sozialpsychiatrische informationen Zeitschrift für kritische Psychiatrie seit 1970

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1 1/ Jahrgang sozialpsychiatrische informationen Zeitschrift für kritische Psychiatrie seit 1970 kulturen des helfens Nachdenklich, kreativ, vielfältig Arbeit an einer gastfreundlichen Gesellschaft Lernen von den Niederländern Alles Recht in der Psychiatrie? Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse

2 Editorial Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig Für die Redaktion Renate Schernus, Ralf Seidel Zunächst möchten wir nicht versäumen, unseren Lesern mitzuteilen, dass nun auch unser ältestes nicht an Lebensjahren, wie sich bei Inaugenscheinnahme leicht erschließen lässt Redaktionsmitglied Gunther Kruse seinen aktiven Dienst als Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Hannover-Langenhagen beendet hat. Es wäre wohl nicht in seinem Sinne, an dieser Stelle all die zahllosen Meriten und verantwortungsvollen Ämter, die er im Laufe seines beruflichen Lebens wahrgenommen hat, aufzuzählen. Nicht nehmen lassen möchten wir es uns allerdings, zwei Passagen aus Wieland Machleidts humorvoller Rede bei Gunther Kruses Abschiedsfest zu zitieren. Sie lauten: Kürzlich konnte ich an einer heiteren Oberarztrunde teilnehmen und man ließ mich einen Blick hinter die Kulissen und auf die Skurrilitäten des Chefs werfen. Ich gewann den Eindruck, dass der Ausspruch des Chefs:»Ich kombiniere Arbeit immer mit Lust!«auch auf diese Runde abgefärbt hatte und auf weitere MitarbeiterInnen und das trotz hoher Arbeitsbelastung. Der Chefinduzierte Stresspegel und der ist ja meist das Hauptproblem in Kliniken schien mir ausgesprochen niedrig zu sein und eine gute Atmosphäre vorzuherrschen... Du verlässt diese Klinik, den Ort 25-jähriger überaus erfolgreicher professioneller Tätigkeit, einen Ort, der dir auch Bühne und Manege zugleich war. Dabei liegt unleugbar ein Hauch von Melancholie über der Szene. Du verlässt diese Klinik auch deshalb jetzt, weil dir bei der Reaktion auf sog. ökonomische und Verwaltungszwänge die sogleich bereitwillig federnde postmoderne Geschmeidigkeit abgeht. Diesem Mangel an fragwürdigem Zeitgeist verdankst du deine, wie ich finde, rechtzeitige Entpflichtung und vor allem deine wiedergewonnene persönliche Freiheit. Tröstlich ist auch, dass du uns auf der Weltbühne als Citoyen, als freier Bürger, erhalten bleibst. Nun, wir in der Info-Redaktion wissen, was wir an ihm haben. Gunther Kruse wird weiter mit und für uns schreiben, rezensieren, uns irritieren, gelegentlich auch dirigieren und bei Laune halten. Von einem der kurz vor seiner Pensionierung noch einmal schnell von Hannover nach Sizilien radelt, können auch wir noch so manche Zugabe erwarten. Und da wir schon einmal beim Loben, Ehren und Gedenken sind möchten wir an dieser Stelle schnell auch noch erwähnen, dass unser Redaktionsmitglied Ulla Schmalz munter und einsatz- bereit wie eh und je runde 60 Jahre erreicht hat. Wir gratulieren herzlich! Und jetzt zum vorliegenden Heft: Eigentlich war dieses als sogenanntes»mischheft«geplant, in dem ohne thematischen Schwerpunkt die uns zwischenzeitlich zugesandten Texte veröffentlicht werden sollten. Wunderbarerweise ergab es sich jedoch, dass alle Artikel sich unter das Thema»Kulturen des Helfens«, wie von unsichtbarer Hand gelenkt, versammeln ließen. Manche Beiträge haben den Charakter von Werkstattschriften, lebensnah und praktisch. Andere widmen sich eher grundsätzlichen Fragen oder der Verbindung von Praxis und Theorie. Eine der ältesten helfenden Disziplinen ist vermutlich die Seelsorge. So haben wir an den Anfang einen Artikel gestellt, in dem sich Thomas Feld der Frage nach dem Spezifischen der Seelsorge im Vergleich zu psychotherapeutischen Methoden widmet. Aus dem Kulturraum der ja auch nicht mehr ganz jungen Psychoanalyse heraus schreibt Jane Spiekermann in so lebendiger Weise, dass sich womöglich auch hartnäckige Psychoanalyse- Skeptiker bekehren werden. Ihr Beitrag hat drei Teile, die sich wie drei kleinere Artikel lesen lassen. Aus diesem Grunde sind wir ausnahmsweise von dem Vorsatz, nur kürzere Artikel zu veröffentlichen, abgegangen. Um einen Ansatz aus neuerer Zeit geht es bei dem niederländischen Konzept des»kwartiermaken«. Unserem Redaktionsmitglied Sibylle Prins ist es gelungen, der Leiterin des nationalen Stützpunktes Kwartiermaken, Doortje Kal, mittels weniger Fragen eine sehr anschauliche Beschreibung der wesentlichen Elemente dieses Ansatzes zu entlocken. Bei diesem handelt es sich um nichts Geringeres als um die»arbeit an einer gastfreundlichen Gesellschaft«. Ein mit diesen Bemühungen verwandten Weg haben Konrad, Piesch und Wonneberger in Wangen/Allgäu eingeschlagen. Sie berichten von ermutigenden Erfahrungen bei der Einbeziehung von Bürgerhelfern. Geschildert wird die wichtige Rolle, die Letztere bei der individuellen Integration von seelisch behinderten Menschen, Bewohnern von Wohnheimen, spielen. Fortsetzung des Editorials auf Seite 2 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

3 Inhalt Themenschwerpunkt: Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig Alte Texte neu gelesen Einführung zu Ernst von Feuchtersleben Ralf Seidel Zur Titelabbildung Melancholie (1891) von Edvard Munch Öl auf Leinwand 72 x 98 cm, Privatbesitz Fotograf: Imagno ARTOTHEK The Munch Museum/ The Munch Ellingsen Group/ VG Bild-Kunst, Bonn 2011 Seelsorge in der Psychiatrie Psychotherapie in anderem Gewand? Thomas Feld Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse Jane-Anna Spiekermann Arbeit an einer gastfreundlichen Gesellschaft Elf Fragen an Doortje Kal zum Kwartiermaken Doortje Kal, Sibylle Prins Alte Texte neu gelesen Einleitung zum Lehrbuch der ärztlichen Seelenheilkunde des Dr. Ernst Freiherr von Feuchtersleben Ernst von Feuchtersleben Immer die Nase im Wind Nachrichten aus dem Netzwerk Sozialpsychiatrischer Dienste in Deutschland Neue Impulse in der psychiatrischen Rehabilitation Tagungsbericht der BAG RPK in Hamburg September 2011 Annette Theißing Buchbesprechungen Wiegand-Grefe S, Halverscheid S, Plass A (2011) Kinder und ihre psychisch kranken Eltern Michael Eink Veränderte Kultur des Helfens Bürgerhelfer als Integrationshelfer für seelisch behinderte Menschen Michael Konrad, Andreas Piesch, Eva Wonneberger (Psycho-)Therapie und Soziale Arbeit Unterschiede und Überschneidungen Tobias Ruttert Das Ganze hat nicht nur eine materielle Seite Soziale Arbeit heute ein Interview Joachim Schmidt, Renate Schernus Selbsthilfe als Gewinnung von Selbstwirksamkeitserfahrungen Heiner Keupp Kuntze S (2011) Altern wie ein Gentleman Gunther Kruse Kröber H-L, Dölling D, Leygraf N, Saß H (Hg.) (2010) Handbuch der forensischen Psychiatrie Gunther Kruse Schneider F, Frister H, Olzen D (2010) Begutachtung psychischer Störungen Gunther Kruse Finzen A (2011) Schizophrenie, die Krankheit verstehen, behandeln, bewältigen Gunther Kruse Also sprach Adonis Fallgeschichte vom Zusammenleben mit einer Stimme Georg Christoph Heilingsetzer Späte HF, Otto K-R (2011) Irre irren nicht Gunther Kruse »Literatur begegnet Psychiatrie«Lesegruppe für Menschen in psychiatrischen Einrichtungen Jürgen Zink Balz V (2011) Zwischen Wirkung und Erfahrung eine Geschichte der Psychopharmaka Gunther Kruse Forensik und die Kunst der Anpassung Dirk Klute Termine Hinweise für Autorinnen und Autoren Impressum Das Jahresinhaltsverzeichnis 2011 ist als PDF herunterzuladen unter alle Register finden Sie unter sozialpsychiatrische informationen 1/2012

4 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig Danach folgt ein Beitrag des Autors Tobias Ruttert, der, sorgfältig und eher theoretisch orientiert, die Unterschiede und Überschneidungen von sozialer Arbeit und Psychotherapie untersucht. Mit welchen Problemen sich gegenwärtig Sozialarbeiter in der praktischen Arbeit auseinandersetzen müssen, wird in einem Interview deutlich, das Renate Schernus für die Sozialpsychiatrischen Informationen mit dem Sozialarbeiter Joachim Schmidt führte. Seine Erfahrungen werfen viele Fragen auf. So lässt sich z. B. fragen, ob sich die Sozialarbeit gegenwärtig»tendenziell weiter weg von dem bewegt, was der Klient braucht, hin zur Anzahl der geleisteten Fachleistungsstunden«. Danach folgen Artikel, die den Blick nochmals in andere Richtungen weiten: Heiner Keupp gibt einen fundierten Überblick über die Entwicklung der Selbsthilfe und die aus ihr zu gewinnenden Selbstwirksamkeitserfahrungen. Unter anderem untersucht er historische Hintergründe, die Bedingungen, die notwendig sind, sich selbstwirksam zu erleben sowie Chancen und Grenzen der Selbstverantwortung. Georg Christoph Heiligensetzer erfreut mit einer lebendigen Darstellung der Geschichte von Monika Mikus, die zu ihren»stimmen«ein positives und dialogisches Verhältnis gefunden hat. Der Autor verweist auf den Umdenkungsprozess in Bezug auf den Umgang mit Stimmen, den die Stimmenhörerin Patsy Haagan und der Sozialpsychiater Marius Romme Mitte der 80er-Jahre in Maastricht angestoßen haben. Dass auch Literatur ein die Kultur des Helfens bereicherndes Element sein kann, geht aus dem Beitrag von Jürgen Zink hervor. Überzeugend macht er deutlich, dass durch Literatur ein Blick auf die Lebens- und Welterfahrung psychisch kranker Menschen entstehen kann, der den üblichen Blick der Psychiatrie zu überschreiten und zu erweitern in der Lage ist. Ganz praktisch und in Schritten, die sich nachahmen lassen, schildert er seine Erfahrungen mit einer Lesegruppe. Schließlich werden Leserinnen und Leser, die bis hierher die so unterschiedlichen Kulturen des Helfens durchmessen haben, mit einem kurzen, humorvollen Beitrag des in der forensischen Psychiatrie arbeitenden Pfarrers Dirk Klute zum Schmunzeln oder vielleicht auch zum Stirnrunzeln gebracht. Denn die»kunst der Anpassung«ist nicht nur ein Thema von Patienten. In der Rubrik»Alte Texte neu gelesen«drucken wir einen Text des zu seiner Zeit zunächst berühmten und geschätzten und schließlich politisch in Ungnade gefallenen Psychiaters Ernst von Feuchtersleben ( ) ab. Feuchtersleben ging es stets um eine umfassende Kultur des Helfens, bei welcher bewusst bleibt, dass»seele und Leib sich aufs innigste in allen Gebilden des lebendigen Individuums durchdringen«. Zuletzt sei noch erwähnt, dass Sie, wie stets, am Ende dieses Heftes die Seite des»netzwerkes der Sozialpsychiatrischen Dienste in Deutschland«finden mit neuen Nachrichten und Informationen. Zur Titelabbildung Edvard Munch: Melancholie, 1891»Diese Schwächen, die ich behalten werde, sind ein Teil meiner selbst. Ich möchte meine Krankheit nicht ablehnen, denn meine Kunst schuldet ihr viel.«edvard Munch war das zweite von fünf Kindern eines gebildeten, wenngleich angstbetonten, dem Pietismus zugeneigten Arztes, sowie einer tief religiösen Mutter. Er wuchs in einer Arbeitervorstadt von Christiania (Oslo) auf. Als er fünf war, starb seine Mutter, als er vierzehn war, seine ein Jahr ältere Schwester Sophie beide an Tuberkulose. Sophies Leiden hat Munch in seiner berühmten Studie»Das kranke Kind«festgehalten. Von Anfang an unglücklich waren Munchs erotische Begegnungen. Seine erste Beziehung, eine verheiratete Frau aus dem Umfeld der Osloer Bohème, lässt ihn»das ganze Unglück der Liebe spüren«. Am schönsten erschien sie ihm, wenn sie gleich seiner Mutter»bleich, leidend und in Schwarz gekleidet war«. Eine gewaltige Zuspitzung seiner unbeständigen, von dauernder Ambivalenz getragenen Beziehungen zu Frauen erfährt Munch in seiner Begegnung mit der wohlhabenden Weinhändlerstochter Tulla Larsen. Sie möchte ihn durch vorbereitete Papiere zur versprochenen Ehe zwingen. Munch flieht vor ihr in die Schweiz. Das Verhältnis geht zwei Jahre später, als sich Munch während einer heftigen Auseinandersetzung mit Tulla Larsen ein Fingerglied der linken Hand abschießt, dramatisch zu Ende. Im darauf anspielenden Gemälde»Auf dem Operationstisch«(1902/03) versucht Munch nicht die Katastrophe realistisch wiederzugeben, sondern er schafft eine Refiguration des Erlebten, das ihn in eine tiefe Krise stürzte. Entfernt von seinen Freunden der Osloer und Berliner Bohème begibt er sich in Kopenhagen, wo er einen»nervenzusammenbruch«erleidet, einmal mehr in die Behandlung einer psychiatrischen Klinik. Munch hatte sicher aufgrund des Erlebens der psychischen Erkrankung seiner Schwester Laura, wohl auch der Erfahrungen mit Strindberg und Hamsun stets gefürchtet, ganz dem Wahnsinn zu verfallen. Nach Munchs Behandlung in Kopenhagen wurde die Sprache seiner Bilder deutlich ruhiger, weniger dicht. Er lebte eher einsam, abseits der großen Stadt, spiritistischen Dingen zugeneigt, als Künstler endlich anerkannt in der Nähe von Oslo. Dort baute er Obst und Gemüse an und malte unaufhörlich. Er hielt klare Distanz zu den deutschen Okkupanten und starb 1944 schließlich friedlich im Alter von 81 Jahren. 2 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

