuwachs , ,5 Die Zahl der Beschäftigten , ,8 blieb in etwa gleich. Es kam zu einem Nettorückgang , ,6 N Beschäftigungssituation wiederum verbessert Eigene Einrichtung: Nettozuwachs 37 % Nach diesen Ergebnissen hat sich die Beschäftigungssituation in der deutschen Informationswirtschaft aus der Sicht der befragten Experten im Jahr 2004/2005 erneut verbessert. Allerdings bleibt die Situation nach wie vor hinter den Wünschen und Hoffnungen zurück, die an die seinerzeit einzige Job-Maschine von volkswirtschaftlicher Bedeutung gerichtet werden. Aus einer einrichtungsbezogenen Sicht übertraf die Zahl der Experten, die einen Nettozuwachs an Beschäftigung meldeten, erstmalig seit 2002 die Zahl der Experten, die in der eigenen Einrichtung einen Nettorückgang hinnehmen mussten. Hier standen 108 Experten mit positiven Erfahrungen 66 Experten mit negativen Erfahrungen gegenüber. Das entspricht den prozentualen Anteilen von 37 % versus 23 %. Beschäftigungsklima. Erfahrungen 2005 Abbildung 20: Erstmalig seit 2001 befinden sich die Experten, die den Mitarbeiterbestand in ihrer Einrichtung aufstockten, in der Mehrheit.

109 Zusammenfassung des Trendberichts 109 Stabile Beschäftigung 40 % Eigene Branche: Nettozuwachs 21,5 % Allerdings ist der Anteil der Experten, nach deren Erfahrungen die Zahl der Beschäftigten... in etwa gleich geblieben war, nach wie vor hoch. Dieser Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Insgesamt 116 Experten, das sind 40 %, kreuzten diese Kategorie an. Demnach stand die Politik einer Stabilisierung der Beschäftigung im Berichtszeitraum im Mittelpunkt einer relativen Mehrheit der informationswirtschaftlichen Einrichtungen. Wie zu erwarten, sind die Einschätzungen der Experten aus einer branchenbezogenen Sicht düsterer, obgleich sich auch hier die Situation gegenüber dem Vorjahr deutlich aufgehellt hat. Allerdings gab es immer noch mehr Experten mit negativen (30 %) als positiven Erfahrungen (21,5 %). Ähnlich bei zusätzlichen Begründungen Diese Ergebnisse werden durch die zusätzlichen Beschreibungen und Begründungen der Experten weitgehend bestätigt. An Indikatorwerten ergeben sich (Tabelle 21): Tabelle 21 Beschäftigungsklima-Indikatoren I. Beschäftigungsklima für die eigene Einrichtung 2004/ / /2003 Ankreuzverfahren 1,64 0,79 0,57 Zusätzliche Begründungen 1,63 0,64 0,34 Gesamtindikator arithmetische Mitte 1,64 0,72 0,46 II. Beschäftigungsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 0,73 0,20 0,01 Zusätzliche Begründungen 0,45 0,25 nur negative Stimmen Gesamtindikator arithmetische Mitte 0,60 0,23 nahe null III. Beschäftigungsklima-Gesamtindikator (arithmetische Mitte aus I und II) 1,12 0,48 0,23 1) 1) Dieser Wert ergibt sich, falls der Gesamtindikator für das Beschäftigungsklima der eigenen Branche gleich null gesetzt wird. Anstieg des Indikators von 0,48 in 2002/ auf 1,12 in 2004/2005 Nach den Ergebnissen in Tabelle 21 stieg der Beschäftigungsgesamtklima-Indikator von 0,23 in der Periode 2002/2003 über 0,48 in der Periode 2003/2004 auf den Wert 1,12 in der Periode 2004/2005. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden: Positive und negative Einschätzungen halten sich in etwa die Waage. Das Überwiegen positiver Einschätzungen kommt vor allem deswegen

110 Zusammenfassung des Trendberichts 110 zustande, weil die befragten Experten die Beschäftigungssituation in der eigenen Einrichtung positiv einschätzten und für die eigene Einrichtung zu einem Gesamtindikator von 1,64 kamen Bezogen auf die eigene Branche kamen hingegen auf einen Experten mit positiven Einschätzungen fast immer noch zwei Experten mit skeptischer Grundhaltung. Der Wert des Gesamtindikators für die eigene Branche beträgt 0,60. Es sind eher die branchenbezogenen Einschätzungen, die ein realistisches Bild der Gesamtlage zeichnen. Vergleich Erfahrungs- mit Erwartungswerten Tabelle 22 In Tabelle 22 werden die tatsächlichen Beschäftigungsentwicklungen im Jahr 2004/2005 den entsprechenden Erwartungen aus der Vorperiode gegenübergestellt. Tatsächliche und erwartete Beschäftigungsentwicklungen für 2004/2005 Tatsächliche Entwicklung 2004/2005 Erwartete Entwicklung 2004/2005 I. Beschäftigungsklima für die eigene Einrichtung Ankreuzverfahren 1,64 2,16 Zusätzliche Begründungen 1,63 3,00 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 1,64 2,58 II. Beschäftigungsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 0,73 1,41 Zusätzliche Begründungen 0,45 1,00 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 0,60 1,21 III. Beschäftigungsklima-Gesamtindikator (arithmetische Mitte aus I und II) 1,12 1,90 Beschäftigungsentwicklung in der Tendenz richtig vorhergesagt Es ergeben sich an Beurteilungen: Die Beschäftigungsentwicklungen des Jahres 2004/2005 wurden von den Experten in der Tendenz richtig vorhergesagt. Zieht man die quantitativen Vergleichswerte heran, so müsste man allerdings die Erwartungswerte um einen Optimismus-Abschlag verringern, um zu realitätsnahen Ergebnissen zu kommen. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen gelangten wir in der Vorperiode. Damit dürften die prognostischen Qualitäten des Indikators für das Beschäftigungsklima geringer als die entsprechenden Werte für das Allgemeine Geschäftsklima sein.

111 Zusammenfassung des Trendberichts 111 Voraussichtliche Mitarbeiter-/ Beschäftigungsentwicklung Voraussichtliche Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2005/2006. Zur voraussichtlichen Beschäftigungsentwicklung machten die Experten nach dem Ankreuzverfahren die folgenden Angaben: 2005/2006 Tabelle 23 Voraussichtliche Mitarbeiter-/Beschäftigungsentwicklung 2005/2006 Ihr Unternehmen / Ihre Einrichtung: Absolut In % Ihre Branche: Absolut In % Es wird einen Nettozuwachs geben. Die Zahl der Beschäftigten wird in etwa gleich bleiben. Es wird zu einem Nettorückgang kommen , , , , , ,4 N Vor Bechäftigungswachstum in übersichtlichen Größenordnungen Nach den Erwartungen der befragten Experten wird es 2005/2006 in der deutschen Informationswirtschaft zu einem Wachstum des Mitarbeiterbestandes kommen. Dieses Wachstum dürfte in übersichtlichen Größenordnungen stattfinden. Auch ist eine Beschleunigung der Wende zum Besseren aus den Vorjahren kaum zu erwarten. Ein hoher Anteil ambivalenter Bewertungen weist auf nach wie vor bestehende bedeutende Unsicherheiten hin. Beschäftigungsklima: Erwartungen 2006 Abbildung 24: Nach allen Indikatoren ist für 2006 eine freilich übersichtlich bleibende Aufstockung des Mitarbeiterbestandes zu erwarten.

112 Zusammenfassung des Trendberichts 112 Einrichtungsbezogene Ankreuzungen Vor Zuwachs 43 % Branchenbezogene Ankreuzungen Vor Zuwachs 32 % Zusätzliche Begründungen Vergleich Erwartungen und Erfahrungen Die Ergebnisse dazu nach dem Ankreuzverfahren lauten: In den einrichtungsbezogenen Aussagen erklärten 123 Experten: Es wird einen Nettozuwachs geben. Das entspricht einem Anteil von 43 %. Dem standen lediglich 40 oder 14 % der Experten gegenüber, die meinten: Es wird zu einem Nettorückgäng (an Beschäftigung) kommen. 122 Experten oder 43 % sahen voraus, dass die Zahl der Beschäftigten... in etwa gleich bleiben werde. Auch nach den branchenbezogenen Aussagen war die Gruppe der Optimisten größer als die der Pessimisten, obgleich der Vorsprung weniger groß als bei den einrichtungsbezogenen Bewertungen war. So standen 83 optimistische Experten 63 pessimistischen Experten gegenüber. Das entspricht den prozentualen Anteilen 32 % versus 24 %. Dazu bildeten die ambivalent urteilenden Experten die größte Gruppe. Diese machte 112 Experten oder einen Anteil von 43 % an allen Experten aus. Diese Ergebnisse werden durch die zusätzlichen Kommentare nur zum Teil bestätigt, da hier mehr Experten aus Branchensicht pessimistische statt optimistische Erwartungen äußerten. In Tabelle 25 werden die beschäftigungspolitischen Erwartungen für 2005/2006 den beschäftigungspolitischen Erfahrungen aus der Vorperiode gegenübergestellt. Tabelle 25 Beschäftigungspolitische Erwartungen für 2005/2006 im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen 2004/2005 Erwartungen 2005/2006 Erfahrungen 2004/2005 I. Beschäftigungsklima für die eigene Einrichtung Ankreuzverfahren 3,08 1,64 Zusätzliche Begründungen 2,88 1,63 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 2,98 1,64 II. Beschäftigungsklima für die eigene Branche Ankreuzverfahren 1,32 0,73 Zusätzliche Begründungen 0,98 0,45 Gesamtindikator (arithmetische Mitte) 1,15 0,59 III. Beschäftigungsklima-Gesamtindikator (arithmetische Mitte aus I und II) 2,07 1,12

113 Zusammenfassung des Trendberichts 113 Verbesserungen nach allen Indikatoren Danach wird sich die beschäftigungspolitische Lage im Jahre 2006 nach allen Indikatoren im Vergleich zu den beschäftigungspolitischen Erfahrungen im Jahre 2004/2005 beachtlich verbessern. Gütermarktwirtschaftliche Begründungen Erfahrungen und Erwartungen zum Beschäftigungsklima Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bestehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zur Vorperiode sind in Tabelle 26 dargestellt. Tabelle 26 Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bestehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zur Vorperiode Beschäftigungsklima 6. Trendbericht Beschäftigungsklima 5. Trendbericht Anteil an Nennungen in % Indikatorenwerte Anteil in Nennungen in % Indikatorenwerte Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Nachfrage, Auftragslage, Investitionen Aktionsparameter des Unternehmens 15,1 1,31 22,5 1,58 29,4 10,40 32,1 1,34 53,0 0,53 43,6 0,46 Strategie, unternehmerisches Handeln Neue Produkte, neue Geschäftsbereiche, 10,6 keine negati- Diversifizierung, ven Beurtei- Marktposition lungen Effizienzsteigerungen, Reorganisation, Restrukturierung einschließlich Preiskämpfe, steigender Wettbewerbsdruck Marketing und Vertrieb 1,2 keine negativen Beurteilungen Outsourcing, Offshoring, Verlagerung 5,7 2,00 1,3 0,67 6,2 keine negativen Beurteilungen 30,6 0,05 24,6 keine positiven Beurteilungen 4,9 keine positiven Beurteilungen Weitere Größen ,4 2,29 Psychologische Größen 2,4 keine negativen Beurteilungen 1,8 2,50 Anteile an allen Beschreibungen und Begründungen in % - Gesamtindikatoren 67,5 1,23 76,9 0,83

114 Zusammenfassung des Trendberichts 114 Klassifikationsschema etwas weniger bewährt Ranking der Problemgrößen Gesamtindikator 1,23 Positive und negative Bewertungen Es ergeben sich an Resultaten: Das im Verlauf von sechs Trendberichten entwickelte Klassifikationssschema für das Beschäftigungsklima und Allgemeine Geschäftsklima hat sich für das Beschäftigungsklima in der Periode etwas weniger bewährt, weil der Anteil der Nennungen, die von dem Schema abgedeckt wurden, gegenüber der Vorperiode von 77 % auf 68 % zurückging. Dies ist vor allem durch den größeren Anteil von Beschreibungen (statt Begründungen) bedingt. Wie im Vorjahr so wurde auch in den Ergebnissen zum 6. Trendbericht vor allem auf die Aktionsparameter des Unternehmens, Nachfrage, Auftragslage, Investitionen sowie Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (in dieser Reihenfolge) verwiesen. Im Vergleich dazu waren die psychologischen und politischen Größen von vernachlässigbarer Bedeutung. Der Wert des Beschäftigungsindikators stieg von 0,83 in der Vorperiode auf 1,23 im Berichtszeitraum und damit auf einen deutlich positiven Wert. Wie im Vorjahr so wurden auch diesmal den Psychologischen Größen, der Nachfrage, Auftragslage, Investitionen sowie den Wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine positive Bedeutung für das Beschäftigungsklima zugeschrieben. Hingegen wurde die Bedeutung der Aktionsparameter des Unternehmens für das Beschäftigungsklima in beiden Perioden negativ bewertet, auch wenn der Indikatorwert von 0,46 in der Vorperiode auf 0,53 in den Ergebnissen zum 6. Trendbericht zunahm. Beschäftigungsklima: Determinanten Abbildung 27: Der Stimmungswert für die Aktionsparameter des Unternehmens stieg gegenüber der Vorperiode aber lediglich von 0,46 auf 0,53. Vergleich Beschäftigungsmit Geschäftsklima Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bestehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zum Allgemeinen Geschäftsklima sind in Tabelle 28 dargestellt.

115 Zusammenfassung des Trendberichts 115 Tabelle 28 Gütermarktwirtschaftliche Begründungen zum bestehenden und erwarteten Beschäftigungsklima im Vergleich zum Allgemeinen Geschäftsklima Beschäftigungsklima Allgemeines Geschäftsklima Anteil an Nennungen in % Indikatorenwerte Anteil in Nennungen in % Indikatorenwerte Wirtschaftliche 13,1 1,31 27,3 3,32 Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche - - 7,9 1,38 Entwicklung Markt- und Branchenentwicklung ,4 5,40 Nachfrage, Auftragslage, Investitionen Aktionsparameter des Unternehmens 29,4 10,40 26,4 2,97 53,0 0,53 35,0 1,84 Strategie, unternehmerisches 5,7 2,00 11,1 4,18 Handeln Neue Produkte, neue Geschäftsbereiche, 10,6 keine negativen 18,1 0,81 Diversifizierung, Marktposition Beurteilungen Effizienzsteigerungen, Reorganisation, 30,6 0, Restrukturierung ein- schließlich Preiskämpfe, steigender Wettbwerbsdruck Marketing und Vertrieb 1,2 keine negativen Beurteilungen 5,7 5,40 Outsourcing, Offshoring, Verlagerung 4,9 keine positiven Beurteilungen - - Psychologische Größen 2,4 keine negativen Beurteilungen 2,3 12,00 Arbeitsmarktpolitische Größen - - 3,1 1,29 Anteile an allen Beschreibungen und Begründungen in % - Gesamtindikatoren 67,5 1,23 87,1 2,26 Interpretation Klassifkationsschema besser beim Allgemeinen Geschäftsklima Es ergeben sich die folgenden Resultate: Das gebildete Klassifikationsschema deckt deutlich mehr Aussagen zum Allgemeinen Geschäftsklima (87 %) als zum Beschäftigungsklima (67 %) ab. Während der Indikatorwert zum Beschäftigungsklima 1,23 beträgt, ist der Wert zum Allgemeinen Geschäftsklima mit 2,26 deutlich höher.

116 Zusammenfassung des Trendberichts 116 Zusammenfassung 2006 wird beschäftigungspolitisch das beste Jahr. Allerdings sich nur allmählich vollziehende Verbesserungen Weiterhin beachtliche Unsicherheiten Unterschätzung beschäftigungspolitischer Gestaltungschancen Vom Innovationswettbewerb in die Konsolidierung Outsourcing wird zur gängigen Praxis. Offshoring wird relativ wichtiger. Weitere Flexibilisierungsinstrumente auf dem Vormarsch Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Auch in Beschäftigungszusammenhängen schaut die deutsche Informationswirtschaft für 2006 zuversichtlich in die Zukunft. So dürfte es insgesamt zu einem Wachstum des Mitarbeiterbestandes kommen und dürfte 2006 auch beschäftigungspolitisch das beste Jahr für die Informationswirtschaft seit den Boomjahren bis 2001 werden. Allerdings wird das Beschäftigungswachstum in übersichtlichen Größenordnungen verlaufen. In vielen informationswirtschaftlichen Einrichtungen bleibt die Konsolidierung und Stabilisierung des Mitarbeiterbestandes das vorrangige beschäftigungspolitische Gebot. Die weiterhin bestehenden besonderen Unsicherheiten werden an den hohen Anteilen ambivalenter Beurteilungen bei den befragten Experten deutlich. Anders als bei den Beschreibungen und Begründungen zum Allgemeinen Geschäftsklima tendieren die Experten dazu, die Bedeutung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu betonen und die eigenen Möglichkeiten zur Gestaltung der Unternehmensentwicklung zu unterschätzen. Wie in den Aussagen zum Allgemeinen Geschäftsklima so wurde auch in den zusätzlichen Kommentaren zum Beschäftigungsklima häufiger als in den Vorjahren betont, dass sich das Unternehmen in Preiskämpfen und unter zunehmendem Wettbewerbsdruck befinden. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich ein Teil der informationswirtschaftlichen Märkte weniger im Innovationswettbewerb denn in einer Konsolidierungsphase und einem damit einhergehenden Preiswettbewerb mit entsprechend weniger guten Aussichten für die Beschäftigungsentwicklung befindet. Outsourcing, erstmalig vor zwei Jahren von den Experten als informationswirtschaftliches Thema genannt, ist mittlerweile zu einer gängigeren Praxis geworden und eindeutiger denn je ein beschäftigungspolitisches Instrument. Das heißt, dass über eine Auslagerung von Aufgaben und einer damit vorrangig einhergehenden Reduktion von Beschäftigung am eigenen Standort die Konsolidierung des eigenen Unternehmens vorangetrieben und dessen Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt wird. Offshoring gewinnt zu Lasten von Outsourcing an Boden. Weitere Instrumente zur Flexibilisierung von Beschäftigung, beispielsweise die teilweise Abwicklung von Aufträgen über Werkverträge, wurden erstmalig von den Experten im 5. Trendbericht thematisiert. Der Einsatz dieser Instrumente dürfte sich gegenwärtig gleichfalls zur gängigeren Praxis entwickeln. Während die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes in der politischen Debatte weiter umstritten ist, setzt sie sich in der Informationswirtschaft der Tedenz nach durch.

117 Zusammenfassung des Trendberichts 117 Alle Qualifikationen rekrutierbar? Möglichkeiten zur Erhöhung der prognostischen Qualität der Indikatoren In den zusätzlichen Kommentaren zum Beschäftigungsklima wurden keine Qualifikationsprobleme genannt. Demnach sind die meisten Qualifikationen, sofern sie nicht inhouse verfügbar sind, in der gegenwärtigen Beschäftigungssituation rekrutierbar. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein struktureller Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen besteht, der durch die gegenwärtige konkunkturelle Situation lediglich überlagert worden ist. Obgleich die prognostische Qualität der erhobenen Indikatoren zum Allgemeinen Geschäftsklima höher ist als die der Indikatoren zum Beschäftigungsklima, haben sich beide Indikatorentypen im Laufe von sechs Jahren bewährt. Versuche, von den Indikatorenwerten nicht nur auf allgemeine Trends, sondern auch auf bestimmte quantitative Entwicklungen (beispielsweise auf ein bestimmtes prozentuales Wachstum) zu schließen, sollten geprüft werden.

118 Zusammenfassung des Trendberichts Beschäftigungsstrategien Maßnahmen zum Qualifikationserwerb Tabelle 29 Qualifikationsklima. Beurteilungen der Maßnahmen des Qualifikationserwerbs im Berichtszeitraum sind in Tabelle 29 wiedergegeben. Beurteilungen der Maßnahmen zum Qualifikationserwerb 2005/2006 Nennungen insgesamt Verbesserung Verschlechterung Effizienzindikator Qualifikationserwerb insgesamt ,8 % 49 32,2 % 2,10 Unternehmensintern insgesamt ,8 % ,2 % 1,92 Rekrutierung, ,2 % 52 27,8 % 2,60 Mitarbeiterauswahl Eigene Aus- und Weiterbildung ,1 % 60 30,9 % 2,23 Einbeziehung von E-Learning ,4 % 59 36,6 % 1,73 Bestandspflege der Mitarbeiter ,2 % 74 41,8 % 1,39 (z.b. Personalentwicklungspläne) Weitere Maßnahmen ,5 % 5 45,5 % 1,20 Schulen, Berufsschulen, Hochschulen insgesamt ,6 % ,4 % 1,60 Strukturelle Reformen ,7 % 82 57,3 % 0,74 Neue Ausbildungsordnungen/ ,3 % 51 34,7 % 1,88 -berufe Neue Curricula/Studiengänge ,5 % 52 32,5 % 2,08 Verbesserte Zusammenarbeit ,4 % 48 30,6 % 2,27 Bildungseinrichtungen/Wirtschaft Weitere Maßnahmen ,0 % 6 40,0 % 1,50 Private Bildungsanbieter, z.b. private Hochschulen, Seminaranbieter Politik Politische Rahmenbedingungen ,1 % 35 25,9 % 2, ,6 % ,4 % 0,26 Reform Bundesanstalt für Arbeit ,9 % ,1 % 0,31 Weitere Maßnahmen ,9 % ,1 % 0,25 der Arbeitsmarktpolitik Maßnahmen der Wachstumspolitik ,2 % ,8 % 0,21 Weitere Maßnahmen ,3 % 6 66,7 % 0,50 N ,0 % ,1 % 1,22 Längerfristige Entwicklung der Effizienzindikatoren Tabelle 30 gibt Auskunft darüber, wie sich die Indikatorenwerte nach Trägern und einzelnen Maßnahmenbereichen in den letzten vier Jahren verändert haben.

119 Zusammenfassung des Trendberichts 119 Tabelle 30 Entwicklung der Effizienzindikatoren /6 2004/5 2003/4 2002/3 Unternehmensintern ingesamt 1,92 1,32 2,71 2,74 Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl 2,60 1,55 5,56 2,56 Eigene Aus- und Weiterbildung 2,23 1,71 2,94 4,69 Einbeziehung von E-Learning 1,73 1,35 1,89 1,65 Bestandspflege der Mitarbeiter 1,39 0,94 1,39 2,00 (z.b. Personalentwicklungspläne) Weitere Maßnahmen 1,20 0,14 4,00 1,50 Schulen, Berufsschulen, Hochschulen insgesamt 1,60 1,33 1,33 1,76 Strukturelle Reformen 0,74 0,55 0,65 0,56 Neue Ausbildungsordnungen und -berufe 1,88 1,47 2,71 4,50 Neue Curricula/Studiengänge 2,08 2, ,30 Verbesserte Zusammenarbeit 2,27 1,59 1,30 0,68 Bildungseinrichtungen/Wirtschaft Weitere Maßnahmen 1,50 0,43 6,00 0,14 Private Bildungsanbieter, z. B. private Hochschulen, Seminarangebote 2,86 3,20 2,85 - Politik Politische Rahmenbedingungen 0,26 1,20 0,71 0,27 Reform Bundesanstalt für Arbeit 0,31 0,79 0,43 - Förderung Selbstständigkeit, - 1,38 1,22 - Arbeitsaufnahme Hartz IV, Agenda 2010 bzw. 0,25 1,61 0,83 0,32 Flexibilisierung des Arbeitsmarktes /2006: Weitere Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen 0, ,15 (z.b. Steuererleichterungen) 2005/2006: Maßnahmen der Wachstumspolitik Weitere politische Maßnahmen 0,50 0,80 2,00 0,31 Durchschnittliche Bewertung aller Maßnahmenbereiche 1,22 1,40 1,58 1,59 Schleichender Akzeptanzverlust des deutschen Qualifikationssystems... Nach diesen Ergebnissen ist ein kontinuierlicher Rückgang des Gesamt- Effizienzindikators von 1,59 im Jahre 2002/2003 über 1,58 im Jahre 2003/ 2004 und 1,40 im Jahre 2004/2005 auf 1,22 im Jahre 2005/2006 festzustellen. Vermutlich wäre der Wert des Effizienzindikators im Boomjahr 2001/2002 höher als der entsprechende Wert im Jahre 2002/2003 gewesen, so dass sich der aufgezeigte Trend rückwärts verlängern ließe. Auch auf der Ebene der einzelnen Träger liegen die Indikatorwerte trotz aller zwischenzeitlich eingetretenen Erholungen im Jahre 2005/2006 niedriger als im Ausgangsjahr 2002/2003.

