INDUSTRIEARCHÄOLOGIE INDUSTRIEKULTUR

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1 Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis INDUSTRIEARCHÄOLOGIE INDUSTRIEKULTUR Wintersemester 2013/14 Semestereröffnung im WER-1045 Montag, den 14. Oktober 2013, 18 Uhr Freiberg Oktober 2013

2 Inhaltsübersicht Seite Editorial 2 A. Allgemeine Studieninformationen 6 Was ist Industriearchäologie? 6 Was versteht man unter Industriekultur? 6 Industriearchäologie ein interdisziplinäres Studium 6 Industriekultur das etwas andere Masterprogramm 7 Aufbau des Bachelor- und Masterstudienganges Industriearchäologie 7 Aufbau des Masterstudienganges Industriekultur 9 Kooperationspartner in Lehre und Forschung 9 Berufsfelder für Absolventen 10 Georg-Agricola-Gesellschaft und das Thema Industriekultur 10 B. Lehrprogramm im Wintersemester 2013/ Vorlesungen 11 Seminare, Übungen und Tutorien 19 Kolloquien und Ringvorlesungen 24 C. Sonstige Informationen 26 Informationen zum Studium 26 Mitarbeiter/innen und Lehrbeauftragte am IWTG 26 Gebäudeplan 28 Impressum 29 Stundenplanübersicht Wintersemester 2013/

3 Editorial Das vergangene Sommersemester 2013 ist für das IWTG vor allem im Bereich der Forschung ein turbulentes Semester gewesen. Bis Ende April 2013 musste dem Sächsischen Innenminister der vollständige Antrag zur Nominierung der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí für das UNESCO-Weltkulturerbe in deutscher Sprache übergeben werden. Gleich zu Beginn des Lehrbetriebes stand damit die gesamte Welterbe-Projektgruppe am IWTG unter erheblichem Arbeits- und Zeitdruck. Alle Anstrengungen wurden aber durch eine feierliche und vor allem pünktliche Übergabe der Antragsunterlagen am 30. April an den Sächsischen Staatsminister des Innern, Markus Ulbig, in Dresden belohnt. Damit konnte fristgerecht die Prüfung des Antrages durch das Innenministerium sowie die Vorbereitung der entscheidenden Beschlussfassung der sächsischen Landesregierung zum Welterbeantrag eingeleitet werden. Die positive Entscheidung des Kabinetts zur offiziellen Freigabe der Bewerbung um den Welterbetitel zum 1. Februar 2014 erfolgte schließlich am 12. Juli 2013 und damit genau an dem Tag, an dem der Förderverein Montanregion Erzgebirge e.v. in Freiberg sein 10jähriges Bestehen feiern konnte. Nach 13 Jahren forschender und werbender Tätigkeit des IWTG für dieses Projekt konnte damit ein entscheidendes Etappenziel auf dem langen Weg zum Welterbetitel für die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí erreicht werden. Begonnen hatte er 2000/2001 mit der ersten Machbarkeitsstudie des IWTG für das Projekt. Weitere wichtige Etappenziele sind die Gründung des Fördervereins im Jahre 2003, die Realisierungsstudie des IWTG im Jahre 2007, die insgesamt 27 Umsetzungsstudien des IWTG für die 44 Elemente des sächsischen Teils des Welterbeprojektes mit ihren insgesamt 500 Einzelobjekten und Ensembles in den Jahren 2008 bis 2012 sowie die Übernahme der Trägerschaft des Projektes durch die 35 beteiligten Kommunen und 3 Landkreise des Erzgebirges im Jahre Die eigentliche Ausarbeitung der ca Seiten umfassenden Antragsunterlagen begann am IWTG im Jahre 2012 in enger Kooperation mit unseren tschechischen Partnern in den Regionen Ustí nad Labem und Karlovy Vary sowie dem Denkmalamt in Prag. Am 9. September 2013 wurde diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch die Initiative Südwestsachsen e.v. mit der Verleihung des Ehrenpreises 2013 in Aue gewürdigt. Seit Beginn des Sommersemesters 2013 ist die Welterbe-Projektgruppe am IWTG zudem mit der Vorbereitung der Einreichung des Welterbeantrages zur Vorprüfung beim Welterbezentrum in Paris beschäftigt gewesen. Dafür musste bis Mitte September die von einem beauftragten Übersetzungsbüro erstellte englische Fassung des Antrages geprüft und überarbeitet sowie die einzelnen Antragsbestandteile (Antrag, Managementplan, Dokumentation, Kartenband) für das Layout der gedruckten Fassung vorbereitet werden. Nach Abschluss der Vorprüfung durch die UNESCO Mitte November 2013 erfolgen eine letzte Korrektur und der Druck der Antragsunterlagen, die Mitte Dezember schließlich über die zuständigen Stellen in Dresden und Berlin ihre Reise nach Paris antreten, um dort pünktlich zum 1. Februar 2014 einzutreffen. Wird dort der Antrag akzeptiert, so erfolgt im Verlauf des Jahres 2014 die fachlich-inhaltliche Prüfung durch ICOMOS, aufgrund deren Empfehlung dann im Sommer 2015 die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCO zur Aufnahme der Montanen 2

