Oracle GridControl: SLA- und Performance-Management Vetter Sven. Senior Consultant. Mai 2006

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1 Oracle GridControl: SLA- und Performance-Management Vetter Sven. Senior Consultant. Mai Einleitung Mit Oracle GridControl 10.2 hat Oracle ein neues (lizenzpflichtiges) Pack auf den Markt gebracht: Das "Service Level Management Pack". Ziel ist laut Oracle-Store: "Mit dem Service Level Management Pack lässt sich die Verfügbarkeit und Performance von kritischen Anwendungen (Diensten und Internetanwendungen), Standorten und Infrastrukturkomponenten aktiv überwachen. Außerdem können entsprechende Berichte erstellt werden. Zu diesem Zweck werden von externen Standorten (Beacons) aus künstlich Transaktionen ausgeführt." Klingt gut, oder? Im Weiteren möchte ich erläutern, was dieses Pack wirklich alles kann. 2. Services 2.1 Überblick Ein Service entspricht einer End-User- bzw. Business-Funktionalität, z.b. eine CRM-Applikation, Online Banking, Mail, Damit ein Service als "lauffähig" betrachtet wird, braucht es: Die generelle Verfügbarkeit aller Komponenten Definierte Antwortzeiten Korrekte Daten Folgende Servicearten existieren: Webapplication Generic Service Aggregate Service Identity Management Service Collaboration Suite Service Webapplikationen und Generic Services werden auf den nächsten Seiten detaillierter vorgestellt. Aggregate Services sind Kombinationen von Einzel-Services zur einer grösseren Einheit, die beiden Letzteren (nicht näher beschriebenen) haben so sprechende Namen, dass wahrscheinlich klar ist, was diese überwachen können. Info-Tel Datum Seite 1 / 7

2 2.2 Webapplikation Mit dieser Serviceart können einzelne Webseiten oder ganze Applikationen überwacht werden. Die Performance und die Verfügbarkeit werden dabei durch künstliche Webtransaktionen getestet. Diese werden von "Beacons" ausgeführt, wobei jeder GridControl Agent als Beacon fungieren kann. Transaktionen können auch von mehreren Standorten durchgeführt werden, um die Performance von unterschiedlichen Niederlassungen zu überwachen (z.b. wie schnell ist unsere Applikation von der Zentrale in Zürich und wie schnell von einer Aussenstelle in Berlin). Im einfachsten Fall ist eine Webtransaktion ein einzelner URL-Zugriff - aber es können auch beliebig viele Schritte einer Webapplikation sein. Diese können manuell erfasst oder durch einen integrierten Makro-Rekorder aufgezeichnet werden. Dieser Rekorder bedingt aber den Microsoft Internet Explorer. Damit kann (über ein automatisch installiertes Active-X-Control) ein normaler Arbeitsablauf aufgenommen werden. Beim manuellen Erfassen (bzw. auch bei der Nacharbeit aufgezeichneter Schritte) kann pro Step definiert werden: Die Methode des Requests (GET, POST, HEAD) Eventuelle zusätzliche Header-Informationen Die gesendeten Daten, wenn die Methode POST ist Basic Authentication Credentials Über "Advanced Properties" können weitere Tests vorgenommen werden, z.b. ob bestimmte Texte auf der Seite enthalten sind (oder nicht, damit kann dann z.b. ein Fehlerstatus erzeugt werden, wenn "ORA-" auf der Seite erscheint). Es wird nicht nur die totale Zeit eines Web-Requests gemessen, sondern dieser in seine Bestandteile aufgegliedert (Total Time, Perceived Time, DNS Time, Connect Time, First Byte Time, ). Dadurch ist zu erkennen, ob z.b. ein DNS-Problem vorliegt. Pro Performance-Messwert können Warnungs- und kritische Schwellwerte festgelegt werden. Überschreitungen von Schwellwerten werden protokolliert und können Aktionen auslösen (E- Mail, PL/SQL, SNMP-Trap, externes Programm). Ausserdem können sie für die Verfügbarkeitsberechnung benutzt werden (z.b. definiert Ihr SLA-Vertrag, dass die Antwortzeit <2 sek. sein muss ). Das Ergebnis dieser Definitionen ist neben einer Übersichtsseite Info-Tel Datum Seite 2 / 7