120 Zusammenfassung des Trendberichts kann in wenigen Jahren in eine negative Bewertung umschlagen. Bedeutende zyklische Schwankungen auf Trägerebene 2002/2003: Katastrophaler Einbruch der Akzeptanzwerte des politischen Bereichs 2003/2004: Private Bildungsanbieter setzen sich gleich an die Spitze. 2004/2005: Einbruch der Akzeptanz für unternehmensinterne Qualifizierung, weil Unter nehmen ihre Bildungsinvestitionen nicht aufstockten Zweiter katastrophaler Einbruch der Akzeptanzwerte des politischen Bereiches Damit liegt die These eines schleichenden aber kontinuierlichen Akzeptanzverlustes des einst hochgeschätzten Qualifikationssystems der Bundesrepublik Deutschland nahe. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, so kann die gegenwärtig noch positive Bewertung des Systems zum Qualifikationserwerb durch die Informationswirtschaft, die hier vielleicht repräsentativ für die Wirtschaft spricht, binnen weniger Jahre in eine negative Bewertung umschlagen. Ähnliche Entwicklungen hat es in dem Bereich der Schulen gegeben. Allerdings verbergen sich hinter dem kontinuierlichen Abwärtstrend in den Gesamtbewertungen bedeutende Auf- und Abwärtsbewegungen auf der Ebene der einzelnen Träger sowie einzelner Maßnahmenbereiche zum Qualifikationserwerb: Im Boomjahr 2001/2002 wurde eine besonders kritische Haltung der informationswirtschaftlichen Experten gegenüber den öffentlichen Bildungseinrichtungen sichtbar, da diese nicht imstande waren, die dringend benötigten Qualifikationen verfügbar zu machen. 2002/2003 trat im Zuge der Bundestagswahl und den damit einhergehenden politischen Polarisierungsprozessen ein geradezu katastrophaler Einbruch politischer Akzeptanzwerte ein. So kamen angesichts eines Indikatorwertes von 0,27 auf eine wohlwollende Stimme fast vier kritische Bewertungen. 2003/2004 wurde auf Empfehlung mehrerer Experten und Verbände die neue Kategorie Private Bildungsanbieter eingeführt. Diese kamen sogleich auf einen Indikatorwert von 2,85 und setzten sich noch vor den unternehmensinternen Qualifizierungsmaßnahmen mit einem Wert von 2,71 an die Spitze. Wir vertraten seinerzeit unter Rückgriff auf die zusätzlichen Kommentare der Experten die Ansicht, dass der hohe Indikatorwert für die privaten Bildungsanbieter nicht nur, aber auch ein Ventil für die Unzufriedenheit der informationswirtschaftlichen Experten mit den etablierten staatlichen Bildungseinrichtungen war. 2004/2005 wurde die Rolle des qualifikationspolitischen Sündenbocks von der unternehmensinternen Qualifikationspolitik übernommen. Deren Akzeptanzwerte sanken von 2,71 im Vorjahr auf nunmehr 1,32 und damit in etwa auf die gleichen Werte wie die staatlichen Bildungseinrichtungen (1,33) und die Politik politische Rahmenbedingungen (1,20). Wie sich aus weiteren Antworten der Experten ergab, war der Rückgang der Akzeptanz unternehmensinterner Qualifizierung teilweise darauf zurückzuführen, dass sich zwar die wirtschaftliche Lage der informationswirtschaftlichen Unternehmen gebessert hatte. Aber diese hatten ihre Qualifizierungsmaßnahmen nicht auf den Stand der seinerzeitigen guten Jahre aufgestockt und waren damit hinter dem mutmaßlich Gebotenen zurückgeblieben. Für den politischen Bereich kam es 2005 zu einem zweiten katastrophalen Einbruch der Akzeptanzwerte. Wiederum kamen auf eine lobende Stimme fast vier zum Teil vernichtende Kritiken und war der Akzeptanzwert für 2005/2006 mit 0,26 sogar noch niedriger als der Akzeptanzwert für 2002/2003 mit 0,27. Abermals fand dieser Einbruch der Akzeptanzwerte in einem Jahr der diesmal vorgezogenen

121 Zusammenfassung des Trendberichts 121 Bundestagswahlen und einer damit einhergehenden Polarisierung der politischen Auseinandersetzungen und der weiteren Öffentlichkeit statt. Qualifikationspolitisches Klima Abbildung 31: Die Akzeptanz des deutschen Qualifikationssystems geht kontinuierlich zurück. Kommen wir in wenigen Jahren zur negativen Werten? Unternehmensinterne Qualifizierung Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl und eigene Ausund Weiterbildung vor Einbeziehung von E-Learning und Bestandspflege der Mitarbeiter Etablierte Bildungseinrichtungen In der unternehmensinternen Qualifizierung ist in längerfristiger Sicht ( ) zwischen Maßnahmenbereichen hoher, mittlerer und niedriger Effizienz zu unterscheiden: Hohe Effizienz: Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl mit Effizienzwerten zwischen 1,55 und 5,56 und den Plätzen 1 oder 2 in der Rangordnung unternehmensinterner Qualifizierungsbereiche Eigene Aus- und Weiterbildung mit Effizienzwerten zwischen 1,71 und 4,69 und den Plätzen 1 oder 2 in der Rangordnung unternehmensinterner Qualifizierungsbereiche; Mittlere Effizienz: Einbeziehung von E-Learning in unterrnehmensinterne Qualifizierungsmaßnahmen mit Effizienzwerten zwischen 1,35 und 1,89 und Platz 3 in der Rangordnung; Niedrige Effizienz: Bestandspflege der Mitarbeiter (z.b. Personalentwicklungspläne) mit Akzeptanzwerten zwischen 0,94 und 2,00 und Platz 4 in der Rangordnung unternehmensinterner Qualifizierungsbereiche. Bei den Ergebnissen zu den öffentlichen Bildungseinrichtungen kam es insoweit zu einer Polarisierung der Ergebnisse, als bei den Strukturellen Reformen die kritischen Stimmen und bei allen anderen Maßnahmenbereichen die positiven Beurteilungen in allen Erhebungen überwogen. Die einzige Ausnahme stellt der Maßnahmenbereich Verbesserte Zusammenarbeit Bildungseinrichtungen/Wirtschaft dar, der im Jahre 2002/2003 negativ bewertet wurde und auf einen Akzeptanzwert von 0,68 kam.

122 Zusammenfassung des Trendberichts 122 Strukturelles bedeutendes Reformdefizit Konstant positiv: Neue Curricula/ Studiengänge und neue Ausbildungsordnungen und -berufe Von Jahr zu Jahr eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft Einbruch für Politik Anders als für die unternehmensinterne Qualifizierung besteht bei den etablierten Bildungseinrichtungen der Konsens, dass strukturelle Reformen dringend erforderlich sind. Allerdings wurde für diesen Maßnahmenbereich 2005/2006 mit 0,74 der bislang beste Indikatorwert erzielt. Unter den anderen Maßnahmenbereichen für die etablierten Bildungseinrichtungen wurden über alle Jahre positiv bewertet: Neue Curricula/Studiengänge mit Werten zwischen 2,08 im Jahr 2005/2006 und 5,30 im Jahr 2002/2003; Neue Ausbildungsordnungen und -berufe mit Akzeptanzwerten zwischen 1,47 im Jahre 2004/2005 und 4,50 im Jahre 2002/2003. Demnach werden den öffentlichen Bildungseinrichtungen auf der Ebene konkreter Aufgabenerfüllung, wenn es um organisatorische und inhaltliche Erneuerung geht, gute, manchmal sogar sehr gute Noten gegeben. Allerdings führte die Einführung von Kurzstudiengängen an den Hochschulen in der Berichtsperiode in mehreren zusätzlichen Kommentaren zu Kritik. Für den Bereich der öffentlichen Bildungseinrichtungen gibt es über alle Jahre einen eindeutigen Trend: Die Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft wird immer besser. Hier verbesserte sich der zunächst negative Akzeptanzwert von 0,68 im Jahre 2002/2003 über 1,30 im Jahre 2003/2004 und 1,59 im Jahre 2004/2005 auf 2,27 im Jahr 2005/2006. Zuletzt wurden sogar die Werte der Effizienzindikatoren für Neue Curricula/Studiengänge (2,08) und Neue Ausbildungsordnungen und -berufe (1,88) überboten. Der zweite Einbruch der Effizienzwerte für den politischen Bereich führte zu negativen Indikatorwerten für alle Maßnahmenbereiche und dies unabhängig davon, ob eher konkret (zum Beispiel nach der Reform der Bundesanstalt für Arbeit) oder allgemein (zum Beispiel nach der qualifikationspolitischen Bedeutung von Maßnahmen der Wachstumspolitik) gefragt wurde. Dabei streuten die einzelnen Indikatorwerte zwischen 0,21 und 0,31 oder bei Einbeziehung von Weiteren Maßnahmen zur Politik zwischen 0,21 und 0,50. Angesichts dieser Ergebnisse ist wahrscheinlich, dass es ansonsten für bedenkenswert gehaltene politische Maßnahmen in der gegenwärtigen Stimmung schwer hätten, akzeptiert zu werden.

123 Zusammenfassung des Trendberichts 123 Langfristige Entwicklung des Qualifikationsklimas Abbildung 32: Die kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen lässt hoffen, dass das strukturelle Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen aufgehoben wird. Zusammenfassung Längerfristige Trends zum Qualifikationserwerb Akzeptanz des Gesamtsystems erodiert längerfristig. Keine Langfristigkeit der Orientierungen und Maßnahmen Verschiedene qualifikationspolitische Sündenböcke Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Im Rahmen des Monitoring -Projektes wurden Bewertungen des deutschen Systems des Qualifikationserwerbs seit nunmehr sechs Jahren erhoben. Damit ist eine Ermittlung längerfristiger Trends möglich geworden. Mit den Entscheidungen der Experten werden nicht nur Effizienzurteile gefällt, sondern auch Akzeptanzwerte für Institutionen und Maßnahmenbereiche für den Qualifikationserwerb sichtbar. Das einst hoch geschätzte deutsche System des Qualifikationserwerbs ist einem schleichenden, aber kontinuierlichen Prozess des Akzeptanzverlustes ausgesetzt. Derzeit wird dieses System gerade noch positiv bewertet. In wenigen Jahren können die ablehnenden Stimmen überwiegen. An allen Trägern, die für den Qualifikationserwerb erforderlich sind, wird über einen Berichtszeitraum von sechs Jahren eine Langfristigkeit der Orientierungen und Maßnahmen vermisst. Das ist bei der unternehmensinternen Qualifizierung an der mangelnden Bestandspflege für die Mitarbeiter, bei den Bildungseinrichtungen an den mangelnden strukturellen Reformen und am politischen Bereich generell festzumachen. Unabhängig von den generellen Trends gibt es zu den für den Qualifikationserwerb verantwortlichen Institutionen starke Schwankungen in der Akzeptanz. In den Boomjahren wurden die Bildungseinrichtungen für den Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen verantwortlich gemacht. Als sich die Informationswirtschaft nach der Krise der New Economy wirtschaftlich erholte, wurde Unternehmen der Vorwurf gemacht, dass sie ihre Bildungsinvestitionen nicht auf den Stand in den Boomjahren aufgestockt hatten.

124 Zusammenfassung des Trendberichts 124 Zweimalige katastrophale Einbrüche der Akzeptanz des politischen Bereiches Hohe Priorität für Rekrutierung und eigene Aus- und Weiterbildung Einstellungsprobleme leichter zu händeln Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft kontinuierlich verbessert Neue Studiengänge und Ausbildungsberufe positiv bewertet Politische Akzeptanzwerte vor zweiter Erholung Zweimal führten Bundestagswahlen und die damit einhergehende Polarisierung der Öffentlichkeit zu einem schon katastrophalen Einbruch der Akzeptanzwerte des politischen Bereiches. In den Zwischenjahren wurden die Kommunikations- und Kooperationsdefizite zwischen Informationswirtschaft und politischem Bereich offensichtlich nicht ausreichend behoben. Während Rekrutierungsprobleme und Maßnahmen der eigenen Ausund Weiterbildung bei den Unternehmen mit hoher Priorität behandelt werden, ist die Einbindung von E-Learning-Möglichkeiten in Maßnahmen der innerbetrieblichen Qualifizierung von nachgeordneter Bedeutung. Rekrutierungsprobleme sind aktuell leichter zu managen, da auf dem Arbeitsmarkt ein quantitativ mehr als ausreichendes Angebot verfügbar ist. Allerdings wird die Qualität sowohl bei Ausbildungsbewerbern als auch bei Kandidaten mit abgeschlossenem Studium weiter bemängelt und zeichnet sich in wenigen Jahren abemals eine mangelnde Verfügbarkeit dringend benötigter Qualifikationen ab. Während die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen zu Beginn der Erhebungen negativ bewertet wurde, hat sich diese seitdem kontinuierlich verbessert. Mittlerweile werden dieser Zusammenarbeit bei weiter bestehendem Verbesserungsbedarf bessere Noten als neuen Curricula und neuen Ausbildungsberufen gegeben. Bei aller Kritik im Detail und an den Ergebnissen zu Lehre und Ausbildung werden Neue Curricula/Studienordnungen sowie Neue Ausbildungsordnungen/-berufe über sechs Jahre positiv bewertet. Die Akzeptanzwerte für den politischen Bereich dürften sich in den kommenden politisch wahrscheinlich ruhigeren Jahren erholen. Dies wäre die richtige Zeit, um die Akzeptanz des politischen Bereiches, soweit diese von kurzfristigen Stimmungen abhängig ist, nachhaltiger als bisher zu stabilisieren. Freie Mitarbeit, Zeitverträge, Outsourcing Freie Mitarbeit, Zeitverträge, Outsourcing. Die Frage nach der Bedeutung von Freier Mitarbeit, Zeitverträge und Outsourcing in der gegenwärtigen Praxis der Einrichtungen der Befragten führte zu der folgenden Verteilung:

125 Zusammenfassung des Trendberichts 125 Tabelle 33 Rückgriff auf freie Mitarbeit, Werkverträge, Outsourcing? Durchschnittliche Benotung N Freie Mitarbeit 2, Zeitverträge 3, Flexibilisierung ohne Outsourcingformen 2,94 - Outsourcing 3, Nearshoring 4, Offshoring 5, Alle Outsourcingformen 4,57 - Andere Formen der Zusammenarbeit 3,01 35 Insgesamt 3, Klassifikationssystem ergänzungsbedürftig Durchschnittliche Benotung: 3,88 Outsourcing: 4,57 Offshoring: 5,13 Zur Vereinbarkeit... Das vorgelegte Klassifikationschema wurde von den befragten Experten als ergänzungsbedürftig angesehen. Als Ergänzungen ergaben sich vor allem unternehmensübergreifende Kooperationen und Netzwerke, aber auch weitere Möglichkeiten der örtlichen und zeitlichen Flexibilisierung sowie Parkmöglichkeiten für künftige Mitarbeiter, die sich eine Dauerstelle beispielsweise über Praktika und einen zweiten Arbeitsmarkt zu verdienen hoffen. Nach den Ergebnissen in Tabelle 33 bewerteten die Experten die Dringlichkeit der diversen Möglichkeiten einer Flexibilisierung von Arbeit lediglich mit der Note 3,86. Das entspricht einem Voll Ausreichend auf der herkömmlichen Zensurenskala. Lässt man die größeren Projekte in Outsourcing-Zusammenhängen außen vor, so verbessert sich die durchschnittliche Benotung auf 2,94 oder einem Befriedigend. Dagegen kommen alle Outsourcing-Formen auf eine gemeinsame Durchschnittsbewertung von 4,57 oder Vier bis Fünf. Der Outsourcing- Möglichkeit Offshoring wurde sogar nur die Note 5,13 oder die Benotung 5 minus zugeordnet. Dabei vergaben von 221 Experten 146 die Note 6 und 22 die Note 5. Das sind alles andere als sichere Indizien dafür, dass die Flexibilisierung der Arbeit in der Informationswirtschaft eine besondere Priorität in der Unternehmenspolitik genießt beziehungsweise sich in der Praxis der Informationswirtschaft weitgehend durchgesetzt hat. Diese Ergebnisse werden durch die Zusätzlichen Beschreibungen und Begründungen der Experten, die Resultate zu Outsourcing und Offshoring im 5. Trendbericht sowie Ergebnisse zum Allgemeinen Geschäftsklima und Beschäftigungsklima im 5. und 6. Trendbericht so nicht bestätigt. Wie lassen sich die Ergebnisse nach dem Ankreuzverfahren und den zusätzlichen Kommentaren der Experten miteinander verbinden?

126 Zusammenfassung des Trendberichts heterogener Ergebnisse Vorteile Keine unausgelasteten Ressourcen Dazu Verfügbarkeits- und Qualitätsargumente Risiken der Flexibilisierung Bei Outsourcing und Offshoring handelt es sich häufig um größere Projekte, die für Kleinstbetriebe nur in Ausnahmefällen infragekommen. Diese sind jedoch unter den Monitoring -Befragten überrepräsentiert. Die Befragten nahmen sich der Problematik des Outsourcing und Offshoring in der Erhebung für den 5. Trendbericht mit großem Engagement an, weil dieser aus ihrer Sicht für ihre Einrichtung und Branche eine größere längerfristige Bedeutung zukam, auch wenn kurzfristig wegen bestehender Barrieren noch nicht allzuviel erreicht werden konnte. Diesmal wurde in der Frage auf die tatsächliche gegenwärtige Praxis in den Betrieben abgestellt. Damit kann die gegenwärtige Bedeutung eines Outsourcing-Projektes gleich null sein, weil dieses erst im nächsten Jahr umgesetzt werden soll. Flexibilisierung der Arbeit kann als Prozess verstanden werden, dessen Anfänge auf informationswirtschaftlicher Teilbranchenebene bescheiden sein mögen, der aber, nachdem die entscheidenden Grundsatzfragen geklärt worden sind, an Fahrt gewinnen kann. An Vorteilen der Flexibilisierung wurden von den Experten angeführt: Ohne Flexibilisierung müsste eine Einrichtung ungeachtet kurzfristiger Schwankungen der Auftragslage immer soviel Arbeit vorhalten, dass alle Aufträge erfüllt werden können. Das führt zu ungenutzten bzw. suboptimal genutzten Ressourcen im Personalbestand zu Routinezeiten und kann einen Anreiz für Schlendrian darstellen. Es wird der Zugriff auf ein Know how verfügbar, der inhouse nicht verfügbar ist und nur unter großen Kosten in den eigenen Personalbestand zu integrieren wäre. Bestimmte Aufgaben mögen von externen Anbietern qualitativ besser als inhouse erfüllt werden. Insoweit kann auch die konventionelle Vergabe eines Auftrages an Lieferanten eine Flexibilisierung von Arbeit darstellen. Ist die Flexibilisierung der Arbeit mit Kosten und Risiken verbunden? Das ist vorzugsweise aus zwei Gründen der Fall: Bei der Flexibilisierung der Arbeit fallen Sonderkosten an. Diese können beispielsweise im Falle des Offshoring aus Transport-, Kontrollsowie Einführungs- bzw. Implementierungs- und Umstellungskosten bestehen. Diese mögen so hoch ausfallen, dass ein Offshoring für manche kleineren Unternehmen nicht infragekommt. Konventionelle Arbeitsverträge binden nicht nur den Arbeitgeber, sondern auch über seine Direktions- und Weisungsgebundenheit den Mitarbeiter. Es wird eine Sicherheit der Auftragserfüllung insbesondere bei Standardleistungen gewährleistet, die in virtuellen Kooperationsnetzwerken nicht zu erreichen sind.

127 Zusammenfassung des Trendberichts 127 Flexibilisierung der Arbeit? Abbildung 34: Eine polarisierte wirtschaftspolitische Diskussion und ein gegenwärtig noch uneinheitliches Bild. Zusammenfassung Bedeutung der Flexibilisierung aus Sicht der Informationswirtschaft überschätzt Vorzugsweise Mittel der Ergänzung konventioneller Arbeitsverhältnisse Befund kann sich im Verlauf der weiteren politischen Debatte ändern. Outsourcing und andere Formen der Flexibilisierung von Arbeit Netzwerke und Hoffnungspositionen Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Möglichkeiten der Flexibilisierung der Arbeit gewinnen nach den Ergebnissen mehrerer Trendberichte an Bedeutung. Ihre Wertigkeit wird in der polarisierten politischen Diskussion aus der Sicht der Informationswirtschaft jedoch überschätzt. Flexibilisierung der Arbeit stellt in der Informationswirtschaft vorzugsweise eine Möglichkeit der Ergänzung der nach wie vor dominierenden konventionellen Arbeitsorganisation dar. Sie dient dazu, Auftragsspitzen aufzufangen, während der Hauptteil der Aufträge nach wie vor innerhalb traditioneller Strukturen erfüllt wird. Diese Situation mag sich in einigen Jahren ändern, falls sich Formen der Flexibilisierung der Arbeit sehr viel weiter durchgesetzt haben und die Tarifbindung der Arbeitnehmerschaft weiter erodiert sein sollte. Flexibilisierung der Arbeit ist ein so komplexer Begriff, dass zu Missverständnissen in der Debatte eingeladen wird. Über die Wirkungen der Flexibilisierung liegen keine eindeutigen und vollständigen Angaben vor. Outsourcing, Nearshoring und Offshoring sind häufig Projekte zur Personalkostenreduzierung und stellen insoweit ein Instrument zur Flexibilisierung der Arbeit dar. Sie haben aus der Sicht der Informationswirtschaft eine geringere Bedeutung als die Möglichkeiten zur freien Mitarbeit und der Abschluss von Zeitverträgen. Allerdings mag bei den diversen Formen des Outsourcing von vornherein die Auslagerung größerer Aufgaben geplant sein. Weitere wichtige Formen der Flexibilisierung der Arbeit sind unternehmensübergreifende Kooperationen in Netzwerken, zusätzliche Formen der zeitlichen und örtlichen Flexibilisierung sowie die Einrichtung

128 Zusammenfassung des Trendberichts 128 men der zeitlichen und örtlichen Flexibilisierung sowie die Einrichtung von Hoffnungspositionen etwa durch Praktika in den Unternehmungen oder durch den Aufbau eines zweiten Arbeitsmarktes im Zuge einer aktiven Arbeitsmarktpolitik. Gründe dafür Eine Flexibilisierung der Arbeit wird insbesondere aus Kostengründen angestrebt, allerdings auch, um Know verfügbar zu machen und die Qualität des eigenen Angebots zu verbessern. Kein Verzicht auf Kernkompetenzen und weitere Gründe dagegen Differenziertes Abwägen auch bei Arbeitnehmern geboten Eine Flexibilisierung der Arbeit ist immer auch mit Kosten und Risiken verbunden. Sie sollte mit einer Definition der eigenen Kernkompetenzen einhergehen, das heißt, welche Aufgaben auf keinen Fall ausgelagert werden dürfen, wenn nicht auf Dauer die eigene Konkurrenz stark gemacht werden soll. Weitere Gründe, auf eine Flexibilisierung der Arbeit zu verzichten, können persönliche Kommunikationserfordernisse im Zusammenhang mit Projekten sowie der Wunsch der Kunden nach langfristig stabilen Beziehungen sein. Die Zustimmung oder Ablehnung von Flexibilisierungsvorhaben kann auch von situationsspezifischen Größen abhängen. Nahezu jede Flexibilisierung ist nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für den Mitarbeiter mit Vor- und Nachteilen verbunden. Der größeren sozialpolitischen Unsicherheit steht eine größere Souveränität und Autonomie gegenüber. Outsourcing, Nearshoring, Offshoring Tabelle 35 Outsourcing, Nearshoring, Offshoring. In einer weiteren Frage wurde nach dem aktuellen Handlungsbedarf in Richtung Outsourcing, Nearshoring und Offshoring gefragt, ohne dass dabei auf Personalkosten Bezug genommen wurde. Die Indikatorenwerte verbesserten sich zwar im Vergleich zur vorangegangenen Frage, sind aber nach wie vor niedrig: Aktueller Handlungsbedarf bei Outsourcing, Nearshoring und Offshoring Insgesamt: Durchschnittliche Benotung N Eigene Einrichtung: Durchschn. Benotung In % Eigene Branche: Durchschn. Benotung In % Outsourcing 3, , , Nearshoring 3, , , Offshoring 4, , , N 3, , , Höhere Bewertung in zusätzlichen Kommentaren Auf der anderen Seite wurde die Bedeutung von Outsourcing, Nearshoring und Offshoring durch die zusätzlichen Kommentare der Experten kaum relativiert.

