Das Cochlea-Implantat in Zürich

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1 Das Cochlea-Implantat in Zürich Information zur Versorgung mit dem Cochlea-Implantat (CI) am CI-Zentrum Zürich Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie UniversitätsSpital Zürich

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3 Warum ein Cochlea-Implantat (CI)? Gewisse Menschen alt oder jung verlieren infolge einer Krankheit oder eines Unfalls ihr Hörvermögen. Sie sind nicht mehr in der Lage, ausreichend über das Gehör zu kommunizieren. Ausgrenzung am Arbeitsplatz oder in der Schule, soziale Vereinsamung und Depressionen können Folgen dieser Hörschädigung sein. Aber auch Schwerhörige, die ihr Hörvermögen nach und nach verlieren, geraten in diese Situationen und können mit herkömmlichen Hörgeräten keine ausreichende Verständigung und Integration mehr erzielen. Diesen Hörgeschädigten bietet sich grundsätzlich mit einem Cochlea-Implantat die Möglichkeit, wieder über das Ohr zu kommunizieren. Wesentliche Voraussetzungen dazu sind zum einen die Bereitschaft zu den notwendigen Untersuchungen, um abzuklären, ob eine Implantation medizinisch möglich und sinnvoll ist. Als nächster Schritt erfolgt die Operationen des Cochlea-Implantats. Zum anderen bedarf es nach der Operation einer mehr oder weniger lange dauernden Rehabilitationsphase mit einem entsprechenden Hör- und Sprachtraining. Das Hören mittels Implantat unterscheidet sich deutlich vom vorherigen Hören, das neue Hören muss gelernt werden.

4 Wie funktioniert ein CI? Das Schallsignal, das unser Ohr aufnimmt, wird normal in der Hörschnecke (Cochlea) von den Sinneszellen (Haarzellen) in Nervenimpulse umgewandelt. Die Folge von Nervenimpulsen wird im Gehirn verarbeitet, es entsteht ein Höreindruck. Das Cochlea-Implantat-System besteht aus zwei Teilen: dem bei der Operation implantierten Teil mit der Elektrode in der Hörschnecke und dem äusseren Teil mit Mikrofon und Sprachprozessor. Das Implantat befindet sich unter der Haut hinter dem Ohr auf dem Knochen. Wenn die Haarzellen geschädigt sind, können keine Signale mehr an die Nervenzellen weitergegeben werden. Ist der Hörnerv nicht geschädigt, kann dieser über ein Cochlea-Implantat direkt stimuliert werden. Kernstück des Implantats sind Elektroden, die in die Hörschnecke eingeführt werden und dort die vorhandenen Nervenzellen elektrisch anregen. Sie umgehen und ersetzen somit den biologischen Weg über die Haarzellen. Darin liegt auch der wesentliche Unterschied zum Hörgerät. Das Hörgerät verstärkt den aufgenommenen Schall akustisch und ist auf eine Restfunktion der Haarzellen angewiesen, das CI hingegen stimuliert elektrisch direkt die Nervenzellen. Das Mikrofon des äusseren Teils nimmt den Schall auf, leitet diesen an einen Prozessor (entweder hinter dem Ohr (HdO) oder als Taschengerät) weiter, der die Schallinformationen in eine Reihe von elektrischen Impulsen umwandelt (verschlüsselt) und diese drahtlos über eine Sendespule durch die Haut an das Implantat sendet. Das Implantat stimuliert entsprechende Elektroden in der Hörschnecke, die ihrerseits direkt die vorhandenen Nervenzellen anregen.

5 Voraussetzungen für eine CI-Versorgung Der Nutzen eines Cochlea-Implantats ist abhängig von verschiedenen Voraussetzungen: Ausfall von Haarzellen/Hörzellen im Innenohr, die zur Taubheit oder zu einem geringen Restgehör führen. Eine Versorgung mit den bestmöglichen Hörgeräten führt zu keiner oder nur eingeschränkter Sprachverständlichkeit. Das Innenohr darf nicht verknöchert sein. Im Falle einer Verknöcherung ist die Versorgung mit einem CI eingeschränkt. Der Hörnerv muss funktionieren. Bei erwachsenen Patienten sollte die Hörstörung erst nach dem Spracherwerb eingetreten sein. Es gibt keine obere Altersgrenze für eine Implantation, aber der allgemeine und geistige Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten und sein soziales Umfeld sind wesentliche Voraussetzungen. Bei Kindern mit angeborener Gehörlosigkeit erfolgt die Operation in der Regel zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Gehörlos geborene oder früh ertaubte Kinder sollten nach Möglichkeit spätestens im Alter bis acht Jahren implantiert werden. Sollten Kinder später ertauben (nach dem Spracherwerb), z.b. durch ototoxische Medikamente oder Hirnhautentzündung, sollte eine CI-Versorgung möglichst bald nach einer sicheren Diagnose erfolgen.

