SWP-FONDSVERMITTLUNG. AKTUELLES: LEONIDAS XI - Windfonds Frankreich. Auszug aus dem Leonidas Newsletter vom 11. Februar 2013

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1 SWP-FONDSVERMITTLUNG AKTUELLES: LEONIDAS XI - Windfonds Frankreich Auszug aus dem Leonidas Newsletter vom 11. Februar 2013 Frankreich-Windfonds Leonidas XI von Diskussionen über Senkung der Einspeisevergütung wie in Deutschland nicht betroffen Bundesumweltminister Peter Altmeier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sind sich einig: Die Strompreise, die wir Deutschen mittlerweile für eine Kilowattstunde Strom bezahlen müssen, sind hoch. Zu hoch. Ein weiteres Ansteigen soll auf jeden Fall verhindert werden. Denn schon heute zählen die Kosten für private Haushalte in Deutschland zur absoluten Spitze in Europa. Schuld ist nach Meinung beider Politiker die Förderung der Erneuerbaren Energien. Denn Ökostrom wird den Produzenten schon seit den 90er Jahren zu gesetzlich festgeschriebenen Preisen abgenommen. Diese liegen teilweise deutlich über den Markttarifen. Die Differenz wird über die EEG-Umlage von den Verbrauchern bezahlt.

2 Entwicklung der Strompreise in Deutschland Seit 1998 ist der Anteil für die Förderung der erneuerbaren Energien am Strompreis von anfänglich 0,08 Cent pro Kilowattstunde auf 3,59 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2012 kontinuierlich angestiegen. Seit Januar 2013 kommt es noch dicker: 5,277 Cent pro Kilowattstunde - diesen Anteil muss jeder private Verbraucher in Deutschland für die Förderung von Wind- oder Solarstrom über seine Stromrechnung pro Kilowattstunde aufbringen. Lag der Strompreis 2012 noch durchschnittlich bei knapp 26 Cent pro Kilowattstunde so erwarten Experten sogar einen möglichen Anstieg für 2013 bis auf 29 Cent. Damit läge der Strompreis in Europa auf dem geteilten ersten Rang mit Dänemark. Eine hohe Belastung. Altmeier und Rösler wollen und werden wohl auch handeln. Wie, das bleibt abzuwarten. Alttarife sind aber sicherlich nicht betroffen.

3 Entwicklung der Strompreise in Frankreich Vergleicht man die Entwicklung der Strompreise in Frankreich mit denen in Deutschland so zeigt sich ein anderes Bild: Die Kosten für private Haushalte in Frankreich sinken. Und das bereits seit Mitte der 80er Jahre. Erst seit 2009 ist die Talsohle erreicht und die Tarife steigen wieder leicht an. Aktuell zahlt ein durchschnittlicher Haushalt in Frankreich für die Kilowattstunde etwas mehr als 14 Cent. Deutsche zahlen mit 5,277 Cent mehr als das Zehnfache für die Förderung der Erneuerbaren Energien gegenüber Frankreich Doch warum konnten die Preise für Strom in Frankreich jahrelang sinken, während sie in Deutschland einen Höchststand nach dem anderen erklimmen? Weshalb zahlt ein französischer Haushalt weniger als die Hälfte für Strom als der Kunde aus Deutschland? Einer der Gründe liegt in der Zurückhaltung der Franzosen bei der Förderung der Erneuerbaren Energien. Während in Deutschland bereits in den 90er Jahren die ersten, hohen Fördertarife Investoren ein Engagement in den damals noch junge und wenig wirtschaftlichen Betrieb Wind- oder Solaranlagen schmackhaft machten, wartete man in Frankreich ab. So gab es beispielsweise erst ab 2009 Einspeisetarife für den Betrieb von Solarparks, die Anleger mit attraktiven Renditen dazu bewogen haben, Anlagen in einer großen Stückzahl zu bauen. Bereits 2010 wurde diese Förderung aber wieder deutlich abgesenkt, so dass der Zubau neuer Projekte fast gänzlich zum Erliegen kam. Gerade einmal 2,2 % des Stroms in Frankreich stammt aus Windkraftanlagen, gar nur 0,3 % aus Solaranlagen. In Deutschland dagegen werden 3 Prozent der Energie aus der Kraft der Sonne und 8 Prozent aus Wind gewonnen.