129 Zusammenfassung des Trendberichts 129 Outsourcing, Nearshoring, Offshoring Abbildung 36: Mittlerweile liegen genügend Erfahrungen vor, um Outsourcing, Nearshoring und Offshoring zum Erfolg zu führen. Zusammenfassung Legitime und Erfolg versprechende Maßnahmen Deutsche Outsourcing-Branche weiter gestärkt, aber auch mit Problemen behaftet Forderung der Vorhaben durch Preiswettbewerb Im Prinzip ausreichende Erfahrungen Unter Hinzunahme weiterer vorliegender Ergebnisse zu Outsourcing, Nearshoring und Offshoring ergeben sich als Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Vor allem Outsourcing, aber auch Nearshoring und Offshoring haben sich in der Informationswirtschaft im Prinzip als legitime und Erfolg versprechende Praxis durchgesetzt und sind für eine Reihe von Großunternehmen, zunehmend auch für kleinere Unternehmen, von besonderer Bedeutung. Die Bedeutung der Outsourcing-Branche in Deutschland, die Auslagerungen informationswirtschaftlicher Unternehmen übernimmt, dürfte weiter zugenommen haben. Die Branche sieht sich aber auch in deutlicher Konkurrenz zu Nearshoring- und Offshoring-Angeboten. Es gibt Hybrid-Projekte in der Weise, dass Outsourcing-Projekte von deutschen Outsourcing-Anbietern teilweise an Anbieter in weitere Welteregionen weitergegeben werden. Der wichtigste Grund für Outsourcing, Nearshoring und Offshoring sind nach wie vor Kostenreduzierungen, vor allem Verringerungen von Personalkosten. Die Unternehmen sind mehr denn je gezwungen, aufgrund eines intensiver gewordenen Wettbewerbs auch auf den Binnenmärkten und einer damit einhergehenden Preiskonkurrenz in entsprechende Vorhaben einzusteigen. Es liegen mittlerweile genügend Erfahrungen vor, um auch Nearshoring- und Offshoring-Projekte zum Erfolg zu führen. Gemeinsame Initiative von Wirtschaft und Politik Eine gemeinsame Initiative von Wirtschaft und Politik zur Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland könnte den bestehenden Trend zu Nearshoring und Offshoring verlangsamen und die dabei entstehenden Arbeitsplatzverluste in Grenzen halten.

130 Zusammenfassung des Trendberichts Unternehmensstrategien M&A, Beteiligungen Tabelle 37 Merger & Acquisitions, Beteiligungen: Aktueller Handlungsbedarf. Die Frage nach dem aktuellen Handlungsbedarf im Bereich Merger & Acquisitions, Beteiligungen führte zu den Bewertungen 4,73 und 4,01 nach Schulnoten: Aktueller Handlungsbedarf bei Merger & Acquisitions, Beteiligungen Durchschnittliche Benotung N Beteiligungen an meinem Unternehmen, Möglichkeiten einer Übernahme oder weiterer Verschmelzungen Expansion des eigenen Unternehmens: Beteiligungen, Übernahme anderer Unternehmen 4, , Insgesamt 4, Auch Wünschbarkeit mitbewertet Gründe gegen eine Übernahme Die niedrigen Benotungen lassen sich damit begründen, dass M&A- Prozesse für viele Unternehmensbereiche und -ebenen, auch wenn sie konkret anstehen, keine Rolle in den Arbeitsabläufen spielen. Zudem wurde die Wünschbarkeit von Übernahmen bewertet. Insbesondere wurden passive Übernahmen abgelehnt, da Experten in der Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens einen Selbstzweck sahen. An Gründen, die gegen eine Übernahme sprechen, wurden von den Experten genannt: Zugehörigkeit zum öffentlichen Bereich oder Zugehörigkeit zum privaten Sektor, aber nicht gewinnorientiert; junges und/oder kleines Unternehmen, an dem folglich kein Übernahmeinteresse besteht und das selbst über keine Möglichkeiten verfügt, andere Unternehmen zu übernehmen; nicht an der Börse gehandelt, so dass keine Möglichkeit einer feindlichen Übernahme besteht; Übernahme oder Übernommen-werden würden die eigene Leistungsfähigkeit beeinträchtigen; Unabhängigkeit als eigenständiges Unternehmensziel; Übernahmen führen häufig nicht zu den erhofften synergetischen Effekten; Übernahme durch professionelle Anleger würde zu einer Vernichtung von Arbeitsplätzen führen. Gründe dafür An Gründen für Beteiligungen und Übernahmen im Unternehmensbereich wurden genannt: Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten, Finanzierung des Wachstums und der Expansion durch Aufnahme von Partnern; M&A, Beteiligungen als Teil einer Internationalisierungsstrategie;

131 Zusammenfassung des Trendberichts 131 Verbesserung der Know how-basis, Übernahme der Unique Selling Points der zu übernehmenden Firma, Verringerung und Ausschaltung von Konkurrenz, Sicherstellung synergetischer Effekte; Schrumpfung auf Nutzung besonders profitabler Kernkompetenzen; M&A, Beteiligungen als eigener Geschäftsbereich, Umsetzung von Strategien zur Optimierung des eigenen Portfolios. Merger & Acquisitions, Beteiligungen: Aktueller Handlungsbedarf Abbildung 38: Passive Übernahmen werden abgelehnt, weil die Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens einen Eigenwert hat. Vorteilsindikator 1,36 Merger & Acquisitions, Beteiligungen: Vorteile und Nachteile. Die Experten wurden ferner gebeten, die Vor- und Nachteile von M&A, Beteiligungen zu benennen. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 39 und 40 wiedergegeben. Nach diesen Ergebnissen stehen 179 Nennungen von Vorteilen 132 Nennungen von Nachteilen gegenüber. Der Wert des Vorteilsindikators beträgt demnach 1,36. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert. Die wichtigsten sechs Vorteile und Strategien Es wurden vor allem sechs Vorteilsbereiche von Merger & Acquisitions, Beteiligungen mit einem Anteil zwischen 8 % und 17 % an allen genannten Vorteilen genannt. Alle weiteren genannten Vorteile vereinigten lediglich einen Anteil von unter 5 % auf sich. Entsprechend der hauptsächlich genannten Vorteilsbereiche kann bei Merger & Acquisitions, Beteiligungen zwischen verschiedenen Strategien unterschieden werden: einer auf Marktbereinigung zielenden Strategie, einer wachstumsorientierten Strategie, einer portefeuilleorientierten Strategie, einer innovationsorientierten Strategie, ener kosten- und prozessorientierten Strategie sowie einer Internationalisierungsstrategie.

132 Zusammenfassung des Trendberichts 132 M&A-Strategien auf jungen und etablierten Märkten Empirisch dürften wachstums-, portefeuille-, innovationsorientierte Strategien und eine auf weitergehende Internationalisierung angelegte Strategie für junge expandierende Märkte mit einem hohen Innovationspotenzial typisch sein und nicht selten gemeinsam betrieben werden. Umgekehrt dürften Strategien, die auf eine Marktbereinigung zielen, sowie Strategien gemeinsamer Kostenreduzierung und Prozessrationalisierung für etablierte Märkte mit einem gering gewordenen Innovationspotenzial typisch und zum Teil miteinander gekoppelt sein. Es entspricht der optimistischeren Sicht der Experten von der eigenen Einrichtung und ihren Potenzialen, dass man sich selbst stärker in der Innovations- und Wachstumskonkurrenz und die eigene Branche stärker in der Konsolidierungskonkurrenz sah. Von dieser Tendenz machte lediglich die Strategie Aufbau einer internationalen Marktpräsenz eine Ausnahme.

133 Zusammenfassung des Trendberichts 133 Tabelle 39 Vorteile Merger & Acquisitions, Beteiligungen Insgesamt: Absolut in % Eigene Einrichtung: Absolut In % Branche: Absolut In % Beschreibungen, nicht ausdrücklich auf die eigene Einrichtung bezogen 5 2,6 4 3,5 1 1,3 Vorteile , , ,2 Prinzipiell vorteilhaft, 5 2,6 2 1,7 3 3,9 neue Potenziale Unabhängigkeit, Strategie, 6 3,1 4 3,5 2 2,6 flexibleres Entscheiden, größere Schlagkraft und Handlungsfähigkeit Bessere Finanzierungsmög- 7 3,6 5 4,3 2 2,6 lichkeiten, bessere Kapitalausstattung Mehr Beteiligungschancen 3 1,6 2 1,7 1 1,3 Langfristige Überlebens- 2 1,0 2 1,7 - - chancen, mehr Sicherheit Marktbereinigung, Markt , , ,1 macht, Verteidigungsmacht, Marktkonsolidierung Wachstum, notwendige 26 13, ,7 8 10,4 Größe muss erreicht werden, mehr Kunden Mehr Umsätze 4 2,1 3 2,6 1 1,3 Internationale Präsenz, teil- 15 7,8 8 7,0 7 9,1 weise verbunden mit nationaler Marktpräsenz Diversifizierung, größere 23 12, ,8 6 7,8 Angebotspalette, neue Geschäftsfelder Sinkende Preise 1 0, ,3 Image, Marketingchancen 4 2,1 4 3,5 - - Know how, mehr Kompe , ,0 8 10,4 tenz und Technologiekompetenz, Kreativität, Innovationsfähigkeit, mehr Forschung Weniger Kosten, Prozess- 18 9,4 5 4, ,9 orientierung, Skaleneffekte Vertrieb 2 1, ,6 Vorteile für einzelne Gruppen 1 0,5 1 0,9 - - Nachteile 3 1, ,9 Kommt nicht oder kaum infrage 10 5,2 8 7,0 2 2,6 Kommt infrage 1 0,5 1 0,9 - - N

134 Zusammenfassung des Trendberichts 134 Tabelle 40 Nachteile Merger & Acquisitions, Beteiligungen Insgesamt: Absolut in % Eigene Einricht.: Absolut In % Branche: Absolut In % Nachteile , , ,7 M&A-Vorbereitung: schwierig 7 4,8 4 5,3 3 4,2 festzustellen, wer übernommen werden soll Risiken des Findens eines falschen Partners Überschätzung der Chancen rechtliche Probleme Finanzielle, soziale und 14 9, ,5 3 4,2 kulturelle Umsetzungskosten Risiken des Gelingens, 11 7,5 5 6,6 6 8,5 mögliche Erfolglosigkeit Konflikt zwischen 1 0, ,4 langfristigen und kurzfristigen Interessen Zu viel Bürokratie zu viele 20 13, ,4 6 8,5 Leute, die mitreden Immobilismus zu wenige Gestaltungsspielräume Flexibilitäts-, Stabilitäts- 7 4,8 5 6,6 2 2,8 verluste, Formalisierung Verlust von Steuerbarkeit und Kontrolle Planungsprobleme Rückläufige Innovationsfä- 14 9,5 7 9,2 7 9,8 higkeit, Know how-verluste Finanzierungsprobleme 2 1,4 2 2,7 - - Monopolbildung, Verschär ,9 4 5, ,9 fung des Wettbewerbs, M&A auf Kosten des Mittelstandes Zwang zum Wachstum 1 0,7 1 1,3 - - Qualitätsverluste 4 2,7 1 1,3 3 4,2 Vielfältigkeitsverluste Überfremdung 1 0,7 1 1,3 Internationale Konkurrenz 1 0, ,4 Preiserhöhungen, 5 3, ,1 Preiskämpfe Mangelnde regionale und 4 2,7 4 5,3 - - produktbezogene Fokussierung Überkapazitäten 1 0,7 1 1,3 - - Vertrieb 4 2,7 1 1,3 3 4,2 Keine Synergien 1 0, ,4 Personalabbau, teilweise 14 9,5 5 6,6 9 12,7 verbunden mit Verlagerungen ins Ausland Politischer Einfluss 1 0, ,4 der Großunternehmen Keine Nachteile 6 4,1 5 6,6 1 1,4 Trifft nicht auf uns zu 12 8,2 5 6,6 7 9,9 N

135 Zusammenfassung des Trendberichts 135 Strategien auf jungen Märkten An M&A-Strategien auf jungen Märkten ergaben sich aus der Sicht der Experten vor allem die folgenden: Wachstum, mehr Umsatz, notwendige kritische Masse muss erreicht werden, mehr Kunden (16 % aller Vorteile); Diversifizierung, größere Angebotspalette, neue Geschäftsfelder (12 %); mehr Know how, (Technologie-)Kompetenz und -transfer, mehr Kreativität, Innovationsfähigkeit und Forschung (12 %) sowie Stärkung internationaler Marktpräsenz teilweise verbunden mit Stärkung nationaler Marktpräsenz (8 %). Strategien auf etablierten Märkten Weitere Vorteile An Strategien auf etablierten Märkten ergaben sich vor allem diese: Marktbereinigung, Marktmacht, Verteidigungsmacht, Marktkonsolidierung (17 % aller Vorteile); weniger Kosten, Prozessorientierung, Skaleneffekte (9 %). An nachgeordneten Vorteilen, die sich gleichzeitig nicht eindeutig den jungen oder etablierten Märkten zuordnen lassen, wurden vorzugsweise genannt: bessere Finanzierungsmöglichkeiten, bessere Kapitalausstattung (4 %); mehr Unabhängigkeit, bessere Strategie, flexibleres Entscheiden, größere Schlagkraft und größere Handlungsfähigkeit (3 %); besseres Image, mehr Chancen für Marketing und Vertrieb (3 %); Sicherstellung langfristiger Überlebenschancen, mehr Sicherheit (1 %). M & A, Beteiligungen: Vorteile, Herausforderungen Abbildung 41: Synergetische Effekte stellen sich ein, wenn Vorbereitung und Umsetzung eines Merger gelingen. Davon kann keineswegs immer ausgegangen werden. Vorrangige Nachteilsbereiche An vorrangigen Nachteilsbereichen von Merger & Acquisitions, Beteiligungen ergeben sich vor allem vier Bereiche:

136 Zusammenfassung des Trendberichts 136 M&A-Prozess 23 % Interne Bürokratisierung 29 % Monopolbildungen, Entwicklungen zu Lasten der KMUs 11 % Personalabbau 10 % Nur negative Stimmen: M&A-Prozess Monopolisierung Personalabbau Die Vorbereitung und Umsetzung eines M&A-Prozesse gelang nicht oder nur teilweise oder war mit hohen Kosten verbunden. Dieser Bereich vereinigt 23 % der Nennungen auf die Frage nach Nachteilen auf sich. Das Ergebnis eines M&A-Prozesses war eine interne Bürokratisierung und eine suboptimale Ausnutzung der unternehmerischen Potenziale im eigenen Unternehmen. Dieser Bereich kommt auf 29 % aller Nennungen zur Nachteilsfrage. Im Rahmen eines dritten Nachteilsbereiches wurde weniger einzelwirtschaftlich als marktbezogen und volkswirtschaftlich diskutiert und auf bestehende Monopolbildungen und Verschlechterungen der Chancen für den selbstständigen Mittelstand hingewiesen. Darunter fallen 11 % aller Nennungen. Hinzu kam der Nachteilsbereich Abbau des Mitarbeiterbestandes mit 14 Nennungen und einem Anteil an allen Nennungen zu Nachteilen von 10 %. Den negativen Stimmen zum M&A-Prozess und seinen Ergebnissen zu Monopolbildungen, Entwicklungen zu Lasten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie zum Personalabbau waren keine positiven Stimmen gegenüberzustellen. Demnach ist aus der Sicht der Informationswirtschaft eindeutig von folgenden Zusammenhängen auszugehen: M&A-Prozesse verlaufen grundsätzlich kompliziert und zum guten Teil unerfreulich und bleiben meistens hinter den erwarteten Ergebnissen zurück. Merger & Acquisitions, Beteiligungen führen zu Wettbewerbsproblemen und häufig etwa über den Aufkauf eines mittelständischen Unternehmens oder der Akkumulation von Marktmacht zu Lasten mittelständischer Lieferanten zu mittelstandsunfreundlichen Ergebnissen. Es wird netto immer nur Personal abgebaut statt neue Arbeitsstellen zu schaffen. Allein zum Nachteilsbereich interne Bürokratisierung, suboptimale Ausschöpfung von Unternehmerpotenzialen gab es allerdings nur wenige Gegenstimmen. M&A-Prozess Der M&A-Prozess mit einem Anteil von 23 % an allen Nennungen zur Nachteilsfrage unterteilt sich in die folgenden vier Unterbereiche: M&A-Vorbereitung: schwierig festzustellen, wer übernommen werden soll Risiken des Findens des richtigen Partners Überschätzung der Chancen von M&A rechtliche, kartellrechtliche und weitere zum Teil unerwartete Vorbereitungsprobleme (mit 5 % aller Nennungen); finanzielle, soziale und unternehmenskulturelle Umsetzungskosten (8,5 %); Risiken des Gelingens, mögliche Erfolglosigkeit (7,5 %); Konflikte zwischen kurzfristigen und langfristigen Interessen der fusionierenden Unternehmen,.

137 Zusammenfassung des Trendberichts 137 Interne Bürokratisierung Der Nachteilsbereich Interne Bürokratisierung, suboptimale Ausschöpfung von Unternehmenspotenzialen war in drei Teilbereiche zu unterteilen: zu viel Bürokratie zu viele Leute, die mitreden keine Gestaltungsspielräume (14 %); Flexibilitäts- und Stabilitätsverluste hoher Grad an Formalisierung Verlust von Steuerbarkeit und Kontrolle Planungsprobleme (5 %); rückläufige Innovationsfähigkeit, Know how-verluste (9,5 %). Dem letzten Nachteilsbereich lassen sich noch die Nennungen zu Qualitätsverlusten Vielfältigkeitsverlusten sowie mangelnde regionale und produktbezogene Fokussierung zuordnen. Zusammenfassung In Tagespolitik weitgehend ausgeblendet Aber Bedeutung hat zugenommen. Zwischen 15 % und 46 % mit konkreten Erfahrungen Hochprofessionelle Beteiligungsbranche nur als Selbst-, nicht als Fremdbild Merger-Vorbereitung ohne Gedanken an das Später Was der Einigung nützt, schadet wahrscheinlich später. Analogien zum Public Sector werden nicht beachtet. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Merger & Acqusitions, Beteiligungen spielen in den jahrespolitischen Orientierungen der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene, von wenigen Großunternehmen und auf M&A spezialisierte Unternehmen abgesehen, keine besondere Rolle. Man befasst sich mit ihnen, wenn sie anstehen. Alllerdings hat die Bedeutung von Merger & Acquisitions in den letzten Jahren so zugenommen, dass sie zu Determinanten des Allgemeinen Geschäftsklimas und Beschäftigungsklimas geworden sind. Je nach Definition verfügten zwischen 15 % und 46 % der befragten Experten über konkrete Erfahrungen mit Merger & Acquisitions, Beteiligungen. Das Selbstbild einer M&A- und Beteiligungsbranche, das Unternehmen übernimmt, um sie fit zu machen und dabei in hohem Maße professionell vorgeht und typischerweise erfolgreich ist, wird von der Informationswirtschaft so nicht und von der Politik so erst recht nicht geteilt. Die Vorbereitung eines Zusammenschlusses zwischen Unternehmungen gestaltet sich häufig so schwierig, weil Überlegungen zur Umsetzung dieses Zusammenschlusses vielfach auf später dies zu Lasten der Effizienz des Umsetzungsprozesses verschoben werden und eine realistische Festlegung von Zielen aus Rücksicht auf die Interessen vieler Stakeholder unterlassen wird. Der Verzicht, klar zwischen Gründen und Motiven, dem Verhandlungsprozess, dem Umsetzungsprozess und den Ergebnissen eines M&A-Prozesses zu unterscheiden, macht in der realen M&A- Verhandlungspraxis taktisch Sinn und kann eine Übernahme erleichtern. Allerdings werden so die Erfolgschancen der neuen Unternehmensgruppe letztendlich geschmälert. Zwischen M&A, Beteiligungen und ihren Pendants im öffentlichen Bereich bestehen wesentliche Ähnlichkeiten. Diese werden nicht gesehen, so dass es zu keinem Austausch von Erfahrungen kommt. Dies geschieht zu Lasten der Effizienz organisationsübergreifender

138 Zusammenfassung des Trendberichts 138 Dies geschieht zu Lasten der Effizienz organisationsübergreifender struktureller Veränderungen im Public Sector. Ergebnisse bleiben häufig hinter den Absichten zurück. Vorteile vorhanden, stehen jedoch unter Vorbehalt M&A-Strategien auf jungen und etablierten Märkten Informationswirtschaft weiterhin mit vielen jungen Märkten Bessere Finanzierungschancen von nachgeordneter Bedeutung M&A-Prozesse sind immer kompliziert. Mittelstandsunerfreuliche Ergebnisse Immer nur Personalabbau M&A, Beteiligungsprozesse sind so individuell, dass die entscheidenden Problemgrößen und ihre relativen Bedeutungen von Fall zu Fall variieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit eines M&A kaum vorausgesagt werden kann. Es besteht aber eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Resultate eines M&A hinter den bekundeten Absichten zurückbleiben. Die Befragten nannten zwar eine große Anzahl an Vorteilen von M&A. Diese standen aber unter dem Vorbehalt, dass sie sich nur dann realisieren, wenn ein Merger erfolgreich umgesetzt wird. Davon kann in vielen Fällen nicht ausgegangen werden. Nach den genannten Vorteilen lässt sich zwischen M&A-Strategien auf jungen Märkten mit hohem Innovationsgrad und etablierten Märkten unter hohem Konsolidierungsdruck unterscheiden. Für junge Märkte ergeben sich wachstumsorientierte, portefeuilleorientierte, innovationsorientierte und internationalisierungsorientierte Strategien, für etablierte Märkte eine auf Marktbereinigung zielende sowie eine kosten- und prozessorientierte Strategie. Stellt man die Anzahl der Nennungen zu jungen Märkten der Anzahl der Nennungen zu etablierten Märkten gegenüber, so erhält man einen Indikator für die aktuellen Wachstums und Innovationspotenziale der Informationswirtschaft. Der aktuelle Wert von 1,78 zeigt an, dass die Informationswirtschaft nach wie vor eine hochinnovative Branche ist. Allerdings sind einzelne Teilmärkte in den letzten Jahren vom Innovations- zum Preiswettbewerb übergegangen. Bessere Finanzierungsmöglichkeiten und eine bessere Kapitalausstattung sind bei Merger & Acquisitions ebenso von nachgeordneter Bedeutung wie die mögliche Zusammenlegung von Marketing und Vertrieb. M&A-Prozesse ihre Vorbereitung, ihre finanzielle, soziale und unternehmenskulturelle Umsetzung sowie das Handling der bestehenden Risiken des Gelingens verlaufen grundsätzlich kompliziert und zum guten Teil unerfreulich und bleiben meistens hinter den gefundenen Ergebnissen zurück. M&A führen zu Wettbewerbsproblemen und häufig etwa über den Aufkauf eines mittelständischen Unternehmens oder der Akkumulation von Marktmacht zu Lasten mittelständischer Lieferanten zu mittelstandsunfreundlichen Ergebnissen. Es wird immer nur Personal abgebaut statt neue Arbeitsplätze zu schaffen. Damit bleibt die M&A-Praxis zumindest dann, wenn sie sich auf jungen Märkten bewegt, hinter den eigenen Bekundungen und den möglichen Ergebnissen zurück.

