DieserArtikelistaus: PraxisPolitik Ausgabe02/2012

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2 G e l d B a s i s b e i t ra g Mittel zur Disziplinierung Money is only money if people think that it is money. (John Searle) Geld ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Man kann sich kaum einen Menschen vorstellen, der nicht in das Geldsystem eingebunden wäre, als Zahlerin oder Bezahlter, als Schuldner oder Gläubiger, als Verkäufer oder Käuferin. Wir benutzen dauernd Geld, ohne groß darüber nachzudenken, was wir da eigentlich tun. Wieso akzeptieren wir Geld, in Form von wertlosen Papierzetteln oder Münzen mit unbedeutendem Metallwert, als Gegenleistung für anstrengende Arbeit oder beim Verkauf von uns wichtigen oder wertvollen Dingen? Von Heiner Ganßmann Würden alle anfangen darüber nachzudenken wie wir Geld benutzen, käme wohl der gesamte Wirtschaftskreislauf ins Stocken. Daraus kann man schließen: Geld funktioniert umso besser, je weniger darüber nachgedacht und geredet wird. Umso überraschter sind wir dann, wenn das Geldsystem in Krisen nicht funktioniert. Fragt man bei den zuständigen Wissenschaftlern nach, warum das Geldsystem zwar meistens funktioniert, manchmal mit sehr negativen Folgen aber auch nicht, zeigt sich, dass Geld trotz seiner mehr als 2000 Jahre alten Geschichte nach wie vor zu den kontroversesten Gegenständen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gehört. Bei Ökonomen, Soziologen, Ethnologen, Wirtschaftshistorikern oder Philosophen findet sich erstaunlich wenig Übereinstimmung in den Erklärungen des Geldgebrauchs und seines Zustandekommens. Das mag auch daran liegen, dass die einzelnen Wissenschaftsdisziplinen sich mit unterschiedlichen Perspektiven und Fragen an die gleichen Gegenstände wenden. Geld in der Wirtschaftswissenschaft Doch selbst innerhalb der für das Thema Geld hauptsächlich zuständigen Wirtschaftswissenschaft gibt es Dauerkontroversen. Woher kommt das Geld? Entstand es spontan im Tausch oder wurde es von staatlichen Autoritäten eingesetzt? Ist das Geld ökonomisch neutral oder hat es einen eigenständigen Einfluss auf das realwirtschaftliche Geschehen? Lässt sich die Geldmenge steuern oder nicht? Warum wird Geld in der Form des modernen Staatspapiergelds überhaupt akzeptiert? Mit Sprüchen wie: Money is accepted because money is accepted, gestehen manche Ökonomen ihr eigenes Unverständnis lakonisch ein, schon allein, weil sie sich mit ihren Kollegen kaum darüber einigen können, wohin das Thema Geld systematisch gehört: In der Mikroökonomie, die vom Handeln der einzelnen Wirtschaftsakteure ausgeht und die Bedingungen für allgemeine Gleichgewichte von Marktsystemen herausarbeitet, wird vom Geld abstrahiert. Eine lange Theorietradition fordert bis heute den Geldschleier wegzudenken, weil alle Individuen Nutzenmaximierer und an Geld nur als Mittel interessiert seien. Nur mithilfe der Abstraktion vom Geldgebrauch gelingt die Ableitung eines allgemeinen Gleichgewichts aus dem rationalen Handeln aller Wirtschaftenden unter Knappheitsbedingungen und damit der Nachweis der Effizienz von Marktsystemen. In der Makroökonomie, die die Beziehungen zwischen großen Aggregaten (Haushalte und ihr Konsum, Unternehmen und ihre Investitionen, die Zentralbank und der Zins...) in Kreisläufen von Geld und Gütern untersucht, tauchen im Rahmen der Analyse von Reproduktion und Wachstum des Wirtschaftssystems zwar die Themen der Geldversorgung und Geldwertstabilität auf, aber die Frage, warum und wie die Wirtschaftsakteure Geld benutzen, wird dort ebenfalls nicht behandelt. Dazu gibt es die Sonderabteilung Geldtheorie. Sie befasst sich zunächst mit der Frage: Wie kann man die Entstehung des Geldes erklären? Dazu gibt es mindestens zwei gegensätzliche Auffassungen. Einerseits soll Geld in der Funktion des Tauschmittels spontan