Anforderungen von E-Bilanz und BilMoG an das Rechnungswesen

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1 Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Unternehmensberater Anforderungen von E-Bilanz und BilMoG an das Rechnungswesen Monika Völkel, SAP-Anwenderforum, Nürnberg, 6. Juli 2011 Erfolg kennt keine Grenzen: Wir beraten deutsche Unternehmen weltweit 1

2 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 2

3 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 3

4 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz - Inkrafttreten: Geschäftsjahre, die nach dem beginnen, d.h. wenn Geschäftsjahr = Kalenderjahr, dann seit 2010 Anwendung für alle Steuerpflichtigen bei Gewinnermittlung nach 238 HGB buchführungspflichtig sind (allerdings Ausnahmeregelungen ( 241a, 242 Abs. 4 HGB) Wichtigste Auswirkungen auf das Rechnungswesen: Auseinanderfallen von Handelsbilanz und Steuerbilanz bei Ansatz- und Bewertungsvorschriften Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit des 5 Abs. 1 S. 2 EStG àfolge: Einheitsbilanz wurde schwieriger, unbekanntes Wesen latente Steuern hielt Einzug 4

5 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - E-Bilanz innerhalb des Steuerbürokratieabbaugesetzes Gesetzliche Grundlage: 5b Abs. 1 EStG Übermittlung der Inhalte der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenen Datensatz (Taxonomie) durch Datenfernübertragung Anpassung von steuerrechtlich abweichenden Werten durch Zusätze oder Anmerkungen Möglichkeit der Übermittlung einer Steuerbilanz Anwendung für alle Steuerpflichtigen bei Gewinnermittlung nach 4 Abs. 1 EStG, 5 EStG, 5a EStG oder die freiwillig Bücher führen und Abschlüsse machen Ursprüngliche Erstanwendung für Wirtschaftsjahre die nach dem beginnen à Termin wurde gem. der Anwendungszeitpunktverschiebungsverordnung (AnwZpvV) um 1 Jahr verschoben à erstmalige Anwendung für WJ die nach dem beginnen Ausnahme: Härtefallregelung 5b Abs. 2 EStG! 5

6 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Vermeidung unbilliger Härte ( 5b Abs. 2 S.2 EStG i.v.m. 150 Abs. 8 AO) Verzicht der Finanzbehörde auf eine elektronische Übermittlung Antrag ist erforderlich Anwendungsbereich: elektronische Übermittlung ist für den Steuerpflichtigen wirtschaftlich oder persönlich unzumutbar Beispiel: Schaffung der technischen Möglichkeiten ist z.b. bei sehr kleinen Gewerbebetrieben mit einem unerheblich finanziellen Aufwand verbunden durch individuelle Kenntnisse und Fähigkeiten ist der Steuerpflichtige nur eingeschränkt in der Lage, die elektronische Datenübermittlung zu verwenden 6

7 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Ziele: Risiko von Steuerausfällen reduzieren Papierhafte Verfahrensabläufe durch elektronische Kommunikation ersetzen Verfahrenserleichterungen und Effizienzpotentiale bei der Steuererhebung im Interesse von Bürgern, Unternehmen und Staat Verbesserung des Steuervollzugs Einheitliche und medienbruchfreie Prozesskette Motto: Elektronik statt Papier (E-Government 2.0) 7

8 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Was hat sich bisher getan? (in Kraft getreten): Steuerbürokratiegesetezes : Bekanntgabe des Entwurfs eines BMF- Schreibens mit Angaben zum Datenkatalog (Taxonomie Steuer) Zustimmung des Bundesrates zur Verabschiedung der E-Bilanz : ursprüngliches Ende der Pilotphase : Festlegung von XBRL als Schnittstelle nformat : Verbandsanhörung beim BMF : Start der Pilotphase : Ende der Pilotphase 8

9 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Kritik von Verbänden, Kammern und IDW Gliederungsumfang ist zu groß Anwendungszeitpunkt zu früh Taxonomie ist wenig praktikabel Anwendungsbereich ist zu groß Schnittstellenproblematik 9

10 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Was kommt noch (bisheriger Plan)? Juli 2011: Finale Taxonomie (Verschiebung wahrscheinlich bis November) : Ende der Umstellungsphase August 2011: Beginn der Umstellungsphase vor dem Hintergrund des Erfahrungsberichtes der Pilotphase ( ) 10

11 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten - E-Bilanz - Aktuellste Entwicklung: Entwurf BMF vom Verschiebung der Pflicht der elektronischen Übermittlung um ein weiteres Jahr Deutsche Unternehmen mit ausländischer Betriebsstätte bzw. ausländische Unternehmen mit deutscher Betriebsstätte erstmalige Pflicht für 2014 Überarbeitung der Taxonomie bis Ende

12 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 12

13 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? Rechnungswesen Zukünftiger Ablauf Unternehmen HB StB Steuererklärung elektronische Übermittlung Finanzamt StB Abgleich Steuererklärung 13

14 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Materiell-rechtliche Grundlagen Inhalt der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung muss nach der Taxonomie des Steuerbürokratieabbaugesetzes übermittelt werden Grundlage bei der Festlegung des zu übermittelnden Dateninhalts: Taxonomie des XBRL Deutschland e.v. Übermittlungspflicht bei bestimmten Positionen, die als solche gekennzeichnet sind Entstehung einer normierten Steuerbilanz unabhängig von verschiedenen Größenklassen sehr detailliert, auch im Vergleich zur HGB-Gliederung für große Kapitalgesellschaften 14

15 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - BMF-Entwurf v : Festschreibung des Mindestumfang der E-Bilanz Steuer-Taxonomie Stammdaten-Modul Jahresabschluss-Modul Mindestumfang Mussfeld Mussfeld, Kontennachweis erwünscht rechnerisch notwendig, falls vorhanden Summenmussfeld 15

