Die Schöpfung. von Roland Schimmelpfennig. Ein sonniger Morgen. Eine Schauspielerin putzt sich nach dem Aufstehen die Zähne.

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2 Die Schöpfung von Roland Schimmelpfennig Ein sonniger Morgen. Eine Schauspielerin putzt sich nach dem Aufstehen die Zähne. Mit dieser Zahnbürste putze ich mir jeden Morgen die Zähne. Eigentlich müsste ich eine elektrische Zahnbürste nehmen, aber ich habe keine, und deshalb nehme ich diese. Diese einfache. Ohne Strom. Dann geht sie in die Küche, um Kaffee zu trinken. Da sitzt schon ihre Mitbewohnerin, ebenfalls Schauspielerin, aus der Schweiz, bekannt und berühmt, beim Frühstück. Guten Morgen. Guten Morgen. Und dann sagt die deutsche Schauspielerin zu ihrer Mitbewohnerin: Weisst du was? Nein, was denn? Lass uns heute etwas ganz besonderes machen. Lass uns heute etwas von grosser Schönheit schaffen. Das ist eine wunderbare Idee. Das ist eine wirklich sehr gute Idee. An was denkst du denn, was sollen wir denn machen? Naja, antwortet die andere, wir könnten damit anfangen, dass wir ein grosses Loch graben. Ein grosses Loch: was für eine schöne Idee. Ja?, fragt die deutsche Schauspielerin, findest du wirklich? Ja. Unbedingt. Das ist gut. Wir graben ein gigantisches Loch, und dann tun wir Dinge hinein. Wir füllen das Loch mit Gold. Wir füllen das Loch mit Gold und Silber. Wir füllen das Loch mit Gold und Silber und mit Diamanten. Das Loch geht tief unter den Meeresspiegel. Die beiden Frauen füllen das Loch mit Gold, Silber, Diamanten und mit Supermärkten und Ladenketten und Restaurants und Marmor. Und auf das Loch drauf bauen die beiden noch einen Bahnhof mit sehr guten Verbindungen überall hin. Alles glänzt. Schön.Wir haben ja gesagt, wir machen etwas schönes heute. Die beiden Kolleginnen sitzen da und trinken Kaffee und überlegen, was sie als nächstes machen könnten. Vor Begeisterung rauchen sie eine Zigarette nach der anderen. Weisst du, was wir machen? Wir graben noch ein Loch und füllen es mit Wasser. Das ist eine sehr gute Idee. Wir bauen einen See. Mit Schiffen auf dem Wasser. Um den See herum errichten die beiden Frauen eine ganze Stadt. Es gibt alles. Büros, Geschäfte. Telephone. Märkte. Was für eine schöne Idee. Inzwischen haben die beiden Frauen den Kaffee ausgetrunken. Und die Bahnhofstrasse und Seilbahn, die Universität und das Theater sind auch fertig. Schön. Ist schön geworden. Das sieht gut aus, das sieht richtig gut aus.

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30 Sie denken an Theater. Wir auch an Engagement. Saison 07/ 08 Investment Banking Private Banking Asset Management Die Credit Suisse ist Partner des Schauspielhauses Zürich mit den Spielstätten Pfauen und Schiffbau. Und dies seit Neue Perspektiven. Für Sie.

31 Premieren Wiederaufnahmen Gastspiele 62 Ein Sommernachtstraum William Shakespeare Koproduktion mit den Salzburger Festspielen Regie: Christian Weise Premiere: 13. September 2007, Pfauen 63 Ödipus Ein Projekt nach Sophokles Regie: Matthias Hartmann Premiere: 15. September 2007, Schiffbau Halle 1 64 Don Juan Molière Regie: Werner Düggelin Premiere: 29. September 2007, Pfauen 71 Der Kaufmann von Venedig William Shakespeare Regie: Stefan Pucher Premiere: Februar 2008, Pfauen 72 Der Idiot nach Fjodor Dostojewski Regie: Alvis Hermanis Premiere: März 2008, Schiffbau Halle 2 73 Macbeth William Shakespeare Regie: Sebastian Nübling Premiere: März 2008, Pfauen Uraufführung: Der Besuch der alten Dame Rimini Protokoll Regie: Haug / Kaegi / Wetzel Pfauen Kabale und Liebe Friedrich Schiller Regie: David Bösch Pfauen pool (no water) Mark Ravenhill Regie: Matthias Hartmann Schiffbau Halle 2 81 Eine neue Arbeit William Forsythe Eine Produktion der Forsythe Company Oktober 2007, Schiffbau Halle 1 82 Le Bazar du Homard Jan Lauwers & Needcompany Regie: Jan Lauwers November 2007, Schiffbau Halle 2 83 Quartett Heiner Müller Eine Produktion der Salzburger Festspiele Regie: Barbara Frey Januar 2008, Schiffbau Halle 1 65 Die Glasmenagerie Tennessee Williams Regie: Samir Premiere: Oktober 2007, Pfauen 66 Biologie der Angst Uraufführung Schorsch Kamerun Regie: Schorsch Kamerun Premiere: