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1 Dokumentation der lokalen Aktion im Rahmen der Fortbildung LEAD for Climate Justice Workshop Klimagerechtigkeit für Lebenskundelehrer/-innen in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Deutschland (HVD Berlin-Brandenburg) Projektteam: Daniela Richter, Julia Schubert Termin: 22. Mai 2013, 14:30 16:00 Uhr Hintergrund und Ideenfindung Klimagerechtigkeit ist ein Thema, welches einer gemeinsamen Verantwortung aller Länder bedarf. Der globale Norden trägt durch seine historische Verantwortung für den Klimawandel eine besondere Verantwortung, sowohl in der Vermeidung weiterer Emissionen um die globale Erwärmung zu begrenzen, als auch in der Unterstützung der Länder des globalen Südens bei der Vermeidung und dem Ausgleich von bereits entstandene Schäden. Kontinuierliche Bildungsarbeit erscheint uns notwendig, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Da der Umgang mit Ressourcen und Schritte hin zu einem

2 suffizienteren Lebensstil Themen sind, die bereits Kinder betreffen und die Schule nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch Verhaltensweisen vermitteln kann, wollten wir unsere lokale Aktion gerne im Schulbildungsbereich ansiedeln. Darüber hinaus fiel uns schon früh auf, dass diverse Organisationen, die sich mit den Themen Klima und Bildung beschäftigen, wie Oxfam, Germanwatch, die deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen oder der Bildungsserver Hamburg, einen breiten Fundus an modernen Lehrmaterialien zum Thema online anbieten. Um einen möglichst hohen Multiplikationseffekt zu erreichen, sollte in dieser lokalen Aktion jedoch nicht eine einzelne Schulklasse ausgewählt werden, sondern die LehrerInnen selbst für die Problematik sensibilisiert werden, um die Klimagerechtigkeit künftig in das Lehrprogramm einzubinden. Als geeignetes Fach im Raum Berlin erwies sich dafür die Lebenskunde. Lebenskunde wird in Berlin als freiwilliges Unterrichtsfach ohne Zensuren gleichberechtigt neben dem Religionsunterricht angeboten. Grundlagen dieses Unterrichtsfachs sind Erkenntnisse über die Natur und die Gesellschaft sowie Lebensregeln, die auf weltlich-humanistischen Traditionen beruhen. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Selbstbestimmung und Toleranz. Lebenskunde möchte in der Schule an Konfliktlösungen mitarbeiten und ein freundliches Zusammenleben unterstützen. Die humanistische Ethik orientiert sich an einem menschlichen und solidarischen Miteinander. Im Rahmenlehrplan Lebenskunde ist das Themenfeld 2 Gesellschaft, Solidarität und Naturverbundenheit festgeschrieben. in welches sich die Klimagerechtigkeit gut integrieren kann. Über Bekannte konnte der Kontakt mit einer Gruppe LebenskundelehrerInnen in Ausbildung am humanistischen Verband Deutschland 1 aufgenommen werden und deren Interesse für einen Kurzworkshop zur Einführung ins Thema geweckt werden. 1Quereinsteigende, d.h. Nicht LehramtsstudentInnen können sich nach einer einjährigen berufsfachlichen Weiterbildung als LebenskundelehrerInnen durch den humanistischen Verband zertifizieren lassen.

3 Vorbereitung und Umsetzung des Workshops Klimagerechtigkeit Nach erfolgreicher Terminfindung und zeitlicher Eingrenzung auf 1,5 Stunden sowie einer Sichtung des vorhandenen Materials entschieden wir uns für die Präsentation von mehreren zielgruppengerechten Videos und einer Einführung in das Thema anhand der in der Fortbildung durchgenommenen Beispiele Trockenheit in der Sahelzone, Hurrikane in der Karibik und Überschwemmungen in Bangladesch. Der Einstieg in den Workshop bildete das aus dem Seminar bekannte Video Die Rechnung von Germanwatch. Die dort auf humorvolle Weise angesprochenen Aspekte erörterten wir anschließend gemeinsam mit den TeilnehmerInnen genauer. Dabei führten wir auch in das Konzept des ökologischen Fußabdruck ein, was wir anhand des Lernspiels von KATE vertieften und den LehrerInnen vorführten, wie dieses Thema anschaulich und spielerisch im Unterricht durchgenommen werden kann.

