Studieren in Deutschland Ein Leitfaden für internationale Studierende. 2. Auflage

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1 Studieren in Deutschland Ein Leitfaden für internationale Studierende 2. Auflage Da die in der Broschüre beigelegte CD-ROM im PDF fehlt, empfehlen wir Ihnen den Besuch der Webseiten

2 Herausgeber DAAD Deutscher Akademischer Austausch Dienst German Academic Exchange Service Kennedyallee 50, Bonn (Germany) Referat: Informationen für Ausländer zum Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland, Kampagnen, Internet Projektkoordination Anne Münkel Manuskript Norbert Grust Redaktion, Aktualisierung Dr. Dagmar Giersberg W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld Gestaltung und Satz 1. Auflage LPG Loewenstern Padberg GbR, Bonn Satz 2. Auflage W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld Programmierung und Screendesign snoopmedia GmbH, Bonn Druck Moeker Merkur Druck GmbH, Köln Presswerk MPO Audio und Video GmbH, Köln Auflage September DAAD Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text durchgehend die männliche Form verwendet. Diese Publikation wird aus Zuwendungen des Auswärtigen Amtes finanziert.

3 Studieren in Deutschland 3 Inhalt 6 Einleitung 7 Studieren in Deutschland das Hochschulsystem Überblick über die Hochschularten Studienreform im Zuge des Bologna-Prozesses Internationale Studiengänge 12 Universitäten und gleichgestellte Hochschulen Zulassungsvoraussetzungen Schulische Vorbildung und Eignungstests Praktika und Fremdsprachenkenntnisse Aufbau des Studiums Gliederung des Studiums Studienbeginn und -dauer Lehrveranstaltungen Studienabschlüsse Bachelor und Master Magister Artium Diplom Staatsexamen Promotion Übersichtskarte: Universitäten in Deutschland 20 Fachhochschulen Zulassungsvoraussetzungen Schulische Vorbildung Praktika und Eignungstests Aufbau des Studiums Studienabschlüsse Diplom Bachelor und Master Übersichtskarte: Fachhochschulen in Deutschland 24 Kunst-, Film- und Musikhochschulen Zulassungsvoraussetzungen Schulische Vorbildung Praktika und Eignungstests Aufbau des Studiums Studienabschlüsse Diplom Hochschuleigene Abschlüsse Staatsexamen Meisterschüler/Konzertexamen Bachelor und Master Übersichtskarte: Kunst-, Film- und Musikhochschulen in Deutschland

4 4 Studieren in Deutschland 28 Die Hochschule und ihre Einrichtungen Fachbereiche und Fakultäten Das Akademische Auslandsamt (International Office) Anlaufstation für internationale Studierende StuPa, AStA und Fachschaft Interessenvertretung der Studierenden Rektor, Präsident und Senat Leitung und Verwaltung der Hochschulen 31 Der Weg an die deutsche Hochschule Leitfaden für internationale Studierende 32 Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium Nachweis über eine ausreichende Vorbildung Hochschulzugangsberechtigung Test für Ausländische Studierende (TestAS) Feststellungsprüfung und Studienkolleg Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH) 37 Bewerbung und Einschreibung Bewerbung bei der Hochschule Ihrer Wahl: direkt oder via uni-assist Bewerbung bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) Einschreibung (Immatrikulation) 40 Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen Visum und Aufenthaltserlaubnis Visum zur Studienbewerbung Visum zu Studienzwecken Aufenthaltserlaubnis Finanzielle Voraussetzungen Gesundheitsuntersuchung Arbeiten neben dem Studium 44 Kosten, Gebühren, Förderungsmöglichkeiten Was kostet das Studium? Lebenshaltungskosten Semesterbeitrag und Verwaltungsgebühr Allgemeine Studiengebühren Kranken- und Unfallversicherung Wie kann ich mich finanzieren? Stipendien Staatliche Ausbildungsförderung Nebenjobs

5 Ein Leitfaden für internationale Studieren Deutschland Studierende 5 50 Tipps für den Studienbeginn Wohnmöglichkeiten für Studierende Die ersten Nächte Studentenwohnheime Privater Wohnungsmarkt Studienplanung Studienordnung und Vorlesungsverzeichnis Beratung und Unterstützung Studentisches Leben Studentengemeinden 55 Praktikum in Deutschland 57 Anhang 58 Karte: Hochschulorte in Deutschland 59 Statistik: Internationale Studierende an deutschen Hochschulen 62 Informationen und Tipps Anlaufstellen für die ersten Fragen Literatur 64 Bewertung internationaler Hochschulzugangsberechtigungen 65 Deutsche Schulen im Ausland 66 DAAD Ziele, Aufgaben und Programme des DAAD 68 DAAD-Adressen im In- und Ausland 74 Stichwortverzeichnis

