eva maria staal Die waffenhändlerin

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1 roman Übersetzt von ilja braun eva maria staal Die waffenhändlerin fast forward Arche

2 häufig gestellte fragen zu fast forward frage:»fast Forward«? Was ist das denn? antwort: fast forward ist ein Service-Angebot des Arche Literatur Verlags für Buchhändlerinnen und Buchhändler, mit dessen Hilfe Sie sich ein ganzes Buch in kürzester Zeit aneignen können. frage: Heißt das, Fast Forward ist eine Leseprobe? antwort: Nein. Leseproben sind zwar manchmal spannend, aber auch oft unbefriedigend, weil sie immer nur einen Ausschnitt bieten. fast forward dagegen liefert Ihnen das ganze Buch auf einen Blick damit Sie Ihre Kunden um fassend und kompetent zu unseren Titeln beraten können, ohne Tausende von Seiten lesen zu müssen. frage: Das ganze Buch auf einen Blick? Wie soll das gehen? antwort: fast forward fasst ein Buch anhand verschiedener Ausschnitte zusammen, die über redaktionelle Zusatztexte verbunden sind. Jedes Mal, wenn Sie an einem dieser mit gekennzeichneten Texte ankommen, drücken Sie beim Lesen quasi die Vorspultaste ohne etwas Wichtiges zu verpassen. frage: Kann ich trotzdem zusätzlich noch Leseexemplare von Arche-Titeln bekommen? antwort: Natürlich! Einfach das Formular hinten in dieser fast forward- Ausgabe ausfüllen und aufs Fax legen. Wir senden Ihnen dann die kompletten Bücher zu.

3 EVA MARIA STAAL DIE WAFFENHÄNDLERIN ROMAN AUS DEM NIEDERLÄNDISCHEN VON ILJA BRAUN

4 Über dieses Buch: Alles in diesem Buch, das von den Machenschaften internationaler Waffenhändler erzählt, ist wahr: Die Autorin hat selbst lange Jahre auf der ganzen Welt Waffen verkauft und ihre Erlebnisse jetzt zu einem Thriller verdichtet, der den Atem raubt. Maria ist fünfundzwanzig und arbeitet für Jimmy Liu, einen der Global Player des internationalen Waffenhandels. Zusammen verdienen sie Millionen, mit denen Jimmy jedoch immer häufiger rauschhafte Kasino-Abende und den Unterhalt seines jungen Geliebten finanziert. Zunächst hält Maria ihrem Boss den Rücken frei, fragt sich jedoch bald, warum und für wen sie immer wieder ihr Leben in den Krisenherden dieser Welt aufs Spiel setzt. Packend, präzise und ohne jede Beschönigung erzählt Eva Maria Staal eine unglaubliche Geschichte, die ihre eigene ist. Es ist eine Geschichte, die die Frage nach Verantwortung stellt, nach der Trennbarkeit von Richtig und Falsch und ob Freiheit ein Geschäftsmodell sein kann.»die Waffenhändlerin trägt Züge eines Thrillers, ist aber mehr viel mehr!«aus der Jurybegründung zur Vergabe des Lucy B. en C.W. van der Hoogt-prijs an Eva Maria Staal

5 An meinem ersten Arbeitstag gibt Jimmy Liu mir das Buch Die Kunst des Krieges von Sunzi, der ein chinesischer General war und vor 2500 Jahren lebte. Ich kann nicht viel damit anfangen. Sunzi erzählt über Strategien der Kriegsführung. Und geht mir auf die Nerven, weil er Fragen beantwortet, die ich gar nicht gestellt habe. Ich bin schon eine ganze Weile mit Martin liiert, als ich mich dazu entschließe, für Jimmy zu arbeiten. Wir wohnen zusammen in der Aurorastraat in Utrecht. Martin entwirft Gerichtsgebäude und Krankenhäuser, und in der letzten Zeit spricht er immer wieder vom Heiraten. Ich weiß nicht genau, ob ich das möchte. Jimmy Liu kann er nicht sonderlich gut leiden, er findet ihn tuntenhaft und zu polterig.»der Mann hat nie eine Schule von innen gesehen, Eva Maria. Er handelt mit Waffen, ohne sich auch nur im Geringsten zu schämen. Er bringt dich in Gefahr. Und er lässt dich verdammt hart arbeiten.«ich habe dem nichts entgegenzusetzen und arbeite trotzdem weiter für Jimmy. Er sieht etwas in mir, was ich selbst nicht sehe, was sonst niemand sieht. Auch Martin nicht. Jede Woche kommt Jimmy mit etwas Neuem an. Er erzählt ständig von Waffen, mit einigen lerne ich zu schießen. Er hat jede Menge Ahnung von China, Afrika oder Pakistan, und er zeigt mir Akupressurpunkte auf dem Oberarm:»Wenn du Durst hast, kannst du hier drücken, dann lässt er nach.«3 fast forward

