Soziales Engagement der betapharm Arzneimittel GmbH im Überblick

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1 Soziales Engagement der betapharm Arzneimittel GmbH im Überblick Die betapharm Arzneimittel GmbH wurde 1993 in Augsburg gegründet. Das pharmazeutische Unternehmen vertreibt Generika (patentfreie Arzneimittel). Mit einem Sortiment von 148 Wirkstoffen in 897 verschiedenen Handelsformen deckt betapharm alle wesentlichen Indikationen von der einfachen Erkältung bis zur schweren Herz-Kreislauferkrankung ab. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 380 Mitarbeiter und erzielte 2006 einen Umsatz von 184 Millionen Euro laut Insight Health (NPI). Die Basis: Soziale Verantwortung Die Wurzeln für das betapharm-engagement liegen in der Unternehmensphilosophie: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Das bedingte von Anfang an einen offenen und sozial verantwortlichen Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. Es zog zudem den Anspruch nach sich, ethisches Marketing zu betreiben. Der Einstieg: Soziales Sponsoring Aus der Suche nach einem zum Unternehmen passenden Weg, sich von den Mitbewerbern abzuheben, entwickelte sich 1998 das Sozialsponsoring des Bunten Kreises. Dieser Nachsorgeverein hilft Familien mit chronisch und schwer kranken Kindern im Raum Augsburg insbesondere am Übergang von der High- Tech-Versorgung im Krankenhaus ins heimische Kinderzimmer, damit sie mit den durch die Krankheit verursachten Problemen besser zurecht kommen. Die Entwicklung zur Partnerschaft Aus dem Kontakt mit Verantwortlichen des Bunten Kreises entwickelte sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es entstand die gemeinsame Idee, Bunte Kreise in ganz Deutschland zu gründen. Dafür errichtete betapharm 1998 die betapharm Nachsorgestiftung, eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Die Stiftung fördert die Weiterentwicklung und Verbreitung der Nachsorge für kranke Kinder (Bunter Kreis) sowie die frühzeitige Prävention gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt (Papilio).

2 Das strategische Corporate Citizenship Die modellhafte Arbeit des Bunten Kreises rührte an ein grundsätzliches Problem im Gesundheitswesen: Patienten werden zwar nach den modernsten Erkenntnissen der Medizin und Pharmazie versorgt, aber im Umfeld von schweren und chronischen Krankheiten entstehen viele Probleme und Belastungen, mit denen die Betroffenen und ihre Angehörigen allein gelassen werden und die die Krankheitsbewältigung erschweren. Diese soziale Lücke im Gesundheitswesen machte sich betapharm zum Anliegen: Das Unternehmen initiiert, fördert und begleitet seitdem innovative soziale Projekte im Gesundheitswesen, die die ganzheitliche Patientenversorgung sowie die psychosoziale Gesundheit fördern (Details siehe unten). Damit verknüpft ist das strategische Ziel, sich als verantwortlich und nachhaltig handelndes Unternehmen von Mitbewerbern in der Gesundheitsbranche abzuheben und die Marke betapharm mit Eigenschaften wie sozial, kompetent, zuverlässig, menschlich zu profilieren. Neben dem umfangreichen sozialen Engagement wurde seit 2005 zudem ein Umweltmanagement aufgebaut, um auch im ökologischen Bereich verantwortungsbewusstes Handeln zu dokumentieren und zu verbessern. Engagement auf mehreren Ebenen Das inhaltliche Ziel, die soziale Lücke zu schließen, wird auf mehreren Ebenen verfolgt. Mit sozialmedizinischen und psychosozialen Informationen und Fortbildungen werden Berufstätige im Gesundheitswesen in die Lage versetzt, ihre Patienten auch in sozialen Fragen kompetent beraten zu können. Mit Consulting werden Einrichtungen in ganz Deutschland unterstützt, die Nachsorge nach dem Modell des Bunten Kreises oder mammanetz für Frauen mit Brustkrebs einführen wollen. Entwicklungs- und Forschungsprojekte erarbeiten die praktische und wissenschaftliche Basis, um die Machbarkeit und den Nutzen der ganzheitlichen Patientenversorgung nachhaltig zu belegen. beta Institut All diese Aktivitäten sind fachlich kompetent angesiedelt beim gemeinnützigen beta Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement, 1999 gegründet von betapharm und dem Bunten Kreis, Augsburg. Im Folgenden sind die zentralen Projekte des beta Instituts aufgeführt. Bei allen Projekten hat betapharm von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Realisierung entscheidende Anteile.