4 Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí in das Weltkulturerbe erfolgen könnte. Das IWTG wird diesen Prozess 2014/15 als wissenschaftliche Einrichtung fachlich begleiten. Im Bereich der Forschung am IWTG sind für das vergangene Sommersemester neben dem Welterbe-Projekt noch das unter dem Titel SHIFT X laufende EU-Gemeinschaftsprojekt Employing cultural heritage as promoter in the economic and social transition of oldindustrial regions (verantwortlich: Dr. Daniela Walther) sowie das mit dem tschechischen Partner Regioskop durchgeführte EU-Ziel-3-Projekt zur Erfassung von Industriedenkmalen in Nordböhmen und Südwestsachsen (verantwortlich: Dipl.-Geol./FH Jens Kugler) zu nennen. Beide Projekte laufen noch bis in das Jahr Neu abgeschlossen wurden die Forschungskooperationsverträge mit dem Institut für Neue Industriekultur (INIK) in Cottbus sowie mit der Stiftung Kraftwerk Hirschfelde. Mit dem INIK ist künftig eine Projektzusammenarbeit im Bereich des deutschen Einflusses auf die Entwicklung der Industriekultur in Kolumbien geplant. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit der Universidad Santo Tomás in Kolumbien befindet sich in Vorbereitung. Der Kooperationsvertrag mit der Stiftung Kraftwerk Hirschfelde führte bereits im vergangenen Sommersemester zu einem Projekt zur baulichen und technischen Erfassung und Dokumentation der Maschinenhalle des Kraftwerkes Hirschfelde II, das im Rahmen eines industriearchäologischen Projektseminars von Studierenden des IWTG erfolgreich durchgeführt werden konnte. Die ersten Ergebnisse dieses Projektes wurden am 29. August im Rahmen einer Vortragsveranstaltung sowie am Tag des Offenen Denkmals am 8. September im Rahmen einer Posterpräsentation in Hirschfelde vorgestellt. Eine weitere Forschungskooperation mit der Stiftung Kraftwerk Hirschfelde ist geplant. Erste konkrete Verhandlungen über eine künftige Forschungskooperation im Bereich der Industriekultur des 19. und 20. Jahrhunderts wurden im Sommersemester mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum geführt. Ein entsprechender Kooperationsvertrag soll noch in diesem Jahr geschlossen werden. Der konkrete Beginn der Forschungskooperation, voraussichtlich im Rahmen eines Graduiertenkollegs, ist für 2014 geplant. Im Bereich der Forschung am IWTG ist schließlich noch der erfolgreiche Abschluss der Promotionsverfahren von Dipl.-Kffr. Daniela Walther am 1. Juli 2013 (Thema: Neue Konzepte zur ökonomischen Analyse der Industriedenkmalpflege in Deutschland) sowie von Herrn Bertram Triebel M.A. am 13. September 2013 (Thema: Die SED an der Bergakademie Freiberg ( ). Zum Verhältnis von Staat und Gesellschaft in der SBZ/DDR) zu vermelden. Wir gratulieren beiden Promovenden an dieser Stelle nochmals ganz herzlich zu dieser Leistung. Nachzutragen ist für 2013, dass Prof. Albrecht zudem als Zweitgutachter an den Dissertationen von Herrn Christoph Bieberstein (Thema: Gewerblich-industrielle Kulturlandschaften: Herausforderung für Kulturlandschaftsforschung und Regionalentwicklung am Beispiel des historischen Kalkgewerbes im Raum Pirna/Elbtalschiefergebirge, verteidigt am ) an der TU Dresden sowie an der Habilitation von Herrn Dr. Bernd Lyschatz (Thema: Die Metallurgie des Rennverfahrens, verteidigt am ) an der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie der TU Bergakademie Freiberg beteiligt gewesen ist. 3

5 Im Bereich der Lehre gab es im abgelaufenen Sommersemester einige Veränderungen aufgrund der Abwesenheit (Elternzeit) von Herrn Dr. Pohl. Unter der Leitung von Prof. Albrecht übernahmen Frau Dipl.-Ind. Arch. Stefanie Preißler und Frau Nele Lehmann M.A. die Vorlesung Technikgeschichte II, Frau Dipl.-Ind. Arch. Julia Petzak das englischsprachige Seminar History of Environment sowie Herr Dominik Mahr M.A. von der Universität Bielefeld die Vorlesung zur Allgemeinen Umweltgeschichte. Die Vorlesung zur Lehrveranstaltung Industriekultur unter dem Titel Geschichte des Designs hielt als Lehrbeauftragter Herr Dr. Jörg Feldkamp aus Chemnitz. Die Vorlesung zur Lehrveranstaltung Kulturgeschichte unter dem Titel Das UNESCO Weltkulturerbe übernahmen gemeinsam Prof. Albrecht und Frau Friederike Hansell M.A. Allen Dozenten und Dozentinnen sei an dieser Stelle für ihre Bereitschaft zur Übernahme dieser Lehrveranstaltung gedankt. Besonderheiten im Bereich der Lehre bildeten im Sommersemester das bereits erwähnte industriearchäologische Projektseminar in Kooperation mit der Stiftung Kraftwerk Hirschfelde sowie die von Dr. Pohl geleitete industriearchäologische Exkursion nach Südwestdeutschland vom 3. bis 8. September Im Rahmen des Projektseminars wurde am 29./30. Juni ein besonderer Kurs zur fotografischen Dokumentation industriearchäologischer Objekte angeboten. Im Rahmen der Exkursion hatten die Studierenden die Gelegenheit, an der Jahrestagung der Georg-Agricola-Gesellschaft unter dem Thema Energiespeicherung in Geschichte und Gegenwart im Technoseum Mannheim teilzunehmen. Eine weitere Besonderheit bildete die Möglichkeit zur Teilnahme aller Studierenden an der vom 23. bis 25. September am IWTG durchgeführten Herbsttagung der Arbeitsgruppe Industriedenkmalpflege in der Vereinigung der Denkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland unter dem Thema Grundlagen der Erfassung von Denkmalen der Industrie und Technik, auf der den Industriedenkmalpflegern aus ganz Deutschland auch die Forschung und Lehre im Bereich von Industriearchäologie und Industriekultur am IWTG der TU Bergakademie Freiberg vorgestellt wurde. Grundlegende personelle Veränderungen sind für das IWTG aus dem vergangenen Sommersemester nicht zu vermelden. Ausgeschieden aus der Welterbe-Projektgruppe sind zum 30. Juni als wissenschaftliche Mitarbeiter/innen Frau Dipl.-Ind. Arch. Jane Ehrentraut, Frau Dipl.-Ind. Arch. Julia Petzak sowie Herr Dipl.-Geol./FH Jens Kugler. Sowohl Frau Petzak wie auch Herr Kugler sind jedoch über gesonderte Verträge weiterhin am Welterbeprojekt beteiligt und haben darüber hinaus auch weiterhin wissenschaftliche Mitarbeiterstellen am IWTG inne. Frau Ehrentraut hat dagegen eine Stelle am Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege angetreten. Als Geschäftsführerin des Fördervereins Montanregion Erzgebirge e.v. bleibt sie allerdings ebenfalls dem Welterbeprojekt sowie dem IWTG verbunden. Erfreulich ist darüber hinaus, dass einige Absolventen des IWTG im Verlauf des vergangenen Semesters Anstellungen finden konnten: Frau Dipl.-Ind. Arch. Britta Miekley ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die TU Darmstadt gegangen. Frau Dipl.-Ind. Arch. Stefanie Preißler hat zum 1. Juli 2013 die Stelle einer Alumni-Koordinatorin für die TU Bergakademie Freiberg beim Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e.v. angetreten. Die Absolventen Dipl.-Ind. Arch. André Köhler und Dipl.-Ind. Arch. Jürgen Kabus haben sich erfolgreich auf Projektstellen am Industriemuseum Chemnitz beworben. Sie sind dort im Rahmen 4