3 diverse Detailinformationen: 2.3 Generic Services Ausser Webapplikationen können noch diverse andere Applikationsarten getestet werden: Oracle SQL Timing beliebige SQL-Statements gegen beliebige Datenbanken ausführen, dabei wird ausser Gesamtzeit auch Einzelzeiten ermittelt (Connect, Parsen, Fetchen, ) JDBC SQL Timing DNS FTP Ping, HTTP-Ping, TNS Ping IMAP, POP, SMTP LDAP NNTP (Network News Transfer Protocol) Port Checker (offene und geschlossene Ports, mit/ohne SSL) SOAP Eigene Scripts Wenn die anderen Services nicht ausreichen, können beliebige Scripts ausgeführt werden. Diese geben per Standardoutput bis zu 10 Messwerten zurück 3. Erweiterung durch Systeme Durch Services wurden bis zu diesem Punkt nur die Performance und die Verfügbarkeit für die Endanwender überwacht (aber dies unabhängig von Oracle-Komponenten). Auf der anderen Seite kann Oracle schon immer durch Metrics Hardware und Software überwachen. Interessant wäre es jetzt, diese beiden Punkte zu kombinieren, um eine Verbindung von Enduser- Problemen zu deren Ursachen zu schaffen. Dies erfolgt durch die Definition von Systemen und deren Zuordnung zu Services. Info-Tel Datum Seite 3 / 7

4 Ein System ist ein Set von Infrastruktur (Hardware, Datenbank, Application Server, ) welches benötigt wird, um eine Applikation zu betreiben. Alle Targets des Enterprise Managers können in Systemen benutzt werden. Zwischen den einzelnen Targets können Beziehungen definiert werden (z.b. braucht eine bestimmte Datenbank eine ASM-Instanz und einen Listener). Wenn mit Internet Explorer ob Version 5.5 gearbeitet wird (und der SVG-Plugin von Adobe installiert ist), kann die Topologie (Abhängigkeiten) grafisch angezeigt und bearbeitet werden: Pro Service kann ein System zugeordnet werden. Dadurch können sowohl die Enduser- Performance-Daten als auch die "technischen" Performance-Daten in diversen Übersichten überwacht werden - und Performance-Probleme auf Enduser-Seite sind zuordenbar zu technischen Werten auf Infrastrukturseite (z.b. hat ein Benutzer schlechte Antwortzeiten in seiner Applikation - gleichzeitig ist ein I/O-System zu 100% ausgelastet). 4. Die "Root Cause Analysis (RCA)" Ist ein Service nicht verfügbar (oder die Performance verletzt die Schwellwerte), kann Oracle anhand des Systems die Ursache ermitteln. Dies kann z.b. für einen First-Level-Support interessant sein, da er dadurch sehr schnell erkennt, in welcher Richtung der Grund zu suchen ist - und somit effizient die richtige Abteilung informieren oder natürlich das Problem auch selbst lösen kann. Es existieren zwei Arten der Analyse: Manuell: Wenn ein Problem auftritt, muss manuell die RCA gestartet werden, Ergebnisse davon werden nicht abgespeichert Automatisch (Default): Die RCA wird automatisch immer bei einem Problem durchgeführt, die Ergebnisse werden auf der Service-Homepage angezeigt und für spätere Auswertungen abgespeichert Standardmässig werden die auf Targetebene definierten Metrics für die Analyse herbeigezogen. Innerhalb des Services können aber noch weitere Komponententest für Performance und Usage hinzugezogen werden. Dadurch können Metrics überschrieben werden, wenn sie für diesen Service unwichtig sind oder andere Werte benötigt werden. Im Service können "Key components" definiert werden, nur diese werden für die Tests benutzt (so dass Systeme auch für mehrere, ähnliche Services benutzt werden können). Info-Tel Datum Seite 4 / 7