5 Zur Titelabbildung 1893, im Alter von 30 Jahren hat Munch sein vielleicht bekanntestes Gemälde»Der Schrei«geschaffen. Das Phänomen»Angst«ist darin in beklemmender Emphase ins Bild gesetzt. Knapp 50 Jahre zuvor war Sören Kierkegaards»Der Begriff Angst«erschienen. Hier wird erstmals das Erscheinungsbild der Angst als etwas dargestellt, das sich im Gegensatz zur Furcht nicht auf konkret Fassbares bezieht. Sie bleibt unbestimmt und ist so weniger psychologische Kategorie, als philosophisches Konzept. Und diese Angst führt letztlich in Einsamkeit und Verzweiflung. Als Atmosphäre der Unheimlichkeit und als stetes Schuldigsein durchzieht sie Munchs Leben und Werk. Munchs Schwester Laura litt unter schweren Depressionen. Mit siebzehn Jahren verlor sie den Kontakt zur Wirklichkeit. Die bittere innere Not dieser Stimmung hat Munch später, nach Studien die in der psychiatrischen Heilanstalt entstanden sind, in dem Bild»Melancholie«, festgehalten. Munch hat dieses Motiv, das seinen Freund Jappe Nilssen darstellt, in verschiedenen Farbkombinationen und unterschiedlichen Techniken mehrfach dargestellt. Auch Nilssen litt an einer, durch Eifersucht ausgelösten, melancholischen Verbitterung. Man sieht, im Hintergrund angedeutet, ein Paar am Steg, neben einem Boot. Im Vordergrund zeigt sich die in sich versunkene männliche Figur, die mit der flächig dargestellten, düster-geschwungenen Landschaft zu verschmelzen scheint. Es ist vor allem die rhythmische Kraft des Raumes, die dem Betrachter die Stimmung tiefer Traurigkeit geradezu suggestiv vor Augen führt. Eine Gefühlslage, der Munch lebenslang qualvoll ausgesetzt bleiben sollte und durch die er es doch vermochte,»die Realität zu Symbolen kondensierend, zu den Urfragen menschlicher Existenz vorzudringen«(g. Hofer). Literatur Clair, J. (2005) Melancholie. Genie und Wahnsinn in der Kunst, Katalog, Staatliche Museen Berlin Hofer, G. (1980) Edvard Munch:»Anziehung«und»Loslösung«in: Edvard Munch Liebe Angst Tod. Katalog, Kunsthalle Bielefeld Seidel, R. (2005) Er zeigte seine Wunden, in: Pahlke, R. E., Munch revisited Eduard Munch und die heutige Kunst, Katalog, Dortmund (Museum am Ostwall) Ralf Seidel sozialpsychiatrische informationen 1/2012 3

6 Autor: Thomas Feld Seelsorge in der Psychiatrie Psychotherapie in anderem Gewand? Zusammenfassung Der Autor dieses Beitrags war viele Jahre als Klinikseelsorger tätig. Seit fast drei Jahren arbeitet er als Geschäftsführer einer Diakonischen Einrichtung. Gerade durch den zeitlichen Abstand zur seelsorgerischen Tätigkeit gelingt eine ebenso klare wie persönliche Beschreibung sowohl der Gemeinsamkeiten allen helfenden Handelns als auch des Spezifischen der Seelsorge. Sehr deutlich wird unter anderem, dass gerade in Zeiten großer Arbeitsverdichtung, die Begegnung mit Patienten im Rahmen von Seelsorge einen besonderen Wert darstellt. Psychotherapie in anderem Gewand Wenn man die Patienten fragen würde, wodurch sich das, was sie in den Gesprächen mit mir als Seelsorger erlebt haben, von Psychotherapie unterscheidet, wäre es ihnen womöglich schwer, die Unterschiede zu benennen. Da gibt es viele Überschneidungen. Wenn Foucaults 1 These stimmt, haben psychotherapeutische Verfahren Wurzeln, die bis in die kirchlich-klösterliche Beichtpraxis hinabreichen und umgekehrt beziehen sich seelsorgliche Ausbildung und Methodik spätestens seit Ende der Sechzigerjahre auf psychotherapeutische Methoden vor allem der humanistischen Psychologie. Die meisten Seelsorger haben im Rahmen ihrer Ausbildung psychotherapeutische Selbsterfahrung gesammelt, sie haben gelernt, in seelsorgliche Gespräche psychotherapeutische Methodiken einzubringen, geführte Gespräche anhand von Verbatim-Protokollen zu interpretieren und auszuwerten, Supervision als selbstverständliches Element in ihre berufliche Praxis einzubeziehen und nicht wenige haben komplette psychotherapeutische Ausbildungsgänge als Gesprächs-, Gestalt-, Bioenergetik- und Systemische- Psychotherapeuten absolviert. Und außerdem: Im Rahmen der Arbeitsverdichtung in der Psychiatrie gibt es immer weniger Raum für suchende, tastende Gesprächsbewegungen zu existenziell und biografisch bedeutsamen Themen, sodass mitunter vielleicht das seelsorgliche Gesprächsangebot für etwas genutzt wird, was bei etwas großzügiger bemessenen Ressourcen Platz in psychotherapeutischen Gesprächen fände. Je nach Geschmack und individueller Vorgeschichte wurden diese Überschneidungen von ärztlich-psychologischen Kollegen als willkommene Ergänzung ihres Behandlungsangebotes oder als Konkurrenz erlebt. In Konfliktsituationen war mir folgender Gedanke hilfreich: Alle in der Psychiatrie arbeitenden Menschen haben es mit der Gestaltung von Begegnungen zu tun. Das ergibt ein breites Feld von Überschneidungen zwischen ärztlicher, pflegerischer, psychologischer, ergotherapeutischer, sozialarbeiterischer oder seelsorglicher Tätigkeit. In die Begegnung spielen alle kommunikativen Besonderheiten hinein, die sich als Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene verstehen lassen oder als kommunikative Verzerrungen vor dem Hintergrund psychischer Erkrankungen. Es ist ein Gebot der Klugheit, sich mit diesem Feld vertraut zu machen, für dessen Erhellung, Strukturierung und Gestaltung alle Berufsgruppen gut tun, sich mit psychotherapeutischem Wissen und Methodik zu versorgen natürlich auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger. Das Spezifische der Seelsorge Vor diesem Hintergrund zeichnet sich aus meiner Sicht Folgendes als spezifisch für die Seelsorge ab: Für meine Arbeit in der Westfälischen Klinik wurde mir am ersten Tag meiner Beschäftigung in einem feierlichen Akt eine Berufungsurkunde überreicht: Ich wurde von meiner Kirche als Seelsorger berufen und bestellt. Das geschah nach umfangreichem Studium, Vikariat und Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie einem formellen Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren. Abgesichert war die Tätigkeit zudem durch eine Dienstanweisung die sich eher als Beschreibung eines Freiraums gegenüber hierarchischen Zugriffen denn als echte Stellenbeschreibung lesen ließ. Ein ziemlicher symbolischer Aufwand unter anderem, um Folgendes deutlich zu machen: Hier handelt jemand nicht aus eigener Vollkommenheit, sondern in einem Amt und einem Auftrag, die sich nicht aus ihm selbst oder den Notwendigkeiten eines Arbeitsfeldes ableiten lassen, sondern ihren Grund letztlich in der Unverfügbarkeit des Wortes Gottes haben, zu dessen Verkündigung und Artikulation ich berufen war. Große Worte, viel Form und Relikte eines Berufs- und Beamtenethos, die uns eher ins 19. denn ins 21. Jahrhundert zu passen scheinen und schon längst nicht mehr den regelhaften Hintergrund seelsorglicher Beauftragung bilden. Und doch etwas, was bis in das einzelne seelsorgliche Gespräch zu spüren ist. Die Fundamentierung der Seelsorge in der Ordination macht auf die Wurzeln des seelsorglichen Einzelgesprächs in der Beichte aufmerksam. Die Beichte ist durch das Beichtgeheimnis besonders geschützt. Nichts darf von dem in der Beichte mitgeteilten nach außen dringen das Beichtgeheimnis kann auch durch richterliche Anordnung nicht aufgehoben werden. Auch wenn das Beichtgeheimnis selten explizit in Anspruch genommen wurde, konnten doch alle Menschen, die sich mir als Seelsorger anvertraut haben mit einem besonderen Schutzraum des Gesprächs rechnen, der auch vor Einträgen in die das Patientendasein immer mehr dominierende»kurve«gefeit war. Ich halte die Bereitstellung eines solchen Raums im Kontext eines Arbeitsfeldes, dem der Schrecken der totalen Insti- 4 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

7 Feld: Seelsorge in der Psychiatrie Psychiatrie in anderem Gewand? tution wenigstens aus der Vergangenheit noch anhaftet, für unglaublich bedeutsam und wichtig. Dass der seelsorgliche Auftrag von einem ordinierten Pfarrer oder einer ordinierten Pfarrerin wahrgenommen wird, setzt zudem ein schwer zu beschreibendes Geflecht von Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen in Gang, das für das jeweilige Gespräch von nicht geringer Bedeutung ist. Im Pfarrer begegnet jemand, der in besonderem Kontakt zum Bereich des Heiligen steht. Das heißt im seelsorglichen Gespräch betrete ich einen Raum, in dem ich unter einer anderen Perspektive wahrgenommen werde als sonst. Während ich sonst hinter meiner Rolle in den verschiedenen gesellschaftlichen Funktionsbereichen zu verschwinden drohe für Psychiatriepatienten heißt das: im Funktionsbereich Medizin mit seiner Fundamentalunterscheidung gesund krank besteht im seelsorglichen Gespräch die Chance, losgelöst von diesen Rollen wahrgenommen zu werden. Ich kann im seelsorglichen Gespräch über meine Rolle als dazu noch mit einer diffamierenden Diagnose versehenen Patient hinaus wahrgenommen werden als der Mensch, als der ich gedacht war, der ich hätte sein und werden können. Mit dem Eintritt in den Bereich des religiösen ist die ursprüngliche Heiligkeit des Lebens berührt und damit die Chance, im seelsorglichen Gespräch als Mensch in Erscheinung zu treten mit Hoffnungen und Sehnsüchten genau so legitim wie die aller anderen Menschen, ohne die Beschädigungen, von denen mein Leben real betroffen und entstellt ist. Dies berührt die besondere theologische Qualifikation des seelsorglichen Gesprächs. Für die humanistische Psychologie, ich denke vor allem an Carl Rogers, war die Entdeckung entscheidend, dass sich heilsame Kräfte vor allem da entfalten, wo sich das Gegenüber vollumfänglich akzeptiert weiß. Diese Erkenntnis könnte direkt der protestantischen Ethik entnommen sein, die gutes Handeln da entstehen sieht, wo sich jemand gut behandelt weiß und Vertrauen da wachsen sieht, wo man Vertrauen schenkt. Für die vollständige Wahrnehmung des Menschen ist dieser Verweis auf die guten Wirkungen einer wohlwollend akzeptierenden Annahme aus Sicht der protestantischen Theologie jedoch zu einseitig. Gottes Gnade lässt sich nur erfahren, wo auch bewusst ist, dass ich Sünder bin. Es geht um die gnädige Annahme des Sünders. Es geht darum, dass alle Menschen schon immer am wahren Leben vorbeigehen, sich selbst und dem anderen entfremdet sind, immer schon beschädigt, immer schon anders als von Gott gedacht und gewollt das geht nicht allein dem Psychiatriepatienten so. Und doch und gerade als solche beschädigten Menschen sind wir von Gott geliebt und angenommen. Für das seelsorgliche Gespräch begründet dieser theologische Hintergrund eine tiefe Solidarität zwischen Seelsorger und Rat suchenden Frauen und Männern. Vor Gott gibt es keinen qualitativen Unterschied zwischen gesund und krank, behindert und nicht behindert, Patient oder Therapeut. Frei nach einem Pauluswort (Brief an die Römer 3,21): sie gehen alle am wahren Leben vorbei und können keinen Anspruch auf Gottes Liebe geltend machen und erhalten trotzdem ohne eigenes Zutun Gottes Liebe als freies Geschenk. Aus dieser theologischen Qualifikation des seelsorglichen Gesprächs leiten sich einige weitere Besonderheiten ab: Psychiatrische Diagnostik ist ebenso wenig Teil des seelsorglichen Gesprächs wie Heilung einer psychischen Erkrankung. Was nicht heißt, dass ich mich als Seelsorger nicht für die Krankheit meines Gegenübers interessiere. Im Gegenteil muss ich darum und um die kommunikativen Verzerrungen wissen, die aus einer psychischen Erkrankung folgen können. Es wäre einfach dumm, einem Menschen, der in einem depressiven Schuldwahn gefangen ist, eine Beichte mit Vergebung anzubieten, oder mich von den Liebesbekenntnissen einer manischen Patientin übermäßig geschmeichelt zu fühlen. Ebenso kann ein seelsorgliches Gespräch auch heilsame Wirkungen haben, das ist aber nicht Sinn und Ziel von Seelsorge. In der Seelsorge geht es um solidarische Begleitung von Menschen in Not, um Trost, Akzeptanz, und in Konfliktsituationen, nach einer Definition Klaus Winklers: um»freisetzung eines christlichen Verhaltens zur Lebensbewältigung«. 2 Seelsorger können ein Stück freier handeln als Psychotherapeuten. Ich selbst habe den seelsorglichen Freiraum sehr gründlich ausgeschöpft, was ja auch im Rahmen meiner Dienstanweisung möglich war. Für mich ist es in der Psychiatrie auch Erfüllung des seelsorglichen Auftrags, wenn ich mich für die reale Verbesserung der Lebenssituation psychisch erkrankter Menschen einsetze. Manches seelsorgliche Problem war deutlich gemildert, wenn eine Wohnung oder ein angemessener Arbeitsplatz gefunden war, wobei ich als Geschäftsführer einer Integrationsfirma und eines Vereins, der sich mit der Beschaffung von Wohnraum für psychisch behinderte Menschen befasst, oft recht unkompliziert helfen konnte. Noch ein Spezifikum seelsorglichen Handelns möchte ich nennen: Seelsorge geschieht vor einem deutlich benennbaren Welt- und Menschenbild, einem theologischen und anthropologischen Hintergrund, der von einer sich öffentlich darstellenden Gemeinschaft, der Kirche, geteilt wird. Als Seelsorger bringe ich immer etwas von diesem Kontext mit, der sich im konkreten seelsorglichen Gespräch in Form von Erinnerungen an Erfahrungen mit der Kirche und ihren Ritualen aktualisiert. Das sind häufig gute Erfahrungen und hilfreiche Rituale in denen, wie im gemeinsamen Gebet, gegenwärtig gehalten wird, dass wir in allen unseren Nöten auf Gott vertrauen dürfen. Kurzes Nachwort: Da ich mich vor fast drei Jahren aus der Psychiatrie verabschiedet habe, ist der Text an vielen Stellen in der Vergangenheitsform geschrieben. Das Nachdenken und Schreiben über Seelsorge hat viele Erinnerungen wach werden lassen und mir bewusst gemacht, dass die seelsorgliche Dimension auch in meinem gegenwärtigen beruflichen Kontext im Management eines großen Diakonischen Werks eine zentrale Dimension meines beruflichen Handelns bleiben soll: auch hier begegnen wir uns neben unserer Festlegung auf unsere beruflichen Rollen als diese von Gott gewollten und geliebten Menschen. Es war eine heilsame Unterbrechung meines Alltags, mir dies erneut bewusst zu machen. Anmerkungen 1 Michel Foucault u. a., Technologien des Selbst, Frankfurt am Main, Klaus Winkler, Seelsorge, Berlin, New York 1997, S. 3 Der Autor Pfr. Thomas Feld Theologischer Vorstand Diakonisches Werk der Evangelisch Lutherischen Kirche in Oldenburg Kastanienallee Oldenburg sozialpsychiatrische informationen 1/2012 5