6 der Neukonzeption der Dauerausstellung des Industriemuseums beschäftigt. Prof. Albrecht wurde im abgelaufenen Sommersemester in den Wissenschaftlichen Beirat des Projekts Die Rückkehr der Mühlen? Historische Standorte und zukünftige Potentiale dezentraler Wasserkraftnutzung in Deutschland an der TU Darmstadt sowie als Mitglied in die Jury zur Bewertung des Internationalen Wettbewerbes für die neue Dauerausstellung des Sächsischen Industriemuseums Chemnitz berufen. Das bevorstehende Wintersemester 2013/14 wird im Bereich der Lehre nach der Rückkehr von Dr. Pohl wieder in (fast) gewohnten Bahnen verlaufen. Einen personellen Wechsel gibt es lediglich im Bereich der Vorlesung Wirtschaftsgeschichte II, die in diesem Semester unter der Leitung von Prof. Albrecht Frau Dipl.-Kffr. Ulrike Pohl übernehmen wird. Neu angeboten werden dagegen in Ergänzung zum regulären Studienplan zwei Tutorien zum historischen bzw. industriearchäologischen Proseminar sowie zur GIS-Vorlesung. Im Rahmen umfassender praktischer Übungen soll dadurch allen Studierenden der Proseminare bzw. der GIS- Vorlesung eine Vertiefung und praktische Einübung ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten in diesen beiden grundlegenden Bereichen des industriearchäologischen Studiums geboten werden. Die Tutorien werden als Blockveranstaltungen angeboten. Ihr Besuch wird allen Studierenden dringend empfohlen. Abschließend sei für das bevorstehende Wintersemester noch auf eine ganz besondere Vortragsveranstaltung hingewiesen. Am 25. Oktober 2013 wird an der TU Bergakademie Freiberg in Kooperation des IWTG mit ICOMOS-Deutschland und TICCIH-Deutschland ein internationaler Workshop zum Thema Industrial and Mining Landscapes within World Heritage Context stattfinden. Alle Studierenden sowie Mitarbeiter/innen des IWTG können an diesem Workshop, zu dem namhafte Experten aus aller Welt anreisen, teilnehmen. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IWTG wünsche ich allen Studierenden ein interessantes und erfolgreiches Semester. Freiberg, den 23. September 2013 Prof. Dr. phil. habil. Helmuth Albrecht (Direktor des IWTG) 5

7 A. Allgemeine Studieninformationen Was ist Industriearchäologie? Die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit Fragen der Industriekultur und Industriedenkmalpflege beschäftigt, bezeichnet man international als Industriearchäologie (Industrial Archaeology). Industriearchäologie ist ganz allgemein die Wissenschaft, die sich mit der Erfassung, Erforschung, Interpretation und im gewissen Umfang auch mit der Erhaltung der gegenständlichen Überlieferung gewerbe- und industriebezogener Artefakte, Anlagen und Systeme in ihrem kulturellen und historischen Kontext beschäftigt. Als Forschungsgebiet hat die Industriearchäologie das Ziel, die von ihr erfassten und dokumentierten Artefakte der Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsentwicklung im Kontext der Technik-, Wissenschafts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte darzustellen. Mit der Erfassung und der Dokumentation der gegenständlichen Überlieferung aus der Geschichte von Gewerbe, Industrie und Verkehr leistet die Industriearchäologie im Bereich der technischen Denkmale bzw. Industriedenkmale einen Beitrag zur allgemeinen Denkmalpflege. Technische Denkmale bzw. Industriedenkmale i.w.s. sind dabei alle Denkmale der Produktionsund Verkehrsgeschichte, wie handwerkliche Produktionsstätten mit ihren Ausstattungen, industrielle und bergbauliche Anlagen, Maschinen und Modelle, Verkehrsbauten und Transportmittel sowie Kommunikations- und Infrastruktureinrichtungen mit ihren zugehörigen Anlagen. Aufgrund des speziellen Gegenstandsbereiches und der für seine Erforschung notwendigen vielfältigen Grundlagen und methodischen Verfahren handelt es sich bei der Industriearchäologie um einen interdisziplinären Wissenschaftsbereich. Was versteht man unter Industriekultur? Der Begriff Industriekultur steht für die Beschäftigung mit der gesamten Kulturgeschichte des Industriezeitalters. Er verbindet Technik-, Kultur- und Sozialgeschichte und er umfasst das Leben aller Menschen in der Industriegesellschaft - ihren Alltag, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen. Im Gegensatz zur Industriearchäologie erweitert die Industriekultur den Zeithorizont der Interpretation und Bewertung des industriellen Zeitalters bis in die Gegenwart hinein und lenkt damit den Blick auch auf die aktuellen Entwicklungstendenzen der Industriegesellschaft sowie der in ihnen wirkenden maßgeblichen politischen und kulturellen Phänomene. Das Konzept der Industriekultur erschließt dabei im Wesentlichen drei Erkenntnisperspektiven: (1) Eine materielle Perspektive mit der Frage nach der dinglichen/ artifiziellen Hinterlassenschaft der Industrialisierung in Raum und Zeit; (2) eine sozial-gesellschaftliche Perspektive mit der Frage nach den Arbeits- und Lebensverhältnissen in der Industriegesellschaft; und (3) eine künstlerisch-wissenschaftliche Perspektive mit der Frage nach der intellektuellen Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Industrialisierung. Industriearchäologie ein interdisziplinäres Studium Der Studiengang Industriearchäologie an der TU Bergakademie Freiberg verbindet entsprechend der besonderen Problematik seines Gegenstandsbereiches (gegenständliche Quellen der Industriekultur) sowie seines spezifischen Berufsfeldes (Denkmalpflege, Technik- und Industriemuseen, Wissenschaftsjournalismus, Öffentlichkeitsarbeit in Unternehmen 6

