MATERIALMAPPE VIEL LÄRM UM NICHTS VON WILLIAM SHAKESPEARE EINE INSZENIERUNG VON KATHARINA RUPP PREMIERE 11. AUGUST 2013

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1 MATERIALMAPPE VIEL LÄRM UM NICHTS VON WILLIAM SHAKESPEARE EINE INSZENIERUNG VON KATHARINA RUPP PREMIERE 11. AUGUST 2013

2 Editorial Liebe Schülerinnen und Schüler Liebe Lehrpersonen Ist es heutzutage überhaupt noch möglich, klassische Theaterstücke wie sie Shakespeare vor 400 Jahren verfasst hat auf knackige und reizvolle Weise darzubieten? Die Regisseurin und Schauspieldirektorin Katharina Rupp hat sich für die diesjährige Freiluftproduktion Viel Lärm um nichts etwas Besonderes einfallen lassen und das Stück von William Shakespeare von der Renaissance in das Süditalien der 50er Jahre versetzt. Auf dem Platz direkt vor dem altehrwürdigen Museum Altes Zeughaus spielt sich die sowohl komische als auch anrührend dramatische Handlung ab. Das Museum selbst wird dabei Teil des Bühnenbilds und fungiert als Hotel, welches von Leonato, dem Gouverneur von Messina, geführt wird. Für die nötige Portion Italianità und 50er- Jahre- Stimmung sorgen nebst der Ausstattung die vielen musikalischen Einlagen, in denen unter anderem Klassiker von Adriano Celentano, Paolo Conte und Frank Sinatra zum Besten gegeben werden. Das Stück wartet mit grossen Gefühlen, glänzenden Wortgefechten, listigen Täuschungsmanövern und tückischen Intrigen auf. Gewisse Themen wie die spannungsgeladene Beziehung der beiden Streithähne Beatrice und Benedikt den wohl berühmtesten Singles der Theatergeschichte sind zeitlos und finden sich in zahlreichen neuzeitlichen romantischen Komödien. Andere Aspekte wie die streng organisierte Männergesellschaft und der hohe Ehrbegriff der Charaktere aus Viel Lärm um nichts mögen an Francis Ford Coppolas Der Pate und die Sizilianische Gesellschaft des 20. Jahrhunderts erinnern. Eben deshalb weil viele Stücke Shakespeares mit so epochenübergreifenden Fragestellungen und Handlungsmotiven wie Verrat, unglückliche Liebe, Verleumdung und Ehre aufwarten, sind sie auch für ein heutiges Publikum noch interessant und vermögen durchaus auch jüngere Zuschauer anzusprechen. In diesem Sinne wünscht das Team vom Theater Orchester Biel Solothurn viel Vergnügen bei der Lektüre und dem Besuch des Stücks. 2

3 Freilichttheater vor dem Museum Altes Zeughaus in Solothurn Da unser altes Stadttheater in Solothurn saniert wird, muss das Schauspiel in den kommenden 18 Monaten auf verschiedene Auswärtsspielstätten ausweichen (Rythalle, Kunstmuseum, Genossenschaft Kreuz). Zu Beginn der Spielzeit fehlt jedoch ein Obdach, daher knüpfen wir, bei hoffentlich sommerlichen Temperaturen, an eine alte Theater- Tradition an und bespielen den Platz vor dem Museum Altes Zeughaus in Solothurn. Das Gebäude des heutigen Museums wurde um 1609 erbaut. Der Bau des Zeughauses geht auf die Zeit zurück, als der französische Botschafter im Stadtstaat Solothurn residierte. Hier verhandelte er im Auftrag der französischen Krone mit eidgenössischen Unternehmerfamilien. Der Renaissance- Bau diente während Jahrhunderten als Waffen- und Rüstungslager für die Truppen des damals staatspolitisch noch unabhängigen eidgenössischen Solothurn wurde der Betrieb im alten schliesslich eingestellt und das neue Zeughaus an der Luzernerstrasse eröffnet. Seither ist das alte Zeughaus ein Museum und untersteht heute dem kantonalen Amt für Kultur und Sport im Departement für Bildung und Kultur. Das Museum nennt eine der grössten historisch orientierten Rüstungs- und Waffenausstellungen der Schweiz sein eigen. Die ausgestellten Rüstungsgegenstände zeigen einen Querschnitt über die solothurnische und schweizerische Heeres- und Kriegsgeschichte vom Mittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg. alteszeughaus.ch/museum/geschichte.html 3

4 VIEL LÄRM UM NICHTS (Much Ado About Nothing) Komödie von William Shakespeare Deutsch von Frank Günther Inszenierung Bühne und Kostüme Musikalische Leitung Dramaturgie Regieassistenz Regie- und Dramaturgiehospitanz KATHARINA RUPP KARIN FRITZ DANNY EXNAR ADRIAN FLÜCKIGER PEER GAHMERT SABINA GALEAZZI YOUSSEF ABOUTAHIR Besetzung Don Pedro, Prinz von Arragon JAN- PHILIP WALTER HEINZEL Benedikt aus Padua, Begleiter von Pedro URS FABIAN WINIGER Claudio aus Florenz, Begleiter von Pedro CHARLES MORILLON Don Juan, Pedros Halbbruder ERIC FÖRSTER Borachio, Begleiter Don Juans LOU ELIAS BIHLER Leonato, Gouverneur von Messina GÜNTER BAUMANN Francis, Sänger und Musiker, Pater DANNY EXNAR Hero, Leonatos Tochter MIRIAM STRÜBEL Margarethe, Zimmermädchen NATALINA MUGGLI Ursula, Chef de Service BARBARA GRIMM Beatrice, eine Waise, Leonatos Nichte ANNE WEINKNECHT Die Rolle des Balthasar sowie des Mönchs sind in unserer Fassung in der Figur Francis zusammengelegt. Die Rolle des Antonio, Leonatos Bruder, wurde teils auf Ursula übertragen. Conrad, ein Begleiter Don Juans, sowie Holzapfel, Schlehwein und der Schreiber wurden gestrichen. Vorstellungen Solothurn Zeughausplatz (Freilichttheater) SO Reservedatum Premiere DI Reservedatum DO Reservedatum FR Reservedatum SA Reservedatum MO Reservedatum Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20:00 Stadttheater Biel SA :00 Premiere FR :30 DO :30 MI :30 DI :30 Dauer: 2 h 20 (inkl. Pause) 4