aus dem Markthandeln entstehen (Menger), andererseits gilt das Geld als Geschöpf der Rechtsordnung (Knapp), wird also durch den Staat eingesetzt. Wenn man dagegen der Einfachheit halber Geldgebrauch als gegeben unterstellt, kommt man mit der Frage weiter: Wozu dient uns das Geld? Nach dem Motto money is what money does haben die Ökonomen versucht, das Geld über seine Funktionen zu verstehen. Üblicherweise unterscheidet man mindestens vier solcher Funktionen, die eng miteinander zusammenhängen. Das Geld ist: K Tauschmittel K Zahlungsmittel K Rechenmittel oder Maß der Werte K Wertaufbewahrungsmittel Als allgemein akzeptiertes Tauschmittel überbrückt das Geld das Hindernis, das den unmittelbaren Tausch von Gut gegen Gut häufig unmöglich machen würde: Warenbesitzer A und B könnten nur dann direkt miteinander tauschen, wenn A Ware b 4 Praxis Politik

3 und B zugleich Ware a haben wollte. Das Geld hebt diese Schranke auf. Als Zahlungsmittel hilft Geld bei der Überbrückung von Zeitdifferenzen, z.b. wenn man eine Ware jetzt erhält, aber erst später zahlt, oder bei der Abwicklung von einseitigen Transaktionen wie das Zahlen von Steuern oder Strafen. In der Funktion des Zahlungsmittels liegt der Ursprung des Kredits. Diese Funktionen als Tausch- und Zahlungsmittel setzen voraus, dass Geld zugleich als Rechenmittel oder Maß der Werte dient: Wenn alle Güter nicht direkt gegeneinander, sondern immer erst gegen Geld getauscht, also verkauft und gekauft werden, können alle Tauschverhältnisse durch Bezug auf Geld als Preise einheitlich ausgedrückt und damit leicht verglichen werden. Als Wertaufbewahrungsmittel oder Mittel der Schatzbildung, erlaubt Geld das Sparen in abstrakter Form. Man muss nicht Nüsse für den Winter horten, sondern man kann mit Geld allgemein Ansprüche auf die Leistungen anderer über die Zeit konservieren. Dabei geht man Risiken ein: Erstens das Risiko der zwischenzeitlichen Geldentwertung (Inflation). Zweitens hält man mit Geld abstrakten Reichtum, den man nicht konsumieren kann, und weiß nicht sicher, ob man für die irgendwann gewünschten, konkreten Güter tatsächlich Verkäufer findet. Auf der anderen Seite ermöglicht die Verfügung über Bargeld für den Einzelnen große Entscheidungsfreiheit. Man kann wählen, was, wieviel, von wem und wann man kauft. Neben der Mikro- und der Makroökonomie hat die ökonomische Geldtheorie nur einen randständigen Platz im Gesamtgebäude der Wirtschaftstheorie. Ihre systematische Platzierung ist unklar, weil bei konsistenter Anknüpfung an die allgemeine Gleichgewichtstheorie, als Kern des Faches, nur eine wenig relevante Geldtheorie möglich ist. Der Mikroökonomie verschließt sich eine adäquate Geldanalyse letztlich wegen der Modellannahmen, mit denen Unsicherheit als Problem für die Wirtschaftsakteure ausgeklammert wird. Der Makroökonomie fehlt hingegen eine angemessene Mikrofundierung im Handeln von Individuen, ohne die man Geldgebrauch nicht verstehen kann. So bleibt die an den Erfahrungstatsachen des Geldgebrauchs orientierte spezielle Geldtheorie systematisch uneingebunden. Auf diesem Stand der Theoriebildung kann man vom wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream keine hinreichende Orientierung zum Verständnis einer modernen Geldwirtschaft erwarten. Gibt es Alternativen? Natürlich gibt es eine Vielfalt heterodoxer ökonomischer Theorien, die in Anknüpfung an Marx, an Keynes, an Schumpeter oder an alle drei zusammen, mehr zum Thema Geld zu sagen haben als der Mainstream. Die meisten dieser Theorien bleiben jedoch auf der Makroebene und teilen abgesehen von marxistischen Ansätzen die für die Analyse einer Geldwirtschaft romantisch anmutende Auffassung, dass der Konsum der Endzweck allen Wirtschaftens sei (Adam Smith). Praxis Politik Soziologische Geldtheorien Demgegenüber haben klassische Soziologen wie Georg Simmel