Kapitel 1 So lege ich mein Haushaltsbuch an

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1 Kapitel 1 So lege ich mein Haushaltsbuch an In diesem ersten Kapitel dreht sich alles um das Haushaltsbuch. Sie erfahren, wofür Sie ein Haushaltsbuch überhaupt brauchen. Wie legen Sie es an und wie erfassen Sie die unterschiedlichen Einnahmen und Ausgaben? Sie lernen verschiedene Arten von Budgets kennen und was Sie damit alles anfangen können. Ebenso beschäftigen wir uns damit, wie und wofür Sie Rücklagen bilden sollten. Was zu tun ist, wenn das Geld weniger wird, wie Sie jeden Monat ohne großen Aufwand Bilanz ziehen und wie Sie für den nächsten Monat planen. Wenn Sie diesem Kapitel folgen, legen Sie die Grundlagen für eine gute und durchdachte Haushaltsführung. 11

2 W ofür brauche ich ein Haushaltsbuch? Manche Leute runzeln die Stirn:»Haushaltsbuch? Brauche ich das überhaupt? Ich habe so wenig Geld zur Verfügung und lebe schon jetzt so sparsam. Da lohnt es sich für mich nicht, alles noch aufzuschreiben. Dadurch wird es ja auch nicht mehr.«nun vermehrt sich das Geld tatsächlich nicht, indem man darüber Buch führt. Aber ein Haushaltsbuch schafft die Grundlage dafür, dass Sie besser mit Ihrem Geld umgehen. Es hilft Ihnen, auch dann noch mit dem Geld hinzukommen, wenn es knapp ist. Gerade deshalb ist es für Leute mit einem schmalen Geldbeutel besonders nützlich. Dreifacher Nutzen Ihr Haushaltsbuch ist ein wertvoller Helfer. Es unterstützt Sie bei drei wichtigen Aufgaben, die aufeinander aufbauen: Bestandsaufnahme: Sie bekommen einen Überblick, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Schon das kann für manche Überraschung sorgen. Etwa wenn Sie auf verborgene Kostenfresser stoßen, die dafür sorgen, dass Sie sich in anderen Bereichen einschränken müssen. Planung: Sie legen fest, wie viel Geld Sie wofür ausgeben dürfen. Dadurch bekommen Sie Ihre Finanzen in den Griff. Sie entscheiden, was Sie sich leisten wollen. Und Sie verhindern, dass Sie am falschen Ende sparen. 12

3 So lege ich mein Haushaltsbuch an Erfolgskontrolle: Sie stellen fest, ob Sie Ihre Vorgaben, Ihr Budget eingehalten haben. Ist das nicht der Fall, dann haben Sie entweder zu knapp kalkuliert und müssen für die Zukunft eine höhere Summe einplanen. Oder Sie waren nicht diszipliniert genug. Dann sollten Sie Ihr Verhalten ändern. In kleinen Schritten aus der Schuldenfalle Tipp Ein Haushaltsbuch eignet sich sehr gut, um finanziell wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Sie erkennen, wo Sie den Hebel ansetzen müssen. Und wenn sich erste Erfolge einstellen, wird Sie das weiter ermutigen. Langsam, aber beharrlich können Sie sich so von der Schuldenlast befreien. Ihre Finanzen schwarz auf weiß Dass Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben schwarz auf weiß vor sich haben, ist ein großer Vorteil. Denn aus dem Bauch heraus schätzen wir unsere Finanzen oft nicht richtig ein. Wir unterschätzen manche Kosten oder überschätzen die Wirkung einzelner Sparmaßnahmen. Wir meinen, wir würden uns so anstrengen mit dem Sparen und sind überrascht, wenn wir so wenig Erfolg damit haben. Mit einem klug geführten Haushaltsbuch wird Ihnen das nicht passieren. Sie erkennen genau, welchen Effekt Ihre Bemühungen, sich einzuschränken, tatsächlich haben. Doch bringen Sie nicht nur in Erfahrung, wie viel Sie sparen müssen. Sie bekommen auch zuverlässige Informationen darüber, was Sie sich ruhigen Gewissens leisten können. 13

