Risikomanagement. Anforderungen und Umsetzung bei mittelständischen Unternehmen. Folie 1. Stand: Dezember 2007

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1 Risikomanagement Anforderungen und Umsetzung bei mittelständischen Unternehmen Stand: Dezember 2007 Folie 1

2 Inhalt Gesetzliche Regelungen Bedeutung von Risikomanagement Leitlinien für die Gestaltung eines Risikomanagementsystems Risikoidentifikation / Risikoinventur Risikobewertung Risikosteuerung Risikoüberwachung Organisation des Risikomanagements Fazit / Ausblick Folie 2

3 Gesetzliche Regelungen 91 Abs. 2 AktG Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden. Alle deutschen Aktiengesellschaften sind dadurch zur Implementierung eines Risikomanagementsystems verpflichtet Aufgrund der Sorgfaltspflicht einer ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsführung erfolgt mittelbar Verpflichtung zur Errichtung eines Risikomanagementsystems für GmbHs, Personengesellschaften und öffentliche Unternehmen = Ausstrahlungswirkung Prüfung des Risikomanagementsystems durch Abschlussprüfer nur bei börsennotierten Aktiengesellschaften ( 317 Abs. 4 HGB) erforderlich Folie 3

4 Bedeutung von Risikomanagement Ermöglicht wesentliche Risikopotentiale frühzeitig zu erkennen und damit Handlungsspielraum der Geschäftsführung zu erhöhen Chancen und Risiken können angemessen abgewogen werden Kann im Schadensfalle eines behaupteten Organisationsverschuldens eine erheblich entlastende Wirkung entfalten Folie 4

5 Leitlinien für die Gestaltung eines Risikomanagementsystems (RMS) Auf wesentlichen Faktoren für Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens konzentrieren Risikomanagement (RM) im Controlling errichten spart Kosten und wertet Controllingfunktion auf RM verschafft Geschäftsführung Informations- und Zeitvorsprung RM erhöht die Qualität der Unternehmenssteuerung Folie 5

6 Risikoidentifikation / Risikoinventur Vor erstmaliger Risikoinventur gemeinsames Risikoverständnis schaffen Risikoverständnis an gesetzlicher Intention vom RM ausrichten Risiko = signifikante Abweichung von angestrebten Unternehmenszielen Somit bei Risikoidentifikation alle Ereignisse erfassen, die das Unternehmen daran hindern seine Ziele zu erreichen bzw. seine Strategien erfolgreich umzusetzen Bei Einbezug möglicher positiver Abweichungen von den Zielen werden gleichzeitig mögliche Chancen erfasst Die Leitung Risikoidentifikation wird Idealerweise von einem Mitarbeiter der Controllingabteilung übernommen Folie 6

7 Risikoidentifikation / Risikoinventur Hilfsmittel für Risikoidentifikation sind Risikochecklisten sie decken alle denkbaren Risikokategorien ab wie z.b. Gesellschaftliche Risiken Marktrisiken Sicherheitsrisiken Personalrisiken Absatzrisiken Finanzwirtschaftliche Risiken Checkliste dient als universelle Grundlage und wird an unternehmensspezifische Gegebenheiten angepasst Auf die Risikoidentifikation aufbauend RM als permanenten Prozess implementieren und mit bestehenden Managementsystemen verknüpfen. Folie 7

8 Risikoidentifikation / Risikoinventur Bei erstmaliger Risikoinventur folgende Fragen klären Welche Risiken sollten Gegenstand eines RMS sein? Wie gelingt eine möglichst vollständige und sachgerechte Risikoidentifikation? Welche Informationen zu den erkannten Risiken müssen erfasst werden? Worin bestehen geeignete Methoden zur Risikobewertung? Wie werden die erkannten Risiken augenblicklich gesteuert? Wie ist die Risikotragfähigkeit des Unternehmens einzuschätzen? weiter Vorgehensweise bei Risikoidentifikation nach Top-Down Ansatz gestalten 1. Unternehmensleitung identifiziert wesentliche Risiken bezogen auf Unternehmensziele 2. in den einzelnen Unternehmensbereichen wesentliche Risiken aus Bereichszielen ableiten Folie 8