8 Autorin: Jane-Anna Spiekermann Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse Zusammenfassung Basierend auf eigenen Erfahrungen in den Bereichen der klinischen Psychiatrie und der Psychosomatik, wird in diesem Beitrag begründet, warum die Autorin sich auf den Weg zur Psychoanalytikerin machte und warum sie zu der Meinung gekommen ist, dass die Patienten ein Recht auf die Psychoanalyse haben. Alles Recht in der Psychiatrie? Theorie und Praxis klaffen auseinander; soweit bekannt, soweit akzeptiert. Doch sollte das Ausmaß dessen, was wir noch bereit sind zu akzeptieren, nicht von den jeweiligen Folgen abhängen? Ein genauerer Blick auf die Unterschiede zwischen theoretischem Konzept und Realität der psychiatrischen Klinik könnte zeigen, dass die Unterschiede zu gravierend und die Folgen somit unannehmbar sind. Immer wieder gelingt es vereinzelten Psychiatern oder Psychologen, den Blick auf den Patienten zu erweitern, sodass der Blick die facettenreiche Palette menschlichen Seins im Auge behält; selbst die dunkelsten, hässlichsten Töne gehören selbstverständlich dazu; selbst wenn die Geschichte eines Patienten in diesen hässlichsten Farben gezeichnet ist, vermögen es diese seltenen Therapeuten die noch so kleinen Farbkleckse zu finden, die von hoffnungsfroher Schattierung sind. Mit Sachverstand und tiefem Gespür für die Extreme des menschlichen Handlungsspielraums leisten sie ihren Patienten Hilfestellung, damit diese in die Lage versetzt werden, auch die düsteren Farbgebilde im Gesamtbild zu integrieren, sodass jeder Farbfleck seinen Platz findet und der Blick auf die entstehende Gesamtkomposition ein anderer ist, als es zunächst den Anschein hatte.»sie [die Psychotherapeuten] begeben sich mit ihren Patienten auf eine Reise der Begegnungen und der Exploration in dem Glauben, dass das gemeinsame Suchen nach den versteckten Bedeutungen zur Heilung der verwundeten Psyche führt.«1 Die gemeinsame Suche nach versteckten Bedeutungen kann also zu einer Heilung des verletzten Innenlebens führen;... es kann aber auch ganz anders zugehen. Sechster Stock eines Zentralkrankenhauses an einem Montagmorgen. Wer im Fahrstuhl auf die Taste mit der 6 drückt, ist sich der neugierigen Blicke der anderen sicher. In diesem Stockwerk lassen sich die Fenster nicht öffnen, die zwei Balkone sind vergittert. Von dem runden fensterlosen Gang aus geht es in ein Zimmer, in dem die Mitarbeiter der psychiatrischen Klinik gerade bei der Übergabe sind.»sag mal, was ist eigentlich mit Herrn Schwegler 2 los? Vor allem gestern hätte ich ihn gleich mehrmals an die Wand klatschen können.«etwas nervös bemüht sich Katrin, die Bezugstherapeutin des besagten Patienten, um eine Erklärung, die sein Verhalten zum einen entschuldigen könnte (denn darum geht es); zum anderen muss sie aber auch aufpassen, dass sie den Schuldigen nicht zu sehr verteidigt, da sie sonst selbst in Ungnade der Pflegeleitung fallen könnte. Anke, die junge Stationsärztin, sieht belustigt aus, während sie ihrer Kollegin zuhört.»wenn alles, was ich für den Umgang mit den Psychos wissen müsste, in einem Buch zusammengefasst wäre, dann würde ich es vielleicht lesen«, sagt sie selbstbewusst und widmet ihre Aufmerksamkeit sogleich dem Marmorkuchen, der angeschnitten auf dem Tisch steht. Zaghaft klopft es an der Tür, und im nächsten Moment erscheint Frau Peines Kopf im Türspalt.»Jetzt nicht!«, ertönen gleich mehrere Stimmen unisono. Erschrocken verschwindet der Kopf. Weiter im Text. Als es gerade darum geht, ob»die Story«von Herrn Sander, Neuaufnahme von Samstag nach einem Suizidversuch, nicht»total unglaubhaft«sei, klopft es wieder an der Tür dieses Mal etwas dringlicher. Ohne ein weiteres Aufblicken von Heike sie berichtet gerade darüber, dass Herr Sander sich immerzu als Unschuldslamm darstellt ruft sie gereizt»raus!«in Richtung Tür. Alles Recht in der Psychiatrie?»Psychotherapeuten entdecken die Erkenntnis wieder, dass Psychotherapie keine minutiöse Technik ist, in der es in erster Linie um den akkuraten Gebrauch von Worten geht, um wirkungsvolle Interpretationen zu bieten. Viel mehr wird die Psyche/der Geist in der Tiefe erreicht und berührt, wenn wir einfache Worte benutzen, Worte die in Bildern und Metaphern sprechen, da diese Sprache eine universale und zeitlose ist [...]. Eine Sprache, die das Herz, den uralten Sitz der Emotionen, berührt und mit der Seele spricht [...]. [Diese Worte] sind Wege, auf denen der Mensch ein Gefühl der Ganzheit wiedererlangen kann; das Gefühl eine Person mit einem Selbst zu sein, dessen Kopf, Herz und Seele nicht in kognitive Kategorien auseinander dividiert werden können.«3 Raus! mag zwar in die Kategorien einfache Worte oder zeitlose Sprache fallen, jedoch meint man mit einer Sprache, die das Herz berührt, vermutlich etwas anderes. Wie sieht es in der Praxis aus, wenn es darum geht, den Menschen nicht in kognitive Kategorien zu unterteilen, sondern ihm zu einem Gefühl der lückenlosen Subjektivität zu verhelfen? Frau Naro kommt aus einem kleinen Dorf Süditaliens. Dort wuchs sie mit ihren fünf Geschwistern auf, bevor sie mit 17 Jahren ihrem Verlobten hinterherzog, der ihnen in Deutschland ein besseres Leben ermöglichen wollte. Heute ist sie 52 und schwer depressiv. Wenn sie spricht, erzählt sie von ihrem Dorf, den Olivenbäumen, ihrer großen Familie und vor allem von ihrer Mutter. Dabei bekommt sie Tränen in den Augen, denn viel Zeit bleibe der Mutter nicht mehr... und sie könne nicht bei ihr sein.»therapeutisch«(und damit ist in der Psychiatrie nicht selten die medikamen- 6 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

9 Spiekermann: Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse töse Therapie gemeint) wurde schon»alles versucht«4. Aber man will der»armen Frau«ja helfen (ach ja... der Druck des Oberarztes, dass das Bett langsam frei werden müsse, wird ja auch nicht geringer...), sodass man ihr großzügig eine Elektrokrampftherapie (EKT, im Volksmund Elektroschocks ) vorschlägt.»wäre Ihnen das recht, Frau Naro? Damit können wir Ihnen vielleicht helfen.«denn was die Reform-Psychiatrie der 70er- Jahre Erfolg versprechend bekämpfte, wird wieder salonfähig. Frau Naro liegt in ihrem Bett, über ihrem Kopf surrt die Neonröhre, und außer diesem Surren und einer ratlosen Leere der Verwirrung kann sie in ihrem Kopf nichts finden; also nickt sie emotionslos die EKT wird angeordnet. Dieses Nicken war ausschlaggebend, da Elektrokrampftherapien schließlich nur auf freiwilliger Basis mit Einwilligung des Patienten durchgeführt werden dürfen. Gut, dass Frau Naro ihre Entschlossenheit so deutlich gezeigt hat. Aber sie wird es schon richtig entschieden haben, ist doch die Wirksamkeit überzeugend belegt: Effektiver als die Pharmakotherapie! 5 Alles Recht in der Psychiatrie? Am nächsten Morgen wird Frau Naro am Kopf elektrischer Strom verabreicht, um generalisierte epileptische Anfälle auszulösen. Unerwünschte Nebenwirkung: Kognitive Beeinträchtigungen, die vorwiegend das Gedächtnis betreffen, sich»in der Regel«aber von selbst zurückbilden weniger betont wird dabei der Umstand, dass sie sich häufig nur inkomplett zurückbilden. Es geht hier also um die Auslösung epileptischer Anfälle zu»therapeutischen Zwecken«. Therapie von griechisch therapeia meint»das Dienen, die Bedienung, die Dienstleistung, die Pflege der Kranken«. Wenn die Pflege der Kranken meint, dass der Mensch so seziert wird, dass man ihm helfen kann, etwas zu löschen... dann dürfen die sog. Elektroschocks wohl Elektrokrampftherapie genannt werden. Wenn Pflege der Kranken/Therapie aber meint, dass sich der Therapeut/Arzt auf die Aspekte der Geschichte eines Patienten konzentriert, mit denen der Patient es bisher nicht geschafft hat, ins Reine zu kommen, weil sie ihn stören/schmerzen vielleicht so sehr stören/ schmerzen, dass sie zu einem gestörten und/oder Schmerz geplagten Verhalten führen, dann sollte weiterhin von Elektroschocks und nicht von Elektrokrampftherapie gesprochen werden.»[...] Als Ziel eines jeden Augenblicks der Therapiesitzungen lässt sich formulieren, dass der Patient einen Zugang zu seinen wahren Gefühlen erhält und das in einem Ausmaß, das er noch ertragen kann. Mit anderen Worten: Eine Aufgabe der psychodynamischen Psychotherapie besteht darin, den Patienten in die Lage zu versetzen, seine eigene Geschichte zu erzählen, sodass diese Erschließung zu einer Veränderung seiner Sichtweise, in der er sich und seine innere Welt erlebt, führt, was wiederum Veränderungen seiner Persönlichkeitsstruktur mit sich bringt.«6 Frau Naro wirkt in ihrer Persönlichkeitsorganisation ebenfalls verändert; sie erscheint nun so gleichgültig, irgendwie entfernt von sich selbst.»findet ihr nicht auch, dass Frau Naro etwas läppisch 7 wirkt?, stellt der leitende Psychologe Helmut lachend fest und verpackt seine Beobachtung dabei in eine Frage, um sich dahinter verstecken zu können; verstecken vor der Ahnung, dass die EKT nicht hätte sein müssen, dass sie gar ein Fehler war. Da er aber nicht zu seiner Befürchtung steht (und auch der Chef keine Lust hat, einen Fehler in Erwägung zu ziehen), bleibt Helmuts Frage unbeantwortet, nur sein Lachen wird von den Kollegen erwidert. Ein Unbehagen bleibt allerdings spürbar. Wie dem auch sei; Freitag wird Frau Naro entlassen... aus den Augen, aus dem Sinn. Alles Recht in der Psychiatrie?»Obwohl gesunde Menschen kommunizieren und ihnen das Spaß macht, so ist es gleichermaßen Tatsache, dass jedes Individuum ein isoliertes, permanent nicht-kommunizierendes, permanent unbekanntes, ja nichts anderes als ein unentdecktes ist. [...] Im Zentrum jedes menschlichen Wesens ist ein Element, das die Abgeschlossenheit von der Außenwelt verkörpert, und dieses ist heilig und in höchstem Maße erhaltenswürdig.«8 Wenn Winnicott von dem Recht spricht, dass das zentrale Element im menschlichen Wesen als heilig und erhaltenswürdig zu behandeln ist, dann fällt in diesem Zusammenhang auf, dass dieses Recht wenn überhaupt den Gesunden zuteil wird. Viele Kranke aber, die auf Unterstützung, Hilfe, einen geschützten Raum angewiesen sind, sind nicht gefeit davor, dass in diesem Fall mithilfe elektrischen Stroms in ihrem heiligen Kern ein Kurzschluss erzeugt wird, der diesem Kern seinen Inhalt nimmt. Die entstehende Gesamtkomposition, die Geburt, Kampf, Anstrengung, Freude, Schmerz und Tod in verschiedensten Farbtönen darstellt, ist dann nicht nur ihrer Farben, sondern manchmal auch ihrer Inhalte beraubt. Alles Recht in der Psychiatrie? Der Nächste bitte! Oder Fließbandarbeit in der psychosomatischen Rehaklinik: Die erste Patientin an diesem Mittwochmorgen: Margrit Roth, geb. 1962, Altenpflegerin, Burn-out-Syndrom, Panikattacken. Ich kenne sie noch nicht, sie ist erst gestern Abend angereist. Schnell noch ein letzter Blick zum Tisch mit den beiden Stühlen Papier und Stift an meinem Platz, daneben eine Packung Taschentücher... alles bereit, ich kann sie hereinbitten. Vor der Tür wartet eine Frau, die eher wie Ende 50 aussieht. Ihr Gesicht ist zwar nicht sonderlich faltig, aber es wirkt, als läge ein gelblich grauer Film auf ihm, gegen den die Mimik kaum ankommt. Schüchtern und nervös sieht Frau Roth mich aus müden Augen an. Ihre Mundwinkel verziehen sich mühsam zu einem Lächeln. Wie immer ist meine eigene Müdigkeit sofort vergessen. Wie so oft bin ich froh, dass die Person vor mir den Weg in unsere Klinik gefunden hat. Depression als Signatur unserer Zeit? Jedoch meist kommen die Patienten gar nicht mit der Diagnose einer Depression, sondern sie leiden unter einem Burn-out. Burnout. Gehört Frau Roth wohl auch zu den Leuten, die lieber unter einem Burn-out leiden, als unter einer Depression? Da hat die WHO bereits geschätzt, dass Depression in ca. zehn Jahren die zweithäufigste Erkrankung sein wird, und trotzdem schämen sich die Patienten ihrer Depression... als hätten sie es selbst in der Hand, wieder die Alte zu werden, wenn sie sich nur zusammenreißen würden. Burn-out weist wenigstens auf sozial anerkannte Werte : Ich habe zu viel gearbeitet; ich bin fleißig; ich bin auch dann noch gewissenhaft, wenn ich nicht mehr kann. Burn-out bedeutet Depression, und Depression bedeutet aus Angst geschluckte Wut und Trauer... was auch bei Frau Roth wieder einmal zutrifft. Gerade erzählt sie mir, wie ihre Stelle letztes Jahr im September auf 80 % gekürzt worden sei, sie aber nach wie vor zwölf Stunden täglich im Altenheim verbringe.»die alten Leute sollen es ja nicht ausbaden müssen.«ich frage sie, ob ihre Kollegen sie nicht tatkräftiger unterstützen könnten. Aber nein, so etwas könne sie sie nicht fragen, und außerdem würden die meisten ja selbst Überstunden machen. Ob sie denn nicht wütend darüber sei, frage ich sie. Aber nein, wütend sei sie eigentlich nie. Dabei füllen sich ihre blassblauen Augen mit Tränen, sodass sie auf den Boden schaut. Ich will, dass sie aufhört, ihren Kummer zu schlucken und provoziere sie, indem ich ihr sage, dass sich sozialpsychiatrische informationen 1/2012 7