5 Die Regisseurin Katharina Rupp Geboren in Bern, studierte sie Musik in Basel und Schauspiel an der Folkwang- Hochschule in Essen. Es folgten 12 Jahre als Schauspielerin am Schauspiel Frankfurt/Main, am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Theater in der Josefstadt Wien und am Theater Basel wechselte sie ins Regiefach. Seither inszenierte sie u.a. an den Staatstheatern Karlsruhe und Saarbrücken, am Deutschen Nationaltheater Weimar sowie in Salzburg, Augsburg, Münster, St. Gallen und Bern und drehte drei preisgekrönte Dokumentarfilme. Seit der Spielzeit 2007/08 leitet sie das Schauspiel am Theater Orchester Biel Solothurn. In der vergangenen Saison konnte man von ihr die Inszenierungen Don Carlos, Souvenir sowie Barbaren sehen. Der musikalische Leiter Danny Exnar Danny Exnar, geboren 1981 bei Basel, studierte zunächst Klavier in Prag (Fachrichtung Jazz), anschliessend zwei Semester Philosophie in Bern absolvierte er sein Schauspielstudium an der Otto- Falckenberg- Schule in München. Noch während des Schauspielstudiums gastierte er an den Münchner Kammerspielen sowie am Landestheater Tübingen, wo er bis 2009 Ensemblemitglied war. Er arbeitete u.a. mit Felicitas Brucker, Erich Sidler, Alexander Nerlich und Gert Pfafferodt. 2009/2010 liess er sich an der Juilliard School in New York in Englischer Bühnensprache ausbilden erhielt Danny Exnar den O.E. Hasse- Preis der Berliner Akademie der Künste und 2007 den Förderpreis der Armin- Ziegler- Stiftung. Die Bühnen- und Kostümbildnerin Karin Fritz Studierte Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. Ab 1987 entwarf sie die ersten Arbeiten am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Von 1995 bis 1999 war sie am Theater Dortmund tätig. Seit 1999 arbeitet sie als freiberufliche Bühnen und Kostümbildnerin, u.a. an der Deutschen Oper Berlin, am Theater an der Wien, am Theater in der Josefstadt, am Staatstheater Mainz, an den Städtischen Bühnen Münster, am Theater St. Gallen und am Gärtnerplatztheater München. Sie arbeitet mit Regisseuren wie Georges Delnon, John Dew, Christine Meilitz, Roland Schwab und Janusz Kica. Mit Katharina Rupp verbinden sie mehrere Produktionen, darunter auch Don Carlos. 5

6 Synopsis Viel Lärm um nichts ist eine Komödie in fünf Akten in Vers und Prosa. Das Stück wurde von Shakespeare um 1598 verfasst und noch vor 1600 uraufgeführt. Die Handlung: Don Pedro, der Prinz von Arragon, kehrt mit seinen Gefährten Benedikt und Claudio von einem Feldzug gegen seinen Halbbruder Don Juan zurück. In Messina (Sizilien) macht er einen Zwischenhalt um seinem guten Freund, dem Gouverneur Leonato, einen längeren Besuch abzustatten. Bei der herzlichen Begrüssung der Soldaten verliebt sich der junge Begleiter Don Pedros, Graf Claudio, in Hero, Leonatos einzige Tochter. Benedikt liefert sich derweil hitzige Wortgefechte mit Leonatos temperamentvoller Nichte Beatrice. Don Pedro verspricht dem schüchternen Claudio, beim Maskenball an seiner Stelle um Hero zu werben. Die prinzliche Kuppelung gelingt und so werden bald darauf Heiratspläne geschmiedet. Um die Zeit bis zur Hochzeit etwas vergnüglicher zu gestalten, schmiedet Don Pedro mit Leonato, Claudio, und Hero eine weitere harmlose Intrige: Die überzeugten Singles Benedikt und Beatrice sollen sich ineinander verlieben. Zwei geschickt inszenierte Lauschszenen lassen die beiden Streithähne wechselseitig im Glauben, sie würden vom jeweils anderen begehrt Währenddessen heckt Don Pedros Halbbruder Don Juan mit seinem versoffenen Diener Borachio ein fatales Täuschungsmanöver aus, um Hero in Verruf zu bringen und ihre Heirat mit dem Emporkömmling Claudio zu verhindern. Borachio soll sich nachts, wenn Claudio sich gerade im Garten befindet, mit dem als Hero verkleideten Zimmermädchen Margarethe am Fenster treffen. Nur widerstrebend hat Don Juan sich nach der verlorenen Schlacht dem Gefolge des Prinzen angeschlossen und seine Lage als Kriegsgefangener ist ihm trotz der freundlichen Behandlung Don Pedros schmerzlich bewusst. Daher ist ihm auch jedes Mittel recht, um Unfrieden in der Familie zu stiften An Heros Hochzeit platzt schliesslich die Bombe. Dank dem listigen Verkleidungsspiel von Borachio und Margarethe in der Nacht zuvor ist Claudio von Heros Untreue überzeugt und weist vor der gesamten Gesellschaft ihre Hand zurück. Geschlossen stellen sich die Männer nun gegen das unschuldige Mädchen und beschuldigen sie als Hure, worauf Hero das Bewusstsein verliert. In der Öffentlichkeit wird sie daraufhin für tot erklärt, während es Beatrice und dem Priester Francis gelingt, Leonato von der Unschuld seiner Tochter zu überzeugen. Empört von der Verleumdung ihrer Cousine bringt Beatrice den völlig veränderten Benedikt nun sogar dazu, Claudio zum Duell zu fordern. Bevor die Situation jedoch völlig eskalieren kann, findet sich plötzlich alles zum Guten: Borachio gesteht seine Schuld und die Beteiligung an der Intrige, die entzweiten Paare finden wieder zueinander und Don Juan, der in der Zwischenzeit wohlweislich die Flucht ergriffen hat, wird festgenommen und zurück nach Messina überführt. Mehr als in anderen Stücken Shakespeares spielen hier Intrigen, Täuschungsmanöver, Lauschaktionen und Missverständnisse eine grosse Rolle. Manche sind gut gemeint und ziehen keine ernsthaften 6

7 Folgen nach sich, andere wiederum führen zu fatalen Missverständnissen. Die wichtigsten Intrigen sind: 1. Don Pedro, Prinz von Arragon, wirbt in Claudios Namen auf dem Maskenball um Hero. 2. Don Juan träufelt Claudio Gift ins Ohr, indem er behauptet, Don Pedro werbe für sich selbst um Hero. 3. Hero und Ursula inszenieren eine Belauschungsszene welche Beatrice in dem Glauben lässt, Benedikt sei in sie verliebt. 4. Don Pedro, Claudio und Leonato inszenieren ihrerseits eine Belauschungsszene, aus der Benedikt schliessen muss, dass Beatrice rasend in ihn verliebt sei. 5. Don Juan inszeniert mit seinem Diener Borachio und dem Zimmermädchen Margarethe ein Täuschungsmanöver um Heros Ruf zu ruinieren und ihre Hochzeit mit Claudio zu verhindern. 6. Hero wird in der Öffentlichkeit für tot erklärt. 7. Claudio wird mit einer Verwandten der scheinbar an gebrochenem Herzen dahingeschiedenen Hero verlobt, welche schliesslich die Maske lüftet und sich als Hero selbst entpuppt. 7