6 6 Studieren in Deutschland Einleitung Die deutschen Hochschulen genießen einen hervorragenden Ruf. Forschung und Lehre geben wichtige Impulse für Innovation und Fortschritt. Modern aus gestattete Hochschulen bieten den Studieren - den optimale Bedingungen für ein erfolg reiches Studium. Die deutsche Hochschullandschaft ist vielfältig: Viele tausend Studiengänge, über 300 Hochschulen und eine Vielzahl unterschiedlicher Abschlüsse bieten Ihnen die Möglichkeit zu einem Studium, das auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Sie können ein wissenschaftlich ausgeprägtes Studium an einer Universität anstreben, ein praxisorien tiertes an einer Fachhochschule oder ein künst lerisches an einer Kunst-, Film- und Musik hochschule. Zahlreiche Studien gänge werden sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen oder Kunsthochschulen angeboten. Sie können auch promovieren oder ein Aufbaustudium absolvieren, wenn Sie bereits ein Studium abgeschlossen haben. Die vorliegende Broschüre stellt die unterschiedlichen Hochschultypen in Deutschland Universitäten, Fachhochschulen sowie Hochschulen für Kunst, Film und Musik vor. Mit freundlicher Unterstützung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wurde die beigefügte CD-ROM zusammengestellt. Sie enthält Informationen aus dem Hochschulkompass der HRK zu grundständigen und weiterführenden Studienmöglichkeiten, zu Hochschuladressen und -porträts sowie Adressen der akademischen Auslandsämter. Die CD-ROM sowie die Broschüre sind ebenfalls auf Englisch erhältlich. Mit diesen umfassenden Informationen möchte der DAAD Sie dabei unterstützen, Ihren Weg an eine deutsche Hochschule zu finden.

7 Ein Leitfaden für internationale Studieren Deutschland Studierende 7 Studieren in Deutschland das Hochschulsystem

8 8 Studieren in Deutschland Überblick über die Hochschularten Wer in Deutschland studieren möchte, kann zwischen mehr als Studiengängen und -fächern an 340 staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen wählen. Im Allgemeinen wird zwischen drei verschiedenen Hochschularten unter schieden: An Universitäten und vergleichbaren Hochschulen sind Forschung und Lehre stark wissenschaftlich ausgerichtet. Manche Hochschulen haben sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert, etwa Technische Hochschulen, Universitäten für Medizin, Sport, Politik, Verwaltung oder Wirtschaft und Pädagogische Hochschulen. Eigene Hochschulen werden zudem von der protestantischen und der katholischen Kirche unterhalten. Fachhochschulen sind anwendungsbezogener als Universitäten. Die Studierenden werden auf konkrete Anforderungen im Berufsleben vorbereitet und beenden ihr Studium in der Regel in kürzerer Zeit. Das Fächerangebot an Fachhochschulen umfasst Bereiche wie Technik, Wirtschaft, IT, Design, Soziales, Pädagogik, Pflege und Naturwissenschaft. Darüber hinaus gibt es Fachhochschulen des Bundes und der Länder, die für Laufbahnen im Öffentlichen Dienst ausbilden. Übrigens Das Hochschulwesen ist in Deu tschland im Wesentlichen Sache der Bun des län der. Jedes der 16 Bun desländer hat seine eigenen Hoch schulgesetze und Richtlinien. (Die Bundesländer sind zum Beispiel auf den Karten auf S. 19 eingezeichnet.) Kunst-, Film- und Musikhochschulen bieten künstlerisch-gestalterische Fächer an etwa Bildende Kunst, Industrie- und Mode-Design, Bühnenbild, Grafik, Instrumentalmusik oder Gesang. An speziellen Hochschulen für moderne Medien werden Regisseure, Kameraleute, Autoren und andere Film- und Fernsehschaffende ausgebildet. Voraussetzung für ein Studium an einer Kunst-, Film- und Musikhoch schule ist besonderes künstlerisches Talent, das durch einen Eignungstest nachzu weisen ist. Damit die Studierenden einen eigenen künstlerischen Stil entwickeln können, genießen sie relativ viele Frei heiten bei der Organisation ihres Studiums und eine intensive Betreuung durch die Dozenten. Neben den staatlichen Hochschulen gibt es private Hochschulen, die vor allem rechts-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fächer anbieten. Private Hochschulen bemühen sich häufig um enge Kontakte zur Wirtschaft, von denen die Studierenden nach Studienabschluss profitieren sollen. Dies hat allerdings seinen Preis: Studienbewerber müssen einen Auswahltest be stehen und jährlich bis zu , Euro Studiengebühren zahlen. Derzeit sind knapp 2,5 Prozent aller Studierenden in Deutsch land an einer privaten Hochschule ein geschrieben.