10 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig Wut bei ihr wie Trauer anfühlt, dass sie vielleicht schon ein Leben lang diese Trauer geschluckt hat, dass das Fass aber voll ist. Kein Platz mehr zum Schlucken. Kein Platz mehr, um die Trauer erst einmal abzuschieben, sodass ihr Körper anders damit fertig werden musste und depressiv wurde. Jetzt fängt Frau Roth an zu weinen.»ja, das wäre möglich.«ich reiche ihr ein Taschentuch und bemühe mich um ein warmes Lächeln. Wieder eine Patientin, die in die Reha kommt, die nicht mehr kann, weil das Fass voll ist. Rehabilitatio = Wiederherstellung. Wir sollen sie nun wiederherstellen und das Versprechen der Deutschen Rentenversicherung, das ihre Internet-Startseite überschreibt, einhalten:»wir sichern Generationen.«Interessante Vorstellung. Aber wie so oft habe ich keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Die ersten 50 Minuten mit Frau Roth sind nahezu vorbei, und so früh am Tag will ich nicht überziehen; zu viele Patienten würden dadurch warten müssen. Aber Frau Roth hört gar nicht mehr auf zu weinen. Zur Not kann ich ja auch die zehn Minuten, die ich bis zum nächsten Patienten Zeit habe, um mir Notizen zum Gespräch zu machen, zu lüften, etwas zu trinken... noch mit Frau Roth verbringen... Zur Not kommt ziemlich oft vor wenn nicht fast immer. Um 3 nach 10h werde ich nervös, als sie immer noch wie ein Häufchen Elend vor mir sitzt. Ich weiß, dass Herr Weiler draußen sitzt, dessen Frau ihm gestern mitgeteilt hat, dass sie ihn verlassen wird. Er war 35 Jahre lang verheiratet. Vor drei Jahren hatte er einen Unfall mit seinem Lkw, worauf viele Operationen folgten. Seit den Operationen ist er impotent und Frührentner. Seit den Operationen, meint er, sei er kein Mann mehr. Frau Weiler denkt mittlerweile wohl genauso. Ich schaffe es, das Gespräch mit Frau Roth zu beenden, indem ich ihr sage, dass ich heute nach Feierabend noch Briefe diktieren werde. Falls es ihr nicht besser gehen sollte, könne sie mich in meinem Zimmer finden. Sie ist eine nette Frau. Dankbar und etwas erleichtert geht sie. Für eine Pause ist keine Zeit mehr.»der Nächste bitte!«herr Weiler tritt ein. Er sieht nicht so aus, als habe er geschlafen. Ich werde mit ihm über seine Frau reden. Bis jetzt haben wir über vieles gesprochen, jedoch nicht über eine eventuelle Umschulung. Dabei sollte das unser erstes Thema sein. Herr Weiler erhält seit fast drei Jahren Rente auf Zeit; wir sollen beurteilen, wie es weitergeht. Der 55-Jährige ist 34 Jahre lang Lkw gefahren und mochte seinen Beruf. Eine 40 Stunden Woche hat er nie gekannt, eher eine 60 Stunden Woche. Jeden Tag musste er eine andere Schicht arbeiten. Aber er hat sich nie beklagt, so lange er nur am Wochenende bei seiner Rosi war... jetzt ist Rosi nicht mehr bei ihm. Sein Schlaf ist schon Jahre vor dem Unfall gestört gewesen. Von Schlafstörung hätte er aber nicht geredet. Außerdem sei er»immer stiller«geworden. Aber er musste ja arbeiten, und er musste froh sein, überhaupt bei einer Spedition untergekommen zu sein, die noch annähernd die alten Löhne zahlte, bevor viele Spediteure bulgarische oder polnische Fahrer einstellten. Auch Herr Weiler ist mir sympathisch. Ein mittelgroßer, leicht untersetzter Mann mit dichten dunklen Haaren und großen dunklen Augen, die stets meinen Blick zu suchen scheinen. Wie könnte ich jetzt über eine Umschulung reden? Dabei heißt es doch auf besagter Internetseite:»Jährlich erfahren etwa eine Million Menschen, dass ihr Körper nicht mehr den Belastungen am Arbeitsplatz gewachsen ist oder dass die gesundheitlichen Probleme eine berufliche Neuorientierung erforderlich machen. Dank einer Rehabilitationsleistung steigen Ihre Chancen auf einen erfolgreichen Neustart erheblich.«aber wie serviere ich Herrn Weiler einen Neustart?»Die gesundheitlichen oder behinderungsbedingten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit sollen möglichst dauerhaft überwunden werden«heißt es weiter. Gehört Impotenz auch zu den behinderungsbedingten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, die es zu überwinden gilt? Auch heute noch würde Herr Weiler sich nicht beklagen. Er beantwortet nur die Fragen, die ich ausdrücklich stelle. Wenn sich unsere Therapiesitzung aber dem Ende zuneigt, steht er erst auf, wenn ich aufstehe und in Richtung Tür laufe, um mich dort mit einem Händeschütteln zu verabschieden. Am liebs ten würde er sitzen bleiben. Trotzdem würde er nie zwischen den regulären Terminen um ein Gespräch bitten. Als wir heute an der Tür stehen, fragt er, ob er mich einmal drücken dürfe. Das muss ihn Überwindung gekostet haben. Also nicke ich und spüre in der Umarmung, dass er zwei-, dreimal kräftig schlucken muss, sodass ich selbst betroffen bin... aber dafür ist keine Zeit. Auch mit Herrn Weiler habe ich eine ganze Zeitstunde verbracht.»der Nächste bitte!«melanie Baumann, geb. 1977, Grafik-Designerin, Erschöpfungsdepression. Sie ist eine hübsche junge Frau mit langen rötlichen Locken und schon seit fast sechs Wochen hier. Heute ist unser Abschlussgespräch. Sie strahlt mich an. So hat sie vor sechs Wochen nicht ausgesehen. Während sie bereits vor mir sitzt, versuche ich noch das vorherige Gespräch abzuschütteln. Was für ein Wechsel. Die Arbeit mit Frau Baumann war erfreulich. Von Woche zu Woche ging es ihr zusehends besser. Oder wie es unter Kollegen oft heißt:»sie wurde immer besser.«wer oder was wurde hier besser? Die Funktionsweise? Etwas, das vorher schlecht geworden war? Sie kam mit einer Erschöpfungsdepression. Diese Bezeichnung ist ähnlich ärgerlich wie Burnout. Sie bleibt ein Label, und die Betroffenen halten eine mittelgradige depressive Episode nach wie vor für beschämender. Frau Baumann hatte die Uni mit einem hervorragenden Diplom verlassen und war dann abgesehen von dem einen oder anderen Gelegenheitsjob zwei Jahre lang arbeitslos, in denen ihr Selbstwertgefühl ziemlich gelitten hat. Sie wollte nie Hartz IV beziehen müssen und schämte sich dessen. Trotz der großen Verunsicherung wagte sie es aber schließlich, sich selbstständig zu machen. Während der ersten Jahre nahm sie jeden Auftrag an, da sie mittlerweile fest davon überzeugt war, es sich nicht leisten zu können, Kunden zu verlieren. Ihr Partner hat sie in dieser Zeit verlassen, da er sie kaum noch zu Gesicht bekam. Irgendwann landete sie wie so viele andere bei uns. Innerhalb von ca. sechs Wochen versuchen wir dann entweder, den Patienten auf der Verhaltensebene beizubringen, wie sie den Wahnsinn da draußen bei der Arbeit wieder oder besser bewältigen können (häufiger mal eine Pause nehmen, Atemgymnastik, 10-minütige Meditationen vor oder nach dem Mittagessen, blablabla), oder wir versuchen gemeinsam mit den Patienten zu verstehen, woher es kommt, dass sie nicht»nein«sein können, dass sie sich nicht besser abgrenzen können, dass sie sich oft mehr aufladen lassen als ihre Kollegen sodass sie schließlich in ein Burn-out laufen (passender wäre: warum sie so lange Wut und Kummer schlucken, bis sie depressiv werden). Frau Baumann möchte gerne den Text haben, den der Oberarzt heute in der gemeinsamen Morgenrunde vorgelesen hat. Er sei so gut gewesen. Es handelte sich um»die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral«von Heinrich Böll. Überhaupt die Texte sie sprechen von einer Welt, die den Patienten wie eine Parallel-Welt erscheint, zu der die Bekloppten (denn Patienten einer Fachklinik für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin werden noch immer nicht selten mit dem Stigma bekloppt ver- 8 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

11 Spiekermann: Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse sehen) sechs Wochen lang Zutritt erhalten, während wir ihnen suggerieren:»wenn du gut genug verstehst, wenn du gut genug aufpasst, wenn du gründlich genug deine Baustellen aufräumst dann wird diese Parallelwelt deine werden!«was steht da zwischen den Zeilen?»Wenn du gut genug bist, wird alles gut; es liegt an dir, ob alles gut wird oder nicht.«wir nehmen die Bekloppten in Behandlung, damit sie den Wahnsinn da draußen zukünftig besser bewältigen. Die Patienten aber sind sich einig: Die Reha findet unter einer Käseglocke statt. Im geschützten Raum sprechen wir zum einen von einer Welt, wie Heinrich Böll sie für uns geschaffen hätte; zum anderen machen wir die Patienten aber gesund, damit sie dort, wo sie krank geworden sind, wieder funktionieren... Wer oder was krankt hier wirklich? Die Patienten oder die Welt da draußen? Die Frage ist nicht neu, dennoch kommt sie zu Recht immer wieder auf. Im Rahmen der Reform-Psychiatrie der 70er-Jahre sollte im Wahnsinn der beseelte Mensch gegen die seelenlose Wirklichkeit hervorgekehrt werden. Auch die Patienten einer psychosomatischen Reha erinnern des Öfteren an beseelte Menschen, die an der seelenlosen Wirklichkeit erkrankten. Wer oder was ist krank? Die Menschen, die dem Druck da draußen nicht standhalten können und depressiv werden, sind offensichtlich krank. Schlafmangel, Appetitlosigkeit, ein leerer ausdrucksloser Blick, vorgealterte Gesichter sind nur wenige unter vielen Merkmalen, die eine Depression kennzeichnen. Doch es sind nicht selten gerade die netten Menschen, die depressiv werden. Es sind die, die hilfsbereit anderen unter die Arme greifen, die soziale Berufe wählen bevor sie krank werden. Menschen, die an einer Depression erkranken, haben oftmals eine Persönlichkeitsstruktur, die in der Literatur als altruistisch-depressiv bezeichnet wird. Den unbewussten Grundkonflikt der Betroffenen formuliert Boessmann 9 folgendermaßen:»ich sehne mich danach, um meiner selbst willen geliebt und wertgeschätzt zu werden [...], aber zuvor muss ich mich als ideales Gegenüber für andere ständig um Liebe und Wertschätzung bemühen.«dieser Grundkonflikt prädestiniert sie natürlich dazu, nicht»nein«sagen zu können ein ideales Gegenüber tut so etwas nicht. Würden die Betroffenen spüren, dass sie auch dann noch liebenswert sind, wenn sie aus ihrer Sicht kein ideales Gegenüber mehr darstellen, dann könnten sie sich vermutlich besser wehren, wenn z. B. der Chef Fristen setzen würde, die viel zu knapp bemessen sind; oder sie könnten ihre Familien auffordern, ihren Beitrag im Haushalt ebenfalls zu leisten, ohne gleich Angst vor Liebesentzug haben zu müssen, oder, oder, oder. Es sind nette Menschen, die vor ihrer Depression hilfsbereit und umgänglich waren. Könnte man die Sache zuspitzen und behaupten: Wir müssen die netten Menschen weniger nett machen, damit sie in der unnetten Arbeitswelt und Gesellschaft nicht krank werden? Wieso können wir die unnetten nicht netter machen, damit die netten so bleiben können, wie sie sind und somit die Gemeinschaft insgesamt ein wenig netter würde? Nein, bei so viel Nettigkeit wird einem ja ganz schwindlig, und wahrscheinlich hinken diese Fragen eh. Also bleiben wir dabei. Es sind die Netten, die krank werden, und nicht der Druck da draußen ist schuld, sondern ihre Persönlichkeitsstruktur oder ihre persönlichen Konflikte sind es. Also schauen wir, wie wir sie heilen müssen, damit sie da weitermachen können, wo sie krank geworden sind. Frau Baumann verabschiedet sich herzlich und dankbar. Hoffentlich werde es ihr gelingen, möglichst viel von dem, was sie hier gelernt hat, im Alltag umzusetzen. Die Möglichkeit, dass sich an den Umständen, die ihren Alltag konstruieren, etwas ändert, bleibt unerwähnt zu abwegig ist diese Möglichkeit. Nach drei weiteren»der Nächste bitte!«, einer Sprechstunde, einer Gruppentherapie und einer noch immer aufgelösten Frau Roth habe ich endlich Feierabend. Die überfälligen nicht diktierten Briefe nehme ich mit nach Hause. Hier fällt meine funktionierende Fassade. Ich kann nicht mehr. Ich fühle mich ausgebrannt. Ich depressiv? Nein! Gewissenhaft! Ich muss doch funktionieren, damit der Wahnsinn morgen weitergehen kann! Schließlich ist unser Team schon seit Wochen nur mit der Notbesetzung bestückt. Die Stimmung ist schon schlecht genug, weil jede von uns bis zum Anschlag arbeiten muss An wen erinnere ich mich gerade noch? Richtig an Frau Roth! Egal, da denke ich jetzt nicht weiter drüber nach. Schließlich muss ich noch Briefe diktieren. Am nächsten Morgen ist die Stimmung im Team mehr als gespannt. Für die Besprechung haben wir 45 Minuten Zeit, bevor die gemeinsame Morgenrunde mit den Patienten beginnt. Es kommt, wie es kommen muss; die Spannung reißt und verlagert sich im Streit zwischen den Mitarbeitern. Mit Wut im Bauch und ziemlich erschöpft müssen wir unterbrechen, um zur Morgenrunde zu gehen, wo das gesamte Team mit intakter Fassade sitzt, um als Nächstes die Weisheiten eines indianischen Stammesältesten vorzulesen. Ich bin wütend. Wütend auf meine Kollegen. Wütend auf die Klinikleitung, die zulässt, dass wir chronisch unterbesetzt sind. Wütend auf die Kollegin, die schon wieder krank ist. Ich könnte auch depressiv werden, damit meine Krankheitskarriere startet und ich in einigen Jahren beginnen kann, um die Rente zu kämpfen. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Ich könnte mir ein Selbsthilfebuch nach dem anderen durchlesen, in der Hoffnung, ausreichend kleine Tricks zu sammeln, die mich davor bewahren, vollends depressiv zu werden. Ich könnte Anhängerin des etwa 2500 Jahre alten Buddhismus werden, um mich im Schwabenland um das Jahr 2010 rum über Wasser zu halten. Nein, auch das hatte ich eigentlich nicht vorgehabt. Seitdem der Wirtschaft die Führungsrolle vor der Politik überlassen wurde, krankt es nicht nur in meinem Kopf, nicht nur in meinem Team, nicht nur in unserer Rehaklinik. Doch die vielen Nachrichten und Wirtschaftsdaten, die täglich gesendet werden, sind widersprüchlich und kaum einzuordnen, sodass ich nicht weiß, wen oder was ich als krank bezeichnen könnte oder wem ich die Schuld geben könnte. Chef oder Kollegen zu beschuldigen, erklärt nicht das Leid meiner Patienten. Soll ich dem Neoliberalismus (was auch immer das heißen oder nicht heißen mag) die Schuld geben? Die Konsequenz daraus wäre irgendwann einmal Revolution. Doch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als naiv abgestempelt zu werden, sollte ich diesen Gedanken laut aussprechen. Hielte ich es jedoch mit Lassalles Worten, dann bliebe die revolutionärste Tat, das laut zu sagen, was ist. Das sollte ohne Naivität möglich sein! Also was ist? Den Patienten wird beigebracht, wie sie den Dienst an der Gesellschaft fortführen können. Dafür sind die Rehakliniken zuständig. Dienstleistung für die Gesellschaft in den Rehakliniken alias Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Scheinbar geht es dort um die Suche nach der eigenen inneren Wahrheit, scheinbar um wieder gesund zu werden, wobei das Ziel dieser Suche doch von Anfang an feststeht: die Patienten für den Status quo fit zu machen. Die kollektive Produktion von Unbewusstheit gestaltet sich also derart, dass wir den Fehler in uns suchen und nicht andernorts. Wie sieht der Status quo aus? Trotz aller technischen Fort- sozialpsychiatrische informationen 1/2012 9