6 Ich lerne, Geldströme zu verfolgen und Vertriebsnetze zu durchschauen. Wer unsere Abnehmer sind, wen wir beliefern und wen nicht. Wo und wofür Embargos gelten. Ich mache Angebote, reagiere auf Ausschreibungen. Ich registriere, von wem unsere Waffen gekauft werden. Allmählich ist mir diese Welt vertrauter. Aber von den vielen Informationen wird mir immer noch ganz schwindlig. Ungesund ist das, findet Martin.»So muss es sein«, sagt Jimmy und lächelt. Er fliegt um die Welt und nimmt mich überall mit hin. In Karatschi geht unter dem Fenster unseres Hotelzimmers ein Auto in Flammen auf. In Harare ziehe ich mir eine Lebensmittelvergiftung zu. Ich mache meinen LKW-Führerschein. Ich lerne, militärische Luft-, See- und Landkarten zu lesen und sie mir einzuprägen. Jimmy übt mit mir, was zu tun ist, wenn Lieferungen ins Stocken geraten, bereitet mich auf Auseinandersetzungen mit Beamten vor. Es läuft gut. Jimmy ist zufrieden mit mir. Dafür werden die Diskussionen, die ich mit Martin über Jimmy führe, immer erbitterter. Bis er eine Entscheidung von mir verlangt. Er treibt mich in die Enge, also wehre ich mich. Ich kämpfe um nichts und doch um einen Standpunkt und um Jimmy. Am Tag vor meinem Geburtstag kommt der große Knall. Martin packt seine Siebensachen und geht, er will mich nicht mehr. Es ist Herbst. Ich werde krank und höre auf zu essen. Jimmy kommt nach Utrecht, er stellt mir eine Dose Kaviar und eine Flasche Champagner auf den Schreibtisch.»Who needs anybody anyway?«, fragt er. Monate später gehen wir in Peking zu einem Fußballspiel. Es ist kühl. Wir haben gute Geschäfte gemacht. Amsterdam wartet auf uns. Aber Jimmy möchte noch ein bisschen bleiben. fast forward 4

7 Gansu Tianma spielt gegen Dalian Shide. Jimmy macht sich nichts aus Fußball, ihm fehlt es an Verständnis für das Spiel. Aber er jubelt, wenn ich jubele, flucht, wenn ich fluche. Das Beijing Worker s Stadium ist rappelvoll. Sechzigtausend Chinesen mit Erdnüssen und kleinen Teigtaschen. In der Pause nach der ersten Halbzeit geht Jimmy Bier holen. Ich soll ihm die Abseitsfalle erklären. Warum legt er sich so für mich ins Zeug? Er lacht. Fasst mich an den Schultern. Flüstert mir ins Ohr. Riecht nach Erdnüssen und Zigaretten. Ob ich ein Kind von ihm wolle. Ich habe nur ein einziges Mal mit Jimmy geschlafen. Kurz nachdem Martin mich verlassen hatte. Erst war es ungewohnt, dann fanden meine Hüften in einen geschmeidigen Rhythmus. Es glänzte sogar Schweiß auf unserer Haut. Aber eigentlich war ich nicht richtig bei der Sache und fühlte mich sogar einsam. Jimmy ist nie darauf zurückgekommen. Eigentlich steht er ja sowieso eher auf Jungs. Maria wird Jimmys unentbehrliche Assistentin und reist mit ihm zu Verhandlungen auf der ganzen Welt. Als in Simbabwe eine Waffenlieferung verschwindet, fliegt Maria zunächst allein nach Harare. Dort angekommen besticht sie den Polizeichef und bekommt schließlich einen Hinweis auf den Verbleib der Lieferung. Zusammen mit ihrem ortskundigen Kollegen Philip bricht sie ins Hinterland auf. Um halb eins sind wir in Sakubva. Das Township besteht aus Baracken, hat keine Kanalisation, kein fließendes Wasser, und es stinkt. Wir sehen Hühner, Ziegen, einen lahmen Hund. 5 fast forward