5 Beispiel: Ein für einen Service benötigter Listener wurde gestoppt, dadurch war die Webseite nicht mehr verfügbar: Dies ist dann auch in der Topologie-View sichtbar: 5. SLA-Überwachung Standardmässig wird für die SLA-Berechnung nur die reine Verfügbarkeit von Key Komponenten benutzt. Sollen auch Performance-Metrics einbezogen werden, muss dies separat eingeschaltet werden. Neben dem erwarteten Servicelevel müssen die Geschäftszeiten definiert werden, ausserdem ob unbekannte Zustände und Blackouts als Verletzung zählen oder nicht. Neben einer Tabelle mit allen SLA-Verletzungen wird auch eine Übersichtsgrafik angezeigt: Info-Tel Datum Seite 5 / 7

6 6. Dashboards Pro Service gibt es einen vordefinierten Dashboard-Report. Angezeigt werden darauf: Aktueller Status des Services Die 3 "kritischsten" Performance- und Usage-Werte (die am nächsten an einer Schwellwertverletzung liegen) Status der System-Komponenten Die Verfügbarkeit der letzten 24 Stunden, 7 Tage und 31 Tage Typischerweise sollen aber mehrere Services auf einem Dashboard angezeigt werden. Dazu muss der vordefinierte Report kopiert und mehrere Service-Targets aufgenommen werden. Dieser neue Dashboard-Report kann auch per Scheduler geplant und per verschickt werden. Ausserdem kann er "public" sein, d.h. er kann ohne Anmeldung am Enterprise Manager angezeigt werden. Beispiel: 7. Ausblick und Fazit Für eine erste Version des SLA-Packs ist es ein schon sehr gelungenes Produkt, ohne grosse Fehler. Es gibt viele Enduser-Performance- und Verfügbarkeitstest, diese sind schon heute unabhängig von Oracle. Ein gutes Konzept ist aber wichtig, z.b.: wer überwacht was (Targets können nun auf Target-, System-, Gruppen- und Service- Ebene mittels Metrics überwacht werden) was wird überwacht (nicht zu viele s - aber auch nicht zu wenige ) es gibt mehrere hundert Metrics! in welchem Intervall wird überwacht (nicht zu spät informiert werden - aber auch nicht zu oft Tests vornehmen, wodurch die Performance wieder leidet) Info-Tel Datum Seite 6 / 7

7 Im Bereich Infrastruktur-Komponenten-Überwachung ist das Hauptaugenmerk (neben Hosts) klar noch auf Oracle Produkte gelegt, dort haben andere Produkte heute (noch) mehr Möglichkeiten. Aber es gibt schon heute diverse Plugins für die Überwachung anderer Komponenten (Stand ): BEA WebLogic Check Point Firewall EMC Celerra F5 BigIP Local Traffic Manager IBM DB2 Database IBM WebSphere Juniper Netscreen Firewall Microsoft Active Directory Microsoft BizTalk Server Microsoft Commerce Server Microsoft Internet Information Services Microsoft Internet Security and Acceleration (ISA) Server Microsoft.NET Framework Microsoft SQL Server Trivadis wird in einer Veranstaltung in der 2. Jahreshälfte weitere Informationen über Test mit diesen Plugins bieten. Ausserdem werden wir die End-to-End-Performancekomponenten (die jetzt schon auf Ebene Apache, OC4J und DB vorhanden sind) detailliert untersuchen und vorstellen. ABER: Es lohnt sich schon jetzt, sich mit den neuen Features zu beschäftigen, die Möglichkeiten sind enorm! Kontaktadresse: Sven Vetter Trivadis AG Papiermühlestrasse 73 CH-3014 Bern Telefon: Fax: Internet: Info-Tel Datum Seite 7 / 7

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