Verhalten bei nicht materialgerechter Holzbauplanung Erfahrungen und Folgen

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1 Verhalten bei nicht materialgerechter Holzbauplanung Erfahrungen und Folgen Hanspeter Kolb Leiter Kompetenzbereich Holzbau, Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur Dozent für Holzbau, Bauphysik und Brandschutz VGQ Technikertag,

2 BFH AHB Biel, Burgdorf Ausbildung Weiterbildung Forschung und Entwicklung (F & E) Dienstleistungen für Dritte Prüfstelle In Biel: Alles rund um das Thema Holz

3 BFH AHB Biel, Burgdorf: Aus- und Weiterbildung Holzbau-Vorarbeiter, Holzbau-Poliere, Zimmermeister Techniker HF Holz Bachelor (Architektur, Holztechnik, Bauingenieurwesen) Master (Holztechnik) Total ca. 800 / 350 (Biel) Studierende Nachdiplomstudien (CAS; ca. 100 Teilnehmende / Jahr) Holzbau, Bauphysik, Brandschutz, Tragwerke, Unternehmensführung Tagungen, Seminare, Workshops (ca. 1'500 Teilnehmende / Jahr)

4 BFH AHB Biel: F&E Forschungs- und Entwicklungsprojekte (ca. 80) Dienstleistungen, Expertisen und Mandate (ca. 270) Öffentliche & private Partner (ca. 220) Mitarbeitende (ca. 110) (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeitende, Assistentinnen, Master-Studierende)

5 BFH AHB Biel, Burgdorf: F&E 3 Institute (ab ) Institut 1: Werkstoffe und Holztechnologie Leitung: Dr. Frédéric Pichelin ahb.bfh.ch/wh Institut 2: Holzbau, Tragwerke und Architektur Leitung: Andreas Müller ahb.bfh.ch/hta Institut 3: Siedlungsentwicklung und Infrastruktur Leitung: Martin Stolz ahb.bfh.ch/si

6 Institut 2: Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur Tragstrukturen Andreas Müller Bauphysik und Energie Andreas Müller Fenster-, Türen- und Fassadentechnik Urs Uehlinger Bauen im Bestand und Denkmalpflege Andreas Müller Integrierte Planung und Produktion Eduard Bachmann Marktforschung und Baumonitoring Birgit Neubauer-Letsch Holzbau Hanspeter Kolb Total ca. 60 Mitarbeitende

7 Einführung Marcus Vitruvius Pollio: Zehn Bücher über Architektur Buch 1: Ausbildung des Architekten und architektonische Grundbegriffe; Das Anlegen von Städten 3 Grundanforderungen: Firmitas Festigkeit Utilitas Nützlichkeit Venustas Schönheit Fachgerechte, dauerhafte und konstruktiv korrekte Umsetzung Bestmögliche Einhaltung der Nutzungsanforderungen Gute Gestaltung 7

8 Gestaltung konstruktive Umsetzung die grosse Herausforderung 8

9 Gestaltung konstruktive Umsetzung die grosse Herausforderung 9

10 Gestaltung konstruktive Umsetzung die grosse Herausforderung 10

11 Früher war alles besser 11

12 Nicht materialgerechte Holzbauplanung??? Problemzonen Holzbau: Biologischer Baustoff: Anisotrop Hygroskopisch Abbaubar Brennbar Leicht 12

13 Nicht materialgerechte Holzbauplanung??? 13

14 Die Wurzel aller Übel: Das Wasser 14

15 Die Wurzel aller Übel: Das Wasser 15

16 Die Wurzel aller Übel: Das Wasser 16

17 Die Wurzel aller Übel: Das Wasser 17 Foto: ELSBau Bauberatung Diepoldsau Foto: ELSBau Bauberatung Diepoldsau

18 Die Wurzel aller Übel: Das Wasser 18

19 Das Übel bei den Hörnern packen Wasser in allen möglichen Aggregatszuständen von (Holz)-Bauten fernhalten Material korrekt auswählen und einsetzen Planerischer und konstruktiver Grundsätze einhalten Horizontale und beregnete Flächen vermeiden Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten Korrekte Planung und Ausführung aller Anschlüsse Einhaltung bauphysikalischer Grundsätze (Luftdichtheit / Diffusion) 19

20 Material korrekt auswählen Verantwortung Wer ist für die Materialwahl verantwortlich? SIA : Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten 6 2 HAFTUNG FÜR MÄNGEL 6 21 Grundsatz Art Der Unternehmer haftet dafür, dass sein Werk keine Mängel im Sinne von Art. 166 aufweist. 2 Er haftet ohne Rücksicht auf die Ursache des Mangels (z. B. unsorgfältige Arbeit, Verwendung untauglichen Materials, eigenmächtiges Abweichen von Plänen und Vorschriften der Bauleitung) und unabhängig vom Verschulden. Vorbehalten bleiben Art. 166 Abs. 4 (Verschulden des Bauherrn oder der Bauleitung) und Art. 171 Abs. 2 (Schadenersatzpflicht des Unternehmers nur bei Verschulden). 20

