Fachkräftesicherung in Zeiten des Demografischen Wandels - Handlungsansätze

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1 Fachkräftesicherung in Zeiten des Demografischen Wandels - Handlungsansätze Business Break Bocholt, 25. Mai 2011

2 AGENDA 1. Demografischer Wandel - unvermeidlich und bereits da! 2. Fachkräftebedarf - komplexes Phänomen mit vielen Handlungsoptionen! 3. Wettbewerbsfähig - mit alternden Belegschaften? 4. Was können Unternehmen tun? 5. Was tut die Landesregierung? Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 2

3 1. Demografischer Wandel - unvermeidlich und bereits da!! Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 3

4 Hintergrund: Demografischer Wandel Begriff und Folgen Änderung der Alterstruktur und des Durchschnittsalters der Bevölkerung durch niedrige Geburtenraten, stetig steigende Lebenserwartung und Zu- bzw. Abwanderung. Auswirkungen auf Produktivität, (Fach-)Arbeitskräfteangebot, Öffentliche Haushalte, Soziale Sicherungssysteme, Gesundheitswesen, Infrastrukturen... Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 4

5 Prognose der Veränderung der Bevölkerungszahl in NRW Anteil der unter 25-Jährigen geht - bis 2015 um 12 % zurück, - bis 2020 um 16 % zurück. Anteil der über 59-Jährigen nimmt - bis 2015 um 7 % zu, - bis 2020 um 15 % zu. Quelle: IT.NRW 2010 Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 5

6 Prognose der Veränderung der Alterstruktur in den Kreisen Borken und Kleve [%] Kreis Borken Kreis Kleve NRW Quelle: Bertelsmann-Stiftung / Wegweiser Kommune, eigene Bearbeitung Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 6

7 2. Fachkräftebedarf ein komplexes Phänomen! Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 7

8 Fachkräfte in der Altenpflege Angebot und Nachfrage [Vollzeitäquivalenten] Nachfrage Angebot Quelle: Hackmann, T. (2009) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 8

9 Wie stark ist Ihr Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen? [%] Quelle: ifo Institut: Sonderumfrage im Okt unter den Teiln. Der ifo- Personalleiterbefragung (n=830) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 9

10 Fachkräftesicherung mögliche Ursachen und Folgen Demografischer Wandel steigende technologische Herausforderungen verschärfter globaler Wettbewerb Abwanderung von Fachkräften gesunkenes Interesse an bestimmten Berufen (z.b. MINT) Dämpfung stärkeren Wachstums Verschieben oder Streichen von Investitionen Innovationsfähigkeit Wettbewerbsfähigkeit Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 10

11 Handlungsfelder zur Fachkräftesicherung Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland, 2011 Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 11

12 Landesinitiative zur Fachkräftesicherung NRW (in Planung) Eckpunkte: Partnerschaft zwischen Land, Regionen und den jeweiligen Akteuren Ziele. - Schaffung von Transparenz über Fachkräftebedarf - Entwicklung und Anpassung von Qualifikationen - Verbesserung von Fort- und Weiterbildung und Vermittlung - Verbesserung des Matchingprozesses - Steigerung der Attraktivität von Berufen/Branchen (z.b. MINT, Pflege) - Stärkung der Kompetenz und Attraktivität von KMU Zentrale Inhalte: - Regionales Fachkräftemonitoring - Handlungsplan für die Region Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 12

13 3. Wettbewerbsfähig - mit alternden Belegschaften? Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 13

14 Gründe Jähriger für Beendigung der letzten Tätigkeit (Angaben in Prozent) % Quelle: INIFES (2010) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 14

15 Krankenstand 2010 nach Geschlecht und Altersgruppen Quelle: DAK AU-Daten 20=) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 15

16 Ältere Beschäftigte Zeit für Mentalitätswechsel Altersbedingte Abnahme Kraft und Schnelligkeit Informationsaufnahme und verarbeitung Kurzzeitgedächtnis Resistenz gegenüber Zeitdruck Altersbedingte Stärke Erfahrung, Urteilsfähigkeit Verständnis und Gelassenheit Kommunikative Kompetenz Loyalität und Verantwortung Selbstmotivation Quelle: eig. Darstellung nach Maintz (2000) und Kuhn et al. (1998) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 16