8 etc.) historisch-geisteswissenschaftliche Methoden und Fragestellungen mit einer breiten mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagenausbildung einerseits und mit einer praxisorientierten Ausbildung im Bereich des Kultur- und Projektmanagements, des Museumswesens und der Denkmalpflege andererseits. Er trägt damit der Tatsache Rechnung, dass in der industriearchäologischen Forschung und Praxis neben geisteswissenschaftlich/historischen Kenntnissen auch natur- und ingenieurwissenschaftliche Probleme, Methoden und Verfahren eine große Rolle spielen. Als interdisziplinärer Studiengang richtet sich die Studienrichtung Industriearchäologie damit an historisch interessierte, mathematisch-naturwissenschaftlich begabte und interdisziplinär orientierte Studierende. Der Vermittlung berufspraktischer Fähigkeiten, z.b. der Fähigkeit zur Teamarbeit, wird - ihrer Bedeutung für erfolgreiche künftige Berufskarrieren entsprechend - ein besonderer Stellenwert in der Studienrichtung eingeräumt. Das kommt insbesondere durch die für den Studienabschluss erforderlichen praktischen Tätigkeiten sowie in der engen Kooperation bei der Ausbildung mit den Institutionen der Denkmalpflege und des Museumswesens zum Ausdruck. Industriekultur das etwas andere Masterprogramm Mit der Einrichtung des Masterstudienganges für Industriekultur verfolgt die TU Bergakademie Freiberg das Ziel, Absolventen 6-semestriger Bachelor-Studiengänge vorzugsweise der Studienrichtungen Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie oder Architektur einer deutschen Hochschule oder einer vergleichbaren ausländischen Ausbildungseinrichtung die Möglichkeit zu geben, sich im Bereich der Industriekultur/Industriearchäologie im Rahmen eines 4semestrigen Masterprogramms wissenschaftlich weiter zu qualifizieren. Im Unterschied zum Masterprogramm Industriearchäologie setzt das Masterprogramm Industriekultur keine naturwissenschaftlich-technische Grundlagenausbildung voraus. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt vor allem im Bereich technik-, wissenschafts- und kulturhistorischer sowie denkmalpflegerischer und rechtlicher Fragen und Probleme der Bewahrung des industriekulturellen Erbes. Ein breites Wahlpflichtangebot ermöglicht darüber hinaus eine dem individuellen Qualifikationsprofil sowie und dem angestrebten künftigen Tätigkeitsbereich angemessene Anpassung bzw. Vertiefung des Pflichtstudienprogramms. Die Aufnahme in das Masterprogramm erfolgt nach einem vorausgehenden und zwingend erforderlichen Qualifikationsgespräch, dessen Ziel es ist, entsprechend des vorliegenden Qualifikationsprofils des Bachelor-Abschlusses, die in den ersten beiden Semestern zu belegenden Wahlmodule sinnvoll auszuwählen. Studienbeginn ist jeweils das Wintersemester. Das Programm schließt mit dem Erwerb des Titels eines Masters of Science (MSc.) ab. Aufbau des Bachelor- und Masterstudienganges Industriearchäologie Bei dem Bachelor- und Masterstudiengang Industriearchäologie handelt es sich um ein konsekutives Studienprogramm, d.h. um ein aufeinander aufbauendes und eng miteinander verkoppeltes Studienprogramm, dessen Regelabschluss der Master of Science darstellt. Der Bachelorstudiengang besteht aus einem 7semestrigen Studium, das mit dem Bachelor of Science (BSc.) abschließt. Daran schließt sich der 3semestrige Masterstudiengang an, der das universitäre Ausbildungsprogramm im Bereich der Industriearchäologie vervollständigt und abrundet. Auch wenn der Bachelor of Science in Industriearchäologie ein berufsqualifizierender Abschluss ist, wird allen Studierenden aufgrund des breiten interdisziplinären Ge- 7

9 genstands- und Methodenspektrums der Industriearchäologie empfohlen, das Masterstudium anzuschließen und das Studium mit dem Master of Science (MSc.) abzuschließen. Aufbau des Bachelorstudienganges Industriearchäologie Das Bachelorprogramm für Industriearchäologie gliedert sich wie folgt: 1. Sem. 2. Sem. 3. Sem. 4. Sem. 5. Sem. 6. Sem. 7. Sem. Mathematik für Industriearchäologen Prinzipen d. Chemie Physikalische Chemie f. Werkstoffwissenschaften Physik für Ingenieure Praktikum Industriearchäologie Vermessungs- u. Instrument.- Technik Angewandte Geoinformationssysteme I u. II (12 Wochen) Einführung Industriearchäologie Industriearchäologie I Methoden d. Industriearchäologie Industriearchäologie II Basiskurs Werkstoffwissenschaft Industriearchäologie III Einführung Technikgeschichte Technik- u. Wirtschaftsgeschichte vorindus. Zeit Technik- u. Wirtschaftsgeschichte Industriezeit Industriekultur I Museologie I Museologie II Einführung in die Wissenschaftstheorie Industriekultur II Bachelorarbeit u. Kolloquium (3 Monate) Einführung Englische Fachsprache Englische Fachsprache UNIcert III Einf. i.d. BWL Wahlfach I Wahlfach II Wahlfach III Wahlfach IV Hinweis: Angegeben sind nur die Module (Modulbezeichnungen), die in der Regel aus mehreren Lehrveranstaltungen bestehen. Aufbau des Masterstudienganges Industriearchäologie Aufbauend auf dem 7-semestrigen Bachelor-Studiengang für Industriearchäologie der TU Bergakademie Freiberg folgt als zweiter Teil des konsekutiven Studienprogramms in der Industriearchäologie das 3-semestrige Masterprogramm, das zum Regelabschluss eines- Masters of Science (MSc.) in Industriearchäologie führt. Studienbeginn ist jeweils im Sommersemester. 8

10 1. Sem. 2. Sem. 3. Sem. Theoretische Industriearchäologie Praktische Industriearchäologie Vertiefung Wissenschafts- und Technikgeschichte Vertiefung Industriekultur I Vertiefung Industriekultur II Rechtliche Grundlagen des Denkmalschutzes Master-Arbeit und Kolloquium (6 Monate) Marketing und Projektmanagement Cultural Studies Öffentliches Bau- und Planungsrecht Hinweis: Angegeben sind nur die Module (Modulbezeichnungen), die in der Regel aus mehreren Lehrveranstaltungen bestehen. Aufbau des Masterstudienganges Industriekultur Das Masterprogramm Industriekultur setzt grundsätzlich den Bachelor-Abschluss in einem 6semestrigen Bachelor-Studiengang voraus. Es beginnt jeweils zum Wintersemester. 1. Sem. 2. Sem. 3. Sem. 4. Sem. Grundlagen der Industriearchäologie Spez. Methoden der Industriearchäologie Grundlagen der Industriekultur Theoretische Industriearchäologie Praktische Industriearchäologie Cultural Studies Vertiefung Wissenschafts- und Technikgeschichte Rechtliche Grundlagen des Denkmalschutzes Master-Arbeit (6 Monate) Technikgeschichte des Industriezeitalters Vertiefung Industriekultur I Vertiefung Industriekultur II Wahlmodule Wahlmodule Öffentliches Bau- und Planungsrecht Hinweis: Angegeben sind im Folgenden nur die Module (Modulbezeichnungen), die in der Regel aus mehreren Lehrveranstaltungen bestehen. Kooperationspartner des IWTG in Lehre und Forschung In Lehre und Forschung kooperiert das IWTG der TU Bergakademie u.a. mit folgenden Partnern: Zweckverband Sächsisches Industriemuseum, Fakultät für Architektur der TU Dresden, Landesamt für Denkmalpflege Dresden, Archäologisches Landesamt Dresden, Lan- 9