8 William Shakespeare eine kurze Biografie William Shakespeare wird vermutlich am 23. April 1564 im englischen Stratford- upon- Avon geboren. Williams Vater John ist ein angesehener Landwirt und Händler, der 1565 zum Stadtrat gewählt wird und später die Stellung des Stadtverwalters einnimmt. Mary Arden of Wilmcote, Williams Mutter, entstammt einem alten Adelsgeschlecht. Shakespeare besucht als Knabe die Stratforder Lateinschule, wo er sich mit Ovid, Virgil und Erasmus von Rotterdam beschäftigt. Mit 18 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, mit der er drei Kinder hat. Die Familie lässt er zurück, als er vermutlich 1586 nach London zieht. Er tritt als Schauspieler im Theater des James Burbage auf, ausserdem werden seine ersten Stücke gespielt. Er ist literarisch Interessierten schon im Jahr 1592 ein Begriff, wie aus einem Pamphlet des Dramatikers Robert Greene hervorgeht. Seine epischen Gedichte sowie seine Lyrik begründen seinen Ruhm. Sein dramatisches Werk entsteht zwischen 1590 und Die Dichte von verspielten Komödien am Zenit seines Schaffens er schrieb kurz nacheinander Viel Lärm um nichts (uraufgeführt 1598/99, gedruckt 1600), Wie es euch gefällt, Die lustigen Weiber von Windsor und Was ihr wollt wird von Biographen gerne in Zusammenhang mit dem Tod von Shakespeares 11- jährigem Sohn Hamnet 1596 gesehen. Für die vermeintlich tragische Haupthandlung in Much ado about nothing greift Shakespeare sehr unterschiedliche Quellen auf (darunter Ariostos Orlando furioso), während das originäre Wortkabbler- Paar Benedikt und Beatrice selbst zum einflussreichen literarischen Vorbild geworden ist. Shakespeare gilt als gewandter Geschäftsmann, ab 1594 gehört er als Teilhaber den Lord Chamberlain s Men an, einer führenden Schauspielertruppe, die sich ab 1603 entsprechend einer Erlaubnis James I. King s Men nennen. Die Karriere als Dramatiker und Schauspieler ermöglicht ihm, 1597 in seiner Heimatstadt ein Herrenhaus zu kaufen; ein Jahr vorher wird das Familienwappen bewilligt, ebenfalls ein Zeichen für den ansteigenden Wohlstand der Familie wird das neue Haus der Truppe, das berühmte Globe- Theatre, eröffnet. In den Folgejahren werden alle seine Stücke dort mit viel Pomp aufgeführt. Um 1611 zieht sich Shakespeare zurück und geht nach Stratford, wo er am 23. April 1616 stirbt erscheint die erste Gesamtausgabe, die heutige Forschung schreibt ihm 38 Dramen zu. - Viel Lärm um nichts, Schauspielhaus Zürich,

9 Das Theater im elisabethanischen Zeitalter Während des Mittelalters existierten weder fixe Theatergebäude noch fest ansässige Schauspielensembles. Stücke wurden im Freien auf sogenannten Wanderbühnen aufgeführt. Dabei handelte es sich zumeist um einfache Karren oder Freiflächen wie die Höfe der Wirtshäuser oder provisorische Bühnen auf Marktplätzen. Es wurden keine mehrstündigen Stücke mit einzelnen Akten und einer bestimmten Handlung aufgeführt sondern Pantomimen, akrobatische Einlagen und komische Einlagen. Daneben veranstaltete die Kirche theatralische Aufführungen (Mysterienspiele) wie die Osterspiele, in denen christliche- religiöse Glaubensinhalten mit Mitteln des Dramas und des Musiktheaters wiedergegeben wurden. Wanderschauspieler und Akrobaten standen sozial auf der gleichen Stufe wie Landstreicher und Tagelöhner und waren der ehrbaren Bürgerschicht ein Dorn im Auge. Um 1580, kurz bevor auch Shakespeare nach London zog, setzte in der Wahrnehmung und Behandlung des englischen Schauspiels ein Wandel ein, der ganz im Zeichen der Wiederentdeckung der Antike während der Renaissance stand. Einige junge Universitätsabsolventen begannen in London Theaterstücke in Anlehnung an klassische griechische Dramen zu schreiben, die sich stark von allem, was bisher in der englischen Sprache verfasst wurde unterschieden. Sie schrieben abendfüllende Stücke über weltliche Themen mit Handlungselementen aus der Geschichte und den antiken Sagen, zahlreichen Charakteren und einer einheitlichen Handlung. Verfasst wurden die Stücke mehrheitlich in Blankversen. Die Dramen dieser Intellektuellen Universitätsabgänger faszinierten den jungen Shakespeare, als er sich in London als Dramatiker niederliess. Plötzlich wurden Stücke für professionelle Theater mit einem festen Schauspielensemble abgefasst und 1576 wurden zudem das erste feste Theater Englands, schlicht The Theatre genannt, in Shoreditch, London, erbaut. Bis 1596 führte Shakespeares Gruppe ihre Darbietungen am James Burbage Theatre auf, bis sie im Jahr 1599 in das neu erbaute Globe Theatre übersiedelte. Das elisabethanische Theater hat mit den heutigen Theatergebäuden nur wenig gemein und erinnert in seiner Form eher an jene Hinterhöfe mit kreisförmigen Freiflächen, auf 9

10 denen Schauspieler im Mittelalter ihre Stücke dargeboten haben. Auf der Bühne gab es aus Platzgründen nur wenige Kulissen und Requisiten. Die Bühne war nahezu kahl, weswegen die Figuren den Zuschauern zur Orientierung jeweils mitteilten, an welchem Schauplatz sie sich gerade befanden. Die elisabethanischen Stücke wurden ohne Pause und in rascherer Abfolge als heute üblich aufgeführt. Keines der Stücke, die zu Shakespeares Zeit gedruckt wurden, war in Akte oder Szenen unterteilt. Diese wurden erst von den nachfolgenden Herausgebern eingefügt. Da es auch keinen Vorhang und dementsprechend keine Aufzüge gab, mussten zuvor im Stück umgekommenen Bühnenleichen von anderen Schauspielern weggetragen werden und konnten nicht selbständig die Bühne verlassen. Nicht unwesentlich ist die Tatsache, dass es Frauen zu Shakespeares Zeit verboten war, auf der Bühne zu spielen und daher sämtliche Rollen von Männern besetzt wurden. Es galt als unschicklich und unkeusch, wenn eine Frau sich auf einer Theaterbühne den Augen eines vornehmlich männlichen Publikums aussetzen würde. Auch unterstand das Theater der staatlich gelenkten Zensur und wurde von der staatlichen Verwaltung streng kontrolliert. Das Theater trug als ein regelrechtes Massenmedium während der englischen Renaissance zur Verbreitung von gesellschaftlichen Normen bei, wurde aber von der Kirche und zahlreichen gottesfürchtigen Theologen, Gelehrten und Philosophen gern als Plattform des Teufels und unmoralische Institution charakterisiert. Strenggläubige Christen kritisierten jede Form der Verkleidung und Verstellung als einen Verstoss gegen die gottgewollte Ordnung der Welt: Männer würden im Theater plötzlich die Rolle von Frauen annehmen (crossdressing), gemeine Bürger verkörperten Edelmänner oder gar Könige. Gleichzeitig galt das Theater aber auch als Spiegel der menschlichen Welt und des menschlichen Daseins. Die inszenierte Wirklichkeit auf der Bühne widerspiegelte entweder Gegebenheiten des zeitgenössischen Lebens oder präsentierte eine alternative Gegenwelt, in der traditionelle Normen und Werte in ihr Gegenteil verkehrt wurden. Geschickt verwischten sich im Theater die Grenzen von Sein und Schein, von Fiktion und Realität. Es existierten keine feststehenden Grössen mehr, gesellschaftliche Hierarchien und Identitäten veränderten sich oder wurden sogar gänzlich aufgehoben. Mitglieder der höheren Gesellschaft oder des Klerus konnten der Lächerlichkeit preisgegeben werden. - Vgl. Königs Erläuterungen: Textanalyse und Interpretation zu Shakespeare: Much Ado About Nothing Hollfeld: C. Bange Verlag Vgl. Sabine Mollenhauer: Die Repräsentation von Geschlechterrollen in W. Shakespeares Dramen. Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH

