Dauerhafte Top-Ästhetik und -Funktion mit ANKYLOS

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1 Abb. 1: Orthopantomogramm der Ausgangssituation vom Dauerhafte Top-Ästhetik und -Funktion mit ANKYLOS Älter geworden und doch jung geblieben: Während ANKYLOS sich auf den ersten Blick nur wenig verändert hat, wurden seine Eigenschaften dennoch kontinuierlich verbessert. Dies spiegelt sich nicht nur in einer veränderten Oberfläche und der Integration einer Option zur Indexierung wieder, sondern beweist sich auch im täglichen Einsatz. ANKYLOS versteht sich als System, dessen Eigenschaften sowohl Kliniker als auch Patienten zu schätzen wissen. An einem komplexen Fallbeispiel mit acht Implantaten im Oberkiefer und sieben Implantaten im Unterkiefer, versorgt mit festsitzenden Brücken, veranschaulicht der in Goldbach niedergelassene Fachzahnarzt für Oralchirurgie Dr. Patric Renner, dass das Implantatsystem auch nach neun Jahren in ästhetischer und funktioneller Hinsicht topaktuell ist und Behandler-Team und Patienten überzeugt. Seit mehr als 25 Jahren hat sich das von Prof. Dr. Georg-Hubertus Nentwig und Diplom-Ingenieur Dr. Walter Moser konzipierte, ANKYLOS-Implantatsystem mit konischer Implantat-Abutment- Verbindung in der Praxis bewährt, denn es gewährleistet langfristig stabile Knochenverhältnisse sowie gesundes Weichgewebe. Das System zählt zu den weltweit am längsten klinisch eingesetzten Implantaten. Das Design vereint drei Konstruktionsmerkmale: eine innere Konusverbindung, ein systembedingtes Platform-Switching sowie ein progressives Gewindedesign. Alle diese Merkmale haben sich als richtungsweisend erwiesen und durchgesetzt. ANKYLOS gilt als biomechanisch hochstabiles und universell einsetzbares Implantatsystem. Während die drei wesentlichen Konstruktionsmerkmale in den mehr als 25 Jahren klinischer Anwendung unverändert geblieben sind, wurden über die Jahre hinweg im Zuge materialtechnischer Entwicklungen und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse Indikationserweiterungen, Ergänzungen und Optimierungen durchgeführt. Vorteile in Chirurgie und Prothetik Der Autor verwendet das beschriebene Implantatsystem seit seiner oralchirurgischen Weiterbildung in der Abteilung von Prof. Nentwig in Frankfurt im Jahre 1993 für alle Indikationen. Sowohl das chirurgische als auch das prothetische Instrumentarium ist übersichtlich gehalten und leicht anzuwenden. Die Vorteile des ANKYLOS Implantatsystems liegen zum einen in der Chirurgie und in der sehr guten Primärstabilität. Darüber hinaus erlaubt die form- und kraftschlüssige Konusverbindung zwischen Implantat und Aufbau eine freie Auswahl bei allen prothetischen Komponenten und bietet eine gute nahezu bakteriendichte Verbindung des Abutments mit dem enossalen Teil. Diese kraftschlüssige konische Verbindung trägt zu einem guten Sitz bei. Das TissueCare-Konzeptmit dem systembedingten Plattform- Switching und somit nach zentral verlagertem Implantat-Abutment-Interface hat sich langfristig sehr gut bewährt; Hart- und Weichgewebe bleiben zuverlässig und langfristig erhalten. Platform-Switching ist ein wichtiger Faktor für Gewebestabilität, insbesondere im Zusammenspiel mit mikrobewegungsfreiem, bakteriendichtem Verbindungsdesign. Durch die innenliegende