Sachbericht "Innovative organische Funktionsmaterialien "

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1 Sachbericht 2005 "Innovative organische Funktionsmaterialien " im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung der Weiterentwicklung von Hochschule und Wissenschaft: Programm Aufbau innovativer Forschungsstrukturen Kooperationspartner Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik e.v. Teltow, IDM, vertreten durch Dr. habil. Burkhard Schulz, Leiter des Instituts Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung Golm, IAP, vertreten durch Dr. Ulrich Buller, Institutsleiter Institut für Physik der Universität Potsdam, vertreten durch Prof. Dr. Dieter Neher, Lehrstuhl Physik Weicher Materie Potsdam, Januar 2006 Berichterstatter: PD Dr. habil. Burkhard Schulz

2 Inhalt 1. Zusammenfassung 2. Entwicklungspotenzial innovativer Funktionsmaterialien 3. Projektarbeiten Zukünftige Entwicklung des CIMAT Anlagen - Teilberichte der beteiligten Institute - Dokumentation zum bilateralen Symposium Heterocyclic and Hetrochain Polymers for High Performance Applications, Juni 2005, Iasi, Rumänien - Messen 2

3 1. Zusammenfassung Gegenstand des Kompetenzzentrums CIMAT ist die Entwicklung innovativer Funktionsmaterialien und Methoden auf der Basis organischer und polymerer Stoffe mit definierten optischen und opto-elektronischen Eigenschaften, einschließlich der Entwicklung photoinduzierter Prozesse zur Herstellung von Funktionselementen. Die Forschungsergebnisse dienen unmittelbar der Entwicklung von Schlüsseltechnologien, wie der optischen Datenspeicherung und -verarbeitung, der Display-Technologie, der Optoelektronik, der Sensorik und der Nanotechnologie. In der fortgesetzten zweiten Ausbauphase hat CIMAT in 2005 ein komplexeres Leistungsangebot bei der Herstellung sowie Optimierung innovativer Funktionsmaterialien und Funktionselemente für Opto- und Nanotechnologien erstellt, welches sich durch eine intensivere Verbindung der Grundlagenforschung an der Universität Potsdam mit angewandter und darauf aufbauend industrieorientierter Forschung am Fraunhofer Institut IAP Potsdam- Golm und am IDM Teltow auszeichnet. Dazu erweiterte CIMAT offensiv die Kooperation mit Industriepartnern und gestaltete die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsinstitutionen wie der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) oder dem Unternehmerverband Brandenburg enger. Das CIMAT-Netzwerk war im Berichtszeitraum auch eine Plattform für die beteiligten Institutionen bei gemeinsamen Beteiligungen an Anträgen und Realisierungen von Indrustriekooperations-Netzwerken wie NeMo (IAP); BMBF (alle Partner) oder VDI/VDE (IAP, IDM). 2. Entwicklungspotenzial innovativer Funktionsmaterialien Aus der Studie Innovationsmotor Chemie 2005, die im Auftrag des Verbands der Chemischen Industrie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und dem Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung angefertigt wurde, lassen sich u.a. folgende grundsätzliche Aussagen zusammenfassend ableiten: 1. Nach dem Maschinenbau und der Elektronik nimmt die Chemie die dritte Stelle in der Liste der Impulsgeber für Innovationen ein. Dabei werden gleichermaßen neue Produkte und neue Verfahren als Wachstumsmotoren in vielen Branchen wirksam. 2. Für die Zukunftssicherung sind deshalb sowohl die Stärkung der Materialforschung als auch die Kooperation Unternehmen-Wissenschaft dringend geboten. Für die Umsetzung der Innovationskraft von Forschung und Entwicklung ist also der direkte Wissens- und Technologietransfer optimal zu gestalten und vorhandene Resourcen effektiv auszuschöpfen. Die Forschung und die universitäre Ausbildung sind in Brandenburg auf einem, auch im internationalen Vergleich, sehr hohem Niveau. Dabei gibt es eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten (UP, BTU), Fachhochschulen und den relevanten Einrichtungen der Forschungsgesellschaften (Max-Planck; Fraunhofer; Leibnitz und Helmholtz). Die vielfältigen Beziehungen zur Industrie werden von den Forschungsgesellschaften je nach ihrer eigenen Spezifik organisiert, der Transfer aus den 3