6 Vorabklärung: Kinder Gehörlos geborene Kinder werden häufig in den ersten Lebenswochen durch Reihenuntersuchungen der Neugeborenen erfasst. So kann die Zeit der Hirnreifung und damit der Sprachentwicklung durch eine frühe Implantation in den ersten Lebensjahren genutzt werden. Nach der Geburt ertaubte Kinder sollen baldmöglichst im Hinblick auf ein CI abgeklärt werden. Wird eine Hörstörung vermutet, so werden in Zusammenarbeit mit der Pädaudiologie der ORL-Klinik und dem behandelnden Kinderarzt verschiedene Hörprüfungen vorgenommen. Bestätigt sich eine bedeutende, beidseitige Innenohr-Schwerhörigkeit, so erfolgt zunächst eine probeweise Hörgeräteanpassung über 4 bis 6 Monate sowie eine audiopädagogische Betreuung. Wird durch die Eltern, die AudiopädagogInnen und die behandelnden Ärzte kein oder zu wenig Nutzen der Hörgeräte erkannt, so werden mit allen Beteiligten Gespräche über eine mögliche CI-Versorgung geführt. Eine Bilduntersuchung des Innenohres (Kernspintomogramm MRI oder Computertomogramm CT) und des Hörnervs sind die weiteren Abklärungsschritte welche Hinweise geben, ob eine CI- Operation möglich und sinnvoll ist. Je nach Alter des Kindes erfordern gewisse Abklärungen eine Narkose. Sie erfolgen in der Regel ambulant oder während eines kurzen Spitalaufenthaltes. Logopädische Untersuchungen über mögliche Störungen in der Sprachentwicklung ergänzen die Abklärung. Nach der Durchführung dieser Untersuchungen und nach ausführlicher Information der Eltern und anderer beteiligter Bezugspersonen wird gemeinsam eine Entscheidung über die CI- Operation getroffen. Kontakte mit Eltern von bereits CI versorgten Kindern können hilfreich sein. Das Vertrauen der Eltern und der kleinen Patientinnen und Patienten uns gegenüber und die eindeutige Überzeugung, dass mit einer CI-Operation dem Kind die besten Chancen für die Wiedererlangung der Hörvermögens gegeben werden, sind wichtige Voraussetzungen! Nach dem Entscheid zur Operation werden die IV (Invalidenversicherung) und/oder die Krankenkasse über den geplanten Eingriff informiert und die Kostenübernahme beantragt.

7 Vorabklärung: Erwachsene Erwachsene, welche seit früher Kindheit taub sind, kommen in der Regel nicht als CI-Träger in Frage. Bei Erwachsenen, welche nach dem Spracherwerb plötzlich oder allmählich ertaubt sind und bei denen trotz optimaler Hörgeräteversorgung keine lautsprachliche Verständigung möglich ist, wird eine Reihe von speziellen Hörprüfungen durchgeführt, um den Erfolg eines späteren CI abschätzen zu können. Zeigen die audiometrischen Messungen einen hochgradigen Hörverlust, der mit konventionellen Hörgeräten nicht ausgeglichen werden kann, so wird eine Kernspintomographie (Magnetresonanzuntersuchung MRI) oder ein Computertomogramm (CT) ambulant vorgenommen. Ausführliche Gespräche mit dem Patienten und seinen Angehörigen sollen die Chancen und Grenzen einer CI-Versorgung aufzeigen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, ist der Patient motiviert und ist eine postoperative Basis- und Folgetherapie gewährleistet, so wird eine gemeinsame Entscheidung zur CI-Implantation getroffen. Nach dem Entscheid zur Operation werden die IV (Invalidenversicherung) oder die AHV und die Krankenkasse über den geplanten Eingriff informiert und die Kostenübernahme beantragt.

