Beuren der junge Kurort mit Tradition. Ideen Planungen Realisierungen

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1 Beuren der junge Kurort mit Tradition Ideen Planungen Realisierungen Kurortentwicklungsplan 2015

2 Unvermeidbares Übel oder Erfüllung von Pflichtaufgaben der kommunalen Ver- und Entsorgung? Im Untergrund von Beuren wurde in den vergangenen Jahrzehnten bereits eine Vielzahl von Leitungen verlegt, die die Infrastruktur der kommunalen Ver- und Entsorgung darstellen. Die Leitungen wurden jedoch in sehr unterschiedlichen Zeitabschnitten hergestellt und sind in sanierungsbedürftigem Zustand. Im Zuge der geplanten Neugestaltung müssen deshalb in großen Abschnitten diese Leitungen erneuert werden. Nachfolgend soll auf die verschiedenen Bereiche im Einzelnen eingegangen werden. Gehweg Bohrpfahl ø 82 cm, L=7 m Aussteifung geplanter Ausbau des Erlenbachs Karl Blankenhorn Ingenieurbüro Blankenhorn, Nürtingen Abwasserentsorgung Im Ortsgebiet von Beuren werden die Abwässer in Mischwasserkanälen gesammelt und über Zuleitungskanäle der Sammelkläranlage (SKA) in Frickenhausen zugeführt. Bei Regen steigt die abzuführende Wassermenge sehr stark an, und die Ablagerungen werden aus den Leitungen freigespült. Die Abwassermenge, die zur SKA weitergeleitet werden darf, ist jedoch begrenzt, und deshalb muss eine Rückhaltung der so genannten Schmutzfracht erfolgen. Dies geschieht durch den Einbau von Regenüberlaufbecken (RÜB) in das Abwassernetz. Diese Bauwerke sind in der Regel erdüberdeckte Stahlbetonbecken. Die gesamte Abwassermenge wird ins Becken geleitet. Drosselorgane begrenzen den Abfluss, sodass nach ca. 15 Minuten das Becken voll ist. Danach darf über den Beckenüberlauf stark verdünntes Abwasser in den Vorfluter (Bach) eingeleitet werden. Für das große Einzugsgebiet (ca. 31 ha) westlich der Hauptstraße und Linsenhofer Straße war der lang verschobene Bau des RÜB E/F mit 476 m 3 Beckeninhalt erforderlich. Als idealer Standort wurde letztendlich der Bereich unterhalb der Tunneleinfahrt gewählt. Das Regenüberlaufbecken wurde an der Stelle gebaut, an der früher das Gebäude Linsenhofer Straße 36 stand. Zum Schutz des Gewässers vor Ausspülungen wurde der Erlenbach von der ehemaligen Tankstelle Doster bis zum Gebäude Linsenhofer Straße 38 in naturnaher Bauweise ausgebaut. Schnitt durch das Regenüberlaufbecken Die Lage außerhalb der Fahrbahn hat Vorteile für den Bau und später für die Wartungsarbeiten am RÜB. Wegen der Beckenentleerung im Freispiegelgefälle wurde die umfangreiche Tieferlegung der Ortskanalisation von Gebäude Linsenhofer Straße 44 bis zum RÜB E/F erforderlich. Für die Stilllegung der bisher vorhandenen Regenüberläufe im Bereich der Apotheke und des Rathauses ist die Kanalerneuerung vom RÜB bis zum Gebäude Hauptstraße 7 erforderlich. Insgesamt müssen ca. 600 lfm Hauptkanäle mit Durchmessern von 0,40 m - 1,20 m neu gebaut werden. In diesem Zusammenhang werden sämtliche Hausanschlussleitungen erneuert. Die Gemeinde Beuren ist auch wegen der Eigenkontrollverordnung (EKVO) verpflichtet, die Schäden am Kanalnetz zu beseitigen. Der Gesetzgeber hat die Betreiber von Abwasseranlagen aufgefordert, sämtliche Abwasserleitungen mittels Kamerabefahrung zu überprüfen und in Schadensklassen einzuteilen. In der Ortsmitte von Beuren wurden fast sämtliche Hauptleitungen in der höchsten Schadstufe eingeteilt und müssen auch deshalb ausgewechselt werden