4 Hochschulen heraus wird u.a. über Transferstellen und Technologie- und Innovationsberatungsstellen (TIBS) realisiert. CIMAT kann aufgrund seiner Netzwerkstruktur all diese Formen effektiv nutzen. CIMAT bietet als Forschungsnetzwerk eine besondere Basis für den Technologietransfer: - Umfangreiche wissenschaftliche und technische Kenntnisse - Eigene Forschungslaboratorien und Instrumentarien - Kooperationsvereinbarungen zwischen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen - Eigenes Forschungsprofil gegenüber anderen nationalen und internationalen Forschungsinstituten - stabile langjährige sowie stetig wachsende Vertragsbeziehungen zu produzierenden Unternehmen (regional, national, international) Für den Aufbau von Forschungskooperationen mit technologieorientierten Unternehmen gibt es aber im Land Brandenburg spezifische Probleme durch Einschränkungen seitens der regionalen Wirtschaft: - Die KMU in Brandenburg verfügen kaum über eine ausreichende Kapitaldecke zur Eigenfinanzierung von Auftragsforschung. - In vielen Unternehmen hat die Sicherung der Tagesaufgaben Vorrang vor Neuentwicklung. - Die Konkurrenz zwischen KMU ist häufig stärker als bei großen Unternehmen (die Claims abstecken), was eine Netzwerkbildung problematischer macht Daraus resultiert der Schluß, dass F&E Kooperation in Brandenburg auch in Zukunft eine Förderung braucht, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Netzwerke wie CIMAT haben als dynamische Verbindung zwischen Forschung und KMU eine wichtige Funktion bei der Zukunftsicherung und entwicklung der regionalen Wirtschaft. Sie können diese nur wahrnehmen, wenn alle Partner mittelfristig und verläßlich zum gegenseitigen Vorteil arbeiten können. 3. Projektarbeiten 2005 Eine detaillierte Übersicht der gemeinsamen Projektarbeiten und ihrer Ergebnisse ist in den nachfolgenden Teilberichten der Projektpartner gegeben. Sie belegen die ausgebauten direkten Zusammenarbeiten der beteiligten Institutionen sowie die deutlich erweiterte gemeinsame Zusammenarbeit mit Industrie- und Forschungspartnern. 4

5 Folgende Gesichtspunkte sind dabei in 2005 von besonderem Wert: - Der Ausbau internationaler Kontakte erfolgt kontiunuierklich in den Institutionen, ist aber auch gemeinsame Aktion des CIMAT-Netzwerkes. So wurden kürzlich neue Kontakte zur Technischen Universität Istanbul aufgenommen und die Ausarbeitung gemeinsamer Projekte begonnen. Besonderer Höhepunkt der internationalen CIMAT-Aktivitäten war im Berichtszeitraum das bilaterale Symposium Heterocylic and Heterochain Polymers for High Performance Applications in Iasi (Rumänien) (siehe Anlage Symposium). Das Symposium wurde gemeinsam mit dem Institut für Makromolekulare Chemie Petru Poni der Rumänischen Akademie der Wissenschaften organisiert und durchgeführt. Eine zweite derartige Veranstaltung ist in Potsdam für Herbst 2006 in Vorbereitung. - Die gemeinsamen Entwicklungsarbeiten finden ihren Ausdruck in gemeinsamen Projektanträgen, wobei mindestens zwei der im CIMAT vertretenen Arbeitsgruppen zu den Antragstellern gehören (z.b. InnoNet-Projekt FOTOS oder BMBF-Anträge). Darüberhinaus zeugen zahlreiche gemeinsame Publikationen, vor allem aber die gemeinsamen Messeauftritte (siehe Anlage Messen) von der koordinierten Forschungs- und Entwicklungsarbeit. - Ausbau der gemeinsamen Aktivitäten bei der Lehre. Neben mehreren erfolgreich abgeschlossenen Promotionsarbeiten gehören die Einbeziehung am CIMAT beteiligter Hochschullehrer an der Durchführung des Masterstudienganges Polymersciences und die zunehmende Durchführung von Vorlesungen, Seminaren und Übungen in den Studiengängen Physik und Chemie dazu. Gleichermaßen sind Einwerbungen von Industriestipendien hervorzuheben. 4- Zukünftige Entwicklung des CIMAT Mit der Entwicklung des CIMAT-Netzwerkes werden folgende Synergieeffekte angestrebt: - Eröffnung neuer Möglichkeiten zur gezielten Netzwerkbildung - Erweiterung des Entwicklungspotenzials für neue Funktionsmaterialien und Technologien durch effektive Nutzung der regionalen Resourcen - komplexere Bearbeitung von Sachgebieten durch Zugänglichkeit aller verfügbaren Methoden für die Unternehmen - Stärkung der Weiterbildung auf dem Sachgebiet des CIMAT in den Unternehmen - Impulse für regionale mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung eigener, auch zukünftig wettbewerbsfähiger Produkte und Verfahren - Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft - Bereicherung der Lehre an der Universität 5

6 In diesem Zusammenhang sind folgende Probleme bei der weiteren Gestaltung von CIMAT zu lösen: - Da Materialentwicklung branchenübergreifend und daher keinem Brandenburger Technologieschwerpunkt direkt zuzuordnen ist, wird die Mittelakquise auf Landesebene erschwert. Im CIMAT werden auch Zukunftsmaterialien entwickelt die neue Schwerpunkte erst ermöglichen und daher noch nicht im Landestechnologiekonzept vertreten sein können. CIMAT muß deshalb als Netzwerk aktiv gegenüber den Landesinstitutionen auftreten und geeignete Föderinstrumente initiieren bzw. nutzen. - Für eine Auftragsakquise reichen zur Absicherung zwar ca. 15% (vom Umsatz), aber der Rückgang der Förderquoten von 90% (1992) auf 65% (2005) erschwert die Antragstellung bei fast allen Projektträgern erheblich. Für den weiteren Ausbau des Netzwerkes muss daher ab 2007 die dafür notwendige mittelfristige Grundsicherung geschaffen werden (z.b. in Analogie zum derzeitigen HWP). Mit der Wertung der Wissenschaft als einem starken Wirtschaftsfaktor sowohl auf Landes- wie auf Bundesebene ist die Schlußfolgerung verknüpft, dass Netzwerke wie CIMAT weiterhin entwickelt und teilgefördert werden müssen, da ostdeutsche, insbesondere Brandenburger Unternehmen, dies nicht allein leisten können. 6

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