die schon in der ersten monetarisierten Gesellschaft des antiken Griechenland (von Solon und Aristoteles) formulierte Beobachtung aufgenommen, dass das Geldgewinnstreben keine Obergrenze kennt. Eine theoretische Erklärung für dieses für Geldwirtschaften charakteristische Phänomen, das unter anderem dazu führt, dass bei Reichen das Geldvermögen nicht zur Ausweitung und Absicherung des Konsums, sondern der Konsum zur Demonstration des Geldvermögens dient (Veblens conspicuous consumption ), findet sich bei so unterschiedlichen Autoren wie Schopenhauer, Marx und Simmel. Im Geld liegt ein Widerspruch zwischen seiner qualitativen Unbeschränktheit und seiner quantitativen Beschränktheit, der zur rastlosen Geldvermehrung antreibt (Marx). Oder: Geld ist das absolute Mittel (Simmel), weil es in jedes käufliche Gut verwandelbar ist, wenn man nur genügend Geld bieten kann. Während jedes konkrete Bedürfnis irgendwann bis zur Sättigung befriedigt werden kann, gilt das nicht für den Geldbedarf. Deshalb verhalten sich tendenziell alle Akteure in einer Geldwirtschaft als Maximierer ihrer Verfügung über Geld. Systemtheoretisch orientierte Soziologen wie Talcott Parsons oder Niklas Luhmann haben im Geld hingegen weniger einen Handlungsmotor als vor allem ein Kommunikationsmittel gesehen: Geldgebrauch funktioniert wie eine Art Spezialsprache, sodass wir mit Geld anderen etwas mitteilen und sie eventuell zu Handlungen in unserem Interesse bewegen können. Kaufen oder nicht kaufen, dass ist hier die Frage. Die Geldobjekte (zählbare Geldeinheiten wie Münzen, Banknoten, Schecks oder elektronisch gesteuerte Kontobewegungen) funktionieren dabei als Symbole. Sie signalisieren einerseits, welches Spiel gespielt wird. Andererseits dienen sie als Anreize. Kurz, die Koordination wirtschaftlichen Handelns in weitläufigen, häufig globalen Vernetzungen gelingt über Preissignale und Geldbewegungen. So wurden die positiven Eigenschaften des Geldsystems hervorgehoben, aber dessen Rolle bei der Zusammenballung von wirtschaftlicher Macht und der periodischen Wiederkehr von Krisen blieb unterbelichtet. Im Rahmen der neueren Wirtschaftssoziologie werden diese klassischen Themen hingegen wieder systematisch aufgenommen durch die Anerkennung der fundamentalen Rolle von Unsicherheit. Demnach ist das Geld in unserer Gesellschaft vor allem zweierlei, ein Mittel zum Umgang mit Unsicherheit und eben deshalb ein soziales Disziplinierungsmittel. Unsicherheit, im Unterschied zu Risiko, gilt dabei als Grundproblem allen sozialen Handelns. In jeder einfachen Interaktion zwischen Individuen, die voneinander etwas wollen, entsteht doppelte Kontingenz. Jeder weiß von sich selbst, dass er sich so oder auch Georg Simmel, 1858 bis 1918, war ein deutscher Philosoph und Soziologe. Es werden also die Wechselwirkungen unter den primären Elementen selbst, die die soziale Einheit erzeugen, dadurch ersetzt, daß jedes dieser Elemente für sich zu dem darüber oder dazwischen geschobenen Organ in Beziehung tritt. In diese Kategorie substanzgewordener Sozialfunktionen gehört das Geld. Philosophie des Geldes, S. 159 Foto: pa/dpa 5

4 G e l d B a s i s b e i t ra g Der Geldgebrauch fördert eine allgemein verbreitete, rechenhafte Einstellung zu eigenem und fremdem Handeln. Zeichnung: POLO/toonpool anders entscheiden kann. Und jeder muss diese Entscheidungsfreiheit auch seinem Gegenüber zurechnen. Damit werden bei wechselseitiger Abhängigkeit die Handlungsergebnisse im Prinzip unvorhersehbar. Weil jeder eine optimale Entscheidung nur treffen kann, wenn er die der Anderen kennt, kann es sogar zu einer Lähmung kommen. Keiner will den ersten Schritt machen, weil er befürchtet, damit eine Information über sich und seine Absichten preiszugeben, die der Andere vorteilhaft nutzen kann. Um die in der Konstellation der doppelten Kontingenz