Symposium Forschendes Lernen im kulturellen Bereich Möglichkeiten und Herausforderungen im Kontext von Schule 23. und 24. September 2010 in Berlin

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1 Symposium Forschendes Lernen im kulturellen Bereich Möglichkeiten und Herausforderungen im Kontext von Schule 23. und 24. September 2010 in Berlin Protokoll AG INTERDISZIPLINÄRES ARBEITEN (Nena Osmers) Sobald die Fragen der Schülern/innen als Ausgangspunkt für ein Forschungsprojekt genommen werden, geraten Fächergrenzen ins Wanken. Gleichzeitig ließen sich viele Erfahrungen aus der ästhetischen Forschung auch in den natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern nutzen. In dieser Arbeitsgruppe soll der Wert der ästhetischen Forschung auch für nichtkünstlerische Fächer überprüft werden. Es sollen Vorschläge entstehen, wie ästhetische Forschung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern und Kulturpädagogen vermittelt werden muss, damit fächerübergreifendes Arbeiten umsetzbar wird.

2 Teil 1: Begrüßung, Vorstellung und Erwartungen Das Thema und der geplante Verlauf des Workshops werden kurz vorgestellt. Es gibt eine Vorstellungsrunde, in der sich die Teilnehmer kurz mit ihrem Wirkungsfeld vorstellen und neben einer persönlichen Antwort auf die Frage Was ist für Sie am ästhetischen Forschen besonders wertvoll? auch die eigenen Erwartungen an diesen Workshop kurz skizzieren sollen. Die Teilnehmer gingen an dieser Stelle neben der Beantwortung der gestellten Frage auch auf ihre beruflichen Erfahrungen in diesem Themenkomplex ein. Ihre Erwartungen formulierten sie wie folgt: Energien müssen effizienter für kulturelle Bildung eingesetzt werden. Zu wenige Personen reiben sich alleine auf. Es braucht Ansätze und Perspektiven für ein langfristiges Engagement. Wie kann man gute, kooperative Teamarbeit etablieren bzw. befördern (Schule/Partner)? Wie können wir eine politische Lobby für Kultur schaffen, die dann auch den finanziellen Rahmen ermöglicht und sichert? Bei der Vernetzung sollte auf große/breite Teambeteiligung Wert gelegt werden.

3 Gibt es Möglichkeiten kulturelle Bildung stärker verpflichtend in die Bildungspläne einzubauen? Institutionsübergreifende Arbeiten in den Ausbildungsinstitutionen Wie kann man das erreichen? Politischer Druck als wichtige Grundlage Hoffnung auf "Patentrezept"

4 Teil 2: Praktische Anregungen Es werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen an das interdisziplinäre Arbeiten vorgestellt. Um diese Input-Phase für die Teilnehmer zu intensivieren, erhalten sie die Aufgabe, während der Präsentationen Aspekte bzw. Assoziationen zu den folgenden Bereichen auf Karten zu schreiben: Strukturell/Organisatorisch Fachlich/ Inhaltlich Didaktisch/Methodisch Projektpräsentation der Stadtschlossforscher des Willi-Graf-Gymnasiums mit kleine baumeister, Berlin: Hier ist das Thema interdisziplinär. Durch die Fragen der Schüler werden andere Fächer berührt und könnten in die Forschung mit einbezogen werden. Projektpräsentation der Schillerschule und Städel Museum, Frankfurt: Hier kommen die Anregungen für das interdisziplinäre Arbeiten aus der ästhetischen Forschung in der Bildenden Kunst. Lehrer verbinden ihre eigenen Themen aus dem Unterricht mit Ansätzen aus der Bildenden Kunst. Physik- und Mathematiklehrer forschen ästhetisch in ihren jeweiligen Kontexten. Ergänzend zu den bereits genannten Aspekten, wurden die Empfehlungen (Gelingensbedingungen), die im Rahmen der Präsentationen von den Projekten ausgesprochen werden, gesammelt. Empfehlungen Stadtschlossforscher: Integration in den Unterricht ist elementar. Aber der Einstieg lohnt sich unbedingt auch im außerunterrichtlichen Bereich, da sich so oft eine Integration anbahnen lässt. Dokumentation der eigenen Leistungen/Arbeit hilft Akzeptanz zu schaffen. Beispiel: Wie viele Fächer thematisch von einem Projekt berührt wurden Marketing Methoden finden sich im Prozess, zum Beispiel Interviews. Wertschätzung durch externe Experten schaffen. Empfehlungen Schillerschule: Eingrenzung auf ein Oberthema (Roter Faden als Hilfe bei der freien Arbeit) Lehrerfortbildungen als interdisziplinärer Durchbruch! Dabei sollte man den Interessen der Kollegen entgegenkommen. Das Nehmen von Hemmungen und Ängsten sollte zunächst im Vordergrund stehen. Externe Partner können professionelle Beratung und Hilfe für interdisziplinäres Arbeiten anbieten.