12 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig schritte sinkt in den alten Industrieländern seit 1980 der Wohlstand. Warum sinken die Reallöhne trotz produktiver Fortschritte? Warum müssen Renten und Sozialleistungen immer wieder gekürzt werden? Warum bleibt Massenarbeitslosigkeit über Jahre ein Problem? Warum werden arbeitswillige Fachkräfte in den Vorruhestand oder in schlecht bezahlte Minijobs abgeschoben? Warum müssen wir immer mehr lernen und leisten, verdienen dabei aber weniger? Diese Fragen erscheinen für das allgemeine Wohlbefinden von Bedeutung zu sein, und sie sind daher wichtig. Die Gefahr ist jedoch groß, sich ein X für ein U vormachen zu lassen, wenn man nach Antworten sucht. Vor etwa einem Jahr legten zwei britische Forscher eine Studie 10 vor, die belegt, wie sich Ungleichheit in 21 Industrieländern auf Gesundheits- und soziale Fragen auswirkt. Eindeutig belegt die Studie, dass je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto größer auch ihre Probleme sind. Die Zahl der psychisch Kranken, um ein Beispiel zu nennen, ist in ungleicheren Gesellschaften dreimal so hoch wie in gleicheren. Mit gleich und ungleich ist dabei die Kluft zwischen Arm und Reich gemeint. Pickett betont die Möglichkeit eines Wandels, da vieles zusammenkäme: Wir sorgen uns nicht nur um die Folgen der Erderwärmung, sondern viele Gesellschaften sind trotz materieller Erfolge zunehmend mit sozialen Misserfolgen belastet; die Wirtschaftskrise und ihre Nachwehen haben und werden die bestehenden Probleme verschärfen sodass wir wissen, dass sich etwas ändern muss. Zu bestimmen, was dieses Etwas ist, kann nicht Aufgabe der Rehaklinik sein. Hier sollten wir dennoch daran erinnern, dass der Fehler nicht (nur) in uns, sondern eben auch da draußen zu lokalisieen ist. Die Patienten kommen, weil sie merken, dass sie innerlich immer unflexibler werden, ihnen die bunte Palette der Emotionen nicht mehr zur Verfügung steht. Sie lernen dann, von innen heraus beweglicher zu werden. Sie kommen aber eben auch, weil der Alltag so fest zementiert scheint, dass ein depressiver Rückzug als die einzige Richtung erscheint, die noch nicht gesperrt ist. Depression ist aber nicht nur Frage der Persönlichkeitsstruktur und der eigenen persönlichen Konflikte. Viele andere erleben Ähnliches. Depression ist auch Folge sozialer Ungleichheit, und da gilt es ebenfalls anzusetzen... denn sonst wird es mit»der Nächste bitte!«an Häufigkeit weiter zunehmen. Ein kleines Plädoyer In dem bisherigen Text ging es nicht explizit um die Psychoanalyse. Die geschilderten, häufig enttäuschenden Erfahrungen haben mich jedoch in meiner Entscheidung für die Psychoanalyse bestärkt. Freud sagte deutlich, dass die Psychoanalyse nicht allein als klinisches Verfahren zu betrachten sei, sondern auch in den Sozialwissenschaften ihr Potenzial entfalten könne. Obwohl ich das mit einem Ausrufezeichen unterstreichen möchte, werde ich bei meinem nun auch expliziten Plädoyer in der Klinik beginnen. Vielleicht ist es nicht sehr kunstvoll, das Hauptargument in all seiner Schlichtheit vorwegzunehmen... ich werde es dennoch tun: Die Patienten haben ein Recht auf die Psychoanalyse! Wenn man im Psycho-Bereich arbeitet, dann gehören Vorurteile und misstrauische Vorbehalte zum täglich Brot. Wahrscheinlich ließe sich das für jeden anderen Bereich auch sagen, aber ich denke, dass es für unseren Bereich im Besonderen gilt. Die meisten Patienten erleben ein Nierenleiden nicht als stigmatisierend Depression, Ängs te, Zwänge etc. hingegen schon. Besonders deutlich wird das im Bereich der Psychosomatik, wenn sich in der Krankheitsanamnese zeigt, dass bereits x verschiedene somatische Ärzte aufgesucht wurden, bevor der Leidende bei uns landet. Im psychiatrischen Bereich wäre das Äquivalent vielleicht, dass der Patient oft x-verschiedene Medikamente eingenommen hat, bevor die Bereitschaft zur psychotherapeutischen Behandlung (Gespräche) erfolgt. Denn eine kleine Pille wirkt vielleicht immer noch weniger pathologisierend, als die oft Jahre lange und schmerzhafte Auseinandersetzung mit sich selbst. Auf der anderen Seite gibt es viele Patienten, bei denen ein hoher Leidensdruck besteht, die motiviert sind, die Hilfe wollen... und monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen. Um die Wartezeit zu überbrücken, werden sie mit 10-Minuten-Kontakten und Wunderpillen vom ambulant arbeitenden Psychiater abgespeist, oder wenn der Leidensdruck zu groß ist muss ein stationärer Aufenthalt in Erwägung gezogen werden. Hier besteht das Dilemma darin, dass die sog. Akutkliniken für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie monatelange Wartezeiten haben, sodass viele Patienten aus Mangel an Alternativen dann notgedrungen in einer Psychiatrie landen. Es soll nicht der ketzerische Eindruck entstehen, dass der Flug über das Kuckucksnest nur mit einer Bruchlandung enden kann. Sicherlich gibt es viele positive Erfahrungsberichte, und es ist wichtig, dass es die psychiatrischen Kliniken gibt. Dennoch ist es Fakt, dass in einer Psychiatrie aus Zeit-und Personalmangel 11 mit Therapie häufig die medikamentöse Therapie gemeint ist. Um es anschaulicher zu machen, möchte ich von einem Patienten aus einer psychiatrischen Klinik erzählen. Allerdings möchte ich vorwegnehmen, dass ich bewusst ein besonders trauriges Beispiel wählte. Nennen wir den Patienten Herrn Strauch. Herr Strauch war ein gut aussehender 33-jähriger Mann, wenn auch die Depression deutlich ihre Spuren hinterlassen hatte. Ich war seine Bezugstherapeutin, was bedeutet, dass ich für die Einzelgespräche zuständig war. Zu einer Anamnese gehört auch die Frage nach den Medikamenten, woraufhin Herr Strauch erklärte, dass er wahrscheinlich jedes in Deutschland gängige Antidepressivum bereits eingenommen habe. Das schien mir nicht glaubhaft, was er wiederum mir anzumerken schien, da er sogleich eine lange Liste aus seiner Innentasche fischte. Die Liste las sich wie ein pharmakologischer Katalog mit Jahreszahlen der letzten 16 Jahre. Zusammengestellt war sie von seiner ambulanten Neurologin. Herr Strauch erklärte, dass er sich nicht erinnere, wann er das letzte Mal Freude am Leben gehabt habe. Ich musste kaum Fragen stellen; geübt schilderte er mir alle relevanten Beschwerden, sodass ich ausführlich über seine Symptomatik, deren Auftreten und Verlauf Bescheid wusste. Fast im selben Atemzug erklärte er aber auch, dass er nicht glaube, dass er hier richtig sei. Er wolle eigentlich nicht bleiben, da er schon verschiedene Male auf dieser Station behandelt worden sei und man ihm nicht habe helfen können. Über sein Leben erzählte er mir nichts. Ich beschwichtigte ihn, dass wir am Ende des Gesprächs gemeinsam überlegen würden, ob eine Behandlung sinnvoll sei oder nicht. Er war einverstanden, und so konnte ich ihn fragen, was denn vor 16 Jahren in seinem Leben los gewesen sei. Auf diese Frage schien er nicht gefasst zu sein. Überrascht und zum ersten Mal etwas neugierig blickte er mich an. Das erschien mir zu eindeutig. Es konnte doch nicht sein, dass die Beschwerden auslösende Zeit nie genauer betrachtet wurde. Doch, so erfahre ich, er habe schon einmal erzählt, dass seine Eltern damals bei einem Autounfall ums Leben gekommen seien, aber er sei überrascht, wie schnell ich zu dieser Frage gekommen 10 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

13 Spiekermann: Ein kleines Plädoyer für die Psychoanalyse sei. Ich wisse ja noch nicht einmal, ob er arbeitsfähig oder unfähig sei und wovon er lebe. Dadurch habe ich ihm auch noch nicht vorhalten können, dass es doch nicht sein könne, dass ein junger Mann seit neun Jahren arbeitsunfähig sei. Hinter seiner gleichgültigen Art wirkte er jetzt fast ein wenig zynisch. Ruhig erklärte ich ihm, dass ich es ja dann jetzt wisse und kehrte zu meiner Frage zurück. Herrn Strauch und mir gelang es in den nächsten Wochen ein Verhältnis zueinander aufzubauen, dass man ein tragfähiges Arbeitsbündnis nennt. Er vertraute mir genug, um sich zu öffnen; und ich hatte ein gutes Gefühl dabei, ihm meine therapeutische Hilfe anzubieten. Er litt unter anderem sehr unter den Nebenwirkungen seines Antidepressivums (Verstopfung, Impotenz, Gewichtszunahme und Mundtrockenheit), war aber nach wie vor schwer depressiv. Von seiner Neurologin erfuhr ich telefonisch, dass sie mit ihrem Latein am Ende sei, da ihm schon seit Jahren kein Medikament mehr zu einer Linderung verhelfen konnte. Am liebsten hätte ich ihm vorgeschlagen, die Finger davonzulassen. Damit wäre ich an der Oberärztin aber nicht vorbeigekommen. Und wahrscheinlich war ich auch als Berufseinsteigerin zu unsicher, eine solche Empfehlung zu geben. Nach diesen ersten Wochen mit Herrn Strauch musste ich ihn auf eine Urlaubsunterbrechung meinerseits vorbereiten. Herr Strauch wirkte unglücklich. Er befürchtete, dass dann niemand mehr mit ihm sprechen würde. Und da die Gespräche das einzige seien, womit er noch nicht behandelt worden sei, könne er sich jetzt schon ausrechnen, wie sehr er dann noch von seinem Krankenhausaufenthalt profitieren würde gar nicht. Er meinte, dass es ihm unter den Umständen besser gehen würde, wenn er in seinen eigenen vier Wänden wäre. Diese Variante beunruhigte mich allerdings, obwohl ich ihn wenn ich ehrlich war auch verstehen konnte. Wir einigten uns darauf, dass seine Behandlung tagesklinisch fortgeführt würde. So könne er in seinen vier Wänden schlafen, würde aber von den Kollegen in der Tagesklinik täglich gesehen werden. Nach meinem Urlaub erfahre ich, dass Herr Strauch die Behandlung dort nach etwa zehn Tagen abbrach und erfahre weiter, dass man kaum Zeit für Gespräche gehabt habe. Das sei in der Urlaubszeit nun einmal so. 12 Nach etwa einem halben Jahr erreichte uns die Nachricht, dass Herr Strauch sich das Leben genommen hatte. Ob irgendjemand zur Beisetzung gehen würde, war die Frage. Nach 16-jähriger Depression sei kein soziales Umfeld mehr da. Eine Beisetzung ohne eine Menschenseele sei doch sehr deprimierend. Neben den Fragen, was wir hätten besser machen können, war vor allem sehr traurig, dass ein junger und liebenswerter Mann sterben musste und zwar auch aus dem Grund, weil nirgendwo Platz für seine Geschichte gefunden werden konnte. Dieses traurige Beispiel zeigt einen Missstand auf, erklärt aber noch nicht, wofür wir ausgerechnet die Psychoanalyse brauchen. Was macht die Psychoanalyse, das eine andere Methode, wie etwa die Gesprächstherapie, nicht machen würde? Herrn Strauch hätte sicher auch eine Gesprächstherapie gut getan. Ich denke aber, dass die Psychoanalyse noch ein wenig mehr bereithält. Zum einen gibt es den Zeitfaktor. Kein anderes Verfahren kann bei der Krankenkasse so viele Stunden für eine Behandlung beantragen. Aus gesundheitlicher Sicht müsste man sagen, dass es paradoxerweise dieser Punkt ist, der der Analyse viele Angriffe beschert. Was belegt werden muss, lässt sich immer irgendwie belegen. Da es tausend verschiedene Logiken gibt, gibt es auch viele überzeugende, die eindrucksvoll belegen, dass andere Verfahren zu gleichen Ergebnissen in weniger Stunden kommen. Warum halte ich die Analyse dennoch für so wichtig? Für ein Recht der Patienten? Durch die Zeitdauer ist es möglich, im eigenen Tempo des jeweiligen Patienten den Weg zu einer verbesserten Lebensqualität zu beschreiten. Es geht hier nicht um eine Symptombehandlung. Die Symptome sind natürlich wichtig, aber sie werden eher wie Spuren betrachtet, durch die man sich auf die Suche machen kann. Auf eine Suche, bei der man in einem Dschungel landen kann. Bei der Reise in das Innere kann man erleben, was auch die Neurobiologie mittlerweile belegt; das Bewusstsein ist im Vergleich zum Unbewussten verschwindend klein. Was unser Erleben und Empfinden, unsere Ängste und Stärken zeichnet und färbt ist uns zu einem sehr großen Teil nicht zugänglich. Es ist im Verborgenen. Dieses Verborgene herauszuschälen, ist auch ein Wagnis. Zum Vorwurf, dass die Psychoanalyse ein Verfahren sei, das seine Patienten vom Therapeuten/Analytiker abhängig mache, lässt sich an dieser Stelle etwas sagen. Welche Gestalt das Verborgene auch immer annehmen mag sie wird Gesichter haben, die mich erschrecken, die mir Angst machen und die mir weh tun. Das zu zu lassen, wird möglich, wenn ich in einer Halt gebenden Beziehung bin. Und so ist es eben auch die Bindung an den Analytiker, die zu einer heilenden Erfahrung wird. Vor allem dann, wenn es vielleicht das erste Mal ist wie bei vielen Patienten, dass sie erleben, dass eine Bindung auch dann keinen Schaden nimmt oder gar zerstört wird, wenn ich all meine selbst für hässlich und verachtenswert befundenen Gesichter zeige. Und auch die Reise in den Dschungel hat irgendwann ein Ende. Die empfundene Abhängigkeit, die dann noch besteht, würde ich entgegen der heutigen negativen Konnotation des Wortes als gesund bezeichnen. Denn, so trivial es auch klingen mag, was wären Menschen ohne andere Menschen? Und so nutzt die Psychoanalyse nicht nur den zwischenmenschlichen Raum, der sich im Hier und Jetzt abspielt. Während der Reise ins Innere, auf dem Weg zu unserer persönlichen Authentizität entdecken wir nämlich zwei Dinge, die sich zunächst zu widersprechen scheinen: Zum einen trauen wir uns, auch die Seiten an uns wahrzunehmen und zu leben, die im öffentlichen Raum verpönt werden könnten. Es handelt sich dabei um die Erfahrung, man selbst sein zu dürfen... wofür man sich aber eben nicht selten erst einmal kennenlernen muss. Zum anderen merken wir, wie parallel zu der Erfahrung, die eigene farbenfrohe Facette der Persönlichkeit leben zu können, also immer mehr zu einem Subjekt zu werden, eine Entwicklung stattfindet, die uns unser privates Leid in eine Kette von Generationen menschlichen Leids einordnen lässt. Wir sind ein Glied in der Kette der Geschichte. Mein Leid hat seinen eigenen Mantel an, den es so noch nie gegeben hat. Aber der Mantel bedeckt, was zu allen Zeiten wieder und wieder erlebt worden ist. Das lässt mich sicher stehen, meine eigenen schützenden Wände dicker werden und die Angst in einem existenzphilosophischen Sinne weniger stark empfinden. Diese Erfahrung ist es, auf die unsere Patienten ein Recht haben. Gerade in einer Zeit, in der die tatsächlich existenziellen Ängste durch das erbarmungslose Walten des sich immer weiter entwickelnden Kapitalismus zunehmen, darf die Analyse nicht auf den absteigenden Ast geraten. Vielleicht brauchen wir sie mehr denn je. Die wirtschaftliche Entwicklung berührt jedoch nicht nur die klinische Arbeit, womit noch einmal das Potenzial der Psychoanalyse für die Sozialwissenschaften betont werden soll. Mario Erdheim sprach von der sozialpsychiatrische informationen 1/