139 Zusammenfassung des Trendberichts 139 Interne Bürokratisierung, suboptimale Ausschöpfung unternehmerischer Potenziale Qualitäts- und Vielfältigkeitsverluste Kein wirtschaftspolitischer Handlungs-, aber Diskussionsbedarf Strategische Weiterentwicklung der IT Zu den kritischen Bewertungen der Experten zum M&A-Prozess, den ordnungspolitischen Folgen von M&A und zum Personallabbau im Zuge von Merger-Prozessen gab es unter den befragten Experten keine Gegenstimmen. Dies war beim Nachteilsbereich Interne Bürokratisierung, suboptimale Ausschöpfung unternehmerischer Potenziale als Folge von Mergers & Akquisitions, Beteiligungen mit wenigen Gegenstimmen nur ein wenig anders. Weitere weniger bedeutsame Nachteile von M&A, Beteiligungen sind Qualitätsverluste, Vielfältigkeitsverluste sowie mangelnde regionale und produktbezogene Fokussierung. Es gibt kein wirtschaftspolitisches Instrumentarium, mit dem M&A- Prozesse, Beteilungen zu steuern oder gar zu begrenzen wären. Solches würde auch als unerwünscht angesehen. Aber wenn viele M&A-Prozesse nur begrenzt gelingen, ohne dass dies auf die Menge und das Volumen entsprechender Aktivitäten Einfluss nimmt noch nachhaltige Lernprozessen im Hinblick auf künftige Verschmelzungen stattfinden, dann sollte eine Debatte über den Sinn mancher Zusammenschlüsse und eine Effektuierung von M&A- Prozessen beginnen. Der Verlauf einer solchen Debatte und die Verbreitung ihrer Ergebnisse sollte professionell begleitet werden. Strategische Weiterentwicklung interner Informationstechnik. Zum Weiterentwicklungsbedarf interner Informationstechnik in den nächsten drei Jahren vergaben die Experten das folgende Ranking. Tabelle 42 Weiterentwicklungsbedarf interner Informationstechnik in den nächsten drei Jahren Durchschnittliche Benotung N Weitere Bereiche 1,97 29 Weitere IT-Sicherheit (außer Biometrie) 2, Collaboration-, Workflow-Management 2, Wissensmanagement 2, Business Intelligence, Data Mining 2, Dokumentenmanagement 2, Content Management 2, Alle Bereiche 2, E-Learning, Blended Learning 3, Expertensysteme 3, Biometrie 4, Ranking in Tabelle 41 mehrfach abgesichert Die in Tabelle 43 dargestellte Rangordnung wurde durch weitere Ergebnisse mehrfach abgesichert und kann für Anbieter und Anwender eine Liste mit wertvollen Hinweisen für die Unternehmenspolitik der kommenden Jahre sein.

140 Zusammenfassung des Trendberichts 140 Weiterentwicklung interner IT Abbildung 43: IT-Sicherheit ist auch aus Anwendersicht von prioritärer Bedeutung. Die Aussichten der Biometrie werden kurzfristig als geringfügig eingeschätzt. Embedded Systems mit großer Zukunft? Es bestehen Anzeichen, dass Embedded Systems zu einem Geschäftsund Anwendungsbereich von größerer Bedeutung aufsteigen. Bereits in der 2. Trendumfrage hatten die Experten mehrfach der Ansicht zugestimmt, dass die Informationswirtschaft zu ihren größten Erfolgen im engen Zusammenwirken mit den klassischen deutschen Exportbranchen und einer Anreicherung deren Produkte kommen kann. Konvergenz Tabelle 44 Konvergenz. Diverse Konvergenzbereiche wurden von den Experten wie folgt bewertet: Synergien zwischen Technologien, Produkten, Anwendungen und Geschäftsbereichen durch Konvergenzprozesse Durchschnittliche Benotung N: Kommunikation (z.b. VoiP) 1, Transaktion (z.b. Online-Zahlungen) 2, Weitere Bereiche 2,31 13 Triple Play (z.b. Vernetzung von Internet, 2, Telefon und Fernsehen) Information (z.b. Digitale Archive für alle Medien) 2, Alle Bereiche 2, Hardware (z.b. Anreicherung von Mobiltelefonen, 2, Online-Spielkonsolen) Unterhaltung (z.b. Digitales Heim) 2,83 267

141 Zusammenfassung des Trendberichts 141 Durchschnittsbewertung 2,40 Die Experten bewerteten die künftige Bedeutung von Konvergenzprozessen mit der Durchschnittsnote 2,40. Das ist trotz der zu Problematisierungen einladenden Frageformulierung ein wesentlich besserer Wert, als er für die strategische Weiterentwicklung der Informationstechnik vergeben wurde und der auch innerhalb der aussichtsreichen Geschäftsbereiche eine ordentliche Bewertung wäre. Ähnliche Resultate ergeben sich, wenn man die zusätzlichen Kommentare der Experten einbezieht. Konvergenz Abbildung 45: Produkte mit den Funktionen Kommunikation und Transaktion liegen bei Konvergenzprozesse vorn. Polarisierung der Meinungen zwischen Enthusiasten und Skeptikern Zusammenfassung Umfassendes Phänomen der Konvergenz Vorschlag einer teminologischen Klärung Die Behandlung grundlegender Fragen zur Konvergenz führte zu einer Polarisierung der Meinungen zwischen Enthusiasten und Skeptikern. Einerseits ist die Idee rund um Triple Play viel zu gut, als dass sie sich nicht auf Dauer durchsetzen sollte. Andererseits kommen Innovationen und Durchbrüche auf dem Markt meistens später als man im Falle hoher Erwartungen wahrhaben will. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: In der Informationswirtschaft gehen Konvergenzprozesse weit über das häufig erörterte Triple Play, also der Vernetzung von Internet, Telefon und Fernsehen, hinaus. Sie umfassen eine Vielzahl von Prozessen des Zusammenwachsens zwischen Technologien, Produkten, Anwendungen, Geschäftsbereichen und Teilmärkten und tragen zum kontinuierlichen rapiden Strukturwandel in der Informationswirtschaft bei. Um die anhaltenden Konvergenzprozesse terminologisch in den Griff zu bekommen, wird vorgeschlagen, über Triple Play hinaus zwischen Hardware und Software sowie zwischen den Funktionen Kommunikation, Information, Transaktion und Entertainment sowie zwischen mobilen und weiteren Lösungen zu unterscheiden.

142 Zusammenfassung des Trendberichts 142 Macht Konvergenz einfacher und nutzerfreundlicher? Prognostische Qualitäten der Experten von 2000 Optimistische Gesamteinschätzung, aber auch skeptische Minderheit Kommunikation vorn Ebenso Transaktion Fortschritte bei Information enttäuschend Triple Play : leicht überdurchschnittlich Hardware und Entertainment unterdurchschnittlich Der universale Wunsch nach nutzerfreundlichen und einfachen Produkten verspricht durch Konvergenzprozesse weitgehend befriedigt zu werden. Man denke an das eine Endgerät für den Consumer (einschließlich der dorthin führenden Zwischenschritte ).. Eine Vorschau auf Konvergenzprozesse aus dem Jahre 2000 bis zum Jahr 2005 lässt sich in Teilen als Erfolgsbericht, teilweise als andauernde Verspätung von Innovationen und teilweise als Anforderungskatalog für künftige Engagements in Konvergenzbereichen lesen. Hingegen handelt es sich keineswegs um eine Ideensammlung, über die die Zeit mittlerweile hinweggegangen ist. Die Zukunft von Konvergenzprodukten wird zum Teil enthusiastisch, von einer Minderheit allerdings skeptisch bewertet. Optimistische Haltungen kommen desto stärker zum Zuge, je mehr eine Bezugnahme auf konkrete Produkt- und Produktbereiche erfolgt. Dem Funktionsbereich Kommunikation wurde seitens der Experten die Bestbenotung mit dem Wert 1,98 oder der Benotung Zwei plus zuerkannt. Dies geschah vor allem wegen der flächendeckend werdenden Durchsetzung von Voice over IP in der Geschäftswelt und dem anhaltenden Siegeszug der Breitbandanschlüsse. Die Erwartungen an Transaktionsdiensten (Bewertung: 2,22), beispielsweise an Online-Bezahlsysteme, haben sich seit dem Jahr 2000 weitgehend erfüllt. Es bestehen aber nach wie vor weitgehende Verbesserungsmöglichkeiten durch Konvergenzprodukte. Hingegen haben sich die Erwartungen an Informationsdienste im Konvergenzbereich aus dem Jahr 2000 eher nicht erfüllt. Die Aussichten in diesem Bereich wurden mit 2,37 gerade noch überdurchschnittlich bewertet. Auch gab es mehrere kritische Kommentare. Triple Play wurde von den Experten auch wegen seiner besonderen Einsatzmöglichkeiten vor allem in privaten Haushalten lediglich mit der leicht überdurchschnittlichen Note von 2,34 bedacht. Insoweit wird der derzeitige Hype um Triple Play in der öffentlichen Diskussion durch diese Umfrage nicht bestätigt. Die langfristig bestehenden Entwicklungspotenziale sind jedoch als hoch anzusehen. Hardware und Entertainment kamen mit 2,68 und 2,83 zu unterdurchschnittlichen Benotungen, weil die entscheidenden Impulse auch bei Konvergenzprozessen von der Software gesetzt werden und der Consumer Bereich nach wie vor dem B2B-Bereich folgt. Allerdings entstehen für den privaten und öffentlichen Bereich Nachholbedarfe.

143 Zusammenfassung des Trendberichts Besondere Geschäftschancen für die kommenden Jahre Über Bewertungen für 22 Geschäftsbereiche Entwicklung der Aussichten Tabelle 46 Zu den Geschäftsaussichten der kommenden Jahre wurden den Experten 22 Geschäftsbereiche vorgelegt, darunter erstmalig RFID. Insgesamt wurden mehr als Bewertungen abgegeben. Das bedeutet, dass sich zwischen 222 und 264 Experten an der Bewertung der wirtschaftlichen Aussichten von Geschäftsbereichen beteiligten. Das sind zwischen 75 % und 89 % aller Befragten. Die Entwicklung der Geschäftsaussichten, wie sie seitens der Experten in den Jahren eingeschätzt wurden, ist in Tabelle 46 wiedergegeben Geschäftschancen neuer Produkte, Dienste und Anwendungen in den kommenden Jahren Einschätzungen der Experten in den Jahren / / /2004 1) 1 IT-Sicherheit im Internet 2,02 1,76-2 IT-Sicherheit unternehmensintern 2,02 1,78 2,07 2) 3 VoIP 2,06 2,11 3,03 4 Medienkonvergenz 2,34 2,19-5 RFID 2, Weitere Bereiche 2,38 2,17-7 E-Commerce (B2B) 2,40 2,49 2,21 3) 8 Mobilkommunikation 2,50 2,42 2,28 4) 9 E-Commerce (B2C) 2,53 2,61-10 E-Government 2,57 2,38 2,32 11 E-Business ,41-12 Informationsdienste 2,62 2,49-13 Software 2,63 2,82 - Alle Produkte, Dienste und Anwendungen 2,66 2,61 2,52 14 E-Health 2,69 2,57 2,45 5) 15 Digitales Fernsehen 2,79 2,80-16 M-Commerce 2,93 2,84 3,11 17 E-Banking 2,94 2,89-18 T-Commerce 3,01-3,33 19 Virtuelle Marktplätze 3,02 3,09-20 E-Brokerage 3,23 3,23-21 Hardware 3,35 3,47-22 Digitaler Rundfunk 3,35 3,25 3,29 6) 1) Bewertungen für weitere neue Dienste im Berichtszeitraum 2003/2004: Breitband-Internet-Zugang 1,89 Kommunikation zwischen Unternehmen 2,18 Einsatz von Internet in Unternehmen 2,30 Internet-Zugang allgemein 2,47 Elektronisches Bezahlen 2,47 E-Learning 2,83. 2) Sicherheit und Vertrauen im Internet. - 3) E-Commerce nicht nach B2B und B2C differenziert. 4) Mobilkommunikation: (1) Anwendungen (2) Mode, UMTS - Arithmetische Mittelwerte der Bewertungen für Infrastrukur und Anwendungen. 5) Gesundheit Bewertung ergab sich auf eine andere Frage, die nach viel versprechenden Geschäftsbereichen in Anwenderbranchen. 6) Einschließlich interaktives Fernsehen.

144 Zusammenfassung des Trendberichts 144 Durchschnittsbewertung 2,66 Die Aussichten von 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen wurden mit der Durchschnittsnote 2,66 oder Zwei bis Drei bewertet. Das ist isoliert kein schlechtes Ergebnis, zumal das Klassifikationssystem so angelegt war, dass auch Geschäftsbereiche mit voraussichtlich geringeren Chancen aufgenommen wurden und es 13 Geschäftsbereiche gab, die besser als alle Geschäftsbereiche im Durchschnitt bewertet wurden. Die Top- Geschäftsbereiche nach Schulnoten Abbildung 47: Seit 2003 führt Sicherheit im Ranking der viel versprechenden Geschäftsbereiche. Seit zwei Jahren holt Voice over IP stark auf. Die weiteren Geschäftsbereiche Abbildung 48: Unterdurchschnittliche Geschäftsaussichten werden seit Jahren den audiovisuellen Medien, einer Reihe von Transaktionsdiensten (einschließlich M-Commerce) und der Hardware zugeschrieben.

145 Zusammenfassung des Trendberichts 145 Kontinuierliches Sinken der Gesamtbewertung seit 2003 Aber gehen langfristig die Entwicklungsaussichten zurück? Zusammenlegen zu Geschäftsbereichsgruppen Allerdings verschlechterte sich die Gesamtbewertung aller Geschäftsbereiche von 2,52 in der Periode 2003/2004 über 2,61 in der Periode 2004/2005 auf 2,66 in der Periode 2005/2006. Dieses Ergebnis ist wenig methodologisch belastbar. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass sich die folgenden gegensätzlichen Entwicklungen überlagern: Zwar wird 2006 aus konjunkturellen Gründen das beste Jahr für die Informationswirtschaft seit dem Ende des Booms der New Economy, so wie dies die Ergebnisse zum Allgemeinen Geschäftsklima und Beschäftigungsklima anzeigen. Aber gleichzeitig gehen die langfristigen Entwicklungschancen der Informationswirtschaft zurück, weil sich die Innovationsmöglichkeiten zumindest in einigen informationswirtschaftlichen Teilbranchen erschöpfen. Eine Zusammenlegung der 22 Geschäftsbereiche zu elf Geschäftsbereichsgruppen zeigt eine weitgehende Stabilität der Rangordnung von 2004 bis 2006 an. RFID erreichte mit einer Benotung von 2,35 auf Anhieb Platz 5 unter den viel versprechenden Geschäftsbereichen und Rang 4 unter den Geschäftsbereichsgruppen. Tabelle 49 Bewertungen der Geschäftschancen von Geschäftsbereichsgruppen 2005/ / Sicherheit 2,02 1,77 2. Voice over IP, Mobilkommunikation 2,28 2,27 3. Medienkonvergenz 2,34 2,19 4. RFID 2,35-5. E-Business 2,59 2,41 6. Informationsdienste 2,62 2,49 7. Öffentlicher und semi-öffentlicher Bereich 2,63 2,48 (E-Government, E-Health) 8. Software 2,63 2,82 9. Transaktionsdienste (E-Commerce B2B, 2,87 2,86 E-Commerce B2C, M-Commerce, E-Banking, E-Brokerage, Virtuelle Marktplätze, T-Commerce) 10. Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen 3,07 3, Hardware 3,35 3,47 Zusammenfassung Alle Geschäftsbereiche 2,66 Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Die Aussichten von 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen wurden von den Experten insgesamt mit der Durchschnittsnote 2,66 oder Zwei bis Drei bewertet.

146 Zusammenfassung des Trendberichts 146 Allerdings Rückgang seit 2003/2004 Wie belastbar ist dieses Ergebnis? Weitere inhaltliche und methodische Erörterungen zur langfristigen Entwicklung vonnöten Allerdings verschlechterte sich die Gesamtbewertung aller Geschäftsbereiche von 2,52 in der Periode 2003/2004 über 2,61 in der Periode 2004/2005 auf 2,66 in der Periode 2005/2006. Eine Erörterung der methodologischen Belastbarkeit dieses Resultates führte nicht zu eindeutigen Ergebnissen. Damit ist die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass sich gegenwärtig gegensätzliche Entwicklungen überlagern: Zwar wird 2006 aus konjunkturellen Gründen das beste Jahr für die Informationswirtschaft seit dem Ende des Booms der New Economy. Aber gleichzeitig gehen die langfristigen Entwicklungschancen der Informationswirtschaft zurück, weil sich die Innovationsmöglichkeiten zumindest in einigen infomationswirtschaftlichen Teilbranchen erschöpfen und nicht genügend junge informationswirtschaftliche Teilmärkte vor dem Take-off stehen. In den bisherigen Trendberichten wurden die Indikatoren zum Allgemeinen Geschäftsklima und Beschäftigungsklima zu einem aussagekräftigen und bislang zuverlässigen Instrument der Beschreibung und Prognose konjunktureller Schwankungen entwickelt. Inwieweit sich die Berichte zu einem ähnlichen Instrument für die Beschreibung und Prognose der langfristigen Branchenentwicklung ausbauen lassen, bedarf weiterer Erörterungen und Erprobungen. IT-Sicherheit IT-Sicherheit nimmt im dritten Jahr hintereinander die Spitzenposition unter den aussichtsreichen informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen ein. Auch wird nicht mehr zwischen IT-Sicherheit im Internet und IT-Sicherheit unternehmensintern nach Dringlichkeit unterschieden. Allerdings ist der Vorsprung vor Voice over IP, dem relativen Gewinner des Vorjahres, zurückgegangen. Voice over IP, Mobilkommunikation Voice over IP, Mobilkommunikation steht aus der Sicht der Experten unter den aussichtsreichen Geschäftsbereichsgruppen an zweiter Stelle, gefolgt von der gleichfalls eindeutig überdurchschnittlich bewerteten Medienkonvergenz. RFID Die erstmals in die Klassifikation aufgenommene RFID kam auf Anhieb auf Platz 5 unter den viel versprechenden Geschäftsbereichen und Rang 4 unter den Geschäftsbereichsgruppen. E-Business E-Business hielt mit einer Bewertung von 2,59 seine knapp überdurchschnittliche Position, obgleich sich die Benotung gegenüber der Vorperiode von 2,41 auf 2,59 verschlechterte. E-Government, E-Health Transaktionsdienste wieder im Aufwind Zu gerade noch überdurchschnittlichen Bewertungen kamen (wie in den Vorjahren) die Informationsdienste, der öffentliche und semiöffentliche Bereich mit E-Government und E-Health sowie Software. Auch wenn die Transaktionsdienste insgesamt gesehen unterdurchschnittlich abschnitten, so haben sich die beiden wichtigsten Transaktionsbereiche, E-Commerce B2B und E-Commerce B2C, doch als eindeutig überdurchschnittliche Geschäftsbereiche positioniert und hat die Informationswirtschaft die Enttäuschungen aus den Krisenjahren der New Economy überwunden.

147 Zusammenfassung des Trendberichts 147 Aber noch nicht M-Commerce Audiovisuelle Medien, Hardware Die größten Laggards, gemessen an ihren Potenzialen Internationale Wettbewerbsfähigkeit Tabelle 50 Andererseits hat M-Commerce bislang kaum von der tendenziell flächendeckenden Ausbreitung der Mobilkommunikation profitieren können. Die Schlusspositionen im Ranking viel versprechender Geschäftsbereiche nehmen nach wie vor die Audiovisuellen Medien und die Hardware ein. Die Kluft zwischen bestehenden Potenzialen und Entwicklungsmöglichkeiten auf der einen Seite und ihrer mangelnden Ausschöpfung andererseits ist bei E-Government, E-Health und den Audiovisuellen Medien besonders groß. Internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Bewertungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von 22 informationswirtschaftlichen Teilbranchen durch die Experten führten zu dem folgenden Ranking. Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen Durchschnittliche Benotung N 1 Weitere Bereiche 2, IT-Sicherheit unternehmensintern 2, Mobilkommunikation 2, IT-Sicherheit im Internet 2, E-Banking 2, Digitales Fernsehen 2, VoIP 2, Medienkonvergenz 2, RFID 2, E-Commerce B2B 3, Digitaler Rundfunk 3, E-Business 3, E-Brokerage 3, Alle Geschäftsbereiche 3, Software 3, Informationsdienste 3, E-Commerce 3, E-Government 3, E-Health 3, Virtuelle Marktplätze 3, M-Commerce 3, T-Commerce 3, Hardware 3, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten im Vergleich In Tabelle 51 werden die Bewertungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen und elf Geschäftsbereichsgruppen den Ergebnissen zu ihren wirtschaftlichen Aussichten gegenübergestellt.