November 2007, Schiffbau Halle 2 67 Memorial Uraufführung Installation von William Forsythe Premiere: November 2007, Schiffbau Halle 1 68 Tartuffe Molière Regie: Matthias Hartmann Premiere: Dezember 2007, Pfauen 69 Miss Sara Sampson Gotthold Ephraim Lessing Regie: Niklaus Helbling Premiere: Januar 2008, Pfauen 70 Die Ratte Uraufführung Justine del Corte Regie: Roland Schimmelpfennig Premiere: Januar 2008, Schiffbau Halle 2 74 Call Cutta in a Box Rimini Protokoll Regie: Haug / Kaegi / Wetzel Premiere: April 2008, Innenstadt 75 Meyerhold Uraufführung Peter Brook / Marie-Hélène Estienne nach Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold Regie: Peter Brook Premiere: April 2008, Schiffbau Halle 2 76 Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Edward Albee Produktion des St. Pauli Theater Hamburg Regie: Wilfried Minks Premiere: April 2008, Pfauen 77 Hier und Jetzt (Arbeitstitel) Uraufführung von Roland Schimmelpfennig Regie: Jürgen Gosch Premiere: April 08, Schiffbau, Halle 1 78 A Clockwork Orange nach Anthony Burgess Regie: David Bösch Premiere: Mai 2008, Schiffbau Halle 2 The Iron Curtain Star Stefan Pucher / Rolf Dieter Brinkmann Regie: Stefan Pucher Pfauen Warten auf Godot Samuel Beckett Regie: Matthias Hartmann Pfauen Hamlet William Shakespeare Regie: Jan Bosse Schiffbau Halle 1 Der Gott des Gemetzels Yasmina Reza Regie: Jürgen Gosch Pfauen 1979 Christian Kracht Regie: Matthias Hartmann Schiffbau Halle I 84 La Seconde Surprise de l amour Pierre Carlet Chamblain de Marivaux Eine Produktion des Théâtre Vidy-Lausanne Regie: Luc Bondy April 2008, Pfauen Projekte Kurze Nacht der Komplizen Theorie, Performance, Film & Workshops in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theorie (ith) Leitung: Gesa Ziemer November 2007, Schiffbau Halle 1 86 Ver-rückte Schweiz: die 1990er Geschichte für ZeitgenossInnen, von und mit Lukas Bärfuss, Martin Heller und Kurt Imhof November 2007 Ausserdem 79 Major Barbara George Bernard Shaw Regie: Peter Zadek Premiere: Juni 2008, Pfauen 87 Junges Schauspielhaus 88 Mitarbeiter/innen 80 Cinderella in einer Bearbeitung von Peter Raffalt Familienstück ab 6 Jahren Regie: Annette Raffalt Premiere: November 2007, Pfauen 94 Abo- und Serviceteil

32 Premieren 62 Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen Regie: Premiere: Christian Weise 13. September 07, Pfauen Ein Misston mischt sich in die Harmonien dieser Sommernacht. Dabei ist sie doch gestimmt auf Verliebtheit, denn sie geht der Vermählung Theseus voran: Herrscher Athens und Bräutigam im besten Alter, an seiner Seite die Amazone Hippolyta, die er im Kampf bezwungen und nun domestiziert hat. Bis zu ihrer Vermählung soll Ordnung herrschen, und daher befiehlt Theseus zwei jungen Paaren, die sich unentwegt finden und verlieren, ihre Gefühlsverstrickungen zu entwirren. Auch die vergessene, doch vitale Geisterwelt des Götterpaares Oberon und Titania wird in dieser Nacht von Unruhe beherrscht. Zwischen den beiden rumort ein eifersüchtiger Streit um einen Schützling, ein indisches Kind ein Zwist, der ihr flirrendes Gefolge aus Elfen und Kobolden bei ihren Begegnungen hinter den Büschen in Deckung gehen lässt. Durch die Metamorphosen des Begehrens gerät die Ordnung ins Wanken. Und in diese nächtlichen Irrungen, in das Spiel aus Attraktion und Reaktion, geraten ein paar liebenswert prosaische Rüpel, die sich zur Kunst berufen fühlen. Und von denen einer die Nacht seines Lebens erlebt. Es ist, so spricht Shakespeare am Ende der Komödie in Gestalt des Puck zum Publikum, ein Stück von Torheit und Verrücktheit, das nicht mehr hergibt als ein Traum. Was für ein Traum dies war und wer sie waren in diesem Traum, dafür fehlen den Figuren nach ihrem Erwachen die Worte. Und so soll sich in den abgründigen Zauber dieses Spiels auch eine andere Sprache des Theaters mischen ein Spiel mit Puppen und Tänzern, Akrobaten und Musik, auf dass die Welt der Geister wieder unter uns weile.. 