Übergang Sek I Sek II Früherfassung Einführung in die pädagogische Diagnostik

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1 Übergang Sek I Sek II Früherfassung Einführung in die pädagogische Diagnostik Andreas Grassi, mandatierter Projektverantwortlicher IFM Holangebot Modul PFM/Fib Zug Freitag, 14. Januar 2011

2 Inhaltsverzeichnis Grundvoraussetzungen Übergang Sek I Sek II Berufsbildung Früherfassung Die vier Bereiche der Früherfassung Ansprüche an die Diagnoseleistungen der Lehrpersonen Merkmale von Professionalität Andreas Grassi 2

3 Früherfassung an Berufsfachschulen Sekundarstufe 1 Brückenangebote Sekundarstufe 2; Berufsbildung Gegliedertes Schulsystem - gymn. Klassen - Sekundarschule - Realschule - Kleinklassen und Sonderschulen Brückenangebote Richtung - Allgemeinbildung - Praxis - Integration Vorlehre 4-jährige Grundbildung mit EFZ 3-jährige Grundbildung mit EFZ 2-jährige Grundbildung mit Attest Fachk. individuelle Begleitung Privatschulen befristeteter Stützunterricht für alle Lernenden Zwischenjahr - Sprachaufenthalt - Praktikum - Jobben, u.a.m Seco-Massnahmen Früherfassung 6 8 Wochen - Überqualifizierte - gute Passung - Risikogruppe - nicht passende Lernvoraussetzungen Andreas Grassi 3

4 Früherfassungskonzept Schule Abteilung/Beruf Jede Lehrperson persönlich Andreas Grassi 4

5 Die vier Bereiche der Früherfassung Standortbestimmungen Wahrnehmung der Lehrperson Erste Leistungsmessungen Instrumentengestütztes Klassenscreening In Anlehnung an: Grassi, A. (2009). Früherfassung und pädagogische Diagnostik. In R. Wolfensberger, FiB-Handbuch - Individuelle Begleitung in der zweijährigen Grundbildung (S ). Bern: hep. Andreas Grassi 5

6 Der Bereich Vorwissen Sprache Standortbestimmung Sprachen Andreas Grassi 6

7 Sprachkompetenz Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen richtet sich an Lehrer, Fortbilder, Autoren und Curriculumplaner in der Schule und der Erwachsenenbildung. Er stellt die gemeinsamen Referenzniveaus zur Erfassung des Lernfortschritts vor, befasst sich mit der Entwicklung von Curricula und diskutiert verschiedene Prüfungsformen. Andreas Grassi 7

8 Sprachkompetenz mündlich schriftlich Produktive Sprachkompetenz sprechen schreiben Rezeptive Sprachkompetenz Hörverstehen Text lesen und verstehen Normative Sprachkompetenz Wortschatz Grammatik und Sprachnormen Andreas Grassi 8

9 Der Bereich Vorwissen Mathematik Standortbestimmung Mathematik Andreas Grassi 9

10 Mathematikkompetenz Gestützt auf das Mathematiklehrmittel mathbu.ch entwickelte ein Team von Wissenschaftern einen Mathematikraster, der in seiner Grundidee dem Raster der Sprachkompetenz im GER entspricht. (Beschreibung von Kompetenzen auf den Niveaus A1, bis C2). Auf diesem Raster werden die Vergleichsprüfungen von HarmoS aufgebaut sein. / Aktuelles (Referat von Dr. Beat Wälti, Projektteam Harmos) Andreas Grassi 10

11 Harmos Schweiz Mathematik Inhaltsdimension Form & Raum Zahl & Variable Funktionale Zusammenhänge Grössen & Masse Daten & Zufall Wissen, Erkennen & Beschreiben Operieren & Berechnen Prozessdimension Instrumente & Werkzeuge verwenden Darstellen & Formulieren Mathematisieren & Modellieren Argumentieren & Begründen Interpretieren & Reflektieren der Resultate Erforschen & Explorieren Andreas Grassi 11

12 Mathematikkompetenz Unter der Adresse Finden sich die Kompetenzenraster für die einzelnen Berufe inkl. Aufgaben Andreas Grassi 12