148 Zusammenfassung des Trendberichts 148 Tabelle 51 Internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten der deutschen Informationswirtschaft A. In 22 Geschäftsbereichen Benotung Wettbewerbsfähigkeit Benotung wirtschaftliche Aussichten Differenz Rang Differenz zwischen den Benotungen 1 Weitere Bereiche 2, ,05 2 IT-Sicherheit unternehmensintern 2,68 2,02./. + 0,66 3 Mobilkommunikation 2, ,21 4 IT-Sicherheit im Internet 2,71 2, ,69 5 E-Banking 2,77 2, ,17 6 Digitales Fernsehen 2,83 2, ,04 7 VoIP 2,92 2, ,86 8 Medienkonvergenz 2,93 2, ,59 9 RFID 2,96 2, ,61 10 E-Commerce B2B 3,00 2, ,47 11 Digitaler Rundfunk 3,02 3, ,33 12 E-Business 3,05 2, ,46 13 E-Brokerage 3,05 3, ,18 Alle Geschäftsbereiche 3,06 2,66./. + 0,40 14 Software 3,07 2, ,44 15 Informationsdienste 3,09 2, ,47 16 E-Commerce B2C 3,15 2, ,62 17 E-Government 3,24 2, ,67 18 E-Health 3,30 2, ,61 19 Virtuelle Marktplätze 3,34 3,02./. + 0,32 20 M-Commerce 3,42 2, ,49 21 T-Commerce 3,51 3, ,50 22 Hardware 3,71 3, ,36

149 Zusammenfassung des Trendberichts 149 B. In 11 Geschäftsbereichsgruppen Benotung Wettbewerbsfähigkeit Benotung wirtschaftliche Aussichten Differenz Rang Differenz zwischen den Benotungen 1. Sicherheit 2,70 2,02./. + 0,68 2. Voice over IP, Mobilkommunikation 2,82 2,28./. + 0,54 3. Medienkonvergenz 2,93 2,34./. + 0,59 4. Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen 2,93 3, ,14 5. RFIID 2,96 2, ,61 6. E-Business 3,05 2, ,46 7. Software 3,07 2, ,44 8. Informationsdienste 3,09 2, , Transaktionsdienste (E-Commerce B2B, 3,18 2,87./. + 0,31 E-Commerce B2C, M-Commerce, E-Banking, E-Brokerage, T-Commerce, Virtuelle Marktplätze) 10. Öffentlicher und semi-öffentlicher 3,27 2, ,64 Bereich (E-Government, E-Health) 11. Hardware 3, /. + 0,36 Internationale Wettbewerbsfähigkeit ,4 Zensuren schlechter als wirtschaftliche Aussichten Ähnliches Ergebnis bei fast allen Geschäftsbereichen Besonders großer Nachholbedarf bei Geschäftsbereichen mit überdurchschnittlichen Chancen? Es ergeben sich die folgenden Resultate: a. Die informationswirtschaftliche Entscheidungsebene bewertet die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Informationswirtschaft fast eine halbe Note (0,36 bzw. 0,45 Punkte) schlechter als die wirtschaftlichen Aussichten dieser Geschäftsbereiche. Das ist ein Indiz, dass die informationswirtschaftliche Entscheidungebene die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Branche für verbesserungsbedürftig hält. b. Von 22 Geschäftsbereichen wurden bei 19 die internationale Wettbewerbsfähigkeit schlechter als die wirtschaftlichen Aussichten beurteilt. Unter elf Geschäftsbereichsgruppen wurden bei zehn die internationale Wettbewerbsfähigkeit schlechter als die wirtschaftlichen Aussichten bewertet. Bei den Ausnahmen handelt es sich auf der Ebene einzelner Geschäftsbereiche um E-Banking, Digitaler Rundfunk und E-Brokerage, auf der Ebene einzelner Geschäftsbereichsgruppen um Digitaler Rundfunk und Digitales Fernsehen. Das sind alles Bereiche, die nicht im Zentrum der informationswirtschaftlichen Entwicklung stehen und deren wirtschaftliche Aussichten von der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene als unterdurchschnittlich beurteilt wurden. c. Nehmen wir nur die Geschäftsbereiche, deren wirtschaftliche Aussichten überdurchschnittlich bewertet wurden, so sind die Differenzen zwischen internationaler Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Aussichten von der Ausnahme Mobilkommunikation abgesehen besonders groß. Dabei beziehen sich die größten Differenzen auf Voice over IP (0,86), IT-Sicherheit im Internet (0,69), E-Government (0,67), IT- Sicherheit unternehmensintern (0,66), E-Commerce B2C (0,62) sowie RFID und E-Health (jeweils 0,61).

150 Zusammenfassung des Trendberichts 150 Ähnliche Rangordnungen... d. Die Experten kamen in ihren Bewertungen der wirtschaftlichen Aussichten und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von 22 Geschäftsbereichen zu ähnlichen Rangordnungen. Internationale Wettbewerbsfähigkeit (1) Abbildung 52: Das Ranking der Geschäftsbereiche nach wirtschaftlichen Aussichten und internationaler Wettbewerbsfähigkeit ist ähnlich.... bei Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Aussichten So wurden von den 13 Geschäftsbereichen, bei denen eine überdurchschnittliche Bewertung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit erfolgt, neun in ihren wirtschaftlichen Aussichten überdurchschnittlich bewertet. Darunter befinden sich so aussichtsreiche Geschäftsbereiche wie IT- Sicherheit unternehmensintern, IT-Sicherheit im Internet, Voice over IP, RFID, Medienkonvergenz,. E-Commerce B2B und E-Business. Bei den Geschäftsbereichen Software, Informationsdienste, E- Commerce B2C und E-Government wurden die internationale Wettbewerbsfähigkeit zwar unterdurchschnittlich und die wirtschaftlichen Aussichten überdurchschnittlich bewertet. Aber alle Bewertungen liegen knapp über oder knapp unter dem Durchschnitt. Auf der Ebene von Geschäftsbereichsgruppen veränderten sich die ersten drei Positionen ( Sicherheit, Voice over IP und Medienkonvergenz ) sowie die Schlussposition ( Hardware ) nicht und veränderten sich drei der sechs Geschäftsbereiche mit Positionsveränderungen lediglich um einen Platz. Positiver Ausreißer: Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen Negativer Ausreißer: E-Government und E-Health e. Im Ranking der Geschäftsbereichsgruppen sind Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen mit einer Verbesserung um sechs Positionen und Öffentlicher und semi-öffentlicher Bereich (E-Government, E-Health) mit einer Verschlechterung um drei Positionen der positive bzw. negative Ausreißer. Letzteres kann als Anzeichen dafür gesehen werden, dass die deutschen Anbieter die wirtschaftlichen Chancen für E-Government und E-Health auf den internationalen Märkten in einem besonders geringen Maße nutzen.

151 Zusammenfassung des Trendberichts 151 Die wichtigsten Wettbewerber Tabelle 53 Die wichtigsten konkurrierenden Informationswirtschaften. Die stärksten Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen nach Ländern und Weltregionen sind in Tabelle 53 dargestellt. Stärkste Wettbewerber in 22 informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen 1) Anteil an allen Nennungen in Prozent 2) USA Japan Weiteres Ostasien Skandinavische Länder Großbritannien Frankreich Weitere Länder und Weltregionen 1 E-Commerce B2B 69,1 4,9 11,1 4,3 4,9 0,6 4,9 2 IT-Sicherheit 68,6 5,9 8,3 5,3 4,1 0,6 7,1 unternehmensintern 3 IT-Sicherheit 68,2 4,0 6,8 6,8 3,4 0,6 10,2 im Internet 4 E-Commerce B2C 68,1 5,0 9,4 7,5 3,8-6,3 5 Informationsdienste 63,5 7,8 9,6 5,4 7,8-6,0 6 E-Business 63,2 5,2 11,6 5,8 7,7 0,6 5,8 7 Virtuelle Marktplätze 61,0 6,5 13,0 2,6 6,5-10,4 8 RFID 58,5 12,9 10,9 6,8 2,7 0,7 7,5 9 Voice over IP 56,5 13,1 14,7 9,4 2,1-4,2 10 E-Brokerage 55,3 6,4 7,8 8,5 11,3 1,4 9,2 11 E-Health 49,6 4,3 5,7 26,2 3,5-10,6 12 Software 45,7 4,8 36,0 1,6 1,1-10,8 13 T-Commerce 44,6 18,5 12,3 9,2 6,9 0,8 7,7 14 E-Banking 43,6 10,5 5,3 11,3 15,8 1,5 12,0 15 E-Government 34,0 5,4 8,8 29,9 8,2 3,4 10,2 16 Medienkonvergenz 32,8 29,2 26,6 4,2 2,6 0,5 4,2 17 M-Commerce 32,4 27,6 9,7 17,2 4,4-9,0 18 Digitales Fernsehen 26,7 26,7 13,7 3,4 15,1 2,1 12,3 19 Digitaler Rundfunk 26,1 22,5 15,9 5,1 13,8 2,9 13,8 20 Hardware 18,4 10,0 62,6 2, ,3 21 Mobilkommunikation 6,4 26,6 36,2 26,1 1,1-3,7 22 Weitere Bereiche 3) - 40,0-20,0 20,0 20,0 - Alle Geschäftsbereiche 4) 47,0 12,3 17,0 9,3 5,6 0,7 8,0 1) Der jeweils stärkste Wettbewerber in einem Geschäftsbereich (nach Anzahl der Nennungen) ist schattiert. 2) Absolute Zahlen der Nennungen: Medienkonvergenz 192 Voice over IP 191 Mobilkommunikation 188 Hardware 190 Software 186 IT-Sicherheit im Internet 176 IT-Sicherheit unternehmensintern 176 Informationsdienste 167 E-Commerce B2B 162 E-Commerce B2C 160 T-Commerce 130 M-Commerce 145 Virtuelle Marktplätze 154 Digitaler Rundfunk 138 Digitales Fernsehen 146 E-Business 155 E-Government 147 E-Banking 133 E-Brokerage 141 E-Health 141 RFID 147 Weitere Bereiche 5. 3) An weiteren Bereichen wurden genannt: Digital Rights Management Mobile Computing Smartcards. 4) Insgesamt Bewertungen.

152 Zusammenfassung des Trendberichts 152 Führung der USA mit 47 % vor Ostasien mit 17 % und Japan mit 12 % Nach den Ergebnissen in Tabelle 53 teilen sich die gut 300 Bewertungen wie folgt auf die vorgegebenen Länder und Weltregionen auf: die USA mit einem Anteil von 47,0 % an allen Nennungen; Ostasien außer Japan mit einem Anteil von 17,0 %; Japan mit einem Anteil von 12,3 %; die skandinavischen Länder mit einem Anteil von 9,3 %; Großbritannien mit einem Anteil von 5,6 %; Frankreich mit einem Anteil von 0,7 % sowie weitere Länder und Weltregionen mit einem Anteil von 8,0 %. Internationale Wettbewerbsfähigkeit (2) Abbildung 54: Die USA haben ihre erdrückende Dominanz gegenüber Europa in den letzten sechs Jahren noch ausgebaut. Weiterhin weitgehende Vergleichbarkeit Dominanz der USA allerdings nicht weiter ausgebaut und vielleicht sogar rückläufig Siegeszug für außerjapanisches Ostasien Auch wenn die Erhebungsverfahren zum Teil differierten, dürfte doch eine weitgehende Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu den früheren Resultaten, insbesondere zu jenen des Jahres 2000/2001, auf der Ebene der gesamten Informationswirtschaft gegeben sein. An zentralen Resultaten ergeben sich: a. Die Vereinigten Staaten konnten ihre weltweite Dominanz auf den internationalen informationswirtschaftlichen Märkten in den letzten sechs Jahren in etwa aufrechterhalten. Zwar wurde diese Dominanz aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft nicht weiter ausgebaut. Wahrscheinlich ging sie sogar leicht zurück, wenn man bedenkt, dass 2000/2001 und 2001/2002 jeweils 52 % aller Nennungen auf die USA entfielen. Gleichwohl ist diese Dominanz aus europäischer Sicht erdrückend, da die Nordamerikaner in nahezu jeder zweiten Nennung als Marktführer auf einem informationswirtschaftlichen Teilmarkt genannt wurden und ihre Führungsrolle gegenüber den europäischen Informationswirtschaften ausbauten. b. Ungeachtet der stabilen Spitzenposition der USA hat sich in den vergangenen sechs Jahren eine strukturelle Revolution ergeben, da ein Siegeszug ohnegleichen des außerjapanischen Ostasiens aus der Sicht

153 Zusammenfassung des Trendberichts 153 des deutschen Informationswirtschaft stattgefunden hat: 2000/2001: 0,9 % 2005/2006: 17 % Vor weiterem rapiden Bedeutungswachstum Ernsthafter Herausforderer für die USA? Japan: Verluste gegenüber dem weiteren Ostasien, aber Gewinne gegenüber Europa und den Vereinigten Staaten Steigt Indien bald auf? Großer Verlierer Europa /2001 wurden die damals so genannten Tigerstaaten zwar auch genannt. Aber sie kamen zusammengenommen lediglich auf einen Anteil von 0,9 % an allen Nennungen. Damit blieben sie zum Teil weitgehend hinter Frankreich mit einem Anteil von 3,3 %, den Niederlanden mit einem Anteil von 1,8 % und Italien mit einem Anteil von 1,2 % zurück /2002 wurde nach den internationalen Marktführern auf informationswirtschaftlichen Teilmärkten unter besonderer Berücksichtigung von Anwendungen gefragt. Diesmal betrug der Anteil der Kategorie Asien, Fernost, Taiwan, Korea, China, Malaysia an allen Nennungen 9 %. Damit war diese Weltregion binnen kürzester Zeit fast aus dem Nichts zu einer bedeutenden Weltregion auf gleicher Höhe wie Europa außerhalb Großbritanniens und der skandinavischen Länder aufgestiegen. Für 2005/2006 kommt das außerjapanische Ostasien auf einen Anteil von 17 %. Damit hat diese Weltregion auch Japan mit einem Anteil von jetzt 12 % deutlich hinter sich gelassen c. Der rapide und kontinuierliche Bedeutungsanstieg des außerjapanischen Ostasiens erscheint so bedeutend, dass in kommenden Jahren mit einem weiteren wesentlichen Bedeutungsanstieg dieser Weltregion zu rechnen ist. Es bleibt abzuwarten, inwieweit das außerjapanische Ostasien oder das gesamte Asien binnen kurzem in der Lage sein wird, die Vereinigten Staaten ernsthaft auf den internationalen Märkten der gesamten Informationswirtschaft herauszufordern. d. Die japanische Informationswirtschaft kam 2000/2001 auf einen Anteil an allen Nennungen von 10 %, 2001/2002 von 15 % und 2005/2006 von 12 %. Nehmen wir die Ergebnisse von 2001/2002 heraus, weil in der Frageformulierung stark auf Awendungen Bezug genommen wurde, so ist auch der japanische Anteil im Berichtszeitraum angestiegen. In jedem Fall ist die Position Japans gegenüber Europa stärker geworden, während Japan innerhalb Ostasiens an Boden verloren hat. Hat sich die Position Japans gegenüber den Vereinigten Staaten verbessert oder verschlechtert? Dividiert man die Anzahl der Nennungen, die auf die USA entfielen, durch die Zahl der Nennungen für Japan, so ging der Wert des Indikators von 5,42 im Jahre 2000/2001 zugunsten der USA auf 3,82 im Jahre 20005/2006 zurück. Demnach hat Japan auch gegenüber den Vereinigten Staaten Boden gutgemacht. e. Als weiteres Land, das zu den informationswirtschaftlich führenden Regionen aufsteigen dürfte, ist Indien anzusehen. f. Der große relative Verlierer der letzten sechs Jahre ist Europa. Nimmt man, um eine vollständige Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, nur Großbritannien, die skandinavischen Länder und Frankreich, so kamen diese Länder zusammengenommen

154 Zusammenfassung des Trendberichts gegenüber Ostasien,... im Jahre 2000/2001 auf einen Anteil von 27,5 % an allen Nennungen, im Jahre 2005/2006 aber nur noch auf einen Anteil von 15,6 %. Nähme man alle europäischen Länder zusammen, so wären diese im Jahre 2000/2001 sogar auf einen Anteil von 35 % und im Jahre 2001/2002 noch auf einen Anteil von 19 % gekommen. Oder anders gesagt: 2000/2001 verfügte Europa nach Anzahl der Nennungen über einen komfortablen Vorsprung vor Ostasien. Heute verfügt Ostasien über einen komfortablen und sich ausweitenden Vorsprung vor Europa. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt.... aber auch gegenüber den USA Europa: Nur noch 57 % des Ausgangswertes von 2000/2001 Skandinavien 81 % Großbritannien 40,0 % Frankreich 5,3 % Geschäftsbereichsgruppen g. Aber auch gegenüber den Vereinigten Staaten hat Europa weiter an Boden verloren. Dividiert man die Zahl der Stimmen, die auf die Vereinigten Staaten entfielen, durch die Zahl der Stimmen für Großbritannien, die skandinavischen Länder und Frankreich, so betrug der Wert des Vorteilsindikators zugunsten der USA im Jahre 2000/2001 1,90. Dieser war im Jahr 2005/2006 auf 3,01 gestiegen. h. Alle informationswirtschaftlich führenden Länder Europas büßten in der Periode aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft weltweit an Bedeutung an. Nimmt man die Nennungen zu den skandinavischen Ländern, Großbritannien und Frankreich zusammen, so erreichten diese 2005/2006 lediglich 56,7 % ihres Ausgangswertes aus der Periode 2000/2001. Allerdings verlief dieser Bedeutungsschwund nach einzelnen europäischen Ländern und Regionen unterschiedlich. So kamen 2005/2006 nach Anzahl der Nennungen die skandinavischen Länder auf 91,2 % ihres Ausgangswertes von 2000/2001; Großbritannien auf 40,0 % seines Ausgangswertes und Frankreich lediglich auf 21,2 %. Demnach haben die skandinavischen Länder im Berichtszeitraum nicht allzusehr an Boden verloren und in einem innereuropäischen Vergleich deutlich an Boden gewonnen. Großbritannien büßte hingegen wesentlich an internationaler Bedeutung ein. Der dramatische Rückgang Frankreichs nach Anzahl der Nennungen ließe sich kaum erklären, es sei denn, Frankreich hätte auch früher nicht als internationaler Marktführer, sondern allenfalls als Zweiter oder Dritter gegolten. In Tabelle 55 sind die Stärksten Wettbewerber in elf informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichsgruppen wiedergegeben.

155 Zusammenfassung des Trendberichts 155 Tabelle 55 Stärkste Wettbewerber in elf informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichsgruppen USA Japan Weiteres Ostasien Skandinavische Länder Großbritannien Frankreich Weitere Länder und Weltregionen 1 Sicherheit 68,4 5,0 7,6 6,1 3,8 0,6 8,7 2 Informationsdienste 63,5 7,8 9,6 5,4 7,8-6,0 3 E-Business 63,2 5,2 11,6 5,8 7,7 0,6 5,8 4 RFID 58,5 12,9 10,9 6,8 2,7 0,7 7,5 5 Transaktionsdienste 53,4 11,3 9,8 10,1 6,2 0,9 8,5 (E-Commerce B2B, E-Commerce B2C, Virtuelle Marktplätze, E-Brokerage, T-Commerce, E-Banking, M-Commerce) 6 Software 45,7 4,8 36,0 1,6 1,1-10,8 7 Öffentlicher und semi- 41,8 4,9 7,3 28,1 5,9 1,7 10,4 öffentlicher Bereich (E-Government, E-Health) 8 Medienkonvergenz 32,8 29,2 26,6 4,2 2,6 0,5 4,2 9 Voice over IP, 31,5 19,9 25,5 17,8 1,6-4,0 Mobilkommunikation 10 Digitaler Rundfunk, 26,4 24,6 14,8 4,3 14,5 2,5 13,1 Digitales Fernsehen 11 Hardware 18,4 10,0 62,6 2, ,3 47,0 12,3 17,0 9,3 5,6 0,7 8,0 Dominanz der USA in 17 von 21 Geschäftsbereichen und zehn von elf Geschäftsbereichsgruppen Nach diesen Ergebnissen dominiert die USA abermals, diesmal auf der Ebene der Geschäftsbereiche und Geschäftsbereichsgruppen: Lässt man die Residualkategorie der Weiteren Bereiche außen vor, so wurde die USA in sieben von 21 Geschäftsbereichen von mehr als 60 % der befragten Experten als internationaler Marktführer und in zehn von 21 Geschäftsbereichen von mehr als 50 % der Experten als wichtigster internationaler Wettbewerber genannt. In 17 von 21 Geschäftsbereichen vereinigten die Vereinigten Staaten die relative Mehrheit aller Stimmen auf sich. In einem weiteren Geschäftsbereich (Digitaler Rundfunk und Digitales Fernsehen) teilten sich die USA die Spitzenposition mit Japan. Auf der Ebene von elf Geschäftsbereichsgruppen kamen die USA bei drei Gruppen ( Sicherheit Informationsdienste E-Business ) auf mehr als 60 % der Stimmen. Bei zwei weiteren Geschäftsbereichen wurden die Vereinigten Staaten von mehr als jedem zweiten Experten genannt ( RFID Transaktionsdienste ). Mit Ausnahme der Hardware vereinigten die Vereinigten Staaten in allen Geschäftsbereichsgruppen die relative Mehrheit der Stimmen auf sich.

156 Zusammenfassung des Trendberichts 156 Auch bei jungen und rasch anziehenden Märkten stark Schwächen nur bei Hardware und Mobilkommunikation Außerjapanisches Ostasien mit Dominanz in Hardware und Mobilkommunikation Besondere Stärken in Software und Medienkonvergenz Die USA zeigten sich auch und gerade bei rasch anziehenden und jungen Märkten stark, beispielsweise auf den Sicherheitsmärkten, die nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center einen bis dahin ungeahnten Aufschwung erlebten (Anteil an allen Nennungen: 68 %), aber auch bei RFID (Anteil: 59 %). Die USA wird ihre informationswirtschaftliche Spitzenposition wenn vielleicht auch nicht so uneingeschränkt wie heute aufrechterhalten können, solange sie an der technischen und kommerziellen Innovationsfront führen und immer wieder erfolgreich neue Märkte entwickeln, an die bis dahin vielleicht kein anderer gedacht hat. Schwächen zeigten die USA lediglich bei der Hardware, einem seit langem etablierten Markt, auf dem der internationale Know how-transfer gelungen ist und der an andere Weltregionen wegen der dort bestehenden Lohnkostenvorteile abgegeben werden kann; bei der Mobilkommunikation: Hier starteten die USA später als andere Weltregionen. Allem Anschein nach haben sie den dadurch entstandenen Vorsprung in anderen Ländern von der Anwendung M- Commerce teilweise abgesehen bis heute nicht aufzuholen vermocht. Dies scheint allerdings in den letzten sechs Jahren der einzige große Fehler der Nordamerikaner gewesen zu sein. Der Siegeszug des außerjapanischen Ostasiens in den letzten sechs Jahren fällt auch auf der Ebene einzelner Geschäftsbereiche und Geschäftsbereichsgruppen beeindruckend aus: Das außerjapanische Ostasien ist neben Nordamerika die einzige Weltregion, die aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft mehrere Geschäftsbereiche und eine Geschäftsbereichsgruppe dominiert. Bei der Hardware ist ihre Dominanz mit einem Anteil von 63 % an allen Nennungen sogar sehr eindeutig. Bei der Mobilkommunikation hat sie mit einem Anteil von 36 % vor Japan (27 %) die relative Mehrheit der Stimmen erhalten. Es gibt einen weiteren Geschäftsbereich, in dem das außerjapanische Ostasien alle anderen Länder mit Ausnahme der USA weit hinter sich lässt, nämlich die Software. Hier vereinigt die Region einen Anteil von 36 % auf sich, während die USA auf 46 % aller Nennungen kommt. Auch hier lässt sich der Erfolg des außerjapanischen Ostasiens teilweise mit Lohnkostenvorteilen bei Standardsoftware sowie entsprechenden Offshoring-Erfolgen begründen. Allerdings wird im außerjapanischen Ostasien ebenso wie in Indien zusätzlich immer mehr anspruchsvolle Software entwickelt (Anteil der Weiteren Länder und Weltregionen an allen Nennungen: 11 %). Ein dritter Geschäftsbereich, in dem das außerjapanische Ostasien stark ist und nach Anzahl der Nennungen ein Triopol gemeinsam mit den Vereinigten Staaten (Anteil an allen Nennungen: 33 %) und Japan (29 %) bildet, ist die Medienkonvergenz. Das dürften wahrscheinlich vor allem komparative Vorteile bei Triple Play bedeuten. Die nächste Region, die nach dem außerjapanischen Ostasien mit einem Anteil von 27 % kommt, sind die skandinavischen Länder mit einem Anteil von lediglich 4 %.