3 beta Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement: Projekte Stand Juli 2007 Pädiatrie (Kinderheilkunde) Augsburger Nachsorgesymposium 1999 erstmals und seitdem in zweijährigem Turnus veranstaltet. Eine Besonderheit ist, dass beim Symposium viele betapharm-mitarbeiterinnen ehrenamtlich mithelfen. Augsburger Nachsorgeforschung (ANF) Die ANF umfasst drei mittlerweile abgeschlossene wissenschaftliche Forschungsprojekte. Kooperationspartner sind verschiedene Kliniken, die Universität Augsburg und die AOK: Die PRIMA-Studie (abgeschlossen 2006) konnte zeigen, dass die Nachsorge bei Früh- und Risikogeborenen langfristig die Entwicklung positiv beeinflusst und die Zahl der Arzt- und Klinikbesuche halbiert. Die Sozioökonomische Studie (abgeschlossen 2003) konnte zeigen, dass Nachsorge die Versorgung der betroffenen Familien verbessert und dass die Kosten dadurch sogar meist sinken, weil die teuren Krankenhausliegezeiten verkürzt werden. QUIB Qualitätsmanagement im Bunten Kreis legte die Basis für Qualitätsstandards in der Betreuung schwerst- und chronisch kranker Kinder und ihrer Familien. Erfolgreiche Gesetzesinitiative Auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde eine Gesetzesinitiative gestartet und erreicht, dass sozialmedizinische Nachsorge für Kinder bis 12 als neue Leistung ins Krankenversicherungsrecht (SGB V) aufgenommen wurde. INIP Im Entwicklungsprojekt Interdisziplinäre Nachsorge in der Pädiatrie (INIP) wurde ein umfangreiches Handbuch für die Nachsorge erstellt, das allen derzeit 42 Nachsorgeeinrichtungen als Handlungsleitfaden dient. Zudem wurden und werden von INIP Schulungskonzepte zur sozialmedizinischen Nachsorge nach dem Modell des Bunten Kreises entwickelt und erprobt.

4 Consulting für die Entwicklung neuer Bunter Kreise in Deutschland Einrichtungen, die Nachsorge aufbauen wollen, werden beraten, unterstützt und begleitet. Das Angebot reicht von ersten Orientierungsworkshops bis hin zur individuellen Beratung vor Ort. Ein Qualitätszirkel (derzeit 42 Einrichtungen) entwickelt, fördert und sichert Kooperation, Erfahrungsaustausch, Weiterentwicklung und Qualität der Nachsorge. Patiententrainings Das beta Institut entwickelte zusammen mit dem Bunten Kreis, der Kinderklinik und Fachärzten altersgerechte Trainings für chronisch kranke Kinder und Jugendliche, damit sie möglichst gut mit ihrer Krankheit leben können. Eingeführt wurden bereits Trainings für Kinder mit Diabetes, Asthma, Adipositas und Neurodermitis. Aktuell läuft eine Studie zu einem neu entwickelten Asthma- Kurzprogramm, genannt Asthma-Instruktionen. Papilio Frühzeitige Vorbeugung gegen Sucht und Gewalt Entwicklung Papilio ist ein Kindergartenprogramm zur frühzeitigen Vorbeugung gegen Sucht und Gewalt. Es wurde vom beta Institut zusammen mit der Universität Bremen entwickelt. Wissenschaftliche Studie Eine Studie mit 700 Kindern, ihren Eltern und ErzieherInnen konnte zeigen, dass Papilio Verhaltensauffälligkeiten reduziert, die sozial-emotionale Kompetenz fördert und auch beim Eintritt in die Grundschule positiv weiterwirkt. Zudem bildet Papilio ErzieherInnen fort und steigert ihre Arbeitszufriedenheit. Verbreitung Papilio wird bisher vor allem in bayerischen und hessischen Kindergärten eingesetzt. Die weitere Verbreitung in Deutschland wird durch die dreijährige (2006 bis 2008) Papilio-Aufklärungskampagne vorangetrieben, wichtiges Zugpferd und Partner ist hier die Augsburger Puppenkiste. mammanetz Entwicklung mammanetz ist eine Begleit- und Orientierungsstelle für Frauen mit Brustkrebs. Das Modellprojekt wurde vom beta Institut in Augsburg entwickelt. Die Patientinnen werden bei Bedarf individuell von der Diagnose bis zur Nachsorge begleitet. Parallel dazu vernetzt mammanetz alle Einrichtungen, die die Frauen behandeln oder ihnen helfen können, und verbessert damit die Versorgungsstruktur nachhaltig.