11 desdenkmalamt Dresden, Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus arbeitet das IWTG jeweils projektorientiert mit zahlreichen weiteren Partnern aus dem Bereich von Behörden, Kommunen oder auch der Wirtschaft zusammen. Eine besondere Bedeutung kommt der internationalen Vernetzung und Kooperation des IWTG im Bereich der Industriearchäologie zu. So ist der Direktor des IWTG u.a. Mitglied im Board of Directors der internationalen Organisation TICCIH (The International Committee fort he Conservation of the Industrial Heritage). Berufsfelder für Absolventen Absolventen/innen des Studienganges Industriearchäologie bzw. Industriekultur finden Einsatzgebiete vorzugsweise dort, wo ein breites, fachübergreifendes naturwissenschaftliches Grundlagenwissen für die Lösung historisch-archäologischer, technikgeschichtlicher und industriearchäologischer Probleme gefordert ist. Industriearchäologische Funde und Befunde sind zu dokumentieren, zu katalogisieren, mit naturwissenschaftlichen und materialwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, historisch, technikgeschichtlich und denkmalpflegerisch zu analysieren und einzuordnen sowie durch die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte zu bewahren. Berufsmöglichkeiten bieten sich für die Absolventen/innen des Studienganges Industriearchäologie bzw. Industriekultur in allen Bereichen der industriearchäologischen, industriedenkmalpflegerischen und industriekulturellen Forschung, namentlich an Universitätsinstituten, Ämtern für Denkmalpflege und Museen wie z.b. Industrie- und Technikmuseen, ferner im Wissenschaftsjournalismus, in der wissenschaftlichen Bildungsarbeit und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von Industrieunternehmen. Georg-Agricola-Gesellschaft und das Thema Industriekultur Die 1926 gegründete Georg-Agricola-Gesellschaft zur Förderung der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik e.v. (GAG) hat auf ihrer Jahresmitgliederversammlung am 27. August 2010 beschlossen, als neuen Themenschwerpunkt die Förderung der Industriekultur in ihre satzungsgemäßen Aufgaben aufzunehmen. Die GAG knüpft damit an bewusst an eine ihrer frühen Förderaktivitäten an, war sie doch in den späten 1920er Jahren gemeinsam mit dem Verein Deutscher Ingenieure, dem Deutschen Museum München und dem Bund Deutscher Heimatschutz aktiv an der erstmaligen Erfassung Technischer Kulturdenkmale in Deutschland beteiligt. Die GAG will damit künftig einerseits Forschungsarbeiten zum Themenkreis Industriekultur, Industriearchäologie und Industriedenkmalpflege fördern, andererseits aber auch in diesen Themenfeldern tätigen bzw. an ihnen interessierten Studierenden, Wissenschaftlern/innen und interessierten Laien eine institutionelle Heimat geben. Sämtliche Mitglieder der GAG werden künftig im Rahmen ihrer Mitgliedschaft die gemeinsam von den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen herausgegebene Zeitschrift industrie-kultur. Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte kostenlos erhalten. Weitere Informationen zur GAG sowie zur Beantragung ihrer Mitgliedschaft finden sich unter: 10

12 B. Lehrprogramm im Wintersemester 2013/14 Wichtiger Hinweis Bei den im Folgenden aufgeführten Lehrveranstaltungen handelt es sich nur um solche Veranstaltungen, die vom Institut für Wissenschafts- und Technikgeschichte bzw. seinen Kooperationspartnern außerhalb der TU Bergakademie Freiberg im Rahmen des konsekutiven Bachelor/Masterprogramms Industriearchäologie, des Diplomstudienganges Industriearchäologie sowie des Masterprogramms Industriekultur angeboten werden. Alle übrigen Lehrveranstaltungen der Studiengänge, die von anderen Lehrstühlen, Instituten bzw. Fakultäten der TU Bergakademie im Rahmen des Regelstudienplanes angeboten werden, sind in diesem kommentierten Vorlesungsverzeichnis nicht aufgeführt. Sie können dem Vorlesungsverzeichnis der TU Bergakademie Freiberg entnommen werden. VORLESUNGEN Einführung in die Industriearchäologie (V) Dozent: Prof. Dr. Helmuth Albrecht Modul: BINA: Einführung in die Industriearchäologie (1. Sem.) MIK: Grundlagen der Industriearchäologie (1. Sem.) Ort: WER-1118, kl. HS Mineralogie, Brennhausgasse 14, Werner-Bau Zeit: Montag, Uhr Beginn: 21. Oktober 2013 Unter Industriearchäologie versteht man jene wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erfassung, Erforschung, Interpretation und im gewissen Umfang auch mit der Erhaltung der gegenständlichen Überlieferung gewerbe- und industriebezogener Artefakte, Anlagen und Systeme in ihrem kulturellen und historischen Kontext beschäftigt. Die Industriearchäologie verfolgt dabei das Ziel, die von ihr erfassten und dokumentierten Artefakte der Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsentwicklung in den Kontext der Technik-, Wissenschafts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu stellen. Die Vorlesung vermittelt eine Einführung in Gegenstand, Methoden und Probleme der Industriearchäologie. Theorie und Praxis der modernen Industriearchäologie werden anhand von Beispielen vor allem aus der Industriegeschichte und technischen Denkmalpflege Sachsens erläutert. Literaturhinweise: James Douet (Ed.): Industrial Heritage Re-tooled. The TICCIH guide to Industrial Heritage Conservation. Lancaster Rainer Slotta: Einführung in die Industriearchäologie. Darmstadt Hans Günther Conrad: Industriearchäologie als Gegenwartsaufgabe. In: Der Anschnitt, 26. Jg. (1974) H. 5/6, S Ralf Angus Buchanan: Industrial Archaeology in Britain. Harmondsworth