8 Die Operation Die Operation erfolgt bei Kindern und Erwachsenen in Narkose und dauert in der Regel etwa 2 Stunden. Nach einem Hautschnitt hinter dem Ohr werden die Elektroden in die Cochlea eingeführt und die Empfängerspule in einer Vertiefung im Knochen verankert. Die Funktionsfähigkeit und die Nervenreizung werden in der Regel bereits während der Operation geprüft. Die verbleibende Narbe wird später wieder von den Haaren verdeckt. Etwa 2 bis 3 Tage nach der Operation kann die Patientin oder der Patient mit einem kleinen Verband nach Hause entlassen werden. Nach 8 Tagen erfolgt eine Wundkontrolle und die Fadenentfernung. Die Risiken der Operation sind sehr gering: vorübergehende Schwindelbeschwerden und Geschmacksstörungen auf der Zunge, sowie Wundheilungsstörungen sind selten, eine Gesichtsnervenlähmung dank der heute verwendeten Operationstechnik sehr unwahrscheinlich. Unmittelbar nach der Operation kann der Patient noch keine Höreindrücke wahrnehmen. Nach vier bis sechs Wochen erfolgt die Erstanpassung des Sprachprozessors.

9 Rehabilitation Der Erfolg der CI-Implantation hängt wesentlich von der Nachbetreuung durch kompetentes Fachpersonal und einer konsequenten Schulung der Höreindrücke (Hör- und Sprachtraining) ab. Nach der Erstanpassung erfolgen wiederholte Kontrollen zur Optimierung des Sprachprozessors im CI-Zentrum. Bei Kindern ist eine enge Zusammenarbeit von Eltern, BetreuerInnen, Lehrpersonen und AudiopädagogInnen über viele Jahre eine Grundvoraussetzung. Ein intensives Sprachtraining macht es dem Gehirn möglich, das Hören und durch die Sprachentwicklung das Sprechen zu erlernen. Dazu benötigen alle Beteiligten Zeit und Geduld. Kinder mit CI können Lautsprache, Bildung und Integration auf verschiedenen Wegen erreichen: in Schwerhörigen- oder Gehörlosenschulen, aber auch in der normalen Schule mit zusätzlicher Therapie und Unterstützung. Erwachsene, die vor der Ertaubung hören und sprechen konnten, benötigen ebenfalls eine mehr oder weniger lange Eingewöhnungsphase, bis auch sie Sprache wieder verstehen können. Kosten und Finanzierung Die Gesamtkosten für eine Cochlea-Implantation belaufen sich auf Fr. 50'000. bis Fr. 60'000.. Im Regelfall werden die Kosten durch die Krankenversicherung zusammen mit der IV oder der Unfallversicherung getragen. Für nicht IV- und krankenversicherte Personen (im Ausland wohnhafte AusländerInnen und ImmigrantInnen) müssen andere Finanzierungsquellen für eine entsprechende Kostengutsprache gesucht werden. Zukünftige CI-TrägerInnen reichen bereits vor der Implantation ein Gesuch um Kostengutsprache für die Hörtrainingsstunden ein. Dieses Gesuch muss ebenfalls an die IV oder an die Krankenkasse gerichtet werden.

10 Wer sind wir? Das CI-Team Zürich stellt sich vor Leitung CI-Zentrum Prof. Dr. med. Rudolf Probst Dr. rer. nat. Bernd Strauchmann Anpassung Dr. rer. nat. Bernd Strauchmann Dr. ing. Michael Büchler Christiane Kühn Franziska Conod Dr. med. Anita Pollak Chirurgie Prof. Dr. med. Rudolf Probst PD Dr. med. Alexander Huber Audiologie Dr. med. Dorothe Veraguth Evelyn Leitner * Eva Welti Franziska Ackerknecht Logopädie Meike Brockmann Forschung Prof. Dr. sc. techn. Norbert Dillier Dr. ing. Waikong Lai Sekretariat & Disposition Eva Härri * Nives Sabotic-Ramsauer * Lilian Rasi * Sabine Wittwer * * nicht im Bild Kontakt CI-Zentrum ORL Klinik UniversitätsSpital Frauenklinikstrasse Zürich Tel: Fax: Web: Wir danken der Firma Cochlear für Ihre Unterstützung für diese Broschüre

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