63 Ödipus Ein Projekt nach Sophokles Regie: Matthias Hartmann Premiere: 15. September 07, Schiffbau Halle 1 Er ist ein beneidenswerter Mann: Als von den Göttern gesegneter Held herrscht Ödipus über die Thebaner. Ihm war es leicht gefallen, das tödliche Rätsel der Sphinx vor den Toren der Stadt zu lösen. Die menschenfressende Rätselsängerin stürzte sich von den Felsen, und Ödipus erhielt zum Dank die Hand der verwitweten Königin. Doch nun stöhnt die Stadt nach glücklichen Jahren erneut vor Unglück, gemartert von einer Pest-Epidemie und zeichenhaften Missgeburten. Ödipus lässt das Orakel befragen, und die Diagnose ist eindeutig: Das Dunkel um die Ermordung des letzten Königs Laios muss aufgeklärt werden, die ungesühnte Blutschuld ist es, die auf der Stadt lastet. Erst wenn der Mörder gestellt und bestraft ist, wird die Stadt genesen. Mit seinem zupackenden Temperament macht sich Ödipus an die Lösung dieses neuen Rätsels und beginnt mit der Inquisition der Zeugen. Doch was soll das aggressive Gemunkel, das Theiresias, der Seher, ihm auftischt? Und was kann die ungeheuerliche Aussage Kreons anderes sein als die Intrige eines Neiders seines Thrones? Hatte Ödipus nicht alles richtig gemacht, als er in Ehrfurcht vor einem warnenden Orakel - spruch aus Delphi seiner Heimat den Rücken kehrte? Wenige Stunden bringen es an den Tag und machen aus dem strahlenden König den unglücklichsten Verbrecher. Sein unablässiges Fragen bringt ihn zu der unausweichlichen Erkenntnis: Er ist ein Vatermörder, ein Blutschänder. Das Geheimnis seiner Herkunft und das Geheimnis um die Ermordung des Laios verstricken sich mit perfider Perfektion zu grausamstem Schicksal. Grausamer noch, denn es erweist sich als selbst gewählt. Das 2400 Jahre alte Drama war bereits für Aristoteles der «Musterfall einer Tragödie»..

33 64 Don Juan von Molière Regie: Premiere: Werner Düggelin 29. September 07, Pfauen Don Juan, Atheist und schamloser Verführer, hat Elvira aus dem Kloster geraubt, sie geheiratet und wieder verlassen. Weder ihr Hass noch ihre Vergebung können Don Juan zur Rückkehr bewegen. Im Gegenteil, er macht den Bäuerinnen Charlotte und Mathurine den Hof, um sie dann gegeneinander auszuspielen. Er verspottet einen gottesfürchtigen Bettler ebenso wie seinen Gläubiger, der nie Geld erhält. Die Warnungen und Drohungen der von ihm Betrogenen, die ihn an das Strafgericht Gottes erinnern, schlägt er in den Wind. Nachdem die Kritik seines Vaters an seinem Lebenswandel zunächst von ihm ignoriert wird, täuscht er diesem reumütig die innere Umkehr und die Hinwendung zur Religion vor. Aber Sganarelle, seinem Diener, gibt er sich als Heuchler zu erkennen. Und Sganarelle hat grosse Angst vor der Rache des zürnenden Himmels. Diese erfolgt, nachdem der furchtlose Don Juan die steinerne Statue eines kürzlich von ihm getöteten Komturs zum Abendessen einlädt. Don Juan wird von der sich öffnenden Erde verschlungen. Von Sganarelle als Dämon, Häretiker und Epikuräer bezeichnet, werden die negativen Züge Don Juans bei Molière durch seinen Esprit, seine Eleganz und rhetorische Gewandtheit, nicht zuletzt auch durch seinen Mut und seine Kühnheit gemildert. Nach der Uraufführung 1665 entbrannte um das Stück heftiger Streit. Die Interpretation des Stoffes galt als zu zeitkritisch. Der mächtige und vom Hof unabhängige Don Juan verlachte als Freigeist Monogamie und Religion und wurde zu einer gesellschaftlich und ideologisch unkontrollierbaren Figur. Mit Billigung des Königs wurde «Don Juan» in zensierter Form fünfzehn Mal gespielt. Danach verschwand die Komödie vom Spielplan und wurde zu Lebzeiten Molières auch nie gedruckt.. 65 Die Glasmenagerie von Tennessee Williams Regie: Premiere: Samir Oktober 07, Pfauen Welches Gewicht haben Träume? Sind sie hinfälliger oder stärker als wir selbst? Die Familie Wingfield, oder besser: das, was von ihr übrig ist, ist eine Gemeinschaft von Verlierern. Mutter Amanda erhielt von ihrem Mann einst eine Postkarte mit dem knappen Text: «Hallo! Leb wohl!» und lebt seitdem nur noch in ihren Erinnerungen den Erinnerungen einer besseren Jugend. Ihre hübsche, aber leicht behinderte Tochter Laura hat sich aus der äusseren, sozialen Welt zurückgezogen und widmet sich stattdessen mit Hingabe einer Sammlung von Glastieren. Und ihr Bruder Tom bringt die Familie mit stupider Lagerarbeit durch, verbringt die Nächte ausser Haus, säuft, geht