Konusverbindung ist der Durchmesser des Abutments zwangsläufig kleiner als der Durchmesser der Implantatschulter. Die Falldarstellung eines vor rund neun Jahren implantatprothetisch versorgten Patienten veranschaulicht beispielhaft die zuverlässige und dauerhafte Gewebestabilität. Falldarstellung: Anamnese und Befund Ein 56-jähriger Patient wandte sich erstmals im Jahr 2004 an unsere Praxis mit dem Wunsch nach einem neuen Zahnersatz, der ausdrücklich festsitzend sein sollte. Ein herausnehmbarer Zahnersatz auch in Form einer teleskopierenden Brücke war nicht erwünscht. 14 Praktische Implantologie und Implantatprothetik pip

2 Abb. 2: Implantate in situ, Orthopantomogramm vom (ANKYLOS, DENTSPLY Implants). Abb. 3: Unterkiefer: Präparierte Zähne 33, 43, 45, Zustand vor Abformung (Sulkusformer bereits entfernt). Allgemeinmedizinisch lagen keine Besonderheiten vor. Der Patient nahm keine Medikamente ein. Die Anamnese und der anschließende Befund ergaben einen mäßigen Nikotinkonsum (fünf Zigaretten pro Tag), generalisierte Schmutzgingivitis mit Plaque und Zahnstein sowie Lockerungsgrade von II bis III an den Oberkiefer-Frontzähnen und Lockererungsgrad III im Unterkiefer-Frontzahnbereich. Der Oberkiefer-Zahnersatz war rund zehn Jahre alt und der letzte Zahnarztbesuch lag mindestens drei Jahre zurück. Die Zähne 15 und 35 waren tief kariös zerstört. Abb. 4: Oberkiefer: Zustand vor Abformung (Sulkusformer bereits entfernt). Das Zahnschema und die Übersichtsröntgenaufnahme (Abb. 1) veranschaulichen den Ausgangsbefund (Stand: ): Planung und Therapie Nach professioneller Zahnreinigung (PZR) und ausführlicher Besprechung mit dem Patienten wurde geplant, nach Extraktion aller Zähne im Oberkiefer, acht Implantate in regio 12, 13, 14, 15, 22, 23, 24 und 25 einzusetzen; im Unterkiefer sollten die Zähne 33, 43 und 45 erhalten und sieben Implantate in regio 36, 35, 34, 32, 42, 44 und 46 inseriert werden. f f z k k k k k k k f f f f f k k k k f z f f k f = fehlender Zahn z = zerstörter Zahn k = geplante Krone Abb. 5: Unterkiefer: Aufbaupfosten Balance posterior in situ. Abb. 6: Oberkiefer: Aufbaupfosten Balance posterior in situ. Praktische Implantologie und Implantatprothetik pip

3 Nach Extraktion aller Zähne wurde im Oberkiefer eine provisorische Totalprothese in Form eines Interimsersatzes eingegliedert. Im Unterkiefer wurden die restlichen Zähne bis auf 33, 43 und 45 extrahiert. Dann wurde die Unterkiefer-Situation abgeformt und bis zur Anfertigung des Langzeitprovisoriums (NEM- Gerüst mit Kunststoffverblendung) ein Eierschalenprovisorium eingesetzt. Implantation mit ANKYLOS Nach Anfertigung einer Bohrschablone (mit Hilfe von Wax-up und Set-up) erfolgte in Lokalanästhesie und Analgosedierung im Juli 2004 die Implantation der acht ANKYLOS-Implantate im Oberkiefer (Längen und Durchmesser siehe Tabelle 1). Die Herstellung von Bohrschablone und Wax-up hat den Vorteil, vorab die virtuelle Implantatplanung nach anatomischen und prothetischen Gesichtspunkten durchführen zu können, sowie die exakte Positionierung der Implantate bereits im Datensatz vornehmen zu können, um spezifische Abutments zu planen und die prothetische Umsetzbarkeit zu überprüfen. Mit der Implantation erfolgte simultan eine Sinusbodenelevation beidseitig; dabei