16 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Daten, die elektronisch übermittelt werden müssen: Daten, die elektronisch übermittelt werden können: Bilanz Eigenkapitalspiegel Gewinn- und Verlustrechnung Ergebnisverwendung Kapitalkontenentwicklung (Personengesellschaften) Steuerliche Gewinnermittlung Kapitalflussrechnung Anlagenspiegel Lagebericht Berichte des Aufsichtsrats, Beschlüsse und zugehörige Erklärungen Steuerliche Modifikationen (insbes. Umgliederungen und Überleitungsrechnung) 16

17 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Quelle: Herzig/Briesemeister/ Schäperclaus, in: Der Betrieb 41/2010, Beilage Nr. 5 17

18 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Quelle: Herzig/Briesemeister/ Schäperclaus, in: Der Betrieb 41/2010, Beilage Nr. 5 18

19 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Fazit: Anzahl der Pflichtfelder steigt enorm an! 19

20 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Steuertaxonomie - Beispiel Eigenkapital einer Personengesellschaft 20

21 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Übertragungsweg - Übermittlung eines Datensatzes erfolgt im XBRL Format (extensible Business Reporting Language) XML- basierte Technologie zum elektronischen Austausch und zum Web- Reporting von Finanzinformationen Vergleichbar mit einem Datenexport nach GDPdU Achtung: XBRL ist kein Produkt sondern definiert einen offenen Standard Übermittlung erfolgt grds. in einer Haupttaxonomie Ausnahmen in Form von Spezialtaxonomien für bestimmte Wirtschaftszweige z.b. Banken, Versicherungen Pensionsfonds Ergänzungstaxonomien z.b. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Land- und Forstwirtschaft, Verkehrsunternehmen, Wohnungsunternehmen, Kommunale Eigenbetriebe 21

22 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Übertragungsweg - Wie ist der zukünftige Ablauf? 22

23 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Übertragungsweg - ERiC DTK (Elster Rich Client Development Toolkit) ERiC Steuer- Software des Software- Herstellers Anfrage àplausibilisierung (3 Ebenen) àverschlüsselung Übermittlung Antwort ELSTER- Annahmeserver Antwort àauthentifizierung 23

24 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? - Übertragungsweg - 3 Ebenen der Plausibilitätsprüfung Prüfung gem. XBRL Standard Generische E-Bilanz Prüfung (z.b. Mussfelder etc.) Fachliche Detailprüfung 24

25 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 25

26 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? - Variante 1: Steuerbilanzerstellung beim Steuerberater - ERP System des Unternehmens Steuerberater/ Steuererklärungs- Software HGB-Bilanz Anpassung Überleitung HGB à Steuerbilanz Erstellung + Versendung Steuererklärungen Typischerweise erfolgt dies bei kleinen und mittleren Unternehmen beim Steuerberater 26

27 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? - Variante 2: Überleitung in Tabellenkalkulation - ERP System des Unternehmens Überleitung in IT- Landschaft außerhalb des ERP Systems Steuerberater/ Steuererklärungs- Software HGB-Bilanz Anpassung Überleitung HGB à Steuerbilanz Erstellung + Versendung Steuererklärungen 27

28 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? - Variante 3: Steuerbilanz wird in SAP ERP gebucht + Einsatz Steuererklärungs-Software - ERP System des Unternehmens Kombination aus Steuererklärungssoftware (i.d.r nur für DE) und E-Bilanz- Tool Steuerbilanz HGB-Bilanz HGB-Bilanz Anpassung nur noch in Sonderfällen Anpassung/ Überleitung HGB à Steuerbilanz XBRL- Erzeugung Validier ung/ Versen dung E- Bilanz Erstellung + Versendung Steuer erklärungen 28

29 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 29

30 Was ist 2011 zu tun? Prüfung und Entscheidung Analyse der Vorschriften (Taxonomie) Ermittlung des Anpassungsbedarfs in der Buchhaltung Entscheidung wo die Steuerbilanz künftig erstellt wird Durchführung Einrichten der Konten und Berichte Anpassung der Kontierungsrichtlinien Kontrolle Umsetzung und Kontrolle Festigung durch Schulung und Dokumentation 30

31 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 31

32 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? Konzeptionierung und Unterstützung des Projektes E-Bilanz Revision der Kontenpläne und der Kontierungsrichtlinien vor dem Hintergrund der Steuertaxonomie Erarbeitung der optimalen Lösungsalternative IT-technisch (Steuerbilanztool, Taxtool) Zusammenarbeit mit steuerlichem Berater Schulungen der Mitarbeiter im Rechungswesen Revision des Buchungsstoffes nach Implementierung hinsichtlich der Einhaltung der Taxonomieerfordernisse Unterstützung bei der Implementierung in die bestehende IT-Landschaft 32

33 Agenda 01 Gesetzlicher Hintergrund, Termine und Begrifflichkeiten 02 Welche Inhalte sind in welcher Form zu übermitteln? 03 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? 04 Was ist in 2011 zu tun? 05 Wie kann Rödl & Partner Sie unterstützen? 06 Fazit 33

34 Fazit E-Bilanz braucht Vorlauf! Neuer Entwurf des BMF bringt Verschiebung? Verzicht auf eigenständige Steuerbilanz noch denkbar? Die Uhr tickt! 34

35 Ihre Ansprechpartnerin Monika Völkel Diplom-Betriebswirtin (FH) Steuerberaterin Wirtschaftsprüferin Partner Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Neundorfer Straße Plauen Tel.: 03741/ Fax: 03741/

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