ins Kino und träumt davon, ein Schriftsteller zu sein. Weil jeder von den anderen gehindert wird, das Leben, das er gerne führen will, zu leben, leben sie in ihren Träumen. Als Tom eines Tages seinen Kollegen Jim mitbringt, bricht für einen kurzen, heissen Abend eine andere Wirklichkeit ein. Die unterschiedlichen Begehrlichkeiten der drei Wingfields heften sich an den attraktiven jungen Mann, der für jene Utopie steht, von der alle drei schon so lange ausgeschlossen sind: den amerikanischen Traum. Mutter Amanda arrangiert ein peinlich übertriebenes Abendessen für Jim. Und bei einem unschuldigen Tänzchen zwischen Jim und Laura zerbricht Jim aus Unachtsamkeit das gläserne Einhorn, das Laura so teuer ist. Ein Drama über Ausgesteuerte und Abgehängte, das trotzdem eine ganze Gesellschaft abbildet. Ein Drama über Träume, die zu Ideologien werden, über Lügen, die die überlebten Lebensformen konservieren helfen und die Schwachen ins Gefängnis ihrer Träume bannen. Am Ende bricht Tom Wingfield aus diesem Gefängnis aus, um Schriftsteller zu werden. Für Tennessee Williams war «Die Glasmenagerie» der Druchbruch als Dramatiker..

34 66 Uraufführung Biologie der Angst von Schorsch Kamerun Regie: Schorsch Kamerun Premiere: November 07, Schiffbau Halle 2 Alles war fair angekündigt. Man hatte ihnen gesagt, sie müssten bestimmte Stufen erreichen, einige Zeitabstriche machen und dann mit den erlernten Fähigkeiten den Weg nur noch sauber zu Ende bringen. Bemühen müsse man sich schon, aber dafür gebe es im Gegenzug eine beruhigende Lebenssicherung. Sie würden ausreichend Lohn erhalten, wenn sie von den Rackerfeldern kämen, deren gemässe Bestellung sie erlernt hatten. So lautete das Angebot des Hofes: Akzeptiere die vorgelegten Spuren, dafür kümmern wir uns um die Verwaltung (und gar Unterhaltung). So liessen sich nach und nach die Träumchen verwirklichen: Hungern und frieren müssen nur noch die, welche anscheinend nicht so richtig wollen. Die breite Mehrheit in den gesicherten Gebieten lebt jetzt ohne existenzielle Not. Und doch wird niemand satt. Trotz Erreichung des Angestrebten stellt sich keine rechte Erlösung ein. Im Gegenteil, Panik steigt auf. Und die Angst von heute ist aus - gerechnet die anvisierte Freiheit von gestern! Hirnforscher erklären das mit dem fehlenden Aussenskelett, welches früher klare Rahmen - bedingungen gab. Der heutige Unverortete erschöpft sich in seiner Möglichkeits-Flatrate. Er soll neben der (neuerdings zudem ungesicherten) Hauptaufgabe, seiner «humanen Ressource», nun zusätzlich die eigene Persönlichkeit mit auf den Verdrängungsmarkt werfen. Depressionen, Panik- und Angststörungen sind die sprunghaft zunehmenden Folgen. 67 Uraufführung Memorial Installation von William Forsythe Premiere: November 07, Schiffbau Halle 1 «I am not where you think I am» William Forsythe zitierte einst Roland Barthes in einem Interview. Tanz und Choreografie sind für Forsythe keine Bereiche, die er besetzen und verteidigen will, sondern Begriffe, die sich andauernd wandeln und sich von ihrer gestern noch gültigen Bedeutung ständig entfernen. Besonders gut erfahrbar war dies bei den choreographischen Installationen, die Forsythe für das Schauspielhaus Zürich erarbeitet hat. Mit der Videoinstallation «City of Abstracts» machte Forsythe 2005 den Passanten im Hauptbahnhof zum Tänzer. Nur wer aktiv wurde, sich bewegte, konnte seinen vom Computer modulierten Bewegungsfluss auf der grossen Leinwand sehen. Bei «Human Writes» fand man Forsythe und seine Company nebst 20 Tänzern aus Zürich beim Arbeiten. Mit den grössten Schwierigkeiten und unter Mithilfe des Publikums wurden die Artikel der «Erklärung der Menschenrechte» mit schwarzer Kohle auf 60 grosse, mit weissem Papier bedeckte Tische gebracht. War bei «City of Abstracts» die körperliche Aktivität des Zuschauers erforderlich und bei «Human Writes» seine Mitarbeit erwünscht, so konzentrierte sich 2006 die Teilnahme bei «Heterotopia» auf das Beobachten und Zuhören. Untersucht und entworfen wurden Welten mit unbegreif - baren, aber fassbaren Sprachen, Welten, in denen die Veränderung im Wahrnehmen wichtiger ist als die Aussage der Rede. Wozu wird William Forsythe Sie im November 07 verführen? Wir wissen nur: Er wird nicht sein, wo wir ihn vermuten.. Diesen bedrohlichen Vorgang will Regisseur Schorsch Kamerun endlich mit einer Versuchsanordnung nachstellen. Er wird einen Querschnitt aus Mitmachern, Gaffern, Darstellern, Lärmschlägern, Leisetretern, Profis und Laien in ein adäquates Therapierennen quer durch die Halle 2 schicken. Angst spielen gegen die Ängste. Danach weht hoffentlich ein anderer Wind..

