Wie viel Freizeit am Computer?

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1 Kids und Games Informationsheft Wie viel Freizeit am Computer? Kann zu viel Zeit am Computer schädlich sein? Wie lange sollte ein Kind am Computer zubringen? Was kann man tun, wenn Kinder zu viel Zeit am PC verbringen? In diesem Dokument habe ich Ihnen die wichtigsten Punkte zu diesem Thema aufgeschrieben und gebe Ihnen ein paar Tipps und Hintergrundinformationen, die auch ohne technisches Vorwissen gut zu verstehen sind Lars Espeter 1/5

2 Wie oft, wie lange wie viel Bildschirmzeit ist sinnvoll? Eine Anmerkung gleich vorweg. Computerspiele sollen und dürfen auf gar keinen Fall das Spielen in freier Natur oder auf dem Spielplatz, Brettspiele und Basteln oder das Lesen eines guten Buches ersetzen! Computerspiele sind, genau wie die genannten Beispiele, nur ein Teil des kulturellen Kanons, den ihr Kind kennen lernen muss. Aus diesem Grund und weil Bewegung für Kinder und Jugendliche für deren Gesundheit sehr wichtig ist, sollte die Zeit am PC begrenzt sein. Meiner Meinung nach verbringen Kinder heutzutage auch viel zu viel Zeit vor dem Fernseher. Allerdings finde ich es sinnvoller, wenn Kinder die Zeit vor dem Computerbildschirm verbringen und Lernspiele oder Spiele spielen, in welchen das Lösung von Rätseln und Puzzeln gefordert wird, als dass sie sich passiv stundenlang vom Fernsehprogramm berieseln lassen. Spiele fördern die Lust daran, Dinge aktiv herauszufinden, sich mit Problemen zu beschäftigen und schulen den Umgang mit Formen und Farben sowie logisches Denken. Wenn Sie dieser Aussage gegenüber skeptisch sind, empfehle ich Ihnen, einen Blick auf zwei Spiele zu werfen. Auf finden Sie in der Rubrik 'Spiele' die zwei Spiele Bookworm Jim und Mathemagus. Ersteres beschäftigt sich mit Wortpuzzeln, die das Buchstabieren üben und letzteres führt in die Grundlagen der Mathematik ein und bietet dazu noch Logikpuzzles wie Bilder-Sudokus, Memory-Varianten und Mathematik-Aufgaben. Die Zeit, welche ihre Kinder vor dem PC verbringen sollten, liegt natürlich in ihrem Ermessen und hängt vom Alter ihres Kindes ab. Die Meinungen von Experten hierzu gehen ziemlich weit auseinander. So ächten manche 2/5

3 Experten den Umgang von Kindern mit Computern generell, während die andere Seite des Extrems der Meinung ist, dass Kinder sehr wohl selber entscheiden können, was gut für sie ist. Entsprechende Texte finden Sie auf der Literaturliste auf kidsundgame.com. Ich persönlich denke, dass ein gesundes Mittelmaß die beste Lösung für Sie und die Gesundheit und die soziale Entwicklung ihres Kindes ist. Zeigt ihr Kind schon im Vorschulalter Interesse am Computer, können Sie es ruhig mal zuschauen, selber ein wenig herumprobieren und eventuell, zusammen mit Ihnen, ein Spiel spielen lassen. Allerdings sollte das eine Ausnahme sein und nicht zur Regel werden. Ab dem Grundschulalter kann ein Kind sich durchaus täglich mit dem Rechner beschäftigen. Dabei sollte die Zeit aber nicht mehr als eine halbe bis zu einer dreiviertel Stunde pro Tag betragen. Das pausenlose Starren auf den Bildschirm und der Bewegungsmangel sowie eine sich schnell einstellende ungesunde Sitzhaltung werden so in einem unproblematischen Rahmen gehalten und lassen noch Zeit für andere, ausgleichende Aktivitäten wie Sport, Musikunterricht, Basteln und dergleichen. Eine kurze Anmerkung: Ich habe von einigen Eltern gehört, dass sie ihrem Kind extra einen unbequemen Stuhl vor den Rechner gestellt haben, um das Kind dazu zu bringen, ganz von selbst den Computer Computer sein zu lassen. Ich hoffe, das war ein Scherz. Wenn man als Elternteil zu solchen Mitteln greifen muss, sollte man sich schnell pädagogische Nachhilfe in einer entsprechend geschulten Institution holen... Sitzbälle sind eine wunderbare Alternative zu Stühlen. Sie sind gesund und machen Spaß. Ich konnte selber 3/5