8 Philip übernimmt die Führung, er spricht den Dialekt, ich selbst kann mich nur auf Englisch verständigen. Die Einwohner nicken. Ja, die zwei großen Lastwagen haben sie gesehen. Sie zeigen die Straße hinab, Richtung Mutare. Es tauchen Frauen auf, die uns zu essen bringen: Reis und Früchte. Es verstreicht kostbare Zeit, aber ich esse und lächle, so wie hier alle lächeln, stundenlang wird das jetzt so weitergehen. Ein Mädchen flicht mir die Haare, und der Chief lädt Philip zu einem Schachspiel ein, bei dem zwei Steine und eine Erdnuss die beiden Türme und einen König ersetzen müssen. Es wird drei Uhr. Ich fotografiere und lese ein bisschen. Schaue Philip an, der jetzt einen Punkt in der Ferne fixiert: eine Staubwolke, einen Staubschweif, den zwei von Polizeiwagen begleitete Trucks hinter sich herziehen. Sie kommen näher, die Beifahrer lehnen sich heraus und winken. Wir rennen ihnen entgegen. Ich warte auf Philips Übersetzung. Eine Motorpanne. Eine Motorpanne? Einer der Motoren überhitzt, kaputte Leitung, kochend heißer Kühler, weit und breit kein Wasser, inzwischen repariert, Zylinderkopfdichtung noch intakt, sonst alles in Ordnung. Sonst alles in Ordnung? Philip und die Fahrer schütteln Hände, grinsen über beide Ohren, die Polizisten bekommen jetzt ebenfalls Obst. Ich würde mich gern mitfreuen, aber dafür werde ich nicht bezahlt. Und Philip auch nicht. Ich tippe ihm auf die Schulter und nehme ihn beiseite.»die Typen müssen durchsucht werden.«er zieht die Augenbrauen zusammen.»muss nicht hier passieren«, sage ich,»und gib ruhig mir die Schuld. Aber ersparen können wir s uns nicht. Komm schon, sag s ihnen.«unendlich träge schlurft er zu den anderen zurück. Was sagt er jetzt? fast forward 6

9 Hören sie ihm überhaupt zu? Als er in meine Richtung zeigt, drehen sie die Köpfe nach mir um. Dann schlendern sie allesamt zur Hütte des Dorfältesten hinüber: die vier Polizisten, die zwei Fahrer und die beiden Beifahrer. Als ich Anstalten mache, ihnen zu folgen, kommt das gesamte Dorf mir nach. Als ich daraufhin wieder stehen bleibe, tun es mir alle gleich. Niemand rührt sich mehr vom Fleck. Sie starren mich an. Auch Philip. Ich gehe erneut ein paar Schritte weiter und drehe mich dann langsam um. Die Dorfbewohner haben sich mucksmäuschenstill auf dem Boden niedergelassen und weichen nicht auseinander. Niemand spricht ein Wort. So gelassen wie möglich spaziere ich zu dem kahlen Stamm eines abgebrochenen Baumes und warte mit hochgezogenen Schultern ab. Eine Viertelstunde später tauchen die Männer wieder auf. Philip hebt die leeren Hände in die Luft. Scheiße. Nichts. Nichts? Ich überlege, ob wir die Ladung kontrollieren sollen. Aber ohne Brückenwaage? Ohne Röntgengerät? In Harare gibt es eine Waage, aber die dortige Röntgenapparatur ist schon seit einem halben Jahr defekt. Und in den letzten zwei Tagen hatten sie genug Zeit, gestohlenes Material gegen Steine auszutauschen. Wiegen hat also keinen Zweck, die Fahrt nach Harare können wir uns sparen. Nichts? Es kommt mir zu schön vor, als dass ich es für wahr halten könnte. Warum zum Teufel geht es Philip nicht genauso? Es führt kein Weg daran vorbei, die Kisten zu öffnen, hier vor Ort. Und Dominics Polizisten müssen dabei helfen, Herrgott noch mal.»kisten zählen und öffnen!«, befehle ich.»meine Güte, was hast du denn?«, fragt Philip. Aus den Polizeiwagen kommen Brechstangen zum Vorschein. Statt zu helfen, schauen die 7 fast forward

10 Dorfbewohner zu, wie wir uns beim Aufstemmen der Holzkisten die Haut aufschürfen. Ich will hier so schnell wie möglich weg. Nachdem wir vier Stunden lang Kisten gezählt und aufgebrochen haben, sind wir erschöpft, haben Blut unter den Nägeln und bislang nichts Verdächtiges entdeckt. Ein Viertel der Ladung, ganz vorne verstaut, steht uns noch bevor, achtzehn Kisten mit Mörsergranaten und darüber die gigantischen Holzkästen der Stinger.»Nothing missing, see?«, fragt Philip mit spöttischem Unterton, und auch die Fahrer lachen mich aus. Trotzdem habe ich Angst: vor Diebstahl, vor bestochenen Afrikanern, vor Kisten voller Steine. Kopfschmerzen kriechen mir den Nacken hinauf. Und schon stellt sich das nächste Problem: Wir können Jimmy nicht erreichen. Von Übergabe kann vorerst keine Rede sein, die Fahrt zurück nach Harare dauert mindestens drei Stunden. Es ist jetzt schon zu spät, und wir sind noch nicht mal ganz durch. Mit Einbruch der Dunkelheit scheinen die Dorfbewohner sich in Luft aufgelöst zu haben. Philip bietet an, nach Harare vorneweg zu fahren. Ohne ein weiteres Wort mit ihm zu wechseln, steige ich zu den Polizisten in einen der Laster. Ein paar Stunden später stehen Jimmy und ich in einer Lagerhalle beim Hotel. Er hat es geschafft, den Kunden auf den nächsten Abend zu vertrösten. Es ist zwei Uhr nachts. Alle anderen sind schon im Bett. Er deutet auf die Kisten in den Lastwagen.»Wie viele haben wir noch vor uns?achtzehn Kisten mit Granaten. Und die Stinger«, sage ich.»das machen wir morgen.«aber ich finde keinen Schlaf. Das geht mir nur ganz selten so. Dann fühle ich mich plötzlich von all unseren Opfern umgeben. Jimmy hat fast forward 8