157 Zusammenfassung des Trendberichts 157 Im Vergleich zu Europa fast ohne Schwächen Schwächen im Public Sector Japan hat im Berichtszeitraum Großbritannien überholt und ist eindeutig die Nummer 2. Vergleicht man das außerjapanische Ostasien nicht mit den USA und Japan, sondern mit den europäischen Ländern, so verfügt diese Weltregion kaum mehr über Schwächen. Aus dem Nichts kommend hat sie binnen sechs Jahren mit einer Ausnahme das jeweils stärkste europäische Land überholt und ist auf mehreren Märkten stärker als Europa zusammengenommen. Die einzige Geschäftsbereichsgruppe, in der das außerjapanische Ostasien gegenüber Europa Schwächen zeigt, ist der öffentliche und semiöffentliche Bereich (E-Government, E-Health). Hier wurde in ganz Ostasien, das heißt einschließlich Japan, nicht ausreichend politisch zur Kenntnis genommen, dass ein effizienter Public Sector ein Wachstumsfaktor für den privaten Bereich ist. Dabei hatte die seinerzeitige Bankenkrise in Japan und die Finanzkrise in Ostasien und Südostasien viel mit Mängeln in der öffentlichen und semi-öffentlichen Infrastruktur zu tun. Die relativen Verluste Japans gegenüber dem außerjapanischen Ostasien sollten nicht vergessen machen, dass das Land im Berichtszeitraum insgesamt gesehen gegenüber den Vereinigten Staaten aufgeholt und seinen Vorsprung gegenüber den europäischen Ländern ausgeweitet hat. Darüber hinaus ist es nach den USA und dem Überholen Großbritanniens das zweitstärkste Land nach informationswirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit geworden. An besonderen Stärken Japans auf der E- bene einzelner Geschäftsbereiche und Geschäftsbereichsgruppen sind besonders die Consumer- und Mobility -Märkte zu nennen. Das entspricht dem Image Japans als führende Nation in der Unterhaltungselektronik und besagt im Einzelnen: Stark bei Audiovisuellen Medien,... Im Geschäftsbereich Digitales Fernsehen teilt sich Japan die führende Position mit den Vereinigten Staaten (Anteil an allen Stimmen jeweils 27 %). Nimmt man Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen zusammen, so liegt Japan mit einem Anteil von 25 % knapp hinter den USA mit einem Anteil von 26 %, aber vor dem außerjapanischen Ostasien mit einem Anteil von 15 %. Zudem ist der japanische Anteil bei T-Commerce hoch (19 %).... Triple Play... Im Geschäftsbereich Medienkonvergenz, sprich Triple Play, kommt Japan sogar zum höchsten seiner Anteile, nämlich 29 %. Allerdings konnte die USA hier noch mehr Stimmen auf sich vereinen (33 %) und ist der Anteil des außerjapanischen Ostasiens ebenfalls hoch (27 %). Soweit Voice over IP gleichfalls zur Medienkonvergenz gehört, ist ebenfalls ein hoher japanischer Anteil zu erwarten. Der tatsächliche Anteil beträgt denn auch 13 %.... und Mobility Der japanische Anteil bei der Mobilkommunikation beträgt 27 %, bei M-Commerce 28 %. Hier hatte Japan im ersten Fall lediglich dem außerjapanischen Ostasien, im zweiten Fall lediglich den Vereinigten Staaten den Vortritt zu lassen. Schwach bei Software und im Public Sector Im Vergleich zu diesen Erfolgen ist Japan bei Sicherheitsdiensten, Informationsdiensten, E-Business und Hardware sowie bei mehreren Transaktionsdiensten schwach, bei Software und Dienstleistungen des Public Sectors sogar sehr schwach.

158 Zusammenfassung des Trendberichts 158 Internationale Wettbewerbsfähigkeit (3) Abbildung 56: Die Vereinigten Staaten sind in 17 von 21 Geschäftsbereichen Weltmarktführer und besonders auf jungen und rasch expandierenden Märkten stark. Europa: Die Vorteile des einen Landes sind nicht die der anderen. Europaweite Politik für eine Hochtechnologieregion wäre schwierig zu formulieren Ausnahmen: E-Banking und E-Government Wenn Europa erfolgreich zu einer informationswirtschaftlichen Hochtechnologieregion gefördert worden wäre, dann müsste sich das nicht nur in hohen Anteilen auf der Ebene einzelner informationswirtschaftlicher Geschäftsbereiche zeigen. Vielmehr hätte sich solches zusätzlich in so genannten länderübergreifenden Clustern bemerkbar zu machen. Von einer solchen Clusterbildung kann bei den informationswirtschaftlich führenden europäischen Ländern, von zwei Ausnahmen abgesehen, nicht gesprochen werden. Vielmehr ist häufig das Gegenteil der Fall. Wenn ein europäisches Land oder eine europäische Region in einem informationswirtschaftlichen Geschäftsbereich überdurchschnittlich innovativ ist, dann befindet sich dieser Geschäftsbereich in der Mehrzahl der Fälle im weiteren Europa im Mittelfeld, oder es ist sogar von einer eindeutig unterdurchschnittlichen Wettbewerbsfähigkeit zu sprechen. Zum Beispiel: Die skandinavischen Länder sind überdurchschnittlich stark in Voice over IP, Mobilkommunikation, aber Großbritannien ist dort überdurchschnittlich schwach. Großbritannien ist überdurchschnittlich stark in Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen, aber die skandinavischen Länder sind dort überdurchschnittlich schwach. Demnach fiele es schwer, eine informationswirtschaftliche Hochtechnologieförderung, die auf den gemeinsamen Stärken Europas aufbaut, zu formulieren. Die zwei Ausnahmen, bei der die skandinavischen Länder, Großbritannien und Frankreich gemessen an ihrer sonstigen Performance international überdurchschnittlich stark sind, sind E-Banking und E-Government. Allerdings kann E-Banking kaum Gegenstand der öffentlichen Förderung sein. Auch dürfte der relative Vorsprung der USA und Europas in E- Government- und teilweise auch in E-Health-Zusammenhängen weniger mit einer europaweiten Förderung zusammenhängen als mit einer Public Sector-Kultur, die in Jahrhunderten gewachsen ist und immer im Ver-

159 Zusammenfassung des Trendberichts 159 gleich zu anderen Weltregionen und zum Teil im Zusammenhang mit der Verfolgung wohlfahrtsstaatlicher Ansätze zu einem effizient arbeitenden öffentlichen Dienst unter anderen in mehreren nord- und westeuropäischen Ländern geführt hat. Im Falle der Hinzunahme Deutschlands noch schwieriger Skandinavische Länder als gut geführte Wohlfahrtsregionen Die Formulierung einer informationswirtschaftlichen auf Hochtechnologie bezogenen europaweiten Förderpolitik würde nicht leichter, wenn man die deutsche Informationswirtschaft mit ihren spezifischen Vorteilen in Sachen internationaler Wettbewerbsfähigkeit beispielsweise im Bereich der branchenübergreifenden Anwendungen (zum Beispiel E-Business ) und branchenspezifischen Anwendungen (zum Beispiel Automobilindustrie) hinzunähme. Eher wüde die Aufgabe noch schwieriger, die gemeinsamen Stärken Europas zu entdecken. An komparativen Vorteilen führender europäischer Länder und Regionen sind festzuhalten: a. Die skandinavischen Länder sind aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft vor allem in vier informationswirtschaftlichen Geschäftsbereichen stark: Plus Mobilkommunikation... bei E-Government mit einem Anteil von 30 % - hier liegen die skandinavischen Länder knapp hinter den führenden viel größeren Vereinigten Staaten, die auf einen Anteil an allen Stimmen von 34 % kommen, in der Mobilkommunikation mit einem Anteil von 26 % - hier befinden sie sich hinter dem nichtjapanischen Ostasien mit Japan auf Augenhöhe (27 %);... und E-Banking bei E-Health mit einem Anteil von gleichfalls 26 % sowie bei E-Banking mit einem Anteil von 11 %. Dabei entsprechen zwei der vier skandinavischen Erfolgsgeschichten dem skandinavischen Image gutregierter Wohlfahrtsstaaten. Großbritannien: Geschäftsbereiche rund um internationales Finanzzentrum b. Großbritannien hat nach Anzahl der Nennungen gegenwärtig keine vergleichbaren Erfolgsgeschichten wie die skandinavischen Länder auf den internationalen Märkten vorzuweisen, kam aber bei den folgenden Gechäftsbereichen zu überdurchschnittlichen Anteilen: beim Geschäftsbereich E-Banking mit einem Anteil von 16 %; bei der Geschäftsbereichsgruppe Digitaler Rundfunk, Digitales Fernsehen mit einem Anteil von 14,5 % an allen Nennungen; beim Geschäftsbereich E-Brokerage mit einem Anteil von 11 % und beim Geschäftsbereich E-Government mit einem Anteil von 8 %. Dabei dürften zwei der vier britischen Erfolgssgeschichten der Position Großbritanniens und insbesondere Londons als internationalem Finanzzentrum geschuldet sein.

160 Zusammenfassung des Trendberichts 160 Internationale Wettbewerbsfähigkeit (4) Abbildung 57: Deutschland verfügt weiterhin über Stärken bei branchenübergreifenden und branchenspezifischen Anwendungen. Zusammenfassung Im Sechs-Jahres- Vergleich Geschäftsbereiche mit hoher, mittlerer und niedriger Wettbewerbsfähigkeit Weitere besondere Chancen bei bestimmten Anwendungen : Internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutsch lands und Europas hat abgenommen. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Erstmals sind Einschätzungen zur Veränderung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft über einen Sechs-Jahres-Zeitraum möglich geworden. 2000/2001 ergab sich eine Liste von Geschäftsbereichen mit überdurchschnittlicher, durchschnittlicher und niedriger Wettbewerbsfähigkeit, die bis heute relevant geblieben ist: hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft: E-Commerce, branchenspezifische Anwendungen, Mobilkommunikation, Datensicherheit und wenngleich vorzugsweise als Hoffnungsträger M-Commerce; mittlere Innovationsfähigkeit: E-Learning Software Informationsdienste Internet-Lösungen; niedrige Wettbewerbsfähigkeit: Telekommunikation außerhalb der Mobilkommunikation Hardware Audiovisuelle Medien. 2001/2002 wurde die These, dass die deutsche Informationswirtschaft in Kooperation mit den klassischen deutschen Exportbranchen zu besonderen Erfolgen kommen kann, weitgehend bestätigt. Besondere internationale Chancen für die deutsche Informationswirtschaft ergaben sich bei den branchenübergreifenen Anwendungen Automation, Automatisierung, Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik, Logistik sowie Zahlungssysteme, Finanzdienstleistungen sowie bei den branchenspezifischen Lösungen Auto, Verkehr, E-Government und E- Health wurden die Experten erstmalig gebeten, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Informationswirtschaft in 22 Geschäftsbereichen nach Schulnoten zu bewerten. Auch wenn eine vollständige Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu den Resultaten von 2000/2001 und 2001/2002 nicht gegeben ist, so dürfte die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft seit

161 Zusammenfassung des Trendberichts doch abgenommen haben. Dafür sprechen die mit den Jahren skeptischer gewordenen qualitativen Kommentare der Experten wie der Tatbestand, dass die Experten die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Geschäftsbereiche im Durchschnitt um fast eine halbe Note schlechter bewerteten als die wirtschaftlichen Aussichten dieser Teilmärkte. 2000/2001: Eindeutige Dominanz der Amerikaner 2001/2002: Internationales Ranking unter besonderer Berücksichtigung von Anwendungen Die neue Rangordnung 2005/2006 Erdrückende Dominanz der USA und Siegeszug ohnegleichen des außerjapanischen Ostasien Der große Verlierer der letzten sechs Jahre ist Europa. Bereits 2000/2001 waren die Experten gebeten worden, die Hauptwettbewerber auf diversen informationswirtschaftlichen Märkten zu nennen. Mit 52 % aller Nennungen ergab sich eine eindeutige Dominanz der USA, gefolgt von Großbritannien (14 %), den skandinavischen Ländern (10 %) sowie Japan (10%). Anders als bei den anderen Hauptwettbewerbern betonten die Experten gegenüber den Amerikanern mehr die Risiken als die Chancen der deutschen Informationswirtschaft. 2001/2002 wurde abermals nach den wichtigsten Konkurrenzländern für die deutsche Informationswirtschaft diesmal unter besonderer Berücksichtigung branchenübergreifender und branchenspezifischer Anwendungen gefragt. Es ergaben sich die folgenden Anteile: USA 51 % - Japan 16 % - Asien, Fernost, Taiwan, Korea, China, Malaysia 9 % - Großbritannien und skandinavische Länder sowie Frankreich, Italien, Benelux, Alpenländer jeweils 6 % - Kanada, Australien, englischsprachige Länder 3 % - Indien 2 % sowie Brasilien und multinationale Unternehmen jeweils 1 %. 2005/2006 nannten die Experten für 22 informationswirtschaftliche Geschäftsbereiche den jeweils wichtigsten Wettbewerber für die deutsche Informationswirtschaft. Es ergab sich die folgende Verteilung von Anteilen: USA 47 % - Ostasien außer Japan 17 % - Japan 12 % - skandinavische Länder 9 % - Großbritannien 6 % - Frankreich 1 % - weitere Länder und Weltregionen 8 %. Auch wenn die Dominanz der USA im Zeitraum nach Anzahl der Nennungen von 52 % auf 47 % zurückgegangen ist, so baute sie doch ihren Vorsprung gegenüber den europäischen Informationswirtschaften aus. In einem Siegeszug ohnegleichen hat sich das außerjapanische Ostasien von 0,9 % im Jahre 2000 auf 17 % im Jahre 2006 verbessert und damit auf den zweiten Platz im Ranking der wettbewerbsfähigsten Weltregionen gesetzt. Die japanische Informationswirtschaft hat zwar bedeutend an Boden gegenüber ihren ostasiatischen Nachbarn verloren, jedoch gegenüber allen anderen Weltregionen gewonnen. Sie belegt in der Rangordnung der wettbewerbsstärksten Länder nunmehr Rang 2. Das Land, das in den nächsten Jahren zu einer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit aufsteigen dürfte, ist Indien. Der große Verlierer der letzten sechs Jahre ist Europa. Nimmt man, um eine vollständige Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, nur Großbritannien, die skandinavischen Länder und Frankreich, so kamen diese Länder zusammengenommen im Jahr 2000/2001 auf einen Anteil von 28 % und im Jahr 2005/2006 nur mehr auf einen Anteil von 16 % an allen Nennungen. Allerdings verlief dieser Bedeutungsschwund unterschiedlich. So kamen 2005/2006 die skandinavi-

162 Zusammenfassung des Trendberichts 162 schen Ländern auf 91 %, Großbritannien auf 40 % und Frankreich auf 21 % ihrer Ausgangswerte von 2000/2001. Dominanz der USA auf der Ebene einzelner Geschäftsbereiche Außerjapanisches Ostasien fast ohne Schwächen gegenüber Europa Japan auf Consumer- und Mobility- Märkten stark Europa fast ohne gemeinsame informationswirtschaftliche Vorteile Skandinavien in Wohlfahrts -, Großbritannien in Finanz- Geschäftsbereichen stark Deutsche Informationswirtschaft dürfte am relativen Niedergang europäischer Wettbewerbsfähigkeit partizipiert haben. Geht man von einer Betrachtung der Informationswirtschaft insgesamt zu einer Erörterung auf der Ebene einzelner Geschäftsbereiche über, so vereinigten die Vereinigten Staaten für die Periode 2005/2006 in 17 von 21 Geschäftsbereichen mindestens die relative Mehrheit der Stimmen auf sich. In zehn von 21 Geschäftsbereichen kamen sie zu einem Anteil von mehr als 50 % an allen Stimmen. Schwächen bestehen lediglich bei der Hardware und der Mobilkommunikation. Das außerjapanische Ostasien dominiert bei Hardware mit einem Anteil an allen Stimmen von 63 % und vereinigt bei der Mobilkommunikation mit 36 % eine relative Mehrheit auf sich. Bei der Software spielt diese Weltregion nach den USA und bei der Medienkonvergenz nach den USA und Japan eine führende Rolle. Vergleicht man das außerjapanische Ostasien nicht mit den USA und Japan, sondern mit den europäischen Ländern, so verfügt diese Weltregion kaum über Schwächen. Eine Ausnahme stellt der öffentliche und semiöffentliche Bereich (E-Government und E-Health) dar, da die Bedeutung des öffentlichen Sektors als wachstumsfördernde Infrastruktur in ganz Ostasien nicht ausreichend politisch zur Kenntnis genommen worden ist. Japan verfügt über besondere Stärken auf den Consumer- und Mobility-Märkten ( Digitaler Rundfunk und Digitales Fernsehen, Medienkonvergenz, Mobilkommunikation, M-Commerce). Im Vergleich zu diesen Erfolgen ist Japan bei Sicherheitsdiensten, Informationsdiensten, E-Business und Hardware sowie bei mehreren Transaktionsdiensten schwach, bei Software und Dienstleistungen des Public Sectors sogar sehr schwach. Europa verfügt kaum über gemeinsame informationswirtschaftliche Vorteile, so dass eine europaweite Förderpolitik zum Ausbau internationaler Wettbewerbsfähigkeit schwierig zu konzipieren.ist. Die zwei Ausnahmen, in der sowohl die skandinavischen Länder als auch Großbritannien und Frankreich zu einer überdurchschnittlichen Performance kommen, sind E-Banking und E-Government. Die skandinavischen Wohlfahrtsstaaten sind vor allem bei E- Government, E-Health, E-Banking sowie bei der Mobilkommunikation stark. Das internationale Finanzzentrum Großbritannien verfügt bei E- Banking, E-Brokerage, E-Government sowie Digitaler Rundfunk und Digitales Fernsehen über Vorteile. Frankreich dürfte aus der Reihe der informationswirtschaftlich führenden Länder ausgeschieden sein, wenn es je dazugehört haben sollte. Es liegen keine Indizien vor, nach denen die deutsche Informationswirtschaft im Berichtszeitraum an Wettbewerbsfähigkeit beispielsweise gegenüber den skandinavischen Ländern gewonnen hat. Die deutsche Informationswirtschaft dürfte demnach an der Verringerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Informationswirtschaften partizipiert haben.

163 Zusammenfassung des Trendberichts 163 Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte. Die Ergebnisse zu den Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte werden im Vergleich zu den Ergebnissen aussichtsreicher Geschäftsbereiche in dieser und der voraufgegangenen Umfrage wiedergegeben. Aussichten informationswirtschaftlicher Teilmärkte Abbildung 58: Bei weiter Fassung von Online Content gute Aussichten für Inhalte auf den Konsumentenmärkten.

164 Zusammenfassung des Trendberichts 164 Tabelle 59 Aussichtsreiche Geschäftsbereiche auf informationswirtschaftlichen Teilmärkten? Bewertungen der Experten nach Schulnoten im Vergleich Durchschnittliche Benotung Informationstechnik 2,55 Vergleich: diese Umfrage Vergleich: Umfrage 2004/2005 Hardware 3,83 3,35 3,47 Software 2,68 2,63 2,82 IT-Services/Beratung 2, IT-Sicherheit 1,76 2,02 1,77 Telekommunikation 2,88 Mobilfunkdienste 2,33 - Festnetz Sprach- und Datendienste 3,09 - UMTS 2,85-2,98 Weitere Netzinfrastruktur 2,67-2) Endgeräte Festnetz 3,79 - Endgeräte Mobilfunk 2,61 Mobilkommunikation - 2,50 2,42 M-Commerce - 2,93 2,84 Online Content 2,33 Spiele 2, Video 2, Musik 2, Informationsdienste 2,28 2,62 2,49 Infrastrukturelle Voraussetzungen 2,55 DSL 1,73-1,98 Kabelmodem 3, Satellit 2,74-3,23 RFID 2,45 2,35 - Alle informationswirtschaftlichen Teilmärkte 2,61 2,63 1) 2,67 3) 1) Alle unmittelbar vergleichbaren informationswirtschaftlichen Teilmärkte Die durchschnittliche Bewertung aller 22 Geschäftsbereiche hatte den Wert 2,66. 2) WLAN 2,05 WiMAX 2,56 Sonstige Zugangswege 2,69 ISDN 3,69 Stromnetz (Powerline) 3,76 WAP 4,26 Analogmodem 5,59 (nicht in die Durchschnittsbewertung von Telekommunikation aufgenommen). 3) Alle unmittelbar vergleichbaren informationswirtschaftlichen Teilmärkte Die durchschnittliche Bewertung aller 22 Geschäftsbereiche hatte den Wert 2,61.

165 Zusammenfassung des Trendberichts 165 Klassifikationen auf der Basis empirischer Einschätzungen und der Praxis der wichtigsten Datenerhebungen Beurteilung der Vergleichsmöglichkeiten Bestätigung vorangegangener Ergebnisse In früheren Fragen wurde von einer Klassifikation aussichtsreicher Gechäftsbereiche ausgegangen, die sich aus den mehrjährigen Einschätzungen der befragten Experten ergab. Somit wurde sichergestellt, dass diese Liste weitgehend vollständig war und relativ unmittelbar pragmatische und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen gezogen werden konnten. Mit dem in Tabelle 34 verwendeten Klassifikationsschema informationswirtschaftlicher Teilmärkte wird an die Systematik der wichtigsten informationswirtschaftlichen Datenerhebungen und die damit verbundene methodologische Diskussion angeknüpft. Es wird die Frage gestellt, inwieweit man von den Ergebnissen nach dem einen Klassifikationssystem auf die Ergebnisse nach dem anderen Klassifikationssystem schließen kann. Nach ersten Erfahrungen kann von einer weitgehenden Ähnlichkeit der beiden Ergebnisreihen nach Rangordnungen sowie auf der Ebene aller Geschäftsbereiche/Teilmärkte gesprochen werden. Soweit zwischen den aussichtsreichen Geschäftsbereichen des einen und den informationswirtschaftlichen Teilmärkten des anderen Klassifikationssystems in der Erhebung für den 6. Trendbericht direkte Vergleichsmöglichkeiten bestehen, sind auch die qualitativen Ergebnisse dazu aufrechtzuerhalten. Online Content Online Content wurde von den Experten mit einer Bewertung von 2,33 bedeutend höher eingeschätzt als die in einem anderen Kontext bewerteten Informationsdienste (2,62). Allerdings ist Online Content mit der Einbeziehung von Spiel, Video und Musik wesentlich weiter gefasst als der Bereich der (häufig nur textlich verstandenen) Information. Auch wurden Informationsdienste im Kontext von Spielen, Video und Musik praktisch gleich hoch wie Musik und Spiele eingeschätzt. Damit wurde Konsumentenmärkten in den Trendberichten allerdings erst zum zweiten Mal eine große Zukunft vorausgesagt. Beim ersten Mal waren die Mobilen B2C-Dienste fast so hoch wie die Mobilen B2B-Dienste bewertet worden (5. Trendbericht). Informationstechnik Infrastrukturelle Voraussetzungen Telekommunikation Sowohl die Informationstechnik als auch die Infrastrukturellen Voraussetzungen wurden schlechter als Online Content bewertet, weil in der Informationstechnik ein rapide verlaufender Strukturwandel und bei den Infrastrukturellen Voraussetzungen ein ebenso rapider Substitutionswettbewerb dominiert. Die Telekommunikation kam mit ihren wirtschaftlichen Aussichten auf den letzten Platz, weil auch hier der Substitutionswettbewerb vorherrscht und die Mobilfunkdienste darüber hinaus den Gesamtmarkt nur unzureichend ausgeweitet haben. Durchbrüche aus Forschung und Entwicklung Längerfristige Geschäftschancen aus Forschung und Entwicklung. Die Antworten auf die Frage nach bevorstehenden Durchbrüchen bei Forschung und Entwicklung ergaben, wie Tabelle 60 zeigt, ein vielfältiges und heterogenes Bild.