bestehende Unsicherheit zu überbrücken, müssen sich die Handelnden irgendwie auf Unsicherheit reduzierende Mittel stützen können. Geld lässt sich als ein solches Mittel verstehen, vor allem, weil es die Absichten der Anderen vorhersehbar macht. Bei Geldgebrauch, am einfachsten in einer Verkäufer-Käufer-Konstellation, handelt mit hoher Wahrscheinlichkeit jede nach der Devise: Möglichst teuer verkaufen und möglichst billig kaufen. In diesem Sinne, aber nicht nur in diesem, wird die Kommunikation durch Geld drastisch vereinfacht: Man braucht über die andere Person, ihre Eigenschaften, Ressourcen und Absichten, nicht viel zu wissen und kann trotzdem aufeinander abgestimmt handeln. Hinzu kommt, dass Geld als eine Art Messinstrument dienen kann. Preisausdrücke erlauben Vergleiche (Sind die Äpfel anderswo billiger?), Kalkulation der möglichen Handlungen (Wie viel kann ich mir leisten? Kaufe ich mir lieber etwas anderes?) und Erfolgsmessungen (Rechtfertigt der Ertrag die Kosten? Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?). Vor allem wegen der Herstellung von Berechenbarkeit werden enorme spontane Koordinationsleistungen möglich. Dabei schützt Geld darüber hinaus mit Bezug auf all die Dinge, die käuflich sind, vor der Unsicherheit, die aus der Unvorhersehbarkeit von negativen Ereignissen entsteht. Wenn wir z.b. durch Krankheit oder Alter nicht in der Lage sind, uns durch eigene Arbeit zu versorgen, hilft Geld. Geldobjekte verkörpern mögliche Ansprüche an andere. Man kann sich eine Reserve bilden, die man im Bedarfsfall einsetzt. Mit der Durchsetzung der Geldwirtschaft verschiebt sich die Orientierung bei der Versorgungssicherung weg von persönlichen Beziehungen (Familie, Nachbarschaft, Gemeinschaften) hin zur Verfügung über Geld. Selbst wenn dadurch die sachlichen Abhängigkeiten der Einzelnen in weitläufigen arbeitsteiligen Zusammenhängen zunehmen, erlauben sie durch ihre Unpersönlichkeit höhere individuelle Freiheit, wie insbesondere Simmel gezeigt hat. Wer sich jedoch durch Verfügung über Geld gegen Unsicherheit schützen will, muss erst zu Geld kommen. Um es zu bekommen, gibt es verschiedene Wege. Man kann es, solange man sich jedenfalls an die üblichen Regeln hält, nicht selbst basteln. Im Normalfall muss man anderen etwas anbieten, damit sie sich von ihrem Geld trennen. Dann zirkuliert das Geld, bewegt sich von einem zum andern, weil jeder sich immer wieder von ihm trennen muss, um etwas zu kaufen (für Konsum oder Investition) oder zu bezahlen (z.b. Steuern). Für die Mehrheit der Bevölkerungen in Gesellschaften mit kapitalistischer Wirtschaft gilt im Zweifelsfall: Man muss eine eigene Arbeitsleistung für andere anbieten. Wer das nicht kann, bekommt kein Geld und wird arm. Wer jedoch für Geld arbeiten kann, lebt in einem sich immer wiederholenden Zyklus von Arbeit Geld Konsum Arbeit Geld Konsum Weil in modernen Gesellschaften jeder Geld braucht, wirkt so das Geld als Disziplinierungsmittel. Durch Belohnung mittels Geldzuwendung und Bestrafung mittels Geldentzug lassen sich diejenigen, die Geld brauchen, zu geregeltem Verhalten zwingen. Oder, wie ein Zyniker einmal gesagt hat: Geld ist das Erziehungsmittel für Erwachsene. Das klingt nach Tretmühle und Hamsterrad, tatsächlich ist aber damit nicht gesagt, wieviel über den Konsum des Überlebensnotwendigen hinaus in diesem Zyklus an Vergnügen abfällt. Das hängt einerseits von der Qualität der Arbeit, andererseits von der Menge Geld ab, die man dabei verdient. Es gibt ein ganzes Spektrum von Arbeiten, von ekligen, gefährlichen, mühseligen, stumpfsinnigen bis zu interessanten, identitätsbildenden, sinnerfüllenden Arbeiten. Dabei hängt die Menge Geld, die man durch Arbeit verdient, nur auf sehr undurchsichtige Weise mit der Qualität der Arbeit zusammen. Für Drecksarbeit, die man nur durch Überwindung von Ekelschranken tun kann, bekommt man häufig wenig, für hochqualifizierte, kreative, stimulierende Erwerbstätigkeiten, z.b. künstlerische Produktion, mitunter sehr, sehr viel Geld. Qualifikationsniveaus und Knappheiten spielen hier eine Rolle: Es gibt nicht viele gute Neurochirurgen, aber jeder halbwegs gesunde 6 Praxis Politik