11 Schein und Sein Maskenbälle und Maskerade zu Shakespeares Zeit Die Wurzel der Maske und der maskierten Tanzaufführungen liegen in kultischen Handlungen und rituellen Tänzen vorchristlicher Völker. Ursprünglich baten die maskierten Tänzer um den Beistand bestimmter Götter oder ihre Verkleidung diente der Abwehr böser Geister. In Shakespeares Stücken spielen Verkleidung, Maskerade und Maskenbälle eine zentrale Rolle. Der Tanz in Verkleidung und mit Maske erlaubt es dem Individuum, eine fremde Identität anzunehmen und sich für einen kurzen Moment von allen gesellschaftlichen Zwängen zu befreien. Ähnlich wie auf der Theaterbühne werden beim Maskenball die Rollen getauscht und die Grenzen von Schein und Sein verwischt. Jeder Teilnehmer verbirgt sein wahres Gesicht unter einer schützenden Larve und kann sich prinzipiell als jede beliebige Person ausgeben und sich zu Handlungen und Aussagen hinreissen lassen, die ihn in jeder anderen Situation in Verruf bringen würde. Auch in Viel Lärm um nichts wird zu Ehren Don Pedros und seines Gefolges ein Maskenball abgehalten, an dem sämtliche Protagonisten alle Hemmungen fallen lassen und sich ihren Trieben hingeben. Würdevolle Edelmänner wie Don Pedro und Leonato machen den Damen plötzlich eindeutige erotische Avancen, toben sich in wildem Tanz aus und respektable Frauen wie Hero zeigen sich plötzlich erstaunlich keck und selbstsicher. Feste Grössen und traditionelle Werte verlieren während des Spektakels an Bestand. Die Leidenschaften kochen hoch und für einen kurzen Moment wird eine Scheinrealität oder eine Gegenwelt geschaffen, in der jeder Einzelne sich nach Belieben ein neues Ich erschaffen kann. - Vgl. Sabine Mollenhauer: Die Repräsentation von Geschlechterrollen in W. Shakespeares Dramen. Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH

12 Self- fashioning All the world s a stage William Shakespeare As you like it Die Renaissance eröffnete dem Individuum eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten. Die Wissenschaft, die Philosophie und der Protestantismus hatten den Katholizismus, die absolute Autorität der Kirche und die damit verbundene strikte Feudalgesellschaft von ihrer Macht entbunden. Mit der kulturellen Öffnung ging auch die Entdeckung, Vermessung und Kolonisation neuer Weltteile einher. Galt im Mittelalter die Beschäftigung mit der eigenen Person und dem eigenen Auftreten in vielen Kreisen noch als verpönt, so teilte man in der Renaissance in gewissen Kreisen plötzlich die Auffassung, dass sowohl die Welt als auch das menschliche Individuum nach bestimmten Massstäben geformt und gestaltet werden könne. Exemplarisch dafür bezeichnet das Verb to fashion sowohl den Gestaltungsprozess selbst als auch die äussere Erscheinung und die seelische Beschaffenheit einer Person. Fiktion und Theatralik, die Leidenschaft für die Verkleidung und den Schein hielten nun auch Einzug in die Gestaltung des menschlichen Lebens. Gemäss der Auffassung, dass die gesamte Welt eine Bühne sei, auf der jeder Mensch als ein Akteur seine Rolle spielen muss, galt vor allem in den besseren Kreisen die Inszenierung der eigenen Person als eine Kunstform. Dazu gehörte nicht nur eine dem Gentleman anstehende erlesene Kleidung sondern auch ein entsprechender Auftritt in der Öffentlichkeit. Bildung, rhetorische Kenntnisse und die Anpassung an die gesellschaftliche Ordnung spielten bei der Ausbildung der eigenen Persönlichkeit eine ebenso wichtige Rolle wie die Inszenierung der eigenen Person vor einem Publikum. Self- fashioning spielte auch in der Politik eine bedeutende Rolle und konnte unter anderem auch als ein Instrument der Macht verwendet werden. In seiner Leitschrift Il Principe legte Machiavelli dar, dass jeder Fürst der Situation gemäss sowohl die Rolle des milden und besonnenen Humanisten als auch die des grausamen Tieres verkörpern müsse. - Vgl. Sabine Mollenhauer: Die Repräsentation von Geschlechterrollen in W. Shakespeares Dramen. Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH

13 Zeitgeschichtlicher Hintergrund: Sizilien unter spanischer Herrschaft Messina ist ein Hafen im nordöstlichen Sizilien und von Kalabrien nur durch eine schmale Strasse von Messina getrennt. Die Wahl eines süditalienischen Schauplatzes verlieh den Verhaltensnormen von Keuschheit und Ritterlichkeit Glaubwürdigkeit. Beatrices Kill Claudio (IV, 1,279) als Reaktion auf die Verleumdung Heros war leidenschaftlich und ernst zugleich gemeint. Shakespeare übernahm den Schauplatz Messina allerdings aus seinen Quellen, obwohl man argumentieren könnte, dass Liebe und Ehre universelle Themen sind, gibt Shakespeare ihnen einen lokalen Touch. Claudio kommt aus Florenz, Benedikt aus Padua und Don Pedro von Aragonien. Sizilien wurde ab dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts von Aragoniens Königshaus regiert und blieb noch bis ins siebzehnte Jahrhundert unter Spanischer Herrschaft. Es war eine rigide Herrschaft, die den Einfluss der alten privilegierten Klassen untergrub und die Gesellschaft rückständig und feudalistisch hielt. Anders als in den anderen italienischen Stadtstaaten wurde die Rolle des podestà oder Stadthalters/Gouverneurs hier geschwächt. In Viel Lärm um nichts wird Leonato als ein etwas demütiger Stadthalter Messinas, der im Gegensatz zum arroganten aragonischen Prinzen Don Pedro steht, vorgestellt. Shakespeare parodiert hier auch die Selbstgefälligkeit der Aristokratie Aragoniens, dieses damals einflussreichen europäischen Staatsgebildes. Messina wird als ruhiger Stadtstaat, als ein sicherer Ort vor dem Krieg, präsentiert. Durch die Bezugnahme auf Orangen und Gärten wird ein warmer und gepflegter Ort suggeriert. Aus der zeitgenössischen Literatur wird ersichtlich, dass die elisabethanische Gesellschaft ein eher abschätziges Bild von den Italienern hatte sie seien durchtrieben, feige, heimtückisch und temperamentvoll. Dass Messina Äusserlichkeit hoch bewertet, wird auf dem Maskenball deutlich, der die Wichtigkeit des Scheins und die Neigung zu Täuschungen unterstreicht. Mit dem Schauplatz Messina konnte sich Shakespeare der Distanz seines Publikums zu dieser Gesellschaft sicher sein und Grundhaltungen und Emotionen schonungsloser dramatisieren als wenn er das Stück in seinem Heimatland England angesiedelt hätte. - Vgl.: Königs Erläuterungen: Textanalyse und Interpretation zu Shakespeare: Much Ado About Nothing. Hollfeld: C. Bange Verlag