166 Zusammenfassung des Trendberichts 166 Tabelle 60 Bevorstehende Durchbrüche in FuE: A. Von Nachbarmärkten bis zur IT-Sicherheit Insgesamt absolut In % An 1. Stelle genannt: absolut In % An 2. Stelle genannt: absolut In % An 3. Stelle genannt: absolut In % 10 4,0 4 3,6 3 3,1 3 6,4 Robotik 3 1, ,0 2 4,3 Nanotechnologie, 7 2,8 4 3,6 2 2,1 1 2,1 Miniaturisierung Medienkonvergenz, Multimedia, Triple Play Semantic Web, Internet der nächsten Generation, Web Services 25 9, , ,3 3 6,4 8 3,1 3 2,7 1 1,0 4 8,5 Telekommunikation 47 18, , ,5 6 12,7 Datenübertragung, 29 11, , ,4 5 10,6 Vernetzung, Interne Vernetzung, Access Weitere Bereiche 3 1,2 2 1, ,1 VoIP 15 5, ,0 4 4,1 RFID 19 7,5 8 7,3 5 5,2 6 12,5 Nachbarmärkte, Grundlagenforschung Mobilkommunikation, Mobile Anwendungen 20 7,9 10 9,1 8 8,2 2 4,3 Mobilkommunikation 9 3,5 5 4,5 4 4,1 - - Mobile 11 4,3 5 4,5 4 4,1 2 4,3 Anwendungen Hardware 11 4,3 6 5,5 3 3,1 2 4,3 Speicherung 9 3,5 3 2,7 6 6,2 - - Sicherheit 17 6,7 3 2,7 8 8,3 6 12,8 IT- und Internet- 11 4,3 2 1,8 5 5,2 4 8,5 Sicherheit Biometrie 6 2,4 1 0,9 3 3,1 2 4,3 Durchbrüche , , , ,9

167 Zusammenfassung des Trendberichts 167 B. Von Weiterer Software bis Konsumentenmärkte Insgesamt absolut In % An 1. Stelle genannt: absolut In % An 2. Stelle genannt: absolut In % An 3. Stelle genannt: absolut In % Weitere Software, 30 11, , ,2 6 12,8 IT-Services Betriebssysteme, 9 3,5 3 2,8 4 4,1 2 4,3 Oberflächendesign, Standards Sprach- und Schrift- 6 2,4 5 4,5 1 1,0 - - erkennung 1) Künstliche Intelli- 6 2,4 2 1,8 2 2,1 2 4,2 genz, Intelligente Agenten Wissensmanagement 4 1,6 2 1,8 1 1,0 1 2,1 Weitere Software 2) 5 2,0 2 1,8 3 3,0 1 2,1 Information und 13 5,1 4 3,6 7 7,2 2 4,3 Kommunikation Informationsdienste, 9 3,5 3 2,7 4 4,1 2 4,3 Professionalisierung, Content Delivery Open Source 2 0, ,1 - - Collaboration 2 0,8 1 0,9 1 1,0 - - E- und 8 3,2 4 3,6 3 3,1 1 2,1 M-Commerce E-Commerce 4 1,6 2 1,8 2 2,1 Mobile Commerce 4 1,6 2 1,8 1 1,0 1 2,1 Branchenlösungen 15 6,0 6 5,4 5 5,2 4 8,5 Finanzdienst- 1 0, ,0 - - leistungen E-Government, 6 2,4 1 0,9 2 2,1 3 6,4 E-Procurement E-Health 4 1,6 3 2, ,1 E-Traffic, Auto, Embedded Systems 4 1,6 2 1,8 2 2,1 - - Konsumentenmärkte 16 6,3 5 4,5 9 9,2 2 4,3 Digitaler Rundfunk, 2 0, ,0 1 2,1 Digitales Fernsehen Entertainment, 12 4,7 3 2,7 8 8,2 1 2,1 Infotainment Smart Home 2 0,8 2 1, Geschäftsmodelle: Flat Rate 1 0, ,0 - - Durchbrüche 84 32, , , ,9 1) einschließlich Übersetzungstools, Sprachsteuerung. 2) Customer Relationship Management, Visual Analyses, E-Business, Business Intelligence, IT-Services.

168 Zusammenfassung des Trendberichts 168 FuE-Durchbrüche im Sechs-Jahres- Vergleich Tabelle 61 Erstmalig wurde ein Überblick über die Entwicklung von FuE-Durchbrüchen aus der Sicht der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene in einem Sechs-Jahres-Vergleich möglich: Informationswirtschaftliche Forschung und Entwicklung Anteile an allen Nennungen in % Insgesamt 2005/ / /2001 1) Nachbarmärkte, Grundlagenforschung Medienkonvergenz, Multimedia, Triple Play Semantic Web, Web Services 8,0 4,0 16,2 3,9 3,3 9, ,2 3,1 6,6 - Telekommunikation 13,1 18,5 9,9 10,9 außer Mobilkommunikation und RFID RFID 2,5 7,5 - Mobilkommunikation, Mobile Anwendungen 8,0 7,9 16,2 - Hardware 4,0 4,3 3,2 4,5 Speicherung 1.2 3,5 - Sicherheit 7,9 6,7 9,1 8,0 Weitere Software, 16,5 11,9 12,3 25,4 IT-Services Professioneller Online Content E-Commerce, M-Commerce Branchenlösungen, Anwendermärkte Konsumentenmärkte, Audiovisuelle Medien Außertechnische Durchbruchsbereiche Nicht auf bestimmte Forschungsbereiche bezogen 6,2 5,1 6,5 7,1 5,2 3,2 0,6 11,9 5,5 6,0 10,6-3,8 6,3 5,2-6, ,3 2) 3, ,0 3) Insgesamt 97,8 97,8 96,4 100,0 1) 311 Nennungen zu den Fragen Prioritäten für öffentlich geförderte Forschung und FuE in der eigenen Einrichtung. - 2) Betriebswirtschaft 6,8 % - Nutzer-, Akzeptanz-, Marktforschung 6,8 % - Arbeit, Qualifizierung, Recht, Gesellschaft 4,8 %. - davon Überhaupt Forschung oder Förderung? 10,0 %.

169 Zusammenfassung des Trendberichts % bestätigen Paradigma Erstmalig Vergleiche zu FuE-Ergebnissen in einem Sechs- Jahres-Zeitraum Umwelt, Bio- und Gentechnologie, Nanotechnologie, Robotik Bedeutung der Konsumentenmärkte steigt. Ranking der vier wichtigsten FuE-Bereiche auf B2B-Märkten Ranking der Softwarebereiche IT-Sicherheit und Biometrie 96 % der teilnehmenden Experten bestätigten die mit der Frageformulierung unterstellte Annahme weiter bevorstehender Durchbrüche in der informationswirtschaftlichen Forschung und Entwicklung. Zwei weitere Prozent sprachen von kontinuierlichen Fortschritten unterhalb der Durchbruchsebene. Die Antworten auf offene Fragen zu informationswirtschaftlicher FuE in drei Erhebungen zu den Trendreports führten zu weitgehend ähnlichen Klassifikationssystemen. Damit werden erstmalig Vergleiche zu FuE in der Informationswirtschaft über einen Sechs-Jahres-Zeitraum möglich. In allen Erhebungen wiesen Experten auf die Notwendigkeit hin, auf gemeinsame Schnittstellen mit der Grundlagenforschung sowie der Umweltforschung, der Bio- und Gentechnologie und der Nanotechnologie zu achten. Erstmalig wurde der Bereich der Robotik genannt. Die entscheidenden Impulse kommen nach wie vor aus der Forschung und Entwicklung für B2B-Märkte. Allerdings ist FuE für Infotainment und Entertainment, für den Digitalen Rundfunk und das Digitale Fernsehen sowie für Smart Home kontinuierlich wichtiger geworden. Weitere Impulse werden von Triple Play sowie anderen Konvergenzprozessen erwartet. Grundsätzlich lässt sich informationswirtschaftliche FuE auf B2B- Märkten in vier Bereiche unterteilen. Deren relative Bedeutung beträgt nach Anteil der Nennungen für die Periode 2005/2006: 1. Telekommunikation 34 % - 2. Software 30 % - professioneller Online Content 5 % - Hardware 4 %. Als Rangordnung innerhalb der Softwarebranche ergibt sich für die Periode 2005/2006 (in Klammern der Anteile für den Gesamtzeitraum ): 1. Sicherheit 6,7 % (7,9 %) 2. Branchenspezifische Lösungen 6,0 % (5,5 %) 3. Mobile Anwendungen 4,3 % - 4. E- und M- Commerce 3,2 % (5,2 %) 5. Betriebssysteme, Oberflächendesign, Standards 3,2 % - 6. Spracherkennung, Schrifterkennung 2,4 % - 7. Künstliche Agenten, künstliche Intelligenz 2,4 % - 8. Wissensmanagement 1,6 %. FuE für IT- und Internet-Sicherheit hätte auch dann stark zugenommen, wenn es die Terroranschläge auf das World Trade Center nicht gegeben hätte. Allerdings hat der Aufstieg biometrischer Anwendungen einiges mit politischen Sicherheitserwägungen zu tun.

170 Zusammenfassung des Trendberichts 170 Chancen aus FuE Abbildung 62: Die Spitzenreiter nach informationswirtschaftlichen Anwendungen sind nach wie vor E-Government und E-Health vor Automobilindustrie/Verkehrsinfrastruktur und Finanzdienstleistungen. Branchenspezifische Anwendungen Transaktionsdienste Zunehmende Bedeutung der FuE in der Telekommunikation Breitbandtechnologien, Grid RFID, Voice over IP Relativer Rückgang professionellen Online Contents Unter den branchenspezifischen Anwendungen mit den größten FuE- Potenzialen blieben 2005/2006 die Spitzenreiter: 1. E-Government 2. E-Health 3. Automobilindustrie und Verkehrsinfrastruktur 4. Finanzdienstleistungen. Nach extremen Schwankungen während Boom und Krise der New Economy haben sich die Anteile für Transaktionsdienste normalisiert. Deren FuE-Potenziale liegen zwischen branchenspezifischen und mobilen Anwendungen. Forschung und Entwicklung in der Telekommunikation (einschließlich der Schaffung weiterer Übertragungs- und Access-Möglichkeiten) haben in den letzten sechs Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dies hat zum einen damit zu tun, dass die FuE-Potenziale in den klassichen FuE-Bereichen Datenübertragung, Vernetzung und neuerdings Mobilkommunikation nicht nur weitgehend erhalten geblieben sind, sondern sogar ausgebaut wurden. Auch führte der damit einhergehende Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur etwa durch Breitbandverbindungen oder neue Wissenschaftsnetze wie dem Grid zu quantitativ und qualitativ neuen Möglichkeiten. Beispielsweise wird vom Grid eine Revolution beim verteilten wissenschaftlichen Arbeiten erwartet. Das hat zum anderen damit zu tun, dass 2005/2006 im Vergleich zu 2003/2004 zwei weitere FuE-Bereiche mit großen Potenzialen hinzugekommen sind. Das sind RFID mit einem Anteil an allen Nennungen von 7,5 % und Voice over IP mit einem entsprechenden Anteil von 6 %. Der relative Rückgang der Nennungen bei professionellem Online Content von 7 % auf zuletzt 5 % an allen Nennungen gibt den Tatbestand wieder, dass diese informationswirtschaftliche Teilbranche ihrer Pionierfunktionen verlustig gegangen ist. An neuen Entwicklungen sind gleichwohl interaktive, kommunikative und collaborative Aspekte wie die Nut-

171 Zusammenfassung des Trendberichts 171 Blogs, Citizen Journalism, Wikis Hardware wohl interaktive, kommunikative und collaborative Aspekte wie die Nutzung von Blogs, Citizen Journalism und Wikis für wirtschaftliche Zwecke sowie die Projekte des Suchmaschinenbetreibers Google zu nennen, den Weltbestand an Büchern und Wissen frei zugänglich zu machen. Die Bedeutung von Hardware verharrte auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und betrug nach Anzahl der Nennungen im Jahre 2000/2001 4,5 %, im Jahre 2003/2004 3,2 % und im Jahre 2005/2006 4,3 %.

172 Zusammenfassung des Trendberichts Markttreiber Marktbarrieren Open Source- Software/Linux: Einsatz Open Source-Software/Linux: Einsatz. Zum Einsatz von Open Source- Software wurden den Experten vier Aussagen vorgegeben. Tabelle 63 Bereits bestehender Einsatz von Open Source- Software/Linux Ja N In meinem Aufgaben- und Verantwortungsbereich wird Open Source-Software bzw. Linux bereits genutzt. Eine Nutzung von Open Source-Software findet derzeit nicht statt, ist aber in der nächsten Zeit vorgesehen. Eine Nutzung von Open Source-Software findet nicht statt und ist auch nicht vorgesehen. Ich wäre bereit, für Dienstleistungen bzw. Support für Open Source-Software bzw. Linux zu zahlen. Absolut In % , , , ,4 203 Open Source- Software/Linux: Einsatz Abbildung 64: An finanziellen Überlegungen dürften Projekte im Open Source-Software/Linux-Bereich nicht scheitern. Weitgehende Verbreitung... Nach den Ergebnissen in Tabelle 66 ist von einer weitgehenden Verbreitung von Open Source-Software/Linux in der deutschen Wirtschaft zu sprechen. Wenn zudem 74 % der Experten zugunsten von Open Source-Software/ Linux ihre Zahlungsbereitschaft bekunden, so zeigt dies an, dass

173 Zusammenfassung des Trendberichts und damit einhergehendes Vertrauen in kommerziellen Nutzen Open Source/ Linux weiterhin vor sehr hohen Wachstumsraten Open Source/ Linux: Vor- und Nachteile der kommerzielle Nutzen von Open Source-Software/Linux hoch eingeschätzt wird; eine Vielzahl von kostenpflichtigen Mehrwertdiensten rund um Open Source-Software entstanden ist, die aus Anbieter- und Anwendersicht wirtschaftlich viel versprechend sind, und Projekte im Open Source-Software/Linux-Bereich kaum an finanziellen Überlegungen scheitern. Ferner sollten nach wie vor hohe Wachstumspotenziale im Open Source/Linux-Bereich bestehen, wenn in 19 % der informationswirtschaftlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche in nächster Zeit eine Ersteinführung von Open Source- Software vorgesehen ist; sich eine ähnlich hohe Wachstumsrate für jene informationswirtschaftlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche ergibt, in denen Versionen einer Open Source-Software zwar angewandt werden, die dort bestehenden Anwendungen aber ausgebaut, intensiviert und um weitere Anwendungen ergänzt werden können; davon auszugehen ist, dass die obigen 19 % eine auch in Zukunft hohe Penetrationsrate für die deutsche Informationswirschaft mit Linux/Open Source-Software signalisieren. Das kann gut der Fall sein, da knapp 30 % der informationswirtschaftlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche darauf warten, versorgt zu werden; sich an dieser Erhebung Repräsentanten aus allen wichtigen informationswirtschaftlichen Anwenderbranchen beteiligten. Vor- und Nachteile von Open Source-Software/Linux. Die Experten gaben auf eine weitere Frage an Vor- bzw. Nachteilen von Open Source- Software/Linux an: Open Source/ Linux: Vor- und Nachteile Abbildung 65: Fast immer überwiegen bei Open Source-Software/Linux die Vorteile. Aber der Support ist angesichts eines Nachteilsindikators von 0,12 aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft sehr schlecht.

174 Zusammenfassung des Trendberichts 174 Tabelle 66 Vorteils- und Nachteilsbereiche von Open Source-Software/Linux A. Anbietersicht, Allgemeine Vorteile, Finanzielle Vorteile, Verfügbarkeit 1) Insgesamt: Absolut in % Vorteile In % Nachteile In % Vorteilsindikator I. Anbietersicht 9 2,6 3 1,3 6 5,0 0,50 Selbst Anbieter, Chance 7 2,0 3 1,3 4 3,3 0,75 für kleine Anbieter, Vorteile kleiner Anbieter Geschäftsmodell? Schwierigkeiten für Anbieter? Anbieterschwächen? Reglementierter Markt Barrieren bei Einsatz 2 0, ,7 - zögerliche Nutzer II. Allgemeine Vor- und 4 1,1 3 1,3 1 0,8 3,0 Nachteile Ohne OSS undenkbar 4 1,1 3 1,3 1 0,8 3,0 Qualität zukunftssicher III. Finanzielle Vor- und 57 16, ,4 1 0,8 56,0 Nachteile Preis-Leistungs-Verhältnis 6 1,7 6 2, Zahlungsbereitschaft 1 0,3 1 0, Kosten, Lizenzierung 50 14, ,4 1 0,8 49,0 IV. Verfügbarkeits-, Ent , , ,3 2,41 wicklungs- und Innovationsprobleme Einfachstbeschaffung, ,3 3 2,5 1,0 einfache Verfügbarkeit Installationsprobleme Langfristige Verfügbarkeit 3 0, ,5 - und Weiterentwicklung Fehlende Updates 2 0, ,7 - Innovationsfähigkeit, 16 4,6 16 7, Tempo der (Weiter-) Entwicklung, mehr Gestaltungsspielräume (Internationale) Entwick- 10 2,9 10 4, lergemeinschaft, verteilte Entwicklungen, Community Plattformunabhängigkeit, 24 6, , freier Zugriff und freie Verfügbarkeit Freiheit & Unabhängigkeit Entwicklungsprobleme, mangelnde Weiterentwicklung, zu große Vielfalt, chaotische Entwicklung 14 4, ,6 - N , , ,9 3,83

175 Zusammenfassung des Trendberichts 175 B. Technische Probleme, Anwendungsprobleme, Qualifikationsprobleme, Konkurrenzvergleich 1) Insgesamt: Absolut in % Vorteile In % Nachteile In % Vorteilsindikator V. Technische Probleme , , ,6 1,19 Transparenz, Offenlegung 14 4,0 14 6, des Quellcodes Keine Standards, keine 5 1, ,1 - Standardsoftware Mangelnde Dokumentati- 5 1, ,1 - on, Endverantwortlichkeit, Unkontrollierbarkeit Kompatibilität, weite 13 3,7 3 1,3 10 8,3 0,3 Verbreitung, leichte Konfigurierbarkeit und Vernetzung, Interoperabilität Mangelnde Kooperation 1 0, ,8 - mit Hardwarehersteller Sicherheit 28 8, ,0 5 4,1 4,6 Stabilität 12 3,4 11 4,8 1 0,8 11,0 Flexibilität 10 2,9 10 4, Geringerer 2 0,6-2 1,7 - Funktionsumfang Support Wartung, Betreuung, Anprechpartner, kaum Service 28 8,0 3 1, ,7 0,12 VI. Anwendungsmög , , ,2 2,0 lichkeiten und Anwendungsorientierung Haftung, Gewährleistung 6 1, ,0 - Anpassbarkeit, Individuali- 33 9, ,0 1 0,8 32,0 sierbarkeit, Integrierbarkeit, Customizing, entsprechende Fähigkeiten der Anbieter Zu geringe Verbreitung zu geringe Abdeckung 9 2, ,4 - VII. Qualifikationssprobleme: 11 3, ,1 - Qualifikation nicht verfügbar Umschulungsaufwand spezielle Fachleute erforderlich VIII. Versus Microsoft politische Begründungen 18 5,1 17 7,4 1 0,8 17,0 N , , ,7 1,38 1) In Kursiv: Klassifizierungen nur zu Nachteilen.

176 Zusammenfassung des Trendberichts 176 Open Source und Linux synonym verwandt 56 % nutzen Linux, 19 % planen Einsatz. 30 % ungenutztes Terrain Aufrechterhaltung hohen Wachstums fordert Entwicklung. 74 % zu Zahlungen bereit Vorteilsindikator : 2,1 Kompatible Ergebnisse auf zwei Fragen Zentrale Problembereiche positiv bewertet Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Open Source-Software und Linux sind in der deutschen Informationswirtschaft bekannt und werden weitgehend synonym verwandt. Open Source-Software/Linux ist in 56 % der informationswirtschaftlichen Aufgaben- und Verantwortungbereiche verbreitet. 19 % planen eine Einführung von Open Source-Software/Linux in nächster Zeit. Lediglich in 30 % der informationswirtschaftlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche findet keine Nutzung von Open Source-Software statt und ist eine solche nicht vorgesehen. Das hohe Wachstum von Open Source-Software/Linux wird sich fortsetzen. Dafür müssen noch bedeutende Entwicklungsarbeiten geleistet werden. 74 % der befragten Experten stimmten der Option zu: Ich wäre bereit, für Dienstleistungen bzw. Support für Open Source-Software/Linux zu zahlen. Auf einen Experten, der einen Nachteil von Open Source-Software zu nennen wusste, kamen 2,1 Experten, die von Vorteilen sprachen. Zu Open Source-Software/Linux herrscht demnach in der deutschen Informationswirtschaft eine gute Stimmung. Es liegen Ergebnisse zu den Vorteilen und Nachteilen von Open Source-Software/Linux auf zwei Fragen vor. Die Ergebnisse zu beiden Fragen sind weitgehend miteinander kompatibel. Auf der Ebene der einzelnen Problembereiche von Open Source- Software/Linux ergeben sich an Resultaten: a. Bei allen Problembereichen von zentraler Bedeutung (Anteil der entsprechenden Begründungen an allen Begründungen mehr als 5 %) überwiegt die Anzahl der genannten Vorteile die Anzahl der genannten Nachteile. Technische Probleme 34 % Finanzielle Vorteile 58,0 Bei Technischen Problemen größter Handlungsbedarf b. Den bedeutendsten Problembereich stellen die Technischen Probleme mit einem Anteil an allen Begründungen von mehr als einem Drittel dar (34 %). c. Der Problembereich, in dem die Vorteile von Open Source- Software/Linux die Nachteile am eindeutigsten überwiegen, sind die Finanziellen Vorteile. Hier beträgt der Wert des Vorteilsindikators 56,0, das heißt, dass auf eine Kritik 56 positive Bewertungen kommen. d. Die vielleicht größte gegenwärtige Problematik von Open Source- Software/Linux kann darin gesehen werden, dass der Wert des Vorteilsindikators im wichtigsten Problembereich, dem der Technischen Probleme, zwar positiv, aber mit 1,19 vergleichsweise niedrig ist. Somit dürfte hier der weitgehendste Handlungsbedarf bestehen.

177 Zusammenfassung des Trendberichts 177 Verfügbarkeits-, Entwicklungsund Innovationsprobleme 2,41 Anwendungen 2,0 Negative Bewertungen: Anbieterstrategien Qualifikationen bei Anwendern Innovations- und Gestaltungschancen notwendigerweise mit Nachteilen verbunden Plus: Sicherheit, Transparenz, Stabilität, Flexibilität Großes Problem des mangelnden Supports Keine Standards noch Kompatibilität - mangelnde Dokuimentation Plus: Anpassbarkeit, Integrierbarkeit Minus: Haftung, zu geringe Abdeckung e. Weitere wichtige Problembereiche sind: Verfügbarkeits-, Entwicklungs- und Innovationsprobleme mit einem Anteil von 22 % an allen Begründungen und einem Vorteilsindikator von 2,41; Anwendungsmöglichkeiten und Anwendungsprobleme mit einem Anteil von 14 % an allen Begründungen und einem Vorteilsindikator von 2,0. f. Die negativ bewerteten Problembereiche weisen darauf hin, dass die Anbieter von Open Source-Software/Linux zwar über eine Vielzahl von Marktchancen verfügen, bislang aber beträchtlich hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben sind. Dies ist teilweise den rapiden und chaotischen Entwicklungen, zum Teil allgemeiner mittelständischer Problematik geschuldet; der Einsatz von Open Source Software/Linux auf Anwenderseite spezielle Qualifikationen erfordert. Diese sind in vielen Fällen nicht vorhanden. Entwicklungs-, Innovations- und Verfügbarkeitsprobleme wurden von den Experten weitgehend zusammenhängend gesehen. Dabei sind die Vorteile Innovationsfähigkeit, rasche Weiterentwicklungsmöglichkeiten, hohes Tempo der Entwicklung, hohe Gestaltungsspielräume notwendigerweise mit Nachteilen wie Entwicklungsproblemen, mangelnde Weiterentwicklungen, eine zu große Vielfalt und chaotische Entwicklungen verbunden. Diese Nachteile können auch zu Installationsproblemen, fehlenden Updates sowie Problemen der langfristigen Verfügbarkeit und Weiterentwicklung führen. An technischen Vorteilen von Open Source-Software/Linux wurden vor allem höhere Sicherheit, Transparenz, Stabilität und Flexibilität angegeben. Als größter Problembereich bei Open Source-Software wurden Mängel im Support diagnostiziert. Einer wohlwollenden Stimme standen hier mehr als acht kritische Kommentare gegenüber. Allerdings wurde der Support im Internet mehrfach positiv bewertet. An weiteren technischen Nachteilen wurden genannt: keine Standards, keine Standardsoftware Mängel bei Kompatibilität, Konfigurierbarkeit, Vernetzung und Interoperabilität mangelnde Dokumentation und Endverantwortlichkeit. Im Bereich Anwendungsmöglichkeiten/Anwenderorientierung wurden Anpassbarkeit, Individualisierbarkeit und Integrierbarkeit gelobt. Hier standen 24 wohlwollende Stimmen einer skeptischen Stimme gegenüber. Kritischer wurde hingegen die mangelnde Haftung/Gewährleistung sowie eine zu geringe Verbreitung von Open Source-Software/ Linux gesehen.