14 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig gesellschaftlichen Produktion von Unbewusstheit. Auch diese gilt es mit genannter Methode immer wieder aufzudecken, da auch die gesellschaftliche Produktion von Unbewusstheit krank macht. 13»Das Unbewusste ist das Verbotene. Es sind Wünsche, die der allgemeine Konsens verpönte; sie widersprechen den Normen und Werten der geltenden Kultur. Vor allem widersprechen sie denjenigen Normen und Werten, die das Individuum sich aufzwängen ließ; diese innere Sicherung ist das Entscheidende. Wenn psychoanalytische Tiefenhermeneutik ins Geheimnis des Unbewussten eindringen will, muss sie sich gegen jene Verbote wenden, die dagegen aufgerichtet sind, dass die Auseinandersetzung zwischen Wünschen, Normen und Werten offen und mit Bewusstsein geführt wird.«14 Manchmal sind die Normen und Werte einer geltenden Kultur aber eben die, von denen nur ein kleiner Teil der Gesellschaft etwas hat... was zum Aufdecken motivieren sollte. Da ich als Klinikerin sozialisiert bin, überlasse ich es anderen, sich über diesen sozialwissenschaftlichen Teil vertieft zu äußern und gebe mich mit dem Hinweis darauf zufrieden. Anmerkungen 1 Murray Cox, Übersetzung aus dem Englischen durch die Verfasserin JAS. 2 Bei allen Patientennamen, die in diesem Text erwähnt werden, handelt es sich um Pseudonyme. 3 Ebd. Übersetzung JAS was bei der Vielzahl der Studien über die Wirkungslosigkeit der Antidepressiva eine umso größere Farce ist. 5 Hier soll noch einmal auf Fußnote 3 aufmerksam gemacht werden! 6 Ebd. Übersetzung JAS. 7 Ein Wort, das gerne benutzt wird, weil es auf Krankheitswert deutet, ohne dass man sich festlegen müsste. 8 D. W. Winnicott, Boessmann (2006) Struktur und Psychodynamik. Bonn: Deutscher Psychologen Verlag. 10 Wilkinson, R. & Pickett, K. (2009) The Spirit Level. Why Equality is Better for Everyone. London: Penguin Books und diese Kritik geht nicht an die Psychiatrie, sondern an die Politik an dieser Stelle soll erneut auf die vorherige Fußnote aufmerksam gemacht werden! 13 Ein Beispiel dafür bietet der Essay Körperkult als Emanzipationskonsequenz? 14 Alfred Lorenzer Kultur-Analysen 2. Auflage, S. 27 Die Autorin Jane Anna Spiekermann Studium der Psychologie in Bremen. Klinische Tätigkeiten in Bremen, London und Isny. Seit 2009 wissenschaftliche und klinische Mitarbeiterin des Universitätsklinikums Ulm, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ausbildungskandidatin zur Psychologischen Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin des Ulmer Instituts der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Universitätsklinikum Ulm Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Frauensteige 14 a Ulm Umgang mit schwierigen Klienten Rainer Sachse Persönlichkeitsstörungen verstehen Zum Umgang mit schwierigen Klienten ISBN , 120 S., Euro Neuausgabe 2010 Gernot Hahn, Michael Stiels-Glenn Ambulante Täterarbeit Intervention, Risikokontrolle und Prävention ISBN Seiten, Euro Persönlichkeitsstörungen besser verstehen: Ausführlich stellt Sachse die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen mit ihren zentralen Beziehungsmotiven, Selbstschemata und daraus resultierende Verhaltensweisen vor. An vielen Beispielen illustriert er therapeutische Grundprinzipien, aber auch»tests«, mit denen die Patienten»ihren«Therapeuten oder das Pflegepersonal prüfen. Kapitel zur Arbeit im Team und mit Angehörigen runden das Buch ab.»systemsprenger«erfolgreich behandeln: Das Handbuch gibt Anregungen für innovative Behandlungs- und Therapieansätze für Doppeldiagnose-Patienten und stellt erfolgreiche Projekte und Modelle vor. H. Sadowski, F. Niestrat (Hg.) Psychose und Sucht Behandlung und Rehabilitation ISBN , 380 S., Hardcover, Euro Täter nicht sich selbst überlassen: Das ist das Hauptanliegen dieser umfassenden Darstellung ambulanter therapeutischer Arbeit mit forensischen Straftätern. Prävention, Nachsorge und der Sicherheitsaspekt sind dabei von zentraler Bedeutung. 12 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

15 Autorinnen: Doortje Kal, Sibylle Prins Arbeit an einer gastfreundlichen Gesellschaft Elf Fragen an Doortje Kal zum Kwartiermaken Foto Kal: Jan Willem Groen Zusammenfassung Die Niederländerin Doortje Kal ist Begründerin des Konzepts»Kwartiermaken«(nicht zu verwechseln mit der deutschen Quartiersarbeit = Stadtteilarbeit!). Ausgehend von philosophischen Grundlagen denkt sie darüber nach, wie die Gesellschaft gastfreundlicher werden kann für Menschen, die»anders«sind oder als anders empfunden werden. Es geht insbesondere um psychiatrie-erfahrene Menschen, kann jedoch auf andere ausgegrenzte Gruppen übertragen werden. Darüber hinaus entwickelte»kwartiermaken«auch praktische Maßnahmen, um diese Gastfreundschaft zu fördern. Ein aktueller Ansatz also in Zeiten der Inklusionsdebatte. Sibylle Prins befragte Doortje Kal nach ihrem Konzept, das in dem Buch»Gastfreundschaft«(Neumünster, 2. Aufl. 2010) nachgelesen werden kann. 1. Doortje, kannst du uns zunächst etwas zu deinem persönlichen Werdegang sagen? Ich bin zu alt, um meine ganze Laufbahn zu skizzieren. Kurz gesagt habe ich im Kinderschutz und in einem Nachbarschaftszentrum mit Jugendlichen gearbeitet. Daneben habe ich in Teilzeit die Sozialakademie besucht und eine weiterführende Ausbildung gemacht. Nach einigen Umwegen, u. a. einer Plattform, die sich, inspiriert von der italienischen Bewegung demokratische Psychiatrie in Amsterdam einsetzte, landete ich bei einem sogenannten Tagesaktivitätenzentrum. Das war dann der Ort, an dem ich, zusammen mit anderen,»kwartiermaken«einführte wir nannten es»arbeit an einer beteiligten Gesellschaft und einer toleranten Infrastruktur«, sodass das Tagesaktivitätenzentrum nicht bloß eine Heimat, sondern auch ein Sprungbrett nach draußen werden konnte. Später wurde ich Präventionsmitarbeiterin beim Riagg (Zusammenschluss ambulanter Hilfeanbieter) und dort konnte ich ein neues Kwartiermaken-Projekt aufbauen. Parallel dazu arbeitete ich an meiner Dissertation und habe 2001 ohne Universitätsjob oder Stipendium an der Universität für Humanistik bei drei Philosophen promoviert. Das Interesse an Kwartiermaken wuchs, und vom Nationalen Stützpunkt Kwartiermaken aus versuche ich, Kwartiermaak-Projekte zu unterstützen. Daneben habe ich mich auch noch intensiv mit der»präsenz«-haltung in der (psychiatrischen) Versorgung sowie ganz im Allgemeinen innerhalb der Gesellschaft beschäftigt. Diese Theorie wurde von Prof. Andries Baart entwickelt, und handelt davon, was eine aufmerksame Nähe für Menschen in Not bedeutet. Im fünften und sechsten Kapitel von»gastfreundschaft«(der deutschen Übersetzung meiner Dissertation) wird diese Theorie ausführlich dargestellt. Dass mein Buch übersetzt wurde, habe ich vor allem Robin Boerma zu verdanken, der Rita Schlusemann bat, es zu übersetzen (ursprünglich zusammen mit ihren Studenten) Es schien ihm ein wichtiges Buch zu sein für das deutsche Lesepublikum. Glücklicherweise hat der Paranus-Verlag es dann herausgegeben. Seit dem Erscheinen dieser deutschen Ausgabe werde ich regelmäßig nach Deutschland zu Lesungen, Workshops und Fortbildungen eingeladen, zweimal auch schon nach Österreich. In den Niederlanden war und bin ich dazu noch mit verschiedenen Forschungsprojekten beschäftigt. In diesem Jahr (2010) haben wir zum ersten Mal auch ein Training Kwartiermaken für Psychiatrie-Erfahrene durchgeführt. 2. Du hast das Kwartiermaken-Konzept entwickelt. Woher kommt der Begriff und was bedeutet er? Nach dem bedeutenden niederländischen Wörterbuch»van Dale«ist ein Kwartiermaker jemand, der den Auftrag hat, eine Unternehmung vorzubereiten. Ein Wegbereiter also oder Kundschafter. Die»Unternehmung«ist in diesem Fall eine gastfreundliche Gesellschaft für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung oder für andere, die von Ausgrenzung betroffen sind, zu schaffen. Kwartiermaken heißt also vor allem, an der Zugänglichkeit der Gesellschaft zu arbeiten, und distanzierte professionelle Helfer (auch außerhalb der Psychiatrie oder der Institutionen der psychosozialen Versorgung) zu Nähe und Präsenz einzuladen. 3. Was sind die Grundgedanken des Kwartiermaken? Die Grundgedanken sind: a) Es gibt einen»fremden anderen«, der seinen oder ihren Weg in die Gesellschaft nicht so leicht findet. Er erfährt die Gesellschaft als fremd, und wird von ihr auch manchmal als lästig oder fremd erfahren. b) Um diesen»fremden Anderen«in ihre Mitte aufzunehmen, muss die Gesellschaft an ihrer Gastfreundschaft arbeiten und ihre Ausgrenzungsmechanisemen und -strukturen reflektieren. c) Diese Reflexion wird in vielen Fällen den gewohnten Gang der Dinge aufbrechen. Es muss etwas»außerhalb des Gewöhnlichen«für den»außergewöhnlichen Anderen«getan werden. Kwartiermaken ist also ein gesellschaftskritisches Unterfangen. 4. Du hast dem Konzept auch philosophisches Gedankengut zugrunde gelegt. Welche philosophischen Ideen greifst du darin auf? Ich wurde u. a. inspiriert durch die Arbeiten von Irigaray, Derrida und Lyotard. Man könnte sie»differenzphilosophen«nennen. Sie haben sich daran gemacht, über Unterschiede nachzudenken. sozialpsychiatrische informationen 1/

16 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig Irigaray versucht eine philosophische Theorie zu entwerfen, die Raum gibt für den fremden Anderen. In erster Linie sieht sie die Frau als»andere«, aber sie ist davon überzeugt, dass Raum für die Frau auch Raum für andere Ausgegrenzte nach sich zieht. Sie geht davon aus, dass es für die Frau unmöglich ist,»subjekt«zu sein in einer von männlichen Normen dominierten Gesellschaft. Ich habe ihren Gedankengang über den männlichen Diskurs weiterentwickelt zum Normalitätsdiskurs, der dem Verrückten, dem nicht-normalen, allen, die von der Norm abweichen, den Raum nimmt, sich auszudrücken. In meiner Arbeit war ich auf der Suche nach einem Denken und einem Diskurs, in dem der Andere als»anders«auftreten kann. Laut Differenzdenkerinnen wie Irigaray geht es darum, die weibliche oder sonstwie»andere«stimme in Politik und Kultur wieder neu wertzuschätzen. Eine Änderung der bestehenden Ordnung hin zu einer Kultur, in der es Raum gibt für die Frau als Frau und für den Anderen als Anderen. Irigaray geht es nicht um Dichotomie, sie will die Dichotomie zwischen Männern und Frauen gerade zerstören und einen Dialog zwischen wirklichen Subjekten zustande bringen.mit ihr frage auch ich mich, wie eine»ethik der Differenz«gestaltet werden kann, die dazu motiviert, Werte zu kultivieren, die Respekt vor und Engagement für das Anderssein des Anderen fördern erschien in den Niederlanden Derridas Essay»Über Gastfreundschaft«. In diesem Essay erinnert Derrida daran, dass das lateinische Wort»hostis«sowohl»Gast«als auch»feind«bedeutet. Damit fasst er sozusagen die Problematik der Gastfreundschaft zusammen. Zwischen die Worte Gast und Feind können wir auch gut das Wort»Fremder«stellen. Derrida wirft daraufhin die eindringliche Frage auf, ob wir von dem Fremden, dem fremden Gast, verlangen können, dass er unsere Sprache spricht und sich wie wir verhält, bevor wir ihn willkommen heißen. Wäre er dann überhaupt noch ein Fremder? Geht es dann noch um die Ausübung der Gastfreundschaft? Gastfreundschaft heißt, dass ich auch und gerade jenem gegenüber gastfreundlich bin, den ich nicht kenne, der sich nicht erkennen lässt, jemandem, der vielleicht zum Teil fremd bleibt. Anderswo sagt Derrida: Ein gastfreundliches Verhältnis setzt voraus, dass jemand anderes als ich im Vordergrund stehen kann. Derrida sucht danach, wie dem Fremden (er spricht für Schriftsteller, die Asyl suchenden Schriftstellern Asyl geben wollen) eine feste, tragfähige Struktur geboten werden kann. Er schlägt vor, zu untersuchen, was bei der Ausübung von Gastfreundschaft auf dem Spiel steht. Dabei ist es wichtig, zu begreifen, dass der Fremde abhängig ist von Gastfreundschaft und dass bei der Ausübung der Gastfreundschaft auch der Gastgeber ein wenig zum»fremden«wird. Gastfreundschaft ist ein verletzlicher Prozess! Auf Lyotard werde ich später eingehen. 5. Du legst Wert darauf, dass der sog.»widerstreit«offengelegt wird. Was meinst du damit, und wie stellst du dir das vor? Da sind wir schon bei Lyotard. In meinem Buch gilt vor den Ausführungen über die Gastfreundschaft meine Aufmerksamkeit Lyotards Begriff»Widerstreit«, mit dem er das Nicht-Vorzeigbare und Unbenennbare des Leidens betont, sowie die Sprachlosigkeit und Scham, die damit einhergeht. Gerade diese vefremdete Position, dass man (manchmal) nicht darüber kommunizieren kann, was los ist, was weh tut, was erniedrigend ist, macht die Gastfreundschaft zu so einer dringenden Angelegenheit. Lyotar d setzt sich ein für ein Idiom, das dem Unsagbaren Raum gibt. Ich habe das eine gastfreundliche Sprache genannt. Genauer gesagt bedeutet Widerstreit bei Lyotard die Uneinigkeit über eine Uneinigkeit. Diese entsteht, wenn der andere die Uneinigkeit oder den Streit nicht als solche erfährt. Die Erfahrung tritt dadurch nicht in Erscheinung. Eine Erfahrung, die von den Betroffenen nicht in allgemeingültigen Begriffen besprochen werden kann, versetzt ihn dann in eine Position der Sprachlosigkeit und damit in die Isolation. Wie Lyotard will auch Kwartiermaken an den Bedingungen arbeiten, das, wofür es keine Sprache zu geben scheint, doch begreifbar zu machen. In gewisser Weise wird solch ein Sprachgebrauch beim»multilog«angewandt (siehe Frage 9). 6. Ich fand bei der Lektüre deines Buches einen Hinweis auf eine Debatte, die in den Niederlanden geführt wurde, und die du mit dem Satz umreißt»es gibt kein Recht auf Ungestörtheit«. Was hat es mit dieser Debatte auf sich? Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Natürlich erscheint es erst mal ganz vernünftig, dieses Recht zu verteidigen, etwa»ich lasse mich nicht verrückt machen durch deine Verrücktheit«. Ich bin in dieser Frage in der Diskussion mit Schnabel, der in den Niederlanden sehr angesehen ist. Er kritisiert die Antipsychiatrie, die findet oder angeblich findet, nicht der Verrückte, sondern die Gesellschaft sei krank. Und dann sagt er im Prinzip, dass psychiatrische Patienten sehr wohl einen störenden Einfluss auf menschliche Beziehungen haben können, und dass man das benennen können muss. Man hat das Recht, nicht gestört zu werden ich gebe zu, dass es solche (Ver-)Störungen gibt, aber ich will ja gerade, dass die Gesellschaft nach Möglichkeiten sucht, damit anders umzugehen. Ich sage also nicht: das ist alles bloß Stigmatisierung, und wir müssen»nur«das Stigma bekämpfen. Ich suche mehr danach, wie man mit dem Anderssein inklusive der Störungen umgehen kann, und will auch weiterhin die Rolle des gesellschaftlichen Zusammenhangs untersuchen: wie beeinflusst dieser das Entstehen der (Ver-) Störungen, und wie kann er einen»anderen Umgang mit dem Anderssein«erleichtern statt ihn zu erschweren? 7. Das Kwartiermaken-Konzept ist ja nicht nur eine theoretische Idee, sondern hat auch praktische Konsequenzen. Zum Beispiel die sogenannten»freundschaftsdienste«. Was ist das, und wie funktionieren sie? Freundes- oder Freundschaftsdienste sind eine Art Buddy-Projekt für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Psychiatrie-Erfahrene und nicht betroffene Freiwillige bilden eine Art Freundespaar. Die Freiwilligen besuchen die Psychiatrie-Erfahrenen regelmäßig, um dann mit ihnen zusammen die Schwellen zur Außenwelt zu überwinden. Die wichtigste Voraussetzung für die Freiwilligen ist die Sympathie für die Zielgruppe. So ein Freundschaftsdienst ermöglicht Begegnung und Unterstützung und ist dadurch integrativ wirksam. Der Freundschaftsdienst mobilisiert ein Beteiligt sein, nicht nur bei den Freiwilligen, sondern auch bei den Einrichtungen und Organisationen, die man aufsucht oder im öffentlichen Raum. In den Niederlanden gibt es über das Land verteilt etwa 50 solcher Freundesorganisationen, und es gibt auch noch andere Arten von Freundesprojekten, etwa Sportkumpel. 8. Eine andere Form der praktischen Umsetzung sind die sogenannten»kwartiermaker«. Was tun diese Personen, wofür sind sie da? Und wer bezahlt sie? Kwartiermaker sind eine Art Aufbauarbeiter speziell für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung, oder für Menschen mit einer geistigen Behinderung oder für andere, die mit Ausgrenzung kämpfen. Kwartiermaker versuchen in erster Linie, die Wünsche und Bedürfnisse der Psychiatrie- Erfahrenen herauszufinden. Sie untersuchen auch, welche Hindernisse sich ihnen 14 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