14 Sozialgeschichtlicher Hintergrund: Die Rollen von Frau und Mann in der Renaissance Die Renaissance sowie das elisabethanische Zeitalter zeichneten sich durch eine rigide Geschlechterordnung aus. Die typische Rolle der Frau war es, möglichst passiv, unterwürfig, gehorsam und sanftmütig zu sein. Aus rechtlicher Sicht galt sie als unmündig und ihre Entscheidungsfreiheit war beschränkt. Vor dem Eheschluss befand sich die Frau jeweils in der Obhut ihres Vaters, der bei der Auswahl des passenden Ehegatten das letzte Wort führte. Nach der Heirat verschob sich dieses Abhängigkeitsverhältnis gegenüber einem männlichen Vormund vom Vater auf den Ehemann, dem die sittsame Frau idealerweise bedingungslosen Gehorsam schuldete. In diesem patriarchalen System war das männliche Geschlecht eindeutig privilegiert. Der Mann herrschte, und behielt idealerweise sowohl in kriegerischen Auseinandersetzungen als auch im ehelichen Gemach die Oberhand. Galten ein aktives Sexualleben und zahlreiche Eroberungen bei unverheirateten Männern als ein Zeichen von Männlichkeit, so hatte die unverheiratete Frau möglichst züchtig aufzutreten und bis zu ihrer Ehe unberührt zu bleiben. Auch verfügte der Mann über das in die Ehe gebrachte Vermögen und die Mitgift der Frau. Ausgerechnet die englische Königin Elisabeth I. verweigerte sich nun in jener Zeit diesen Geschlechterzwängen und kultivierte durch ihr Verhalten eine mehrdeutige maskulin- feminine Identität, um ihrer Rolle als einzige Regentin des englischen Volkes gerecht zu werden. Trotz diverser Affären blieb Elisabeth zeitlebens unverheiratet. Der Widerspruch zwischen der Auffassung, dass die Frauen aufgrund ihrer moralischen und intellektuellen Schwäche dem Mann unterzuordnen waren und einer Königin, die ihr Land in das sogenannte goldene Zeitalter (siehe Glossar) führte, prägte das Weltbild im England des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Unterhöhlung traditioneller Geschlechterideologien rief im Volk generell Ängste vor einem Verfall der alten Werte und der Gesellschaftsordnung hervor. Unabhängige und ungehorsame Frauen, die den Mut aufbrachten, sich frei zu äussern, wurden generell mit Misstrauen aufgenommen. Wankelmut, Dummheit, Geschwätzigkeit und Untreue galten im Gegenzug als typische weibliche Verfehlungen und wurden dem Geschlecht als Ganzes oft und gern unterstellt. Das Thema der Geschlechterkontroverse in Viel Lärm um nichts war auch jenem Teil des elisabethanischen Publikums vertraut, das die umfangreiche Literatur über die Stellung und Rolle der Frauen kannte. Trotz oder genau wegen ihrer gesellschaftlichen Ächtung erwies sich der Typus der widerspenstigen Frau als ein reizvolles Thema für die Theaterbühne. Vor allem die Komödie war eine Möglichkeit, gesellschaftliche Normen zu karikieren und entsprechenden Ängsten mit Gelächtern zu begegnen. Shakespeares weibliche Heldinnen verfügen nicht selten über einen scharfen Verstand und eine nicht minder scharfe Zunge und überschreiten gerne die Grenze klassischer weiblicher oder männlicher Verhaltensmuster, indem sie sich offen über die Fehler der Männer äussern, sexuelle Unbeschwertheit zeigen oder durch Verkleidung gar eine männliche Identität annehmen. Oft unterwerfen sich diese 14

15 scheinbar emanzipierten Frauen jedoch im Verlaufe des Stückes den üblichen Konventionen, gehen eine Ehe ein oder unterwerfen sich im Falle von der Widerspenstigen Zähmung der männlichen Autorität. Zwei unterschiedliche Weiblichkeitskonzeptionen in Viel Lärm um nichts In Shakespeares Stück stehen sich zwei Typen von Weiblichkeit in Form der Protagonistinnen Beatrice und Hero gegenüber. Während sich die junge, unerfahrene Hero weitgehend von ihrem Umfeld bzw. ihrem Vater leiten lässt und nur selten öffentlich ihre eigene Meinung kundtut, vergeht keine Minute, in der ihre Cousine Beatrice sich nicht in ein schlagfertiges Wortgefecht mit ihrem alten Bekannten Benedikt einlässt und ihre Verachtung gegenüber dem gesamten männlichen Geschlecht äussert. Hero verkörpert im Gegensatz zu Beatrice eher den Typus der idealen Frau und gehorsamen Tochter, welche die patriarchalische Gesellschaftsordnung gar nicht erst in Frage stellt. Wie anders verhält sich da Beatrice. Scharfsinnig und mit einer Spur von Bissigkeit weist sie ihre junge Cousine vor der versammelten Gesellschaft auf die von ihr erwartete Rolle als fügsames weibliches Geschöpf hin: Es ist ihre Schuldigkeit, einen Knicks zu machen und zu sagen Ganz wie es Dir gefällt, Vater. Daraufhin ermutigt sie Hero jedoch sogleich zur sanften Rebellion gegen ihren Vater und zur eigenständigen Wahl eines Ehegatten: Aber wenigstens soll es ein schöner Mann sein, Cousine, sonst mach einen zweiten Knicks und sag Vater, ganz wie es mir gefällt. Auch ihrem Onkel Leonato gegenüber nimmt Beatrice kein Blatt vor den Mund. Als Hero schliesslich der Untreue und des vorehelichen Geschlechtsverkehrs bezichtigt wird und die männlichen Akteure sich geschlossen gegen die unschuldig verleumdete Frau stellen, ist es ebenfalls Beatrice, die hinter ihrer Cousine steht und ihrer Aussage Glauben schenkt. Obwohl ihr als Frau wenig Handlungsspielraum bleibt, nimmt sie die Schmähungen Heros nicht widerstandslos hin und bringt ihren Verehrer Benedikt schliesslich sogar dazu, Claudio in ihrem Namen zum Duell zu fordern. Arrangierte Ehe Marriage and fatherhood were the entry to full membership in society. Coppelia Kahn: Men s Estate Masculine Identity in Shakespeare Obwohl sich der Protagonist Benedikt in Viel Lärm erst sehr despektierlich über die Zwangsjacke der Ehe äussert und Trinkgelage, Hurerei und Krieg als einzig wahre Vergnügungen des Mannes hinstellt, so lässt er sich schlussendlich doch auch auf eine Eheschliessung mit der temperamentvollen Beatrice ein. Trotz der Privilegien seines Geschlechts unterstand zu Shakespeares Zeit gemäss der patriarchalen Gesellschaftsordnung auch der unverheiratete Sohn bis zum Eheschluss der Entscheidungsgewalt seines Vaters und erhielt erst nach der Heirat den Status eines vollständig mündigen Subjekts und einen respektablen sozialen Rang. Der Status des Ehemannes und die Verantwortung eines Mannes für seine Familie und den dazu gehörigen Haushalt machten ihn selbst zum Patriarchen und Familienoberhaupt (pater familias). Die 15