5 Mensch kann putzen. Daran, dass abstoßende Arbeiten schlecht bezahlt und dennoch verrichtet werden, erweist sich jedenfalls die Bedeutung des Geldes als soziales Disziplinierungsmittel. Während in älteren Gesellschaften häufig direkter physischer Zwang, wie bei Sklaven- oder Fronarbeit, nötig war, um Leute dazu zu bringen, solche Arbeiten zu verrichten, genügt in modernen der Geldmechanismus: Da es ohne Geld kein Überleben gibt, tut man zur Not alles Denkoder Undenkbare, um an Geld zu kommen. Eine wichtige Eigenschaft von Geld ist, dass man es trotz seiner Eingebundenheit in den an unüberschaubar vielen Stellen gleichzeitig stattfindenden Arbeit-Geld-Konsum-Zyklus über längere Zeit aufbewahren kann. Damit verfügt man über ein Reservoir von möglichen Ansprüchen an Andere, das man im Bedarfsfall einsetzen kann. Allerdings funktioniert das nur unter der Voraussetzung, dass der Geldwert (oder die Kaufkraft des Geldes) einigermaßen stabil bleibt. Inflation gefährdet die Funktionsfähigkeit des Geldes als Wertaufbewahrungsmittel und damit auch seine Funktion der Unsicherheitsabsorption. Kurz: Der Geldgebrauch fördert eine allgemein verbreitete, rechenhafte Einstellung zu eigenem und fremdem Handeln. Er führt zur Entstehung und Dominanz von Organisationen, die nur auf Maximierung des Gelderwerbs ausgelegt sind: kapitalistische Unternehmen. Ihre Mitglieder machen sich dieses Ziel mehr und mehr selbst zu eigen, auch wenn dem Gelderwerb durch eigene Arbeit enge Grenzen gesetzt sind. Die wichtigste sozialstrukturelle Folge des Geldgebrauchs ist eine Spaltung der Gesellschaft in (mindestens) drei Gruppen: Diejenigen, die genügend Geld haben, um andere für sich arbeiten zu lassen. Diejenigen, die arbeiten müssen, um zu Geld zu kommen. Und diejenigen, für die der Geldzugang über Arbeit verstellt ist. Die Wirtschaft funktioniert entsprechend: positiv mit Geldanreizen, negativ mit Entlassungs- und Verarmungs - drohungen. Kredit, Krise und Spekulation Die negativen Seiten des Geldsystems bekommen Individuen in Form von Arbeitslosigkeit und Armut zu spüren, Organisationen durch Bankrott, die Gesellschaft einerseits durch einen Dauerkonflikt zwischen Demokratie und Plutokratie (wenn die Stimmen des Geldes mehr zählen als die der Wählerinnen und Wähler), andererseits durch Wirtschaftskrisen. Anders als in vormonetären Wirtschaften, wo Krisen durch Naturkatastrophen oder Epidemien ausgelöst werden, impliziert Geldgebrauch einen endogenen Krisenmechanismus. Die Trennung von Kauf und Verkauf beinhaltet die Möglichkeit der Krise, weil jemand, der verkauft hat, nicht wieder kaufen muss, sondern kurz- oder mittelfristig Geld halten kann. Das führt zu Nachfrageausfall, der natürlich durch Kreditaufnahme von anderen kompensiert werden kann, aber eben nicht kompensiert werden muss. Umgekehrt bedeutet die Möglichkeit der Kreditaufnahme, dass Schuldner am Wirtschaftsleben so teilnehmen können, als hätten sie bereits Gegenleistungen für ihre monetären Ansprüche erbracht. Sie haben Kredit bekommen, weil sie selbst und ihre Gläubiger, im Normalfall eine Bank, künftige Einnahmen erwarten. In der Krise wird Kreditvergabe zum Risikogeschäft Zichnung: Christiane Pfohlmann Praxis Politik

