Drogengebrauch und pulmonale Komplikationen

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1 Drogengebrauch und pulmonale Komplikationen Christian Zagler II. Interne Lungenabteilung - Norbert Vetter Otto-Wagner-Spital 15. Substitutionsforum - Plattform für Drogentherapie Mondsee 15/4/2012

2 Otto-Wagner-Spital

3 I. (Häufige) Pulmonale Erkrankungen II.HIV assoziierte pulmonale Erkrankungen

4 Chronic Obstructive Pulmonary Disease

5 Definition - Symptome I. Chronischen Husten und II. Auswurf III.Chronischer Auswurf Irreversible Atemwegsobstruktion, typischerweise progredient Emphysem Abnorme Entzündungsreaktion durch Partikel und Gase Extrapulmonale Effekte Vogelmeier C et al, Pneumologie 2007; COPD GOLD Leitlinien 2011

6 WHO 1 - Österreich 65 Mio Menschen leiden an moderater/schwerer COPD 3 Mio Menschen starben 2005 (5% aller globalen Todesfälle) Frauen und Männer gleich betroffen Jede/r 10te ÖsterreicherIn ab dem 40. Lebensjahr 25% milde, irreversible Verengung der Atemwege 1 WHO Fact Sheet 315, Feb 2011

7 Risikofaktoren COPD Stäube im Beruf Inhalativer Tabakkonsum Genetische Prädisposition Bronchiale Hyperreaktivität Allgemeine Luftverschmutzung Störungen im Lungenwachstum Atemwegsinfektionen der Kindheit

8 COPD/HIV/IVDU Blutgasanalyse mit Raumluft SaO2 87% PaO2 51mmHg PaCO2 47 mmhg ph 7,42 Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

9 COPD/nonHIV Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

10 Klassifizierung nach Leichtgradige FEV1 COPD I FEV1/VC <70% ; FEV1 >80% des Solls Mittelgradige COPD II FEV1/VC <70% ; FEV1 <80% und >50% des Solls Schwergradige COPD III FEV1/VC <70% ; FEV1 <50% und >30% des Solls Sehr schwere COPD IV FEV1/VC <70% ; FEV1 <30% des Solls

11 COPD Klassifikation C D 2 FEV A B 1 Exazerbati on 1 0 mmrc 0-1 mmrc 2 CAT <10 CAT 10 Symptome

12 COPD Therapie Reduktion inhalativer Noxen Atemtherapie - Körperliches Training Ernährung Inhalationen - Schulung Theophyllin (Spiegelbestimmung) Mukopharmaka Langzeitsauerstofftherapie Kortikosteroide oral oder intravenös Lung volume reduction LVR Bullektomie Lungentransplantation

13 Pneumonie Ambulant erworbene Pneumonie - Community Aquired Pneumonia/CAP Akute mikrobielle Entzündung des Lungenparenchyms Haupterreger 1 Streptococcus pneumoniae 40-50% Haemophilus influenzae 5-10% Mycoplasma pneumoniae Respiratorische Viren Legionella spp < 5% Staphylococcus aureus Enterobacteriaceae?? 20-25% Höffken et al, S3 Leitlinien CAP 2009

14 Pneumonie Linker Unterlappen, kein Erregernachweis Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

15 Empyem Primärer Erreger bei Pneumonie Klebsiellen Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

16 Abszedierende Pneumonie Positive Blutkultur Streptococcus mitis Koagulase negative Staphylokokken Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

17 CRB 65 Index Confusion Respiratory rate - Atemfrequenz 30/min Blood pressure - Diastole 60mmHg/Systole < 90mmHg 65 - Alter 65 Jahre I. Ab 1 Punkt Stationäre Einweisung in Betracht ziehen II. Ersetzt nicht das klinische Urteil des Arztes/der Ärztin III.Bei ambulanter Behandlung Reevaluierung nach 48 bis 72 Stunden Höffken et al, S3 Leitlinien CAP 2009

