Bioökonomie im Bund, in Ländern und Regionen

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1 Bioökonomie im Bund, in Ländern und Regionen Dr. Patrick Dieckhoff Leiter Geschäftsstelle Bioökonomierat Tag der Bioökonomie, Quakenbrück 25. Februar 2015

2 2 1. Was ist Bioökonomie?

3 Bioökonomie Rohstoffe und Grenzen Biomasse, Holz, Boden, Wald, Biodiversität, C in CO2, biologisches Wissen Produkte für Endverbraucher, industrielle Prozesse (Kaskaden, Wertschöpfungsnetze), öffentliche Güter und gesunde Umwelt Bioökonomie ist die Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren bereitzustellen. Landwirtschaft, Ernährungsindustrie, Forst- und Holzwirtschaft, Bauwirtschaft, Energie, Chemieindustrie, Textilindustrie... 3

4 Wiedereingliederung des Menschen in die Natur Bioökonomie ist die Chance Wachstum und Verbrauch von Ressourcen zu entkoppeln! Natur Kalorienverbrauch und Biomasse aller auf der Erde lebenden Ameisen entsprechen dem von 30 Milliarden Menschen. 4

5 Bedeutung der Bioökonomie Wie ist die ökonomische Bedeutung der Bioökonomie? In Deutschland hängen rund 12,5% der Beschäftigten von Unternehmen ab, die der Bioökonomie zugerechnet werden können. Sie erwirtschaften rund 7,6% der deutschen Bruttowertschöpfung. Wo findet die Wertschöpfung in der Bioökonomie statt? 12% im Primärsektor (Land- und Forstwirtschaft) 52% im Sekundärsektor (verarbeitende Industrie) 36% im Tertiärsektor (Handel und Dienstleistungen) Welche Schwerpunktbereiche gibt es? Lebensmittel, Energiewirtschaft, Chemische Industrie Quelle: Efken et. al. 2012, FNR

6 Neue biobasierte Produkte für Verbraucher 6 Autoindustrie Bauindustrie Reifen Biokunststoffe Metallersatz biologische Dämmstoffe biobasierte Baumaterialien biobasierte Bauchemikalien Konsumgüter Nahrungsmittel Enzyme in Waschmitteln biobasierte Kosmetika biologische Zahnpflege ausreichende Ernährung gesunde Zusatzstoffe biologische Geschmacksstoffe Getränkeindustrie Medizin biobasierte Verpackungen biobasierte Süßungsmittel Enzyme als Zusatzstoffe Biotech-Medikamente Antibiotika Gewebeersatz Medizintechnik Energie biologische Beschichtungen Implantate Diagnostika Biotreibstoffe Bioenergie Biogas

7 Projektbeispiele einer Kaskaden- und Koppelnutzung Formholzprodukte (TG 1) Herstellung faserverstärkter Rundprofile aus Holz als tragende Bauteile Biomass2Chemicals (TG 2) Herstellung von biogenem Wasserstoff u. Kohlenwasserstoffen aus Holzresten LignoSandwich (TG 3) Ligninbasierte Phenolharzsysteme zur Herstellung von Sandwichelementen Biogas aus Schlempen (TG 4) Erzeugung von Biogas und Biomethan aus Produktionsrückständen Quelle: Daniela Thrän, Bioökonomierat 7

8 8 2. Bioökonomie-Politik international

9 Politische Entwicklung der Bioökonomie 2005 EU-Kommissar Potocnik stellt 1. Programm vor 2007 DECHEMA Cologne-Paper Nationale Forschungsstrategie Nationale Politikstrategie

10 EU: Forschungsprogramm Horizon 2020 Maßgebliche Forschungsbereiche der Bioökonomie 10

11 EU: Biobased Industries Consortium Public-Private-Partnership: 3,8 Mrd. Euro von EU und Industrie Ziel: Neue Wertschöpfungsketten, Leuchtturmprojekte Quelle: Biobased Industries Consortium