11 solche Probleme nicht. Schon sein Opa war Waffenschmied. Er stellte Krummschwerter und Messer her, mit denen Familienväter ihre Schützlinge vor Dieben und Mördern beschützten. Irgendwann habe ich Jimmy höhnisch gefragt, woran sein Opa den Unterschied zwischen einem Familienvater und einem Mörder erkannt habe. Sein Opa, hat Jimmy geantwortet, sei bloß der Schmied der Waffen gewesen. Und ein Schwert als solches sei unparteiisch. Sein Opa sei immer davon ausgegangen, dass er Freiheit verkauft habe, und er, Jimmy, teile diese Auffassung voll und ganz.»you and I, we sell freedom! Freedom, safety and peace, Maria.«Jimmy findet, dass Händler den»status quo ante bellum«erhalten müssen, indem sie den Kunden A ebenso schwer bewaffnen wie den Kunden B. Vielleicht träumt er sogar davon, irgendwann den Friedensnobelpreis verliehen zu bekommen. Ich wette, er schläft friedlich wie ein Baby. Am nächsten Tag sind wir vierzehn Mann und haben einen Hebebaum zur Verfügung. Bei der dritten Kiste mit Stingerraketen werden wir fündig. Jimmy, der selbst keinen Finger ausgestreckt hat, steht neben mir, als der Deckel aufgeht. Aber es ist kein Diebstahl, den wir entdecken. Sondern es sind dreißig Spielzeugminen, die da zwischen den Stingerraketen in der Kiste liegen. Rote, gelbe und blaue Plastikzylinder. Zwanzig Zentimeter hoch und geriffelt, erinnern sie noch am ehesten an kleine Ziehharmonikas. Jimmy sagt Philip, dass er die Fahrer für ein Polizeiverhör zusammentrommeln soll. Die sind längst über alle Berge, denke ich. In sämtlichen Kisten, die noch folgen, finden wir sie ebenfalls: Dutzende von Explosionskörpern, die dazu gedacht sind, Kinder an- 9 fast forward

12 zulocken und zu verstümmeln. Insgesamt siebzig Stück, getarnt durch unsere Lieferung. Wer dahintersteckt, bleibt uns ein Rätsel.»Und jetzt?«, frage ich. Jimmy reibt sich das Gesicht.»Abtransportieren, so schnell wie möglich.scheiße, Mann, und wenn dein Kunde was damit zu schaffen hatte? Hältst du dann auch noch dicht?you and your stupid questions«, sagt er. Maria erzählt von ihrer Zeit als Waffenhändlerin aus dem Blickwinkel der Frau, die sie fünfzehn Jahre später ist: Ehefrau von Martin und Mutter von Nella, die mit ihrer Familie und Hund Tobias in einem Vorort von Utrecht lebt. Ihr neues Leben ist ruhig und sicher. Und doch fühlt sie sich von den Anforderungen des Alltags und der Mutterrolle zuweilen überfordert. Die Etiketten und Nähte ihrer Tanzkleider liegen alle außen, und gewaschen sind die Sachen auch nicht, folgere ich, denn so habe ich sie bestimmt nicht in den Schrank gelegt. Die Strumpfhose und das Balletttrikot sind sogar ineinander verdreht, die hat sie offenbar zusammen ausgezogen. Ich pfriemele die Sachen auseinander. Obwohl sie das bestimmt brav selber machen würde, wenn ich sie darum bäte, aber dafür ist jetzt nicht der richtige Moment. Wo sind die Ballettschuhe? Ich durchwühle ihren Rucksack. Klebebildchen, ein knallgrünes Pelzportemonnaie, Schlüssel. Die Ballettschuhe gehören nach ganz unten. Das, worauf man läuft, gehört nach unten. Sie sind nicht drin. fast forward 10