17 Kal, Prins: Arbeit an einer gastfreundlichen Gesellschaft in den Weg stellen bei der gesellschaftlichen Teilhabe. Anhand dieser Geschichten und zusammen mit dem Betroffenen gehen sie an die Arbeit. Sie versuchen, einen gastfreundlichen Empfang herzustellen in Nachbarschaftszentren und bei der Freiwilligenarbeit, aber auch, Beamte unterschiedlicher Instanzen zu sensibilisieren, einerseits für die Verletzlichkeit der Betroffenen, andererseits aber für ihren Wunsch, mitzumachen, etwas zur Gesellschaft beizutragen. Kwartiermaker versuchen auch, innerhalb der psychosozialen Versorgung ein Bewusstsein zu schaffen für die selbst bewirkte Stigmatisierung, für den eigenen Unglauben an die Fähigkeiten von Psychiatrie-Erfahrenen. Denn gerade weil dieser Bereich zu wenig an die heilsame Wirkung von gesellschaftlicher Teilhabe glaubt, wird vernachlässigt, an einer Gesellschaft zu arbeiten, die den Psychiatrie-Erfahrenen offen steht. Zur Bezahlung ist zu sagen: Kwartiermaker sind manchmal bei psychosozialenträgern, manchmal bei der Gemeinde angestellt, und werden dann jeweils von diesen bezahlt. Manchmal auch von beiden. 9. Zum Kwartiermaken gehören auch die Multilog-Treffen. Was ist da der Unterschied zu den Psychose-Seminaren im deutschsprachigen Raum? In den Niederlanden hat der Psychologe Heinz Mölders u. a. inspiriert durch die Psychose-Seminare in Deutschland aus seinem INCA-Projektbüro heraus das Konzept für den»multilog«entwickelt. Zusammen mit dem Amsterdammer Präventionsmitarbeiter Kees Onderwater errichtete er Mitte der 90er-Jahre den Multilog. Im Multilog wird versucht, auf nicht medikalisierende und nicht psychologisierende Art mit unterschiedlichen Beteiligten über psychiatrische Erfahrungen zu sprechen. Im Unterschied zu den Psychoseseminaren werden neben professionellen Helfern, Angehörigen und Psychiatrie-Erfahrenen auch Professionelle aus anderen Bereichen und Mitbürger (Freunde, Nachbarn) eingeladen und nach ihren Erfahrungen gefragt. Im Rahmen des Projekts Kwartiermaken in Zoetermeer ist die Errichtung des Multilogs wie folgt motiviert: Das Projekt Kwartiermaken kann gesehen werden als Organisation eines Diskurses auf lokalem Niveau. Wir bitten Psychiatrie- Erfahrene, über ihr (Über-)Leben nach der Psychiatrie zu erzählen. Wir untersuchen im Gespräch mit ihnen, wie gesellschaftliche Organisationen, Instanzen und die Politik eine bedeutsame Rolle spielen können im Leben von Menschen mit Psychiatrie- Erfahrung. Wir sind der Meinung, dass bei den Multilogtreffen dieses Gespräch inhaltlich vertieft werden kann. Im Rahmen von Kwartiermaken erscheint es uns darum wichtig, parallel zu anderen Projekten eine sogenannte Multiloggruppe zu starten. In den Mutlilogtreffen werden Psychiatrie- Erfahrene, Angehörige, Helfer und Professionelle aus anderen Bereichen, die aufgrund ihrer Arbeit mit psychiatrischen Problemen zu tun haben (Polizei, Mitarbeiter von Wohnungsgesellschaften, Wohlfahrtsmitarbeiter, kirchliche Mitarbeiter, Lehrer etc.) eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Zuge der versuchten Verankerung der Psychiatrie in der Gesellschaft werden oft für Professionelle außerhalb der Psychiatrie Informationsseminare durchgeführt, bei denen es vorrangig um die Kenntnis einzelner Krankheitsbilder und den Umgang damit geht. Wir finden es wichtig, dass in diesem Lernprozess die Menschen mit Psychiatrie- Erfahrung selbst eine zentrale Rolle spielen. Aber die Psychiatrie-Erfahrenen sind nicht die einzigen, die ihre Erfahrung einbringen. Jeder kann seine oder ihre Erfahrung mit Psychiatrie thematisieren, inklusive der Fragen, die man sich stellt. In den Multilogtreffen geht es darum, was die Psychiatrie- Erfahrenen und was die Umgebung, beziehungsweise die anderen, brauchen, um in einer offenen und ehrlichen Weise miteinander im Kontakt zu bleiben. Durch die Erfahrungen der anderen Teilnehmer (Psychiatrie-Erfahrene und Nichtbetroffene) gelangen Menschen, die ihren psychotischen Partner, ihren verrückten Kunden, ihren sehr eigenwilligen Mieter, nicht verstehen konnten, zu einem besseren Verständnis. Steuerungsprinzip der Gruppe ist der gleichwertige Dialog, die Förderung eines guten Verständnisses untereinander, auch für das anscheinend Unverstehbare. Psychosen oder anderes psychische Leiden führen oft zu einer Sprachverwirrung. Deshalb verbreitern Psychosen oder andere Verrücktheiten die Kluft zwischen den»parteien«. Der Multilog regt das Gespräch neu an und fördert dadurch Verständnis, Beteiligt sein und Solidarität. Es geht darum, eine andere Art des Sprechens entwickeln zu helfen, in der»ein reicheres und konkreteres Verstehen der Person«möglich wird (Dreier, in Mölders 2001). Weil psychisches Leiden unlösbar mit dem Alltag, dem sozialen Kontext und kulturellen Prozessen verbunden ist, ist es wichtig, dass auch Menschen aus diesem Alltag und diesen sozialen Kontexten am Multilog teilnehmen. Das ist ein wichtiger Bedeutungszusatz im Vergleich zu Gesprächen nur unter Schicksalsgenossen. Der Multilog stellt Fragen: Was erleben Menschen, die psychisch leiden, was hilft ihnen und was nicht, wie ist der Zusammenhang zum täglichen Leben, wie ist die Umgebung einbezogen, welche Rolle hat die professionelle Hilfe, und wie erleben Menschen aus anderen Berufsfeldern den Umgang mit psychischen Problemen? Was hilft dabei, offen und ehrlich über die eigenen Erfahrungen zu sprechen? Was hilft den Helfern, einen besseren Zugang zu ihren eigenen Empfindungen zu bekommen? Wie kann die persönliche Erfahrung und die darauf basierende Begegnung in das professionelle Handeln integriert werden? Welche Erfahrungen machen Nachbarn, Sozialprofis, Stadtteilpolizisten, seelsorgerliche Mitarbeiter? Im deutschen Neumünster hat die»brücke Neumünster«, mit der ich im Austausch stehe, ein»wanderpsychoseseminar«errichtet. Weil neben den Psychiatrie-Erfahrenen, den Angehörigen und den professionellen psychiatrischen Helfern auch Professionelle außerhalb des psychiatrischen Bereichs und außerdem auch»normale«bürger/nachbarn/stadtteilbewohner eingeladen sind, könnten wir das auch einen Multilog nennen. Der Wortteil»Wander-«bezieht sich darauf, dass die Treffen sozusagen umherziehen: Sie finden an den Orten statt, wo man neben den Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen auch andere Berufe oder bestimmte Bürgergruppen erreichen kann. So finden solche Treffen nicht nur in der»brücke«selbst statt, sondern zum Beispiel auch im Bürgerzentrum, in der Kirchengemeinde, an einem Berufskolleg und in einem Allgemeinkrankenhaus (Fritz Bremer, 2010). 10. Ihr veranstaltet ja auch sog. Kwartiermakersfestivals. Wie sehen diese aus? Ein Kwartiermakersfestival ist eine kulturelle Veranstaltung, die die Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Psychiatrie- Erfahrung zum Ziel hat, sodass die Kunst das Bild von Verrücktheit in Bewegung bringt und Stigmatisierung sowie Selbststigmatisierung bekämpft. Außer in Haarlem fanden in den letzten acht Jahren ca. 25 mehrtägige Festivals statt in Groningen, Midden- Brabant, Amsterdam, Zwolle, Arnheim und Breda. Bei den Festivals wechseln sich Theater, Tanz, Musik, Ausstellung, Film, Meisterkurse und Workshops ab; die Festivals zogen mehrere hundert Besucher an. Manchmal stehen auf den Bühnen Dutzende Men- sozialpsychiatrische informationen 1/

18 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig schen mit einer psychiatrischen Geschichte. Bei der Organisation wirken neben Fachleuten auch viele Ehrenamtliche mit, darunter auch Psychiatrie-Erfahrene. Bei nahezu allen Festivals werden auch Künstler vor Ort einbezogen. Kwartiermakersfestivals können unterschiedlich aussehen, sie haben gemeinsam, dass sie sich als kulturelle Veranstaltungen profilieren. Idealerweise kommen Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung darunter professionelle Künstler mit Menschen ohne Psychiatrie- Erfahrung zusammen in einer Aufführung, zum Beispiel einer Tanz- oder Theatervorstellung, einem Konzert oder einer Ausstellung. Idealerweise stehen, um die Qualität zu garantieren, diese Aufführungen/Ausstellungen unter der Leitung eines mehr oder minder renommierten Choreografen, Theatermachers, Komponisten oder bildenden Künstlers. Und idealerweise finden die Veranstaltungen an attraktiven und regulären Orten statt: Theaterhäusern, Konzertsälen oder Museen bzw. Galerien. Diese (idealen) Bedingungen sind wichtig, um eine zweite Voraussetzung zu schaffen, dass nämlich ein Publikum angezogen wird, das sich für Tanz, Schauspiel, Musik oder bildende Kunst interessiert, und (falls es gelingt, einen bekannten Künstler zu verpflichten) für den betreffenden Choreografen, Theatermacher, Musiker usw. Natürlich muss sich das Publikum auch überraschen lassen wollen von dieser neuen Teilnehmergruppe. Kwartiermakersfestivals versuchen, eine Änderung des Bildes von der stigmatisierten und marginalisierten Menschengruppe zu bewirken und ein positives Engagement zustande zu bringen. Ein guter»gemeinschaftskünstler«kann das Beste der manchmal auch stark eingeschränkten Menschen hervorholen und eine passende Rolle für sie finden, die sehr wohl einen Beitrag leistet zur Gesamtaufführung. Bei solch einem Festival erhalten nichtprofessionelle Künstler (oder professionelle Künstler, oft ohne professionelle Praxis) mit den Mitteln der Kunst eine Stimme, um an ihrer Emanzipation zu arbeiten. Gemeinschaftskunst erhöht das Selbstbewusstsein der Teilnehmer, trägt zu ihrem Empowerment bei. Das Schöne ist, dass viele Künstler außer dass sie oft auch gesellschaftliche Missstände anprangern gerne zusammenarbeiten mit (Amateur-)Künstlern aus der Gemeinschaft. Durch die Gemeinschaftskunst erhalten Menschen die Gelegenheit, mitzumachen, eine Erfahrung, die alle Beteiligten bereichert. Daneben kann man bei einem solchen Festival natürlich auch zurückgreifen auf bereits vorhandene (professionelle) Produktionen, wie z. B. Gogols»Tagebuch eines Irren«oder Filme wie Ben X, A beautiful mind, Shine, usw. Obwohl viele Teilnehmer die Festivals positiv erleben, gibt es auch kritische Anmerkungen: lohnt das Ergebnis die Investition, kann nicht das Stigma dadurch sogar verstärkt werden, wird die Allgemeinheit ausreichend erreicht? Der Flämische Philosoph Rudi Visker hat mich mit seinem Buch»Lob der Sichtbarkeit«mit seiner Sichtweise inspiriert. Visker weist auf das Verlangen nach Sichtbarkeit von benachteiligten Gruppen: man weiß vielleicht nicht (genau), worin das eigene Anderssein besteht, aber gerade deshalb will man es erkannt und respektiert wissen, als etwas, das wichtig ist und das nicht verborgen bleiben sollte. Wie untenstehendes Zitat von Barbara Douwes zeigt, löst das etwas in Menschen aus: sich mit Wort und Tat anderen in öffentlichen Räumen zu zeigen. Das»Öffentliche«befähigt den Festivalkünstler, mit seinem Anderssein nicht allein zu bleiben oder eingeschlossen in einer Gruppe mit dem gleichen Hintergrund. Verschiedenheit wird lebbar und erträglich. Dadurch, dass man sich beim Festival dem»fremden Blick«preisgibt, kann man sozusagen auch selbst einen anderen Blick für das eigene Anderssein bekommen. Das gilt umgekehrt genauso für den Zuschauer, auch seine Normalität wird relativiert. Wir zeigen mit den Festivals, dass der öffentliche Raum nicht nur den»standardmenschen«gehört, der kleinen Mehrheit des Durchschnitts. Übrigens nimmt die Wirkung der Festivals umso mehr zu, je stärker sie in eine breitere Kwartiermakerpraxis eingebettet sind. Dann gibt es auch ein Vor- und ein Nachher. Des Weiteren möchte ich anmerken, dass außer der Akzeptanz durch die Gemeinde und die Kunstszene auch die Wirkung auf den psychosozialen Bereich sehr wichtig ist. Wie gesagt, haben professionelle Helfer selbst oft stark stigmatisierende Bilder»ihrer«Klienten.»Mein Anderssein findet ein Zuhause bei diesem Festival, welches ihm Sichtbarkeit gibt und die Erkenntnis, dass es etwas ist, was die Gesellschaft als bedeutsam anerkennt. Etwas, wofür man sich nicht zu schämen braucht.«(barbara Douwes, Teilnehmerin am Kwartiermakersfestival Amsterdam 2008). 11. Hast du den Eindruck, dass eure Aktivitäten etwas in der Gesellschaft bewirken? Wie blickst du in die Zukunft? Manchmal freue ich mich richtig, wie viele Menschen ich mit meiner Dissertation, meinen Vorträgen und Lehraufträgen inspirieren konnte, und wie viele Einrichtungen und Politiker mein Anliegen ernst nehmen. Und manchmal bin ich enttäuscht, dass es nicht viel mehr bewirkt, oder empfinde die Qualität der Aktivitäten als nicht zufriedenstellend. Das politische Klima wird zudem nicht gastfreundlicher. Der Raum für Anderssein wird nicht gerade größer, der Anpassungsdruck nimmt zu. Seit Juni 2011 bin ich außerordentliche Dozentin für Kwartiermaken an der Hogeschool Utrecht. Ich hoffe, dass ich dem Kwartiermaken dadurch, sowohl theoretisch als auch praktisch, einen neuen und starken Impuls geben kann. Vielen Dank für dieses Gespräch! Anmerkung Das Interview wurde in niederländischer Sprache geführt. Interviewerin und Übersetzerin: Sibylle Prins Literatur Bremer, Fritz: Inklusion praktisch was da alles drin ist! In: Holger Wittig-Koppe, Fritz Bremer, Hartwig Hansen (Hg.), Teilhabe in Zeiten verschärfter Ausgrenzung? Kritische Beiträge zur Inklusionsdebatte, Paranus, 2010 Kal, Doortje: Gastfreundschaft. Das niederländische Konzept Kwartiermaken. Paranus, 2006 Die Autorinnen Doortje Kal Doortje Kal leitet den Nationalen Stüzpunkt Kwartiermaken und ist seit Juni 2011 außerordentliche Dozentin Kwartiermaken an der Hochschule Utrecht. Tilanusstraat 33-huis, 1091 BD Amsterdam (deutscher Teil) Sibylle Prins Sibylle Prins ist ursprünglich Sonderschullehrerin und Verwaltungsangestellte, arbeitet zurzeit freiberuflich als Autorin und ehrenamtlich im Vorstand des Vereins Psychiatrie- Erfahrener Bielefeld 16 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