4 Das Ergebnis des unterschiedlich stark geförderten Ausbaus der Erneuerbaren Energien von Deutschen und Franzosen zeigt sich deutlich am Strompreis. Denn durch den späten Einstieg der Franzosen in die Förderung von Windkraft- und vor allem Solaranlagen ist der Anteil für die jährliche Förderung der Erneuerbaren Energien am Strompreis im Vergleich zu Deutschland gering. Während in Deutschland jeder Haushalt mittlerweile fast 5,3 Cent pro Kilowattstunde aufbringen muss, um die Förderung der Erneuerbaren Energien nach wie vor zu bezahlen, liegt dieser Wert in Frankreich bei gerade einmal 1/10, also 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Ein Absinken des Anteils am Strom für die Bezahlung der erneuerbaren Energien ist für die nächsten Jahre in Deutschland nicht zu erwarten. Schließlich werden die Tarife für jede neue Anlage für volle 20 Jahre vom Gesetzgeber garantiert. Nachholbedarf Frankreichs beim Ausbau der Erneuerbaren Energien Doch der geringe Anteil erneuerbarer Energien am Strom-Mix darf nicht so bleiben: Frankreich muss - wie Deutschland auch - 20 Prozent des Strombedarfs ab dem Jahr 2020 aus Erneuerbaren Energiequellen beziehen. So schreibt es die von allen EU-Mitgliedsstaaten unterschriebene Agenda 2020 vor. Sonst drohen Sanktionen. Deutschland hat dieses Ziel durch die jahrelange, massive Förderung von Wind und vor allem Solaranlagen bereits erreicht. Frankreich noch nicht. Gefördert werden die Erneuerbaren Energien vor allem durch den neuen Staatspräsidenten Francois Hollande: "Die erneuerbaren Energien eröffnen ein enormes Potenzial und ich bedauere die Verspätung, die Frankreich in diesem Bereich hat. Es ist daher dringend geboten, eine echte Politik der Erneuerbaren in Frankreich einzuführen". Fokussierung Frankreichs auf die Förderung der effizienten und kostengünstigen Windenergie Entschieden haben sich die Franzosen vor allem für die Förderung der Windkraft. Der Grund: Windkraft ist mit einem Wirkungsgrad von knapp 50 % sehr effektiv. Zudem hat Frankreich als Flächenstaat zahlreiche Landschaften, an denen ein weiterer Ausbau problemlos möglich ist. Außerdem ist Windkraft die aktuell günstigste Form Strom aus einer Erneuerbaren Energiequelle zu gewinnen. Denn es reicht eine Förderung von durchschnittlich nur etwas mehr als 8 ct pro Kilowattstunde aus um eine Anlage profitabel zu betreiben zu können. Der tatsächliche Strompreis an der Strombörse liegt bei durchschnittlich 5 bis 6 ct pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Noch vor drei Jahren wurde die Kilowattstunde Solarstrom auch in Frankreich mit bis zu 60 Cent gefördert.

5 Der weitere Ausbau der Windkraft lässt den Strompreis daher nur wenig ansteigen. Mittelfristig könnte Strom aus Windkraftanlagen sogar billiger sein als aus herkömmlichen Energiequellen. Denn bereits ab 2017, so prognostiziert es das renommierte Fraunhofer Institut, sollen die Kosten für Kraftwerke auf Basis fossiler Energieträger (Gas, Kohle, Atom) teurer sein als der Strom aus Windkraftanlagen. Der Grund: Die Beschaffung der Brennmaterialen wird langfristig immer teurer. Und dabei sind noch nicht einmal die Kosten für Umweltschäden oder den Rückbau der Anlagen berücksichtigt, die den Stromkunden noch ein deutlich höheres Problem bringen werden. Fazit: Ein Ansteigen von Frankreichs Strompreise ist auch in Zukunft durch den Ausbau der Windkraft nicht zu erwarten Ein vergleichbarer Anstieg des Strompreises wie in Deutschland ist in Frankreich durch die Förderung der Erneuerbaren Energien nicht zu erwarten. Aktuell liegt die Umlage für die Förderung gerade mal bei 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Zudem wird vor allem der Ausbau der Windkraft gefördert, für die aufgrund ihrer Effektivität ein Tarif von anfänglich etwas mehr als 8 Cent pro Kilowattstunde ausreicht, um die Anlagen profitabel zu betreiben. Mit freundlichen Grüßen aus Kalchreuth Max-Robert Hug Geschäftsführender Gesellschafter Redaktion SWP-Fondsvermittlung / SW Probata GmbH

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