9 Studieren Das Hochschulsystem in Deutschland 9 Staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen Universitäten Kunst-, Film- und Musikhochschulen Fachhochschulen Anzahl der Universitäten Kunst-, Film- und Musikhochschulen Fachhochschulen Anzahl der Studierenden an Quelle: Hochschulrektorenkonferenz, Stand: Wintersemester 2006/2007 Private Hochschulen benötigen eine staatliche Anerkennung, um Studienab schlüsse anbieten zu können, die denen staatlicher Bildungseinrichtungen gleichwertig sind. Nahezu alle staatlich aner kannten deutschen Hochschulen sind in der HRK- Datenbank registriert. Alle Daten des Hochschulkompasses finden Sie auch auf der CD-ROM anbei. Studienreform im Zuge des Bologna-Prozesses Die deutschen Hochschulen befinden sich in einer Umbruchphase. Um die internatio nale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen in Europa zu stärken, vereinbarten im Jahr 1999 die Regierungen von 29 euro pä ischen Ländern in der italie nischen Stadt Bologna, bis 2010 einen ein heit lichen Hochschulraum zu schaffen. An den Hochschulen der beteiligten Länder sollen vergleichbare Studiengänge und -ab schlüsse eingeführt werden, um die Studienangebote europaweit transparent und kompatibel zu machen. Auf diesem Wege soll die Mobilität der Studierenden gesteigert, die Anerkennung der akademischen Abschlüsse im Ausland erleichtert und der Wettbewerb der Hochschulen um die besten Köpfe gefördert werden. Kernelement des Bologna-Prozesses, dem sich mittlerweile 46 Staaten angeschlossen haben, ist ein zweistufiges Studiensystem mit Hochschulabschlüssen, die in ganz Europa nach den gleichen Kriterien ver geben werden: Bachelor-Studiengänge vermitteln Grund lagen in einem Fach, in Master-Studien gängen kann man Wissen vertiefen oder fächerübergreifend erweitern. Bachelor und Master sollen die herkömmlichen Abschlüsse ablösen. Von der neuen

10 10 Studieren in Deutschland Struktur wird zudem eine stärkere Ausrichtung des Studiums an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ange strebt. Wer keine wissenschaftliche Laufbahn an strebt, hat mit dem Bachelor bereits nach drei oder vier Jahren einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Die Studieneinheiten der neuen Studiengänge sind in Module gegliedert. Ein Modul besteht aus thematisch zusam - menhängen den Veranstaltungen wie Vorle sungen, Seminaren und Übungen und kann sich über maximal zwei Semester erstre cken. Die bisherige Unter teilung in Grund- und Hauptstudium ist auf - gehoben. Für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul erhält man Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS), das die Gesamtbe lastung der Studierenden durch den Arbeitsaufwand, der für einen erfolgreichen Studienabschluss erforderlich ist, bemisst (siehe Kasten S. 16). Weitere Informationen 3 Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit umfassenden Informationen über den Bologna-Prozess 3 Internetseite der Bologna-Nachfolge konferenz in Leuven / Louvain-la-Neuve mit Informationen zum Bologna-Prozess und über den Stand der Umsetzungen in den einzelnen Staaten 3 Internetseite der Hochschulrektorenkonfe renz, eines Zusammenschlusses der staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen in Deutschland, unter anderem mit umfassenden Informationen zum Bologna-Prozess Wer ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, erhält zusätzlich zu den offiziellen Dokumenten über die Hochschulabschlüsse automatisch das Diploma Supplement. Es enthält einheitliche An gaben zu den Hochschulabschlüssen und den damit verbundenen Lernergebnissen. Dadurch soll die Bewertung von akade mischen Abschlüssen sowohl für Studien- als auch Berufszwecke erleichtert und verbessert werden.

11 Studieren Das Hochschulsystem in Deutschland 11 Internationale Studiengänge Um den Interessen internationaler Studien bewerber stärker gerecht zu werden, haben deutsche Hochschulen international ausgerichtete Bachelorund Masterstudiengänge eingeführt, bei denen die Unterrichtssprache meist Englisch ist. Auch in anderen Sprachen wie Spanisch oder Französisch werden Studiengänge oder einzelne Veranstaltungen angeboten. Die International Bachelor, Master and Doctoral Programmes in Germany zeichnen sich durch ein hohes akademisches Niveau und gut strukturierte Studienprogramme aus. Studienbegleitend werden Deutschkurse ange boten sowie eine besonders intensive Betreuung und Studienberatung. Etwa die Hälfte der Teilnehmer dieser Studien gänge stammt in der Regel aus dem Ausland. Das Studium verlängert sich also durch den Aufenthalt an der Partnerhochschule nicht. Bei einigen dieser Studiengänge ist die Integration so weit fortgeschritten, dass die Teilnehmer etwa die Hälfte der Studienzeit an der Partnerhochschule verbringen und die Abschlussdiplome beider Hochschulen erhalten. Voraussetzung für die Aufnahme in ein solches Doppeldiplom programm ist in der Regel eine gute Kenntnis der Unterrichtssprache bzw. der jeweiligen Landessprache. Weitere Informationen 3 international-programmes Datenbank des DAAD mit Informationen zu International Bachelor, Master and Doctoral Programmes Auf der Internetseite des DAAD finden Sie nähere Informationen zu diesen mehr als 600 Kursen. Neben den international ausgerichteten Angeboten deutscher Hochschulen gibt es eine Reihe von gemeinsamen Angeboten einer deutschen Hochschule mit einer Part nerhochschule im Ausland. Wer einen solchen integrierten Studiengang wählt, verbringt eine bestimmte Semes ter anzahl an der Partnerhochschule. Grundlage für den Austausch der Studierenden sind Vereinbarungen von zwei oder mehr Hochschulen. Die an der Partnerhochschule erbrachten Studien leistungen sind auf den Studiengang der Heimathochschule abgestimmt und werden voll angerechnet.