4 einen ausprobieren und werde demnächst umsatteln. Wenn ihre Kinder älter sind, sollten Sie ihnen zunehmend erlauben, selber zu entscheiden, wie viel Zeit sie am PC verbringen. Wenn der PC ihr Hobby geworden ist und sie sich nicht nur mit Spielen und YouTube-Videos beschäftigen, ist es nicht falsch, mehr Zeit zu investieren. Eventuell zeigt sich hier schon eine Affinität zu kreativem Gestalten von digitalen Medien, dem Schreiben von Geschichten oder ähnlichem. Viele meiner Schüler haben so ihre Liebe für das Entwerfen von Fantasiewelten, dem Erstellen von Grafiken und ganzen Spielen schon im Alter von zehn oder zwölf Jahren entdeckt und sich viel Grundwissen angeeignet. Computerspiele und deren Entwicklung werden in den kommenden Jahren auch in Deutschland zu einem bedeutenden und wachsenden Arbeitsmarkt. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter dem Thema 'Ausbildung'. Was macht man aber, wenn die Begeisterung für den PC und Spiele so überhand nehmen, dass ihr Kind sich für nichts anderes mehr Zeit nimmt? Gerade die immer beliebter werdenden Online-Multiplayer-Spiele wie World of Warcraft, Herr der Ringe Online und Guildwars laden durch ihr hohes Unterhaltungspotential und den Austausch und das Spielen mit realen anderen Spielern weltweit zu stundenlangen Spielsessions ein. In einem solchen Fall müssen Sie regulierend eingreifen. Bieten Sie einen Ausgleich wie Sport an und unternehmen sie, wenn es ihre Zeit zulässt, etwas mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter. Wenn ihr Kind darauf nicht eingeht oder sich widersetzt, sollten Sie darüber nachdenken, eine Auszeit vom PC zu erzwingen. Das wird zwar zu einigen bösen Worten führen, aber es geht hier 4/5

5 um die Gesundheit und in vielen Fällen auch um die schulischen Leistungen ihrer Kinder. In ganz extremen Fällen, wenn die Schulnoten abrutschen, ihr Kind mit allen Tricks versucht, dennoch mehr Zeit am Rechner und in virtuellen Welten zu verbringen, als Sie für richtig halten und soziale Kontakte mit Gleichaltrigen im realen Leben so gut wie nicht mehr stattfinden, sollten Sie sich um die Hilfe eines Jugendpsychologen oder eines Medienpädagogen bemühen, der sich mit Ihnen und ihrem Kind zusammensetzt, um eine entsprechende Lösung und vor allem zuerst das eigentliche Problem zu finden. Eine weitere Sache auf die Sie achten sollten, ist die Summe der Zeit, die ihr Kind, egal in welchem Alter, vor dem Computer und dem Fernseher verbringt. Das mag offensichtlich klingen, aber im Alltag übersieht man selbst sehr schnell, wie viel Zeit am Tag man sitzend vor irgendwelchen Bildschirmen verbringt. Acht Stunden im Büro und abends noch zum entspannen etwas Fernsehen nach dem Abendessen bis man ins Bett geht und ehe man sich versieht, hat man bis zu elf Stunden vor einem Flimmerkasten zugebracht. Ob der nun Excel-Tabellen, Textdateien oder einen Krimi zeigt, ist ihren Augen, ihren Muskeln und ihrem Rücken herzlich egal. Lediglich ihr Gehirn wird bei der Arbeit mit dem PC vermutlich etwas mehr trainiert und beansprucht, als beim Fernsehprogramm. Ihren Kindern geht das da nicht anders. Deswegen sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viel Zeit vor den Bildschirmen zusammen kommt. Natürlich kann man die Bildschirmzeit pro Tag auch anders aufteilen. Wenn ihr Kind weniger Fernsehen schaut, kann es durchaus mehr Zeit vor dem PC verbringen und umgekehrt. 5/5

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