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2 correct zu verstehen. Ohne Definitionen von interkultureller Kompetenz vorwegnehmen zu wollen: Vor allem gehört dazu, einen selbstbewussten Standpunkt in Bezug auf kulturelle Vielfalt und interkulturelles Handeln vertreten zu können und den Willen zu haben, Vielfalt als Chance zur Entwicklung neuer Ideen zu begreifen. Nur so lässt sich verhindern, dass eine Akzeptanz der gleich(berechtigten) Gültigkeit unterschiedlicher kultureller Positionen in Gleichgültigkeit, in ein anything goes, umschlägt. Die Neufassung dieses Bandes greift den aktuellen Diskussionsstand prozessorientierter Sichtweisen auf, der zufolge Kultur und Interkultur nicht mehr als mehr oder minder geschlossene Strukturen verstanden werden, sondern als

3 offene Netzwerke. In diesem Sinn wird auch interkulturelle Kompetenz eher als Prozess denn als Lernziel verstanden. Einen solchen Weg interkultureller Kompetenzentwicklung zu markieren, den Lesern Grundlagen für die eigene Reise bereitzustellen und sie auf einen solchen Weg einzuladen, ist wesentliches Ziel dieses Bandes. Diejenigen, die in der interkulturellen Aus- und Weiterbildung tätig sind, werden von dem Band andere Informationen erwarten und erhalten als diejenigen, die sich selbst beruflich auf ein internationales Arbeitsfeld vorbereiten oder die in Migrationsfeldern tätig sind. Der Band beginnt mit einem eher theoretisch orientierten Grundlagenteil, in dem unter anderem versucht wird, Begriffe wie Kultur und Interkulturalität zu

4 erklären oder auch unterschiedliche Zugänge zum Kulturverstehen zu diskutieren (Kapitel 1). Stärker beispiel- und fallstudienorientiert werden in den mittleren Kapiteln (2 4) Themen angesprochen und erläutert wie beispielsweise die Kulturgebundenheit unseres Wahrnehmens, die Entstehung von Fremdbildern und Stereotypen, Organisationsformen multikultureller Gesellschaften oder auch das Arbeiten in multinationalen Teams. Während diese Teile des Buches auch als Materialbasis für Unterrichts- und Seminarveranstaltungen im Bereich der interkulturellen Kompetenzvermittlung verwendet werden können, eignet sich das letzte Kapitel vor allem als Orientierungsrahmen für Überlegungen zur Erstellung eigener interkultureller Materialien und Trainings.

5 Hier finden sich einerseits konzeptionelle Vorschläge wie die Methodenlandkarte zum interkulturellen Lehren und Lernen, andererseits aber auch eine Reihe von Übungen, die im Rahmen interkultureller Trainings eingesetzt werden können. Den Abschluss bildet ein Informationspool mit weiterführenden Lektürehinweisen und Links zu allem, was zum Thema Interkulturelle Kompetenz interessant sein könnte. Abgeschlossen wird jedes Kapitel mit kurzen Zusammenfassungen und Empfehlungen zur praktischen Anwendung sowie mit kleinen Fallbeispielen und Übungen, die dazu anregen sollen, das Gelesene auch in anderen Kontexten als den beschriebenen weiterzudenken. Parallel zu diesem Band ist in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit

6 zwischen dem Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena, interculture.de und der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen eine Website mit zahlreichen interkulturellen Übungen teils zum Download, teils zur Direktbearbeitung am Computer entstanden, die vor allem von Lehrenden als Fundgrube für ihre Arbeit geschätzt wird: Um einerseits die Leselust zu wecken, andererseits aber auch Hinweise zu geben, wo für den einen oder den anderen am ehesten die Schwerpunkte bei der Lektüre dieses Bandes liegen könnten, mag der folgende Selbsttest einige Anhaltspunkte vermitteln. Er stellt einerseits Themen vor, die in den einzelnen Kapiteln dann intensiver diskutiert werden; andererseits möchte er aber auch

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