12 12 Studieren in Deutschland Universitäten und gleichgestellte Hochschulen Die Aufgabe der Universitäten besteht in der Pflege der Wissenschaften. Forschung und Lehre sollen sich frei entfalten. Das Studium, welches in der Regel drei bis fünf Studienjahre umfasst, qualifiziert für die Berufswelt, bietet Interessierten aber auch einen Einstieg in die Wissenschaftlerlaufbahn. Der wissen schaftliche Nachwuchs beginnt nach seinem Studienabschluss (in der Regel nach dem Master bzw. Diplom, in Aus nahmefällen nach dem Bachelor) mit der Promotion und über nimmt neben selbstständigen Forschungs aufgaben häufig auch schon erste Lehr verpflichtungen. Neben den klassischen Universitäten, die das gesamte Spektrum wissenschaftlicher Fächer abdecken, gibt es so genannte gleich gestellte Hochschulen. Sie haben ähnliche Anforderungen, sind jedoch auf bestimmte Fächerspektren oder Fach - gebiete spezialisiert: Technische Hochschu len, Medizinische und Pädagogische Hochschulen, Hochschulen für Politik, Verwaltung oder Wirtschaft, Hochschulen der Kirchen. Im Wintersemester 2006/2007 waren an 116 Univer sitäten und ihnen entsprechenden Hoch schulen 1,36 Millionen Studierende ein geschrieben (siehe Abbildung S. 9). Weitere Informationen 3 Internetseite der Zeitung DIE ZEIT mit Ergeb nissen eines umfassenden Hochschulrankings 3 Internetseite der Hochschulrektorenkonferenz mit Informationen zu Studienmöglichkeiten in Deutschland und in ter natio nalen Koopera tionen deutscher Hochschulen 3 Von der Bundesagentur für Arbeit und der Bund- Länder-Kommission für Bildungs planung und Forschungsförderung heraus gegebene Internetseite mit umfassendem Angebot zu Studienmöglichkeiten Zulassungsvoraussetzungen Schulische Vorbildung und Eignungstests Wer in Deutschland die Schule besucht hat und an einer Universität oder ver gleich - baren Hochschule ein Fach oder mehrere Fächer seiner Wahl studieren möchte, benötigt die allgemeine Hoch schul reife. Die allgemeine Hochschulreife (das Abitur) ist der höchste deutsche Schul - abschluss und berechtigt zum Stu dium an allen Hochschultypen. Früher erwarb man das Abitur in der Regel nach dreizehn Schuljahren. Dieses System befindet sich gerade im Umbruch, so dass in ca. fünf Jahren ein Großteil der Schüler das