19 Autoren: Michael Konrad, Andreas Piesch, Eva Wonneberger Veränderte Kultur des Helfens Bürgerhelfer als Integrationshelfer für seelisch behinderte Menschen Zusammenfassung Das Vorhaben,»ehrenamtliche Bürgerhelfer«für die individuelle Integration von seelisch behinderten Menschen einzusetzen, ist ein Modellversuch des Wohn- und Pflegeheims Ravensburg-Bodensee am Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg. Dieser wird in der dezentralen Wohneinheit in Wangen/Allgäu erprobt und soll bei erfolgreicher Einführung auf andere Standorte ausgeweitet werden. 1 Pilotversuch zur Integration von gemeindenah betreuten, seelisch behinderten Wohnheimklienten in Wangen Ziel des Pilotversuchs in Wangen/Allgäu ist es, dem einzelnen Klienten mehr Annäherung an das und Einführung in das»normale Leben«zu ermöglichen. Eine Erweiterung seiner sozialen Kontakte in der Gemeinde und eine Erweiterung der Orte, die er besucht, werden durch den direkten Kontakt mit seinem ehrenamtlichen Bürgerhelfer vermittelt. In diesem Modell ist die Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfern wichtig, die im Bereich der Psychiatrie bisher nicht allgemein üblich war. In der Logik der Gemeindepsychiatrie stellt eine regelrechte Integration der Kranken in die Gemeinde eine sinnvolle Erweiterung des Konzepts dar. Die Konzeption der Gemeindeintegration durch Bürgerhelfer stützt sich auf theoretische Konzepte wie»inklusives Gemeinwesen«(Rohrmann) und»sozialraumorientierung«, die aus der Soziologie und Sozialarbeit stammen und in der Behindertenhilfe und der Gemeindepsychiatrie zunehmend an Einfluss gewinnen. So hat die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) dem Thema Sozialraumorientierung im Jahr 2009 eine Jahrestagung gewidmet, in deren Vorträgen das Handlungsfeld bürgerschaftliches Engagement einen breiten Rahmen einnahm (vgl. Soziale Psychiatrie, Heft 2, 2010). So wird in den Beiträgen namhafter Experten die Notwendigkeit einer»netzwerkbildung vor Ort, in denen viele Akteure mitwirken«betont, sowie die Anbindung innerhalb von Nachbarschaften und Gemeinden (Löher 2010: 15). Die derzeitige Orientierung auf den Sozialraum und die Fokussierung auf inklusive Ansätze ist auch zurückzuführen auf die Bedeutung der UN-Behindertenkonvention für die Betreuung von Menschen mit Behinderung, die durch die Ratifizierung seitens der Bundesregierung im Jahre 2008 deutlich zugenommen hat. Dort ist in Artikel 19 a festgelegt, dass»menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen die Möglichkeit haben sollen, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben«. Entwicklung der Kultur des Helfens in der psychiatrischen Versorgung Die Behandlung und langfristige Unterstützung psychisch kranker Menschen hat in den letzten 200 Jahren mehrere Wandlungen erfahren. Der wesentliche strukturelle Wandel fand im Laufe des 19. Jahrhunderts statt. Psychisch kranke Menschen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht heilbar waren und störendes Verhalten zeigten, wurden nicht mehr in der Gemeinde versorgt, sondern langfristig in psychiatrischen Anstalten untergebracht. Angesichts des radikalen Umbruchs der Lebensverhältnisse im beruflichen wie im privaten Bereich (vgl. Thompson 1963) waren Familie und Nachbarschaft nicht mehr in der Lage, die Personen mit massiven psychischen Beeinträchtigungen zu integrieren. Die»staatliche Fürsorge«regulierte mit der Etablierung psychiatrischer Anstalten die sich konstituierenden modernen Lebensverhältnisse (vgl. Scull 1979; Köhler 1977). Die für moderne Gesellschaften typische Professionalisierung der Versorgung psychisch kranker Menschen erfolgte damit durch das Instrument der totalen Institution, die ihre Mechanismen mit zunehmender Vergrößerung von der moralischen Beeinflussung (Tuke) bis hin zur Zwangsanwendung entwickelte. Die totale Institution wurde dabei als einzig geeignetes Mittel betrachtet, um den»verwirrten Geist«des psychisch Kranken wieder in die»natürliche Bahn«zu lenken. Die Reizarmut der abgeschiedenen ländlichen Idylle sollte genutzt werden, um den kranken Geist dahingehend zu beeinflussen, die gesellschaftlich akzeptierte Denkweise wieder anzunehmen. In vielen europäischen Ländern ging diese Entwicklung einher mit einer Ausdehnung berufsständischer Organisationen. So zeigt Andrew Scull in seinem historisch-kritischen Werk»Museums of Madness«, für die englische Psychiatriegeschichte, dass es dadurch zu einem Ausbau der Monopolstellung der Ärzte kam und einer Ausdehnung der medizinischen Begriffswelt auf sämtliche Formen abweichenden Verhaltens. Psychische Abweichung wurde als Erkrankung des Hirns definiert und als einzig legitime Behandlungsmethode wurde die Un- sozialpsychiatrische informationen 1/

20 Kulturen des Helfens nachdenklich, kreativ, vielfältig terbringung in einer geschlossenen Anstalt festgelegt. In den Jahren zwischen 1860 und 1870 setzte sich das Monopol der geschlossenen Anstalt bei der Versorgung akuter und langfristig psychisch kranker Menschen durch z. T. gegen heftige Kritik von Betroffenen, Angehörigen und Publizisten (vgl. Brink 2010) Sehr deutlich wird der Konnex zwischen Professionalisierung und totaler Institution in der Ablehnung der psychiatrischen Familienpflege als mögliche Unterbringungsform für chronisch psychisch Kranke durch den Verein deutscher Irrenärzte im Jahre 1865 (vgl. Schmidt 1982). Trotz Befürwortung der Familienpflege durch Kapazitäten wie Wilhelm Griesinger sah der Fachverband offensichtlich seine professionelle Autorität durch die Versorgungsalternative in einem integrativen Modell gefährdet. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurden die Familienpflege und andere ambulante Betreuungsformen in das psychiatrische Versorgungssystem eingeführt. Diese hatten gegenüber der psychiatrischen Anstalt jedoch nur komplementären Charakter. Nach dem Zweiten Weltkrieg formierte sich in den wirtschaftlich entwickelten Ländern eine Front gegen die Versorgung psychisch kranker Menschen in totalen psychiatrischen Anstalten. In Deutschland führte der sozialpsychiatrische Aufbruch im Anschluss an die Psychiatrie-Enquete, die 1975 dem deutschen Bundestag vorgelegt wurde für Langzeitpatienten nicht zu einer Entlassung in die Gemeinde, sondern meist in gemeindeferne Heime. So musste der Bericht der Expertenkommission der Bundesregierung noch 1988 feststellen, dass sich die Lebenssituation für chronisch psychisch kranke Menschen nach der Psychiatrie-Enquete eher verschlechtert als verbessert hatte. Freilich blieben die verschiedenen Reformbewegungen sowie die Bundes- und Länderprogramme in Folge der Psychiatrie-Enquet e nicht ohne Wirkung. Neben der Modernisierung der psychiatrischen Anstalten sind hier insbesondere die Einrichtung von Tageskliniken und psychiatrischen Abteilungen in Krankenhäusern sowie der Aufbau gemeindeintegrierter Angebote wie Sozialpsychiatrische Dienste, Betreutes Wohnen und Tagesstätten zu nennen. Aber es bleibt die nüchterne Erkenntnis: Der Wechsel des Ortes der Betreuung hat nicht automatisch einen Wechsel der Betreuungsqualität zur Folge. Gegenüber der Zeit nach der Psychiatrie-Enquete, in der die Parole der italienischen anti-institutionellen Psychiatrie»Freiheit heilt«zur therapeutischen Maxime erhoben wurde, ist zwischenzeitlich Ernüchterung eingekehrt. Der Wechsel in eine ambulant betreute Wohnung hat bei vielen chronisch psychisch kranken Menschen entgegen der Erwartung der Professionellen nicht zu einer besseren Integration in die Gemeinde geführt. Aufgrund dieser Tatsache konnte Dörner (2010: 40) provokativ formulieren:»statt Gemeindpsychiatrie kommt nur Psychiatrie-Gemeinde heraus, wo bis in den ambulanten Bereich psychisch Kranke von Profis umzingelt und genau so lange nicht integriert sind.«zu einer wirklichen Integration bedarf es der Durchsetzung eines Paradigmenwechsel in der Betreuungsphilosophie: die Hilfe suchende Person wird vom Objekt der Versorgung zum handelnden Subjekt, das entsprechend des individuellen Bedarfs Hilfen erhält. Im Rahmen eines personenzentrierten Ansatzes ist die Trennung zwischen ambulanten und stationären Diensten nicht mehr sinnvoll, der»klient«erhält vielmehr die Hilfen, die er benötigt, um in seinem Lebensfeld zurechtzukommen. Damit ist allerdings nur eine Voraussetzung für die Integration in die Gemeinde gegeben. Die andere Voraussetzung ist das Vorhandensein eines sozialen Netzwerks in der Gemeinde. Wenn dies nicht gegeben ist, weil es durch den Verlauf der Erkrankung zerstört wurde oder wegen Umzugs in die Gemeinde, in der das Betreuungsangebot geleistet wird, nie vorhanden war, ist es Aufgabe der professionellen Helfer, den Klienten beim Aufbau eines sozialen Netzwerks zu unterstützen. Dies können Bürgerhelfer leisten. Die einfache Formel»Nur Bürger integrieren Bürger«(Dörner 2010) bringt die komplexe Problematik professionellen Handelns im Sozialbereich auf den Punkt. Die Umsetzung von Sozialraumorientierung und inklusivem Gemeinwesen gemäß der UN-Behindertenkonvention wird demnach nur gelingen können, wenn sich das professionelle Selbstverständnis dahingehend ändert, dass die Verlagerung der Integrationstätigkeit auf Bürgerhelfer oder andere nicht-psychiatrische Netzwerke, ein integraler Bestandteil professionellen Handelns wird. Ehrenamtliche Helfer in der Gemeindepsychiatrie Erfahrungsgemäß ist die Rekrutierung ehrenamtlicher Helfer in unterschiedlichen Feldern der gesellschaftlichen Freiwilligenarbeit unterschiedlich schwer zu bewerkstelligen. So ist das Interesse von jungen Männern an Diensten in der freiwilligen Feuerwehr oder ehrenamtlicher Sanitäter- Hilfen groß (Schüll 2004). Manche Frauen sind gerne bereit, im Bereich der Seniorenbetreuung sowie bei geistig Behinderten tätig zu werden. Geradezu üblich ist die Bürgerhilfe bei der Sterbegeleitung im Rahmen der Hospiz-Bewegung. In diesen Bereichen sozialen Engagements fühlen sich ehrenamtliche Helfer aufgrund des möglichen Rückgriffs auf ihre Lebenserfahrung und die Erwartung der Dankbarkeit der Betroffenen relativ sicher. Neue Werbestrategien zielen darauf ab. So hat die Caritas Postkarten in Umlauf gebracht mit dem Bild einer rüstigen älteren Dame und dem Text: Expertin für Sonntagsbraten sucht Zuhörer. Im Hinblick auf psychisch kranke Menschen existiert hingegen ein hohes Maß an Unsicherheit und Berührungsangst. Während Altenpflegeheime keinerlei Probleme haben, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, sind in der Vergangenheit verschiedene Versuche fehlgeschlagen, Bürgerhelfer zur Betreuung psychisch kranker Menschen im Landkreis Ravensburg zu gewinnen. Eine Ausnahme bildet das Modell in Maroldsweisach an der ehemaligen Staatsgrenze Grenze zwischen Franken und Thüringen, in dem die Auflösung der stationären Wohneinrichtung in ambulant betreutes Wohnen mit Hilfe eines Tandems von professionellem Helfer und Bürgerhelfer praktiziert wurde (vgl. Pratsch 2008). Hier wurden von Anfang an Aufwandsentschädigungen gezahlt, die Bürgerhelfer arbeiten wie Nachbarschyaftshelfer in der ganz normalen Alltagsverrichtungen und bei Fahrdiensten. Die Aufwandsentschädigung ist nicht hoch, hilft aber manchem Haushalt.»Und 154 Euro zusätzlich tun der einen oder anderen Haushaltskasse sichtlich gut und geben der Hausfrau von nebenan nicht nur das Gefühl, Gutes getan zu haben.«schon Dörner (2010: 41) hat die finanzielle Aufwandsentschädigung mit direktem Rekurs auf die gesellschaftlichen Veränderungen in der Zusammensetzung der neuen Bürgerhelfer verteidigt. 18 sozialpsychiatrische informationen 1/2012

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