Peter Slepcevic-Zach Michaela Stock. Institut für Wirtschaftspädagogik Karl-Franzens-Universität Graz

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1 Peter Slepcevic-Zach Michaela Stock Institut für Wirtschaftspädagogik Karl-Franzens-Universität Graz

2 Wandel der Struktur und Wandel der Anspruchsgruppe als Chance für die Gestaltung der Lernwelten von Studierenden Ass.-Prof. Mag. Dr. Peter Slepcevic-Zach Univ.-Prof. Mag. Dr. Michaela Stock

3 Zielsetzung & Aufbau Lernwelten von Studierenden Bologna-Reform Entwicklungslinien Umstellung in Zahlen Masterstudium Wirtschaftspädagogik Studium Ergebnisse Studie Vergleich Diplom- und Masterstudium Herausforderungen für die Curriculaentwicklung

4 Lernwelten von Studierenden 1 Bildungsorte Bildungsauftrag (explizit, implizit) Lokalisierbar Bestimmte Angebote zu bestimmten Zeiten Eher Lernen in formalisierten Situationen, Kontexten Lernwelten Kein Bildungsauftrag Zufällig zustande gekommen Weniger standardisiert/organisiert Bildungsprozess entsteht eher nebenher/beiläufig Eher Lernen in informellen Situationen, Kontexten (vgl. Barthelms 2005)

5 Lernwelten von Studierenden 2 Lernorte können diesbezüglich als kollektive Formationsprozesse gesehen werden, die explizit Erfahrungszusammenhänge gestalten. (Egger 2008, S. 22) Lernwelten können auch über Medien definiert werden. (vgl. beispielsweise bwpat Ausgabe Nr. 15) Lernwelten werden in der Diskussion um formales, nicht-formales und informelles Lernen verwendet: Zu diskutieren ist in diesem Zusammenhang, ob es sich dann bei der Gestaltung derartiger Lernwelten um informelle Bildung handle oder etwa um informelle Pädagogik (Fischer 2003) Lernwelt Universität (Hrsg.: Egger, Merkt 2012)

6 Lernwelten von Studierenden 3 Eigene Darstellung

7 Bologna-Reform Bologna-Reform als Antriebsfeder für viele Veränderungen im Bildungswesen Österreich führte 1999 die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein Lernergebnisse und Kompetenzorientierung als zentrale Bestandteile EQR/NQR bzw. QR-EHR Hochschulbereich: Bologna Berufsbildender Bereich: Kopenhagen Lissabon- Strategie

8

9 Entwicklungslinien 1 Forderungen für den Hochschulbereich: Schaffung eines Systems leicht verständlicher Abschlüsse Zweistufige (Bachelor/Master) bzw. dreistufige (Phd) Studienstruktur Leistungspunktesystem (ECTS) Kompetenzorientierung

10 Grundmerkmale Kompetenz Subjektivität Veränderbarkeit Situationsund Kontextbezug Handlungssituationen

11 Entwicklungslinien 2 Forderungen für den Hochschulbereich: Schaffung eines Systems leicht verständlicher Abschlüsse Zweistufige (Bachelor/Master) bzw. dreistufige (Phd) Studienstruktur Leistungspunktesystem (ECTS) Kompetenzorientierung Beseitigung von Mobilitätshemmnissen Modularisierung des Lehrangebots Europaweite Zusammenarbeit in der Qualitätssicherung Europäische Dimension in der Hochschulbildung

12 Entwicklungslinien 3 Probleme für den Hochschulbereich: Implementierung während einer großen Studienreform (1997) Dauer von drei Jahren (vier Jahre wären möglich) hat die Akzeptanz stark vermindert Fachhochschulen erst 2001 in den Prozess mit aufgenommen Akzeptanz am Arbeitsmarkt ist noch nicht gegeben

13 Umstellung in Zahlen 1

14 Umstellung in Zahlen 2 Dauer des Übergangs von Bachelor- in Masterstudien Dauer des Übergangs Insgesamt Männer Frauen Bis zu einem halben Jahr 81,5% 84,1% 78,9% Ein halbes Jahr bis ein 2,6% 2,7% 2,5% Jahr Über ein Jahr 16,0% 13,2% 18,6% Unterschiede in den Hauptstudienrichtungen: Montanistik 97% Technik 90,5% Geisteswissenschaften 71,4% Sozial- und Wirtschaftswissenschaften 82%

15 Änderungen der Lernwelten am Beispiel der Wirtschaftspädagogik in Graz Umstieg Diplom- auf Masterstudium im WS 09/10 Kein eigenes Bachelorstudium Wirtschaftspädagogik Master mit fünf Semestern (Schulpraktikum integriert) Abschluss führt auch zu einer Befähigung zum Unterricht wirtschaftlicher Fächer Zweijährige Praxis für den Einstieg in den Schuldienst erforderlich Starke Anbindung an die Betriebswirtschaft