18 Leichte CAP/CRB 65=0 ohne Risikofaktoren Keine schweren Begleiterkrankungen Keine Antibiose in den letzten 3 Monaten Stabiler Zustand Amoxicillin po 70 kg 3x1g tgl < 70 kg 3x750mg tgl Azithromycin po 1x 500mg tgl 5-7 d 3 d S pneumoniae/ M pneumoniae Anamnese/Klinische Untersuchung CP Labor - fakultativ Keine Mikrobiologie Clarithromycin po Doxycyclin po 2x 500mg tgl Initial 1x200mg ab Tag 2: 70 kg 1x200mg < 70 kg 1x100mg Reevaluierung der PatientInnen nach 48 Stunden Bei Nichtbesserung stationäre Aufnahme erwägen 5-7 d 5-7 d

19 Leichte CAP/CRB 65=0 mit Risikofaktoren Chronisch internistische Erkrankung (CNI, Herzinsuffizienz u.v.m.) Antibiose in den letzten 3 Monaten BewohnerInnen aus Pflegeheim S pneumoniae/ H influencae/ St aureus/enterobacterien Amoxicillin/ Clavulansäure po Levofloxacin po Moxifloxacin po Cefuroxim- Axetil po 2x 1g tgl 1x 500mg tgl 1x 400mg tgl 2x 500mg tgl 5-7 d 5-7 d 5-7 d 5-7 d Anamnese/Klinische Untersuchung CP Labor Mikrobiologie - fakultativ Reevaluierung der PatientInnen nach 48 Stunden Bei Nichtbesserung stationäre Aufnahme erwägen

20 Pneumothorax Schnellstmögliche Versorgung mit Drainage Institut für Röntgendiagnostik - Otto- Wagner-Spital

21 Die HIV Infektion eine chronische Erkrankung wie z.b. Diabetes mellitus, COPD u.v.m.

22 Rapid test - OTC

23 Tuberkulose Kavernöse Tuberkulose rechts Bronchogene Streuung links Zur Anzeige wird der QuickTime Dekompressor Microsoft Video 1 benötigt. Bronchologe: Dr. Heinrich Haber, II. Interne Lungenabteilung, Otto-Wagner-Spital

24 Pneumocystis jiroveci Pneumonie - PcP Interstitielle Pneumonie (Früher Pneumocystis carinii Pneumonie) Institut für Röntgendiagnostik - Otto-Wagner- Spital

25 Schwere CAP/HIV/IVDU 40 Jahre, männlich V.a. PcP Blutgasanalyse Raumluft: SaO2 40% Legionellen Ag positiv Institut für Röntgendiagnostik - Otto-Wagner- Spital

26 Postexpositionelle Prophylaxe bei HIV HIV Therapie über 4 Wochen zur Verhinderung einer HIV Infektion nach Exposition Standard: Truvada/Kaletra, 2x täglich Beginn: Maximal 72 Stunden nach Exposition (Deutsch-österreichische Richtlinien 2007) Einsatz der antiretroviralen Therapie um eine Infektion zu verhindern

27 Fallbeispiel 20-jähriger Student injiziert sich 4 ml Blut eines HIV-Infizierten. Virusbelastung der Kontaktperson 400c/ml (unter ART) Kommt 22 Stunden später in Ambulanz PEP (4 Medikamente) wird sofort begonnen, initiale Infusion mit AZT Dauer der PEP: 6 Wochen baseline: HIV-Ak negativ nach 1 Tag: HIV-Ak positiv, HIV-PCR negativ nach 43 Tagen: HIV-Ak negativ, HIV-PCR negativ Nach 3 Jahren: HIV Ak negativ, HIV-PCR negativ, keine Serokonversion Aberle J, Schmied B, et al ClD, 2002;35:e26-28

28 Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Hans Haltmayer Ambulatorium Ganslwirt Brigitte Schmied II. Interne Lungenabteilung, OWS Elisabeth Stiefsohn Institut für Röntgendiagnostik, OWS Norbert Vetter II. Interne Lungenabteilung, OWS

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