13 Schließlich finde ich sie in der Waschküche an der Trockenleine. Klitschnass. Ich stelle lieber nicht die Frage, warum brandneue, sündhaft teure Ballettschuhe, die auf keinen Fall nass werden dürfen, hier zum Trocknen hängen. Schweigend wickele ich sie in ein Geschirrtuch, lege das Päckchen auf den Boden und stampfe darauf herum, um das Wasser herauszupressen. Wenn Nella sie heute Abend in halb nassem Zustand beim Laufen, Tanzen und Strecken dehnt, sind sie hinüber. Dann kann sie das Geld, das sie zur Belohnung für ihr Schulzeugnis bekommen hat, gleich für neue Ballettschuhe ausgeben. Das sieht ihr Vater bestimmt genauso. Wochenlang hat sie hinter verschlossener Tür für ihren Soloauftritt trainiert. Bei der Musik, die täglich mindestens zwanzigmal aus ihrem Zimmer drang, haben wir uns immer wieder den außergewöhnlichen Abend ausgemalt, der uns erwarten würde. Uns vorgestellt, wie der Saal wohl aussehen würde. Wir horchten auf das Geräusch einer Pirouette auf dem Linoleum, eines raschelnden Ballettrocks, eines auf den Boden schlagenden Fußes, hörten stets aber nichts als diese Geigen. Heute Abend ist die Generalprobe. Sie hat keinen Hunger. Ich stehe immer noch bei der Wäscheleine am Fenster. Draußen ist es dunkel. Unaufhörlich fällt Schnee. Ich muss daran denken, wie in meinem Traum eine vertraute Gestalt nach unserem letzten Wortwechsel in einem solchen Schneegestöber verschwindet. Der Lärm der kilometerweit entfernten Autobahn, der einzigen in der Gegend, dringt bis hierher. Ich denke an die Schneemassen, die sich jetzt wahrscheinlich vor unserer neuen Haustür türmen. Der Fußweg hätte gestern gepflastert werden müssen. Bei Frost geht das nicht. Bestimmt fängt es demnächst an zu tauen, und dann müssen die Kerle von der Umzugsfirma die Kartons durch den Matsch schleppen. Am Ende 11 fast forward

14 trampeln sie auch noch mit dreckigen Füßen über mein Parkett und die neuen Teppichböden. Das gäbe Kratzer und Flecken. Konnte man den Boden nicht irgendwie abdecken? Zeitungspapier würde zu schnell reißen. Kartons? Da setzt sich Erde drunter fest. Vielleicht aufgeschnittene Müllsäcke. Aber wo würde ich so viel Klebeband herkriegen? Und warum bin ich eigentlich immer die Einzige, die an so was denkt? Ich kann schließlich auch nicht überall gleichzeitig sein. Ist so ein Umzugsunternehmen versichert? Mit dem Finger streiche ich über eine Lamelle der Jalousie. Inzwischen ist Nella in die Küche gekommen.»kommt Papa mit?nein.und morgen?morgen schon, natürlich.«eigentlich müsste sie etwas essen, am besten einen Apfel. Die Jalousie ist schmierig. Wann hab ich die zum letzten Mal abgewischt? Das ganze Zeug wird von den Nachmietern übernommen, aber ich möchte es ihnen nicht dreckig hinterlassen und nehme mir vor, einen Allesreiniger zu kaufen. Ich sage Nella, dass sie etwas essen soll. Einen Apfel vielleicht? Ich gehe zum Kühlschrank. Tobias hört es und kommt, um zu betteln, schwänzelt mir um die Füße. Ich schiebe ihn weg und nehme den Pflanzenzerstäuber aus dem Spülschrank. Ohne tatsächlich zu sprühen, richte ich ihn drohend auf seine Schnauze, woraufhin er sich in seinen Korb zurückzieht. Ich stelle den Zerstäuber so auf, dass er ihn von dort aus gut sehen kann. Nachdem ich doch wieder eine Portion Hühnchensalat mit Curry und Brot für sie eingepackt habe, löffle ich im Stehen eine ganze Dose kalte Makkaroni leer, die gut für uns beide gereicht hätte. fast forward 12

15 »Muss das nicht aufgewärmt werden?«, fragt Nella.»Haarnadeln«, sage ich mit vollem Mund und deute mit dem Finger in den Flur.»Unter der Garderobe.«Sie mustert meine Jacke. Fragt, ob ich jetzt komme. Die Jacke ist doch tadellos, denke ich. Nichts dran auszusetzen. Wir haben vergessen, dem Hund Tschüs zu sagen. Kaum haben wir die Tür zugezogen, fängt er an zu fiepen. Nella und ich tauschen Blicke, das ist immer so traurig.»tschühüs!«, ruft sie durch den Briefschlitz. Dann fegen wir den Schnee von den Scheiben.»Weißt du, wo es ist?«, fragt sie, kaum dass wir eingestiegen sind. Sie redet heute verdammt viel, bestimmt zehnmal so viel wie sonst. Streicht mir mit der Hand übers Bein. Ich drehe den Zündschlüssel herum, stelle die Lüftung an und warte, bis auf der Windschutzscheibe ein kleiner Sichtkreis frei geworden ist.»mama?ja?meinst du, es wird gut gehen? Findest du, dass ich gut tanzen kann?«ich antworte völlig gedankenlos, sage aber genau das, was sie hören will. Als ich kurz zur Seite schaue, strahlt sie über das ganze Gesicht. Um meine Scham zu verbergen, strahle ich zurück. Warum kommst du nie von selbst drauf, Eva Maria?, denke ich. Es ist so offensichtlich, du stolperst doch fast schon drüber. Warum musst du es immer erst eingehämmert bekommen? Weil du da einen ausgesprochen hartnäckigen blinden Fleck hast. 13 fast forward