13 Universitäten und gleichgestellte Studieren in Hochschulen Deutschland 13 Abitur bereits nach zwölf Schuljahren machen wird (zur Zulassung internationaler Studie render vgl. S. 32 f.). Bei zulassungsbeschränkten Fächern gehen die Hochschulen in jüngster Zeit vermehrt dazu über, neben der Auswahl nach Abiturnote auch fachspezifische Eignungstests einzusetzen. Für auslän - dische Studienbewerber gibt es seit 2007 mit TestAS einen allgemeinen Studierfähigkeitstest mit ergänzendem Fachteil für bestimmte, be sonders nachgefragte Disziplinen wie Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften (siehe S. 32). Insgesamt wird erwartet, dass die deutschen Hochschulen in Zukunft stärker qualitative, eignungsbezogene Kriterien bei der Auswahl der Studierenden berücksichtigen werden. Praktika und Fremdsprachenkenntnisse Fachliteratur liegt nicht nur auf Deutsch vor. In fast allen Studienfächern sind daher Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Oft werden Englisch und Französisch vor ausgesetzt, zum Teil auch Kenntnisse in Latein oder für bestimmte Fachrichtungen auch in anderen alten Sprachen wie Altgriechisch. In diesen Fällen können die Sprach nachweise in der Regel im Laufe des Studiums erworben werden. Entsprechende Kurse werden an der Fakultät an geboten. In einigen Studiengängen ist ein Prak tikum Zulassungsvoraussetzung oder Teil des Studiums. Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob dies auch für Ihr Studienfach gilt. Auf der beiliegenden CD-ROM finden Sie die Adressen der Zulassungsstellen an den einzelnen Hochschulen. Aufbau des Studiums Gliederung des Studiums Die Bachelor- und Master-Studiengänge sind in Module gegliedert. Module sind Studieneinheiten, die aus thematisch zusammenhängenden Veranstaltungen wie Vorlesungen, Seminaren und Übungen bestehen. Ein Modul erfordert einen Arbeitsumfang von sechs bis zehn Wo chen - stunden. Für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul erhält man Punkte. Um das Studium abzuschließen, ist eine be stimmte Gesamtpunktzahl erforder lich (siehe Kasten S. 16). Die traditionellen Studiengänge (Magister-, Diplom- und Staatsexamensstudiengänge, siehe S. 17) sind in Grund- und Haupt studium gegliedert. Im Grundstudium werden die inhaltlichen und methodi schen Grundlagen in einem Fach ver mittelt. Der Besuch bestimmter Ver an stal tungen, in denen die Studierenden Leistungs- und Teil nahme nachweise er bringen müssen, ist vorgeschrieben (Pflicht- und Wahl pflicht veranstaltungen). Die bestandene Zwi schen prüfung, auch Diplom-Vor prüfung genannt, berechtigt zur Fortsetzung des Studiums im Hauptstudium. Für manche Studiengänge genügt der Nach weis über den Abschluss des Grund stu diums; eine Zwischen prüfung oder ein Vordiplom ist in diesen Fällen nicht notwendig.

14 14 Studieren in Deutschland Im Hauptstudium ist die Wahlfreiheit größer. Die Studierenden können Schwerpunkte setzen, sich spezialisieren und die für die wissenschaftliche Arbeit erfor derlichen Kompetenzen erlernen. Am Ende des Hauptstudiums steht ein berufsqualifizierender Abschluss, der durch das Ablegen einer umfangreichen Prüfung in schriftlicher und mündlicher Form er langt wird. Studienbeginn und -dauer Das Studienjahr ist üblicherweise in zwei Studienhalbjahre unterteilt, so genannte Semester. Das Wintersemester beginnt in der Regel im Oktober, das Sommersemes ter in der Regel im April. Die Lehrveranstaltungen erstrecken sich üblicherweise über etwa drei Monate im Sommersemester und vier Monate im Wintersemester. Die vor lesungs freie Zeit, auch Semesterferien genannt, ist vorge sehen für Vor- und Nachberei tung der Semester sowie Praktika. Für jedes Studienfach gibt die jeweilige Studienordnung eine Regelstudienzeit vor, in der ein Studium abgeschlossen werden kann oder sollte. In der Regel studienzeit sind Praxis- und Auslands semester sowie die abschließende Prü fungs phase enthalten. Die Regel studienzeit beträgt in den traditionellen Studien gängen neun, in den Bachelor-Studiengängen sechs, in den Master-Studiengängen zwei bis vier Semester. Lehrveranstaltungen An Universitäten gibt es eine Reihe von Veranstaltungsformen, die je nach Studien gang und Hochschule eine unterschied liche Bedeutung haben können. Die folgenden Angaben geben nur einen groben Überblick. Bei Vorlesungen referiert ein Hochschullehrer über ein bestimmtes Thema. Die Studierenden können sich durch die Lektüre von Texten auf die einzelnen Veranstaltungen vor be reiten bzw. diese nachbereiten (Lite ra tur listen sind üblich). Für die Teilnahme an den Vorlesungen können Nach weise ausgestellt werden. In manchen Fächern wird am Semesterende eine Klausur geschrieben, in der das in der Vorlesung vermittelte Wissen ab gefragt wird. Seminare und Kurse bieten Studierenden die Möglichkeit, unter Anleitung von Hoch schullehrern wissenschaftliche Fra ge stellungen zu bearbeiten. Referate, Dis kus sionen mit den Kommilitonen und dem Dozenten sowie Nachbesprechungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Um einen Leistungsnachweis ( Schein ) zu erwerben, müssen die Studierenden ein Referat halten, eine Hausarbeit oder eine Klausur schreiben. An manchen Hochschulen dienen Seminare und Kurse der Vertiefung und Anwendung von Lehrinhalten einer Vorlesung. Da diese Veranstaltungen von der Beteiligung der Teilnehmer leben, sollen sie in Kleingruppen stattfinden. In manchen Fächern ist der Andrang jedoch so groß, dass eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich ist.