35 68 Tartuffe von Molière Regie: Premiere: Matthias Hartmann Dezember 07, Pfauen Es herrscht Alarmstimmung im Haushalt Orgons: der gut betuchte Bürger hat in der Kirche einen Bettler aufgelesen und in sein Haus eingeladen. Tartuffe, der seine zerschlissenen Kleider hier rasch gegen neue eintauscht, erscheint Orgon wie eine Erlöserfigur, ein Heiliger. Tartuffe lässt es sich gefallen und sich mästen. Er trinkt den Wein schon zum Frühstück und erteilt der gesamten Familie Ratschläge in Sachen moralischer Lebensführung. Es ist der reinste Karneval: Während Tartuffe seine Rolle bis ins Detail auskostet und Orgons Naivität an grenzenlose Dämlichkeit grenzt, ist es das Personal, das ihn am deutlichsten durchschaut und klare Worte spricht. Dabei gibt sich Tartuffe als fundamentalistischer Frömmler, der kaum in Richtung eines Dekolletés der Damen sehen mag. In Wahrheit hat der Lüstling ein begehrliches Auge auf Orgons Frau Elmire geworfen. Orgons Verblendung ist dagegen ungetrübt. In seiner grotesken Schwärmerei will er Tartuffe sogar mit seiner Tochter Mariane verheiraten, um ihn an sich zu binden, statt diese wie versprochen Valère zur Frau zu geben. Gekränkt durch den empörten Widerstand der Familie treibt er es noch weiter er setzt Tartuffe als Erben ein und überschreibt ihm Haus und Hof, alles mit Brief und Siegel. Als Elmire der Kragen platzt und sie ihrem Mann die Heuchelei des salbadernden Hausfreundes vor Augen führt, indem sie scheinbar auf dessen anzügliche Avancen eingeht, geht dem Patriarchen endlich ein Licht auf. Doch Tartuffe, der sich beim König sein notariell bescheinigtes Recht auf Orgons hübsches Heim bestätigen lässt, will die Familie kurzerhand vor die Tür setzen. Aber dieses Drama um Maske und Täuschung wäre keine Komödie, wenn im fünften Akt nicht ein Kommissar des Königs das Wort ergreifen würde.. 69 Miss Sara Sampson von Gotthold Ephraim Lessing Regie: Premiere: Niklaus Helbling Januar 08, Pfauen Ein heruntergekommener Gasthof in England. Kaum angemessen dem entflohenen Liebespaar, Sara Sampson und Mellefont, die sich hier eingemietet haben. Doch sie sind auf dem Weg nach Frankreich, wo sie sich vermählen wollen. Den Flüchtenden auf der Spur ist der sorgenvolle Vater Saras, Sir William. Und auch die ehemalige Geliebte Mellefonts mit dessen unehelichem Kind ist eingetroffen, um die Rivalin vor der geplanten Eheschliessung wieder aus dem Felde zu schlagen. Das ist, nebst einigen treuen Bediensteten, das Personal des dramatischen Zusammentreffens. Alles keine makellosen Helden wohltemperierter Zurückhaltung. Weder zeigt sich Sara Sampson in tugendhafter Unschuld noch ist Mellefont von unantastbarem Edelmut seine Ver - gangenheit war den Eitelkeiten und Intrigen des Hofes gewidmet. Doch selbst Sir William hält den Verführer seiner Tochter für «mehr unglücklich als lasterhaft». Er ist gekommen, um seiner Tochter und deren Zukünftigem tränenreich Vergebung anzubieten. Mitgefühl und Verständnis sind das Gebot der Stunde. So gibt sich auch Mellefont, endgültig zu einem ehrbaren Leben an der Seite Saras entschlossen, nachgiebig, als ihn seine ehemalige Geliebte vor dem Abschied um einen letzten Gefallen bittet: dessen zukünftiger Braut gegenüberzutreten, wenn auch ohne sich zu erkennen zu geben. Ist es wirklich klug von ihm, die beiden Frauen bei ihrem tête-à-tête allein zu lassen zumal die ehemalige Geliebte immer ein Fläschchen Gift im Gepäck führt? «Miss Sara Sampson» ist das erste bürgerliche Trauerspiel, eine Gattung, für die Lessing das Wort «Empfindsamkeit» erschuf. Über die Uraufführung 1755 wusste ihr Autor zu berichten, dass «die Zuschauer vier Stunden wie Statüen sassen und in Thränen zerflossen»..