17 Altersabhängige Unfallhäufigkeit in 5 Unternehmen des ÖPNV 1,4 1,2 Unfälle / 100 MA 1 0,8 0,6 0,4 0, Altersklasse Quelle: Eigene Darstellung, Daten nach Ell/Ilmarinen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 17

18 4. Länger gut arbeiten Was können Unternehmen tun? Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 18

19 Beschäftigungsquote Älterer: Steigerung möglich? Beschäftigungsquote Älterer (55-64 Jahre) ist in Deutschland gestiegen, in NRW von ca. 35 % in 2000 auf 51,2 % in Beschäftigungsquote Älterer 2009 Quelle: Eurostat (2011) aber: im EU-Vergleich könnten mehr Ältere beschäftigt werden. Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 19

20 Arbeitsunfähigkeit in ausgewählten Berufen (je Versicherter in 2009) Alternsgerechte Arbeitsgestaltung muss in einer frühen Phase der Erwerbsbiografie einsetzen! Quelle: BKK Gesundheitsreport 2010 Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 20

21 Wirkung von Maßnahmen zur Förderung der Arbeitsfähigkeit Arbeitsfähigkeit (ABI) gut 40 sehr gut Individuelle Gesundheitsförderung, Ergonomische Maßnahmen, verbessertes Führungsverhalten mäßig schlecht Alter (Jahre) Nur individuelle Gesundheitsförderung Keine Maßnahmen Quelle: Illmarinen aus Richenhagen 2008 Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 21

22 Was können Unternehmen tun? Sich attraktiver machen nicht nur für Kunden sondern auch für Beschäftigte Altersstruktur, betriebliche Potenziale und Defizite analysieren, Alternsgerechte Führungs- und Unternehmenskultur entwickeln, Alternsgerechtes Personalmanagement - Altersgemischte Teams bilden, - Gesundheit systematisch fördern und integrieren, - Alternsgerechte Erwerbsbiographien ermöglichen, - Alle Altersgruppen stärker, spezifischer und besser weiterbilden, - Belastungs- und Aufgabenwechsel fördern, Arbeit und Arbeitszeit spezifischer auf Potenziale und Bedürfnisse von Altergruppen ausrichten, Betriebliches Wissen nachhaltig sichern, uvm. Foto: Viva-Barbie on flickr.com (2011) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 22

23 Altersstrukturanalyse - Diagnose vor Therapie Handlungsplan Vorgespräch Informationsworkshop Analysephase Reflexionsworkshop Ermittlung der Ist-Situation der alternsbezogenen Zusammensetzung der Belegschaft Systematische Ermittlung des mittel- bis langfristigen Personalbedarfs Entwicklung von Handlungsempfehlungen und Gestaltungsmaßnahmen für eine demografiefeste Personalentwicklung Nach Richenhagen (2005) und Rimbach (2007) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 23

24 Altersstrukturanalyse Quelle: Rasselstein GmbH Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 24

25 Betriebliche Gesundheitsförderung - Beispiel Verkehrsunternehmen Abbau der Belastungen Förderung der Ressourcen Betriebsbezogene Ansätze Veränderung der Arbeitsbedingungen Mischarbeit Fahrdienstzeitverkürzung Flexiblere Gestaltung der Dienstpläne Technische und ergonomische Verbesserungen am Fahrerarbeitsplatz Angemessene Pausenregelung Änderung der Rahmenbedingungen zur Verbesserung der internen Kommunikation Ausweitung des Handlungs- und Entscheidungsspielraums (z.b. durch Gruppenarbeit im Fahrdienst). Mitarbeiterbezogene Ansätze Anleitung zur individuellen Verhaltensänderung Ausweitung sozialer Kompetenzen Ausweitung beruflicher Qualifikationen Kompetenztraining Quelle: BG Bahnen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 25

26 Arbeitsfähigkeit und Führungsverhalten Gutes Führungsverhalten und gute Arbeit von Vorgesetzten ist der einzige hoch signifikante Faktor, für den eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem 51. und 62. Lebensjahr nachgewiesen wurde. (Quelle: Ilmarinen / Tempel 2002) Quelle: Tuomi/Ilmarinen (1997) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 26