15 Universitäten und gleichgestellte Studieren in Hochschulen Deutschland 15 Ein Tutorium dient der Vertiefung der Inhalte, die in Vorlesungen oder Semi na ren vermittelt werden. Tutorien sind Veranstaltungen, die von Studierenden (Tutoren) in fortgeschrittenem Semester geleitet werden. Im Unterschied dazu wird eine Begleitveranstal tung unter der Leitung eines Hoch schullehrers, Dozenten, Assistenten oder wissenschaftlichen Mitarbeiters auch Übung genannt. Veranstaltungen, in denen sich Studie rende in der Abschlussprüfungsphase aus tauschen, werden oft als Kolloquium be zeichnet. Dort können die Teilnehmer ihre laufenden Arbeiten vorstellen und mit einem Fachpublikum diskutieren. In manchen Fächern bieten Repetitorien Studierenden die Möglichkeit, unter An leitung von Hochschullehrern Studieninhalte zu wiederholen und sich gezielt auf die Abschlussprüfung vorzubereiten. Repetitorien werden auch von Fachleuten angeboten, die nicht an der Hochschule angestellt sind. Teilweise werden Exkursionen angeboten, die in manchen Fällen mehrere Wochen dauern können. und mit messtechnischen Apparaten um zugehen. Wer Medizin studiert, muss in der Regel in der unterrichtsfreien Zeit des Studiums ein mehrmonatiges Praktikum (Famulatur) in Krankenhäusern, Arzt praxen und ähn lichen Einrichtungen ableisten. Am Ende des Studiums steht das Praktische Jahr in einem Krankenhaus. Viele Hochschulen haben Online-Lehrmodule entwickelt, die die herkömmlichen Lehrveranstaltungen ergänzen. Die Studierenden nehmen an Vorlesungen und Seminaren über das Internet teil und beteiligen sich daran durch eigene Beiträge. Die Veranstaltungen werden als Streams aufgezeichnet und können jederzeit ab gerufen werden. Mittlerweile können auch komplette Studiengänge online absol viert und mit anerkannten akademischen Graden abgeschlossen werden. Weitere Informationen 3 Von Bund und Bundesländern initiiertes Online-Portal, das einen Überblick über Internet-Studiengänge und -Lehrveranstal tungen gibt In vielen Studiengängen ist es Pflicht, Praktika in privaten Betrieben, bei städ tischen oder kulturellen Einrichtungen zu absolvieren. Sie werden von Hochschullehrern betreut und sollen den Studierenden helfen, sich beruflich zu orientieren. In vielen naturwissenschaftlichen Fächern sind theoretische und experimentelle Ausbildung eng miteinander verbunden. Zum Beispiel lernen die Studierenden im Labor unter Anleitung von wissenschaftlichen Mitarbeitern chemische Stoffe zu analy sieren, Synthesen durchzuführen

16 16 Studieren in Deutschland Studienabschlüsse An deutschen Hochschulen wird es voraussichtlich bis 2010 noch zwei Struk turen nebeneinander geben: auf der einen Seite die traditionellen, auslaufenden Stu diengänge, die mit Diplom oder Magis ter Artium abschließen, auf der anderen Seite das neue Stufensystem mit Bachelor und Master. In manchen Fachgebieten gibt es Ausnahmen oder sind abweichende Rege lungen zu erwarten. Es kann also vorkommen, dass Sie bei einem Studienfach die Wahl zwischen mehreren Abschlüssen haben. Bedenken Sie, dass Sie mit dem Bachelor schon nach drei bis vier Jahren einen international vergleichbaren, berufsqualifizierenden Hochschulabschluss erwerben können. Bachelor und Master Der Bachelor ist in den angelsächsischen Ländern der übliche Titel für den ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde der Titel nun auch an deutschen Hoch schulen eingeführt. Um den Bachelor zu erwerben, muss man im Laufe des Studiums je nach Studienordnung 180 bis 240 Credit Points sammeln. Das Bachelor-Studium ist so angelegt, dass Studierende mit etwa 40 Arbeits stunden pro Woche und 45 Arbeitswochen im Jahr das Studium in der Regelstudienzeit ab schließen können. Wer sich nach dem Bachelor weiter spezialisieren möchte, kann ein Master-Studium beginnen entweder direkt nach dem Bachelor oder nach einigen Berufsjahren. Der gewählte Studiengang sollte in enger Beziehung zum Bachelor-Fach stehen. Die Hochschule kann Auskunft über die Studienfächer geben, deren Abschluss einen Zugang zum Master eröffnet. Für den Master sind 60 bis 120 Credit Points erforderlich. In der Masterarbeit zeigen die Studierenden, dass sie den wissen schaft lichen Anforderungen ihres Fachs ge wach sen sind. Der Master ist in etwa vergleichbar mit einem Universitätsdiplom, Magis ter oder Staatsexamen. Credit Points nach dem ECTS Die Beurteilung von Leistungen in Bachelor- und Master-Studiengängen erfolgt nach dem European Credit Transfer System (ECTS). Das ECTS bemisst die Belastung der Studieren den durch den Arbeitsaufwand, der für einen erfolgreichen Studienabschluss erforderlich ist einschließlich des Auf wands für die Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen, für Leistungsnachweise und die Vorbereitung auf Prüfungen. Die erbrachten Leistungen werden benotet und gehen in die Abschlussnote ein. Ein Leistungspunkt auch Credit Point oder ECTS-Punkt genannt entspricht 30 Arbeitsstunden. Die Studiengänge sind in der Regel so aufgebaut, dass man 30 Credits pro Semester erreichen muss, um das Studium innerhalb der Regelstudienzeit abschließen zu können.

