Künstler & Steuerrecht. Mag. Doris Krenn

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1 Künstler & Steuerrecht Mag. Doris Krenn

2 Beginn und Ende der Steuerpflicht Beginn Geburt Ende Errichtung eines Wohnsitzes Mehr als 6-monatiger Aufenthalt in Österreich => auch in den ersten 6 Monaten besteht bereits unbeschränkte Steuerpflicht Tod (keine KSt-Pflicht des ruhenden Nachlasses => Erben werden EK zugerechnet Verlagerung des Wohnsitzes Verlassen des Landes bei gewöhnlichen Aufenthalt

3 Beschränkte Steuerpflicht Voraussetzungen: Natürliche Person Weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich Folge: Nur inländische Einkünfte, die in 98 EStG aufgezählt sind, sind in Österreich steuerpflichtig (Territorialitätsprinzip)

4 Doppelwohnsitz In mehreren Staaten einen Wohnsitz oder zusätzlich zu einem Wohnsitz in einem anderen Staat einen gewöhnlichen Aufenthalt In jedem dieser Staaten unbeschränkte Steuerpflicht! Doppel oder Mehrfachbesteuerung!

5 Vermeidung der Doppelbesteuerung Doppelbesteuerungsabkommen Aufteilung des Besteuerungsrechtes von EK zwischen den Staaten Anrechnungsmethode Befreiungsmethode 48 BAO nach Ermessen des BMF Verzicht auf Teile der Besteuerung beim Abgabenpflichtigen bzw. Anrechnung von ausl. Abgaben auf inländischer Abgaben

6 Die sieben Einkunftsarten 1. EK aus Land u. Forstwirtschaft 2. EK aus Selbständiger Arbeit 3. EK aus Gewerbebetrieb 4. EK aus nicht selbst. Arbeit 5. EK aus Kapitalvermögen 6. EK aus Vermietung u. Verpachtung 7. Sonstige Einkünfte

7 Meldepflichten bei selbständiger Tätigkeit Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit Künstlerische Tätigkeit: persönliche eigenschöpferische Tätigkeit in einem umfassenden Kunstfach aufgrund der künstlerischen Begabung Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit Abgrenzung zum Kunsthandwerk zb Restaurator, Porzellanmalerei etc. Handwerkliche Komponente steht im Vordergrund Antrag auf Vergabe einer Steuernummer Fragebogen über die Betriebseröffnung für natürliche Personen (Verf24) Umsatz- und Gewinnprognose für laufendes und nächstes Jahr

8 Abgabe einer Steuererklärung Unabhängig von der Höhe des Einkommens Nach Aufforderung durch das Finanzamt Bei betrieblichen Einkünften, die durch BV-Vergleich ermittelt werden (= doppelte Buchhaltung) Bei Überschreiten gewisser Einkommensgrenzen EK > , wenn keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthalten sind Neben lohnsteuerpflichtigen EK sonstige Einkünfte > 730,- bezogen worden sind Wenn zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen worden sind Beschränkt Steuerpflichtige: EK > 2.000,-

9 Betriebseinnahmen - Betriebsausgaben Betriebseinnahmen Alle durch den Betrieb veranlassten Zugänge an Geld oder Sachwerten Erhöhen den Gewinn, sofern nicht steuerfrei gem. 3 EStG Betriebsausgaben 4 (4) EStG Durch den Betrieb veranlasste Aufwendungen Wirtschaftlicher Zusammenhang mit Betrieb! Betriebliche Veranlassung genügt, d.h. Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit bzw. Angemessenheit des Aufwandes ist nicht maßgeblich Vermindern den Gewinn

10 Betriebsausgaben Pflichtbeiträge in gesetzl. Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Aus- u. Fortbildungsmaßnahmen Betrieblich veranlasste Reisen (25 km/3h) Arbeitszimmer (Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit Maler ja, Lehrende nein) Freiwillige Mitgliedsbeiträge Doppelte Haushaltsführung Absetzung f. Abnutzung

11 Reisekosten 4 Abs 5 ivm 26 Z 4 EStG Nächtigung Nachgewiesene Kosten (lt Rechnung) oder 15,- Euro Nächtigungsgeld in Ö Verpflegung 26,40 Euro Tagesgeld, von 3h-11 aliquot in Ö Fahrtspesen Öffis : in voller Höhe PKW: Kilometergeld 0,42 (Mitfahrer 0,05) Motorrad: Kilometergeld 0,24 Fahrrad: Kilometergeld 0,38 max. 570,- pro Jahr