21 Material korrekt auswählen Verantwortung Wer ist für die Materialwahl verantwortlich? SIA : Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten 6 2 HAFTUNG FÜR MÄNGEL 6 22 Begriff des Mangels Art Mangel des Werkes im Sinne dieser Norm ist nur eine Abweichung des Werkes vom Vertrag (sei es ein "Mangel" oder eine "sonstige Abweichung vom Vertrag" gemäss Art. 368 OR). 2 Der Mangel besteht entweder darin, dass das Werk eine zugesicherte oder sonstwie vereinbarte Eigenschaft nicht aufweist; oder darin, dass ihm eine Eigenschaft fehlt, die der Bauherr auch ohne besondere Vereinbarung in guten Treuen erwarten durfte (z.b. Tauglichkeit des Werkes für den vertraglich vorausgesetzten oder üblichen Gebrauch). 21

22 Material korrekt auswählen und einsetzen Nicht materialgerecht - oder konstruktiver Mangel 22

23 Material korrekt auswählen und einsetzen Spritzwasserschutz; a 300 mm Quelle: dataholz.com Bauteilanschlüsse Sockel_Leitdetails 23

24 Material korrekt auswählen RF1- Bauteile (Brandschutzvorschriften 2015) Gebäude mittlerer Höhe ( 30 m) Ausführung der Treppenhauswände REI 60 RF1 Quelle: Ivan Brühwiler; Josef Kolb AG 24

25 Material korrekt auswählen Beispiel RF1- Bauteile (Brandschutzvorschriften 2015) 25

26 Material korrekt auswählen Beispiel RF1- Bauteile (Brandschutzvorschriften 2015) RF3 R F 3 RF 3 RF 3 R F 3 RF3 Bauteile (R)EI 30-RF1 oder (R)EI 60-RF1 (R)EI 30-RF1 oder (R)EI 60-RF1 Bekleidung mit K 30-RF1 Zwischenräume RF1 ausgefüllt Keine Installationen Korrekte Anschlüsse 26

27 Planerische und konstruktive Grundsätze einhalten Spritzwasserschutz; a 300 mm Quelle: DIN ;

28 Planerische und konstruktive Grundsätze einhalten Spritzwasserschutz; a 300 mm Quelle: DIN ;

29 Planerische und konstruktive Grundsätze einhalten Tragende Holzbauteile schützen Schutz vor Witterung und aufsteigender Feuchte Verschleiss- und Sperrschichten einbauen 29

30 Horizontale und beregnete Flächen vermeiden 30

31 Horizontale und beregnete Flächen vermeiden 31

32 Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten 32

33 Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten Quelle: Gebäudehülle Schweiz: Merkblatt Abdichtungsanschlüsse an Tür- und Fensterelementen 33

34 Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten 34

35 Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten Quelle: SIA

36 Klare und bewusste Konzipierung der wasserführenden Schichten Materialwahl Ausführung Wasserabfluss 36

37 Korrekte Planung und Ausführung aller Anschlüsse? 37

38 Korrekte Planung und Ausführung aller Anschlüsse Wasserabfluss? 38

39 Korrekte Planung und Ausführung aller Anschlüsse 39

40 Korrekte Planung und Ausführung aller Anschlüsse 40

41 Bauphysikalische Grundsätze einhalten 41

42 Bauphysikalische Grundsätze einhalten Vorsicht bei speziellen Rahmenbedingen 42

43 Die Herausforderungen 43

44 Realität in der Praxis Vorgaben / Verhalten der Planer: Die Entwürfe sind nicht immer materialgerecht Die Materialien werden zu wenig genau definiert Verantwortung wird an Unternehmer abgeschoben Der Billigste erhält den Zuschlag; Qualität ist zweitrangig Reaktion der Unternehmer: Hat keine Zeit (z.b. für Kontrolle oder genauere Abklärungen) Übernimmt Aufgaben der Planer (quasi kostenlos) Übernimmt die Verantwortung (oft ohne Rückendeckung) 44

45 Das Übel an der Wurzel packen Vorgaben / Rahmenbedingungen kritisch hinterfragen Normgerecht ja/nein Grenzen ausloten Fachkompetenz zeigen Auftritt als Berater Kritische Themen in der Nutzungsvereinbarung klären Abmahnungspflicht wahrnehmen Aufgaben und Lebensdauer von Bauteilen und Bauteilschichten klar definieren Systemtrennung bewusst fordern Klare Trennung zwischen tragenden Bauteilen und Bekleidungen (Verschleissschichten) 45

46 Holzbauten sind dauerhaft und flexibel im Alter 46

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