08. Semester Block Blockpraktikum Psychiatrie

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1 08. Semester Block Blockpraktikum Psychiatrie Verantwortlich von der Fakultät: PD Dr. med. Mazda Adli Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie CCM Tel: Verantwortlich von der Abteilung für Curriculumsorganisation: Dr. med. Dorothea Eisenmann und Stephanie Matthews Abteilung für Curriculumsorganisation Tel: /403 Studentische(r) Mitarbeiter(in): Alice Dingelstadt Abteilung für Curriculumsorganisation Seite 1 von 5

2 Einführung Liebe Studierende, wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam dieses Jahr erneut das Fach Psychiatrie im Rahmen des Reformstudienganges als Blockpraktikum durchführen zu können. Die Psychiatrie hat sich als Fachgebiet in den letzten Jahren rasant entwickelt. Viele neue Erkenntnisse aus der biologischen Forschung konnten helfen, die Patienten gezielter und nebenwirkungsärmer zu behandeln. Neben neuen Erkenntnissen über die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten soll Ihnen auch vermittelt werden, wie Psychotherapie störungsspezifisch wirksam eingesetzt werden kann. Patienten mit psychischen Erkrankungen stellen für viele ärztliche Kollegen leider immer noch eine Gruppe mit vielen Berührungsängsten dar. Gründe hierfür sind oftmals fehlende Kenntnisse über Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen. Aber auch das Fehlen von praktischen Kursen im Medizinstudium bezüglich Gesprächsführung, Umgang mit schwierigen Patienten und Gesprächssituationen (z.b. Mitteilung schwerwiegender diagnostischer Befunde, Gespräche über Organspende, Abhängigkeitserkrankungen, etc.) können dazu führen, während der späteren ärztlichen Tätigkeit den Umgang mit schwierigen Patienten oder komplizierten Situationen zu vermeiden. Im Reformstudiengang bilden Gesprächsführung und Interaktion neben der Lehre des medizinischen Wissens einen wichtigen Schwerpunkt und sind daher auch thematisch eng an das Blockpraktikum Psychiatrie angebunden. Die Psychiatrie ist auch eng mit alltäglichen ethischen Problemen der ärztlichen Praxis verbunden. So fordert die Gesellschaft, vor aggressiven psychiatrisch Kranken geschützt zu werden, gleichzeitig gilt auch für diese Bürger der Schutz des Grundgesetzes. Wir hoffen, Ihnen in diesem Praktikum Grundlagen psychiatrischer Störungen näher bringen zu können. Dazu dienen auch in diesem Semester POL Fälle über die wichtigsten Krankheitsbilder. Natürlich werden Sie in der Kürze der Zeit während des Blockpraktikums nur Ausschnitte des Faches Psychiatrie und Momentaufnahmen der gesundheitlichen Situation unserer Patienten sehen können. Wichtig ist letztendlich auch in dieser kurzen Zeit Vorurteile und Ängste abzubauen, um später nicht Stigmatisierungen psychiatrischer Patienten zu fördern, sondern sie genauso zu behandeln wie Patienten mit anderen Erkrankungen. Aufgrund des teilweise sehr schweren Verlaufs psychiatrischer Störungen bei Nichtbehandlung wird zukünftig eine Früherkennung im hausärztlichen und ambulanten Bereich zunehmend wichtiger. Wie bei allen anderen Krankheiten, helfen frühe Interventionen, die Progression psychischer Störungen zu verzögern und Spätkomplikationen zu vermeiden. Dazu ist ein fundiertes Grundwissen über psychische Erkrankungen sehr wichtig. Noch wichtiger ist jedoch die Fähigkeit zum Erkennen von psychischen Auffälligkeiten und Abhängigkeitserkrankungen durch eine gute Anamneseerhebung und die gezielte Weitervermittlung in entsprechende fachärztliche Behandlung. Wir hoffen Ihnen in diesem Semester eine lehrreiche und interessante Zeit im Fach Psychiatrie zu ermöglichen und würden uns sehr freuen, wenn wir Sie zukünftig für die Psychiatrie als wichtiges medizinisches Fachgebiet begeistern könnten. Mazda Adli Stephanie Matthews Dorothea Eisenmann Seite 2 von 5