12 Absetzung für Abnutzung Anlagevermögen Nutzen des WG für den Betrieb geht über 1 Jahr hinaus Aufwand ist selbständig bewertbar Anschaffung nicht sofort Betriebsausgabe Ausnahme: geringwertige Wirtschaftsgüter (AK < 400,-) WG ist zu aktivieren gewinnneutral auf die voraussichtliche Nutzungsdauer aufgeteilt als Betriebsausgabe anzusetzen

13 Nichtabzugsfähige Aufwendungen Aufwendungen für den Haushalt und den Unterhalt Grundsätzlich durch die Einkünfteerzielung (mit)veranlasste Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Lebensführung stehen (zb Studienreisen) die Lebensführung berühren, soweit sie unangemessen hoch sind (PKW, Personenluftfahrzeuge, Sport- und Luxusboote, Jagden, Teppiche, Tapisserien, Antiquitäten) Reisekosten über den Pauschalsätzen Im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer (Lehrende) Familienheimfahrten, abzugsfähig ihd Pendlerpauschales

14 Nichtabzugsfähige Aufwendungen Repräsentationsaufwendungen Geschäftsfreundebewirtung, wenn zu Werbezwecken, zur Hälfte abzugsfähig. Geld- und Sachzuwendungen, deren Gewährung und Annahme mit gerichtlicher Strafe bedroht ist. Kleidung, Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen, Tageszeitung Personensteuern Aufwendungen, Ausgaben, soweit sie mit steuerbefreiten Einnahmen oder mit endbesteuerten Erträgen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen (Steuerfreie Stipendien)

15 Zeitliche Zuordnung von Einkünften

16 Zu- und Abflussprinzip Einnahmen und Ausgaben sind in jener Besteuerungsperiode anzusetzen, in der sie zugeflossen sind Steuerverschiebungen möglich Ausnahmen: Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen (wirtschaftliche Zurechnung) Vorauszahlungen (über 2 Jahre)

17 Beispiel Zu- und Abflussprinzip Die Miete wird im Februar 2006 für die Zeit bis zum Jänner 2008 vorausbezahlt. Da die Mietvorauszahlung nicht nur für 2006 und 2007 vorausgezahlt wird, ist sie entsprechend den Mietzeiten auf die Jahre 2006, 2007 und 2008 aufzuteilen Die Miete wird im Februar 2006 für die Zeit bis Dezember 2007 vorausbezahlt. Die Mietvorauszahlung erstreckt sich damit nur auf das laufende und das folgende Jahr und ist daher in voller Höhe im Jahr 2006 abzuziehen. Der am 1. Jänner 2007 fällig werdende Jännerbezug eines Beamten wird bereits am 29. Dezember 2006 überweisen. Zurechnung zum Jänner, d.h. zum Kalenderjahr 2007, da wiederkehrende Einnahmen zu jenem Jahr gerechnet werden, zu dem sie wirtschaftlich gehören (wenn max. 15 Tage entfernt)

18 Beispiel Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung ) Einnahmen 1) Erlöse aus künstlerischer Tätigkeit 6.000,-- 3) Spenden und Subventionen 2.500,-- 4) Zinserträge 50,-- Summe Einnahmen 8.550,-- 2) Ausgaben 1) Löhne und Gehälter 1.500,-- 2) Reisespesen 500,-- 3) Miete 1.000,-- 4) Büroaufwand (Telefon, Material usw.) 500,-- 5) Betriebskosten 500,-- 6) Beratungskosten 500,-- 7) Geldspesen 50,-- 8) Zinsen für Kredite / Darlehen 20,-- Summe Ausgaben 4.570,-- Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben 3.980,--

19 Pauschalen Werbungskostenpauschale 5% der Bruttobezüge; max ,- Arbeitnehmerveranlagung Nicht anwendbar, wenn es auch selbständige EK gibt Betriebsausgabenpauschalierung 12% der Nettoumsätze als Betriebsausgaben; max ,- (inkludiert: übliche technische Hilfsmittel, Aufwendungen für Fachliteratur und Eintrittsgelder, betrieblich veranlasste Aufwendungen für Kleidung, Kosmetika, Reisekosten, Bewirtung, Mieten) Zusätzlich absetzbar:), Löhne u. Honorare, Materialaufwand, Pflichtversicherungsbeiträge