wurde BioOss-Granulat mit Eigenblut eingebracht. Die Kieferhöhlenfenster wurden mit einer BioGuide-Membran abgedeckt und mit heute nicht mehr erhältlichen Resor Pins fixiert. Im Frontbereich erfolgte ein Bone Spreading. Es konnte ein primärer Wundverschluss durchgeführt werden. Die Oberkieferprothese wurde weichbleibend mit Kerr Fitt unterfüttert. Perioperativ erhielt der Patient das Antibiotikum Clindamycin 600 mg, außerdem verabreichte der Anästhesist intravenös eine One Shot Dosis Urbason 250 mg. Im August 2004 wurden die geplanten sieben Implantate im Unterkiefer (Längen und Durchmesser siehe Tabelle 1) eingesetzt und ein Bone Spreading durchgeführt. Eine laterale Augmentation war nicht notwendig. Während im Oberkiefer die Implantate subgingival einheilten, wurde im Unterkiefer aufgrund guter Primärstabilität ein transgingivaler Einheilmodus gewählt. So wurden gleich sieben Sulkusformer Balance posterior 3,0 mm Abb. 7: Oberkiefer: Rohbrandanprobe und Zentrikkontrolle mit Aluwachs. Abb. 8: Unterkiefer: Rohbrandanprobe (Zentrikkontrolle erfolgte in derselben Sitzung). Tabelle 1: Länge und Durchmesser der eingesetzten Implantate. Oberkiefer Unterkiefer Regio Durchmesser/Länge Regio Durchmesser/Länge 12 A14 36 B11 13 A14 35 B11 14 A14 34 C11 15 A14 32 B14 22 A14 42 A14 23 A14 44 B11 24 B11 46 B11 25 B11 (A entspricht Durchmesser 3,5 mm; B entspricht Durchmesser 4,5 mm; C 5,5 mm) inseriert (Abb. 2). Postoperativ konnte im Unterkiefer das Langzeitprovisorium wieder mit Temp Bond und Modifier eingesetzt werden. Implantatprothetik Während die ANKYLOS-Implantate im Unterkiefer wie erwähnt transgingival einheilten (Abb. 5), konnten im Oberkiefer die acht Implantate im Dezember 2004 freigelegt werden. Auch hier wurden Sulkusformer Balance posterior 3,0 mm inseriert (Abb. 4). Die Oberkieferprothese wurde ausgeschliffen und mit Kerr Fitt weichbleibend unterfüttert. Die gemessenen Periotestwerte zur Beurteilung der Osseointegration waren insgesamt sehr gut: Sie betrugen -5 an den Implantaten 15, 14, 13. An den Implantaten 12, 22, 24 lag der Periotestwert bei -6. Am Implantat 23 war der Wert -7 und am Implantat 36 betrug der Periotestwert -8. An den Implantaten 25, 35, 34, 46 war der Periotestwert jeweils -4 sowie -3 am Implantat 44. Ab Januar 2005 begann die prothetische Versorgung des Behandlungsfalls mit Nachpräparation im Unterkiefer und anschließender konventioneller Abformung mit offenen Löffeln. Die Pickup-Technik wurde mittels Übertragungspfosten durchgeführt. Bei der Gerüstanprobe in beiden Kiefern blieben die Implantataufbaupfosten in situ, eine erneute Kieferrelationsbestimmung wurde auf den Gerüsten durchgeführt. Darüber erfolgt eine Überabformung mit Impregum und individuellem Löffel. Die laborgefertigten Kunststoffprovisorien wurden auf den Implantatpfosten inseriert. 16 Praktische Implantologie und Implantatprothetik pip

4 Abb. 9: Abschlussbild der Oberkieferund Unterkiefer-Rehabilitation, Frontalansicht. Abb. 10: Abschlussbild Oberkiefer. Abb. 11: Abschlussbild Unterkiefer. (Abb. 9-11: Zahntechnik, Zahntechnikermeister Martin Zang, Goldbach). Abb. 12: Abschlussbild, Ansicht lateral, erster und vierter Quadrant. Abb. 13: Abschlussbild, Ansicht lateral, zweiter und dritter Quadrant. Abb. 14: Nach Eingliederung der festsitzenden Brücke im Ober- und Unterkiefer; röntgenologisch dargestellte einwandfreie Gewebestabilität, OPG vom Praktische Implantologie und Implantatprothetik pip