178 Zusammenfassung des Trendberichts 178 Dominanz von Microsoft politisch gesehen Politische Initiativen für Open Source würden begrüßt. E-Government Tabelle 67 Die Dominanz von Microsoft wird nicht nur als einzelwirtschaftliches, sondern auch als wirtschaftspolitisches Problem betrachtet. Politische Initiativen zur Förderung von Open Source-Software/Linux würden von der Informationswirtschaft positiv aufgenommen. E-Government. Die Bewertungen von E-Government-Aktivitätsbereichen nach Schulnoten werden in Tabelle 67 den Ergebnissen zu einer ähnlichen Frage aus dem Jahr 2002/2003 gegenübergestellt. Bewertung von E-Government-Aktivitätsbereichen nach Schulnoten 2005/2006 und 2002/2003 Durchschnittliche Benotung 2005/ /2003 Bürgerfreundlichere Verwaltungsdienste 1,61 2,11 1) Bessere verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit 1,62 - Verwaltungsinterne Reformen 1,64 1,89 2) Alle E-Government-Aktivitätsbereiche 1,66 3) 2,14 4) Wirtschaftsfreundlichere Verwaltungsdienste (z.b. E-Procurement, Ausschreibungen, Bewilligungen) 1,73 2,42 5) 1) Kategorie Mehr Bürgernähe. - 2) Kategorie Herstellung interner Verwaltungseffizienz. 3) Arithmetische Mitte aus gleichgewichteten Geschäftsbereichen. 4) Arithmetische Mitte aus gleichgewichteten Geschäftsbereichen. 5) Kategorie Zusammenarbeit öffentlicher und privater Bereich E-Government Abbildung 68: Die Dringlichkeit von E-Government-Aktvitäten hat Werte erreicht, die nach den Erfahrungen aus früheren Trendumfragen kaum vorstellbar sind.

179 Zusammenfassung des Trendberichts 179 Gesamte Dringlichkeit verbesserte sich noch einmal von 2,14 auf 1,66. Alle Aktivitätsbereiche deutlich besser als Note 2 Mit dieser Ausnahme bislang immer die Note 6 vergeben Praktisch gleiche Dringlichkeitsbewertung für Bürgerdienste, verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit und verwaltungsinterne Reformen Möglichst alles hier und jetzt umsetzen! Größere Dringlichkeit, weil sich Lücke zwischen Ansprüchen und Erwartungen ausweitet Für 2005/2006 haben sich die Dringlichkeitswerte noch einmal für E- Government erhöht. Es wurden Werte erreicht, die nach den Erfahrungen aus bisherigen Trendumfragen kaum vorstellbar sind: Obgleich die Durchschnittsbewertung aller E-Government-Aktivitätsbereiche mit 2,14 bereits für den Zeitraum 2002/2003 kaum steigerbar erschien, nahm die Dringlichkeit von Aktivitäten noch einmal um fast genau eine halbe Note, nämlich von 2,14 auf 1,66, zu. Sieht man von den Weiteren Diensten ab, so wurden 2005/2006 allen wichtigen E-Government-Aktivitäts-Bereichen eine Note bedeutend besser als Gut gegeben. Was das auf der Ebene einzelner Benotungen bedeutet, sei an einem Beispiel dargestellt: Von den Verwaltungsinternen Reformen abgesehen, wurden für alle E-Government-Aktivitätsbereiche keinmal die Note 6 vergeben. Für die Trendumfragen seit dem Jahr 2000 ist das ein Novum. Der Preis, den die Experten für die von ihnen vergebenen hohen Dringlichkeitsnoten zahlten, besteht darin, dass sie kaum mehr zwischen den E-Government-Aktivitätsbereichen nach unterschiedlicher Dringlichkeit unterscheiden konnten: So kamen die E-Government-Aktivitätsbereiche Bürgerfreundlichere Verwaltungsdienste, Bessere verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit sowie Verwaltungsinterne Reformen mit den Werten 1,61, 1,62 und 1,64 auf praktisch gleichhohe Benotungen. In den Vorjahren waren die Differenzen größer gewesen und war die Spitzenposition zwischenzeitlich von den Verwaltungsinternen Reformen zu den Bürgerdiensten übergegangen. Lediglich zwischen diesen Aktivitätsbereichen und den Wirtschaftsfreundlicheren Verwaltungsdiensten (z..b. E-Procurement, Ausschreibungen, Bewilligungen) mit einem Dringlichkeitswert von 1,73 besteht nach wie vor eine erhebliche Differenz. Andererseits verbesserte sich der Dinglichkeitswert bei den Wirtschaftsfreundlicheren Verwaltungsdiensten am meisten. Das bedeutet, salopp formuliert, dass alle E-Government-Vorhaben sehr wichtig sind und möglichst hier und jetzt umgesetzt werden sollten. Weshalb ist der Handlungsbedarf für E-Government-Aktivitäten in den letzten Jahren noch dringender geworden? Einerseits dürfte die Akzeptanz von E-Government-Aktivitäten deutlich größer geworden sein, nachdem beispielsweise die Public- Private-Partnership Initiative D21 entsprechende Initiativen entfaltet hat und auch im Rahmen einzelner E-Government-Projekte intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben wurde. Damit haben Pilotprojekte, von deren Nutzen die Bürger erst in Kenntnis zu setzen und später zu ü- berzeugen waren, zu Erwartungen und Ansprüchen geführt.

180 Zusammenfassung des Trendberichts 180 Flächendeckende Erwartungen, aber keine flächendeckenden Dienste Informationswirtschaft besonders enttäuscht? Zusammenfassung Nunmehr Erwartungen und Ansprüche an E-Government Möglichst alles hier und jetzt machen! Hohe Dringlichkeit sogar für Wirtschaftsfreundlichere Dienste Lücke zwischen Erwartungen und tatsächlichen Leistungen Hinter diesen Erwartungen sind die tatsächlichen E-Government- Aktivitäten und -Erfolge im Einzelfall zurückgeblieben, so dass eine Lücke zwischen Erwartungen und tatsächlichen Leistungen entstanden ist. Ein wesentliches Ergebnis aus den vorangegangenen Erhebungen lautet, dass den Bürgern und der Wirtschaft vor allem an örtlichen Diensten beispielsweise im Zusammenwirken mit den Kommunalverwaltungen und Finanzämtern gelegen ist. Was aber auf örtlicher Ebene im Einzelnen umgesetzt wird oder ob überhaupt etwas in dieser Richtung zu tun ist, wird auf der Ebene einer Gemeinde entschieden. Die Folge ist, dass E-Government-Dienste gerade dort, wo sie dem Bürger besonders wichtig sind, nicht flächendeckend angeboten werden. Im Gegensatz dazu sind in der Tendenz flächendeckende Erwartungen entstanden. Dies wurde durch den steigenden und immer selbstverständlicher werdenden Umgang mit dem Internet in den letzten Jahren mitbewirkt. Die deutsche Informationswirtschaft könnte vom Stand der E- Government-Aktivitäten besonders enttäuscht sein, weil sie wie alle anderen Branchen an wirtschaftsfreundlichen Diensten der Verwaltung unter anderem über Elektronische Medien interessiert ist und in E-Government einen viel versprechenden Geschäftsbereich sieht. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen: Die Überzeugungsarbeit für E-Government hat in letzer Zeit Erwartungen und Ansprüche ausgelöst. Diese haben sich flächendeckend verbreitet und Dringlichkeitswerte erreicht, die kaum mehr zu überbieten sind. Während um die Jahrtausendwende Verwaltungsinterne Reformen der wichtigste E-Government-Aktivitätsbereich waren, wurde diese Spitzenposition später von den Bürgerfreundlichen Diensten übernommen. Mittlerweile soll möglichst alles die Bürgerfreundlichen Dienste, die Verwaltungsinternen Reformen und die Verbesserung der verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit hier und jetzt geleistet werden. Sogar die Wirtschaftsfreundlichen Dienste, sowohl in der Praxis als auch von den Experten der Trendumfragen als nachrangig behandelt, haben mittlerweile fast die Dringlichkeitswerte der anderen E- Government-Bereiche errreicht. Die hohen Dringlichkeitswerte wie auch die zusätzlichen Kommentare der Experten zeigen eine bestehende Erwartungslücke an. Einerseits haben sich E-Government-Dienste in der Bundesrepublik Deutschland schnell verbreitet. Andererseits sind die Erwartungen an E-Government noch rascher gestiegen. Das Ergebnis ist eine weitverbreitete und zum Teil tief empfundene Unzufriedenheit. Diese ist vielleicht ein Bestandteil einer allgemeineren (steigenden) Unzufriedenheit mit der öffentlichen Verwaltung.

181 Zusammenfassung des Trendberichts 181 Erwartungen flächendeckend, Leistungen nicht Rückenwind für E-Government- Initiativen Zu verbesserende Kommunikation auch nach innen Die Unzufriedenheit wird auch dadurch geschürt, dass zwar flächendeckende Erwartungen an E-Government-Dienste entstanden sind, aber gerade dort, wo E-Government-Dienste als besonders wichtig angesehen werden, nämlich auf der örtlichen Ebene, keine flächendeckenden Zugriffsmöglichkeiten auf E-Government-Dienste bestehen. Die gute Nachricht ist die, dass E-Government in der Bundesrepublik Deutschland bei den Bürgern, in der Wirtschaft und in der Informationswirtschaft angekommen ist und entsprechende Initiativen, werden sie angemessen kommuniziert, begrüßt werden. Die weitere Nachricht lautet, dass die Kommunikation über E- Government verbessert werden sollte. Auf der einen Seite sollten Bürger, Wirtschaft und Informationswirtschaft so informiert werden, dass keine unrealistischen Erwartungen über E-Government entstehen. Zum anderen sollte innerhalb des öffentlichen Bereiches um Durchbrüche in der verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit geworben werden, auf dass E-Government-Dienste insbesondere auf örtlicher Ebene flächendeckend verbreitet und zu einer selbstverständlichen Standardleistung der Verwaltung werden. Finanzierung des selbstständigen Mittelstandes Banken 44 % Förderpolitik 29 % KMUs 13 % Institutionenkritischer Indikator 0,81 Finanzierung von Existenzgründungen Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs). 7 % aller Experten hielten eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen für nicht nötig. Dieser Anteil erhöht sich auf 12 %, wenn man die Experten hinzunimmt, die eine staatliche Förderpolitik zugunsten von KMUs ablehnten. Die Experten, die die Notwendigkeit einer Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen bejahten, unterschieden zwischen drei Bereichen, in denen solche Verbesserungen vorgenommen werden sollten: die Banken und weiteren privaten Geldgeber mit einem Anteil von 44 % an allen Begründungen; die Politik und Förderpolitik des Staates mit einem Anteil von 29 % sowie die kleinen und mittleren Unternehmen einschließlich der jungen Unternehmungen (Existenzgründungen) mit einem Anteil von 13 %. Dividiert man die Anzahl der Nennungen zu Trägern und strategischen Entscheidungen durch die Zahl der Nennungen zur Maßnahmen- und Umsetzungsebene, so kommt man zu einem institutionenbezogenen und, wie sich an den einzelnen Begründungen zeigt, institutionenkritischen Indikator :

182 Zusammenfassung des Trendberichts 182 Tabelle 69 Institutionenkritischer Indikator für Finanzierungsprobleme des selbstständigen Mittelstandes Institutionenkritischer Indikator Kleine und mittlere Unternehmen 1,55 Banken / weiitere private Geldgeber 1,04 Poltik/öffentliche Verwaltung 0,40 Insgesamt 0,81 Finanzierung von KMUs und Existenzgründungen Abbildung 70 Politik und Förderpolitik sind bei Finanzierungsproblemen des Mittelstandes vor allem in den Bereichen Existenzgründungen und Innovation gefordert. Auch auf institutionelle Probleme und Defizite eingehen Nur Kritik an den Banken Mangelnder mittelstandspolitischer Wille Demnach sind Finanzierungsprobleme des selbstständigen Mitelstandes zumindest nicht ausschließlich auf der Umsetzungs- und Maßnahmenebene, also nicht ausschließlich technokratisch, zu erörtern. Vielmehr sollte angesichts der Verteilung von institutionenkritischen und technokratischen Kommentaren in einem Verhältnis von etwa 0,8 : 1,0 auch auf die institutionellen Probleme und Defizite der Partner im Finanzierungsprozess eingegangen werden. Alle Kommentare, die sich auf die Banken bezogen, waren kritisch gemeint und wurden von keinem bankenfreundlichen Kommentar relativiert. Die Kritiken bezogen sich vorzugsweise auf den mangelnden mittelstandspolitischen Willen der Banken sowie auf ihre mangelnde mittelstandspolitische Kompetenz. Ein mangelnder mittelstandspolitischer Wille wurde damit erklärt, dass sich die Banken lukrativeren Geschäftsfeldern (zum Beispiel dem Investmentbanking) zugewandt oder sich auf

183 Zusammenfassung des Trendberichts 183 Mangelnde mittelstandspolitische Kompetenz standardisierbare und damit risikoärmere Geschäftsfelder beschränkt hätten. Damit verbunden wurde den Banken eine mangelnde Risikobereitschaft unterstellt. Beispielsweise wurde den Banken in 72 % aller Nennungen auf der Maßnahmenebene mehr Risikokapital und damit mehr Risikobereitschaft abverlangt. Aus dieser Sicht kann die Übernahme von Basel II als Versuch der Banken gesehen werden, der Übernahme von Risiken durch Restriktivität und Standardisierung zu entkommen und aus der Mittelstandsfinanzierung eine Art Hypothekengeschäft zu machen. Die Verteilung der Kommentare zum Bankenbereich sind in Tabelle 71 wiedergegeben.

184 Zusammenfassung des Trendberichts 184 Tabelle 71 Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer und KMUs? (1) Banken und weitere private Geldgeber Insgesamt absolut In % An 1. Stelle genannt: absolut In % An 2. Stelle genannt: absolut In % An 3. Stelle genannt: absolut In % Bessere Partner im Finanzierungsbereich 48 21, , ,7 7 16,2 Mehr Verantwortlich- 16 7,3 8 7,3 4 6,3 4 9,3 keit und Risikobereitschaft Mehr Qualifizierung 7 3,2 3 2,7 3 4,7 1 2,3 der Banken Beratungspflicht! Gegen Basel II, 15 6,9 7 6,3 7 11,0 1 2,3 Rating verändern, Kreditierungsrichtlinien Lösungen oberhalb 3 1,2 3 2,7 1 1,6 1 2,3 der Hausbank Private Equity 4 2,0 2 1,8 1 1,6 1 2,3 Einbeziehung von 2 1, ,1 - - Versicherungen im Kreditierungsprozess Kooperation der Anleger 1 0,5 1 0, Technische Lösungen Mehr Risikokapital, Seed Investments Bessere Beteiligungsmöglichkeiten Fonds für Forderungsausfälle Herkömmliche Kreditierung verbessern Leichtere Entschuldung IT-Sicherheit bei E-Banking Ausschreibung von Preisen 46 21, ,0 9 14,1 7 16, , ,9 8 12,5 4 9,3 1 0,5 1 0, ,3 4 3, ,3 5 2,3 3 2,7 1 1,6 1 2,3 1 0, ,3 1 0,5 1 0, , ,1 - - N 96 44, , , ,6

185 Zusammenfassung des Trendberichts 185 Polarisierung der Orientierungen Angesichts einer in der Informationswirtschaft weit verbreiteten Anti- Banken-Stimmung ist eine Polarisierung der Orientierungen zwischen den Banken und ihren informationswirtschaftlichen Kunden anzunehmen: Die Banken argumentieren, sie seien durch Basel II zu einer restriktiveren Kreditierung gezwungen ( Wir können nicht anders. ). Hingegen meinen Teile der Informationswirtschaft, Basel II sei für die Banken ein willkommenes Alibi, um die restriktive Vergabe von Krediten gegenüber den Kunden und der Öffentlichkeit zu rechtfertigen ( Sie wollen nicht anders. ). Insbesondere die Großbanken kommunizieren offensiver als früher die Verfolgung ihrer einzelwirtschaftlichen Ziele. Diese mögen zunächst wenig mit der Finanzierung des selbstständigen Mittelstandes zu tun haben. Hier kann sowohl eine moralische als auch eine effizienzbezogene Kritik der Informationswirtschaft ansetzen. Banken kann die Finanzierung des örtlichen Mittelstandes sogar zur Aufgabe gemacht werden, wenn sie sich in regionaler Trägerschaft befinden. Die Standardisierung von Verfahren der Kreditvergabe etwa nach Basel II muss Verfahren, in denen örtliche und unternehmensindividuelle Kenntnisse einfließen, nicht überlegen sein. Abschließende Wertung Förderpolitik vor allem für Existenzgründer Richtig ist, dass es die Banken bislang versäumt haben, angemessene Instrumente für den Bereich der Innovationsförderung zu entwickeln. Noch scheint auf mancher Leitungsebene ein Bewusstsein zu existieren, dass es letztlich auch aus einzelwirtschaftlicher Sicht kontraproduktiv sein kann, sich aus den Informations- und Verpflichtungsstrukturen des eigenen regionalen Umfeldes zu lösen. Auch sollten die Ineffizienz-Vorwüfe ernstgenommen werden, zumal sie von Führungskräften, wenn nicht von der Leitungsebene der Informationswirtschaft kommen und auf Erfahrungen beruhen dürften. Die Experten sahen den Staat im Zusammenhang mit Finanzierungsproblemen des selbstständigen Mittelstandes vor allem bei den Existenzgründern und eventuell noch in der Innovationsförderung gefordert (siehe Tabelle 72).

186 Zusammenfassung des Trendberichts 186 Tabelle 72 Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für Existenzgründer und KMUs? (2) Politik und Förderung des Staates Insgesamt absolut In % An 1. Stelle genannt: absolut In % An 2. Stelle genannt: absolut In % An 3. Stelle genannt: absolut In % Rahmenbedingungen, Allgemeine Politik Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen Allgemeine Steuerpolitik Sich modernisierender Staat 15 6,9 8 7,2 4 6,3 3 7,0 7 3,2 5 4,5 1 1,6 1 2,3 8 3,7 3 2,7 3 4,7 2 4,7 9 4,1 5 4,5 2 3,2 2 4,7 E-Procurement 2 1,0 1 0,9 1 1,6 - - Entbürokratisierung, Vereinfachung staatlicher Förderung 7 3,2 4 3,6 1 1,6 2 4,7 Bessere Stimmung 2 0, ,7 Finanzielle Förderung 34 15, ,1 9 14,2 6 14,1 Steuerliche Förde- 9 4,1 3 2,7 4 6,3 2 4,7 rung von Gründern und KMUs Bürgschaften, 7 3,2 5 4, ,7 öffentliche Kredite, Zuschüsse Personalkostenzuschüsse, 3 1,4 2 1,8 1 1,6 - - Förder- kriterium Beschäftigung, Stärkung Eigenkapitalbasis Fördermöglichkeiten 14 6,4 8 7,2 4 6,3 2 4,7 allgemein, weitere Fördermöglichkeiten Gründungszentren 1 0,5 1 0, Rechtliche Förderung 3 1,4 2 1,8 1 1,6 - - Pro Gebührenord- 3 1,4 2 1,8 1 1,6 - - nung, Gesellschaftsrecht, bessere Beteiligungsmöglichkeiten N 63 28, , , ,2

187 Zusammenfassung des Trendberichts 187 Qualifikationsprobleme mittelständischer Unternehmer Pro Business Angels Die Existenz von Qualifikationsproblemen auf der Leitungsebene informationswirtschaftlicher Unternehmen kann auch angesichts weiterer Monitoring -Ergebnisse nicht bestritten werden. Andererseits schließt die Identifizierung von Qualifizierungsdefiziten in kleinen und mittleren Unternehmen nicht aus, dass Banken und Politik/Verwaltung den selbstständigen Mittelstand von unzumutbaren Anforderungen stellen, indem sie etwa bei Kredit- und Projektanträgen von ihren eigenen Strukturen ausgehen und die Bedarfe und Spezifika des selbstständigen Mittelstandes darüber aus den Augen verlieren. Für die Relevanz dieser Überlegungen spricht, dass in 11 % aller Kommentare der Finanzierungsprozess, also die Verhandlungen zwischen Finanzier und KMU, problematisiert wurden. Die Experten sahen Hilfe für Unternehmer durch Unternehmer, beispielsweise durch Business Angels, als besonders viel versprechend an.

188 Zusammenfassung des Trendberichts Politische Handlungsbedarfe und Priorisierungen im Rahmen eines Sechs-Jahres-Vergleiches Absicherung, Fortschreibung, Vertiefung Priorisierungen Mit der Wahl zweier Fragen zu politischen Handlungsbedarfen wurde diesmal nicht der Nachdruck auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse, sondern vielmehr auf die Absicherung, Fortschreibung und Vertiefung vorliegender Erkenntnisse gelegt. Die Präferenzen der informationswirtschaftlichen Entscheidungsebene zugunsten bestimmter politischer Handlungsbereiche erwiesen sich für den Zeitraum stabil. Dies kann für die Periode anhand eines differenzierten Klassifizierungssystems nachgewiesen werden (siehe Tabelle 73). Dringender politischer Handlungsbedarf Abbildung 73: Die politischen Präferenzen der informationswirtschaftlichen Entscheidungsträger haben sich im Rahmen eines Sechs-Jahres- Vergleiches als stabil erwiesen Auch dann, wenn man diese Ergebnisse mit den Kommentaren der Experten zu den Begründungen politischer Handlungsbedarfe in Beziehung setzt (Tabelle 76), ist die Annahme langfristiger politischer Präferenzen der informationswirtschaftlichen Leitungsebene aufrechtzuerhalten. Mithin erwartet die Informationswirtschaft von der Politik, dass diese vorzugsweise Aktivitäten in den folgenden drei Bereichen entfaltet: Modernisierung der Verwaltung Modernisierung der Verwaltung und größere Serviceorientierung für private und geschäftliche Kunden; Ordnungspolitik und möglichst weitgehende Deregulierungen; Qualifizierungs- und Forschungspolitik.

189 Zusammenfassung des Trendberichts 189 Ordnungspoliitk, Deregulierung Gegenwärtig kann auch von einer prioritären Bedeutung des politischen Handlungsfeldes IT-Sicherheit gesprochen werden. Diese Dringlichkeit muss nicht notwendigerweise zurückgehen, da sich die Internet- Kriminellen in ihren Attacken auch weiterhin als erfinderisch erweisen werden. Politischer Handlungsbedarf Abbildung 74: Nach wie vor haben Modernisierung, Deregulierung sowie Qualifizierungs- und Forschungspolitik Vorrang. Qualifizierungsund Forschungspolitik Demgegenüber treten die Bedeutung weiterer politischer Handlungsfelder, beispielsweise von Marktentwicklung Förderpolitik und Digital Divides zügig abbauen sowie die im Monitoring -Projekt entdeckten Aufgabenbereiche ( Kommunikation zwischen Politik und Informationswirtschaft verbessern, Deregulierung informationswirtschaftlicher Anwenderbranchen sowie Kooperation zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern fördern ) zurück.

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