4 W ie lege ich mein Haushaltsbuch an? Auf eine einfache Formel gebracht: In Ihr Haushaltsbuch tragen Sie alle Ihre Einnahmen und Ausgaben ein. Doch das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschehen. Wie Sie dabei am besten verfahren, das hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab und von Ihren Vorlieben. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dass Sie Ihr Haushaltsbuch auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse zuschneiden. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Kapitel. Der erste Schritt: Kaufen Sie sich eine Kladde mit karierter Lineatur. Und Sie können gleich loslegen. Notieren Sie alles, was Sie einnehmen Als erstes schreiben Sie einfach auf, was Sie in einem Monat an Geld zur Verfügung haben: Ihr Gehalt, finanzielle Unterstützung, Zinsen, Ersparnisse, von denen Sie leben wollen und nicht die Ersparnisse, die Sie zur Seite legen möchten, um Vermögen aufzubauen. Einfach alles, was Sie zur Verfügung haben, um es auszugeben (Näheres auf Seite 16 f.). Das rechnen Sie zusammen, das Ergebnis ist der Betrag, mit dem Sie alle Ausgaben in diesem Monat bestreiten müssen. Notieren Sie alles, was Sie ausgeben Anschließend halten Sie Ihre Ausgaben fest. Als erstes notieren Sie für den betreffenden Monat die fixen Ausgaben (Näheres 14

5 So lege ich mein Haushaltsbuch an auf Seite 18 f.). Bei denen liegt die Höhe schon im Voraus fest (wie bei der Miete, dem Zeitungsabo, Versicherungsbeiträgen oder der Monatskarte). Rechnen Sie alle Fixkosten zusammen, ziehen Sie das Ergebnis von den monatlichen Einnahmen ab und Sie wissen, wie viel Sie für den betreffenden Monat zur Verfügung haben. Wir nennen diese Zahl den»verfügbaren Betrag«. Laufende Ausgaben Auf den folgenden Seiten notieren Sie mit Datum alle Ihre laufenden Ausgaben. Und zwar wirklich alle. Schreiben Sie auf, wo Sie etwas eingekauft haben und was es war. Allzu sehr brauchen Sie nicht ins Detail zu gehen. Nur sollten Sie später ersehen können, ob Sie Obst und Gemüse, eine Bluse oder einen Stabmixer gekauft haben. Rechts oben auf der Seite können Sie den»verfügbaren Betrag«notieren. Von dem ziehen Sie Ihre Ausgaben ab. Unten auf der Seite steht dann der Betrag, der Ihnen für den Rest des Monats noch zu Verfügung steht. Und den übertragen Sie dann rechts oben auf die nächste Seite. Die Spalte»Budget«lassen Sie zunächst frei. Wie Sie»Budgets«einrichten, erfahren Sie auf Seite 22 f. Muster Datum: 4.5 Wo: Wochenmarkt Was: Gemüse Budget: Lebensmittel Wie viel: 12,00 Euro 15

6 W ie erfasse ich meine Einnahmen? Sie beginnen jeden neuen Monat, indem Sie alle Einkünfte auflisten, die Sie für diesen Zeitraum erwarten. Weil sehr viele Einnahmen monatlich anfallen, ist das sehr zweckmäßig. Nun gibt es aber auch Einnahmen, da wissen Sie noch nicht, wann die bei Ihnen eingehen; manchmal kennen Sie auch die Höhe noch nicht so genau. In solchen Fällen müssen Sie schätzen. Typische Einnahmen sind etwa: Monatlicher Nettolohn. Gehören zu Ihrem Haushalt mehrere Verdiener, so müssen diese alle berücksichtigt werden. Kindergeld. Haushaltsgeld. Unter Umständen haben Sie gar keinen Zugriff auf den monatlichen Nettolohn, sondern der/die Verdiener/in führen einen bestimmten Betrag eigens als»haushaltsgeld«ab. Rente. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Untermiete. Zinsen und Sparguthaben, die ausgeschüttet werden. Arbeitslosengeld. Zuwendungen, Gratifikationen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld. 16

