Die Situation der niederschwelligen Drogenarbeit in der Schweiz

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1 Präsentation der Resultate der Umfrage der FASD zur Situation der niederschwelligen Einrichtungen vom Frühjahr 2002 an der Fachtagung vom 4. Dezember 2002 in Freiburg Hannes Lindenmeyer obcz.consult, Zürich

2 : Vom Volkshaus in die Ingenieurschule Wie präsentieren sich die niederschwelligen Institutionen im Jahre 2002? Welche Beobachtung machen die niederschwelligen Institutionen über ihre Zielgruppen? Was erwarten die niederschwelligen Einrichtungen von der FASD welche Empfehlungen ergeben sich aus der Untersuchung? 2

3 Entwicklung des Umfeldes: 1987 bis Februar 1992: Needle-Park im Zürcher Platzspitz 1992 bis Februar 1995: Letten als Nachfolgeszene 1995: Schliessung des Letten Vier-Säulen-Politik Von der offenen zur verdeckten Szene 3

4 Politisches Umfeld: 1997: Initiative Jugend ohne Drogen (29.4%) 1998: Droleg-Initiative (26.4%) 1999: Dringlicher Bundesbeschluss zur Heroinverschreibung (54.3%) 4

5 Akzeptanz für: Originalstoff-Verschreibung Konsumräume Toleranz von Kleinmengen Konsumlegalisierung Ablehnung von: offenen Szenen 5

6 Niederschwellige Angebote: in geeigneter geografischer Lage angemessene Öffnungszeiten Voraussetzungslosigkeit der Beteiligung 6

7 Ist der Tiger, der Ende 80-er Jahre gesprungen ist, heute als Bettvorleger gelandet? Heino Stöver 7

8 Soziale Grundversorgung in 18 Kantonen: 90% (130 Einrichtungen): mehrheitlich für Drogenkonsumierende 45% (66 Einrichtungen): ausschliesslich für Drogenkonsumierende 8

9 Normalisierungsprinzip: Konzept Lebensqualität (OECD) Gesundheit Arbeit und Qualität des Arbeitslebens Zeitbudget, Tagesstruktur Intellektuelle und kulturelle Entfaltung durch Lernen Verfügung über Güter, inkl. Geld Persönliche Freiheitsrechte Qualität des Lebens in Gemeinschaft Qualität der physischen Umwelt 9

10 Gefahr: angebotslastige, besitzstandswahrende Institutionalisierung Widerspruch: ordnungspolitisch orientiertes behördliches Mandat versus professionelles Sekundär-Präventions Mandat Verwaltungslogik: Strukturierungsprozesse nach innen Produktemanagement nach aussen formelle qualitätssichernde Massnahmen 10

11 Hypothese: rund um die niederschwelligen Einrichtungen: eine institutionsspezifische Klientel ausserhalb der niederschwelligen Einrichtungen: eine tatsächlich verdeckte Szene: für die Sekundärprävention schwierig erreichbar oder unerreichbar 11

12 Forderungen an die FASD: bereichsspezifische Forschung Vernetzung der praxisnahen Erfahrungen Starthilfe- und Überbrückungsfonds Entwicklung der Drogenpolitik Neulancierung eines drogenpolitischen Diskurses 12

13 Kernfragen: Gleichgewicht zwischen den Anliegen der Direktbetroffenen: Sekundärprävention den Anliegen der gesellschaftlichen Umwelt: Ordnungspolitik den Anliegen an die gesellschaftliche Umwelt: Drogenpolitik 13

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