6 G e l d B a s i s b e i t ra g doch das Anwerfen der Druckmaschinen birgt ebenfalls Gefahren. Foto: Fotolia/Matthias Haas Foto: H. Ganßmann Zur Person Heiner Ganßmann, Dr. rer. pol. war bis 2009 Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin, mit den Arbeitsschwerpunkten Wirtschaftssoziologie, Politische Ökonomie und Sozialpolitik. Buchveröffentlichungen zum Thema Geld: Geld und Arbeit, Campus-Verlag 1996; New Approaches to Monetary Theory (ed.), Routledge, London 2011; Doing Money, Routledge, London Einerseits entsteht so durch Kredit ein Element der Instabilität im Geldsystem, weil die Abstimmung von Leistungen und Ansprüchen aufgeweicht wird, die in einem einfachen Geldsystem durch die Budgetrestriktion (d.h. dass man nicht mehr ausgeben kann als man vorher eingenommen hat) gewährleistet ist. Kreditnehmer/Schuldner können mit Beziehern von Leistungseinkommen um Ressourcen konkurrieren. Wenn die Nachfrage das Produktionspotenzial übersteigt, gibt es Inflation. Andererseits hat jede Kreditvergabe in Erwartung künftiger Gewinne eine spekulative Komponente, die sich zu dem bekannten Krisenmuster von Blasen und ihrem Platzen, von boom and bust, auswachsen kann. Wenn Spekulanten Preisbewegungen beobachten und extrapolieren und auf diese Weise künftige Erträge antizipieren, halten sie sich an die einfache Regel, dass Preise einem positiven Feedback-Muster folgen. Sie kaufen, weil die Preise gestiegen sind und sorgen so dafür, dass die Preise weiter steigen. Die folglich höhere Bewertung ihrer Kapitalbestände ermöglicht ihnen weitere Zukäufe, weil sie für ihre Kreditaufnahmen höhere Sicherheiten bieten können. Wenn nun Spekulanten Kredite aufnehmen in der Hoffnung, dass sie mit weiteren Kapitalzuwächsen anstelle von laufenden oder zukünftigen wirklichen Gewinnen ihren Schuldendienst für vergangene Kredite bewerkstelligen können, bringt sie schon ein Abebben der Preiszuwächse in Schwierigkeiten. Dieses von früheren Börsenkrisen bekannte Muster unterlag auch der Immobilienspekulation in vielen Ländern vor der Krise von So erwiesen sich als einträglich und risikoarm geltende Investitionen plötzlich als hoch spekulativ. Hypotheken wurden für fragwürdige Immobilien an kaum zahlungsfähige Kreditnehmer vergeben, weil es für die daraus gestrickten Derivate mit einem AAA-Rating reißende Nachfrage gab. Schluss In Bezug auf das Verhältnis von Geld und Unsicherheit kann man zusammenfassend sagen: Geldgebrauch ermöglicht einerseits die Absorption und bedingt andererseits in den Krisen zugleich die periodische Steigerung von Unsicherheit. Das rationalistische Ausblenden von Unsicherheit (die Versuche, mit Risikokalkülen Unsicherheit zu eliminieren) geht sowohl in der wirtschaftlichen Praxis als auch in der sie anleitenden Wirtschaftstheorie immer wieder zu weit. Märkte können nicht perfekt, Erwartungen können nicht rein rational sein, vielmehr pendelt das System zwischen Hoffnungen und Enttäuschungen, die von monetären Erwartungen und Kalkülen gestiftet werden. Durch Krisen und Zusammenbrüche des Geldsystems wird dessen Stabilität wieder hergestellt und damit auch die darauf beruhende soziale Disziplin. Denn gerade weil in der Krise Zahlungsversprechen nicht mehr zählen und der Bedarf nach Bargeld hochschnellt, führen die Krisen nicht zu einem Abschied vom Geldsystem, sondern zu seiner Wiederherstellung bis zur nächsten Spekulation und Krise. Man kann daher von einer Ultrastabilität des Geldsystems sprechen. Immer dann, wenn Geld zu Krisen führt, wird der Geldbedarf auf den Ebenen von Individuen und Organisationen am größten. Deshalb kennen wir zwar geldlose Gesellschaften, bis jetzt hat jedoch noch nie eine Gesellschaft, wenn sie einmal monetarisiert war, das Geld wieder abgeschafft. n L i t e r a t u r Deutschmann, C. (Hrsg.): Die gesellschaftliche Macht des Geldes, Leviathan, Sonderheft 21, Wiesbaden 2001 Knapp, G. F.: Staatliche Theorie des Geldes, 4. Aufl., München 1905 Menger, C.: Geld, in: ders., Gesammelte Werke Bd. IV, Tübingen: Mohr, 1970 (1892) Simmel, G.: Philosophie des Geldes, 2. Aufl., Leipzig Praxis Politik

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