4 Anschließend erklärten wir anhand der oben genannten Beispiele, was Klimagerechtigkeit bedeutet. Dies unterstützten wir durch Fotos und Videos von Oxfam Menschen im Klimawandel, die teils auch bereits auf der LEAD-Lernplattform verwendet wurden. Dieses Material hielten wir für SchülerInnen besonders geeignet, da es einen Bezug zu den betroffenen Menschen herstellt, anstatt trocken wissenschaftliche Fakten zu vermitteln. Im gesamten Workshop legten wir den Fokus eher auf die Vorstellung von didaktischen Materialien und einen schülergerechten Zugängen zum Thema Klimawandel und Klimagerechtigkeit. Wir konzentrierten uns weniger auf Inhalte, da wir einerseits ein breites Grundwissen bei den teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern voraussetzten, andererseits die Workshopzeit zu kurz bemessen war, um tief in die Thematik einzusteigen. Es ging vielmehr darum, die Neugierde für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema zu wecken und geeignete Eintrittspunkte aufzuzeigen.

5 Im Anschluss stellten wir das Energiedomino von KATE als Überleitung zur Rubrik Was kann jeder einzelne tun? vor. Nicht nur, aber besonders bei SchülerInnen finden wir es wichtig, sie nicht mit der Problematisierung des Klimawandels alleine zu lassen, sondern konkrete Lösungsansätze und Mitgestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die im Domino enthaltenen einfachen Tipps können Kindern an die Hand gegeben werden, außerdem werden sie gelobt für bereits jetzt gezeigtes, umweltfreundliches Verhalten (Fahrrad fahren, Licht ausschalten etc.). Als runden Abschluss stellten wir den LehrerInnen weitere Maßnahmen vor, die sie auch selbst und im Privaten leicht umsetzen können, angelehnt an das LEAD-Seminar: Tipps zu ökofairer Beschaffung, nachhaltiges Reisen, Nord-Süd-Klimapartnerschaften.

6 Ergebnisse und Auswirkungen In einem anschließenden Gespräch mit den Lehrerinnen und Lehrern erhielten wir ausnahmslos positives Feedback, nicht nur was die Gestaltung unseres Workshops anbelangte, sondern auch bezüglich einer Umsetzung unserer Ideen im Schulunterricht. Die TeilnehmerInnen teilten uns mit, nun zu einer Integration der Themen Klimawandel und Klimagerechtigkeit in ihren Unterricht angeregt und inspiriert zu sein, so dass wir berechtigterweise hoffen können, indirekt zahlreiche SchülerInnen erreicht zu haben. Durch den geschlossenen Teilnehmerkreis hatte unsere Lokale Aktion also erst einmal keine direkte, große Öffentlichkeitswirksamkeit, doch wird dennoch ein beachtlicher Multiplikationseffekt erreicht werden, da die sieben Lehrerinnen und Lehrer an verschiedenen Schulen in Berlin in unterschiedlichen Jahrgangsstufen jeweils zwei bis drei Klassen unterrichten. Einige der LehrerInnen sind sogar an mehreren Schulen tätig. Sie teilten uns mit, dass sie es sich nun sehr gut vorstellen können und auch fest vorhaben, die von uns angeregten Themen im kommenden Schuljahr in den Lebenskundeunterricht einzubinden. Grob geschätzt werden also 500 bis 600 Schüler in Berlin im nächsten Schuljahr für den Aspekt der Klimagerechtigkeit sensibilisiert werden. Wir freuen uns über dieses positive Ergebnis!

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