13 Kenneth Hudson: The Archaeology of Industry. London Kenneth Hudson: World Industrial Archaeology. Cambridge Otfried Wagenbreth, Eberhard Wächtler (Hg.): Technische Denkmale in der DDR. 2. Aufl. Leipzig Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur im Kanton Zürich. Vom Mittelalter bis heute. 2. Aufl. Zürich Emory L. Kemp (Ed.): Industrial Archaeology: Techniques. Malabar Neil Cossons (Ed.): Perspectives on Industrial Archaeology. London Michael Stratton, Barrie Trinder: Twentieth Century Industrial Archaeology. London Industriedenkmalpflege (V+Ü) Dozent: Prof. Dr. Helmuth Albrecht Modul: BINA: Methoden der Industriearchäologie (3. Sem.) MIK: Methoden der Industriearchäologie (1. Sem.) Ort: WER-1045, Gr. HS Werner-Bau, Brennhausgasse 14, 1. OG Zeit: Donnerstag, Uhr Beginn: 17. Oktober 2013 Im Rahmen der Lehrveranstaltung werden Geschichte, Methoden und Zielsetzung der Pflege technischer und industrieller Denkmale, ihre Organisation sowie ihre Institutionen vorgestellt. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Entwicklung in Deutschland, wobei jedoch internationale Entwicklungen und Tendenzen in der Industriedenkmalpflege einbezogen werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Darstellung von Aufbau, Organisation und aktuellen Problemen der Industriedenkmalpflege in Sachsen. Literaturhinweise: Axel Föhl: Bauten der Industrie und Technik. Bonn o. J. (Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalpflege, Bd. 47). Alexander Kierdorf, Uta Hassler: Denkmale des Industriezeitalters. Von der Geschichte des Umgangs mit der Industriekultur. Berlin Sigrid Brandt: Geschichte der Denkmalpflege in der SBZ/DDR. Dargestellt an Beispielen aus dem sächsischen Raum Berlin Friederike Waentig: Denkmale der Technik und der Industrie. Definition und Geschichte. In: Technikgeschichte, Bd. 67 (2000) Heft 2, S Helmuth Albrecht: Geschichte, Stand und Perspektiven der Industriedenkmalpflege und Industriearchäologie in Sachsen. In: Blätter für Technikgeschichte, Bd. 63 (2001), S Denkmalpflege in Sachsen. 1. Teil. Hrsg. vom LA für Denkmalpflege Sachsen. Weimar Dieter J. Martin, Michael Krautzberger (Hg.): Handbuch Denkmalschutz und Denkmalpflege. 2. Aufl. München

14 Technikgeschichte 1: Antike bis Mittelalter (V) Dozent: Dr. Norman Pohl Modul: BINA: Einführung in die Technikgeschichte (1. Sem.) Ort: LED-1105, Ledebur-Bau, Leipziger Straße 34, 1. OG Zeit: Montag, Uhr Beginn: 14. Oktober 2013 Es werden Gegenstand, Ziele und Methoden der Technikgeschichte einführend behandelt. Der erste von vier Teilen eines Gesamtüberblicks der Technikgeschichte befasst sich mit dem Zeitraum Antike und Mittelalter. Die einzelnen Veranstaltungen können unabhängig voneinander besucht werden. Die Vorlesung bietet einen Überblick zur Entwicklungsgeschichte der Technik von der Antike bis zum Ende des Hochmittelalters. Behandelt werden u.a. Technikgeschichte und klassische Altertumswissenschaft Mythen und Technik Quellen antiker Technikgeschichte technologische Fachliteratur Energietechnik Bautechnik Wasserver- und -entsorgung Agrar- und Lebensmitteltechnik Transportwesen Textiltechnik Kommunikationstechnik herausragende Anlagen und berühmte Ingenieure Klöster und Technik Literaturhinweise: Schneider, Helmuth: Einführung in die antike Technikgeschichte, Darmstadt Mason, Stephan F.: Geschichte der Naturwissenschaft in der Entwicklung ihrer Denkweisen. Stuttgart White, K.D.: Greek and Roman technology, London 1984, Reprint White, jr., Lynn: Die mittelalterliche Technik und der Wandel der Gesellschaft. München Weitere Literatur wird in der Vorlesung bekanntgegeben. 13

15 Technikgeschichte 3: Industrielle Revolution bis 1900 (V) Dozent: Dr. Jörg Zaun Modul: BINA: Technik- u. Wirtschaftsgeschichte Industriezeitalter (3. Sem.) MIK: Technikgeschichte Industriezeitalter (1. Sem.) Ort: WER-1045, Gr. HS Mineralogie, Brennhausgasse 14, 1. OG Zeit: Dienstag, Uhr Beginn: 15. Oktober 2013 Ziel der Vorlesung ist es, einen allgemeinen Überblick zur Technikgeschichte von der Mitte des 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und eine Einordnung der technologischen Entwicklung in einen größeren historischen Kontext zu vermitteln. Ausführlich werden zunächst die Industrielle Revolution, ihre Voraussetzungen und Folgen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet behandelt. Die weitere technologische Entwicklung soll beispielhaft an ausgewählten Branchen wie Textilindustrie, Elektrotechnik, Maschinenbau, chemischer Industrie sowie Themen wie Technikkonsum, technische Innovationen, technische Bildung und Entstehung der Technikwissenschaften diskutiert werden. Literaturhinweise: Akos Paulinyi: Die Umwälzungen der Technik in der industriellen Revolution zwischen 1750 und In: Wolfgang König (Hrsg.): Propyläen Technikgeschichte Bd. 3: Mechanisierung und Maschinisierung 1600 bis Berlin 1991, S Wolfgang König, Wolfhard Weber: Netzwerke Stahl und Strom 1840 bis Berlin 1990 (Propyläen Technikgeschichte Bd. 4). Akos Paulinyi: Industrielle Revolution. Vom Ursprung der modernen Technik. Reinbek 1989 (Deutsches Museum Kulturgeschichte der Naturwissenschaften und der Technik). Joachim Radkau: Technik in Deutschland. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Frankfurt a.m Ralph Angus Buchanan: The Power of the Machine. The impact of Technolgy from 1700 to the Present. Harmondsworth Reinhard Elze, Konrad Repgen: Studienbuch Geschichte. 2 Bde. Stuttgart Wirtschaftsgeschichte 2: Industriezeitalter (V+Ü) Dozent: Prof. Dr. Helmuth Albrecht; Dipl.-Kffr. Ulrike Pohl Modul: BINA: Technik- u. Wirtschaftsgeschichte Industriezeitalter (3. Sem.) Ort: RAM-2222, Erich-Rammler-Bau, Leipziger Straße 28, 2. OG Zeit: Dienstag, 9.15 Uhr Beginn: 15. Oktober 2013 Die Vorlesung zeichnet die wirtschaftshistorischen Entwicklungen mit dem Einsetzen der Industriellen Revolution bis zum Ende des 20. Jahrhunderts nach. Dabei werden die entsprechenden richtunggebenden ökonomischen Theorien beleuchtet und in den jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Kontext eingeordnet. Ausgehend von den notwendigen Voraussetzungen der Industriellen Revolution in Wirtschaft und Produktion wird aufgezeigt, welche Veränderungen sich in diesen Bereichen im 14