16 Liebesheirat ist ein relativ neues Phänomen bis in das 20. Jahrhundert wurden die Ehen von den Eltern arrangiert und primär unter wirtschaftlichen oder sozialen Gesichtspunkten geschlossen. Status, Vermögen und Herkunft des Ehepartners spielten dabei eine wichtige Rolle. Dies war auch zu Shakespeares Zeit nicht anders. Die Ehe war lange Zeit in erster Linie ein Zusammenschluss zweier Familien mit dem Ziel, ihren Fortbestand sowohl finanziell als auch durch zahlreiche männliche Nachkommenschaft zu sichern. - Vgl. Sabine Mollenhauer: Die Repräsentation von Geschlechterrollen in W. Shakespeares Dramen. Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH Interview mit Anne Weinknecht (Beatrice) und Urs Fabian Winiger (Benedikt) Beschreibt doch mal in einigen Worten die von euch gespielten Charaktere Beatrice und Benedikt. Worin liegen ihre hervor- stechendsten Eigenschaften? A: Beatrice ist extrem schlagfertig, wortgewandt, selbstbewusst und gewöhnt, viel Aufmerksamkeit von ihrem sozialen Umfeld zu bekommen. In ihrer ablehnenden Haltung zum Thema Ehemann ist sie eine Einzelgängerin in ihrer Umgebung. Es ist ihr wichtig, für ihre Auftritte eine Bühne und eine Zuhörerschaft zu haben, die ihren Sprüchen lauscht und sich darüber amüsiert. U: Benedikt will cool sein, das ist für ihn das Wichtigste. Cool heisst für ihn, immer einen flotten Spruch bereit zu haben und möglichst unverletzbar zu sein. Sein Image als Soldat, als harter Kerl will er unbedingt aufrechterhalten. Und seine Unabhängigkeit, seine Freiheit will um keinen Preis hergeben. Allerdings schlummert in ihm auch eine Bereitschaft, sich zu ändern und sich zu öffnen. Ist Beatrice ein frühes Beispiel einer emanzipierten Frau? A: Man kann sicher sagen, dass Beatrice mit ihrer unabhängigen Haltung ihrer Zeit voraus ist. Allerdings kann sie ihre emanzipierte Seite in der Gesellschaft nur bedingt ausleben. In den letzten beiden Akten zeigt sich, wie machtlos sie gegenüber der von Männern 16

17 angezettelten Intrige gegen Hero ist. Sie braucht Benedikt, um sich verhalten zu können. Daher ihre Forderung an ihn, Claudio zu töten. Was macht den Reiz dieser Rollen aus? Seht ihr Gemeinsamkeiten zwischen euch und euren Rollen? U: Es gibt schon die eine oder andere biographische Gemeinsamkeit zwischen mir und Benedikt, auf die ich jetzt aber nicht konkret eingehen möchte (grinst). Aber wir Menschen tragen alle Eigenschaften in uns einen Sprücheklopfer, einen Mörder, ein Weichei Und die Aufgabe des Schauspielers ist es, diese Eigenschaften in sich zu finden und zutage zu fördern. A: Generell sind doch alle Schauspieler Sprücheklopfer (lacht). Im Gegensatz zu Beatrice bin ich aber eher eine harmoniebedürftige Person. Nicht nur deswegen ist die Rolle eine schauspielerische Herausforderung für mich. Ich kann mich allerdings gut mit Beatrices emanzipierter und stolzer Seite identifizieren. Und es macht Spaß zu spielen, wie ihre weiche, emotionale Seite im Verlauf des Stückes immer mehr durchschimmert. Wie seht ihr die Beziehung zwischen den beiden? Einerseits scheint es zwischen Beatrice und Benedikt gehörig zu funken, andererseits können die beiden Zankäpfel kein Gespräch führen, das nicht in einem schlagfertigen Wortgefecht ausartet. Auch scheinen sich die beiden von früher her zu kennen. U: Es muss wohl eine frühere Phase oder einen Moment im Leben der beiden gegeben haben, in der sie sich einander angenähert hatten. Benedikt wollte jedoch um keinen Preis seine Freiheit verlieren, die Kontrolle über sich selbst. Er wollte nicht verletzbar werden. Und dabei muss es zu beidseitigen Verletzungen gekommen sein, sonst würden sie am Anfang des Stückes nicht so allergisch aufeinander reagieren. A: Ihr Verhältnis präsentiert sich zu Beginn des Stücks ja derart, dass sich die beiden wie unter Zwang ständig mit Pointen zu überbieten suchen. Beide haben Angst davor, zu ihren Gefühlen zu stehen und sich verletzlich zu zeigen. Aber ich denke, dass die beiden tief innen immer wissen, dass sich im anderen der/die einzige in Frage kommende ebenbürtige Partner/Partnerin versteckt. Seht ihr in Viel Lärm um nichts gewisse Bezüge zur aktuellen Gegenwart? Was macht das Stück für ein heutiges Publikum interessant? U: Die meisten jungen Menschen kennen sicher den Druck der vom eigenen sozialen Umfeld auf einen ausgeübt wird und wie anstrengend es ist, das eigene coole Image zu wahren. A: Oder die Situation, wenn der eigene Freund zum ersten Mal der Familie der Freundin vorgestellt wird und sich diese dann nach der (sozialer) Herkunft und Stellung seiner Eltern erkundigt. U: Arrangierte Hochzeiten und Ehrenmorde finden noch heute statt und zum Teil buchstäblich in der eigenen Nachbarschaft. Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen. 17