17 Universitäten und gleichgestellte Studieren in Hochschulen Deutschland 17 Magister Artium Der Magister Artium bescheinigt ein er folgreich abgeschlossenes geistes-, kultur- oder auch sozialwissenschaftliches Stu dium, das verschiedene Fächerkom bi na tionen zulässt. Die Abschlussprüfung erfolgt in einem Hauptfach und zwei Neben fächern oder zwei Hauptfächern, die die Stu dieren den selbst aus wählen. Neben einer Ma gis terarbeit werden schriftliche und münd liche Prü fun gen abgelegt. Wer das Studium mit guten Ergebnissen ab schließt, hat die Möglichkeit, zu promo vieren (siehe Promotion ). Diplom Das Diplom bescheinigt den erfolgreichen Studienabschluss in natur-, ingenieur-, wirtschafts- und erziehungswissenschaftlichen Fächern sowie in Sport. Am Ende des Studiums stehen eine Diplomarbeit sowie münd liche und schriftliche Prüfungen. Das Diplom qualifiziert für Berufe in Industrie und Wirtschaft und ist wie der Magister titel ein akademischer Grad, der zur Promotion berechtigt (siehe Promotion ). Staatsexamen Wer Medizin, Jura, Pharmazie oder auf ein Lehramt studiert, schließt sein Stu dium in der Regel mit dem Staatsexamen ab. Das Staatsexamen ist eine Prüfung, die vor einem staatlichen Prüfungsausschuss abgelegt wird. Da die Absolventen oft in den Staatsdienst wechseln, sind die Inhalte des Studiums und der Prüfung gesetzlich geregelt. Das erste Staatsexamen besteht meist aus einer theoretischen Prüfung, die mit den akademischen Examina vergleichbar ist. Das zweite Staatsexamen schließt eine berufsbezogene praktische Aus bil dungs phase im Anschluss an das Studium ab. Auch internationale Studierende können das Staatsexamen ablegen. Sie sollten aber prüfen, ob Sie damit Ihren angestrebten Beruf im Heimatland ausüben können. Promotion Der Doktortitel ist der höchste akademische Grad. Er gilt als Nachweis dafür, dass Sie zu eigenständiger wissenschaftlicher Forschung imstande sind. Die Promotion ist der Einstieg in die wissenschaftliche Laufbahn, in einer Reihe von Fächern auch ein wichtiges Plus für Karrieren außerhalb der Wissenschaft. Sie umfasst eine Forschungsarbeit (Dissertation), die neue wissenschaftliche Erkennt - nisse enthält, sowie eine mündliche Prüfung (Rigorosum) oder eine Vertei digung der Arbeit (Disputation). Nach Erwerb des Doktorgrades können Sie den Doktortitel als Namenszusatz tragen. Eine Promotion dauert je nach Fachgebiet etwa zwei bis fünf Jahre. Wer promovieren möchte, muss ein wissen schaftliches Studium mit über durchschnittlichen Leistungen ab ge schlossen haben. Auch Inhaber eines Bachelor- Grades können in Ausnahme fällen zur Promotion zugelassen werden, wenn sie die Eignung in einem speziellen Verfahren nachgewiesen haben.