12 3. Bioökonomie-Politik im Bund 12

13 Bioökonomie politische Realität Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie Nationale Politikstrategie Bioökonomie Interministerielle Arbeitsgruppe Bioökonomie BMBF, BMEL, BMWi, BMUB, AA, BMVI, BMZ, BMF, BK, regelmäßige Treffen, Versuche der Abstimmung gemeinsame Strategiepapiere neue UA im BMWi: Umwelt-, Klima-, Elektromobilität und Bioökonomie zwei große Konferenzen mit Ministerbeteiligung Bioökonomie zum 2.Mal im Koalitionsvertrag Nutzung von Biomasse Bioenergie (?!?) 13

14 Nationale Forschungsstrategie Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 Forschungsförderung mit 2,4 Mrd. Euro, Handlungsfelder: 14 weltweite Ernährungssicherung nachhaltige Agrarproduktion gesunde Lebensmittel industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe Bioenergie

15 Politikstrategie: 80 Maßnahmen, 8 Handlungsfelder A) Kohärenter Politikrahmen 15 B) Information, ges. Dialog E) Wachstumsmarkt, Technologien D) Erzeugung nachw. Ressourcen Prioritäten C) Ausbildung und Lehre G) Konkurrenz Flächennutzung H) Internationaler Kontext F) Prozesse, Wertschöpfungsnetze

16 Die Mitglieder des Bioökonomierates ( ) Prof. Dr. Daniel Barben Prof. Dr. Wiltrud Treffenfeldt Prof. Dr. Joachim von Braun (Vorsitzender) Dr. Holger Zinke Prof. Dr. Manfred Schwerin Prof. Dr. Christine Lang (Vorsitzende) Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner Prof. Dr. Ulrich Hamm Prof. Dr. Hannelore Daniel Ethik, Konsum, Soziologie 16 Chemie, Biol., Ökologie, Prof. Dr. Regina Birner Prof. Dr. Johannes Vogel Prof. Dr. Daniela Thrän Prof. Dr. Georg Friedrich Backhaus Nicht im Bild: Dr. Léon Broers Prof. Dr. Dr. Reinhard Hüttl Prof. Dr. Folkhard Isermeyer Prof. Dr. Lucia Reisch Forst, Boden, Pflanze, Tier

17 Bioökonomierat Organisatorisch beauftragt Geschäftsstelle berufen 17 Ratsmitglieder bedarfsorientierte Arbeitsgruppen 17 2 Vorsitzende 2 Stellvertreter

18 4. Bioökonomie in den Regionen 18

19 Bioökonomie-Strategien auf regionaler Ebene* Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen Regionen Innovations- und Alleinstellungspotential Aufbau von Netzwerken Betonung auf industrielle Umsetzung Angepasste Forschungsfelder: Biogas, Lignozellulose, Algen Erweiterung des Begriffs der Bioökonomie um Diagnostik und Biopharmazie Forschung zur Verwertung von Abfallnutzung in Bioraffinerien Biopolymere und funktionale Oberflächen (auch für Medizintechnik) Förderschwerpunkt: Bioeconomy Science Center (BioSC) Masterplan Bioökonomie Weser-Ems 2020 Spitzencluster SachsenAnhalt Bioökonomie-Cluster Straubing Regionale Anpassung des Bioökonomie-Konzeptes an lokale Stärken * Deutschland: Zusätzliche (bundeslandunabhängige) Aktivitäten im Rahmen des Bioökonomie-Spitzenclusters in Leuna 19

20 5. Kommunikation, Partizipation und Dialog 20

21 Ausstellung auf der Grünen Woche mit 34 Produkten 21

22 Bürger: Gesellschaftlicher Dialog: in Berlin Kontakte zu Bürgern, Politik etc. 22

23 Gestalten Sie mit! Dr. Patrick Dieckhoff Leiter Geschäftsstelle Bioökonomierat Lützowstr Berlin 030/

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