18 Das Stück endet mit einem Happy End und einer Doppelhochzeit. Meint ihr, die beiden Ehen haben Zukunft? A: Beatrice und Benedikt wohl eher als Claudio und Hero. U: Es werden im Stück zwei verschiedene Ehemodelle gezeigt. Die arrangierte Ehe im traditionellen, althergebrachten Sinne von Claudio/Hero im Vergleich zum Modell Beatrice/Benedikt, wo sich zwei Menschen emanzipiert und auf Augenhöhe begegnen. A: Obwohl Hero und Claudio am Schluss des Stücks Frieden miteinander schliessen, kann ich mir vorstellen, dass ihre Beziehung niemals wirklich harmonisch und auf gegenseitigem Vertrauen basieren kann. Kränkungen, wie sie die beiden erfahren haben, lassen sich nicht einfach so unter den Tisch kehren und vergessen. U: Ja, und Beatrice wird sich wohl auch nach der Hochzeit mit Benedikt nicht zur braven Hausfrau wandeln und ihm seinen Willen lassen. Die beiden werden sich nach wie vor darum streiten wer die Hosen anhat A: Und Beatrice wird auch weiterhin auf gesellschaftlichen Anlässen im Mittelpunkt stehen wollen und sich keinstenfalls unterordnen oder Benedikt den Vortritt lassen! (beide lachen) Wie bereitet ihr alten Hasen euch jeweils auf eure Rollen vor? Jetzt z.b. auf die Rollen von Benedikt und Beatrice. Recherchiert ihr über eure Figuren oder orientiert ihr euch an anderen Inszenierungen? U: Ich habe so einen kleinen Ball, den ich beim Text lernen immer wieder hochwerfe und auffange. Er hilft mir beim Auswendiglernen. Ich nehme nicht gern Schauspieler aus anderen Inszenierungen als Vorlage, weil ich mich dann vor mir selbst rechtfertigen müsste, warum ich meinen Charakter anders spiele als er. Wichtig ist mir, den Text zu beherrschen, die Worte in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, damit ich mich beim Spielen auf die Situation in der Szene und die Kollegen einlassen kann..... A: Als Jugendliche war ich ein grosser Film der Kenneth Branagh- Verfilmung von Viel Lärm um nichts und kannte den Film in- und auswendig. Jetzt suche ich nach meiner eigenen Beatrice- Version. Dabei hilft das Material, dass man über die Geschichte und Analyse des Stückes lesen kann, nur bedingt. Die Arbeit des Suchens und Findens findet auf den Proben, in der Begegnung mit dem Text und den Kollegen statt, denn es geht ja zu großen Teilen um den Wortwitz. Den Text perfekt zu beherrschen, ist wirklich extrem wichtig. Ich gehe beim Textlernen gerne an der Aare spazieren. Die Aufführung wird auf dem Zeughausplatz in Solothurn stattfinden. Worin unterscheiden sich Freiluftproduktionen von Indoorproduktionen? Welche Art liegt euch mehr? A: Ich muss zugeben, dass ich leider noch nie Freiluft gespielt habe. 18

19 U: Bei Freiluftproduktionen muss man größer spielen als auf einer kleinen Bühne oder vor der Kamera. Die Stimme muss das Publikum, das weiter weg sitzt, erreichen können, denn die Akustik im Freien ist eine völlig andere. A: Auch vom körperlichen Spiel her unterscheidet sich der Aufritt im Freien. Die Emotionen müssen deutlicher und mit grösseren und auffälligeren Gesten umgesetzt werden. Wir haben ja das Glück, dass Viel Lärm in Solothurn als Freiluftproduktion und in Biel im Theater gespielt wird. So können wir beide Möglichkeiten am selben Stück ausprobieren. Das Interview führte Sabina Galeazzi ANNE WEINKNECHT- Beatrice in Viel Lärm um nichts Studierte Schauspiel an der Otto- Falckenberg- Schule in München. Von 2004 bis 2006 gehörte sie zum Ensemble des Theater Lübeck. Seit 2006 ist Anne Weinknecht freischaffend tätig. Sie spielte unter anderem am Pfalztheater Kaiserslautern, Schauspiel Essen, prinzregenttheater Bochum und Theater Basel. Am Konzert Theater Bern war sie vier Jahre lang als Marie in Matthias Kaschigs Woyzeck Inszenierung zu sehen. Auch vor der Kamera ist sie aktiv: Drei Jahre lang spielte sie die Schwester Sophie in der ARD- Serie Um Himmels Willen und arbeitet seitdem regelmässig für Film und Fernsehen. Am Theater Biel Solothurn war sie in der vergangenen Spielzeit als Prinzessin Eboli in Schillers Don Carlos zu sehen. URS FABIAN WINIGER- Benedikt in Viel Lärm um nichts Wuchs im Allgäu auf, wo er bereits im Alter von 6 Jahren im Bauerntheater auf der Bühne stand. Während seines Schauspielstudiums an der Berliner Hochschule Ernst Busch war er Stipendiat der Kulturstiftung Migros gewann er am Filmfest München den Rising Movie Talent Award. Nach freien Produktionen in Berlin und Frankreich folgten sieben Jahre Festengagement an den Staatstheatern Kassel, bei Armin Petras, und Saarbrücken, bei Kurt- Josef Schildknecht und Dagmar Schlingmann. Seit einigen Jahren ist er Freiberufler mit Auftritten u.a. an den Münchner Kammerspielen und am Renaissance Theater Berlin. Er spielte den Ferdinand in Kabale und Liebe unter der Regie von Anna Bergmann, den Lionel in Jungfrau von Orleans bei Armin Petras, Solijoni in Drei Schwestern bei Istvan Szabo und Sir Tobias von Rülps in Shakespeares Was Ihr wollt bei Pit Holzwarth. Immer wieder ist er auch im Fernsehen zu sehen, v.a. in Krimiformaten, wie zum Beispiel im Allgäukrimi Kluftinger Milchgeld und in Der Kriminalist Nacht am See. Auch fürs Radio ist er tätig, zuletzt in den Hörspielen Liebesbriefe ans Personal (WDR) und in Wyrypajews Illusionen (RBB). 19

20 Glossar Bastard: Bezeichnet ursprünglich den rechtmässig anerkannten unehelichen Sohn eines Adeligen. Aussereheliche Söhne waren stets benachteiligt, da sie über keinerlei Privilegien verfügten und im Gegensatz zu den rechtmässigen Nachkommen auch nicht Erben konnten. Das mag auch der Grund für Don Juans Groll gegen Don Pedro und den gesellschaftlichen Aufsteiger Claudio sein, denn als Bastardsohn wird er niemals auf derselben Stufe stehen können wie sein Halbbruder Don Pedro. Blankvers: Als Blankvers gilt der reimlose fünfhebige Jambus. Dieses Versmass wurde vom Grafen von Surrey im frühen 16. Jahrhundert in die englische Sprache eingeführt und sowohl von Shakespeare als auch anderen zeitgenössischen Dramatikern gerne verwendet. Er galt als ein freieres und ausdrucksfähigeres Mittel als der sich reimende Vers des mittelalterlichen Dramas. In Viel Lärm um nichts verwendet Shakespare sowohl freie Prosarede als auch gebundene Rede in Blankversen. Blaustrumpf: Der Begriff stand im 19. Jahrhundert abwertend für gebildete Frauen aus dem Bürgertum, welche sich dem klassischen Frauenbild widersetzten und eine emanzipierte Haltung kultivierten. Blaustrümpfige Frauen werden gerne mit Jungfernschaft und Ehelosigkeit in Verbindung gebracht, 20