3 Tiefbaumaßnahmen und Erlenbachverdolung Abschnitt und Abschnitt 2 Die Erneuerung der Erlenbachverdolungen wird in zwei Abschnitten durchgeführt. Der erste Abschnitt mit ca. 134 m erfolgte im Zuge der Baumaßnahme RÜB/Tunnelneubau im Jahre 2004 vom Backhaus bei der Bachstraße bis zur ehemaligen Tankstelle Doster in der Linsenhofer Straße. Nach der Durchführung der umfangreichen Maßnahmen befinden sich die Bachverdolungen in der Ortsmitte in hydraulisch ausreichend dimensioniertem Zustand. Lageplan (II. Abschnitt) Der zweite Abschnitt mit 154 m wird vom Gebäude Hauptstraße 7 (Burgstüble) bis zum Neubau des Rathauses in den Jahren 2005/2006 erneuert. Fahrbahn 40 Lageplan der Baumaßnahme Der Neubau des RÜB/EF erfolgte in sehr beengtem Bereich zwischen der L 1210 sowie dem Erlenbach und erforderte besonderen technischen Aufwand. Lageplan (I. Abschnitt) Gasleitung DN 150 PE-HD 160*9.5 Ortswasserleitung DN 150 PE-HD 160*9.5 Ortskanalisation SB DN 1100 Flusssand 0/2 Verfüllung mit Siebschutt HQ 100= 12,86 m 3 /s Stahlbeton-Rechteckprofil B45 B/H=2,00 m/1,95 m i.l. mit naturnaher Sohlenausbildung (0,25 m stark) Sohlenausbildung * Natursteinquader L/B/H=1,0 m/0,5 m/0,20 m * Bruchsteingerölle > 200 mm in den Zwischenräumen * natürliches Bachgeschiebe in wechselnden Kornfraktionen 41

4 Liter pro Sekunde im Erlenbach Wasser- und Gasversorgung Im Zuge der umfangreichen Aufgrabungen werden auch die Versorgungsleitungen der Wasser- und Gasversorgung erneuert. Die weit verzweigten Versorgungsnetze sind größtenteils als brüchige, korrodierte Gussrohre vorhanden. Sie werden durch zeitgemäße, geschweißte PE-HD-Leitungen ersetzt. Dies erfordert Aufgrabungen bis in die entlegensten Kellergewölbe, um auch diese Hausleitungen vor der endgültigen Oberflächengestaltung zu erneuern. Die Leitungsnetze werden in diesem Zusammenhang hydraulisch überrechnet und zukunftsfähig für die Versorgung der Bürger sowie zur Sicherstellung der Löschwassermenge für die Feuerwehr dimensioniert. Erlenbach - Der Beurener Bach Durch die gesamte Ortsmitte fließt von vielen fast unbemerkt das Wasser des Erlenbaches entweder in den verzweigten Verdolungen oder hinter den Gebäuden als offener Bachlauf in den Gärten. Nur wenn durch starke Regenfälle Überschwemmungen verursacht werden, tritt das Wasser als braune Brühe unangenehm in Erscheinung und verursacht dann umfangreiche Schäden an Gebäuden und Straßen. Viele erinnern sich noch an den 29. Juni 1994, als Beuren zum letzten Mal überflutet wurde. Hochwasserereignis am 29. Juni 1994 Die Gemeindeverwaltung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Hochwasserproblematik im Zuge der Neugestaltung der Ortsmitte Beuren mit umfangreichen Maßnahmen für diesen Abschnitt zu lösen. Grundlage der Planungen war zuerst eine möglichst exakte Bestandsaufnahme. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl gravierende bauliche Mängel an den größtenteils mit Bruchsteinen hergestellten Gewölben bestehen als auch starke hydraulische Überlastungen vorhanden sind. Die bestehenden Verdolungen können an den Engstellen nur das 10-jährige Hochwasser aufnehmen, das heißt, statistisch gesehen ist alle 10 Jahre mit einer Überflutung zu rechnen. Bestehendes Bachgewölbe In der Planungsphase war es erforderlich, über die Erfassung des Einzugsgebietes die Wassermenge für das so genannte Jahrhunderthochwasser zu ermitteln. Für den Erlenbach wurde die gewaltige Wassermenge von ca Litern pro Sekunde errechnet. Dies entspricht dem Wasserverbrauch eines 3 Personenhaushaltes in einem Monat. Als Abflussprofil wurden Stahlbetonfertigteile mit 2,0 m Breite und 1,95 m Höhe festgelegt. Die Gewässerdirektion Neckar hat im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine naturnahe Sohlengestaltung aus ca. 25 cm Natursteingeröllen gefordert, die einen ungehinderten Durchgang von Kleinstlebewesen garantieren soll. Vor der Neugestaltung der Straßenoberflächen sowie der Platzgestaltungen im Bereich Rathaus und Karlsplatz waren diese umfangreichen Tiefbaumaßnahmen erforderlich, die große Einschränkungen und Belästigungen der Bürger von Beuren mit sich brachten. Die Arbeiten waren andererseits unabdingbar erforderlich, um den gesicherten Betrieb der kommunalen Ver- und Entsorgung zu gewährleisten Große Überflutung am

5 Die junge Kurgemeinde Beuren Mitte der 1970er Jahre Impressum Herausgeber: Gemeindeverwaltung Beuren Linsenhofer Straße Beuren Telefon / Telefax / Gestaltung: rönerdesign, nürtingen Druck: Rösler Druck, Schorndorf Ausgabe Mai 2005

6 Zukunft für die Vergangenheit Zukunft für die Gegenwart Zukunft für die Zukunft Dieses Leitwort verbindet die Geschichte Beurens mit den Planungen und angestrebten Entwicklungen: Beuren der junge Kurort mit Tradition

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