13 Software Betriebe (TP III-1a)

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1 Verbundprojekt pre agro Software Betriebe 13 Software Betriebe (TP III-1a) Teilprojektleiter und -bearbeiter: Dr. S. Böttinger 13.1 Bezug zum Verbundprojekt/Bedarf seitens anderer Teilprojekte Ein Schwerpunkt des TP III-1a ist die Mitarbeit an und die Sicherstellung der Umsetzung der Ergebnisse des Verbundprojektes in der Praxis. Die komplexen Resultate der einzelnen Teilprojekte werden auf den Projektbetrieben in Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern erarbeitet. Durch den Einsatz entsprechender Technik (Bordcomputer, Software...) wird sichergestellt, dass die Betriebsleiter und ihre Mitarbeiter diese Arbeiten auch ohne wissenschaftliche Begleitung durchführen können. Im TP III-1a liegt der Schwerpunkt auf der PC-Software im Büro (Mapping Software), der Bordcomputer-Software und den Schnittstellen zwischen der Elektronik der Landmaschinen, dem Bordcomputer, der PC-Software und den Expertenmodulen. Alle Komponenten können von unterschiedlichen Herstellern geliefert werden und sollten über adäquate Schnittstellen miteinander arbeiten. Insbesondere mit dem Teilprojekt III-1b Software Lohnunternehmer und den Teilprojekten zur Erarbeitung der Expertenmodule ist ein intensiver Austausch nötig, um die Schnittstellen zwischen den Programmen und Komponenten effizient zu gestalten Einleitung/Problemstellung Die erfolgreiche Umsetzung von precision agriculture in der Praxis ist von mehreren, vollständig zu erfüllenden Faktoren abhängig. Neben z. B. nachweisbaren ökonomischen Vorteilen ist die einfache Handhabbarkeit der diversen Werkzeuge für precision agriculture wesentlich. Bordcomputer auf Schleppern und selbstfahrenden Landmaschinen sowie die PC-Software im Büro zählen zu den wichtigsten Werkzeugen. Sie müssen von den aktuell in der Landwirtschaft beschäftigten Personen bedient und verstanden werden. Hierbei müssen die unterschiedlichsten Ausbildungs- und Erfahrungsniveaus sowie die auch daraus entstehenden individuellen fachlichen Tiefen der Fragestellungen berücksichtigt werden. Neben diesen, schwerpunktmäßig die Benutzeroberfläche und Benutzerführung betreffenden Aufgabenstellungen muss das Zusammenspiel der unterschiedlichsten, oben bereits erwähnten Komponenten gewährleistet sein. Schwierigkeiten in diesem Bereich führen zu Bedienproblemen und daraus folgend zu einer abnehmenden Akzeptanz in der Praxis. Unter anderem dieser Problembereich ist bei der Begutachtung des Zwischenberichtes zum Jahr 1999 hervorgehoben worden. Seite 189