21 da angenommen wird, sie können oder wollen keinen Ehemann finden. Der Ausdruck geht auf das englische bluestocking zurück. Beatrice zieht leicht verbittert in Erwägung, ein Blaustrumpf zu bleiben bis an ihr Lebensende. Elisabethanisches Zeitalter: Name der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. von 1558 bis Es wird oft als das goldene Zeitalter (The Golden Age) der englischen Geschichte bezeichnet. In diese Epoche fallen auch der Höhepunkt der englischen Renaissance und die Blütezeit der englischen Literatur. Das elisabethanische Theater verzeichnete einen Aufschwung und die Stücke Shakespeares revolutionierten die Konzeption des Dramas auf nachhaltige Weise. England machte sich einen Namen als Seefahrernation, die Expansion nach Nordamerika nahm ihren Anfang. Ebenso fasste der Protestantismus langsam Wurzeln im Land. Europa und Zeus: Dem griechischen Mythos nach war Europa die Tochter des phönikischen Königs Agenor, welche von Zeus in Stiergestalt entführt und schliesslich verführt wurde. Als sie sich mit ihren Gefährtinnen am Strand vergnügte, verliebte sich der Göttervater in das liebliche Mädchen und beschloss, sie zu rauben. In der Gestalt eines schneeweissen Stiers entstieg er dem Meer und näherte sich voller Zutrauen dem Mädchen, welches sich schliesslich bereit zeigte, auf seinem Rücken zu reiten. Darauf erhob sich das schöne Tier und durchquerte mit der unglücklichen Königstochter das Meer. In Kreta ging Zeus an Land und gab sich Europa in seiner göttlichen Gestalt zu erkennen. Er zeugte mit ihr drei Söhne und aufgrund einer Verheissung wurde der heimatliche Erdteil schliesslich nach ihr benannt. In der bildenden Kunst erfreute sich das Motiv der Entführung Europas stets einer grossen Beliebtheit. Claudio zieht seinen Freund Benedikt mit dieser Geschichte auf und vergleicht die Hörner des Stiers Zeus mit denen von Benedikt. Globe Theater: Elisabethanisches Theatergebäude am Südufer der Themse (London), welches sich vor allem durch Aufführungen von Shakespeares Stücken einen Namen machte. Der um 1599 konstruierte Bau unterschied sich von dem heutigen Theater durch seine Kreisform und den unbedachten Mittelteil. Eine rechteckige gepflasterte Bühne stand mitten im Hof und die wohlhabenden Zuschauer nahmen in drei überdachten Galerien rings um den Hof Platz. An mehreren Orten in London und anderen Städten stehen heute moderne Nachbauten dieses Theaters mit dem Namen Globe. Jemandem die Hörner aufsetzen: Bedeutet umgangssprachlich, dem eigenen Partner untreu zu sein bzw. fremdzugehen. Sowohl die Redewendung als auch die Geste der gehörnten Hand werden schon seit der Antike 21

22 verwendet und sind heute in praktisch allen europäischen Sprachen und Kulturen verbreitet. Zwar liegt ihre genaue Herkunft im Dunkeln, dennoch existieren dazu verschiedene Hypothesen. Einerseits könnte die die Geste auf die Darstellung gehörnter Tiere hinweisen, insbesondere auf den Ochsen, der sinnbildlich für die Gutmütigkeit und Ahnungslosigkeit des betrogenen Ehegatten steht oder den mit Fleischeslust in Verbindung gebrachten Ziegenbock. Ebenfalls gibt es Hinweise, dass die Herkunft der Redensart mit Kapaunen (kastrierte Hähne) in Verbindung steht: Den Tieren wurden die Sporen am Hinterfuss abgetrennt und zur Kennzeichnung auf den Kamm gesetzt, wo sie dann weiter wuchsen und das Aussehen von Hörnern annahmen. Das Bild des gehörnten Ehegatten wird sowohl von Beatrice als auch von Benedikt immer wieder erwähnt. nachgesagt, welcher Symptome wie Niedergeschlagenheit, Verstimmtheit und Desinteresse am eigenen Umfeld nach sich zog. Auf die Literatur und die bildende Kunst übte die Melancholie eine grosse Faszination aus und nicht wenige klassische Dichter und Maler nahmen sich des Themas an oder galten selbst als Melancholiker. Don Juan wird ein melancholisches Temperament zugeschrieben. - Vgl. Materialmappe Landestheater Niederösterreich Viel Lärm um nichts Melancholisches Temperament: Ein seelischer Zustand von konstanter Schwermut und Depression, abgeleitet vom griechischen Ausdruck melancholia (Schwarzgalligkeit). Der Melancholiker gehört gemäss der antiken Viersäftelehre (Humoralpathologie) nebst dem Choleriker, dem Phlegmatiker und dem Sanguiniker zu den vier Temperamenten. Von der griechischen Antike bis in die frühe Neuzeit galt in der Medizin die Auffassung, dass die Mischung der Körpersäfte eine Auswirkung auf Charakter und Gesundheit des Menschen habe. Melancholikern wurde allgemein ein Überschuss an schwarzer Galle im Körper 22

23 Verfilmungen und Inszenierungen Anregungen für den Unterricht Filme: Much Ado About Nothing (Viel Lärm um Nichts) (1993), Regie: Kenneth Branagh, Cast: Kate Beckinsale (Hero), Emma Thompson (Beatrice), Denzel Washington (Don Pedro), Keanu Reeves (Don John), Kenneth Branagh (Benedick) Much Ado About Nothing (Viel Lärm um Nichts) (2012), Regie: Joss Whedon, Cast: Jilian Morgese (Hero), Amy Acker (Beatrice), Reed Diamond (Don Pedro), Sean Maher (Don John), Alexis Denisof (Benedick) Aktuelle Inszenierungen: David Bösch, Salzburger Festspiele, Jan Bosse, Burgtheater Wien, 2007 Georg Schmiedleitner, Stadttheater Bern, 2007 Karin Henkel, Schauspielhaus Zürich, 2010 Jan- Philip Gloger, Residenztheater München, 2010 Thomas Birkmeir, Staatsschauspiel Dresden, Skizziert den Handlungsverlauf und Spannungsaufbau des Stücks. 2. Beschreibt das Figurenpersonal und die Beziehung der einzelnen Charaktere zueinander (Figurenkonstellation). 3. Findet ihr die Idee, das Stück in das Italien der 1950er zu versetzen gut? Passt die Umsetzung zum Stoff? 4. Welcher Charakter ist euch am sympathischsten und welcher am unsympathischsten? Begründung? 5. Wie wurde das Alte Zeughaus als Teil des Bühnenbildes in das Stück integriert? 6. Was haltet ihr von der Auflösung der Handlung am Ende des Stücks? 7. Wie charakterisiert ihr die Beziehung der Pärchen Beatrice/Benedikt und Hero/Claudio? 8. Welche theatralischen Mittel (Lichtregie, Musik, Änderung Bühnenbild, Kostüm) werden beim Stück verwendet, um Stimmung zu erzeugen? Wie werden sie verwendet? 9. Kommen euch spontan zeitgenössische Beispiele aus Film oder Literatur in den Sinn, in denen ähnliche Themen vorkommen wie im Stück? (Intrigen, Täuschung, arrangierte Ehe, widerstrebende Liebe wie bei Benedikt und Beatrice, patriarchale Ordnung) 23

24 Mit herzlichem Dank an: Anne Weinknecht, Urs Fabian Winiger, Adrian Flückiger, Katharina Rupp und Kaspar Rechsteiner Die Autoren: Sabina Galeazzi, Youssef Aboutahir Fotos Kaspar Rechsteiner Kontakt Theater Orchester Biel Solothurn Junges Theater Solothurn (JTS) Gibelinstr Solothurn

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