18 18 Studieren in Deutschland Zudem müssen Sie jemanden finden, der Ihre Promotion betreut einen Doktor vater oder eine Doktormutter. Bedenken Sie, dass kein Hochschullehrer dazu verpflichtet ist, Sie als Doktoranden anzunehmen. Es ist daher wichtig, sich frühzeitig zu informieren, zu welcher Hochschule Sie mit Ihrem Forschungsinteresse am besten passen. Eine gute Übersicht gibt der Hochschulkompass der Hoch schul rektorenkonferenz (www.hochschul kompass.de). Alternativ dazu können Sie Ihre Promotion an einem Graduiertenkolleg ablegen. Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Universitäten zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie geben Promovierenden die Möglichkeit, ihre Disser tation in ein umfassendes For schungs - programm einzubetten. Das Programm wird von mehreren Wissen schaftlern getragen und ist oft interdis ziplinär ausgerichtet. Studienprogramme sollen die individuellen Forschungs vorhaben der Kollegiaten ergänzen und den wissen schaft - lichen Austausch gezielt fördern. Auf der Homepage der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finden Sie eine Liste mit den aktuell geförderten Graduiertenkollegs (siehe Weitere Informationen ). Auch für Doktoranden gibt es Angebote, die in besonderem Maße auf die Bedürfnisse ausländischer Interessenten zugeschnitten sind. Diese bieten eine intensive fachliche und außerfachliche Betreuung, ein meist englischsprachiges Begleitcurriculum und in vielen Fällen auch besondere Fördermöglichkeiten. Ein international ausgerichtetes Profil haben zum Beispiel die Internationalen Promotions programme (IPP) von DAAD und DFG oder die International Max Planck Research Schools (IMPRS, www. mpg.de). Sie bieten besonders begabten deutschen und ausländischen Studierenden die Möglichkeit, sich an wissen schaftlichen Exzellenzzentren im ganzen Bundesgebiet auf hohem akade mischen Niveau und in engem Kontakt zu den betreuenden Hochschul lehrern auf die Promotionsprüfung vorzubereiten. Einige Bundesländer haben überwiegend englischsprachige Graduate Schools gegründet, die im Unterschied zu den Graduiertenkollegs dauerhafte Einrichtungen der jeweiligen Universität sein sollen. Dort genießen hoch qualifizierte Nachwuchs forscher aus dem In- und Ausland eine intensive individuelle Betreuung ihrer Dissertation. Weitere Informationen 3 forschung/promotion Informationen des DAAD über Promotions möglichkeiten in Deutschland; Literaturhinweise und weiter führende Links 3 international-programmes Datenbank des DAAD mit Informationen zu International Doctoral Programmes 3 Informationen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Informationen über Graduiertenkollegs; erst Förderung anklicken, dann Koordinierte Programme

19 Universitäten und gleichgestellte Studieren in Hochschulen Deutschland 19 Universitäten in Deutschland Flensburg Weingarten Friedrichshafen Konstanz Kiel Schleswig- Holstein Lübeck Rostock Greifswald Bremen Oldenburg Bremen Hamburg Hamburg Lüneburg Mecklenburg- Vorpommern Brandenburg Aachen Bonn Trier Köln Vallendar Koblenz Oestrich- Winkel Siegen Mainz Marburg Gießen Frankfurt a.m. Darmstadt Kaiserslautern Mannheim Saarland Heidelberg Saarbrücken Speyer Bruchsal Landau Karlsruhe Lahr Freiburg Weilheim- Bierbronnen Vechta Osnabrück Münster Bielefeld Nordrhein- Westfalen Bochum Paderborn Duisburg Dortmund Essen Wuppertal Witten-Herdecke Hagen Kassel Düsseldorf Rheinland- Pfalz St. Augustin Oberursel Hannover Fulda Göttingen Ludwigsburg Stuttgart Schwäbisch Gmünd Hohenheim Tübingen Niedersachsen Hessen Baden- Württemberg Hildesheim Würzburg Ulm Braunschweig Clausthal- Zellerfeld Weimar Erfurt Thüringen Jena Ilmenau Bamberg Erlangen Eichstätt Benediktbeuern Potsdam Friedensau Magdeburg Augsburg Halle Bayreuth Nürnberg Neuendettelsau Bayern Ingolstadt Regensburg München Sachsen- Anhalt Leipzig Berlin Berlin Frankfurt/O. Cottbus Dresden Zittau Freiberg Chemnitz Passau Sachsen

20 20 Studieren in Deutschland Fachhochschulen Mit der Gründung von Fachhochschulen (FH) reagierten die Bundesländer Ende der 1960er und Anfang der 70er Jahre auf den wissenschaftlich-technischen Fortschritt mit neuen Anforderungen an das Qualifikationsniveau der zukünftig Berufs - tätigen. Die Fachhochschulen sollten die Lücke zur Berufswelt schließen, indem sie wissenschaftlich fundierte Ausbildungen anbieten, die auf die praktischen Aspekte des Berufslebens zugeschnitten sind. Weitere Informationen 3 Privates Informationsportal mit einer systema tischen Übersicht über die Studiengänge an Fachhochschulen in Deutschland 3 Von der Bundesagentur für Arbeit und der Bund- Länder-Kommission für Bildungsplanung und For schungsförderung herausgegebene Internetseite mit umfassendem Angebot zu Studienmöglichkeiten Das Studium ist durch eine Verbindung von wissenschaftlichem Anspruch und hohem Praxisbezug gekennzeichnet. Die Studierenden erhalten in Praxissemestern die Gelegenheit, die in den Lehrveranstaltungen erworbenen Kenntnisse in Betrieben oder anderen Einrichtungen zu erproben. Da das Studium möglichst schnell auf eine berufliche Tätigkeit vorbereiten soll, ist es relativ straff organisiert. An den 157 staatlichen und staatlich anerkannten Fachhochschulen werden derzeit etwa Studierende ausgebildet. Fächerangebot der Fachhoch schulen An Fachhochschulen werden weniger Fächer angeboten als an Universitäten. Die Schwerpunkte liegen in den Be reichen Wirtschaft, Ingenieurwesen, Gestaltung, Soziale Arbeit und Pflege.

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