2 Software Betriebe Verbundprojekt pre agro 13.3 Material und Methoden Vier Werkzeuge werden für die Bearbeitung der Aufgaben im Teilprojekt hauptsächlich eingesetzt: die Analyse des Benutzerverhaltens, die Analyse des Marktes, die aktive Gestaltung von Standards und die Zusammenarbeit und Absprachen mit den anderen Teilprojekten. Die Analyse des Benutzerverhaltens erfolgt entweder aus direkten oder indirekten Rückmeldungen. Direkte Rückmeldungen liefern die Nutzer der Werkzeuge an die Hotline oder die Entwicklungsmitarbeiter der Firma Agrocom. Durch gezielte Befragungen bei User-Treffen und/oder Schulungen für geübte Nutzer (advanced user) werden ebenfalls direkte Rückmeldungen eingeholt. Indirekte Rückmeldungen erfolgen über Mittelsmänner wie z. B. Vertriebsmitarbeiter und Mitarbeiter des Verbundprojektes. Diese Informationen werden gesammelt und daraus nötige Weiter- oder Neuentwicklungen für die Benutzer-Schnittstellen und für die Schnittstellen zwischen den einzelnen precision agriculture-werkzeugen und -Komponenten abgeleitet. Durch die Analyse des aktuellen Angebots an Werkzeugen und Komponenten und zusätzlichen Marktinformationen können Neu- oder Weiterentwicklungen bei den Schnittstellen unterschiedlichster Anbieter erkannt bzw. frühzeitig Änderungen vorhergesagt werden. Für die meisten heutigen und, soweit heute vorhersehbar, die zukünftigen Anwendungen im Bereich precision agriculture sind die Schnittstellen zwischen den Werkzeugen und Komponenten genormt bzw. befinden sich im Normungsprozess. Diese Arbeiten werden aus Projektinteressen aktiv mitbetrieben, um allgemeinen Interessen unterschiedlichster Firmen an proprietären Schnittstellen durch möglichst internationale Standards entgegenzuarbeiten bzw. vorzubeugen. Durch Absprachen und Diskussionen insbesondere mit dem Teilprojekt III-1b werden projektspezifische Schnittstellen zwischen der Software Betrieb und der Software Lohnunternehmen erkannt und Realisierungsmöglichkeiten erarbeitet. Die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Nutzergruppen an die Funktionalitäten der jeweiligen Programme sowie das Zusammenspiel der Programme von Dienstleister und Auftraggeber erfordern ein abgestimmtes, koordiniertes Vorgehen bei den Software-Weiterentwicklungen Ergebnisse Schnittstellen-Weiterentwicklung PC-Software Die Notwendigkeit zum Import von Fremdformaten im Rahmen des Projektes besteht weiterhin bzw. nimmt durch den Einsatz und die Erprobung unterschiedlichster Komponenten zu. Zur Unterstützung dieser Anforderung wurden weitere Im- und Exportschnittstellen in der PC-Software realisiert. Diese sind im Einzelnen: AgLeader *.YLD-Format (Import) RDS-Ertragsdaten *.X01, *.Y01 (Im-/Export) Importexperte für Analyseergebnisse (ASCII-Datei oder DBF-File). Zur Unterstützung des im Projekt häufig benötigten Datenaustausches zwischen der Software Betrieb und der Software Lohnunternehmen (Applikationserstellung durch Dienstleister, Ü- Seite 190

3 Verbundprojekt pre agro Software Betriebe bergabe der Daten an landwirtschaftlichen Betrieb bzw. an Software Betrieb zum Export der Daten an Bordcomputer) wurde ein kontextsensitiver Objektimport für Dateien im Format Surfer-Grid *.GRD und Surfer-Grenzlinien *.BLN installiert. Auf den DLG-Feldtagen wurde erstmals die pre agro-version von AGRO-MAP Basic auf dem Stand des Verbundprojektes und der Fa. Agrocom präsentiert. In dieser pre agro-version sind neben dem Hinweis auf die Förderung durch das BMBF speziell die für das Verbundprojekt erstellten Schnittstellen besonders hervorgehoben Schnittstellen-Harmonisierung Bordcomputer/Anbaugerät Für die Schnittstelle zwischen Bordcomputer und Anbaugerät existiert eine deutsche Norm, die DIN 9684 (LBS - Landwirtschaftliches Bussystem). Insbesondere in den Teilen 3 und 4 werden aufeinander aufbauende Schnittstellen beschrieben. Das virtuelle Terminal nach DIN 9684 Teil 4 wird wegen seiner Komplexität nur von wenigen Herstellern unterstützt. Die einfachere Schnittstelle nach DIN 9684 Teil 3 wird von mehreren Herstellern unterstützt. Interpretationsspielräume und individuelle Ergänzungen führten zu verschiedenen Dialekten nach DIN 9684 Teil 3. Durch die Harmonisierungsbemühungen ist es gelungen, die wichtigsten Anwender dieses Normteils an einen Tisch zu bekommen und eine gemeinsame Interpretation der Norm zu erarbeiten. Unter dem Marketingnamen LBS+ ist diese Harmonisierung im Markt bekannt gemacht worden. Sie vereinigt die Einfachheit des Teil 3 und Vorteile von Teil 4 (Maskenupload via CAN). Dieser harmonisierte Standard findet derzeit Verbreitung und stellt eine praktikable Lösung bis zur erfolgreichen Einführung der Nachfolgenorm der DIN 9684, der aktuell in abschließender Bearbeitung befindlichen ISO Seitens des Teilprojektes wird ebenfalls an der zwischen den unterschiedlichsten Unternehmen abgestimmten Einführung der zukünftigen Norm mitgearbeitet Schnittstellen-Standardisierung Bordcomputer/PC-Software In der bereits erwähnten DIN 9684 ist im Teil 5 die Kommunikation zwischen Bordcomputer und PC-Software genormt. In der Praxis hat sich dieser Norm-Teil ebenfalls nicht durchgesetzt. Eine geringe Anzahl von Firmen nutzt Teile dieser Norm, allerdings ergänzt um individuelle Erweiterungen. Kein Unternehmen hat diesen Teil der Norm vollständig implementiert. Ursache dürfte die Komplexität dieser Norm und die firmenspezifischen Interessen an proprietären Schnittstellen sein. Zur Überwindung dieser Fakten wurde über den VDMA, Fachverband Landtechnik, eine Arbeitsgruppe installiert, die sich mit der Vereinfachung dieser Norm beschäftigt. In dieser Arbeitsgruppe sind Softwarehersteller und Landmaschinenhersteller aktiv. Durch Zusammenarbeit mit der internationalen ISO-Normengruppe für die äquivalenten Teile in der ISO konnte, noch nicht abschließend, eine Vereinfachung der zukünftigen ISO erarbeitet werden. Seite 191