36 70 Uraufführung Die Ratte von Justine del Corte Regie: Roland Schimmelpfennig Premiere: Januar 08, Schiffbau Halle 2 Stellen Sie sich vor, Sie machen Urlaub in New York und Ihre Schwester, die dort lebt, stellt Ihnen in ihrer Abwesenheit ihre Wohnung zur Verfügung. Schauen Sie in die Schränke Ihrer Schwester? Schauen Sie sich die Unterwäsche Ihrer Schwester an? Und was, wenn Sie dort eine Designer-Unterhose finden, die Sie sich als Teenager gekauft haben, die dann verschwand, und für deren Verschwinden Sie schon immer Ihre Schwester in Verdacht hatten, die aber hartnäckig alles abgeleugnet hat. Die schwangere Isabell macht mit ihrem Mann Richard Urlaub in New York. In der Wohnung ihrer Schwester Maria, die darauf bestanden hat, dass die beiden nicht in ein Hotel gehen. Noch am Abend ihrer Ankunft taucht aber Maria mit ihrem Mann Nick unerwartet wieder in der Wohnung auf. Und hat den Urlaub von Isabell und Richard bereits minutiös geplant. «Die Ratte» ist eine Komödie über die Verletzungen, die Menschen sich in der Familie zufügen, über das Problem, dem Leben einen Sinn zu geben, wenn die Welt keinen mehr hat, über richtige und falsche Tacos, über passiv-aggressive Mütter, die die Mailbox vollquatschen, über Unabhängigkeit und über vier Wachteln namens Ödipus, Iokaste, Ismene und Antigone, die verteufelt stinken, keine Eier legen und aus diesem Grunde notgeschlachtet werden sollen. Man ahnt, wohin das alles führen müsste, tauchte da nicht eine Ratte auf, die plötzlich klar macht, was Familie einmal gewesen sein muss: eine Schutz- und Trutzgemeinschaft gegen die Bedrohungen der Wildnis. Justine del Corte, geboren 1966 in Mexiko, ist Schauspielerin, Theaterund Drehbuchautorin. Sie lebt in Berlin. «Die Ratte» ist die erste Inszenierung eines Stückes von Justine del Corte am Schauspielhaus Zürich.. 71 Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare Regie: Premiere: Stefan Pucher Februar 08, Pfauen Einen Schuldschein auf ein Pfund seines eigenen Fleisches ohne Bedenken unterschreibt Antonio diesen existenziellen Vertrag mit dem Juden Shylock. Er verschafft so seinem verschuldeten Freund Bassanio ein Darlehen. Denn sein eigenes Vermögen hat der reiche Kaufmann in Übersee investiert und mit Bedacht auf mehrere Schiffe verteilt. Bassanio will sich mit dem erhaltenen Darlehen als vornehmer Mann von Welt ausstaffieren und Portia, der Herrin von Belmont, einer zweifellos teuren Adresse auf dem Land, die Heirat antragen. Ist Geld hier das Mass aller Dinge? Zumindest scheint im arkadischen Belmont der Weg zur Liebe auch über den Reichtum zu führen. Das Rätselspiel um die Hand Portias verbirgt sich in drei kleinen Schatzkistchen, aus Gold, aus Silber und aus Blei. Nur wer das richtige wählt, in dem ein Bild von Portia verborgen ist, bekommt ihre Hand und ihre Mitgift. Während sich die Liebeshändel auf dem Land zum Besten wenden, steht in Venedig Shylock vor Antonio, dessen Schiffe in unglückliche Winde geraten sind, und wetzt das Messer. Vertrag ist Vertrag, da kann auch der Doge nicht intervenieren. Der Jude steht einsam gegen die Gesellschaft der Handelsmetropole. Selbst seine Tochter Jessica hat sich abgewendet und von einem christlichen Verehrer entführen lassen, nicht ohne ihrem Vater Geld zu stehlen. Besessen und in beredter Bitterkeit scheint Shylock fähig, sein Pfand eigenhändig einzufordern. Antonio hat ihn auf der Strasse immer bespuckt und getreten warum sollte Mitleid gegen Mitleidslose gelten. Da trifft ein Doktor der Rechte ein, der die Akte genau studiert hat. Ist die Rechnung letztlich doch ausgeglichen und bekommt jeder, was er verdient? Die schlussendlich ertönende Sphärenmusik klingt weniger harmonisch, als es drei glückliche Paare vermuten lassen..