5 Wissenschaftliche Studien Eine Machbarkeitsstudie ( ) zeigte, dass mammanetz den Frauen hilft und vor allem ihre Angst reduziert. Eine weitere Studie erprobt und evaluiert die intensive Einbeziehung von Apotheken in die Betreuung von Frauen mit Brustkrebs. Eine interne Studie zur Kosten-Nutzen-Situation konnte erste Einspareffekte nachweisen. Seit 2006 läuft eine große Studie zu Effektivität und Effizienz von mammanetz, finanziert mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Verbreitung Das Modell mammanetz wird inzwischen auch auf andere Regionen übertragen. Mit dem PatientenNetz Schlaganfall wird das Modell seit 2005 auf ein weiteres Krankheitsbild übertragen, das mit hohen Belastungen für Patienten und Angehörige verbunden ist. betacare Wissenssystem für Krankheit & Soziales betacare ist ein einzigartiges Wissenssystem für die Hauptzielgruppen Ärzte, Apotheker und andere Berufstätige im Gesundheitswesen, damit diese ihre Patienten in sozialen Fragen schnell und kompetent beraten können. betacare wird von betapharm zur Verfügung gestellt, für die Inhalte ist das beta Institut verantwortlich. Alle Bausteine bauen aufeinander auf, so dass die Recherche immer zu einem Ziel führt: betafon Telefonischer Expertenrat (seit dem Jahr 2000) betaliste Lexikon für Sozialrecht und Selbsthilfegruppen (seit 2001 jährlich) betanet Suchmaschine für Sozialfragen im Gesundheitswesen, (seit 2003) betacare Fortbildungen Für Apotheker, Ärzte und deren Mitarbeiter zur Fortbildung im Bereich soziale Beratung und Case-Management-Begleitung (seit 2003) und E-Learning (seit 2006) Ratgeber Psychosoziale und sozialrechtliche Informationen zu 13 verschiedenen Themen oder Krankheiten (seit 2004) betacare Schmerz & Palliativ Mit betafon Schmerz & Palliativ, betaliste Schmerz & Palliativ, Ratgeber Schmerz, Internetrecherche und dem Nachschlagewerk Arzneimitteltherapie in der Palliativmedizin (seit 2005)

6 Fort- und Weiterbildung Berufstätige im Gesundheitswesen verfügen über ein enormes Fachwissen, aber wenn es über Pharmazie und Medizin hinausgeht, bleibt der Patient auf sich gestellt. Fortbildungen schaffen Bewusstsein, vermitteln psychosoziales Wissen und befähigen Fachkräfte, Patienten ganzheitlich zu betreuen. Im Zentrum des Fortbildungsangebots stehen zertifizierte Case-Management-Weiterbildungen zur individuellen Begleitung von Patienten sowie die betacare-fortbildungen zur sozialen Beratung von Patienten. Alle Fortbildungsangebote sind spezifiziert für verschiedene Zielgruppen und Tätigkeitsbereiche. Ethisches Marketing und alle gewinnen betapharm bietet Ärzten und Apothekern in Form von betacare ein Wissenssystem, von dem alle profitieren: Patienten, Ärzte, Apotheker und betapharm. Auch die Förderung sozialmedizinischer Entwicklungs- und Forschungsprojekte verspricht langfristigen Nutzen für alle: Die neuen Modelle fördern die psychosoziale Gesundheit, sie verbessern die individuelle Versorgung hoch belasteter Patienten und reduzieren die Kosten im Gesundheitssystem gewann betapharm für sein soziales Engagement den 1. Preis beim Wettbewerb Freiheit und Verantwortung, überreicht von Alt-Bundespräsident Johannes Rau. Seit November 2005 darf betapharm das unabhängige Gütesiegel Ethics in Business 2005 tragen. Im Dezember 2006 gewann betapharm den 1. Preis beim Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags. Das Unternehmen fördert auch Corporate Citizenship an sich: Es ist Gründungsmitglied im Corporate-Citizenship-Netzwerk Unternehmen: aktiv im Gemeinwesen, Mitglied im Center for Corporate Citizenship und beim Institute for Corporate Culture Affairs (ICCA).

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