4 Software Betriebe Verbundprojekt pre agro Schnittstelle PC-Software/Expertenmodule Grundlegendes zu dieser Schnittstelle ist bereits im Zwischenbericht zum Jahr 1999 dargelegt worden. Auf dieser Basis (Praxiserfahrungen mit Schnittstellen zu Expertenmodulen und zusätzliche theoretische Überlegungen) wurde ein Vorschlag für eine zukunftsträchtige Schnittstelle erarbeitet. Sie basiert auf einer Standardschnittstelle im Computerbereich (OLE 2) und kann von beliebigen Softwarepaketen genutzt werden. D. h. auch, dass Produkte von nicht im Verbundprojekt aktiven Unternehmen und auch heute noch nicht existente Produkte diese Schnittstelle nutzen werden können. Über diese eine Schnittstelle sind eine beliebige Anzahl von Modellen an die Bürosoftware anbindbar, da diese Modelle in DLLs gekapselt sind. Durch diese Kapselung ist auch eine eindeutige Verantwortlichkeit für Inhalt und Programmierung des Expertenmoduls erreicht. Insbesondere bei der späteren Nutzung der Module durch andere Firmen ist diese Klarstellung nötig. Die Struktur dieser Schnittstelle ist in Abbildung 13-1 dargestellt Ausblick Die Weiterentwicklung der Schnittstellen von Bordcomputer zu Landmaschinen und zur PC- Software im Büro wird im Rahmen der Normungsbemühungen weiter betrieben. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich zur agritechnica 2001 präsentiert werden können. Entscheidend ist, dass heute ein funktionierender Standard für die Schnittstelle Bordcomputer/Landmaschine zur Verfügung steht und von zunehmend mehr und mehr Herstellern genutzt wird. Der technische Übergang zu der kommenden Norm ISO muss von jedem Hersteller selbst erarbeitet und ermöglicht werden. Durch die frühzeitige Zusammenarbeit mit der Normierungsgruppe für die Nachfolge von DIN 9684 Teil 5 wird eine vereinfachte Untermenge genormt werden und somit den Datenaustausch zwischen Bordcomputer und Bürosoftware unterschiedlicher Hersteller erleichtern. Die Umsetzung der Schnittstelle zu den Expertenmodulen aus dem Verbundprojekt muss an beispielhaften Modellen und auf Praxisbetrieben erprobt werden. Nach eventuellen Überarbeitungen und Abstimmungen mit den anderen Teilprojekten kann dann diese Schnittstelle in größerem Maßstab eingesetzt werden. Seite 192

5 Verbundprojekt pre agro Software Betriebe Abb. 13-1: Schnittstellenvorschlag PC-Software/Expertenmodul 13.5 Adresse Dr. S. Böttinger AGROCOM GmbH & Co Agrarsystem KG Potsdamer Str Bielefeld Tel: 0521/ Fax: 0521/ Seite 193

6 Software Betriebe Verbundprojekt pre agro Seite 194

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