20 Aufzeichnungspflichten Einnahmen-Ausgaben-Rechnung = EAR: Die Einnahmen und Ausgaben sind chronologisch aufzuzeichnen. zusätzliche Hilfsbücher: Wareneingangsbuch (EK aus gewerblicher Tätigkeit) die Anlagenkartei tägliche Losungsaufzeichnungen im Kassabericht Grundsätzlich sind Bücher und Aufzeichnungen, die dazugehörigen Belege, sowie die für die Abgabenerhebung bedeutsamen Geschäftspapiere und sonstigen Unterlagen im Original sieben Jahre hindurch aufzubewahren. Die Frist läuft vom Schluss des Kalenderjahres an für das die letzte Eintragung vorgenommen wurde. Bei EDV- Buchführung müssen sämtliche Informationen auf elektronischen Datenträgern aufbewahrt werden.

21 Progressionsmilderung Bei erstmaliger Veranlagung für ein Kalenderjahr Positive Einkünfte Unwiderruflicher Antrag Gleichmäßige Verteilung der Einkünfte auf 3 Jahre Zwei Jahr zurück, Wiederaufnahme des Verfahrens

22 Pauschalierungsmöglichkeit 12 % der pauschalierten Betriebsausgaben Max ,- jährlich Befreiung von Aufzeichnungspflicht

23 Berechnung der Steuer 1. EK aus Land u. Forstwirtschaft 2. EK aus Selbständiger Arbeit 3. EK aus Gewerbebetrieb 4. EK aus nicht selbst. Arbeit 5. EK aus Kapitalvermögen 6. EK aus Vermietung u. Verpachtung 7. Sonstige Einkünfte Gesamtbetrag der Einkünfte - Sonderausgaben - Außergewöhnliche Belastungen - Freibeträge nach 104 und 105 EStG Einkommen gem. 2 Abs. 2 EStG

24 Berechnung der Steuer Einkommen gem. 2 Abs. 2 EStG = Bemessungsgrundlage für den Tarif ( 33) Einkommensteuer nach 33 Abs. 1 - Absetzbeträge Einkommensteuerschuld - Bereits entrichteter LSt - Bereits entrichtete Kest Veranlagte ESt lt. Steuerbescheid - Vorauszahlungen Nachzahlung oder Gutschrift

25 Berechnung der Steuer Einkommen Bis ,- Steuer Null Über ,- bis ,- (Einkommen ,-) x 36,5% 36,50 % Über ,- bis ,- (EK ,-) x 43,22% ,- 43,21 % Über ,- (EK ,-) x 50% ,- 50,00 % Beispiel: Einkommen ,- ( ) x 36,5% = 2.555,- Einkommensteuer vor Absetzbeträge

26 Absetzbeträge Alleinverdienerabsetzbetrag Alleinerzieherabsetzbetrag 494,- pro Jahr > 6 Monate 2.200,- ohne Kind 6.000,- 1 Kind Arbeitnehmerabsetzbetrag 54,- Verkehrsabsatzbetrag 291,-

27 Umsatzsteuer Kleinunternehmerregelung: Umsatzgrenze ,- Kann einmal innerhalb von 5 Jahren um bis zu 15% überschritten werden. Option zur Regelbesteuerung Umsätze aus der Tätigkeit als Künstler 10% Hilfsgeschäfte 20%

28 Umsatzsteuer - Rechnungsmerkmale Name und Anschrift des Rechnungsausstellers UID-Nummer des Rechnungsausstellers Name und Anschrift des Leistungsempfängers UID-Nummer des Leistungsempfängers Menge und handelsübliche Bezeichnung Tag/Zeitraum der Lieferung oder Leistung Entgelt Steuer- Prozentsatz od. Hinweis auf Befreiung der auf das Entgelt entfallende Steuerbetrag Ausstellungsdatum fortlaufende Nummer

29 Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit! MAG.DORISKRENN Steuerberatung Unternehmensberatung FH Lektor Alserbachstraße 5/17 A-1090 Wien Tel.: +43 (1) Fax: +43 (1)

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