Ratingdefinitionen. Ratingstufen. Ratingobjekte & Kennzeichnung. Ratingstufen, Ratingobjekte und Ausfall. Ratingskala. Aussagekraft.

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1 Ratingdefinitionen Ratingstufen, Ratingobjekte und Ausfall April 2014 Ratingstufen Die Bonitätsbeurteilung eines Schuldners beinhaltet eine Prognose der Wahrscheinlichkeit für einen zukünftigen Ausfall und wird mit der Vergabe eines Emittentenratings dokumentiert. - die Vergabe eines Ratings von Aaa an Unternehmen x und die Vergabe eines Ratings von Baa an Unternehmen y die Einschätzung als Ratingagentur widerspiegelt, dass Unternehmen x eine grössere Widerstandskraft gegenüber negativen Entwicklungen und unsicheren Ereignissen aufweist als Unternehmen y; Ratingskala Die Ratingvergabe erfolgt im Hinblick auf internationale Standards mit acht Ratingstufen, die zusätzlich mit einem Notch (+ / -) differenziert werden können. Die oberen Ratingstufen von Aaa bis Baa- bilden den nicht spekulativen Bereich mit relativ geringen und relativ stabilen Bonitätsrisiken. Die unteren Ratingstufen von Ba+ bis C entsprechen dem spekulativen Bereich mit tendenziell höheren und volatileren Bonitätsrisiken bis hin zu einem bereits eingetretenen Ausfallereignis D (Default). Die Tabelle auf Seite 4 dokumentiert die verschiedenen Ratingstufen und die damit ausgedrückten Bonitätseinschätzungen. Aussagekraft Bei der Verwendung von Ratings durch Investoren ist zu berücksichtigen, dass auch eine statistisch fundierte Bonitätsbeurteilung keine exakte Messung, sondern letztlich immer nur eine Schätzung darstellt. Der wesentliche Informationsgehalt eines Ratings besteht in seiner Aussagekraft bezüglich der relativen Rangierung sowie der objektiven Vergleichbarkeit der Bonitätsrisiken verschiedener Ratingobjekte. Beispielsweise lässt sich daraus folgern, dass: - die Vergabe eines Darlehensratings von Baa und die Vergabe eines Projektratings von Baa die Einschätzung als Ratingagentur widerspiegelt, dass Investments in beiden Fällen ein ähnliches Risiko gegenüber negativen Entwicklungen und unsicheren Ereignissen aufweisen. Eine fundierte Ratingvergabe erlaubt nicht nur die objektive Vergleichbarkeit des Risikos von Emittenten und Emissionen aus verschiedenen Segmenten und Anlageklassen im Quervergleich, sondern insbesondere auch im Längsvergleich (Ratinghistorie & Migrationsrisiko). Ratingobjekte & Kennzeichnung Um einen konsistenten Informationsgehalt durch die Ratingvergabe zu gewährleisten, verwendet fedafin für alle Ratingobjekte dieselbe Ratingskala. Die Bonitätsbeurteilung unterschiedlicher Ratingobjekte erfordert jedoch spezifische Ratingmethoden und fallweise auch unterschiedliche Prognosegegenstände. In diesen Fällen erfolgt die Ratingvergabe aus Gründen der Transparenz mit einer spezifischen Kennzeichnung. 1 / 5