16 Deutschen Kaiserreich durchsetzten. Über die Umstellung der Wirtschaft zum Ersten Weltkrieg, dessen wirtschaftliche und soziale Folgen während der Weimarer Republik, der vollständigen Umorganisation der Wirtschaft während der NS-Zeit und die wirtschaftlichen und politischen Pläne der Alliierten wird auch die wirtschaftliche Entwicklung in den beiden deutschen Staaten betrachtet. Vorträge und gemeinsame Diskussionen der Studierenden zu klassisch-ökonomischen Texten sollen helfen, den Vorlesungsstoff historisch einordnen zu können, Verständnis für grundlegendes ökonomisches Denken zu schaffen und Bezüge zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen herstellen zu können. Literaturhinweise werden in der Veranstaltung gegeben. Ein Handapparat mit den zu lesenden Texten liegt vor. Wissenschaftsgeschichte: Vergessene Klassiker der Antike (V) Dozent: Dr. Norman Pohl Modul: BINA: Technik- und Wirtschaftsgeschichte Industriezeitalter (3. Sem.) MINA: Vertiefung Wissenschafts- und Technikgeschichte (2. Sem.) MIK: Vertiefung Wissenschafts- und Technikgeschichte (3. Sem.) Ort: HHB-1035, Helmut-Härtig-Bau,Gustav-Zeuner-Str. 1, 1. OG Zeit: Dienstag, Uhr Beginn: 15. Oktober 2013 Sie hatten ihre Zeit. Werke etwa der Autoren Hesiod, Columella, Lukrez, Epikur, Vitruv, Ovid, Martial, Juvenal, Epiktet, natürlich auch von Aristoteles, Platon oder Cicero waren den Gebildeten früherer Jahrhunderte geläufig und dienten bis weit in das 19. Jahrhundert hinein auch als Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens sowie der geistigen Stimulation. Die Vorlesung stellt Ausschnitte ausgesuchter Schriften vor, erläutert deren wissenschaftshistorischen, in Ausnahmefällen auch technikhistorischen Kontext und gibt Auskunft über die Wirkungsgeschichte. Die endgültige Auswahl wird in der Vorlesung bekannt gegeben. Museologie 1 (V) Dozent: Dr. Jörg Zaun Modul: BINA: Theorie und Methodik der Museologie I (5. Sem.) MIK: Vertiefung Industriekultur I (1. Sem.) Ort: MIB-1108, Universitätshauptgebäude, Mittelbau, Akademiestraße 6, 1. OG Zeit: Dienstag, Uhr Beginn: 15. Oktober 2013 Museen sammeln, bewahren, erforschen und vermitteln das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Die Vorlesung vermittelt sowohl theoretische Konzepte als auch praktische Methoden und Arbeitstechniken der Museologie zu den Arbeitsfeldern: Sammlungsaufbau, Katalogisierung und Erschließung von Museumsobjekten, Forschung in Museen, Ausstellungen und museumspädagogischer Arbeit. Eine Exkursion in ein Museum ist Teil der Lehrveranstaltung. 15

17 Literaturhinweise: Friedrich Waidacher: Handbuch der allgemeinen Museologie, 3. Aufl., Wien, Köln, Weimar Katharina Flügel: Einführung in die Museologie, Darmstadt Archivkunde (V+Ü) Dozent: Archivdirektor Raymond Plache, Leiter der Abteilung Staatsarchiv Chemnitz des Sächsischen Staatsarchivs Modul: BINA: Einführung Industriearchäologie (1. Sem.) Ort: Projektarbeitsraum IWTG, Silbermannstr. 2 Zeit: Freitag, Blockveranstaltung, bis Uhr Termine: , 8.,15. und sowie Technische Denkmale, vor allem Industriedenkmale, aber auch Maschinen und Geräte sind oftmals in den Archiven der Wirtschaft, des Staates und der Kommunen gut dokumentiert. Insbesondere für das 19. und 20. Jahrhundert, z. T. für das 17./18. Jahrhundert sind Archivalien aus Wirtschaftbetrieben oder staatlichen Aufsichtsbehörden überliefert, die das Aussehen und die Funktionsweise technischer Anlagen beschreiben oder bildlich darstellen. Andere Unterlagen vermitteln einen Einblick in die zeitgenössischen Verhältnisse. Diese Quellen ermöglichen es uns, historische Zustände und Verhältnisse zu rekonstruieren und zu beschreiben sowie Entwicklungen daraus abzuleiten. Auch bei der Vorbereitung und Durchführung industriearchäologischer Untersuchungen können diese historischen Unterlagen von grundlegender Bedeutung sein. Gegebenenfalls lassen sich mit Hilfe der Akten, Pläne, technischen Zeichnungen, Karten, Fotos oder Filme beispielsweise Fundstellen schneller und genauer lokalisieren oder Funde leichter identifizieren, analysieren und einordnen. Eine erfolgreiche Auswertung dieses Quellenmaterials setzt aber u. a. voraus, - die einschlägigen Unterlagen zu einem Thema möglichst vollständig und schnell in den Archiven ermitteln, - die historischen Schriften lesen, - die Schriftstücke verstehen und richtig interpretieren zu können. In dieser Lehrveranstaltung sollen Grundlagen dazu vermittelt und in gemeinsamen Übungen erste Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt werden. Die Veranstaltung hat folgende Themen zum Inhalt: 1. Einführung in die Struktur der deutschen Archivlandschaft und die Archivorganisation 2. Einführung in die Arten und Ordnungsprinzipien des Archivgutes 3. Überblick zur Entwicklung der deutschen Schrift 4. Lesen handschriftlicher Texte des 18., 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts 5. Überblick zu Aufbau und Arbeitsweise der Behörden des Jahrhunderts 6. Arten von Schriftstücken, deren Entstehung und systematische Einordnung 7. Überblick zu den wichtigsten Bearbeitungsvermerken an den Schriftstücken (Vertiefend beschäftigen wir uns dabei mit Unterlagen des Jahrhunderts.) 16