37 72 Der Idiot nach Fjodor Dostojewski 73 Macbeth von William Shakespeare Regie: Alvis Hermanis Premiere: März 08, Schiffbau Halle 2 Regie: Premiere: Sebastian Nübling März 08, Pfauen Der junge Fürst Myschkin kehrt nach jahrelangem Aufenthalt in einem schweizerischen Sanatorium in seine Heimatstadt Petersburg zurück. Er ist Epileptiker und gleicht emotional einem Kinde. Immer grossmütig ist er bereit, in allen Menschen nur das Gute zu erkennen. Doch bevor er noch recht angekommen ist in Petersburg, beginnt er schon, sich in die Liebeshändel und Intrigen der dortigen Gesellschaft zu verstricken. Noch im Zug begegnet ihm Rogoshin, der ihm seine Leidenschaft für die mondäne Nastassja Filippowna schildert. In dieselbe Nastassja Filippowna ist aber auch Ganja verliebt, ein Bekannter von Myschkins Familie, der Myschkin bei sich aufnimmt. Als Myschkin ihr begegnet, verliebt auch er sich auf den ersten Blick. Nastassja Filippowna aber, eine unnahbare Schönheit, wird von einem reichen Manne ausgehalten und schwankt zwischen Stolz und Selbstzerstörung. Als Ganja sich mit ihr verloben will, verhöhnt sie ihn und wendet sich Rogoshin zu. Auch mit dem treibt sie ein Spiel, verlobt sich, flieht die Hochzeit aber in Begleitung Myschkins. Myschkin wiederum verliebt sich rein und unschuldig in Aglaja Jepantschina, die Tochter einer entfernten Verwandten, und kann nicht verstehen, warum er nicht zwei Frauen aufrichtig lieben können sollte. Als er die Ehe mit Aglaja anstrebt, scheitert er an den gesellschaftlichen Konventionen. «Der Idiot», Dostojewskis zweiter grosser Roman, ist eine Art russischer Parzival. Unschuldig verfolgt sein Held ein Ideal wahrer Nächstenliebe. Seine Mitmenschen, getrieben von erotischer und materieller Gier, verstehen das nicht, weshalb Myschkin an ihnen und ihrer Doppelmoral scheitert. Zuletzt wird er wieder in eben jenes Sanatorium eingeliefert, das er zu Beginn verlassen hat.. Ein skrupelloses Ungeheuer ist Macbeth nicht, auch wenn er auftritt wie ein Serienkiller. Er mordet König Duncan, der die Nacht als Gast im Haus seines siegreichen Feldherren verbringt. Er mordet seinen Kampfgefährten Banquo, den er als Mitwisser seinen Thron gefährden sieht. Auch vor dem Mord an Frau und Kind seines Widersachers Macduff schreckt er nicht zurück. Eine Tat zieht die nächste nach sich. Doch dem Ausmass der angerichteten Untaten kommen die Schrecken gleich, die ihm sein Gewissen im Gegenzug bereitet. So sehr sich die Verbrechen anhäufen, der Augenblick des Triumphes will sich nicht einstellen. Die Krone Schottlands sitzt auf seinem Kopf, Vergnügen bereitet sie ihm nicht. Und so liegt der wahre Horror dieses Gruselstückes nicht in den Metzeleien an Unschuldigen. Er spielt sich vor Macbeths innerem Auge ab. In den schuldbeladenen Selbstgesprächen, in den Schreckensvisionen und Halluzinationen toben die Kämpfe auf dem Schlachtfeld des Gewissens und der Angst. Der Dolch, mit dem er eigenhändig seinen König meuchelte, hinterrücks und im Schlaf, schwebt vor ihm in der Luft. Ein Geist setzt sich an seine Festtafel es ist der tote Banquo, sichtbar nur für Macbeth. Macbeths Gefühle sind um so viel menschlicher als sein Handeln. Was treibt ihn dann zu seinen Freveltaten? Ist es die kinderlose Lady, von unstillbarem Ehrgeiz beseelt, die ihn beschwört, sich nicht von Menschlichkeit aufhalten zu lassen? Oder war es doch die Magie der drei Hexen, die durch ihre Prophezeiungen die Vorstellung einer ungeahnten Karriere erst in seine leicht entzündliche Phantasie gepflanzt haben? Das grosse Unheilsdrama Shakespeares ist die letzte und kürzeste seiner Tragödien. Über den unglücklichsten aller seiner Helden..