5 Aspekte bzw. Assoziationen der Teilnehmer zu den Projektpräsentationen Bereits im Verlauf der Präsentationen kommt es immer wieder zu kleineren Diskussionen und es werden Fragen zu Abläufen, Problemlösungen und zukünftigen Plänen an die Projekte gestellt.

6 Teil 3: Konkrete Ideen zur Umsetzung (Arbeitsauftrag) Die Teilnehmer arbeiten in zwei Gruppen und mit Hilfe der 4-Felder-Methode zu der Frage An welchen Punkten müsste die Lehrerausbildung und Lehrerweiterbildung ansetzen, um die Einführung von fächerübergreifendem, ästhetischen Forschen an Schule zu unterstützen? Bei der Suche nach Antworten auf diese Frage bekommt jede Gruppe einen eigenen Schwerpunkt bzw. Blickwinkel vorgegeben: Vorraussetzungen für die Vermittlung von sinnlichen Lernmethoden und -erfahrungen Systemische Voraussetzungen Siehe auch Fotos auf den Seiten 7 und 8.

7 Vorraussetzungen für die Vermittlung von sinnlichen Lernmethoden und -erfahrungen

8 Systemische Voraussetzungen

9 Teil 4: Diskussion der Ergebnisse Tenor der sich anschließenden Diskussion war: Die Kompetenz ist vorhanden, die strukturell-institutionellen Rahmenbedingungen/ Prozesse sind jedoch erfahrungsgemäß ein großes Problem. Etwas im Einzelnen konkretisiert: Die Kompetenz und die Konzepte, um interdisziplinäres Arbeiten in der ästhetisch-forschenden Bildungsarbeit in die Lehreraus- und weiterbildung zu integrieren sind vorhanden. Es wurde sich an einigen Stellen in der Vergangenheit auch bereits intensiv und aktiv um eine Integration ähnlicher Themen in die Lehreraus- und weiterbildung bemüht. Allerdings mit frustrierend-ernüchternden bzw. erfolgreichen aber nicht nachhaltigen Ergebnissen. Daraus zogen beide Gruppen das Fazit, dass die politisch-strukturelle Seite eine zentrale Rolle bei einer nachhaltigen Integration der neuen Lern- und Lehransätze in der Lehreraus- und weiterbildung spielt. Zusätzlich wurde aber auch festgestellt, dass die Schulen und auszubildenden Institutionen durchaus Spielräume haben, deren Nutzung stark von der persönlichen Einstellung, den Präferenzen und der Qualifikation des jeweiligen Leitungspersonals abhängt. Das Thema Schulleiterfortbildung wurde daher als wichtiger Aspekt für unser Thema erkannt und benannt. Außerdem wurde betont, dass Schule, Universität und Lehrerfortbildung stärker miteinander vernetzt werden müssen. Es wurde auch die Empfehlung an die DKJS/PWC-Stiftung formuliert, die Erkenntnisse aus dem Kultur.Forscher!-Programm mit den Ergebnissen aus ähnlichen Programmen, wie z. B. KLiP, zusammenzubringen.

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