18 Erhalt von Kulturgut 1 (V+S) Dozent: Dr. Jörg Zaun Modul: BINA: Theorie und Methodik der Museologie I (5. Sem.) Ort: MIB-1108, Universitätshauptgebäude, Mittelbau, Akademiestraße 6, 1. OG Zeit: Mittwoch, Uhr Beginn: 16. Oktober 2013 Der Vorlesungsteil bietet eine Einführung in die Problematik des Erhalts musealer Objekte, mit besonderem Augenmerk auf technischem Kulturgut. Behandelt werden insbesondere die Handhabung und Lagerung von Kulturgut, die typischen Schadquellen wie Licht, Klima und Schädlinge, die Prävention von Schäden sowie die Vorbereitung und Dokumentation von Restaurierungsmaßnahmen. In praktischen Übungen sollen Objekte aus den Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg für die Restaurierung vorbereitet werden. Eine Exkursion in Restaurierungswerkstätten ist Teil der Lehrveranstaltung. Literaturhinweise: Günter S. Hilbert: Sammlungsgut in Sicherheit, 3. Aufl., Berlin Joachim Huber und Karin von Lerber: Handhabung und Lagerung von mobilem Kulturgut, Bielefeld Kulturmanagement (V) Dozent: Dr. Jörg Feldkamp Modul: MINA: (2. Sem.) MIK: (3. Sem.) Ort: MIB-1113, Universitätshauptgebäude, Mittelbau, Akademiestr. 6, 1. ZG Zeit: Donnerstag, Uhr Beginn: 17. Oktober 2013 Kultur wird im weitesten Sinne als Inbegriff für die im Unterschied zur Natur und durch deren Bearbeitung selbst geschaffene Welt des Menschen verstanden. Es gibt eine geistige und eine materielle Kultur. Zur letzteren zählen die technischen Grundlagen des Daseins samt deren materiellen Produkten. Sah man in der Vergangenheit einen Unterschied zwischen Kultur und Zivilisation, so wird die Zivilisation heute vielmehr in einzelne Kulturbereiche zerlegt. Es gibt kaum eine Form der Lebensäußerungen ohne entsprechenden Kulturbegriff (Esskultur, Wohnkultur, Hochkultur, Soziokultur, aber auch Industriekultur, Arbeiterkultur etc., was auch zeigt, dass Kultur nicht unpolitisch ist). Kultursoziologie und Kulturgeschichte sollen in der Vorlesung jedoch nur gestreift werden. Ziel der Vorlesung ist es, einen Einblick in heutige Kulturpolitik als Mittel des Selbstverständnisses und der Selbstbehauptung sowie als Förderinstrument zu geben und Verständnis für kulturpolitische Entscheidungen zu schärfen. Dabei sollte der Kulturmanager, wie es Gerard Mortier auf den Punkt brachte, nicht die Kultur managen, sondern für die Kultur managen. 17

19 Die Vorlesung will an ausgewählten Praxisbeispielen, vorzugsweise aus dem Museumsbereich, die Methoden und die Wirkungsweise von Kulturmanagement vorstellen. Sie geht der Frage nach kulturpolitischen Entscheidungen nach, will aber auch das Instrumentarium des Projektmanagements, der Managementtechniken im Kulturbereich, der Kulturfinanzierung, des Urheberrechts oder des Vertragsrechts im Kulturbereich vermitteln. Literaturhinweise: Andrea Hausmann (Hg.): Kunst- und Kulturmanagement, Wiesbaden 2011 Armin Klein (Hg.): Kompendium Kulturmanagement. Handbuch für Studium und Praxis, 3. Aufl., München 2011 Stefan Lüddemann, Kultur. Eine Einführung, Wiesbaden 2010 Birgit Mandel, Lust auf Kultur. Karrierewege in das Berufsfeld Kulturvermittlung, Nürnberg 2002 Petra Schneidewind, Betriebswirtschaft für das Kulturmanagement: Ein Handbuch, Bielefeld 2006 Hermann Glaser, Deutsche Kultur , Berlin 1999 Architektur und Städtebau (V) Dozent: Dr. Volker Benedix Modul: Freies Wahlfach Ort: SIL-0118, Haus Silikattechnik, Agricolastraße 17, EG Zeit: Montag, Uhr Beginn: 14. Oktober 2013 Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick über Architektur als komplexem Thema mit ästhetischen, technischen, ökonomischen, ökologischen sowie humanitären Aspekten für die bewusste Gestaltung unserer gebauten Umwelt in ihrer zeitlich-räumlichen Ordnung. Es werden Baustoffe als wesentliche Elemente für die Architektur, als Konstruktions- und Gestaltungselemente vorgestellt. Inhalte: Einführung, Aspekte für Gestaltung der gebauten Umwelt, Baustoffe als bestimmende Elemente für die Architektur, Städtebau und Architektur, Stadtentwicklung, Erhaltung und Erneuerung als Prozess dargestellt am Beispiel Dresdens. Literaturhinweise: Lexikon der Weltarchitektur. Prestel, München 1992 Große Architekten. Gruner und Jahr 1990 Atlas der Weltwunder. Orbis-Verlag Lerm, M.: Abschied vom alten Dresden. Forumverlag Leipzig, 1993 Löffler, Fritz: Das alte Dresden. E.A. Seemann Verlag

20 SEMINARE, ÜBUNGEN UND TUTORIEN Proseminar Industriearchäologie (S) Dozenten: Dipl.-Ind. Arch. Axel Rüthrich, Dipl.-Ind. Arch. Julia Petzak Modul: BINA: Einführung in die Industriearchäologie (1.Sem.) MIK: Grundlagen der Industriearchäologie (1. Sem.) Ort: PRÜ-1103, Universitätshauptgebäude, Eingang Prüferstraße 1, 1. OG Zeit: Dienstag, Uhr Beginn: 15. Oktober 2013 Das Seminar vermittelt die grundlegenden wissenschaftlichen Ansätze und Methoden der Industriearchäologie. Behandelt werden die Erfassung, Dokumentation, Analyse und Bewertung technischer und industrieller Denkmale sowie die wichtigsten Ansätze zu deren Erhaltung und Nachnutzung. Literaturhinweise: Bodendenkmalpflege und Industriekultur. Köln, Bonn 2002 (Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 13). Neil Cossons (Ed.): Perspectives on Industrial Archaeology. London Marilyn Palmer, Peter Neaverson: Industrial Archaeology. Principles and Practice. London Rainer Wirtz (Hg.): Industrialisierung, Ent-Industrialisierung, Musealisierung? Köln 1998 (Beiträge zur Industrie- und Sozialgeschichte 8). Emory L. Kemp: Industrial Archaeology. Techniques. Malabar Neil Cossons: The BP Book of Industrial Archaeology. 3 rd Edition, Neweton Abbot Axel Föhl: Bauten der Industrie und Technik. Bonn o.j. (Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Bd. 47). Ralf Angus Buchanan: Industrial Archaeology in Britain. Harmondsworth J. Kenneth Major: Fieldwork in Industrial Archaeology. London Kenneth Hudson: Handbook for Industrial Archaeology. London Kenneth Hudson: Industrial Archaeology. An Introduction. London Historische Standorterkundung (S) Dozenten: Dr. Norman Pohl Modul: BINA: Methoden der Industriearchäologie (3. Sem.) MIK: Methoden der Industriearchäologie (1. Sem.) Ort: MIB-1108, SR Universitätshauptgebäude, Mittelbau, Akademiestr. 6, 1. OG Zeit: Mittwoch, Uhr Beginn: 16. Oktober

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