3 Lehrveranstaltungen Seminare Psychotherapie am Beispiel von Suchterkrankungen Ziel dieses Seminars ist es, neben der Diagnosestellung einer Abhängigkeitserkrankung auch die neurobiologischen Grundlagen abhängigen Verhaltens nach dem aktuellen Wissensstand zu kennen und moderne Behandlungsformen kennen zu lernen. Besonders wird am Beispiel dieser Erkrankungen darauf eingegangen, wie man die Indikation zu einer psychotherapeutischen Behandlung gezielt und sinnvoll stellt. Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen In diesem Seminar werden die rechtlichen Grundlagen verschiedener psychiatrischer Maßnahmen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Zwangsmaßnahmen. Affektive Störungen In dieser Unterrichtseinheit werden die Studierenden Systematik, epidemiologische und medizinsoziologische Aspekte sowie klinische Charakteristika affektiver Erkrankungen (Depression und bipolare Störungen) kennen lernen. Neben den wichtigsten neurobiologischen Grundlagen, werden wir pharmakologische, psychotherapeutische und weitere nicht-pharmakologische Therapieoptionen sowie soziodemographische Unterschiede und soziale Folgen diskutieren. Organische Psychosen und Demenz In diesem Seminar werden die verschiedenen organischen Psychosen (z.b. durch psychotrope Substanzen induziert, bei Epilepsie oder Schädelhirntrauma), sowie die verschiedenen Formen der Demenz erarbeitet. Schwerpunktmäßig werden Diagnose, Verlauf und Therapie der jeweiligen Erkrankungen vermittelt. Persönlichkeitsstörungen und Zwang Nach der Beschreibung der klinischen Symptomatik von Zwangserkrankungen und Persönlichkeitsstörungen werden Therapiemöglichkeiten dargestellt und diskutiert. Weiterhin sollen ätiopathogenetische Grundlagen und die Abgrenzung gegenüber ähnlichen Krankheitsbildern erarbeitet werden. Literaturempfehlung zur Vorbereitung: - Lieb K et al. Borderline personality disorder. Lancet 2004;364: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Lieb, Frauenknecht, Brunnhuber. Elsevier Schizophrene Störungen In dem Seminar mit dem Thema "Schizophrenie" werden die historische Entwicklung des Begriffes der Schizophrenie, das klinische Bild der Erkrankung, Hypothesen bezüglich der Ätiologie und die z. Zt. zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten dargestellt. Suizidalität Das Thema Suizidalität begegnet Psychiatern und anderen Angehörigen sozialer und medizinischer Berufe häufig in ihrer täglichen Arbeit. Im Seminar sollen Entstehungsbedingungen suizidalen Verhaltens, Warnsignale und therapeutische Ansätze diskutiert werden. Es werden soziologische, lerntheoretische und psychodynamische Hintergründe beleuchtet und Konsequenzen für das therapeutische Handeln aufgezeigt. Pharmakotherapie bei psychiatrischen Erkrankungen Ziel dieses Seminars ist es, einen Einblick in die pharmakologischen Möglichkeiten, die zur Beseitigung oder Abschwächung psychopathologischer Syndrome und psychischer Krankheiten führen zu geben. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der pharmakologischen Behandlung psychiatrischer Notfälle liegen. Zum besseren Verständnis der unterschiedlichen Wirkungen der klassischen und atypischen Neuroleptika werden wir uns im Rahmen dieses Seminars mit den unterschiedlichen Angriffspunkten von Neuroleptika Seite 3 von 5

