Hochwasser 2005 Lehren für die RUAG aus dem Grossereignis 2005

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1 Hochwasser 2005 Lehren für die RUAG aus dem Grossereignis 2005 Rudolf Müller Projektleiter Referat an der Fachmesse Sicherheit 2015 Altdorf,

2 1. Hochwasser 2005; was passierte am 22. / 23. August Lehren (Forderungen) für die RUAG aus diesem Ereignis 3. Eine andere Gefahr;..Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern. 4. Fazit 2

3 Was war am 22./23. August 2005 passiert?.nach tagelangem Dauerregen 3

4 Was war am 22./23. August 2005 passiert?.. überflutete der Schächen das RUAG Areal sowie das angrenzende Gewerbe- und Wohngebiete 4

5 Was war am 22./23. August 2005 passiert? Für die RUAG entstand ein Sachschaden von über CHF 150 Mio. Für die RUAG entstand ein Sachschaden von über CHF 150 Mio. 5

6 Lehren (Forderungen) für die RUAG aus diesem Ereignis! Vor dem Wiederaufbau des Industriebetriebs forderte die RUAG vom Kanton Uri Zusicherungen für einen umfassenden Hochwasserschutz! Der Hochwasserschutz ist inzwischen auf ein 300-jähriges Ereignis ausgelegt und realisiert. Ohne verbindliche Zusagen zum Ausbau des Hochwasserschutzes hätten die Versicherungen die RUAG nicht neu versichert und Kunden drohten mit der Auflösung von Lieferverträgen. Die Versicherungen und Kunden haben Sofortmassnahmen verlangt! RUAG hat den Versicherungsschutz angepasst. Aufbau einer kantonalen, entsprechend dem Stand der Technik ausgerüsteten Alarmorganisation, mit den nötigen Kompetenzen für SOMA. Heute verfügen wir im Kanton Uri über dieses Instrument zur Bewältigung von Naturereignissen. Es hat sich in der Praxis bereits bewährt. 6

7 Neue Organisation und Alarmierung bei Naturereignissen Gefahrenstufe Gefahrenskala Meteorologie Hydrologie Lage Leitung 1 Keine oder geringe Gefahr Normal, lokal Gefährdung möglich / Abfluss unter Zweijahresereignis 2 Mässige Gefahr Es wird eine gefährliche Wetterentwicklung erwartet / Abfluss über Zweijahresereignis 3 Erhebliche Gefahr Es wird eine gefährliche Wetterentwicklung erwartet / Abfluss über Zehnjahresereignis 4 Grosse Gefahr Gefährliche Wetterentwicklung von ungewöhnlicher Stärke / Ereignis in Jahren 1 mal 5 Sehr grosse Gefahr Wettererscheinungen von a.o. grosser Intensität / Ereignis im Schnitt alle 100 Jahre Situation kann in den ordentlichen Abläufen bewältigt werden Wie 1 jedoch zusätzliche Mittel erforderlich Ordentliche Abläufe nicht ausreichend / Ausmass kommunal Abläufe und Ressourcen ungenügend, Konz. Mittel Ausmass regio- kantonal Koordination der Mittel zentral. Das Ausmass ist kantonal Gemeinde Verwaltung Feuerwehr Gemeinde Führungsstab Kantonale Verwaltung KAFUR 7

8 Lehren für die RUAG aus diesem Ereignis! Sofortmassnahmen! Provisorischer Schutz der Kernzone 8

9 Lehren für die RUAG aus diesem Ereignis! Sofortmassnahmen! Mieter, Kunden und Versicherungen haben unverzüglich provisorische Schutzmassnahmen verlangt. Der Kanton hat sehr schnell reagiert und zusammen mit der RUAG ein Schutzkonzept entwickelt und realisiert. Beton- Schutzelemente 9

10 Lehren für die RUAG aus diesem Ereignis! Sofortmassnahmen! 10

11 Lehren für die RUAG aus diesem Ereignis! Sofortmassnahmen! 11

12 Erkenntnisse und Lehren für die RUAG aus diesem Ereignis! Der RUAG Krisenstab sowie das Notfallkonzept haben sich bewährt. Die Erfahrungen und Lehren aus den Hochwasser-Ereignissen 1977 und 1987 waren wertvoll. Sie haben geholfen das Ereignis besser zu bewältigen. Die schlagkräftige, gut ausgebildete und mit gefährlichen Gütern vertraute Schadenwehr, hat in den ersten Stunden und Tagen durch ihren Einsatz noch grössere Umweltschäden verhindert. In der Aufräumphase war die Sicherheit durch die Schadenwehr gewährleistet. Nach dem Ereignis wurde der Objektschutz weiter ausgebaut. Kritischen HW-Stellen sind heute mit VIDEO und automatisierten Messsystemen überwacht. RUAG Schadenwehr hat Zugriff. Der HWS ist heute im Industriegebiet für ein 300-jähriges Ereignis ausgebaut. Das Schadenpotenzial ist entsprechend reduziert. 12