9 Risikoidentifikation Risikoinventur IV Nachdem Risiken den Zielen zugeordnet wurden Bewertung der Risiken nach Relevanzklasse vornehmen Klasse 1 Hohe Bedeutung Risiko bedroht Zielerreichung auf Bereichebene und unmittelbar ein strategisches Unternehmensziel Klasse 2 Mittlere Bedeutung - Risiko bedroht Zielerreichung auf Bereichebene gefährdet aber nicht unmittelbar ein strategisches Unternehmensziel Klasse 3 Geringe Bedeutung - Risiko bedroht Zielerreichung auf Bereichebene in untergeordnetem Umfang Weitere Risikoanalyse wird auf Risiken der Relevanzklassen 1 und 2 begrenzt Folie 9

10 Risikoidentifikation Risikoinventur V Nur überschaubare Anzahl an Risiken kann sinnvoll durch RMS gesteuert werden und findet Akzeptanz bei Mitarbeitern im Unternehmen Daher maximal 20 Risiken identifizieren Vermeidung von Risikoinflation durch Begrenzung der Anzahl der in die Risikoidentifikation einbezogenen Personen auf die Führungskräfte der Unternehmensbereiche Konzentration der Projektleitung auf die Identifizierung, Steuerung und Überwachung der wesentlichen Risiken Durchführung einer exakten Risikoanalyse zur Abgrenzung echter Risiken Folie 10

11 Risikobewertung Qualitative Bewertung Schadenshöhe/Intensität der Auswirkung (unbedeutend bis bestandsgefährdend) Eintrittswahrscheinlichkeit (unwahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich) Quantitative Bewertung Aggregation/Zusammenlegen der Risiken im Hinblick auf die Erreichung der Unternehmensziele Bestimmung monetärer und nicht-monetärer Messgrößen Monetär = Umsatz (Umsatzausfall), Kosten (Mehrkosten, Liquidität (Liquiditätsverlust) etc. Nicht monetär = Marktanteil, Kundenzufriedenheitsindex, Fluktuation etc. Folie 11

12 Risikobewertung Bruttobewertung das grundsätzliche Bedrohungspotenzial des Unternehmens wird zum Ausdruck gebracht somit wird offensichtlich, worauf im Unternehmen die Schwerpunkte der Risikosteuerung zu legen sind Nettobewertung Gegenüberstellung der Risiken aus Bruttobewertung mit bereits bestehenden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen Durch Nettobewertung wird die aktuelle Risikolage bemessen sowie Eignung und Angemessenheit der bestehenden Maßnahmen zur Risikosteuerung Folie 12

13 Risikosteuerung Aktive Beeinflussung der im Rahmen der Risikoidentifikation und bewertung ermittelten Risikopositionen Steuerungsmaßnahmen zielen auf Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit (Präventivmaßnahmen) oder auf Begrenzung der Risikoauswirkungen (z. B. Versicherungen) Ziel ist, die Risikoposition des Unternehmens zu optimieren und Risikopotenziale auszuschalten Folie 13

14 Risikoüberwachung Veränderungen in der Risikolage des Unternehmens auch ohne Wiederholung einer vollständigen Risikoinventarisierung frühzeitig aufzeigen Unabhängige Validierung der Risikobewertung durch Fachbereiche Konzept der Risikotreiber als Frühwarnsystem Risikotreiber sind unternehmensinterne oder externe Faktoren, die die Entstehung oder das Ausmaß der identifizierten Risiken wesentlich beeinflussen Wirkung kann sowohl risikofördernd als auch risikomindernd sein Laufende Überprüfung und Einschätzung der Risikotreiber auf informelle Weise oder durch systematische Bewertung und Auswertung über ein Scoring-System Festlegung eines Schwellenwertes, der entsprechend der verfolgten Risikostrategie nicht überschritten werden darf Folie 14

15 Organisation des Risikomanagements Integration der Elemente eines Risikomanagementsystems in die Aufbau- und Ablauforganisation Aufbauorganisation Geschäftsführung Risikomanagement ist Bestandteil der Sorgfaltspflicht Überwachung der Wirksamkeit und Ordnungsmäßigkeit Controlling Trägt Gesamtverantwortung für Planungsprozess Integration der Risikoinformationen in bestehende Methode der Plan-Ist- Abweichungen Schaffung einer Frühwarnung für Planabweichungen Risikoverantwortliche Operatives Management trägt eigentliche Verantwortung für Umsetzung des Risikomanagements in Unternehmensbereichen und prozessen Übernahme der Verantwortung für die Bewertung, Beobachtung und Steuerung der ihrem Funktionsbereich nach dem Verursachungsprinzip zugeordneten Risiken Folie 15

16 Organisation des Risikomanagements Ablauforganisation Folie 16

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