4 auseinandersetzen. Aus den unterschiedlichen Angriffspunkten lassen sich auch unerwünschte Wirkungen ableiten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Besprechung der verschiedenen Prinzipien für die Pharmakotherapie von Depressionen. Praktika Zwangseinweisung und der freie Wille Im Rahmen des Ethikpraktikums für Psychiatrie sollen ethische Fragestellungen des psychiatrischen Alltags diskutiert werden. Anhand eines fallbasierter Ansatzes werden unter anderem Themen wie Zwangsmaßnahmen und Stigmatisierung und damit die Sonderstellung des Fachs Psychiatrie innerhalb der Medizin angesprochen. Der wichtige Konflikt zwischen der Autonomie des Patienten und der Fürsorgepflicht des Arztes wird thematisiert, Begriffe wie Eigen- und Fremdgefährdung sowie die Grundlagen der verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten werden erläutert. Auf diese Weise können ethische Konflikte zunächst zur Sprache gebracht, im weiteren Reflektionsfähigkeiten und Entscheidungen gelernt und praktiziert werden. Weitergehende Materialien und prüfungsbezogene Vorbereitungsaufgaben haben wir in einer Online- Präsenz für Sie zusammengestellt. Nähere Auskünfte dazu erhalten Sie im Anschluss an die Präsenzveranstaltungen. Klinische Neuroradiologie und -anatomie Dieses interdisziplinäre Seminar mit Anatomie und Neuradiologie hat folgende Schwerpunkte: Die klinische Neuroradiologie befasst sich mit der bildgebenden Versorgung von Patienten, die unter einer Erkrankung des Zentralen Nervensystems bzw. angrenzender Kompartimente (z.b. Schädelbasis) leiden. Im Gegensatz zum sog. Neuroimaging, das eine ungeschützte Begriffshülle ist für die Erprobung zumeist funktioneller Techniken bei Probanden und Patienten, geht es in der klinischen Neuroradiologie des psychiatrischen Patienten um den Nachweis oder Ausschluss hirnorganischer Veränderungen als Grundlage bzw. im Zusammenhang mit dessen Erkrankung.Im Kurs sollen die >Basics< der klinischen Neuroradiologie vorgestellt werden, vom Röntgenbild bis zur funktionellen und molekularen MR-Bildgebung, soweit sie in der klinischen Versorgung relevant sind. Im zweiten Teil geht es dann um typische und untypische neuroradiologische Befunde bei verschiedenen psychiatrischen Symptomen und Krankheitsbildern. Hier werden die Studenten eingeladen, auf der Grundlage der Einführung und Ihrer Vorkenntnisse die eingesetzte Bildgebung kurz zu charakterisieren, Bildbefunde zu erheben und zu beschreiben und ggf. eigene Strategien zu erarbeiten. Lernziele Kognitive Lernziele 1. die Grundlagen und Grundprinzipien der Durchführung von psychotherapeutischen Verfahren anhand von 1-2 Beispielen kennen. 2. diagnostische und therapeutische Erstmaßnahmen bei psychiatrischen Notfallpatienten kennen und benennen können. 3. die Grundlagen von Diagnose, Verlauf, Therapie und Prognose affektiver Störungen kennen. 4. die Indikationen und Grundprinzipien der Durchführung von Elektrokrampftherapie, Lichttherapie und Schlafentzug als nichtmedikamentöse biologische Therapien kennen. 5. rechtliche Grundlagen zur Möglichkeit der Einleitung von Zwangsmaßnahmen kennen. 6. Umgangsmöglichkeiten und Verhaltensregeln mit akut psychisch Kranken bei fehlender Krankheitseinsicht u./o. Behandlungseinsicht und Eigen - u./o. Fremdgefährdung kennen. 7. Die Grundlagen von Diagnose, Verlauf, Therapie und Prognose folgender psychiatrischer Erkrankungen kennen: -Störungen durch psychotrope Substanzen -körperlich begründbare psychische Störungen Seite 4 von 5

5 Powered by TCPDF ( -Demenzen. 8. die Wirkmechanismen, Nebenwirkungen und Indikationen beim Einsatz von Neuroleptika, Antidepressiva, Mood-Stabilizern, Tranquilizern, Antidementia und deren Einschränkungen kennen. 9. die Grundlagen von Diagnose, Verlauf, Therapie und Prognose von Persönlichkeits- und Angst und Zwangsstörungen kennen. 10. die Grundlagen von Diagnose, Verlauf, Therapie und Prognose schizophrener und schizoaffektiver Störungen kennen. 11. die Bestandteile des psychopathologischen Befundes kennen und die einzelnen Begriffe definieren können. 12. die psychopathologische Symptombeschreibung der depressiven-, manischen-, paranoidhalluzinatorischen, deliranten-, amnestischen- und Angstsyndrome kennen. 13. die wichtigsten psychiatrischen Versorgungssysteme im ambulanten, stationären und komplementären Bereich für psychisch Kranke kennen. Anwendungsbezogene Lernziele 1. anhand der in der Psychiatrie relevanten bildgebenden neuroradiologischen Diagnostik (CT, MRT), die anatomischen Strukturen erkennen sowie pathologische Befunde beschreiben können. 2. Methoden der psychiatrischen Gesprächsführung beim motivierten und unmotivierten Patienten anwenden können. 3. Explorationstechniken zur Erhebung des psychopathologischen Befundes anwenden können. 4. Krankheitsanamnese, Biografie, Persönlichkeit und aktuelle Lebenssituation von psychisch Kranken erheben/erfassen können. 5. die wichtigsten standardisierten Untersuchungsmethoden und testpsychologischen Zusatzuntersuchungen (Fremd-, Selbstbeurteilungsskalen, Persönlichkeits- und Leistungsteste) anwenden können. 6. mündliche Wiedergabe und schriftliche Abfassung des psychopathologischen Befundes durchführen können. Emotionale Lernziele 1. eigene Unsicherheiten im Umgang mit psychisch Kranken reflektieren können. 2. eigene Empfindungen im Umgang mit psychisch Kranken reflektieren und kommunizieren können. 3. in der Lage sein, die Auswirkungen von akuter und chronischer psychischer Erkrankung auf die Patienten und ihr persönliches Umfeld zu reflektieren. Seite 5 von 5

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