5 Im Februar 2005 erfolgte die Rohbrandanprobe im Ober- und Unterkiefer zusammen mit dem Zahntechnikermeister Martin Zang aus Goldbach. Okklusion und Artikulation wurden überprüft und mit dem Patienten ein Ästhetik Check-up durchgeführt. Mit Hilfe eines neuen Zentrikregistrats konnte die implantatprothetische Arbeit fertiggestellt und Mitte Februar eingegliedert werden (Abb. 7-14). Die gemessenen Periotestwerte betrugen hierbei: 34: -6; 35: -5; 36: -5; 32: -5; 42: -3; 44: -4; 46: -5. Abb. 15: Kontroll-OPG vom Auch rund drei Jahre postoperativ zeigen sich röntgenologisch keine Auffälligkeiten, der periimplantäre Knochen ist stabil. Abb. 16: Kontroll-OPG vom Fazit für die Praxis Chirurgie und Prothetik wurden von mir durchgeführt, für die zahntechnischen Arbeitsschritte haben wir mit ZTM Martin Zang, Goldbach, zusammengearbeitet. Seit der Eingliederung der implantatprothetischen Restauration ist der Patient regelmäßig im Recall (Der inzwischen 65-jährige Patient ist mit dem Ergebnis sowohl in funktioneller als auch ästhetischer Hinsicht des festsitzenden Zahnersatzes sehr zufrieden. Während der vergangenen neun Jahre sind keine Probleme oder Besonderheiten aufgetreten, Reparaturen entfielen (Abb ). Dabei ist die konische Implantat-Abutment-Verbindung des vorgestellten Implantatsystems der Schlüssel zum Erhalt des periimplantären Gewebes. Die durch das Platform-Switching entstandene positive Stufe zwischen Implantatkörper und Abutment bewirkt ein größeres Volumen des Weichgewebes. Dies eröffnet vielfältige prothetische sowie ästhetische Optionen. Ein weiterer Vorteil des Systems ist die für alle Implantatdurchmesser gleiche Dimension der Konusverbindung, sodass alle Prothetikkomponenten mit den unterschiedlichen Implantatgrößen kombinierbar sind. Das kann Kosten reduzieren und den Aufwand bei der Lagerhaltung verringern. Mit der TissueCare-Verbindung steht ANKYLOS für langfristig stabile Weich- und Hartgewebe; das hat sich auch bei dieser langjährigen Behandlungsgeschichte gezeigt. K Patric Renner Scan mich Literatur! Abb. 17: Beispiel eines Kontroll-Zahnfilms zur Beurteilung der Osseointegration im Behandlungsverlauf vom : periimplantär stabiles Hartgewebe auch nach rund sieben Jahren postoperativ. Abb. 18: Kontroll-OPG vom Kronenfraktur 43 durch linguale Sekundärkaries. Zustand nach Implantation regio 43 mit ANKYLOS. K Studium der Zahnheilkunde in Würzburg K Oralchirurgische Weiterbildung in kieferchirurgischer Praxis in Landau in der Pfalz und Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie der Johann-Wolfgang- Dr. med. dent. Goethe Universität Frankfurt Patric Renner K 1995 Gebietsbezeichnung Oralchirurgie Fachzahnarzt für K 1996 Niederlassung in eigener Praxis Oralchirurgie mit Dr. Jan Renner und Dr. Frank Brückner K 1998 Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie (BDIZ) K 2002 Spezialist für Implantologie (EDA) K 2007 Tätigkeitsschwerpunkt Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) K K 18 Praktische Implantologie und Implantatprothetik pip

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