7 So lege ich mein Haushaltsbuch an Überschuss aus dem Vormonat. Was Sie im vergangenen Monat eingespart haben, steht Ihnen für den neuen Monat zur Verfügung. Kredite sind keine Einnahme! Tipp Müssen Sie einen Kredit aufnehmen, so steht Ihnen zwar das Geld zur Verfügung. Aber eine Einnahme ist das nicht. Vielmehr gehört ein Kredit auf die Kostenseite, ja, er ist oft genug ein regelrechter Kostenfresser. Denn Sie müssen das Geld ja nicht nur vollständig zurückzahlen, sondern auch die oft nicht unerheblichen Zinsen. Einnahmen glätten Frau Grote verkauft ihren Beispiel alten Sekretär für Euro. Den Erlös verteilt sie auf das gesamte Jahr. Ihre monatlichen Einnahmen erhöhen sich also nur um 100 Euro. Aber das ein ganzes Jahr lang. Gerade wenn es sich um höhere Beträge handelt, gehen die oft nur unregelmäßig ein. Oder Sie haben es mit einer Einmalzahlung zu tun wie einer Abfindung, einer Erbschaft oder einem Geldgewinn. In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Betrag nicht vollständig zu berücksichtigen, sondern ihn auf die Folgemonate zu verteilen. Diese»Glättung«sorgt dafür, dass Sie ein realistischeres Bild davon bekommen, wie viel Geld Ihnen pro Monat tatsächlich zur Verfügung steht. 17

8 W as sind meine Fixkosten? Ihren Einnahmen stellen Sie Ihre monatlichen Fixkosten gegenüber. Das sind die Ausgaben, die Sie nicht mehr beeinflussen können. Sie liegen bereits am Monatsanfang fest, häufig werden solche Ausgaben vom Konto abgebucht. Zu ihnen gehören etwa Miete, Vorauszahlungen für die Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas), Versicherungen, Monatskarte/ Fahrtkosten, Zeitungs- und Zeitschriftenabos, Feste Telefon- und Internetgebühr, Sparplan, Rücklagen (vgl. Seite 30 f.), Monatliche Rate für Kredit, Taschengeld für die Kinder. Bilden Sie Sockelbeträge Manche Ausgaben lassen sich nicht genau im Voraus kalkulieren, wie etwa die Spritkosten oder die Telefonrechnung (wenn Sie keine»flatrate«haben). Sie wissen nur, dass diese Ausgaben auf Sie zukommen; aber nicht, in welcher Höhe. In gewissen Grenzen können Sie diese Kosten auch noch beeinflussen, etwa indem Sie weniger telefonieren oder mit Ihrem Auto herumfahren. Doch vermeiden lassen sich diese Kosten nicht. 18

9 So lege ich mein Haushaltsbuch an In solchen Fällen könnten Sie einen bestimmten»sockelbetrag«ansetzen, eine Mindestsumme, die Sie fest einkalkulieren. Was Sie dann später ausgeben, kann durchaus über diesem Sockelbetrag liegen. Diese Mehrkosten gehören aber zu den»variablen Ausgaben«(vgl. Seite 20 f.). Die Grundidee dabei: Auch wenn Sie sich sparsam verhalten, werden Ihre Ausgaben nicht unter den Sockelbetrag fallen. Also wäre es zweckmäßig, wenn Sie ihn schon unter den Fixkosten abrechnen. Grundlage für Ihr Monatsbudget Sie haben eine Aufstellung Ihrer monatlichen Einnahmen gemacht (vgl. Seite 16 f.). Davon ziehen Sie Ihre gesamten Fixkosten ab. Das Ergebnis ist der Betrag, der Ihnen zum Wirtschaften zur Verfügung steht. Mehr Spielraum haben Sie nicht. Erkennen Sie schon jetzt, dass es zu knapp wird, bleiben Ihnen nur zwei Möglichkeiten, um nicht in die roten Zahlen zu geraten: Sie müssen die Einnahmen erhöhen oder die Fixkosten senken. Auch Fixkosten lassen sich reduzieren Tipp An die Fixkosten kommen Sie erst einmal nicht heran. Doch auf längere Sicht können Sie schon etwas tun: Abonnements, Versicherungen oder Handyverträge kündigen. Der Einspareffekt tritt zwar mit Verzögerung ein, aber er tritt immerhin ein. Und wenn die Miete Ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt, müssen Sie sich womöglich eine günstigere Wohnung suchen (prüfen Sie vorher, ob Sie Anspruch auf Wohngeld haben, also Ihre Einnahmen erhöhen können). Wegen der Einzelheiten zum Wohngeld vgl. Seite 100 f. 19

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