13 Ein ähnliches Ereignis scheint mit dem realisierten Hochwasserschutz nach menschlichem ermessen kaum mehr möglich zu sein..aber in immer kürzeren Abständen haben wir uns auch mit den Folgen heftiger, kurzer und örtlich begrenzter Sturmwetter zu beschäftigen. 13

14 Eine andere Gefahr Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! In immer kürzeren Abständen und meist ohne rechtzeitige Vorwarnung treten kurze aber extrem heftige und örtlich begrenzte Unwetter auf. In den letzten Jahren gab es im URNER TALBODEN mehrere solcher Sturmtiefs. Eines davon hatte das Zentrum direkt über der RUAG! Verschiedene ungünstige Wettererscheinungen verursachen solche Unwetter. Grosse Hitze Hohe Luftfeuchtigkeit Orkanböen > 130km/h Hagel Extreme Niederschläge Um für solche Ereignisse vorbereitet zu sein, sind mögliche Massnahmen und die Strategie anzupassen. 14

15 Sturmwetter am Beispiel vom

16 Sturmwetter am Beispiel vom Niederschlag (mm) 16

17 Sturmwetter am Beispiel vom Windgeschwindigkeit (km/h) 17

18 Lehren für die RUAG / Folgen aus extremen Sturmwettern! Umgestürzte Bäume Überflutete Keller und Lager / Infrastruktur Eingedrückte Tore, Fenster und Oblichter Verstopfte Kanalisationen / versperrte Zufahrten Betriebsausfälle / hohe Kosten 18

19 Lehren für die RUAG Folgen aus extremen Sturmwettern! 19

20 Lehren für die RUAG / Folgen aus extremen Sturmwettern! 20

21 Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! Fragen / Massnahmen Welche Räumlichkeiten benötigen Schutzmassnahmen? Risikoabwägung / Wirtschaftlichkeit Für die Evakuierung von Gütern aus gefährdeten Räumen bleibt keine Zeit! Wenn Schutzmassnahmen nicht möglich- oder zu aufwendig sind, dürfen solche Räume nicht mit gefährlichen oder unverzichtbaren Gütern sowie relevanten Infrastrukturanlagen belegt werden! Die Mieter sind entsprechend zu informieren und zu beraten. Jeder einzelne Mieter ist gefordert sich mit Ablauf und Folgen eines möglichen Ereignisses zu befassen und vorsorgliche Massnahmen zu treffen. 21

22 Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! Massnahmen Anforderungen an Türen, Tore, Fenster und Oblichter müssen neu definiert werden. Exponierte oder schwächere Bäume sind zu fällen. Meteorwasser Abflusskapazitäten überprüfen und anpassen. Schachteinläufe! Dem Objektschutz ist grössere Bedeutung beizumessen. Durch Massnahmen verhindern, dass Wasser in UG über Leitungs- oder Energiekanäle eindringen kann. Flexible Schutzmassnahmen bei gefährdeten Zugängen. z.b. durch Dammbalken. Information und Schulung der Mieter über Verhalten bei Sturmwettern. Alarmierung! 22

23 Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! Massnahmen 23

24 Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! Massnahmen Um Schäden zu begrenzen sind einfache Mittel und schnelle Reaktionen gefragt! 24

25 Lehren für die RUAG aus extremen Sturmwettern! Massnahmen 25

26 Lehren für die RUAG aus einer andern Gefahr! Abdichten von Lichtschächten 26

27 Fazit! Trotz realisiertem Hochwasserschutz wachsam bleiben. Mögliche Gefahren rechtzeitig erkennen und entsprechend handeln. Notfallkonzepte und Aufgaben des Krisenstabes laufend an neue Gegebenheiten anpassen. Verantwortliche in den Zuständigen Bereichen kennen. (Netzwerk) Objektschutz ist wichtig. Mieter müssen in der Lage sein rechtzeitig zu reagieren. (Alarmierung) Kundenbetreuung nach einem Schadenereignis hat hohe Priorität. Kein «Alleingang» Zusammenarbeit mit zuständigen Instanzen suchen. 27

28 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 28

29 Technologiekonzern

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