16 Während Maria weiter den Umzug vorbereitet, kehrt sie in Gedanken immer wieder in die Vergangenheit zurück: Jimmy hatte ihr damals bald seinen neuen Geliebten Victor vorgestellt, für dessen extravaganten Lebensstil er zunehmend die Firmeneinnahmen ausgab. Auch, dass Jimmy keinen Kontakt zu seinen Kindern Shen-Li und Suze wollte, die ihren Vater erst durch Marias Hilfe kennengelernt hatten, konnte sie nicht nachvollziehen. Während Maria um die Zukunft der Firma bangt, plant Jimmy siegesgewiss einen Millionendeal mit Pakistanis, denen er das Know-how für das Bauen von Nuklearwaffen verkaufen will. Während der Verhandlungen in der pakistanischen Wüste wird ein Attentat auf Jimmy verübt. Erst Monate später gelingt es Maria, Jimmy zu finden, der unerkannt und schwer verletzt in einem pakistanischen Krankenhaus überlebte. Nach seiner Genesung setzten die beiden ihre Arbeit fort, obwohl Jimmy mehrere Morddrohungen erhält und Maria Martin wieder getroffen hat, der ihr immer noch viel bedeutet. Beim Anblick von Tod und Elend im Bürgerkrieg in Tschetschenien stößt Maria an ihre Grenzen. In einem Bombenkrater zwischen zwei platt bombardierten Bauernhöfen steht ein Pferd. Ein dürres, weißes Pferd, es steht in einem Schlammpfuhl. Als wir daran vorbeifahren, überlege ich, wie lange das Tier dort wohl schon feststeckt. Es hat nichts zu fressen und wird sich aus dem Krater nicht selbst befreien können. Wo ist wohl der Eigentümer? fast forward 14

17 »Stopp!«, ruft Jimmy und tippt Aleksei auf die Schulter. Erstaunt tritt der auf die Bremse.»Komm, Maria«, sagt Jimmy. Er legt die Kalaschnikow auf der Rückbank ab und hilft mir beim Aussteigen. Die Soldaten starren uns an. Wir wollen nur kurz die Glieder ausstrecken, gibt Jimmy mit Zeichensprache zu verstehen. Aleksei schaut auf die Uhr, Pavel fängt an, hektisch auf ihn einzureden.»komm«, wiederholt Jimmy. Wir laufen auf die verkohlte Weide. Pavel schreit uns hinterher. Wahrscheinlich»Bleibt hier, ihr Arschlöcher!«oder so was in der Art. Am Himmel kreisen Hubschrauber. Ein Höllenlärm, von dem mir der Kopf dröhnt. Als ich über die Schulter zurückschaue, haben die Soldaten, die es gerade noch so eilig hatten, sich mit dem Lauf der Dinge abgefunden und sich eine Zigarette angesteckt. Das Pferd steht fast bis zu den Knien im Schlamm. Jimmy rutscht durch den Matsch auf das Tier zu, er streichelt ihm zunächst den Kopf, dann auch den Hals. Das Pferd senkt seine Nüstern auf Jimmys Brust, die nasse Mähne fällt ihm über die Hand. So dreckig wie wir sind, macht das auch nichts mehr aus.»übernimm mal eben«, sagt er,»ich hole was zu fressen.«noch ehe ich etwas entgegnen kann, kraxelt er schon auf die Ruinen zu. Leicht zitternd nähere ich mich dem Tier. Was sagt man unter diesen Umständen und in so fahlem Licht zu einem Pferd? Knatternd zieht ein weiterer Hubschrauber über uns hinweg. Ich rutsche auf dem glitschigen Boden etwas zur Seite. Bisher haben wir das Tier nur von vorne gesehen, nicht aber von hinten. Und da stimmt was nicht. Das Pferd steht auf nur drei Beinen. Vom vierten Bein hat jemand das untere Viertel weggeschossen. Der Stumpf ist nicht blutig, 15 fast forward