13 Mathematikkompetenz Automobilmechatroniker Andreas Grassi 13

14 Mathematikkompetenz Maler Andreas Grassi 14

15 Der Bereich Resultate erster Leistungsmessungen Erste Leistungsmessungen Andreas Grassi 15

16 Qualitätsansprüche an Leistungsmessungen* (Proben, Tests, Prüfungen) 1. Gültigkeit (Validität) Die Prüfung muss den Unterricht abbilden. 2. Zuverlässigkeit (Objektivität, Reliabilität) Die Prüfung misst, was sie vorgibt zu messen. 3. Chancengleichheit Jede Kandidatin/ jeder Kandidat soll zeigen können, was sie/er kann. (Unabhängig von Geschlecht, kulturellem Hintergrund, usw.) 4. Ökonomie Aufwand und Ertrag des Prüfungsverfahrens sind in einem vertretbaren Verhältnis. 5. Formale Korrektheit Merkblatt 13 der SDBB vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Punkte. * SDBB Schweizerisches Dienstleistungszentrum für Berufsbildung Andreas Grassi 16

17 Der Bereich Wahrnehmung der Lehrperson erfassen Wahrnehmung der Lehrperson Andreas Grassi 17

18 Die vier Bereiche der Früherfassung Standortbestimmungen Wahrnehmung der Lehrperson Erste Leistungsmessungen Instrumentengestütztes Klassenscreening In Anlehnung an: Grassi, A. (2009). Früherfassung und pädagogische Diagnostik. In R. Wolfensberger, FiB-Handbuch - Individuelle Begleitung in der zweijährigen Grundbildung (S ). Bern: hep. Andreas Grassi 18

19 Auftrag der Lehrpersonen Berufsleitbild LCH These 2 Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Die Hauptaufgabe von Lehrerinnen und Lehrern ist das Unterrichten. Sie leiten die Lernenden im Erwerb von Kompetenzen an: Wissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Haltungen. Eine anspruchsvolle Aufgabe in einem spannungsreichen Feld. Berufsleitbild LCH Leitsatz 1 Andreas Grassi 19

20 Auftrag der Lehrpersonen Berufsleitbild LCH These 2 Lehrerinnen und Lehrer stellen sich der Herausforderung von heterogenen Lerngruppen. Lehrerinnen und Lehrer wissen um die Unterschiede hinsichtlich Voraussetzungen, Erwartungen und Ansprüche bei den Lernenden. Diese Vielfalt ist auf allen Stufen und in allen Schulformen gross und eine zu akzeptierende Herausforderung für den Unterricht. Berufsleitbild LCH Leitsatz 2 Andreas Grassi 20

21 Auftrag der Lehrpersonen Die Lehrperson kann frühzeitig erkennen, ob die Lernenden die grundlegenden Voraussetzungen für die Berufsbildung erfüllen und einschätzen, bei wem Fördermassnahmen angebracht sind. Standardkonzept Oser Ausbildung von Lehrpersonen auf Sek-Stufe II Andreas Grassi 21

22 Begriffsklärung Diagnose Das Wort Diagnose leitet sich aus dem Wort diagnosis ab, das heisst so viel wie auseinander halten oder unterscheiden. Das heisst, eine möglichst genaue Einschätzung des Ist-Zustandes zu machen. Andreas Grassi 22

23 Worin erkennt man die Professionalität der Institution und von Lehrpersonen? In der Institution Berufsfachschule besteht Klarheit, welche Situationen als kritisch gelten (Früherfassungskonzept) und welche Massnahmen Lehrpersonen zu ergreifen haben. (Konzeptionelle Klarheit) Lehrpersonen erkennen kritische Lern- und Lebenssituationen. und tauschen ihre Beobachtungen aus. (Früherfassung) Die erhärteten Beobachtungen werden der lernenden Person mitgeteilt (Konfrontieren nicht ignorieren). Es ist klar, wem diese Aufgabe obliegt. Lehrpersonen können in Problemfällen ein kompetentes und konkretes Hilfsangebot machen. (Fach- und Netzwerkkompetenz). Andreas Grassi 23

24 Worin erkennt man die Professionalität der Institution und von Lehrpersonen? Bei Bedarf werden mit Wissen der lernenden Person die Ausbildungspartner und bei Minderjährigkeit die Eltern miteinbezogen. Die Berufsfachschule nimmt ihre Bringschuld wahr. In schwierigen Situationen wird eine Sitzung aller Beteiligten angestrebt, die einen Massnahmenplan mit konkreten Zielen und verbindlichen Terminen erarbeitet. Von dieser Sitzung wird eine schriftliche Aktennotiz erstellt und allen Beteiligten zugeschickt. Andreas Grassi 24

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