16 Masterstudium Wirtschaftspädagogik

17 Zielsetzung & Design der Studie Zielsetzung: Vergleich zwischen Diplom- und Masterstudierenden Design: Onlinebefragung im SoSe Diplomstudierende (gemeldet 419; prüfungsaktiv 154) 29 Masterstudierende (gemeldet 64; prüfungsaktiv 32) Sehr gute Rücklaufquote Im Master noch wenig Regelstudierende

18 Ergebnisse 1 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Normal WiedereinsteigerInnen

19 Ergebnisse 2 Absolvieren Sie das Studium im ersten oder zweiten Bildungsweg? 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 42% 86% Im ersten Bildungsweg 58% 14% Im zweiten Bildungsweg Master Diplom

20 Ergebnisse 3 50% 40% Wie schätzen Sie den Arbeitsaufwand für die geforderten ECTS im Studium ein? 42% 42% 37% 46% 30% 20% 13% 14% Master Diplom 10% 4% 3% 0% Viel mehr Arbeitsaufwand Mehr Arbeitsaufwand Gleich viel Arbeitsaufwand Weniger Arbeitsaufwand Viel weniger Arbeitsaufwand

21 Ergebnisse 4 Wochenstundenaufwand im Semester bzw. im Jahr Selbsteinschätzung! Master Diplom Stundenaufwand im Semester (pro Woche) Studienaufwand im Jahr (pro Woche)

22 Ergebnisse 5 Studieren Sie Wirtschaftspädagogik um LehrerIn zu werden? 70,00% 60,00% 50,00% 40,00% 30,00% 20,00% 10,00% 0,00% 63% 15% Ja, ich möchte so bald es möglich ist in den Lehrberuf einsteigen. 25% 36% Ich überlege es mir als zweites Standbein. 8% 41% Ja, ich möchte aber vorher noch Erfahrung bzw. weitere Erfahrungen in der Wirtschaft sammeln. 4% 8% Nein, habe ich zur Zeit nicht vor. Master Diplom

23 Ergebnisse 6 70% 60% Schnelles Studienende - Diplomstudium Wipäd 50% Schnelles Studienende - Masterstudium Wipäd 40% Minimierung Zeitaufwand - Diplomstudium Wipäd 30% Minimierung Zeitaufwand - Masterstudium Wipäd 20% 10% 0% 1 - Stimme nicht zu Stimme völlig zu Zeitliches Kriterium der Veranstaltungsbesuche - Diplomstudium Wipäd Zeitliches Kriterium der Veranstaltungsbesuche - Masterstudium Wipäd

24 Ergebnisse 7 60% 50% 40% 30% 20% Kompetenzerwerb - Diplomstudium Wipäd Kompetenzerwerb - Masterstudium Wipäd LV Besuch zur Kompetenzerweiterung - Diplomstudium Wipäd LV Besuch zur Kompetenzerweiterung - Masterstudium Wipäd Beschäftigung über LV-Umfang - Diplomstudium Wipäd 10% Beschäftigung über LV-Umfang - Masterstudium Wipäd 0% 1 - Stimme nicht zu Stimme völlig zu

25 Veränderung der Studierenden Durchschnittsalter um ca. fünf Jahre gestiegen Anteil der WiedereinsteigerInnen stark gestiegen Studierende bringen wesentlich mehr Praxiserfahrung mit Studierende verfügen öfter über ein abgeschlossenes Studium (außer Bachelorabschluss) Studierende sind öfter verheiratet und haben im Schnitt mehr Kinder Studierende sind öfter berufstätig Studierende sind öfter karenziert (Bildungskarenz)

26 Herausforderungen für die Curriculaentwicklung 1 Die neuen Studierenden sind StudienanfängerInnen auf einem anderen Niveau Forscherische Haltung muss entwickelt werden Lernstrategien neu etablieren Zeit als wichtiger Faktor (Bildungskarenz, Familie) Erfahrung der Studierenden nutzen Entwicklung von Metakognition und Reflexionsfähigkeit tritt noch stärker in den Vordergrund

27 Herausforderungen für die Curriculaentwicklung 2 Masterstudium modular aufgebaut mit vielen prüfungsimmanten Lehrveranstaltungen (Anwesenheit) Reagieren auf Alter/Familienstand/Berufstätigkeit? Qualifikation (Abschluss) statt Kompetenz? Vollzeitstudium haltbar? Theorie-Praxis-Verknüpfung Aktuell im Vordergrund, dass die Studierenden die Praxis mit der gelernten Theorie verbinden können In Zukunft muss die gelernte Praxis mit der Theorie verbunden werden Neue Herausforderungen

28 Ausblick Evaluierung des Curriculum im laufen Didaktische Herausforderung für die Lehrenden Adaptierung des Masterstudiums in Vorbereitung Zukunft: Berufsbegleitender Master? Rolle und Einsatz der Neuen Medien

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