18 sondern schwarz, er wimmelt von Maden. Erschrocken weiche ich zurück. Im selben Augenblick kommt Jimmy aus dem bombardierten Haus. Gerade will ich ihm zurufen, dass das Pferd Schmerzen hat, da sehe ich, dass er sich ein Taschentuch vor den Mund hält und würgt. Oh Gott. Ich erklimme den Hang und renne auf ihn zu. Auch die Soldaten haben jetzt etwas gemerkt und kommen uns über die Weide entgegengeschlendert.»um Gottes willen«, stammelt Jimmy.»Tote Kinder. Um Gottes willen, Scheiße. Die sind höchstens sechs Jahre, Maria, drei Kinder und eine Frau. Nicht reingehen, bitte. Du nicht.«ich muss etwas über das Pferd sagen, etwas Positives, was sich so anhört, als hätten wir eine Wahl.»Das Pferd«, sage ich bebend,»hat einen Huf verloren, und ein Stück vom Bein. Aber vielleicht ist es nicht so schlimm, vielleicht finden wir in Grosny jemanden, der es holen und zu einem Tierarzt bringen kann.«wir lassen uns auf den Trümmern nieder. Zwanzig Meter entfernt schaut Aleksei auf die Uhr. Dann tritt er seinen Zigarettenstummel aus, springt in die Schlammkuhle, hält den Lauf seiner AK-47 an den Hals des Pferdes und drückt ab. Der Pferdekopf zuckt zurück, das Tier taumelt und fällt dann um. Gerade noch rechtzeitig macht Pavel einen Satz zur Seite. Von seinem wütenden Schrei ist nur der weit aufgerissene Mund in seinem Gesicht wahrnehmbar. Der Lärm der Hubschrauber, die unablässig über uns hinwegziehen, übertönt einfach alles. Als wir wieder auf der Rückbank des Jeeps sitzen, fange ich an, zitternd auf Jimmy einzureden. Wegen seiner Verschwendungssucht und wegen Victor. Ich hoffe auf einen Schlagabtausch. Ich suche Streit, um an etwas anderes denken zu können. fast forward 16

19 »Und Mark darf sich dann überlegen, wie er ein Minus in ein Plus verwandelt«, stichele ich.»du musst jetzt verdammt noch mal zusehen, dass du in diesem Vergnügungspark das Kleingeld, das du mit deinem Freund zum Fenster rausgeworfen hast, wieder reinholst, sonst geht der Laden den Bach runter, Jimmy! Meinst du, das kriegst du hin? Oder hast du hier auch schon ein paar schöne Dinge gesehen, die du kaufen willst?«aber Jimmy reagiert nicht. Er hustet bloß. Ich glaube, er bereut es, dass er sich auf diese Reise eingelassen hat, und vielleicht nicht nur das. Kugelbriefe hat er anscheinend keine mehr bekommen, denn mittlerweile steht er wieder in Kontakt mit Shen-li und Suze, wobei nicht er mir das erzählt hat, sondern Shen-li. Jimmy und ich reden nicht besonders viel. Dann fahren wir in die Stadt hinein. Und von diesem Augenblick an bleibt uns nichts anderes übrig, als irgendwie klarzukommen. Dem Gestank der zerbombten Kanalisation, die ihren Inhalt in die Straßen erbrochen hat, ist nicht zu entkommen. Kein Rohr ist heil geblieben, frisches Wasser gibt es nicht mehr. Schon wochenlang erledigen die Leute ihre menschlichen Bedürfnisse draußen, zwischen den Trümmern, wie ich annehme.»wir sind hier auf dem Minutkaplatz«, sagt Pavel, aber ich sehe bloß ein großes Loch und einen Haufen Steine. Sämtliche Gebäude, die hier gestanden haben, sind zertrümmert. Wo ist die Leninastraße geblieben, die auf diesen Platz mündete? Ich suche nach irgendeinem Anknüpfungspunkt, kann aber nicht mal die Himmelsrichtungen unterscheiden. Alles ist weg, die ganze Stadt ist nur noch Schutthaufen. Innerlich von einer Panikwelle erschüttert, schnappe ich nach Luft. Das gibt es doch gar nicht! Ich versuche, mich im Jeep aufzurichten, 17 fast forward

