Alpine Wildlife Tuberkulose bei Wildtieren im Alpenraum. Mathias Büttner, LGL Bayern Halbzeitkonferenz Bioökonomie,

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1 Alpine Wildlife Tuberkulose bei Wildtieren im Alpenraum Mathias Büttner, LGL Bayern Halbzeitkonferenz Bioökonomie,

2 Welches Ziel wurde mit dem Projekt verfolgt? Tuberkulose Rotwild Rind Im Gegensatz zur Tuberkulose des Menschen, verursacht durch Mycobacterium tuberculosis, sind zoonotische Tuberkulosen verursacht durch M. bovis und M. caprae selten geworden. Sie bedrohen aber nach wie vor die Nutztierbestände und können durch steigende Vermarktung von Qualitäts- Rohmilchprodukten auch als Zoonose wieder Bedeutung erlangen (re-emerging zoonosis). In den letzten 30 Jahren ging ein erheblicher Anteil an Zoonosen (~70% der bedrohlichen Infektionskrankheiten) von Wildtieren aus, die häufig keine Krankheitssymptome zeigen. Bei der Tuberkulose gab es Anzeichen für ein Wildtierreservoir in den Alpenländern der EU durch ansteigende Tendenz der Fälle bei Weiderindern (nach Sömmerung auf den Almen). Untersuchungen zum Vorkommen von Tbc, die Erregerdifferenzierung und die Erreger-Wirt Interaktion zwischen Wild- und Rind waren Ziel des Projekts. Eine Gefährdungseinschätzung sollte ableitbar werden.

3 Welche Partner waren an dem Projekt beteiligt? Alpennationen: Österreich, Deutschland (Bayern), Schweiz, Italien (Südtirol)

4 Welche wesentlichen Ergebnisse wurden erzielt? - Regional hohes Vorkommen von Tuberkulose beim Rotwild z. B. Tiroler Lechtal > 35%, ausschließlich M. caprae - Genetisch identische Bakterienisolate bei Rind und Rotwild. - New generation sequencing (NGS) gibt Aufschluss über molekulare Epidemiologie. Vergleichende Charakterisierung von neuen M. caprae Isolaten. - Rotwild ist ein Reservoirwirt für M. caprae in den Alpen - Überbesatz von Rotwild ist eine ständige Gefahr für eine Tbc Übertragung auf Nutztier und Mensch n 292 red deer Andere Wildtiere wie Dachs, Gämse u. Rehe spielen keine Rolle als Reservoirwirte n 645 red deer n 577 red deer

5 Lassen sich die Resultate schon unmittelbar anwenden? Die Ergebnisse haben zu einem Umdenken im Rotwildmanagement geführt. Die Regulierung der Rotwildbestände auf biologisch sinnvolle Bestandsgrößen von 3-4 Tieren pro 100 ha wird in den als Tbc hot spot identifizierten Regionen empfohlen. Österreich und Bayern: Bayern hat ein Monitoring zum Tbc Vorkommen bei Rind und Rotwild über die gesamte Alpenkette gestartet und bei den Rinderuntersuchungen bereits abgeschlossen. Österreich führt ebenfalls in den betroffenen Regionen (Tirol-Lechtal) kontinuierliche Überwachungsuntersuchungen bei Rind und Rotwild durch. Schweiz und Italien: Das geringe (1 Fall Italien), bzw. nicht Auftreten (Schweiz) von Tbc beim Rotwild gibt keinen Anlass zu weiterem Monitoring. Tbc-Einschleppung durch Tierhandel und Tierbewegungen (Almbeschickungen) wird mit den nötigen Vorkehrungen kontrolliert jährliche Alpenweide Viehverkehr Vereinbarung (AWVV)

6 Welchen Beitrag leistet das Projekt zur Bioökonomie? Die Notwendigkeit einer Überwachung von Infektionskrankheiten, die vom Wildtier auf Nutztiere und schlimmstenfalls auf den Menschen (Zoonosen) übergehen könnten ist mit dem Projekt gezeigt. Die Sicherheit qualitativ hochwertiger Lebensmittel wie Rohmilch und Rohmilchprodukte wird durch frühzeitige Erkennung von Gefahren im Nutz- und Wildtierbestand gewährleistet (hier Tbc-Überwachung beim Nutztier Übertragungsgefahr durch Wildtiere). Prophylaktischer und kontinuierlicher Verbraucherschutz wird durch derartige Projekte unterstützt. Das Projekt zeigt im weitere Sinne wie die fortschreitende Einengung des Lebensraums von Wildtieren verbunden mit Eigeninteressen des Menschen Einfluss nehmen kann auf die Entstehung bioökonomischer Ungleichgewichte.

7 Welche weiteren Entwicklungsarbeiten sind geplant? Die Überwachung des Alpenraums bezüglich Rotwild-Tbc wurde ausgeweitet und wird fortgeführt. Weitere Entwicklungsarbeiten betreffen die Gesamtgenom Sequenzierungen aller M. caprae Isolate aus den betroffenen Ländern. Dies ist die Basis für Studien zur molekularen Epidemiologie von M. caprae. Die Verbesserung diagnostischer Methoden soll in Kooperation mit der Universität München und der Industrie initiiert werden. Die Ausscheidung und Kontamination der Umwelt mit Mykobakterien, speziell M. caprae, soll ebenfalls in Kooperation mit der Universität München und der AGES (Österreich) untersucht werden.

8 Welches ist die größte Herausforderung im Handlungsfeld? Ein sinnvolles Wildtiermanagement unter Erhalt einer gesunden Wildtierpopulation im alpinen Raum ohne Überbesatz aus jagdlichen Gründen. Der Erhalt alpiner Beweidung (Sömmerung) von Habitaten unter höchst möglicher Vermeidung der Kontaktmöglichkeiten von Rind und Rotwild. Erhalt der Attraktivität des alpinen Tourismus unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Lösung des Spannungsfeldes: Jäger Almbauern unter dem prioritären Aspekt des Verbraucherschutzes

9 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Kontakt Name Monika Gonano Firma: Austrian Agency for Health and Food Safety, AGES, Österreich Adresse: Robert Koch-Gasse 17 A-2340 Moedling Telefon: +43 (0)

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