27 Demografiebewusstes Personalmanagement - Grundsatz Setzen Sie demografische Brille auf: Wie wirken sich die praktizierten Personalmaßnahmen im Hinblick auf den demografischen Wandel aus? Können die Unternehmensziele auch bei alternden Belegschaften erreicht werden? Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 27

28 Betriebliche Weiterbildung - viel zu gering Quelle: TNS Infratest Sozialforschung, Adult Education Survey (AES) 2008 Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 28

29 5. Was tut die Landesregierung? Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 29

30 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 30

31 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Demografiekonferenzen in DU, MS, PB, K, DO Vernetzung: Regionale Netzwerke Regionale z.b. in Netzwerke AC, K, westl. und Aktivitäten Ruhrgebiet, Westmünsterland, Märkische Region Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 31

32 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 32

33 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: Förderung innovativer Ansätze, z.b. INNOVA PIA DemoBiB Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 33

34 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Informations- und Servicenetzwerk Demografie Aktiv Online- Eigeninitiative: Beratung Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Ontologie-Tool Good- Practice Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Interaktive Werkzeuge Portal Demografie Aktiv Siegel Demografieaktive Unternehmen Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 34

35 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Management-Werkzeug demografieaktive Regelinstrumente: Unternehmen : Potenzialberatung u. Leitfaden zur Erkundung Bildungsscheck von Handlungsbedarfen Geeignet für Unternehmen aller Größen und Branchen Frei und kostenlos verfügbar Bewerbungsverfahren zum Erwerb eines Gütesiegel der 3 Partner von Demografie-Aktiv Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 35

36 Triparitätische Initiative Demografie Aktiv Regel-Förderinstrumente: Potenzialberatung, z.b. mit Inhaltlichen Schwerpunkten Arbeitsorganisation, Personalentwicklung, demografieaktives Personalmanagement, Gesundheitsmanagement Bildungsscheck: Unterstützung individueller und betrieblicher beruflicher Weiterbildung Fokussierung u.a. auf Ältere in Vorbereitung Regelinstrumente: Potenzialberatung u. Bildungsscheck Vernetzung: Regionale Netzwerke und Aktivitäten Eigeninitiative: Management-Werkzeug demografieaktive Unternehmen Vermarktung: Gemeinsame Dachmarke Service: Informations- und Servicenetzwerk Modellentwicklung: für besondere Bereiche u. Branchen Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 36

37 ESF-Förderinstrument Potentialberatung Ziel: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit. Weg: Mittels externer, beteiligungsorientierter Beratung werden - Erfolgspotentiale und Schwächen ermittelt, - ein verbindlicher Handlungsplan vereinbart, - Umsetzungsschritte eingeleitet. Inhaltliche Schwerpunkte z.b.: - Arbeitsorganisation (Strukturen, Prozesse, Kommunikation) - Personalentwicklung, demografieaktives Personalmanagement - Gesundheitsmanagement Gefördert werden: - Bis zu 15 Beratertage in 2 Zeit-Tranchen in KMU (älter als 5 Jahre) - Anteilsfinanzierung (max. 50 %, max. 500 /Tag, max gesamt) Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 37

38 ESF-Förderinstrument Bildungsscheck Ziel: Verbesserung von Beschäftigungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit durch Unterstützung individueller und betrieblicher beruflicher Weiterbildung Weg: Beratung durch ausgewählte Beratungsstellen Mögliche Bildungsinhalte z.b. - Sprach- und EDV-Schulungen, - Erwerb von Schlüsselqualifikationen, - Medienbildung, Lern- und Arbeitstechniken Förderung: Anteilfinanzierung von max. 50%, höchstens 500 pro Bildungsscheck In Vorbereitung: Fokussierung der Fördervoraussetzungen auf Ältere, befristet Beschäftigte oder Un-/Angelernte auch in größeren Betrieben Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 38

39 Info- und Serviceangebote Demografieportal NRW: - Good Practice, Infos zu Projekten, regionalen Netzwerken, Tools Arbeitsportal NRW: - Infos u.a. zu Bildungsscheck, Potentialberatung Kompetenznetz Moderne Arbeit: - Online-Beratung zu allen Themen rund um Arbeit udn Gesundheit Regionalagentur Münsterland : Regionalagentur Niederrhein: Business Break Bocholt, M. Deilmann, MAIS NRW, Folie 39

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