38 74 Uraufführung Call Cutta in a Box von Rimini Protokoll (Haug / Kaegi / Wetzel) Eine Produktion von Rimini Apparat, koproduziert von Schauspielhaus Zürich, Baltic Circle Helsinki und Helsinki Festival, Camp X Kopenhagen, HAU Berlin, KunstenFestivaldesArts Brüssel, Nationaltheater Mannheim und 104 Paris. In Zusammenarbeit mit dem Callcenter Descon Limited in Kalkutta. Regie: Premiere: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel April 08, Innenstadt Stellen Sie sich vor, Sie buchen an der Theaterkasse Ihr eigenes Stück zu einem individuellen Termin. Der Einlasser führt Sie nicht ins Theater, sondern weist Ihnen den Weg in ein nahes Bürohaus, in ein Zimmer, wo das Telefon bereits klingelt, wenn Sie die Tür öffnen. Sie heben ab, und eine Stimme mit einem merkwürdigen Akzent beginnt, Sie in ein Gespräch zu verwickeln. Die Person hinter der Stimme scheint den Raum, in dem Sie sich befinden, genau zu kennen, obwohl sie Kilometer von Ihnen entfernt sitzt. Die Stimme gehört einem Call- Center-Mitarbeiter in Kalkutta, Indien. Seine Kollegen verkaufen Reise - angebote, Kreditkarten und Versicherungen per Telefon an Kunden auf der anderen Seite des Globus oder sie geben Navigationshilfen in Städten, die sie selbst noch nie zu Gesicht bekommen haben. Ihnen aber soll nichts verkauft werden. Mittlerweile stehen Sie am Fenster, und Ihr transkontinentaler Gesprächspartner macht Sie auf zwei sonderbare Gestalten im gegenüberliegenden Büro aufmerksam. Auf dem Computermonitor in Ihrem Büro öffnen sich Ordner wie von Geisterhand, eine Geschichte setzt sich zusammen, zu deren Protagonisten Raman und seine Kollegen, aber vor allem auch Sie selbst und die Stadt, in der Sie sich gerade befinden, gehören. 75 Uraufführung Meyerhold von Peter Brook und Marie-Hélène Estienne nach Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold Regie: Peter Brook Premiere: April 08, Schiffbau Halle 2 «Er ist der eine grosse Märtyrer im Namen des Theaters», sagt Peter Brook. «Er starb an seiner Integrität. Er war so rein in seiner Suche und mit seiner revolutionären Idee vom Theater, dass er, als die Revolution in Russland wirklich kam, sie mit offenen Armen empfing. Aber er war zu rein. Schliesslich hat die Revolution ihn umgebracht.» Das Leben des Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold ( ), Sohn eines lutheranischen Weinhändlers mit deutschen Wurzeln im zaristischen Russland, war eine Gratwanderung zwischen Ruhm und Unterdrückung. Die Avantgarde feierte ihn als den radikalen Erneuerer, der auf der Bühne eine eigenständige, anti-realistische Welt erschuf. Das imperiale Staatstheater lehnte ihn ab. Die Weisse Armee steckte ihn ins Gefängnis. Die Oktoberrevolution hob ihn an die Spitze eines neuen, sowjetischen Theaters, um ihn wieder fallen zu lassen. Der Westen stellte ihn in eine Reihe mit den grossen Künstlern des jungen 20. Jahrhunderts. Das totalitäre Regime setzte seiner Kraft und seinem unbedingten Willen zum Experiment immer engere Grenzen. Stalin liess ihn hinrichten. Peter Brook, Regisseur, Forscher und Erneuerer des Theaters im 20. Jahrhundert, setzt Wsewolod Meyerholds Leben anhand von dessen Texten und Erfahrungen im Schiffbau zusammen. Dabei erforscht er die Suche selbst nach dem Wesen des Schauspiels. «Meyerhold», sagt Brook, «war der Sokrates des Theaters.». Ein Forschungsprojekt von Rimini Apparat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst und Medien und dem Institute Performing Arts & Film der ZHdK..

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