2 Ratingvergabe an Emittenten Im Bereich der Ratingvergabe an Emittenten verwendet fedafin die folgenden Kennzeichnungen: Kantonsrating Gemeinderating Unternehmensrating (PCI) Unternehmensrating (NPCI) Die Kennzeichnung NPCI für Non-Participating Corporate Issuer steht für eine Ratingvergabe ohne aktive Mitwirkung des zu beurteilenden Schuldners. Die Ratingvergabe an Unternehmen erfolgt hier ausschliesslich auf der Basis von öffentlich zugänglichen Informationen. Darunter fallen insbesondere börsenkotierte Unternehmen mit transparenter und weitreichender Offenlegungspraxis. Die Kennzeichnung PCI für Participating Corporate Issuer steht für eine Ratingvergabe unter aktiver Mitwirkung des zu beurteilenden Schuldners. Dabei werden auch nichtöffentliche Informationen des Unternehmens verwendet, sofern solche als risikorelevant beurteilt werden. In jedem Fall erfolgt eine Ratingvergabe nur dann, wenn die vorliegenden qualitativen und quantitativen Informationen nach Ansicht von fedafin für eine fundierte Risikobeurteilung ausreichen. Ratingvergabe an Emissionen Im Bereich der Ratingvergabe an spezifische Emissionen verwendet fedafin die folgenden Kennzeichnungen: Projektratings werden für spezifische Finanzierungen vergeben, die den Aufbau eines operativ tätigen Geschäfts oder Unternehmens erst ermöglichen. Anleihen- und Darlehensratings werden für spezifische Schuldforderungen von Gebietskörperschaften und Unternehmen oder für strukturierte Finanzierungen wie CDOs vergeben. Während das Emittentenrating in erster Linie eine Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit beinhaltet, stellt das Emissionsrating eine Prognose der Verlustwahrscheinlichkeit einer spezifischen Schuldforderung dar. Bei der Ratingvergabe an Emissionen werden daher verlustrelevante Informationen über Garantien, Rangierung und Vertragsklauseln einer Schuldforderung zugunsten bzw. zulasten eines Gläubigers systematisch berücksichtigt. Definition Ausfall (Default) Ausfallereignisse dienen als Grundlage für die statistische Modellvalidierung (Prognosegüte) sowie für die statistische Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten in den verschiedenen Ratingstufen. Nach angelsächsischer Tradition beschreibt das Bonitätsrisiko die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gegenpartei ihre vertraglichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern aufgrund ihrer eigenen faktischen Unfähigkeit oder Unwilligkeit unvollständig oder nicht termingerecht erfüllt. Der Eintritt eines Verlusts für Investoren löst mit anderen Worten zwingend ein Ausfallereignis aus. Der Eintritt eines Ausfallereignisses muss andererseits jedoch nicht unbedingt mit einem Verlust für die Investoren verbunden sein. Im Rahmen der regulatorischen Anforderungen an anerkannte Ratingagenturen orientieren wir uns an folgender Definition für den Eintritt eines Ausfallereignisses: Anleihenrating Darlehensrating Projektrating Eintritt eines materiellen und andauernden Zahlungsverzugs im Hinblick auf die vertraglich vereinbarte Schulden- und Zinstilgung; Gewährung von Finanzhilfen zur Überbrückung oder Beseitigung von Zahlungsschwierigkeiten ohne rechtlich verbindliche Verpflichtung durch die Drittpartei (Bailout); 2 / 5

3 Eröffnung eines Konkursverfahrens oder Einleitung ähnlicher behördlicher und parlamentarischer Verfahren aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten (Zwangsverwaltung, Zwangsübernahme, Zwangsfusion usw.); Durchführung einer materiellen Restrukturierung von ausstehenden Schulden aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten (Reduktion von Schuldendienst oder Rangierung, Fristverlängerungen für Schulden- und Zinstilgung, Tausch gegen riskantere Forderungen mit Eigenkapitalcharakter). 3 / 5

4 Ratingskala Kategorie Bezeichnung Aaa Ausgezeichnete Bonität Extrem starke Fähigkeit zur Zins- und Schuldentilgung. Aa Sehr gute Bonität Sehr starke Fähigkeit zur Zins- und Schuldentilgung. A Gute Bonität Starke Fähigkeit zur Zins- und Schuldentilgung, gewisse Anfälligkeit gegenüber ungünstigen Entwicklungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen. Baa Angemessene Bonität Angemessene Fähigkeit zur Zins- und Schuldentilgung, bedeutende Anfälligkeit gegenüber ungünstigen Entwicklungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen. Ba Mangelhafte Bonität Geringe Gefährdung des kurzfristigen Zins- und Schuldendienstes, starke Anfälligkeit gegenüber ungünstigen Entwicklungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen. B Schwache Bonität Bedeutende Gefährdung des kurzfristigen Zins- und Schuldendienstes, sehr starke Anfälligkeit gegenüber ungünstigen Entwicklungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen. C Sehr schwache Bonität Starke Gefährdung des kurzfristigen Zins- und Schuldendienstes, abhängig von günstigen Entwicklungen in den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen. D Ausfall Bereits eingetretener Zahlungsverzug oder grosse Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsverzugs. + / - Ratingstufen von Aa bis Ba werden bei Bedarf mit einem PLUS (+) oder einem MINUS (-) ergänzt, um deren relative Position innerhalb der betreffenden Ratingkategorie anzuzeigen. 4 / 5

5 Kontakt fedafin AG Galerieweg 8 CH-9443 Widnau Telefon: Internet: Disclaimer Copyright fedafin AG. Alle Urheberrechte bleiben vorbehalten. Das Reproduzieren, Übermitteln, Modifizieren oder Benutzen von Elementen und Informationen in diesem Dokument für öffentliche oder kommerzielle Zwecke ist ohne vorherige schriftliche Genehmigung der fedafin AG ausdrücklich untersagt. Sämtliche Informationen stammen aus Quellen, die als zuverlässig und akkurat eingestuft werden. Dennoch kann fedafin AG die Genauigkeit, Richtigkeit oder Vollständigkeit der verwendeten Informationen aus Gründen von menschlichen, technischen oder anderen Fehlern nicht garantieren und lehnt daher jede Haftung für irgendwelche Schäden aus der Verwendung dieser Informationen ab. Überdies stellen die Informationen in diesem Dokument keinerlei Aufforderungen, Ratschläge oder Empfehlungen für irgendwelche wirtschaftlichen Tätigkeiten dar. 5 / 5

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