20 aber Jimmy hält mich mit dem Ellbogen zurück. Mein Gott, die Bombardierung von Rotterdam war dagegen ja der reinste Kinderkram.»Wo sind die ganzen Gebäude?«Beim Versuch, den Lärm des Motors und der Rotorblätter zu übertönen, merke ich, dass ich kurz davor bin, in Ohnmacht zu fallen. Pavel hält am Rand irgendeiner Straße. Weiß der Teufel, wie sie heißt.»wo sind wir?«, brülle ich Jimmy an.»was ist das hier? Das hier! Frag sie!«jimmy versucht nach Kräften, mich in Schach zu halten. Verwundert haben die beiden Soldaten sich zu uns umgedreht.»sie hat noch nie einen Krieg mitgemacht«, ruft Jimmy und ringt sich ein Lächeln ab.»verdammt noch mal«, zischt er dann und zieht mich unsanft an sich,»sollen wir hier draufgehen? Get a grip on yourself!«ich presse mir die Fäuste vor den Mund. Das Zentrum von Grosny ist verschwunden. Der Palast des Präsidenten, der Zirkus, die Büros und die Universität. Vor uns liegt eine Parkfläche von den Ausmaßen eines Militärfriedhofs. Und zum ersten Mal in all den Jahren, die ich schon für Jimmy arbeite, trifft der Aberglaube mich wie ein Tritt in den Magen. Das hier muss ein Ort sein, wo die Seelen toter Waffenhändler ewig unerlöst umherirren, ohne noch etwas ungeschehen machen zu können. Als Jimmy erkrankt, bringt Maria die Verhandlungen in Tschetschenien allein zum Abschluss. Ihr Erfolg wird von Jimmy jedoch kaum honoriert. Zurück in Utrecht findet Maria heraus, dass die Firma wegen Jimmys nachlassenden Interesses an lukrativen Deals vor dem Aus steht. Kurzentschlossen fliegt sie nach New York und sichert fast forward 18

21 sich nach zähen Verhandlungen mit anderen Größen des Waffengeschäfts den Zuschlag für einen Millionendeal. Nachdem Maria und Jimmy zusammen den Verlust einer Waffenlieferung in Pakistan verhindern können, scheint die Firma und das gute Verhältnis zu Jimmy wiederhergestellt. Auf einem Festempfang in Hongkong erfährt Maria, dass Victor zum Managing Director ernannt worden ist. Erbost stellt sie Jimmy zur Rede, beleidigt Victor und wird daraufhin von Jimmy entlassen. Maria nimmt ein früheres Angebot von Jimmys Konkurrenten Sulleyman an und arbeitet nun für ihn. Verbissen bereitet sie sich auf den neuen Job vor. Wochenlang eigne ich mir neues Wissen an. Wie gefriergetrocknete Mikroorganismen es überleben, wenn sie als Waffen eingesetzt werden. Wie Aerosolpartikel einer Größe von 0,8 4 Mikrometer und einer Dichte von einem Gramm pro Kubikzentimeter detektiert werden. Wie Mikroenkapsulierung funktioniert, also eine»verpackungstechnik«zum Schutz von Krankheitskeimen gegen Wärme, Sauerstoff, Licht und Austrocknung. Ich lese über Mikrokapseln, die sich aufgrund von Gasentwicklung bei Sonneneinstrahlung öffnen. Wenn sie ihr Ziel in der Nacht erreichen, schlummern sie in aller Stille dem Anbruch des neuen Tages entgegen, zusammen mit den Opfern, denen sie zum Verhängnis werden. Es sind lehrreiche Wochen. Kühl gleiten meine Fingerspitzen die 19 fast forward

22 Zeilen entlang. Kurz bevor Martin an der Tür klingelt, schiebe ich die Papiere immer unters Sofa. Ich gehe auf den Schießplatz. Erst nur sporadisch, dann regelmäßiger. Sulleyman muss sich blind auf mich verlassen können. Meine Hand, mein Auge, meine Willenskraft alles konzentriert sich auf die Pistole. Mit ausgestrecktem Arm und einer Pistole spalte ich eine Mücke, einen Regentropfen, ein Sandkorn. Mit Kickboxen halte ich mich körperlich fit. Und ich habe Sex mit Martin, auf eine Art, die er nicht von mir kennt. Das erschreckt ihn, und er fängt an, Fragen zu stellen, aber ich schneide ihm das Wort ab. Wenn er Angst hat, soll er wegbleiben. Wenn er mehr will, soll er wiederkommen. Erst ruft Shen-li an, der noch immer verlegen ist wegen meinem Rausschmiss. Ich versuche, möglichst unbeschwert zu klingen, und frage ihn, ob wir nicht mal was zusammen trinken gehen sollen. Dann ruft Mark, der Buchhalter an, um mir zu sagen, dass ich es jetzt ja wohl begriffen haben müsste. Victor sei Jimmys Loverboy und Jimmy ein Arschloch.»Ich muss jetzt auflegen«, sage ich. Dann ruft Martin an, der sich nur so mal melden wollte. Und endlich meldet sich daraufhin meine Anwältin, die mir sagt, ich hätte recht bekommen. Jimmy müsse ganz schön bluten. Sie nennt mir den Betrag, und ich bedanke mich bei ihr, zweimal. Kaum habe ich aufgelegt, klingelt schon wieder das Telefon. Bestimmt hat sie was vergessen, denke ich, aber es ist Joe, den ich seit meiner Entlassung zum ersten Mal spreche. Ich drücke den Rücken durch, gefasst auf einen Sturm der Entrüstung, aber stattdessen redet er über Gott und die Welt, und ich höre so lange zu, bis ich nicht mehr kann und mich höflich darauf hinausrede, dass ich gerade auf dem Sprung sei. fast forward 20

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